Huhu ^^ *knufft alle mal ganz lieb* Aaalso....Im Großen und ganzen sind die Perspektivenwechsel sehr gut angekommen, bis auf einige Reviewer, die meinen, dass man dann die Gedanken des anderen nicht kennt 1:0 für diese Aussage. Das stimmt, aber ich finde, man kann die Gedanken der EINEN Person besser nachvollziehen. Ist auch größtenteils so begründet worden. Da ich es nun aber (nicht jedem recht machen will nein nein SO nun auch wieder nicht *lol*) eingesehen habe, dass es aus beiden varianten gut ist, werde ich versuchen viel ‚Vogelperspektive' (lol) zu schreiben und zwischendurch auch aus der ‚Innenperspektive' (*zu viel Need for speed gespielt hat* XD)

~blabla~ Gesprochenes auf Sindarin

~*~Laurie lantar lassi súrinen~*~

[Wie Gold fallen die Blätter im Wind]

***

Eine Reise beginnt

Legolas POV

Wir warteten sicher schon über eine halbe Stunde, ehe Gimli mit seiner verzogenen Tochter auftauchte, um sich dann mit Aragorn und Pippin auf den Weg zum Einsamen Berg zu machen. Er wollte mich mit dieser Ausgeburt des Bösen – es fehlte nicht viel, dass ich wirklich annahm, sie wäre Saurons Tochter – tatsächlich allein lassen. Das Schlimmste stand mir wohl noch bevor. Die Reise zu zweit würde kein Zuckerschlecken werden. Da mein Vater noch viel zu erledigen hatte – ich hatte ihn noch am Vorabend von meinem Versprechen unterrichtet und er hatte entschlossen zugestimmt, sie aufzunehmen. Hatte er doch den Anschein, dass Elben nicht bei Zwergen leben konnten. Oh doch! Das konnten sie. Nur danach konnten sie nie mehr bei den Elben aufkreuzen, ohne etwas verquer im Hirn zu sein. Nichts gegen die Zwerge.

Sémersion würde uns auch nicht begleiten, da er hier die ‚Frau seiner Träume' gefunden hatte. Ich verdrehte genervt die Augen. Wie konnte jemand nur diesen Schwachsinn glauben? Irgendwann war es vorbei mit der Liebelei. Aber das war jetzt kein Thema. Missvergnügt drehte ich Pfeil und Bogen in meiner Hand hin und her und sah nur kurz auf, um die Ankömmlinge zu begrüßen.

Als der Zwerg und Adamantiel die Treppe hinunterkamen, drehte ich der jungen Elbin demonstrativ den Rücken zu, um ja nicht zu riskieren, sie auch nur eines Blickes zu würdigen. Meine Augen waren mir buchstäblich zu schade. Ihr schien es ähnlich zu ergehen. Ich bemerkte, dass sie sich extra auf die andere Seite stellte, um so nicht zu nahe an mich heran kommen zu müssen. Es war mir ehrlich gesagt auch lieber so. Viel lieber, sie nicht in meiner Nähe zu haben, schließlich folgte daraufhin nur Unheil.

„Nun Legolas! Ich hoffe du nimmst deine Verpflichtungen ernst." Gimli brummelte und eine ernste Falte bedeckte seine Stirn, während er auf meine Antwort wartete. Ich knirschte verärgert mit den Zähne, machte jedoch fröhliche Miene zu schlechtem Spiel. Schließlich sollte Gimli unbesorgt in seine Heimat zurückkehren.

„Sei beruhigt, mein Freund. Sie wird bei den Elben gutaufgehoben sein. Meine Familie wird für ihr Wohlergehen sorgen", versicherte ich, ließ aber bewusst eine Einschränkung auf mich aus. Der alte Zwerg runzelte noch einmal leicht misstrauisch die Stirn, lächelte dann aber und kehrte mir den Rücken, um auf das Pferd zu steigen. Dann rief er Adamantiel noch einmal zu sich und gab ihr, vom Pferd herab, einen liebevollen Kuss auf die Stirn. Ärgerlich schnaufend wandte ich mich Aragorn zu, der mich amüsiert über mein nicht gerade elbisches Verhalten angrinste.

„Nun Legolas. Du sollst wissen, dass du stets in Minas Tirith willkommen bist." Ich dankte ihm und Eru, dass er die junge Elbin außer Acht ließ und mich nicht mit der bevorstehenden Reise aufzog. Er war weise und edel. Die weiße Stadt hätte keinen besseren König haben können.

„Auch du, Aragorn, sollst dir stets bewusst sein, dass du im Düsterwald willkommen bist. Und ich stets dein Kampfgefährte in Notzeiten sein werde. Lass keine falsche Scham walten, wenn du einmal meine Hilfe benötigst." Der einstige Waldläufer nickte dankbar und freundlich, griff dann in die Zügel und wandte das Pferd um.

„Richte Arwen meine besten Grüße aus. Das Licht soll auf eurer beider Wege scheinen", setzte ich noch hinzu und bemerkte, wie Aragorns Züge beinahe vor Stolz, Liebe und Sehnsucht leuchteten.

„Und du werde deiner anbrechenden Aufgabe als Thronfolger bewusst, Mellon", mahnte er mich lächelnd und ich nickte nur. Es war schon seit meiner frühsten Kindheit mein Traum, einmal den Düsterwald zu regieren und dessen Volk zu leiten. Irgendwie konnte ich es kaum noch erwarten, nach Hause zu kommen.

Ich schmunzelte leicht und hob die Hand zum Abschied, ehe auch Pippin zwischen den Bäumen verschwunden war.

~Nun mein Freund. Nach dem, was gestern Abend geschah, ist es abzusehen, dass ihr es nicht leicht miteinander haben werdet.~ Merry grinste mir frech ins Gesicht und ich erwiderte sein Kommentar mit einem äußerst gereiztem Seufzer. Der kleine Hobbit schien jedoch keine Rücksicht auf meine Nerven nehmen zu wollen, sondern fuhr ungerührt fort.

~Du darfst ihr kein einziges Haar krümmen, sonst bringt dich Gimli eigenhändig um. Und sollte auch nur die Kunde einer Schandtat an sein Ohr dringen, die du an Adamantiel begangen hast, wird er, ungeachtet des langen Weges und der Freundschaft zu dir, in den Düsterwald eilen, um dich zu verurteilen.~

~Dies ist mir bewusst~, entgegnete ich matt und legte eine Hand auf die Schulter des Hobbits, der stramm und tapfer vor mir stand. Ein leichtes Schmunzeln bildete sich auf meinen Lippen als ich an den Ringkrieg zurückdachte. Er und sein Freund Pippin waren, neben Frodo und Sam, die tapfersten, berühmtesten Hobbits ganz Mittelerdes. Schließlich hatten sie nicht nur einen geringen Teil am Sieg mitgewirkt.

~Und bedenke eines, Legolas. Aus Hass kann die zärtlichste Liebe entspringen.~ Dieser Satz verschlug mir die Sprache und ich war froh, dass Merry ihn auf Sindarin gesagt hatte. Er machte mich sehr verlegen und außerdem wütend, obwohl die kleine Zwergenbrut kein Wort verstanden haben konnte.

~Was redest du da!? Nie werde ich auch nur einen einzigen Gedanken an so etwas verschwenden. Es ist keine Hassliebe Meriadoc Brandybock. Es ist purer Hass, den ich für sie im Herzen trage.~ Meine Stimme war kaum mehr als ein Zischen und mein Gesichtsausdruck sagte mehr als tausend Worte. Merry nickte ernst.

~Versuche mit ihr auszukommen, schließlich bist du ihr Vormund.~ Ich blitzte ihn beinahe böse an, aber er hatte ja recht. Ich bot ihm versöhnlich meine Hand, um ihm auf sein Pferd zu helfen, das mir kaum bis zur Brust ging, den Hobbit aber um einen halben Kopf überragte. Es war ja in gewissem Maße gar kein Pferd sondern ein kleines Pony.

~Das bedeutet aber nicht, dass ich ihren Vater oder etwas ähnliches ersetze. Irgendwann wird sie ihren eigenen Weg gehen müssen.~ Merry nickte abermals und sah mich vom Pony herauf an.

~Ich weiß, Legolas. Doch ich habe die Vereinbarung gehört, die du mit Gimli getroffen hast. Du musst sie in allen elbischen Dingen unterrichten, die eine Frau ausmachen.~

~Lass uns dieses Thema beenden, mir bleibt nicht mal mehr eine ruhige Minute. Nur die Zeit, in der ich mit dir spreche, befreit mich von meiner aufgenommenen Pflicht. Ich wünsche dir alles Gute, junger Hobbit. Möge das Licht auf deinem Weg scheinen.~ Merry nickte freundlich und schenkte mir ein gutmütiges Lächeln und in diesem Moment wurde mir die Tragweite meiner übernommenen Aufsichtspflicht bewusst, doch ich riss mich zusammen und erwiderte das Lächeln.

~Namarie, Merry.~

~Namarie Legolas.~ Dann gab er seinem Pony die Sporen und verschwand auf dem Weg, den auch Aragorn und die anderen Zwei eingeschlagen hatten. Ich seufzte tief, da nun die Zeit der Qualen anbrach.

***

Keine POV

Als auch Merry zwischen den Bäumen verschwunden war, standen Legolas und Adamantiel regungslos auf der Lichtung. Jeder sah in eine andere Richtung, um den anderen nicht erblicken zu müssen. Sie ekelten sich voreinander und weder Legolas noch Adamantiel konnten verstehen, warum das Schicksal so grausam zu ihnen war.

Nach langer Zeit des Schweigens, gab sich der Elbenprinz endlich einen Ruck und drehte sich schweren Herzens nach seinem ungewollten Schützling um.

„Du hast mir ab jetzt bedingungslos zu gehorchen", fauchte er als Begrüßung und die junge Elbin warf ihm einen verächtlichen Blick zu.

„Ich meine, DICH nicht gut genug zu kennen, dass DU mich duzen kannst!" Sie betonte die vertrauten Anreden extra provozierend und Legolas begann wieder – vor Wut auf ihr freches Mundwerk – zu kochen. Doch das ließ die junge Elbin kalt. Stattdessen hob sie anzweifelnd und frech eine Augenbraue, was den Sohn Thranduils verdächtig an Lord Elrond erinnerte.

„Und DU wirst in der Zeit deiner Ausbildung, in der ich dein Lehrer bin, dein freches Mundwerk zügeln", drohte er ungeachtet ihrer Kritik. Er wusste genau, dass sie die fehlende Formalität in seinen Worten ihr gegenüber, ärgern musste und das lockte ein fieses Grinsen auf seine Züge.

„Gut. Belassen wir es eben auf einer vertrauten Anrede." Adamantiel sah ihn abschätzig an und setzte dann noch ein paar Worte dazu.

„Ich muss mich korrigieren. Es scheint mir, dich gut genug zu kennen, um zu sehen, dass du ein arroganter Ork bist." Ihre Stimme war seidenweich und doch drang sie messerscharf in Legolas' Herz ein. Die Augen des Elben verfärbten sich zu einem Sturmblau das die Gefühle in seinem Innersten verriet. Doch Adamantiel schien immer noch nicht genug Seitenhiebe verteilt zu haben und fuhr mit einer Hand unter ihre Haare, um diese dann mit einem Schwung nach oben zu werfen. Der leichte Wind ließ sie sanft wieder auf ihren Rücken zurückfallen.

„Und damit eins klar ist. Ich mag es nicht wie ein lästiges Objekt behandelt zu werden." Ihr Blick blieb unerbittlich auf Legolas hängen. Nichts war mehr von ihrer Sentimentalität aus der Nacht zu erkennen. Nichts war mehr von ihrem weichen Herzen zu spüren und Legolas zweifelte daran, dass ihre nächtlichen Tränen real gewesen und eventuell nicht doch nur Einbildungen gewesen waren.

„Ich wüsste nicht, als was ich dich sonst noch behandeln sollte." Adamantiel schluckte empört die aufsteigende Wut hinunter. Soso. Sie war also ein ‚lästiges Objekt'.

„Dann lass das ‚unbedeutende Geschöpf', das du nun auch als ‚lästiges Objekt' bezeichnest, doch endlich in Ruhe." Legolas sah ihr fest in die Augen. Ein stummes Ringen der Gedanken begann und endete mit einer bissigen Bemerkung von Legolas' Seite her.

„Ich bin der Prinz und du hast mir zu gehorchen. Gerne würde ich dich auf der Stelle loswerden, doch ich gab mein Versprechen, auf dich Acht zu geben." Adamantiels Augen blitzten verräterisch auf. Nichts schien sie mehr zu stören, als daran erinnert zu werden, dass dieser unverschämte Typ ein Prinz und somit wirklich höheren Ranges war als sie selbst.

„Wenigstens sprichst du deine wahren Gefühle aus. Es ehrt mich, sie nun zu kennen. Ich bin nicht umsonst bei Zwergen aufgewachsen. Mit einem Schwächling wie dir, werde ich alle Mal fertig. Nur ich sage dir eins: Wenn du gewinnst, wirst du mich mit Titel anreden und keine einzige abfällige Bemerkung mehr über mich verlieren." Legolas schwieg darauf hin und sah sie einfach nur an. Die junge Elbin war entschlossen in eine Kampfstellung gegangen, um einen eventuellen handgreiflichen Angriff abwehren zu können, aber zu ihrem Erstaunen, machte Legolas keinerlei Anstalten. Vielleicht hatte er Angst?

Doch in Wirklichkeit dürstete es den Elben ebenso nach einer Rauferei wie Adamantiel, aber seine Ehre verbot es ihm, sich auf einem öffentlichen Platz zu schlagen. Schließlich musste sein Image bewahrt werden. Und er war nun mal ein Held und der Retter Mittelerdes – ein Ringgefährte, tapferer Krieger und zudem Thronfolger des Düsterwaldes.

„Folge mir. Wir haben einiges für die Reise vorzubereiten." Mit diesen Worten ging er, ohne einen weiteren Blick auf Adamantiel zu werfen, an ihr vorbei. Besser gesagt, hielt er direkt auf sie zu und starrte ihr fest in die Augen. Die kleine Elbin machte sich schon bereit, dass er den ersten Schlag austeilte, doch es kam nichts. Stattdessen drehte er rasch seine Schulter weg, um nicht gegen sie zu stoßen. Ein feiner Windhauch von Wiesenduft strich um ihre Nase. Wie sie diesen Geruch verabscheute! Sie verabscheute alles an ihm. Bis zum letzten, kleinsten Härchen auf seinem gesalbten Körperchen! Und jetzt ignorierte er sie auch noch!

Brodelnder Zorn ließ sie tief und zischend einatmen, ehe sie sich umdrehte, ihm zu folgen. Sie beeilte sich, ihn einzuholen, was Legolas arg wunderte. Er hatte angenommen, sie würde ihn boykottieren und ignorieren und er würde sie mit Gewalt mitziehen müssen. Doch sie war ihm ohne zu Murren gefolgt. Hatte sie sich endlich ergeben?

Doch gleich auf diesen Gedanken wurde er eines Besseren belehrt, als er plötzlich einen stechenden Schmerz an seiner Hacke spürte. Doch das war nicht alles. Irgendjemand stand auf seinem leichten Lederschuh, der zuvor mit einem Fuß an der Hacke des Prinzen hinuntergeschabt wurde. Mit einem fluchenden Laut stürzte Legolas zu Boden. Zum Glück hatte er sich mit den Händen abfangen können und war so nicht auf den Kopf gefallen. Mit einem zornigen Glanz in den Augen fuhr er herum und blitzte Adamantiel an, die lammfromm über ihm stand und mit einer großen Unschuldsmiene auf ihn hinab sah.

„Oh das tut mir jetzt aber leid. Ich hoffe, das Prinzlein hat sich nichts getan. Schließlich dürfen die ‚Hohen bedeutenden Geschöpfe'", bei diesen Worten schlich sich ein gehässiges Grinsen auf ihre sonst so feinen Züge, „sich ja gar nicht verletzen. Hoffentlich ist die Antifaltencreme nicht heruntergeschabt worden." Adamantiel hatte einmal von Gimli gehört, dass Menschen eine Art Creme benutzten, die gegen Falten helfen sollte. Nun hatte ihr Ton gehässige und sarkastische Merkmale und das ließ Legolas rasend werden. Doch er tat der jungen Elbin nicht den Gefallen, sie dafür zu strafen, denn allem Anschein nach, legte sie es darauf an, dass er sie schlug. Mühsam rappelte er sich auf.

„Spar dir dein Gesülze und deine kindischen Worte für später auf, ich muss dich meinem Vater vorstellen." Grob fasste er sie am Arm und zog sie mit sich.

„Bei uns ist es Sitte, ein Mädchen seinem Vater vorzustellen, wenn man es ehelichen will. Doch gewiss habe ich keine solchen Absichten, dich ein Leben lang an meiner Seite zu haben. Eher stoße ich mir einen Pfeil in die Brust, um mich zu töten", fauchte sie gehässig. Legolas sah stur gerade aus und schlug dann einen Waldweg ein. Die Unterkunft seines Vaters lag etwas weiter ab von der Stadt.

„Ich sollte wohl doch einmal darüber nachdenken, dich zu meiner Frau zu machen, wenn die Konsequenzen wirklich so verlockend sind." Adamantiel schnappte empört nach Luft, beließ es dann aber dabei, zu schweigen. Schließlich hatte sie ihm selbst die Möglichkeit zu diesem Konter gegeben.

Er ignorierte, wie sie ihm ständig absichtlich in die Hacken trat. Es schmerzte, aber er ließ es auf sich beruhen. Doch auch Legolas ließ sich jede kleine Fehde nicht nehmen, die er ihr antun konnte. Immer wieder lief er bewusst so, dass sie mal hier und da an einem Baustamm entlang schürfte und sich unter beständigen Schimpfworten auf Zwergisch, bei ihm beschwerte sich kleine Schürfwunden zuzuziehen.

Doch diese miesen Intrigen ließ die, als Zwerg aufgezogene junge Elbin, nicht einfach so auf sich sitzen. Wann immer sie einen Ast auf dem Boden gewahrte, den der Prinz übersehen hatte, trat sie absichtlich auf das eine Ende, um es so gegen das Bein des vor ihr laufenden Elben zu pieksen. Schon nach kurzer Zeit hatten beide vielerlei Schürfwunden von lang bis breit.

„Ich denke, es ist besser, dass wir uns wieder mit ‚Euch' und den ganzen Formen ansprechen. Schließlich kann ich Euch wirklich nicht ausstehen und die ‚Du-Form' macht mich beinahe krank. Außerdem würde Euer Vater dann etwas Falsches denken und Gerüchte behagen mir überhaupt nicht!" Legolas nickte zustimmend. Auch er empfand es als beruhigender, dieses Weibsstück wie eine Fremde zu behandeln.

***

Thranduil fuhr erschrocken aus einem Stuhl hoch, als die Tür zu seinem Zimmer beinahe rücksichtslos und mit etwas zu viel Elan aufgeschmissen wurde und laut knallend gegen die Wand krachte. Ein zersplitterndes Geräusch eines heruntergefallenen Spiegels kündigte die Ankunft seines Sohnes an. Etwas peinlich berührt stand er in der Tür, eine Hand noch immer im Türrahmen, und sah verlegen zu seinem Vater hinüber.

Der König schluckte den zornigen Kommentar, den er schon auf den Lippen hatte, im letzten Moment hinunter, als nach seinem Sohn auch ein Mädchen eintrat und die Tür behutsam hinter sich schloss. Sie hatte langes blondes Haar, das ihr bis zu den Hüften reichte und eine schlanke, ansehnliche Figur. Ihre grünen Augen huschten kurz zu Legolas' Vater herüber, ehe sie sich wieder abwandte, ohne jeglichen Gruß, dem König gegenüber. Thranduil seufzte schwer über ihr Verhalten. Aber was konnte man auch erwarten von einem Mädchen, das bei Zwergen aufgewachsen war. Ein Wunder, dass sie rein äußerlich nicht mit diesem Volk gleichzog.

„Volltreffer", murmelte Adamantiel mit einem gehässigen Blick Richtung Scherben, die in einem weit ausgebreiteten Häufchen den flauschigen Teppich zierten. Dann schielte sie grinsend zu Legolas hinüber, der ihr einen vernichtenden Blick zuwarf.

„Legolas! Ich nehme an, bei der jungen Dame in deiner Begleitung handelt es sich um die junge Zwergin", bemerkte er, um so einen anbrechenden Streit zu verhindern. Thranduil sah den jungen Thronfolger erwartungsvoll an und ein Blick reichte Legolas, um zu wissen, dass sein Vater ihn dazu aufforderte, ihm Adamantiel vorzustellen. Er räusperte sich verlegen und sah kurz zu der jungen Elbin, die ihn nur fies angrinste.

„Nun ehm...das ist Adamantiel. Gimli Gloinssohns Pflegetochter." Der König nickte zum Zeichen, dass er es so weit begriffen hatte. Doch er runzelte etwas besorgt die Stirn und ging prüfenden Blickes auf die junge Elbin zu.

„Ich hatte Euch mir anders vorgestellt, als ich hörte, Ihr seid bei Zwergen aufgewachsen." Adamantiel kniff etwas angesäuerte die Augen zusammen. Irgendwie wusste sie jetzt, woher Legolas diese Frechheiten herhatte.

„Aber auch ein König kann sich täuschen. Nun ja. Mein Sohn wird dich nach Düsterwald begleiten und da ich annehme, dass dir niemand die alte Sprache gelehrt hat, wird Legolas auch diese Aufgabe übernehmen."

„Ada", unterbrach Legolas ihn aufgebracht und trat einen Schritt auf den etwas größeren Elben zu, der ihm nun einen missbilligenden Blick zuwarf.

„Es wird mehr als 1 Jahr dauern, ehe die junge Dame die Sprache fließend beherrscht." Die Vorstellung allein war schon grausam, wenn Legolas daran dachte, dass er sie so lange am Hals haben würde. Mindestens! Und der Gedanke daran, ließ nicht nur den jungen Prinzen erzittern.

„In der Tat, das ist mir bewusst. Deshalb wirst DU sie auch so lange betreuen, bis sie keinen einzigen Fehler mehr in Aussprache und Grammatik macht. Lehre sie auch, wie sie sich als Dame am Hofe zu benehmen hat." Legolas sah seine Freiheiten und seinen gesundheitlichen Zustand beträchtlich schwinden. Jedes Wort, das sein Vater verlor schlug in seinem Hirn ein, wie ein Blitz während eines Jahrtausendsturms. Und er war nahe daran, seine Situation soweit zu verwünschen, dass er sie liebend gern mit einem zweiten Ringkrieg ausgetauscht hätte.

„Mooooment mal", schaltete sich nun Adamantiel ein, der das Ganze völlig gegen den Strich zu gehen schien. Sie mit dem Prinzen. Das kam NIE in Frage. Dafür würde sie schon sorgen.

„Der Kerl soll MIR vernünftiges Verhalten bei Hofe lehren, wo er sich selbst nicht einmal einer Dame gegenüber benehmen kann!? Wie stellt Ihr Euch das vor, Herr Papi von Grünblättchen!?" Das junge Mädchen war sich nicht einmal seiner abschätzenden und respektlosen Worte ihres Königs gegenüber bewusst. Oh ja. Legolas' Papi war jetzt ihr König und Legolas selbst leider der Prinz, Thronfolger, Held und zu allem Überfluss ihr Lehrer und Babysitter. Was gab es besseres?

Der aufmüpfige Ton und der sture Gesichtsausdruck missfielen Thranduil gewaltig, doch er beherrschte sich. Schließlich konnte das arme Kind ja nichts für sein Verhalten, wenn sie von einer Meute von buddelnden Zwergen erzogen worden war. Er mochte sich gar nicht vorstellen, in welchen Verhältnissen sie gehaust hatte. Deshalb und nur deshalb setzte er ein gutmütiges Lächeln auf und schenkte es der Rebellin, ehe er sich an seinen wie versteinerten Sohn wandte.

„Ich schlage vor, Legolas. Du fängst gleich mit der Erziehung an." Dieser Vorschlag missfiel dem jungen Elben ganz und gar, doch er nickte und packte rasch und hart Adamantiels Handgelenk, deutete eine Verbeugung an und hastete aus dem Zimmer seines Vaters. Der Grund für seine Hast war die Befürchtung eines erneuten unangemessenen Kommentars.

„Keine Sorge Vater, ich werde mich um das Kind kümmern." Mit diesen Worten schlug er die Tür hinter sich zu und zerrte Adamantiel den Gang entlang. Doch die vorherrschende Sprachlosigkeit hielt nicht lange an und so kam es, dass die Elbin abrupt stehen blieb und keine Anstalten machte, sich noch einen cm fortzubewegen.

„KIND!?" Ihre Stimme war verdächtig ruhig, wenn auch fürchterlich drohend. Legolas seufzte. Er wusste, was nun auf ihn zukam.

„Ja ein Kind. Ihr seid ein Kind", erwiderte er mürrisch. Adamantiel riss sich entschieden von ihm los und verschränkte die Arme vor der Brust. Sie sah unglaublich entschlossen und doch...irgendwie verdammt komisch aus. Sie erinnerte Legolas allen Ernstes an ein schmollendes Kleinkind.

„Ich weiß nicht, ob man ein Wesen, das schon 99 Sommer hat vergehen sehen, als ein KIND bezeichnen kann", begehrte die junge Elbin auf und sah Legolas wütend an. Dieser Elb hatte es so gehörig bei ihr verschissen, dass 10 000 Jahre nicht gereicht hätten, ihre Sympathie für ihn zurück zu erlangen.

Legolas verdrehte kurz die Augen, machte eine unwirsche Geste und stieß einen kurzen Seufzer aus, ehe er sie wieder ansah. In ihren Augen konnte er ihre Gefühle für ihn erkennen und die Intensität dieser erschreckte ihn und ließ sein Herz für einen Moment schneller schlagen, sodass es beinahe weh tat.

„Verzeiht ich habe mich geirrt", hob er entschuldigend an und sah ihr noch immer in die Augen. Ihre Gesichtszüge entspannten sich ein wenig. Erwartete sie eine Entschuldigung?

„Säugling träfe es wohl besser. Und nun rate ich Euch, Euch auf Euer Zimmer zu begeben, dort Eure Sachen zu packen und mir dann für den Rest des Tages nicht mehr unter die Augen zu kommen. Ich will meinen letzten Tag in Lóthlorien und den letzten Tag meiner Freiheit in vollen Zügen genießen, also seht zu, dass ich Euch nicht sehen muss. Wir treffen uns morgen früh, nach Sonnenaufgang bei den Stallungen." Mit diesen Worten eilte er davon und entschwand Adamantiels Sichtweite.

***

Legolas POV

Ich wusste nicht, warum ich rannte. Ich wusste auch nicht, warum ich die Augen geschlossen hielt, als mich ein Ast streifte. Ich wusste auch nicht WOHIN ich lief. Aber ich lief. Ohne Rast und ohne anzuhalten. Vielleicht wollte ich die Worte, die ich zu Adamantiel gesagt hatte, wahr werden lassen und sicher gehen, dass sie mich wirklich nicht fand. Vielleicht wollte ich aber auch sichergehen, dass sie keinen Anschlag oder Wortkonter auf mich ansetzte. Ich wusste es wirklich nicht. Wie gehetzt huschte ich auf eine kleine Lichtung zu, an deren Rand ein kleiner Tümpel vor sich hin existierte.

Etwas außer Atem setzte ich mich in das weiche Gemisch aus Gras und Moos, das am Ufer wuchs und gierig die erfrischende Feuchtigkeit einsaugte. Ein ständiges Quaken eines kleinen Frosches schrillte in meinen Ohren und ich betrachtete das kleine Tier, wie es den Kehlsack mit Luft füllte und das Häutchen an seinem Hals dann wieder erschlaffte. Endlich konnte ich wieder einen klaren Gedanken fassen. Die Ereignisse hatten sich von meinem 3000. Geburtstag an überstürzt und dauerten voraussichtlich noch bis über ein Jahr an. Entsetzliche Vorstellung. Nun hatte ich sogar den Befehl meines Vaters, sie zu unterrichten, am Hals. Als ob ‚Acht geben' für ein Wesen, das schwerer zu hüten war als ein Sack Flöhe, nicht schon ausreichte.

Seufzend ließ ich mich rücklings ins Gras sinken und summte ein Lied vor mich hin. Dabei entglitten meine Gedanken an den Zeitpunkt, an dem ich die junge Elbin zum Ersten Mal gesehen hatte. Mit Pfeil und Bogen hatte sie auf mich gezielt und ich auf sie. Ich seufzte wieder. Den Bogen würde ich ihr wohl zurück geben müssen. Die Wege im Düsterwald und auf freiem Felde waren nicht sicher genug, unbewaffnet zu reisen. Auch wenn es sehr gefährlich für mich war, denn ich traute ihr zu, mich über Nacht kaltblütig zu ermorden.

Ich gab wieder einen Seufzer von mir und dachte an ihren tief verwurzelten Hass auf mich. Sicher ich hatte den gleichen Hass auf sie, wie sie auf mich, doch bei mir schien es anders zu sein. Nicht so...tiefgründig, wie ich vorerst angenommen hatte und ich dachte stirnrunzelnd an Merrys Worte vom Morgen. Hassliebe. War es das? War es das, was meinem Herz einen Stich gegeben hatte, als sie mich so hasserfüllt angesehen hatte? Hatte ich mich verliebt?

Ich rollte mich auf den Bauch, beobachtete einen Grashalm und begann leise zu kichern. Nein. Sicher hatte ich mich nicht verliebt! Wie kam ich auf solche absurden Gedanken. Diese junge Zwergenbrut trieb einen in den Wahnsinn, aber nicht in verzweifelte Liebe. Ich bezweifelte stark, dass die je einen Mann abbekommen könnte. Schon allein die Vorstellung war absurd!

Plötzlich fiel es mir immer schwerer, meine bleiernen Auglieder offen zu halten. Ich war den ganzen letzten Tag und die gesamte Nacht auf den Beinen gewesen. Dazu kam noch die Anstrengung wegen dieser rotzfrechen Göre dazu, was einem einfach den Rest geben MUSSTE. Zu müde, um noch länger dagegen ankämpfen zu wollen, schloss ich die Augen, die kurz darauf sanft wieder aufgehen würden, aber mit dem Vorhang des Schlafes.

***

Adamantiel POV

Wütend sah ich mich um, aber weder dieser schreckliche Prinz noch sonst wer tauchte plötzlich auf, um mich nieder zu machen. Etwas verloren stand ich nun schon seit Sonnenaufgang bei den Stallungen und musste mir das ständige Schnaufen der widerlichen Pferde anhören. Wohlwissend, wie sie rochen, hatte ich mich in einigem Abstand an einen Baum gelehnt und knaupelte nun an meinen Fingernägeln herum. Umwerfend sahen die nicht gerade aus.

Toller Prinz, der nicht mal pünktlich sein konnte! Wütend stieß ich einen kleinen Stein mit der Schuhspitze an und beförderte ihn so in eine der Pferdeboxen. Das getroffene Tier wieherte laut und wütend auf, doch ich beachtete es nicht. Mein einziger Gedanke galt diesem krönleintragenden Grünblatt, der sich grandioser Weise verspätete. Und das sollte schon etwas heißen, dass ich Gedanken an ihn verschwendete.

Dabei war ich extra eine halbe Stunde zu spät aufgestanden und hatte mir zudem noch viel Zeit mit dem Sachen packen gemacht. Am Tag zuvor hatte ich wichtigeres zu tun gehabt, als das zu machen, was er von mir verlangt hatte. Ich hatte den Vater von Nestalinna aufgesucht und mich noch einmal bei ihm bedankt, dass er mich nach Hause gebracht hatte. Doch der gutmütige Mann hatte nur freundlich gelacht und mir ein zusammengerolltes Pergament in die Hand gedrückt, das jetzt in meinem Rucksack steckte. Ich sollte es seiner Tochter geben, wenn ich in Düsterwald war. Und so kam es eben, dass ich keine Zeit mehr zum Packen gehabt hatte, obwohl die Sonne noch nicht einmal untergegangen war, als ich zurückkam.

Aber dieser Prinz war ja anscheinend noch besser als ich, was die Pünktlichkeit betraf und langsam machte ich mir Sorgen. Nicht um ihn, aber schließlich kannte ich den Weg zum Düsterwald nicht und dieser rücksichtslose Trottel lebte ja schließlich dort, also konnte er mich führen. Ja konnte er! Wenn er endlich aufkreuzen würde! Wenn er heute je noch auftauchen sollte, würde ich ihm die Hölle auf Erden bereiten.

***

Keine POV

Als Legolas in die Nähe der Ställe gelangte, verlangsamte er seinen schnellen Lauf und schritt ruhig und gelassen auf den Platz. Bei Eru! Er hatte verschlafen! Den ganzen letzten Tag und nun auch noch den verabredeten Zeitpunkt. Aber irgendwie fühlte er sich um einiges besser als am Vortag und hatte den Eindruck, jeder Intrige und Aufmüpfigkeit Adamantiels widerstehen zu können.

Dennoch trat er mit etwas gemischten Gefühlen zwischen den Bäumen hervor und sah sich vorsichtig um. Doch so genau er auch alles nach ihr absuchte, der Platz war leer und bei den Pferden schien sie auch nicht zu warten. Etwas säuerlich runzelte er die Stirn. Er hatte gestern erwartet, dass sie absichtlich etwas zu spät erscheinen würde, aber nun hatte er sich um mindestens 3 Sonnenstände verspätet und sie war noch nicht hier.

Sein Schritt wurde schneller, als er auf die Pferdeboxen zusteuerte. Sie musste doch hier irgendwo sein. Doch die Pferde zeigten keinerlei Anzeichen, dass sich jemand außer ihm in ihrer Nähe aufhielt.

Ein dumpfer Schlag auf den Hinterkopf brachte ihn zu Fall und diesmal schlug er der Länge nach auf, sodass ein stechender Schmerz seinen Körper durchzog und Legolas erst einmal nach Luft ringen musste. Als er die Augen öffnete, sah er noch immer schwarz, doch der Vorhang verzog sich allmählich und er konnte sich mit pochenden Kopfschmerzen mühsam aufrichten.

„Es ehrt mich, dass Ihr Euch hier her bequemt habt! Und das nach nur 3 Stunden", vernahm er eine wirklich aufgebrachte Stimme und ein leises Schuldgefühl beschlich ihn. Dennoch stand er nun stramm und vollkommen arrogant vor der kleinen Elbin, die ihn mit einem ‚Wenn-auch-nur-eine-verschissene-Bemerkung-fällt-mache-ich-dich-platt-Blick' bedachte.

„Ich hatte noch etwas Wichtiges zu erledigen", log Legolas ohne rot zu werden. Er hatte seine Reisesachen schon zuvor von einem Diener packen lassen, der sie in der Nähe der Stelle verstaut hatte und so war es wirklich eine glatte Lüge gewesen, denn an diesem Morgen hatte er nichts tun müssen, außer aufzuwachen.

„Eine Dame versetzt man trotzdem nicht", wütete Adamantiel neben ihm her und verfolgte ihn auf Schritt und Tritt, als er sich zu den Ställen begab, um zwei Pferde auszuwählen.

„Gewiss eine Dame nicht. Aber Ihr wisst, was ich von Euch halte." Sein Ton war so trocken und abschätzig, dass es ihn selbst beinahe wunderte. Unter einem sehr aufgebrachten Blick, Adamantiels, überprüfte der Prinz den Zustand seines Pferdes und führte es hinaus auf den Hof, wo seine Hufe klappernd das Pflaster traten. Die junge Elbin stand nun gegen einen Pfeiler des Stalles gelehnt und warf argwöhnische, ja beinahe ängstliche Blicke auf das große Tier.

„Was soll das werden, wenn es fertig ist", fragte sie kalt, als Legolas an ihr vorbei ging, um auch ein Pferd für sie auszuwählen. Auf keinen Fall wollte er sie vor oder hinter sich auf dem Pferd sitzen haben.

„Ich wähle die Tiere für die Reise aus", erwiderte er so gelassen und selbstverständlich, wie es nun eben ging.

„Ihr tut WAS!? Ich dachte, wir gehen zu Fuß." Ehrliches Entsetzen bestimmte nun ihre Stimme und ließ Legolas aufblicken, nachdem er das schöne, silberweiße Tier neben dem anderen platziert hatte und sein Reisegepäck verstaute. Das arme Pferd tat ihm jetzt schon leid, solch eine Reiterin tragen zu müssen.

„Zu Fuß brauchen wir mindestens 7 Tage länger", entgegnete der Elb ruhig, doch seine Augen zeigten die Verwunderung, die er verspürte. Aber als Adamantiel wieder zu einem Gegenargument ansetzte, begriff er langsam, was sie gegen eine Reise auf dem Pferde einzuwenden hatte.

„Lieber 7 Tage länger, als auf einem Monster zu reisen", zischte sie zwischen den Lippen hervor und allmählich begann Legolas gehässig und wissend zu grinsen.

„Ach ich verstehe! Ihr habt die Komplexe der Zwerge übernommen. Ihr habt Angst vor dem Pferd." Er lachte amüsiert, was Adamantiel die Röte dermaßen in den Kopf steigen ließ, dass ihr Haarband beinahe nicht mehr von ihrer Kopfhaut zu unterscheiden war.

„Erzählt nicht solchen Schwachsinn! Ihr habt ja keine Ahnung", schrie sie, rot vor Wut und Pein, dass der Prinz sie durchschaut hatte.

„Aber sicher. Euer Vater hat sich auch geweigert, ein Pferd zu besteigen. Auch ihm waren diese Tiere nicht geheuer. Muss wohl in der Familie liegen." Wieder lachte er. Wohlwissend, dass er somit ihren Ehrgeiz herausforderte. Mit Bitten und Befehlen würde er es nie schaffen, sie auf einen Pferderücken zu zwingen. Doch der Eindruck, den er von ihr hatte, bestätigte sich wirklich und er musste ein lautes Auflachen überwinden, als sie sich vorsichtig dem großen Tier näherte und die Hand an dessen Hals legte. Als das Pferd munter schnaufte und die Nüstern weit aufblähte, zuckte sie erschrocken zurück und tat einen Schritt nach hinten. Ein lockerer Stein, auf den sie trat, ließ sie schwanken und mit einem spitzen Schrei zu Boden fallen. Leicht entsetzt schloss sie die Augen und bereitete sich auf den Aufprall vor.

Ein stechender Schmerz durchfuhr ihr Steißbein, als sie auf dem harten Pflasterboden aufkam. Schallendes Gelächter begleitete das Missgeschick und ließ ihren Kopf dröhnen. Sauer, hasserfüllt, entblößt und vor allem enttäuscht, rappelte sie sich auf. Warum sie enttäuscht war, wusste sie auch nicht so recht. Vielleicht hatte sie im Innersten ihres Herzens gehofft, dass dieser widerliche Kerl ihren Fall aufhalten würde, da er nur ein paar Schritte neben ihr gestanden hatte, aber nichts dergleichen war geschehen. Was hatte sie auch erwartet! Kopfschüttelnd schalt sie sich selbst und trat, ohne Legolas auch nur eines Blickes zu würdigen auf das Pferd zu, um es erneut zu versuchen. Sein amüsierter und gehässiger Blick, begleitete jede ihrer Bewegungen, und das machte sie wütend, aber vor allem unsicher.

***

Schnell kam die kleine Gruppe, die Richtung Osten unterwegs war, nicht voran. Die felsige Landschaft machte es ihnen unmöglich, die Pferde im Galopp voranzutreiben, wobei sie beträchtlich an Zeit einbüßten.

Immer wieder warfen der bärtige Mann und der Kleine mit großen, haarigen Füßen einen kurzen Blick auf den Mann mittlerer Größe, der etwas nervös und in Gedanken versunken an seinen Bartzöpfen herumspielte und Seufzer über Seufzer hören ließ.

„Was betrübt dich so, Gimli", richtete nun Aragorn das Wort an den betrübten Freund und Gefährten, der ihn erst nach einer kurzen Zeit gehört zu haben schien und mit leicht abwesendem Blick zu dem ehemaligen Waldläufer herauf sah. Ein entschuldigendes Lächeln bahnte sich den Weg auf seine Lippen.

„Verzeih, Aragorn. Aber ich war in Gedanken. Könntest du deine Frage wiederholen?" Der König Gondors nickte freundlich, wusste er doch in etwa, wo die Gedanken des Zwerges verweilten.

„Ich fragte dich, was dein Herz bedrückt?" Gimli senkte etwas verlegen den Kopf, als er die Frage vernahm. War es denn so offensichtlich, dass er sich Sorgen um sie machte?

„Ich frage mich nur, wie es wohl Adamantiel und Legolas ergeht", seufzte er hervor, woraufhin Aragorn verständnisvoll nickte und zu Pippin herüber sah, der ihn etwas geknickt musterte.

„Keine Sorge, mein Freund. Legolas wird sich gut um deine Tochter kümmern. Auch wenn sie sich nicht leiden mögen, werden sie wohl oder übel miteinander auskommen müssen. Und der Prinz Düsterwaldes ist gewissenhaft und umsichtig. Er wird darauf achten, dass Adamantiel nichts zuleide getan wird und er wird ihr schon gar nicht selbst etwas antun." Aragorns Worte waren zuversichtlich und eigentlich aufmunternd, doch hatten sie nicht die gewünschte Wirkung, seufzte Gimli doch nun noch schwerer.

„Du scheinst nicht zu verstehen, Aragorn. Ich mache mir keine Sorgen um Adamantiel, sondern um die Gesundheit von Legolas", erwiderte Gimli ernst und Aragorn blieb nichts weiter übrig, als verblüfft und sprachlos vor sich hin zu schweigen.

***

Fluchend und meckernd trieb Adamantiel ihr treues, sanftes Pferd voran. Immer wieder lief der Gaul so, dass sie beinahe einen halben Meter über dem Rücken schwebte und hart wieder auf dem Po landete, wenn das Tier eine Wurzel übersprang oder ein winziges Pfützchen. Immer wieder begleitete ein stechender Schmerz ihren Aufprall auf dem Pferderücken. Langsam hatte sie den Eindruck, dass es der Weiße mit Absicht tat und etwas misstrauisch schielte sie zu Legolas hinüber, der ausdruckslos vor sich her ritt. Anfangs hatte sie den Anschein gehabt, er könnte mit den Tieren sprechen und langsam beschlich die junge Elbin das Gefühl, dass er das silbergraue Tier gegen sie aufgehetzt hatte. Er hatte, im Gegensatz zu ihr, noch kein einziges Wort verloren. Nicht einmal, als sie ihn beschimpft und herunter gemacht hatte.

Vielleicht kam es daher, dass sie ihm am Morgen der Abreise, als sie es endlich geschafft hatte, sich auf den Rücken des Pferdes zu ziehen, eine geklebt hatte. Selbst schuld, dachte sie grimmig und sah wieder geradeaus, wo sanfte helle Sonnenstrahlen das Blätterdach durchbrachen und zaghaft zu Boden fielen. Gold. Es erschien ihr alles wie Gold, als sie die Blätter im Wind fallen sah und unwillkürlich fiel ihr ein Spruch aus Kindertagen ein, den sie irgendwo einmal gehört hatte. ‚Laurie lantar lassi súrinen' Wie Gold fallen die Blätter im Wind.

Etwas unwirsch vertrieb sie den Gedanken und konzentrierte sich wieder voll und ganz auf den Weg vor sich. Wo war sie stehen geblieben? Ach ja. Sie hatte festgestellt, dass Legolas selbst die Schuld an den Ohrfeigen trug, schließlich hätte er dem Pferd nicht auf den Hintern hauen müssen, damit Adamantiel abermals vom Rücken purzelte und sich einen weiteren blauen Fleck einholte. Mit den Worten ‚Fass mich nicht an!', als er ihr breit und frech grinsend aufhelfen wollte, hatte sie ihm links und rechts eine geklebt, woraufhin er sich stumm abgewendet hatte und nicht mehr mit ihr sprach. Seit diesem Vorfall waren glatte 3 Tage vergangen, die sie zwischen Schmerzen, Wachen, schlafen auf dem Pferd, einer Rast oder kleinen Pause verbracht hatten. Dieses ständige Schweigen war einfach nur belastend.

Aber falls er dachte, es wäre eine Strafe, hatte er sich geschnitten. Ganz im Gegensatz zu seinen wahrscheinlichen Gedanken, genoss sie die angenehme Ruhe, die nur ab und zu durch ein Wiehern der Pferde durchbrochen wurde.

Wieder fluchte Adamantiel, als das Pferd etwas schneller lief. Jedes Mal, wenn es auf und ab ging, durchzog ein stechender Schmerz vom Po aufwärts ihren Körper und endete in einem beißenden Kopfschmerz. Und obwohl die Schmerzen manchmal nahezu unerträglich waren, verbiss sie sich jeglichen Laut der Äußerung, geschweige denn, dass sie etwas darüber sagte oder gar um eine kurze Rast bat. Mit nahezu kriegerischem Gesichtsausdruck folgte sie dem Pferd des Prinzen unablässig. Etwas ‚vernünftige' Gesellschaft könnte eigentlich schon nicht schaden. Schade, dass Nestalinna es so eilig gehabt hatte und schon vor ihnen losgezogen war.

„Sind wir bald da?" Sie konnte es wirklich nicht länger aushalten, wollte aber dennoch ihre Schmerzen vertuschen. Legolas sah sie zum ersten Mal seit dem Morgen wieder richtig an und irgendwie erleichterte sie dieser Blick, auch wenn er genervt und etwas gehässig war.

„Wir sind erst vor 5 Stunden wieder aufgebrochen", meinte Legolas nur und wandte sich wieder ab. Adamantiel gab einen unheilvollen Laut von sich. Ein Wunder! Er hatte ihr geantwortet! Und das in einem zusammenhängenden Satz. Sie konnte es noch nicht so recht glauben.

Es stimmte, sie waren ERST vor 5 Stunden aufgebrochen und die Sonne hatte noch nicht einmal den Zenit überschritten. Es war dementsprechend noch nicht einmal Mittag! Es war doch zum Heulen.

Bei ihr zu Hause stand man auf, wenn der Älteste es für richtig befand. Wenn er aufstand, hatten alle aufzustehen. Das laute Pfeifen, das durch die Gänge schrillte, weckte noch so müde Seelen auf einen Schlag und klang so lange in den Ohren nach, dass niemand mehr einschlafen konnte.

„Wann sind wir denn da", quengelte sie weiter. Langsam wurden die Schmerzen echt unangenehm, da konnte man den Stolz etwas hinten anstellen. Legolas seufzte genervt, zügelte sein Pferd, um jetzt direkt neben ihr zu reiten und blickte ihr tief und fast kalt in die Augen.

„Ob Ihr mich nun nervt oder nicht, wir kommen spätestens erst 2-3 Tagen an", brummte er. Adamantiels Finger zuckten angriffslustig. Der dachte wohl, sie würde ihn zum Spaß fragen!?

„Ach manno! Ich werde noch verrückt hier", schrie sie laut in den jungen Morgen hinaus und schlug ihre Hacken fest in die Flanken ihres Reittiers. Ein sehr schwerwiegender Fehler, denn der Druck, den das Pferd im Augenblick des Einschlages verspürte, ließ es wild in die Luft springen und unwillig buckelnd. Adamantiel konnte sich noch gerade so in der Mähne festklammern, um nicht abgeworfen zu werden, als das Tier auch schon mit rollenden Augen durchging. Ein erschrockener Laut entwich der Kehle der jungen Elbin, als sie den Ruck durch ihren Körper fahren spürte, doch noch immer hielt sie eisern fest.

„Du musst abspringen", vernahm sie die Stimme des Prinzen wie durch eine dicke Wand. Abspringen! Was dachte der sich? Sie war doch nicht verrückt! Gut verrückt schon, aber nicht lebensmüde.

Die nächsten Sekunden im rasenden Galopp nahm die Elbin nur durch einen Schleier von Schmerz und Benommenheit wahr. Nur ein tief in ihr verborgener Instinkt verhinderte, dass sich die Muskeln ihrer Finger lockerten und das struppige Pferdehaar aus ihrem Griff entließen. Dass sie schrie, bemerkte sie schon gar nicht mehr. Wie als wäre Sauron persönlich hinter ihnen her, wetzten Pferd und Reiter durch den dichten Wald.

Legolas schwankte aufgrund des Anblicks zwischen Entsetzen und Schadenfreude. Es war lustig anzusehen, wie sich Adamantiel verkrampft in die Mähne des Weißen krallte, um nicht wieder einmal vom Pferd zu stürzen. Etwas verzögert wegen des inneren Konflikts den er mit sich austrug, presste nun auch er seine Hacken in die Flanken seines Pferdes und galoppierte der schreienden Elbin nach. Ein breites Grinsen verriet den Ausgang des innerlichen Kampfes.

Es dauerte etwas, ehe er das völlig verstörte Tier und die ebenso verstörte Reiterin eingeholt hatte und direkt neben ihnen ritt. Die junge Elbin hatte es mittlerweile aufgegeben, zu schreien und sich auf ihr Schicksal gefasst gemacht. Schließlich nahm sie an, in den nächsten Sekunden wirklich wieder auf ihrem geschundenen und mit blauen Flecken übersäten Rücken zu fallen.

Als sie Legolas neben sich erblickte, machte ihr Herz einen dankbaren Hüpfer. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass er ihr wirklich helfen würde. Viel eher hätte sie ihm zugetraut, einfach zu verfolgen, wie sie abermals vom Pferd stürzte und diesen Augenblick ewig in seinem Elbenhirn speicherte.

Doch all ihre Hoffnungen schwanden dahin, als sie noch einmal genauer in Legolas' Gesicht sah und das hämischste Grinsen seit ihrer ersten Begegnung entdecken musste. Ein nicht hörbares Seufzen wurde vom Wind davon getragen, ehe sie ihre Stimme wiederfand. Doch der Prinz hatte schon die Hand gehoben.

„Legolas", kreischte sie hysterisch. „Verflucht! Wenn Ihr das tut, schwöre ich Euch ewige Rache!" Doch auch diese Drohung konnte seine Hand nicht davon abhaltend, mit einem laut klatschenden Geräusch auf einem Teil des Hintern von Adamantiels Pferd zu landen, was dieses nur noch rasender machte und es nun vollends durchging. Mit einem pochenden Zwiebeln in der Hand, sah der künftige König der erneut kreischenden Adamantiel hinterher und grinste breit, ehe er in Trab verfiel und ruhig den Weg entlang ritt. Er genoss die ungewohnte Ruhe um sich herum und sog die frische klare Luft tief ein. Das frische Gras der Steppe duftete einfach wunderbar und war eine willkommene Abwechslung für seine Nase.

Währenddessen hielt die junge Elbin fast nichts mehr im Sattel. Eine Hand hatte sich schon durch einen besonders großen Buckel ihres Schimmels von der Mähne reißen lassen und schlackerte neben ihrem Körper her. Es war ihr bisher nicht gelungen, wieder in das zottige Haar zu fassen. Sie hatte Angst. Schreckliche Angst. Das Tier allein war schon furchteinflößend genug und nun ging es auch noch mit ihr durch! Adamantiel schluckte und blinzelte die kleinen Tränchen, die durch den ständigen Wind in ihren Augen entstanden waren, fort. Sie schloss gerade die Augen, als sie Wasser um sich spritzen fühlte. Die kühlen Tropfen benetzten ihre staubige Haut und hinterließen ein angenehmes Prickeln.

Doch der Widerstand des Wassers, ließ das Pferd abrupt langsamer werden. Darauf war die junge Elbin nicht gefasst und sie wurde mit einer schwindelerregenden Wucht über den Kopf des Tieres geworfen, flog eine kurze Zeit durch die Luft und landete mit einem lauten Platscher kopfüber im Teich. Keuchend und prustend brach sie wieder durch die Oberfläche und paddelte wild mit den Armen. Die Augen hatte sie geschlossen. Die Tropfen, die an ihrem Gesicht herunterliefen, waren nicht recht zu deuten. Waren es Tränen oder wirklich nur Wasser?

Als sie den ersten Schock überwunden hatte, öffnete sie die Augen und schimpfte gleich darauf wüst vor sich hin. Dieser verfluchte Elb von einem Prinzen! Sollte er doch in die feurigen Tiefen Mittelerdes fahren und dort verbrennen! Völlig außer sich, schwamm sie zurück ans Ufer, wo auch ihr weißer Schimmel schon mit bebenden Nüstern und zitternden Flanken stand und auf etwas wartete. Ebenfalls klitschnass war das weiße Fell, dass nun einen Grauton vorwies. Komischerweise konnte das junge Mädchen diesem Pferd nicht böse sein. Schließlich war es Legolas gewesen, der ihm die Hand auf den Hintern gehauen hatte.

Auf allen Vieren kroch sie durch den Schlamm ans Ufer. Ihre Beine waren zu wacklig, um sie noch aufrecht halten zu können. Nass und dreckig war sie ja ohnehin schon, also machte es nichts mehr aus. Erschöpft und keuchend versuchte sie im Ufergras erst einmal alle Mordgedanken an Legolas zu verscheuchen, als sie schon Hufgeklapper wahrnahm. Dennoch hielt sie den Kopf gesenkt, unfähig auch nur einen Muskel zu rühren.

***

Als Legolas auf seinem Braunen Pferd mit weißer Nase an den Teich kam, bot sich ihm ein göttliches Bild. Das Wasser schlug noch immer kleine zittrige Wellen und deutete darauf hin, dass Adamantiel sich erst vor kurzem aus dessen Fängen gezogen und ans Ufer geschwommen war. Ein fieses, tief befriedigtes Grinsen erhellte sein sanftmütiges Gesicht und ließ ihn eher wirken wie einen Clown, denn einem zukünftigen König.

Die zitternde, mit Seegras geschmückte Adamantiel am Ufer, ließ ihm einfach keine andere Möglichkeit, als lauthals loszulachen und sie zu verspotten. Der Anblick war einfach zu amüsant, als dass er den verletzten und erschöpften Blick seines Schützlings bemerkt hätte.

„Wolltet ihr ein Bad nehmen? Hat Euch Eure eigene, ständige Maulerei zu sehr erhitzt, sodass Ihr eine Abkühlung brauchtet? Für wahr. Nur seht zu, dass Ihr Euch nicht erkältet, um diese Jahreszeit ist das Wasser noch etwas kalt. Normale Elben holen sich natürlich keinen Schnupfen, aber bei Zwergen weiß man ja nie." Die Wut, die Adamantiel verspürte, wurde durch seine Worte nur noch geschürt und gab ihr letztendlich die Kraft, sich mühsam und mit zitternden Knien aufzurichten und den unverschämten Elben wütend anzusehen. Doch der störte sich keineswegs daran und betrachtete das Mädchen nur amüsiert und äußerst interessiert. Was würde der kleine Sturmwind nun unternehmen?

Doch Adamantiel enttäuschte seine kühnsten Erwartungen. Sie ging nicht auf ihn los, fluchte nicht und machte auch sonst keinerlei Anstalten, sich zu rächen. Sie ging einfach schwankenden Schrittes auf ihr Pferd zu und lehnte sich erschöpft gegen dessen Hals. Legolas schauderte. Dass sie schwieg konnte bei weitem nichts gutes bedeuten, soweit kannte er die junge Zwergenbrut schon.

„Schhhht", befahl die Elbin dem immer noch ängstlich um sich blickenden Pferd, als es anfangs vor ihr zurückwich. Das Tier konnte nichts dafür, dass es durchgegangen war. Es war einem Instinkt gefolgt, als sie selbst ihm die Hacken in die Seiten gerammt hatte und sie wollte es keineswegs scheu machen. Sanft und liebevoll klopfte sie ihrem Reittier den Hals, was das Zittern etwas weniger werden ließ. Dann lehnte sie die Stirn gegen den langen, muskulösen Pferdehals und atmete im gleichen Rhythmus wie das Tier selbst.

Legolas betrachtete sie eine Weile stirnrunzelnd. Er war jeden Moment darauf gefasst, dass sie ihm irgendetwas entgegenschleuderte oder sonstige Rachegelüste hatte. Aber das Einzige, was sie tat war, das Pferd zu beruhigen. Ihn schien sie vergessen zu haben.

„Legolas? Wenn Ihr nichts dagegen habt, würde ich gern eine Rast einlegen. Mein Pferd braucht etwas Ruhe nach dieser Aufregung", bat sie leise flüsternd, doch der Angesprochene hatte sehr wohl verstanden. Etwas in ihrer ruhigen Stimme machte ihn stutzig aber die beiden erschöpften Wesen betrachtend, schwang er das eine Bein über den Rücken seines Pferdes und sprang hinab ins weiche Gras.

„Gut. Wir rasten, bis sich Euer Pferd erholt hat", stimmte er knapp zu. Er selbst hatte nichts dagegen einzuwenden, bot sich ihm doch so die Gelegenheit ein kühles, erfrischendes Bad zu nehmen. Ein Blick zu Adamantiel, ließ ihn Luft holen.

„Ihr solltet noch ein Bad nehmen und Schlamm und Seegras abwaschen", riet er bestimmt und das Mädchen nickte am Hals ihres Pferdes, dass allmählich wieder ruhiger wurde.

„In der Tat, das werde ich." Auch in diesem Satz schwang ein unheilverkündender Ton mit und Legolas konnte nicht umhin, als sich zur Vorsicht zu mahnen. Wer wusste denn, was in Adamantiels Kopf vor sich ging? Doch dann zuckte er mit den Schultern, wandte sich ab und streifte sich die Tunika vom Körper, sodass nur noch die lederne Leggins an ihm haftete. Gleich darauf tauchte er in das kühle Nass des Teiches ein und tat große Schwimmzüge in die Mitte dessen. Er hoffte so einem fliegenden Stein oder anderen Anschlägen besser entgehen zu können.

Sobald Legolas im Wasser verschwunden war, trat Adamantiel ein paar Schritte von ihrem Pferd zurück. Hätte Legolas jetzt noch dort gestanden, wo er abgestiegen war, hätte er nun ihr hassverzerrtes Gesicht erblickt, welches sie mühsam vor ihm verborgen hatte. Wut, Zorn, Pein und Hass vereinten sich zu einer einzigen Grimasse. Sie wusste aus Erzählungen, dass Elben solche Gefühle nicht empfinden konnten, aber anscheinend war es eine Frage der Erziehung. Sie war halt keine sanftmütige, ständig freundliche Elbin und Legolas offensichtlich auch nicht.

Ein Schwall sehr leise gehaltener Schimpfwörter fuhr ihr wütend über die Lippen und sie griff in die Satteltasche ihres Reittiers. Dieser Mistkerl wog sich halbwegs in Sicherheit! Aber er hatte sich gründlich getäuscht. Von heute an werde ich ihm Tag aus, Tag ein das Leben schwer machen, schwor sie sich und kramte ein langes Seil heraus. Dann lief sie so am Ufer entlang, dass der Elb es nicht sehen konnte, wenn er in ihre Richtung sah. Die Kleider wollte sie beim Schwimmen anlassen. Sie waren ohnehin schon an keiner Stelle mehr trocken. Also warum sich unnötig ausziehen?

Schnell tauchte auch sie schließlich an einer günstigen Stelle ins Wasser ein und tat ein paar Schwimmzüge. Diesem Idioten würde sie es zeigen.

Adamantiel nutzte einen Zeitpunkt, an dem er gerade nicht hinsah, holte tief Luft und tauchte in die kalten Fluten ein, das Seil fest in einer Hand haltend und tauchte auf den Grund des Teiches zu.

***

Legolas POV

Als ich mich wieder umdrehte, war sie verschwunden. Die Stelle, an der ich sie zuletzt beobachtet hatte, wies nicht einmal eine kleine Welle auf. Etwas in Panik versetzt, drehte ich mich zur anderen Seite. Vielleicht tauchte sie nur, vielleicht war ihre Erschöpfung aber auch so groß, dass sie sich nicht mehr über Wasser hatte halten können. Möglich wäre es. Aber Unkraut vergeht nicht, dachte ich mir und legte mich seelenruhig auf den Rücken, breitete die Arme aus und ließ mich mit geschlossenen Augen einfach genießerisch treiben. Sie würde schon wieder auftauchen.

Der Duft des Steppengrases war einfach betörend und kleine Vögel, die ihre Nester am Boden bauten, zwitscherten munter und wunderschön. Ich liebte die Reisen von Düsterwald nach Lóthlorien. Nichts war schöner als dieser Weg. Doch er würde bald enden. Spätestens in 20 Stunden würden wir die Grenzen des Düsterwaldes erreichen. Und dort war es bei weitem nicht so entspannend wie hier im Wasser. Es gab unzählige, gefährliche Kreaturen, die im Schutz des verwilderten Waldes ihr Unwesen trieben. Einige stammten noch aus Melkors Zeiten, als er Elben fing und Orks aus ihnen züchtete.

Ich hörte eine Fliege summen und lächelte in mich hinein. Vergessen waren alle Probleme, die ich zur Zeit zu bewältigen hatte. Das größte und Hauptproblem war Adamantiel. Sie stand ihrem Vater in nichts nach und war sogar um einiges ungestümer und unberechenbarer als Gimli. Ich seufzte schwer, als ich merkte, dass ich schon wieder einen Gedanken an sie verschwendete. Doch noch ehe ich ihren Charakter vernünftig beisammen hatte, spürte ich etwas an meinem Fuß und gleich darauf einen stechenden Schmerz im Gelenk und eine schwere Masse, die mich unerbittlich nach unten zog.

Wild um mich schlagend, versuchte ich mich zu befreien, aber einige Sekunden später spürte ich, wie mich das Gewicht vollends unter Wasser zog und mir die Luft zum atmen nahm. Panisch vor Angst riss ich die Augen auf und sah durch das trüb- grünliche Wasser eine kleine, schlanke Gestalt nach oben schwimmen. Das lange Haar formte wunderschöne Wellen und schlagartig wurde mir bewusst, was geschehen war.

***

Keine POV

Zufrieden mit sich und der Welt tauchte Adamantiel auf und sah sich rasch um. Als sie die Stelle entdeckte, an der kleine Luftbläschen aufstiegen grinste sie selbstgefällig und lüstern. Ihretwegen konnte der Kerl ersaufen, wenn er sich nicht selbst befreite. Sie würde es garantiert nicht machen.

Mit einem beglückenden und äußerst befriedigtem Gefühl überdachte sie noch einmal ihren Plan. Nein. Er konnte gar nicht wieder auftauchen, auch wenn er ein Mann und somit stärker war als sie. Es hatte sie viel Mühe gekostet einen großen, schweren Stein am Grund des friedlichen Tümpels zu finden und noch mehr Mühe, das lange Seil daran zu befestigen und es Legolas um den Knöchel zu binden.

Sie hatte seine erste Verwirrung ausgenutzt, um abermals abzutauchen und noch einen großen Stein an das übrig gebliebene Ende zu binden. Ein Stein allein hätte Legolas nicht unter Wasser halten können. Schließlich würde es einfach für ihn sein, sich zu befreien.

Während Adamantiel wieder zurück ans Ufer schwamm, rang Legolas vergeblich nach Luft. Seine Lunge schmerzte schon und sein Kopf pochte Sauerstoff fordernd. Doch das Gewicht an seinen Beinen hinderte ihn daran, auch nur 10 cm nach oben schwimmen zu können und gierig die frische Luft einzuziehen. Verzweifelt zerrte er an dem festgezurrten Knoten, mit dem das Seil um sein Fußgelenk gebunden war. Doch vergeblich. Das Wasser hatte den Zug des Seils nur verstärkt und es war ihm schier unmöglich, den Knoten zu öffnen.

Legolas keuchte schwer und ließ so auch die letzte verbrauchte Luft aus seiner Lunge in kleinen Bläschen aufsteigen. Angst und Panik überkam ihn in einer Welle, als er merkte, wie er langsam nicht mehr klar denken konnte. Der Teich war nicht tief und wenn er nach unten sah, konnte er den Stein erkennen, um den das Seil befestigt war. Mit letzter Kraftanstrengung stieß der Elb sich nach unten und war in wenigen Zügen am Teichgrund.

Warum war er nicht eher darauf gekommen, den Stein vom Seil zu befreien, als oben sinnlos herum zu zappeln? Wütend und erschöpft zupfte er an der Vorrichtung herum und erkannte erleichtert, dass sich das Seil lockerte. Schnell löste er es auch noch von dem anderen Brocken und stieg dann schnell wieder in die Höhe. Die paar Meter, die ihn noch von der Oberfläche trennten, kamen ihm so lang vor wie die gesamte Strecke, die er im Ringkrieg hatte zurück legen müssen. Und als sein Kopf endlich aus dem Wasser stieß, zog er gierig und rasselnd den Atem ein. Es dauerte einige Minuten, bis er wieder so bei Kräften war, dass er den ersten Schwimmzug tun konnte. Nun rasend vor Wut wandte er sich dem Ufer zu, an dem die junge Attentäterin vergnügt saß und schwamm stürmisch darauf zu.

Adamantiel hörte ein mächtiges Platschen des Wassers und schreckte in die Höhe. Der kleine Schmetterling, der sich auf einem ihrer Finger niedergelassen hatte, flatterte erschrocken auf und ab, umkreiste sie zwei- drei Mal und ließ sich dann wieder auf ihrer Hand nieder, um sich zu sonnen. Doch die junge Elbin achtete nicht darauf, wie zuvor. Als sie den triefnassen Legolas erkannte, der schleppenden, aber gezielten Schrittes aus dem Wasser auf sie zukam, mit einer Miene, als wollte er sie höchstpersönlich im Schicksalsberg versenken, wurde ihr schrecklich genau bewusst, dass sie zu weit gegangen war. Den aufkommenden Kloß im Hals schluckte sie mühsam hinunter. Stattdessen versuchte sie ein unschuldiges Lächeln.

„Habt Ihr Fische gesehen", fragte sie nur interessiert. Doch das war zu viel für Legolas. Er hatte alles erwartet. Stichelei, Lachen, aber nicht eine solche unbeteiligte Frage, die so gestellt war, als wäre er auf einem freiwilligen Tauchgang gewesen.

Mit ein paar wenigen Schritten hatte er die Distance zwischen sich und Adamantiel überwunden, die erschrocken aufgestanden war. Der kleine Flattermann hatte sich nun empört in die Lüfte erhoben, um einen neuen Sonnenplatz zu finden.

Als Legolas direkt vor ihr stand, das Gesicht wutverzerrt, beschlich das Mädchen zum ersten Mal die Angst vor ihm. Doch nach außen hin ließ sie sich nicht viel anmerken, sondern starrte ebenso böse zurück.

„Seid Ihr noch bei Sinnen!?" Legolas brüllte in die melancholische Ruhe der Steppe hinein. Ein ungewöhnliches Ereignis, das wohl jeden anderen Elben den Kopf hätte schütteln lassen, hätten sie ihren Prinzen so gesehen. Doch Legolas störte sich nicht an seinem unelbenhaften Verhalten.

„Ich hätte STERBEN können!" Er war nahe daran die Hand zu heben, doch besann er sich eines Besseren und ballte sie stattdessen zu Fäusten.

„Ich hätte mir auch das Genick brechen können wegen Eures Kleine-Jungen-Streiches", erwiderte Adamantiel ruhiger als sie es beabsichtigt hatte. Doch der Prinz schien ihr gar nicht zuzuhören.

„Sobald wir den Düsterwald erreicht haben, werde ich Euch eine Familie zuweisen! Unter keinen Umständen werdet Ihr bei mir im Palast leben! Ihr habt nur zum Unterricht zu erscheinen, habt Ihr mich verstanden!?" Sein Gesicht war nicht mehr blass, wie zuvor, als er aus dem Wasser kam, sondern hatte eine tiefrote Farbe angenommen.

„Ihr wisst gar, was für einen Gefallen Ihr mir da tut, Herr Grünblatt", giftete sie zurück und musterte ihn abschätzig. Das Wort ‚Grünblatt' ärgerte Legolas noch viel mehr.

„Vielleicht sollte ich noch einige solcher Streiche aushecken, wenn ich dafür so fürstlich belohnt werde!" Es entsprach der Wahrheit. Nie hätte sie erwartet so glimpflich davonzukommen, geschweige denn, das er ihr einen Gefallen tat. Auch Legolas hatte die Begebenheiten nun richtig gedeutet und schalt sich selbst. Wie hätte er annehmen können, es würde sie stören, sie nicht im Palast leben zu lassen? Doch bevor er noch etwas sagen konnte, drang eine feine hohe Stimme an beider Ohren und ließ sie verstummen.

„Sieh mal Mama! Da drüben. Die beiden da! Warum haben die spitze Ohren?" Die beiden Elben wandten erschrocken den Kopf in die Richtung, aus der die Worte kamen und erblickten einen kleinen Jungen, der aufgeregt in ihre Richtung deutete.

„Was erzählst du da", vernahmen sie eine weitere Stimme, die wohl der Mutter gehören musste. Dennoch war sie noch nicht zu sehen, da das Gras der Steppe an manchen Stellen sehr hoch wuchs. Doch der kleine Junge achtete nicht auf die gestellte Frage und tippelte mit leuchtenden Augen auf die Streithähne zu, die in diesem Moment nicht wussten, was zu tun war. Kurz vor ihnen blieb er stehen und sah, über das ganze kleine Gesicht strahlend, zu ihnen auf.

„Seid ihr Elben", fragte er neugierig und umfasste Adamantiels Hosenbein.

„Filrín! Lass die Leute in Ruhe!" Nun hatte auch die Mutter die Reisenden entdeckt und eilte rasch auf den Teich zu. Zwei Eimer in ihren Händen wiesen darauf hin, dass sie Wasser holen wollte. Als sie sich den drei Leuten weit genug genähert hatte, um sie genauer zu betrachten und ihren Sohn strafend anzusehen, ließ sie die Eimer entsetzt und äußerst überrascht zu Boden fallen, wo sie den kleinen Hang hinab zum Teich rollten.

„Elben", flüsterte sie wie im Traum und ihre Augen leuchteten wie die des Jungen. Wie in Trance streckte sie die Hand aus und rief ihren Sohn zu sich, der sich nur widerwillig von Adamantiel trennte und hinüber zu seiner Mutter lief, die noch immer wie gebannt auf die überirdisch schönen Geschöpfe starrte.

Legolas fasste sich als erster wieder, verbeugte sich und lächelte dann Mutter und Kind an.

„Seid gegrüßt meine Dame und Ihr auch, junger Herr." Filrín quietschte vergnügt, als der Elb auch ihn mit seiner melodischen Stimme begrüßte und sah strahlend zu seiner Mutter auf.

„Es gibt sie! Es gibt sie Mama! Ich habe dir doch gesagt, dass ich irgendwann mal einen fangen werde." Fangen. Adamantiel kicherte leise, als die Frau ihrem Zögling einen strafenden Blick zuwarf. Dieser blieb jedoch ganz ungerührt und tappelte wieder auf die junge Elbin zu, um die kleinen Ärmchen um ihre Waden zu schlingen. Triumphierend sah er zu seiner Mutter herüber, die entsetzt auf die Reaktion des hohen Geschöpfes wartete.

„Siehst du, Mama? Ich hab einen gefangen", quietschte der Kleine abermals und zog etwas an Adamantiels Bein, was sie lachen ließ.

„Filrín! Lass das. Lass die hohe Dame in Freiden", herrschte die Mutter entsetzt und gleichzeitig besorgt, als könnte Adamantiel ihrem Kind den Kopf abreißen. Doch diese lächelte nur in die strahlenden Kinderaugen. Der kleine Knirps erinnerte Adamantiel an Gimrón.

„Na großer Mann. Was gedenkst du nun mit mir zu tun, jetzt da du mich gefangen hast", fragte Adamantiel zärtlich, strich ihm kurz über das Haar und lächelte die besorgte Mutter freundlich an. Legolas beobachtete das Schauspiel mit unbeweglicher Miene. Die letzten, die er hatte treffen wollen, waren Menschen die bisher angenommen hatten, Elben seien nur noch eine Legende. Es kam nicht oft vor, dass sie einen dieses Volkes zu Gesicht bekamen. Er verdrehte unmerklich die Augen, da Adamantiel das alles andere als störend zu finden schien. Zudem kam noch, das er noch immer vor Zorn brodelte.

„Ich lade dich zum Essen ein! Mama kann wunderbar kochen", schlug Filrín vor und seine Mutter bekräftigte dessen Worte.

„Fein. Ich habe auch großen Hunger, junger Mann. Mein Begleiter hat nur trockenes Brot eingepackt." Sie lächelte süß zu Legolas hinüber, aber ihre Augen blieben ihm gegenüber kalt.

„Oder was haltet Ihr davon", fragte sie. Argwohn beherrschte ihre Stimme, doch Legolas gab sich geschlagen. Auch er verspürte großen Hunger nach all der Aufregung. Schließlich nickte er kurz und trat dann zu den Pferden, um deren Zügel zu nehmen und hinter sich her zu ziehen.

„Wie heißt Ihr", richtete Adamantiel nun das Wort an die Mutter des Jungen, den sie unlägst auf den Arm genommen hatte.

„Mala, hohe Dame." Die Frau verneigte sich tief vor der um einen Kopf größeren Adamantiel, doch diese streckte ihr freundlich die Hand entgegen.

„Mein Name ist Adamantiel." Ihr Lächeln besiegte alle Zweifel im Herzen der besorgten Mutter und so ergriff diese die Hand und drückte sie kurz und ehrfürchtig. Legolas verdrehte genervt die Augen und ärgerte sich, dass er zugestimmt hatte, die Menschen zu begleiten. Diese Zwergin schaffte es noch, ihn in den Wahnsinn zu treiben. Missverstimmt und wortkarg folgte er Adamantiel und der Mutter, die sich munter lachend unterhielten.

***

[Fortsetzung folgt]

So das war es erst einmal wieder ^.^ Ich hoffe, der Teil hat euch gefallen :o) Hab mich echt angestrengt und musste wieder feststellen, dass wieder mal nicht alles nach Planung gelaufen ist *grumml* Aber was solls ^.^ Hauptsache ihr hattet Spaß an diesem Teil, auch wenn nicht sonderlich viel passiert ist, aber das kommt alles im Düsterwald :)

Hegdl

Ciao *alle knuddelt*

Eure Sleepy Bird