Vorwort: So, das fünfte Kapitel kommt, ich weiß, es ist nur sehr kurz, hat keine besondere Spannungskurve, aber ich bin froh, dass ich es geschafft habe, denn ich habe beim fünften Kapitel bisher immer aufgegeben und ich hoffe, das sechste wird mir leichter fallen. Ich verlange hierfür auch keine langen Reviews (ich habe sie nicht verdient), aber ein Erkennungszeichen, dass ich weiß, dass ihr es gelesen habt.

Maren: Ich freue mich wie immer, dass dir das vierte Kapitel gefallen hat, hoffe, du bist mir nicht böse, weil ich so lange gebraucht habe und weil das jetzige so kurz ist (ich werde mich bessern) und finde toll, dass du Mordaunt magst. Ich kann ihn auch immer mehr leiden. Was das Veröffentlichen angeht: Ich habs grade getan und bin auf Reviews gespannt, kannst du sicherlich verstehen. Sie wird untergehen im Müll, aber ich weiß ja, dass ich gut bin ;-), deswegen: who cares?

Julitschka: Du weißt, wir oder ich lieben dich, du bist die Beste und es ist klasse, dass du das hier überhaupt liest. (Ich habe ja auch genervt...) Und hey, was meinst du Mutter-Sohn-Beziehung? Da kann ich dich trösten, Mylady ist doch tot. Wir haben ja wohl diverse Filme gesehen, dass musst du doch noch wissen, also nee, schäm dich. Aber es wird sich alles noch historisch entwickeln und weil du keine Mail bekommst, kriegst du halt ein fünftes Kapitel. Auch, w nn es nichts Spannendes beinhaltet, das sechste wird garantiert besser. Hoffe ich.

alle: Ich liebe euch, würde euch aber mehr lieben, wenn ihr mir ein Review hinterließet. (was war das für eine Zeitform? Konjunktiv?)

5.Kapitel

Monsieur d'Artagnan musste an dem Tag, als er mit de Wardes fils zusammengetroffen war, noch sehr lange arbeiten und dementsprechend war es schon lange dunkel auf den Straßen, als er das Licht im Arbeitszimmer löschte und das Palais verließ. Auf de Hof traf er auf einige Musketiere, die ihm davon Meldung machten, dass bisher nichts vorgefallen sei und dann ging er zum Haupttor, wo sich die wachhabdenden Musketiere mit jemandem unterhielten.
„Nun, meine Herren?", fragte d'Artagnan, als er herangekommen war, „ich hoffe, Ihr vernachlässigt über Eurem Gespräch nicht Eure Pflichten?" Die Musketiere wandten sich ertappt nach ihm um, aber der Herr, der bei ihnen stand, schüttelte nur den Kopf und sagte:
„Mein lieber d'Artagnan, erinnert Ihr Euch nicht mehr an die ermüdenden Wachdienste, bei denen man froh war, wenn man Gesellschaft in Form von guten Kameraden hatte?" Für einen Moment stand d'Artagnan stumm da und blickte den Sprecher an, dessen Gesicht von der breiten Krempe seines Hutes überdeckt war. Man sah nur den unteren Teil des Bartes, auf den der Schein einer Fackel fiel, die am Tor befestigt war. „Träum ich?", murmelte d'Artagnan, dann straffte er sich, vor seinen Untergebenen durfte er sich keine Blöße geben. „Monsieur de La Fère?", fragte er mit etwas zitternder Stimme.
„Derselbe", entgegnete sein Gegenüber mit einem majestätischen Neigen des Kopfes und im nächsten Moment lagen er und d'Artagnan sich lachend in den Armen. Die beiden wachhabenden Musketiere erlaubten sich einen raschen Blickwechsel und ein Grinsen, welches sofort verflog, als sich d'Artagnan von Monsieur de La Fère löste. Der Leutnant wandte sich an die Kameraden.
„Ich wünsche Euch einen angenehmen Nachtdienst, meine Herren und möchte morgen über keine unerfreulichen Zwischenfälle Meldung erhalten, verstanden?" Mit diesen Worten hakte er sich bei de La Fère ein und sie verließen das Palais über den Marktplatz, welcher sich unweit davon befand.
Einen Moment schwiegen die beiden Männer, dann konnte es d'Artagnan nicht mehr aushalten.
„Sagt, mein lieber Graf, seit wann seid Ihr in Paris und wie lange habt Ihr vor, zu bleiben? Müsst Ihr wichtige Geschäfte erledigen? Seid ihr allein hier oder mit Eurem Sohn? Wo wohnt Ihr? Und das Wichtigste: Wie geht es Euch?" Der Graf de La Fère begann zu lachen.
„Das sind viele Fragen auf einmal, mein lieber Freund, reicht es aus, wenn ich sie nacheinander beantworte? Ich bin seit heute Mittag in Paris, habe mir einige Zimmer unweit von hier gemietet, und bin mit meinem Sohn angereist. Wir möchten, je nachdem, wie es ihm gefällt, einige Tage oder Wochen hier verweilen, denn ich möchte, dass er Paris kennen und lieben lernt, so wie ich es kennen und lieben gelernt habe." „Ihr vermisst Paris?" Wieder lächelte der Graf.
„Oh ja, es ist seltsam, die Stadt zu verlassen und plötzlich in völliger Abgeschiedenheit zu leben. Aber es ist gut so, ich weiß es. Es war das einzig Richtige, was ich tun konnte." „Mit Eurem Sohn…" „Ja, mit Raoul. Er kennt das Leben nicht anders, er denkt, es ist immer so, dass man auf dem Land lebt, fechten lernt, liest, sich bildet und zuweilen Nachbarn besucht. Ich fand, es wäre an der Zeit, wenn er die Stadt sieht und sich ein Bild von den Menschen hier macht. Und natürlich sollte er Euch kennen lernen. Ich habe ihm viel von Euch erzählt, d'Artagnan und er freut sich darauf, Euch kennen zu lernen." „Ich freue mich ebenso." Über diesen Gesprächen waren sie in der Rue Saint-Jaques angekommen und der Graf führte seinen Freund zu einem Eckhaus. „Hier wohne ich mit Raoul für die Dauer unseres Aufenthaltes." Der Graf schloss die Tür auf und führte d'Artagnan in das Treppenhaus. Sie mussten zwei Treppen hinauf steigen, dann standen sie wieder vor einer Tür. Es war sehr dunkel, Licht fiel nur spärlich durch ein Fenster, welches in die Wand eingelassen war. Der Graf fand das Schlüsselloch nicht und musste klopfen. Nach kurzer Zeit vernahmen die Männer Schritte hinter der Tür und diese wurde geöffnet. Ein schon älterer Mann mit grauem Haar und einem zweiarmigen Kerzenleuchter ließ sie herein.
„Mein Gott!", rief d'Artagnan bei dem Anblick dieses Mannes aus. „Grimaud, ich hätte ja nie im Leben gedacht, dass ich Euch noch einmal sehen würde!" Des Grafen Diener, den d'Artagnan schon lange kannte und dem sein Herr vor mehr als zwanzig Jahren beigebracht hatte, nur zu schweigen und sich gegebenenfalls mit Gesten zu verständigen, nickte nur und ließ nicht erkennen, ob er über dieses Wiedersehen erfreut war oder nicht. D'Artagnan und der Graf traten in die Wohnung und legten ihre Mäntel und Hüte ab. Dann erst konnten sie sich erst richtig ansehen. D'Artagnan fiel auf, dass der Graf gealtert war, er hatte graue Haare und einige Falten mehr bekommen, doch er erschien glücklich und war nicht mit seiner melancholischen Miene gezeichnet, welche er vor zwanzig Jahren immer gezeigt hatte, eines Kummers wegen, der ihn zum Wein geführt hatte. Anscheinend trank er aber schon lange nicht mehr.
„Ihr seht fabelhaft aus, mein lieber Athos!", sagte d'Artagnan, des Grafens Kriegsnamen gebrauchend, mit denen er ihn früher immer angesprochen hatte. Die Männer schlossen sich noch einmal in die Arme und während de La Fère das Kompliment zurückgab, wurden Schritte laut und ein junger Mann von etwa sechszehn Jahren trat in das Zimmer. De La Fère entdeckte ihn und lächelte erfreut.
„Monsieur d'Artagnan, ich möchte Euch den Vicomte de Bragelonne vorstellen, meinen Ziehsohn. Raoul, begrüßt meinen alten Freund, Monsieur d'Artagnan. Ich erzählte Euch bereits von ihm." Mit einem Lächeln trat Raoul auf den Leutnant zu und die beiden Herren begrüßten sich, wobei sie einander prüfend musterten.
Raoul war ein gutgewachsener, junger Mann, mit vollem, braunem Haar, blauen Augen und einer Gestalt, die bereits männlich zu werden begann. In einigen Jahren würde er ein Mann sein, nachdem sich die Frauen umsahen. Auch Raoul gefiel d'Artagnan, sah er doch zum ersten Male einen wahren Soldaten, mit Kriegserfahrung und Mut, wie man es kannte. Die drei plauderten ein wenig miteinander, dann zog sich Raoul zurück, er spürte, dass die beiden Freunde einiges miteinander zu bereden hatten, wobei sie ihn nicht gebrauchen konnten.

„Er ist ein Prachtkerl, Monsieur, Ihr könnt wahrhaftig stolz auf ihn sein", stellte d'Artagnan fest, nachdem Raoul das Zimmer verlassen hatte. Der Graf zündete sich eine Pfeife an und rauchte.
„Ich bin es, Monsieur, ich bin es auch. Ich danke Gott und dem Schicksal, die mir Raoul in den Weg geschickt haben. Erst durch ihn weiß ich wieder, was Leben ist." „Aber er weiß nicht, dass er wirklich Euer Sohn ist?" „Nein, und ich denke, ich werde es ihm noch nicht sagen. Er ist sehr glücklich, mein Ziehsohn zu sein und fragt nie nach seinem Vater. Nur nach der Mutter und diese kennt er ja." „Und gibt es da mit… Aramis keine Probleme?", fragte d'Artagnan recht vorsichtig. Die Mutter Raouls, Madame de Chevreuse, war die ehemalige Geliebte ihres gemeinsamen Freundes Aramis. Zusammen mit ihm und Porthos hatten d'Artagnan und Athos, oder der Graf de La Fère bereits manches Abenteuer vor zwanzig Jahren bestanden. „Nein, es gibt keine Probleme", erwiederte der Graf. „Aramis hat mich ein- oder zweimal besucht und die Ähnlichkeit Raouls mit Madame ist ihm sicherlich aufgefallen. Aber er hat nichts gesagt, wir liegen nicht im Streit." „Das ist schön. Aber Ihr müsst doch zugeben, dass es ein Jammer ist, dass wir vier nicht mehr vereint sind." „Es könnte nie mehr so sein wie vorher, d'Artagnan und das wisst Ihr auch. Wir haben alle unser eigenes Leben und sind es zufrieden. Aramis hat sein Kloster, nachdem er sich endlich doch entschlossen hat, die Laufbahn als Soldat gegen die Soutane auszutauschen. Porthos ist sehr reich geworden und weiß nicht, was er mit seinem Geld anfangen soll. Ihr seid Leutnant der Musketiere und werdet bestimmt bald befördert. Und ich habe mein Gut und meinen Sohn." „Ja", versetzte d'Artagnan bitter, „das hört sich alles sehr gut an. Die Wahrheit ist, dass ich seit fünfzehn oder mehr Jahren auf meine Beförderung warte und es sieht zurzeit nicht so aus, als sollte sich daran etwas ändern." „Wer möchte auch unter Mazarin Hautpmann werden?", fragte de La Fère mit leichtem Abscheu.
„Ach Ihr! Mittlerweile würde ich sogar dem König von Spanien dienen, wenn es nur jemand ist, der mich befördert. Ich bin seit Jahren Leutnant. Ich wurde vergessen." D'Artagnan trat ans Fenster und blickte hinaus auf die dunkle Straße, der Graf schwieg und zog an seiner Pfeife.
„Doch halt", plötzlich wandte d'Artagnan sich um.
„Ich bin noch nicht ganz vergessen. Erst heute hat Mazarin nach mir verlangt." Der Graf verzog das Gesicht. „Und Ihr seid gekommen?" „Ich bin Soldat. Hört zu, ich bin beauftragt, einen jungen Mann kennen zu lernen, der aus England kommt und offenbar für England spionieren soll oder dergleichen. Ich werde ihn mir ansehen und ein wenig prüfen." „Wie wollt Ihr das machen?" Der Graf lächelte, als hätte er d'Artagnan als Zwanzigjährigen vor sich, der aus einer unbedeutenden Begebenheit immer ein großes Geheimis machen wollte. D'Artagnan bemerkte dies und ereiferte sich.
„Vor diesem jungen Mann muss man sich in Acht nehmen. Er soll der Untergebene eines wichtigen Herrn in England sein und ich habe bereits meine eigenen Entdeckungen gemacht. Ich bin sicher, der Kerl arbeitet für die Fronde und ist darin verwickelt. Ich habe mitbekommen, wie er sich die aufrührerischen Reden eines Frondeurs angehört hat. Ich werde mich ihm nähern müssen und ich weiß auch schon, wie." „Und wie?" „Kennt Ihr den Grafen de Wardes? Könnt Ihr Euch noch an ihn erinnern?" „Das war doch dieser Liebhaber von…" „Genau." „Außerdem der Vetter des Grafen Rochefort, ein Spitzel Seiner Eminenz und ansonsten ein kleiner, intriganter Höfling, habe ich Recht?" „Allerdings. Ist Euch etwas über seinen Sohn bekannt?" „Ja, ich habe ihn vor Jahren auf einer Festlichkeit getroffen, da war er noch sehr jung. Keine angenehme Erscheinung, wenn Ihr mich fragt. Etwas … anstrengend." Lachend nickte d'Artanan.
„Und diesen Eigenart hat er nicht abgelegt. Er kennt alle und jeden, spricht ohne Pause und mischt sich in viele Dinge ein. Er kann nützlich sein. Er kennt diesen Mann aus England, sie haben sich dort getroffen und er will mir Zutritt zu ihm verschaffen." „Tatsächlich?", de La Fère sah beeindruckt aus. Stolz nickte d'Artagnan.
„Er will einen Empfang geben und dort werde ich den Mann aus England treffen, er heißt Mordaunt." „Wird es diesem Mordaunt nicht auffallen, wenn einer ihn unbedingt kennen lernen möchte? Hat er Euch schon einmal gesehen?" „Ja, als ich ihn bei diesem aufrührerischen Redner sah, ich denke auch, er würde mich wieder erkennen. Man muss ihn in Sicherheit wiegen. Athos, ich möchte, dass Ihr ihn auch kennen lernt und ihn Euch anseht. Bitte. Das ist so eine gute Gelegenheit, auch für Raoul. Er soll doch in die Gesellschaft eingeführt werden." So überrumpelt, musste der Graf nachgeben. „Wann soll dieser Empfang denn sein?", fragte er.
„In einigen Tagen, de Wardes wird mir Bescheid geben und ich werde Euch informieren. Wir gehen dann mit Raoul hin und niemand wird bemerken, dass ich in einem Auftrag da bin." Der Graf musste über d'Artagnans Feuereifer lachen und dann setzte sich d'Artagnan auch endlich hin. „Also geht Ihr mit mir dahin?" „Selbstverständlich, d'Artagnan, wie könnte ich einen alten Freund im Stich lassen."