~*~Laurie lantar lassi súrinen~*~

[Wie Gold fallen die Blätter im Wind]

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Die Königin der Menschen

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Die Herde der Orks war nun unschwer zu erkennen. Zwar immer noch kleine Pünktchen von der Größe einer Erbse am Horizont, aber für Elbenaugen dennoch klar und deutlich. Es war eher unwahrscheinlich, dass die Kreaturen der Finsternis die Elben überhaupt schon bemerkt hatten.

Adamantiel kniff die Augen ein wenig zusammen. Wenn sie es richtig erkennen konnte, waren es vielleicht um die fünfzig Orks. Wenn nicht noch weniger. Enttäuschend wenig, gestand sie sich ein. Mit denen würden die über dreißig Krieger schon fertig werden. Erschreckend wie groß der prozentuale Teil der Frauen und Kinder war.

Sie schüttelte ungläubig den Kopf. Was Legolas sich dabei gedacht hatte, soviel Weiblichkeit im Schlepptau zu haben? Doch im nächsten Moment schien es klar wie die kalte Morgenluft zu sein. Als sie den Blick suchend nach ihrem Vormund umherstreifen ließ, entdeckte sie ihn bei einer schönen Elbin, die sich offensichtlich auch in den Kampf stürzen wollte. Ihre Gesten und der entschlossene Gesichtsausdruck bewiesen, dass auch sie gegen die Bevormundung der Männer protestierte. Adamantiel kannte sie nicht.

Sie spürte wie Ärger in ihr aufstieg. Das also war Sinn und Zweck der vielen Frauen. Aber was konnte man schon anderes von einem Elbenprinzen erwarten? Er hatte lediglich die Absicht, eine große Auswahl in Ithilien zu haben. Liebend gerne wäre sie jetzt auf ihn zugeritten und hätte ihm ihre Gedanken entgegengeschleudert, aber sie musste sich beherrschen, wenn ihr Vorhaben gelingen sollte. Wer weiß, vielleicht würde er dann sogar einen der Krieger als Babysitter für sie einstellen. Das fehlte ihr nur noch! Also wandte sie zähneknirschend den Blick ab und konzentrierte sich auf die nahenden Orks.

*Du bist stur und ungehorsam.* Der Schreck fuhr ihr dermaßen durch die Glieder, dass ihr Herz für einen Moment aussetzen wollte. Aber sie versuchte sich nach außen hin nichts anmerken zu lassen und ritt zielstrebig hinter drei anderen Elben her. Das mit dem Babysitter hatte sich wohl vorübergehend erfüllt. Narwainion schien diese Tätigkeit von sich aus ausführen zu wollen.

*Denkst du eine Kapuze kann deine Gestalt verbergen?* Da lag etwas Belustigung in der ruhigen Männerstimme.

*Wer hat Euch denn gefragt*, zischte sie zurück. Die Stimme so weit gesenkt, dass niemand außer ihm sie hören konnte.

*Wenn Legolas das erfährt, dann gnade dir Eru. Du widersetzt dich ihm um eines Kampfes Willen. Das ist leichtsinnig,* Adamantiel knirschte mit den Zähnen und wusste nicht, ob sie aggressiv oder provozierend antworten sollte. Niemand, der sie auch nur einmal beleidigt hatte, war je ungeschoren davongekommen. Aber die Elben schienen ihr ganzes Wesen umzukrempeln. Das wollte sie auf gar keinen Fall zulassen! Sie würde sich bis aufs Messer dagegen wehren. Sie war ein Zwerg. Wenigstens im Herzen zu einem erzogen worden und das würde sie auch immer bleiben wollen.

*Ich habe schon als kleines Kind gegen Orks gekämpft. Ich weiß mich sehr wohl zu verteidigen*, beharrte sie und trieb das Pferd etwas schneller an. Doch Narwainion ließ sich nicht abschütteln.

*Aber diesmal findet der Kampf auf offenem Felde statt und nicht in dunklen Höhlengängen.* Sie sah ihn nun, seit dem Beginn ihres Gespräches, das erste Mal an. Er sah gut aus. Die weiche Kapuze schmiegte sich um seinen Kopf und die wundervollen Augen hielten den Blick direkt auf sie gerichtet. Es waren weise, ehrliche Augen. Wie alt mochte er wohl sein? Ìrgend etwas stimmte nicht mit ihm. Er vermittelte Adamantiel immer ein ungutes und ein glückliches Gefühl. Sie fühlte sich in seiner Gegenwart so entzweigerissen.

*Außerdem*, fuhr er fort und riss die junge Elbin aus ihren Betrachtungen. Warum verwirrte er sie so?

*Außerdem brauchen die Frauen und Kinder Schutz.* Ihr Gesichtsausdruck wechselte von stur auf überrascht. Warum beherrschte sie die Unterdrückung ihrer Emotionen noch nicht so perfekt wie Legolas!? Sie hätte mehr üben sollen.

*Die kämpfenden Krieger sorgen für den Schutz der Frauen und Kinder*, entgegnete sie kurz und knapp. Sie kamen dem Ziel immer näher und langsam musste sie sich bereit machen.

*Du glaubst also, kein einziger Ork kann die Linie der Elben durchbrechen. Ich hätte dir mehr Verstand zugetraut.* Die Worte saßen gut platziert und appellierten lautstark an das zwergische Ego. Aber trotz der frechen Worte, regte sich Verlegenheit in ihr. Daran hatte sie auch schon gedacht, aber der Kampf war ihr nun mal wichtiger. Sie wollte Legolas besiegen, ihn überbieten und zurechtweisen. Dieser Wunsch brannte trotz der entstandenen Freundschaft in ihrem Herzen. So heiß wie der Schicksalsberg.

***

Adamantiel POV

Ich wusste nicht, was zu sagen war. Ich hätte ihm gerne entgegengeschleudert, dass ich auch schon darüber nachgedacht hatte, aber das würde noch ein schlechteres Licht auf meinen Verstand werfen. Obwohl mir bewusst war, dass er sich nicht darüber äußern würde, war ich sicher, dass er sich immer seinen Teil dachte. Er war so mysteriös und undurchschaubar. Sicher hielt er mich nur für ein lächerliches, störrisches Kind. Was sollte ich tun? Mich Legolas widersetzen oder ihm?

*Vielleicht solltest du doch bei den Schwachen bleiben und sie gegen einzelne Orks verteidigen. Du möchtest doch nicht, dass deinen Freundinnen und deren Kindern Schaden zugefügt wird.* Es brodelte in mir wie es das noch nie getan hatte. Der drängende Wunsch nach einer Niederlage Legolas' mir gegenüber und meine Vernunft fochten einen heiklen Kampf aus. Ich sah ein, dass Narwainion Recht hatte. Aber sich ihm zu beugen, bedeutete auch, sich Legolas zu beugen. Denn dann würde ich genau das tun, was er sich vorgestellt hatte und gerade das wollte ich nicht.

Es schmerzte, einsehen zu müssen, dass auch ich meine Grenzen in Sachen Entschlossenheit hatte. Ich geriet ins Zweifeln.

*Wie lautet deine Antwort?* Ich sah ihn wieder bewusst an. Er hatte den Blick auf die Orks gerichtete, die uns schon längst bemerkt hatten und sich für den Kampf bereit machten. Es war nicht mehr weit bis zu ihnen.

*Leck Fett!* Mit dieser Antwort hieb ich meine Hacken in die Flanken des armen Tieres und riss es herum. Es bäumte sich auf und galoppierte dann auf die Frauen und Kinder zu, die ängstlich stehen geblieben waren. Ich war wütend auf Narwainion und Legolas. Aber am meisten auf mich, da ich nicht standhaft geblieben war. Geweitete Kinderaugen waren auf mich gerichtet, als ich bei ihnen stoppte. Irgendwoher kam Tinnu angelaufen und sah erfreut und glücklich zu mir auf. Ich sah mich kurz um, aber die Elbin, die zuvor mit Legolas diskutiert hatte, konnte ich nicht entdecken.

*Tiel! Mama war schon ganz böse auf dich. Sie hat geflucht wie noch nie.* Das kleine Mädchen grinste breit und sehr belustigt. Auch ich musste trotz der Situation schmunzeln. Hellina hasste Flüche und Schimpfwörter und wies mich immer zurecht, wenn ich höchst unsanft vor mich hinschimpfte.

*Steig auf. Auf den eigenen Beinen zwischen Pferden ist es gefährlich im Chaos. Nachher trampeln sie dich noch nieder.* Ich reichte Tinnu meine Hand und zog sie mit Schwung auf den Rücken meines Reittieres. Sobald die kleine Tochter meiner Freundin vor mir saß und sich mit beiden Händen an meinen Armen festhielt, empfand ich tiefe Befriedigung. Sollte Legolas dort vorne doch ruhig den Helden markieren und seinen Kopf riskieren!

*Bei Eru! Adamantiel du hast uns vielleicht einen Schrecken eingejagt!* Nestalinna kam neben mir zum Stehen. Ihr schwarzer Hengst war etwas kleiner als mein eigenes Reittier aber sehr kräftig und schnell. Es erinnerte mich manchmal an einen Zwerg.

*Warum?* Ich starrte nach vorn. Mein natürlicher Kampfgeist brach wieder hervor, jetzt da die Männer sich immer weiter entfernten. Aber ich versuchte ihn zu unterdrücken. Sie konnten nicht mehr weit von den Orks entfernt sein. Ich seufzte leise und unwillkürlich. Warum hatte ich Momente der Schwäche, in denen ich immer klein beigebe?

*Warum!? Stell dir vor, du würdest nachher wirklich an vorderster Front kämpfen! Nicht auszudenken, was dir alles geschehen könnte*, tadelte mich die Freundin. Ich widersprach ihr in Gedanken. Was konnte mir schon passieren? Ich hatte oft gekämpft und meine Fähigkeiten unter Beweis gestellt.

*Wir brauchen nicht noch so eine lebensmüde Frau in unseren Reihen.* Ich runzelte fragend die Stirn, als Hellina sich zu uns gesellte, ihrer Tochter sanft über den Kopf strich und dann wieder zu mir aufsah.

*Hast du Cram noch nicht kennen gelernt? Man könnte euch für Zwillinge halten. Eine sturer als die andere.* Ihre Blicke sprachen tausend Bände. All die Vorwürfe, die sie mir gerne gemacht hätte, standen in ihren Augen geschrieben. Aber mich beschäftigte eher diese Cram. Ich hatte mich noch nicht wirklich für die mitreisenden Frauen interessiert. Viel mehr für die Kinder.

*Nein*, gestand ich kurz angebunden. Mein Blick streifte wieder die Punkte am Horizont. Hatten die Elben die Orks schon erreicht? In meinem Magen wühlte Unruhe. Ich hatte Bauchschmerzen und fühlte mich gar nicht wohl in meiner Haut. Diese ständige Ungewissheit, die Wartende zu ertragen hatten, war schrecklich.

*Sie ist der hoffnungsloseste Fall. Sie stürzt sich in jeden Kampf, den sie kriegen kann*, berichtete Hellina bitter. Die Ursache für die Kälte ihrer Worte kannte ich nicht.

*Dann war das wohl Cram, die vorhin mit Legolas diskutiert hat?* Meine Freundinnen nickten zustimmend und ich seufzte tief. Verflucht, warum hatte der Kerl sie mitgenommen und nicht mich!? Es war ungerecht. Ich konnte sicherlich genauso gut kämpfen wie diese dreimalschlaue Elbin! Und außerdem war er mein Pate, mein Vormund. Aber eben nur mein Vormund. Oder war Vormund schon zu viel? Ich begutachtete verwirrt meine Hände, die die Zügel umklammert hielten. Was dachte ich überhaupt? Worauf lief dieses Zwiegespräch meiner Gedanken hinaus? Ich wusste es nicht. Nur eines war mir klar: Ich kochte vor Wut darüber, dass eine mir fremde Elbin mit kämpfen durfte und eben die selbe Person, die es ihr erlaubt und mir verboten hatte, mein eigener Pate war.

***

Legolas POV

Bei Eru waren Frauen stur! Warum konnten sie nicht so einfach zu lenken sein wie ein treues Pferd, das man von Jungtierbeinen an aufgezogen hat? Warum mussten sie sich nur allem und jedem widersetzen? Auf der Spitze des Widerstandes Adamantiel und Cramiel. Kurz und weniger weiblich genannt Cram. Ebendiese junge, stolze Elbin ritt nicht unweit von mir entfernt und ich wäre leichtgläubig, nicht damit rechnen zu müssen, dass sich Adamantiel inzwischen auch schon unter die Männer gemischt hatte. Sie wusste meine Situation als Prinz und Verantwortlicher bestens auszunutzen. Schließlich konnte ich meine Augen nicht überall haben.

Noch während ich diesen Gedanken zuende führte, schoss schon der erste Pfeil an meiner rechten Hand vorbei. Dann ein zweiter und dritter. Die Orks waren kaum mehr einhundert Fuß entfernt. Schnell und geübt zog ich drei bis vier Pfeile aus dem Köcher, den ich auf meinem Rücken trug und legte sie an die Bogensehne. Es knirschte leise und die Federenden der Geschosse schmiegten sich leise seufzend an das starke Rosshaar.

Kämpfte Adamantiel oder hatte die Vernunft letztendlich doch gesiegt und sie hatte sich nicht Hals über Kopf in die Menge gestürzt? Ein innerer Drang ließ mich zögern. Und anstatt die Pfeile von der, aufs Höchste gespannten, Sehne abschnellen zu lassen, riskierte ich einen Blick nach links. Doch in dieser Richtung erblickten meine Augen nur Männer mit zurückgeschlagenen Kapuzen und spitzen Ohren, die mit den noch nicht gefallenen Orks kämpften. Blutgeruch stieg mir in die Nase. Ich bemerkte, wie sich zwei schwefelfarbene Augen direkt in meine Seele bohrten. Ein ersticktes Röcheln und dann sank der Ork vor mir zu Boden.

*Ihr solltet besser Acht geben, Prinz.* Ich sah auf zu der blutverschmierten jungen Frau, die mir gegenüber stand und musterte sie einen winzigen Augenblick. Dann riss ich mein Pferd herum und ließ die wartenden Pfeile vom Bogen surren. Drei Orks fielen ihnen zum Opfer.

*Sagt einem Prinzen besser nicht, was er zu tun und zu lassen hat*, kam es mir streng über die Lippen. Mir war klar, dass ich den gleichen Fehler beging, den ich auch schon bei Adamantiel getan hatte. Ich versuchte den natürlichen Stolz der Frauen zu provozieren.

*Ihr habt natürlich Recht, Hoheit. Aber Eure Unachtsamkeit könnte eines Tages Euren Tod bedeuten.* Ich zügelte überrascht die scharfen Worte, die ich auf meiner Zunge bereitgelegt hatte und sah verwirrt auf sie herab. Irgendwo hatte Cram das Pferd verloren. Vielleicht war sie abgesprungen. Aber eigentlich interessierte mich vielmehr dieser fehlende Spott in ihrer Stimme. Der Mangel an Überheblichkeit und Hohn, den Adamantiel nicht vorweisen konnte. Aber da war auch der entscheidende Mangel an Streit- und Kampflust.

*Begebt Euch zurück zu den Frauen und Kindern und berichtet ihnen, dass wir gesiegt haben.* Ich verfolgte mit Staunen, wie sie meiner Anweisung ohne Widerrede Folge leistete. Sie rannte den Weg, den wir zu Pferde gekommen waren, zu Fuß zurück. Der lange schwarze Zopf wippte auf ihrem Rücken. Doch dann verschwand sie in der staubigen Luft.

Wieder und wieder zückte ich meinen Bogen und schoss mehrere Pfeile auf einmal ab. Sie bohrten sich tief in das Fleisch ihrer Opfer und beendeten deren schwarzes Leben schnell und kurz. Eigentlich hatten sie einen schmerzlosen Tod nicht verdient, nachdem was sie meinem Volk und anderen Geschöpfen Mittelerdes über Zeitalter hinweg angetan hatten. 

Meine Pfeile bohrten sich gerade in den Rücken eines fliehenden Orks, als ich einen wohlbekannten Hornton vernahm.

*Gondor?*, kam es mir überrascht über die Lippen. Reiter von Gondor. Ich hatte nicht damit gerechnet, sie schon an der Grenze zu Rohan anzutreffen. Schnell lenkte ich mein Pferd in die Richtung, aus der ich den Ruf des Hornes vernommen hatte und nun sah ich sie auch: Weiße Fahnen, die von einem alten Baum geziert wurden, flatterten im sanften Frühlingswind.

Ich gab Ivanneth die Sporen und ritt mit Freude im Herzen auf die Soldaten des großen Menschenreiches zu. Ich hatte mich danach gesehnt, wieder jenen zu begegnen, denen ich im Ringkrieg beigestanden hatte.

Als sich eine große Staubwolke langsam verzog, erkannte ich mehrere Einzelheiten der Reiter und mein Herz setzte vor Freude ein paar Schläge aus, als ich eine wohlbekannte Gestalt ausfindig machte. Besser gesagt zwei bekannte Gestalten. Die eines kleinwüchsigen Mannes auf einem Pferd, das kaum größer war als er selbst und die klare Silhouette eines stolz aufgerichteten Oberkörpers. Das Haar des Königs wehte majestätisch im Wind und vollendete damit die Bewegungen seiner Wahrzeichen, die neben seinem Kopfe winkten, von stolzen Kriegern getragen.

*Aragorn.* Nur ein Flüstern verließ meine Lippen. Sie waren nicht fähig diesen Namen laut auszusprechen. Ich hob eine Hand zum Gruße, als ich mich den Heranreitenden näherte.

*Sei gegrüßt Legolas.* Ich blickte einen kurzen Moment in die unendlichen Weiten seiner weisen, alten Augen, ohne ein Wort zu verlieren. Aragorn wurde seiner Rolle als König von Gondor mehr als gerecht.

*Ich grüße dich, Elessar.* Ein Händedruck, mehr war es nicht. Aber er war von tiefgehender Freundschaft. Mehr Zeit hatten wir ohnehin nicht, um uns zu begrüßen. Die Gefahr saß mir im Rücken und ich schalt mich schon in Gedanken, meine Leute vernachlässigt zu haben.

„Ihr habt ja schon mächtig aufgeräumt hier! Eigentlich war das unser Job." Ich betrachtete Pippins bedauernde Miene, dann Aragorns Grinsen und ich lachte laut.

„Es scheint in der Natur der Kleinwüchsigen zu, sich beweisen zu müssen", stichelte ich zuckersüß. Pippin lachte daraufhin nur.

„Nun, Pippin scheint Recht zu behalten. Die Orks können uns wohl nicht mehr gefährlich werden. Wir verfolgen sie schon seit ein paar Tagen. Heute wollten wir sie überwältigen, aber wie ich sehe, seid ihr uns zuvor gekommen." Aragorn lächelte leicht und dankbar. Ich nickte nur grinsend und verwies auf die Fähigkeiten der Elben. Er wusste, dass es nur als Scherz gemeint war.

Gemeinsam ritten wir zum Schauplatz des Kampfes zurück. Die Hufe der Pferde traten auf aufgewühlten Boden und setzten hier und da über einen toten Ork hinweg. Keiner meiner Männer war gefallen. Und den Frauen und Kindern schien es auch gut zu gehen. Ich fieberte vor Spannung, ob ich Adamantiel wohl verdreckt und mit Blut verschmiert bei den Kriegern sehen würde. Die Miene triumphierend und aufsässig auf mich gerichtet. Ich konnte es mir schon direkt vorstellen. Meine Gedanken suchten schon nach einer angemessenen Bestrafung für ihre Aufsässigkeit, während ich noch mit Aragorn sprach.

„Die Orks hielten sich in Osgiliath versteckt. Es waren wohl Überlebende, die sich in die Verliese, tief unter der Stadt geflüchtet hatten. Erst als man begann, die Gebäude wieder herzurichten, krochen sie hervor und morderten. Es dauerte Wochen, eh ich herausfand, warum die Leute verschwanden. Seitdem verfolgen wir sie."

„Es war wirklich kein schöner Anblick, als wir ihre Verliese stürmten. Überall Knochen von was weiß ich nicht allem", fügte Pippin angeekelt hinzu. Meine Blicke schweiften suchend nach meinem allerliebsten Patenkind umher. Zu meiner großen Enttäuschung konnte ich sie vorerst noch nicht ausfindig machen. Nur Cram unterhielt sich mit den Männern.

***

Adamantiel POV

Ich betrachtete in Gedanken versunken die Bewegungen, die sich weit entfernt von mir abspielten. Ich konnte den Körpern, die ich sah, keine Namen zuordnen. Aber ich hoffte, dass alle unversehrt blieben. Tiefe Unruhe rührte in meiner Magengegend und nur allzu gern hätte ich mich Hals über Kopf in den Kampf gestürzt. Allein Tinnu vor mir auf dem Pferd und ihre klammernden, schweißnassen Hände hielten mich davon ab. Ich spürte ihre Angst. Sie hatte noch nie Gewalt und Tod gesehen. Ich hingegen schon. In einem Alter, das Tinnus' gleichkam.

Dann erspähte ich, wie sich ein Reiter aus der Wolke von Staub und Gras löste und auf uns zugeritten kam.

*Bleibt alle zurück*, wies ich die Frauen und Kinder an und ritt ihm mit Tinnu entgegen. Nach ein paar Metern erkannte ich das Gesicht des Elben. Es war Sémersion, Legolas' persönlicher Laufbursche. Er betitelte ihn als Freund, aber ich empfand es anders.

Ich kam zum Stehen und wartete bis er mich erreicht hatte. Sein Gesicht war dreckig und seine Kleider blut- und staubverschmiert, aber er sah zufrieden aus. Zufrieden und überrascht. Vielleicht, weil er mich im Kampfgetümmel vermutet hatte? Ich schenkte ihm nur einen aufmüpfigen Blick.

*Die Orks sind geschlagen. Legolas hat angeordnet, dass die Frauen und Kinder nachziehen sollen. König Elessar und ein paar seiner Krieger geleiten uns nach Minas Tirith, von wo aus wir ein paar Tage später nach Ithilien aufbrechen werden.* Seine Worte machten mich ganz hibbelig. Ich konnte nur mit Mühe still sitzen bleiben. Ich würde Menschen sehen! So viele Menschen, König Aragorn und dessen Königin, die wunderschöne Arwen Undomiél. Ich wollte es mir selbst nicht eingestehen, aber ich war aufgeregt wie ein kleines Zwergenkind, das zum ersten Mal die Höhle verlassen und nach draußen gehen durfte.

*Komm Tinnu. Das teilen wir den Frauen mit*, flüsterte ich dem kleinen Mädchen zu. Sie schien ebenso begeistert wie ich, denn ihre Hände spielten unruhig mit den Zügeln unseres Reittiers.

*Richtet Legolas aus, dass wir so schnell es uns mit kleinen Kindern, müden Frauen und erlahmten Pferden möglich ist, zu folgen*, bemerkte ich jedoch giftig. Sémersion schienen meine Worte peinlich zu sein. Es war nicht übertrieben, dass die Männer die letzte beiden Tage wenig Rücksicht auf Frauen und Kinder genommen hatten. Sie wollten wohl schnell ans Ziel kommen. Ich wurde ja sofort zurechtgewiesen, wenn ich auch nur den Mund aufgetan hatte.

Etwas verunsichert lenkte der Elb sein Pferd in die Richtung aus der er gekommen war und ritt dann davon, um seinem, Freund Bericht zu erstatten. Er hatte noch nicht einmal gefragt, ob alle unverletzt waren. Ich begann zu kochen, beherrschte mich aber und begab mich zurück zu der wartenden Gruppe.

*Die Orks sind besiegt. Bis auf den Letzten. Wir können ihnen folgen.* Ich bemühte mich, ein kleines Lächeln zustande zu bekommen. Die Elben waren erleichtert.

*Und war es nun so schlimm, dass du nicht mit ihnen kämpfen konntest*, stichelte Hellina lächelnd. Sie fühlte sich wohl für mich verantwortlich.

*Ich kann halt nicht ruhig abwarten, bis jemand die Drecksarbeiten für mich erledigt*, fauchte ich gereizt. Plötzlich bereute ich es, dass ich mich breit schlagen ließ. In einem Kampf hätte ich so wunderbar meine Aggressionen abreagieren können.

*Warum kannst du dich nicht einfach mit deiner Situation abfinden*, seufzte Nestalinna, die Alagos mit einem liebevollen Lächeln eine lederne Wasserflasche reichte.

*Ich kann es halt nicht, in Ordnung!?* Mir gingen diese Gespräche auf die Nerven. Ich war eine Kämpfernatur. Kein ruhiges Weiblein, das brav auf die Rückkehr seines Mannes wartet. Und auch dann noch wartet, wenn längst sicher ist, dass er nie wieder zurückkehren würde.

Ich beobachtete, wie die Frauen die kleinen Kinder wieder einfingen. Die Knirpse hatten Verstecken und Jagen gespielt. Kleine Schmetterlinge oder Mäuse waren ihre Beute. Doch wenn sie diese gefangen hatten, ließen sie die Tiere wieder frei. Nun wurden die Elbenkinder wieder in wärmende Decken gekuschelt. Hier und da reichte ihnen eine lächelnde Mutter ein Stück Lembas, an dem sie gierig knabberten. Die Frühlingsluft war kühl und während des Rittes konnte der Wind beißend an den Kleidern zerren.

*Alle fertig*, rief ich laut und meine Stimme schnitt klar in die kühle Luft hinein. Die Frauen zogen zur Antwort ihre hellen Kapuzen über das lange Haar. Es war ein wunderschöner Anblick, den zu genießen ich noch nicht verlernt hatte. Schwarze, braune oder blonde Haarsträhnen fielen zu beiden Seiten der Gesichter auf die Brust hinab. Der Rest der Haare, war unter der Kapuze verschwunden. Ebenso die empfindlichen Ohren.

Wir ritten schweigsam und nicht überstürzt. Eile mit Weile, hatte Gimli immer gesagt und ich musste lächeln, als ich seine Stimme in meinem Kopf hörte.

Die Männer warteten auf uns, als wir bei ihnen ankamen. Ich hatte darauf vertraut, dass sie ohne einen weiteren Blick über ihre Schultern weiterzogen und voraussetzten, dass wir ihnen folgten. Aber anscheinend hatten ein paar Krieger auf ihre Frauen warten wollen, denen sie nun liebevoll einen Kuss auf die Lippen hauchten. Ich wandte meinen Blick schnell ab. Es war mir peinlich und unangenehm, sie dabei zu beobachten. Die strahlenden Augen und die Zärtlichkeiten waren zuviel für mein hartes Gemüt.

Ich saß wieder allein auf meinem Pferd. Tinnu hatte sich wieder zu ihrer Mutter gesellt und schlief nun selig in ihren Armen. Hellina selbst unterhielt sich leise mit einem der Männer. Ich kannte ihn nicht. Ich kannte so viele nicht!

Ich ritt langsam durch die Elben hindurch, den wehenden Fahnen von Gondor folgend. In dieser Richtung vermutete ich den König, den ich auf Legolas' Geburtstagsfeier kennen gelernt hatte. Ich erinnerte mich nur ungern an mein unmögliches Benehmen.

Doch noch ehe ich die Gruppe der Menschen erreichte, entdeckte ich eine Gestalt aus den Augenwinkeln, die etwas gekrümmt auf dem Pferd saß. War etwa jemand verletzt worden? Meine weibliche Besorgnis rührte sich und ich lenkte mein treues Reittier sanft in die Richtung des Verletzten. Ich wusste schon längst, dass es Narwainion war. Seine Gestalt kannte ich nur zu gut.

*Seid Ihr verletzt*, fragte ich weder bissig noch teilnahmsvoll. Meine Stimme war ganz ruhig. Narwainion hob den Kopf und sah mich lächelnd an.

*Ein wenig vielleicht*, antwortete er. Aber sein Atem rasselte. Keiner schien etwas zu bemerken, oder sie wollten es nicht bemerken.

*Zeig her*, forderte ich ihn auf, die Hand von seinem Bauch zu nehmen. Blut sickerte schon hindurch. Ich behielt einen ruhigen Kopf. Ich war tiefe Verletzungen gewohnt. Der Ringkrieg hatte auch auf meiner Seele Spuren hinterlassen.

Narwainion verneinte meine Aufforderung. Eigentlich hatte ich nichts anderes erwartet. Er war mindestens genauso stur wie ich. Wenn nicht sogar sturer und verbissener. Und wieder einmal fragte ich mich, wie alt er war.

Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, schlug ich seine bluttropfende Hand weg und stieß ihn vom Pferd. Er war so überrascht, dass er sich nicht halten konnte. Ich grinste darüber, ihn zu Fall gebracht zu haben. Dann schwang auch ich mich aus dem Sattel und meine Füße traten aufgewühlten, staubigen Boden. Das Gras war nur noch in vereinzelten Büscheln zu erkennen.

Ich wies ihn an, seine Tunika abzulegen, oder wenigstens die Wunde freizumachen. Währenddessen widmete ich mich meiner Satteltasche, in der ich Kräuter und ein wenig Verbandszeug mit mir schleppte. Alles Nestalinnas Vorräte, die nicht mehr in ihre eigenen Taschen gepasst hatten.

*Die Frauen und Kinder brauchten meinen Schutz nicht*, bemerkte ich beiläufig, als ich ein wenig klares Wasser über seine Schnittwunde laufen ließ. Sie war tief, das musste ich mit Schrecken feststellen. Ein Ork muss ihn übel getroffen haben.

*Ich weiß*, gab er zu und lachte leise. Die Wunde war nicht tief genug, dachte ich grimmig. Ich wusch sie fein säuberlich aus, wickelte dann ein paar Kräuter, von denen ich wusste, dass sie Wunden besser heilen ließen, in den Verband und wickelte diesen um seinen Oberkörper. Er roch nach Schweiß, Staub und Blut.

*Warum hast du mich dann fortgeschickt. Ich hätte kämpfen können*, murrte ich leise, stand auf und verstaute das nicht verbrauchte Material wieder in meiner Satteltasche. Er band seine Tunika wieder zu und stand auf.

*Du verstehst etwas von Heilkunst*, brachte er statt einer Antwort hervor.

*Ich habe viel üben können*, meinte ich mürrisch. Er wich immer wieder meinen Fragen aus!

*Also? Warum?* Ich sah ihn prüfend an. Er tat das gleiche. Es war so, als würden wir beide es wissen, aber keiner wusste es genau auszudrücken.

*Warum hast du mir gehorcht?* Wie ich Gegenfragen HASSTE! Ich stampfte ärgerlich mit dem Fuß auf und drehte den Kopf weg. Sollte er doch machen was er wollte! Ich würde ihn kein zweites Mal verbinden.

Langsam setzte sich unsere Reisegruppe wieder in Bewegung. Der König Aragorn und Legolas vorneweg. Dieser verfluchte Elb hatte noch nicht einmal nach mir gesucht! Es war ihm wohl egal gewesen, ob ich kämpfte oder nicht. Und er konnte Gift darauf nehmen, dass ich bei der nächsten Gelegenheit tatsächlich kämpfen würde!

***

Keine POV

Sie erreichten die Weiße Stadt nach einem Tag. Der Wanderzug der Elben wurde von gelegentlichen Menschen mit staunenden und ungläubigen Augen aufgefasst. Anscheinend hielten die meisten die Unsterblichen Geschöpfe noch immer für eine Legende, die man sich an einem gemütlichen Sommerabend erzählte.

Als sie durch die Pforten der weißen Stadt ritten, schallten ihnen Trompeten entgegen. Jede einzelne war von einer Fahne Gondors geschmückt, die nach unten hing und im Wind flatterte. Die Leute auf der Straße bildeten eine Schneise, indem sie sich links und rechts an die Felswände stellten und zu den vielen Elben heraufsahen. Tinnu und Alagos fanden das alles sehr aufregend und quietschten vergnügt, wenn sie ein Menschenkind zu Gesicht bekamen.

*Mama! Sieh mal. Die haben ja ganz runde Ohren*, meinte Tinnu einmal und wurde daraufhin von der Mutter belehrt.

*Natürlich haben sie das! Es sind ja auch Menschen mein Liebling.* Alagos ergriff die Gunst der Stunde, seine Schwester auszulachen.

*Bist du blöd! Das weiß doch jeder, dass die runde Ohren haben.* Darauf streckte ihm die Schwester nur beleidigt die Zunge entgegen.

Sie bewegten sich wie ein Pendel vorwärts. Waren sie hundert Meter geritten, kam eine Kurve und sie mussten in der Richtung weitergehen, aus der sie gekommen waren. Nur das sie jedes Mal ein wenig höher kamen.

Nach unzähligen Wendungen und Stadttoren erreichten die Elben einen großen Platz, in dessen Mitte ein weiß blühender, sehr alter Baum stand. Adamantiel erinnerte sich an Gimlis Erzählungen. Dieser Baum war der letzte seiner Art, der in Mittelerde verweilte. Mit ihm würde auch sein Geschlecht untergehen. Mit Schrecken stellte sie fest, das auch die Elben bald diesen Punkt erreicht haben würden. Die junge Elbin wusste nicht, wohin sie alle verschwanden. Aber Gimli hatte stets erwähnt, dass sie fortzogen. In ein wunderschönes Land.

Sie versuchte sich Mittelerde ohne diese anmutigen Geschöpfe vorzustellen. Wo sie gingen, breitete sich Licht aus. Wo ihre Füße den Boden berührten, erblühten zarte Blumen die sich im Wind neigten. Das Adamantiel selbst zu ihnen zählte vergaß sie in diesem Moment. Der weiße Baum strahlte vor Glück und schrie vor Trauer. Sie fühlte es, als wären es ihre eigenen Empfindungen.

Legolas sah sich nach seinem Patenkind um. Er hatte sich die ganze Reise über gefragt, warum sie seinen Anordnungen gefolgt war. Sollte sie endlich zur Vernunft gekommen sein? Er entdeckte ihre Gestalt nahe des königlichen Baumes, den sie mit glänzenden Augen musterte. Ihre Gedanken schienen sich mit denen des Baumes und jeder einzelnen weißen Blüte zu verbinden. Sie sah traurig aus.

Legolas seufzte schwer. Er musste sie darauf ansprechen und für ihren Gehorsam nett zu ihr sein. Aber zuerst musste er mit Aragorn ein Gespräch führen. Faramir war derzeitiger Fürst von Ithilien. Ihn seines Landes zu berauben, schien dem Elben Unrecht. Doch Aragorn hatte ihm versichert, dass Faramir diese Aufgabe gern dem Elbenprinzen überlassen würde.

Ein entzückter Schrei ließ alle Augen zum Eingang des Palastes huschen, auf dessen Treppe eine hochgewachsene, schöne Frau mit langem schwarzem stand. An jede Hand klammerte sich ein kleines Mädchen. Die Kinder schienen nicht älter als sieben und neun Jahre zu sein. Sie waren verzückt und verängstigt zugleich.

Aragorn lächelte breit, schwang sich aus dem Sattel seines Pferdes, übergab dieses einem Stallburschen und eilte die ersten Treppenstufen hinauf. In diesem Augenblick ließen die Mädchen die Hand ihrer Mutter los und sprangen übermütig und fröhlich jauchzend in die ausgebreiteten Arme ihres Vaters. Das Lachen des Königs erfüllte die Luft und die Elben schwiegen lächelnd.

König Elessar wirbelte die beiden Kinder freudig in der Luft herum und ließ ihr schwarzes Haar fliegen.

„Ada! Endlich bist du zurück", rief die Größere der Geschwister.

„Ja! Mama hat uns verboten Bogenschießen zu gehen, wenn du nicht dabei ist", beschwerte sich die Jüngere. Daraufhin folgte das Lachen der Königin, die langsam die Stufen zu ihrem Gemahl und den Kindern hinabgestiegen war. Aragorn wuschelte den Mädchen liebevoll durch das seidige Haar, ehe er sich seiner Gattin zuwandte. Ihre Augen strahlten vor Glück und Sehnsucht und Adamantiel starrte sie einfach nur an.

Sie beobachtete, wie der König seine Frau umarmte, sie küsste und ihr zärtliche Worte ins Ohr flüsterte. Ewige Gefühlsdudelei! Adamantiel stieg vom Pferd und überließ es ebenfalls einem Stallburschen.

Dann ging sie schnurstracks auf das flirtende Königspaar zu, kniete unter den peinlich berührten, ärgerlichen oder einfach nur schockierten Augen der Elben nieder und unterbrach damit die Begrüßung der Liebende.

„Königin Arwen. Ich habe mir schon lange gewünscht Euch einmal zu Gesicht zu bekommen und nun geht dieser Wunsch in Erfüllung. Ihr seid noch schöner und anmutiger als die Erzählungen meines Vaters es beschreiben." Adamantiel lächelte Arwen an. Sie wusste nicht, warum sie der Elbin ihre Gedanken mitteilte und das noch vor den Augen aller anderen. Aber ihr Herz verlangte es.

„Ich danke Euch, junge Elbin", erwiderte die Königin erfreut.

„Auch Euch grüße ich, König Elessar." Aragorn blinzelte etwas verwirrt. Eigentlich hatte er die Tochter Gimlis ganz anders in Erinnerung gehabt. Aufsässiger, wilder und ungestümer. Nicht einmal Legolas hatte es vermocht, sie in ihre Schranken zu weisen.

„Wir kennen uns bereits, Adamantiel. Und ich muss sagen unsere erste Begegnung war durchaus amüsant." Nun lachten alle Drei. Adamantiel, Arwen und Aragorn. Der König hatte die Sache mit dem Wein unlängst seiner Gemahlin berichtet.  

„Wir können diese Sache gerne wiederholen", verkündete Adamantiel verschmitzt und bewirkte damit, das Legolas sich in das Gespräch einmischte, ehe es peinlich für ihn wurde.

„Sei gegrüßt, Arwen", er verneigte sich höflich vor der Elbin, die einst unsterblich war.

„Ihr hattet eine lange Reise bis nach Minas Tirith, Legolas. Ihr alle sollt Gemächer zugeteilt bekommen, in denen ihr endlich wieder in weichen Betten schlafen könnt."

„Na endlich! Der harte Boden war übel für mein Kreuz", entfuhr es Adamantiel und alle lachten laut heraus. Vor allem Legolas und Aragorn, die diese Worte immer aus Gimlis Munde vernommen hatten. Sie glich ihm sehr. Auch wenn sie nicht im geringsten Maße mit ihm verwandt war.

***

Adamantiel POV

Ich ließ mich müde und wie erschlagen auf das weiche Bett fallen. Doch die wohlverdiente Ruhe wurde mir nicht im Geringsten gegönnt. Sofort saßen zwei übermütige Elblein auf meinem Bauch und sprangen dann lustig weiter auf dem Bett herum. Warum hatte ich mich nur zum Babysitten bereit erklärt? Es war eine Qual! Nicht dass es nur Tinnu und Alagos wären!

Ich setzte mich erschöpft auf und sah mich im Zimmer um. Ein kleiner Junge erklomm gerade die Gardinenstange, ein anderer spielte mit dem Vorhang Tauziehen. Ein kleines Mädchen betrachtete sich hin und wieder verzückt im Spiegel und wieder andere diskutierten ernsthaft darüber, ob die Königin vielleicht falsche Ohren hatte! Sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass Arwen freiwillig das unsterbliche, elbische Leben für einen Menschen aufgegeben hatte. Ich auch nicht, aber ich wusste über ihre Beweggründe bescheid. Sie liebte Aragorn.

Ich schnaubte verächtlich. Als ob das alles rechtfertigen würde! Liebe. Wenn man deshalb alles aufgeben musste, wollte ich mich nie verlieben.

*Tante! Kannst du uns eine Geschichte erzählen?* Sofort war Stille und alle drehten die Köpfe zu mir um. Die kleinen Kinderaugen glänzten aufgeregt in Erwartung einer weiteren Geschichte, die ich ihnen erzählen würde. Ich lachte leise, nahm ein kleines Mädchen auf meinen Schoß und begann zu erzählen.

***

Legolas POV

Die Entscheidung über Ithilien verlief kurz und bündig. Aragorn, Arwen, Faramir und dessen Gemahlin Eowyn saßen mit mir im Thronsaal und überlegten, was uns alles behilflich sein könnte. Der Gedanke an eine Elbenkolonie in diesem wunderschönen Land, hatte mich nie wieder losgelassen und jetzt konnte ich meinen Traum endlich verwirklichen.

Wir waren uns einig, dass Faramir und ein paar seiner Männer uns begleiten würden. Sie sollten Nahrungsmittel und Stoffe mit sich führen, damit wir uns fürs Erste auf die Errichtung einer Stadt in den Bäumen konzentrieren konnten.

Dann unterzeichneten meine Freunde und ich einen Vertrag. Es war merkwürdig für mich, doch Aragorn behauptete, das wäre notwendig, damit das Volk diese Entscheidung auch endgültig akzeptieren würde. Ich fragte mich, warum sie dazu zu ein Stück Pergament benötigten, doch ich tat Aragorn stillschweigend diesen Gefallen.

Nach allen wichtigen Sachen, verfielen wir endlich einen vertrauteren Umgangston zurück und unterhielten uns über Vergangenes. Aragorn war Sohn dreier Töchter: Nessa, Eldaria und das wenige Monate alte Baby Caran. Sie hatte rotes flauschiges Haar und grüne muntere Augen.

Éowyn hatte Faramir zwei Söhne geschenkt. Beide waren älter als die Königstöchter und nicht im Mindesten an ihnen interessiert. Aber keiner der Eltern schien das zu bedauern.

Es wurde spät, bis wir uns endlich trennten. Faramir und Éowyn verließen zuerst den Thronsaal. Anscheinend machten ihre Söhne gerne ein paar Schwierigkeiten. Ich kannte da auch jemanden, der mir gerne Probleme breitete. Ich hatte schon seit drei Tagen nicht mehr mit ihr gesprochen und irgendwie fehlte diese Streitlust, die immer in Adamantiels Augen aufblitzten.

*Gimlis Tochter ist entzückend, nicht wahr mein Freund?* Ich sah Aragorn entgeistert an. Entzückend hatte noch niemand Adamantiel genannt.

*Eher erdrückend, Aragorn. Sie ist der Sturmwind persönlich. Das glühende Feuer im Schicksalsberg brennt in ihrer Seele*, behauptete ich seufzend. Adamantiel und ich waren Freunde. Aber das verhinderte nicht die Sticheleien und gegenseitigen Angriffsversuche.

Aragorn lachte laut und legte mir freundschaftlich die Hand auf die Schulter. Seine tiefe innere Ruhe ging auf mich über und ich spürte jeden seiner Finger deutlich. Eigentlich müsste ich derjenige sein, der Ruhe und Gleichgewicht mit sich führt. Doch im Augenblick wirbelten meine Gedanken wirr durcheinander.

*Ich habe deine Leute gezählt, Legolas. Es reisen mehr Frauen mit dir als es Krieger gibt.* Aragorns Schritte hallten ganz schwach an den Wänden der Gänge wider. Er bewegte sich lautlos wie ein Elb, aber nicht einem Elben gleich. Meine Schritte waren nicht herauszuhören. Die hellen weißen Wände schienen keine Notiz von mir zu nehmen,

*Ich weiß*, antwortete ich nur. Ich wusste nicht, wie die Mehrheit der Frauen zustande gekommen war. Ich hatte lediglich ein paar sehr gute Heilerinnen gebeten, mit mir zu kommen. Und Elbinnen, die die besten Kleider fertigten. Wir schwiegen eine ganze Weile, bis wir vor meinem Gemach zum Stehen kamen. Eine große Marmortür mit eingeritzten Bildern aus vergangenen Zeiten trennte mich von meinem Zimmer.

*Kann es sein, dass du so viele mit dir reisen lässt, damit jene, an der dein Herz hängt, in der Menge untergeht?* Ich erstarrte und blickte schockiert in Aragorns Augen auf. Sie waren von solcher Wärme und Weisheit, dass mein Herz es nicht einmal wagte, aufgeregt zu schlagen. Ich dachte kurz über seine Worte nach, die mir im ersten Augenblick unmöglich erschienen waren.

*Aragorn. Mein Herz hängt an keiner einzigen dieser Frauen.* Ich sprach die Wahrheit und Aragorn wusste es. Er lächelte gutmütig wie ein Vater und ich entdeckte kleine Fältchen um seine Mundwinkel und Augen. Er alterte. Irgendwann ist auch seine Zeit zu Ende.

*Fürwahr. Dein Herz hängt wirklich nicht an einer Frau*, lächelte er und wünschte mir dann eine gute Nacht. Ich verstand den Sinn seiner Worte und vor allem seines wissenden Lächelns nicht. Müde und überfordert, öffnete ich die große Steintür und schloss sie wieder hinter mir.

Mein Gemach war groß und weiträumig. Ein riesiges Bett stand in der Nähe des Fensters, hinter dem ein kleiner Balkon die Aussicht auf das Land genießen ließ. Von dieser Seite des Palastes aus, konnte man Mordor sehen. Den erloschenen Schicksalsberg und die dunklen Wolken, die mit jedem Jahr weniger wurden, je mehr wir uns zeitlich vom Ringkrieg entfernten.

Ich betrachtete einige Zeit den Himmel und die untergehende Sonne, genoss ihre letzten wärmenden Strahlen und atmete tief die klare frische Luft Gondors ein. Es war so schön ruhig. Zu ruhig. Ich drehte mich abrupt um und öffnete die Tür. Dann trat ich auf den Gang hinaus und suchte Adamantiels Gemach. Es dauerte nicht lange bis ich es gefunden hatte. Ich zögerte kurz, dann klopfte ich entschlossen an.

Es regte sich nichts. Kein ‚Herein' oder ‚ja' war von der anderen Seite her zu hören. Ich runzelte die Stirn und klopfte noch einmal. Wieder keine Reaktion. Ob sie schon schlief? Ich schob die Tür leise und vorsichtig auf und huschte in das Gemach hinein. Ein kleines Licht auf dem Nachttisch hüllte das Zimmer in einen warmen Schein ein.

Ich tastete mich behutsam voran, um kein Geräusch zu verursachen, das Adamantiel wecken könnte. Was berechtigte mich eigentlich dazu, in das Zimmer eines schlafenden Mädchens...? Ich hielt schockiert inne. Das war es also. Ich sah mich suchend um. Auf dem Bett schliefen drei Kinder zusammengekuschelt und in seichte Träume entglitten. Von Adamantiel jedoch war keine Spur. Ich begann, mir Sorgen zu machen, obwohl ich wusste, dass sie hier vollkommen sicher war.

Ebenso leise und schnell wie ich gekommen war, verschwand ich auch wieder aus ihrem Gemach. Ich ahnte, wo ich sie zu suchen hatte.

***

Adamantiel POV

Die Nacht war jung und die Sterne hatten noch nicht ihren vollkommensten Glanz erreicht. Zwar funkelten sie munter zu mir herab, doch ihr Glanz war schwach und spendete mir keinen Trost. Ich ging barfuss über die kalten Marmorplatten, aus denen wohl der ganze Palast bestand. Nichts weiter als kalter, öder Stein. Doch er spendete mir Trost. Ich kannte das Gefühl unter meinen nackten Füßen. Jede Faser des Steines war mir ähnlich bekannt.

Dann spürte ich weiches Gras, das seufzend unter meinem Gewicht nachgab. Ich knickte einige Halme, da ich nie das anmutige Gehen, das den Elben zueigen war, gelernt hatte. Ich war stets kopflos durch die Welt gerannt.

Eine Wurzel drückte in meine Sohlen. Das raue Holz fühlte sich so gut an. Als wäre es gar nicht alt und rissig sondern frisch und weich. Ich legte meine Hände sanft an den Stamm des Baumes. Er zog mich magisch an. Wie ein Magnet, den es zu einem anderen Magneten drängte. Ich fühlte jede Bewegung, die die Äste und Blüten ausführten. Ich atmete den süßen Geruch ein, der auf meiner Zunge wie Honig schmeckte.

*Was tut Ihr da?* Ich zuckte schreckhaft zusammen, wandte den Kopf jedoch nicht nach Legolas um. Seine Stimme war sanft und verwundert. Der Zauber des Baumes war verflogen.

*Ihr taucht immer im falschen Moment auf*, zischte ich gereizt und nahm die Hände von der Rinde, um den Baum nicht auch zu reizen. Meine Gefühle auf ihn übergehen zu lassen.

*Er ist wunderschön, nicht wahr?* Er überging meine weniger freundliche Bemerkung einfach und gesellte sich zu mir. Was wollte er? Ich mochte ihn nicht in meiner Nähe haben.

*Was wollt Ihr?* Ich hätte ihm gerne zugestimmt. Stattdessen fauchte ich ihn an.

*Nur einen nächtlichen Spaziergang unternehmen*, beschwor er mich. Das ganze natürlich ohne Hintergedanken! Nicht, dass er mich kontrollieren wollte oder so. Nein ganz sicher nicht! Ich spürte, wie ich wieder begann zu kochen.

*Ihr habt mich gerade dabei gestört, wie ich den Baum in Brand stecken wollte*, fauchte ich sarkastisch und verließ den kitzelnden Untergrund um wieder auf Steinen zu stehen. Legolas neigte den Kopf leicht zur Seite, als sähe er mich zum ersten Mal. Ein Schauer lief mir über den Rücken. Meine Füße waren plötzlich kalt und die Sterne strahlten zu hell für diese Nacht. Ich wollte schnell zurück ins Bett. Doch dann fiel mir ein, dass dieses ja von kleinen müden Kindern belagert wurde.

*Da komme ich ja gerade rechtzeitig.* Irrte ich mich oder lächelte der Kerl!?

„Verdammt noch mal und verflucht bei Aule, warum verfolgt Ihr mich!?" Ich kannte die Antwort nur zu gut und es machte mich wahnsinnig. Ich hatte eigentlich angenommen, dass er die Kontrolle etwas einschränken würde, wenn ich Narwainions Rat Folge leistete. Aber Legolas schien mich noch immer für unzurechnungsfähig zu halten.

*Ich weiß es nicht. Ich habe immer Angst, Ihr stellt etwas Dummes an, und schadet Euch dabei selbst. Wie im Düsterwald.* Der freundliche Ton seiner Stimme passte mir nicht. Und schon gar nicht die Tatsache, dass er sich um mich sorgte.

„In diesem Gewirr von dämlichen Unkraut kann man sich ja nur verlaufen, oder ", fauchte ich ihn an. Er blieb ruhig. Wie ich es hasste!

*Ihr habt Recht. Der Düsterwald ist ein gefährlicher Ort, außerhalb der elbischen Grenzen.* Er war viel zu nett! Da lauerte etwas im Busch. Oder im Schatten der Nacht. Je nachdem. Ich betrachtete ihn misstrauisch. Da kein Mond am Himmel stand, spendeten lediglich die Sterne ihr Licht. Aber es kam auf das selbe hinaus.

*Ah. Da fällt mir etwas ein.* Er kramte in den Taschen seiner Tunika. Ich wartete genervt, zitternd, aber doch ein kleines bisschen interessiert. Ich korrigierte meine vorherigen Gedanken: da lauerte etwas in seiner Tasche. Heiß darauf, mich zu überfallen.

*Schafft Ihr es bald noch? Die Nacht wird verdammt kalt.* Er hielt kurz inne, sah mich eingehend an und kramte dann weiter auf der Suche nach etwas.

*Ihr hättet nicht rausgehen müssen. Zudem noch barfuss*, wies er aufmerksam auf meine nicht beschuhten Sohlen hin.

*Danke für den Tipp*, bemerkte ich bitter. Ich stellte einen Fuß auf den anderen, um die Kälte wenigstens für einen kurzen Augenblick aus meiner Haut zu treiben.

*Ah! Ich habe es.* Ich beobachtete, wie mein Lieblings-Vormund ein kleines Kästchen hervorzog und mir entgegenhielt. Ich starrte abwechselnd auf seine Hand und in seine Augen. Was sollte das werden?

Ich erinnerte mich an Gimlis Worte. Wie er immer wieder von Mutter und sich erzählt hatte. Wenn ich mich recht erinnerte, hatte er ihr auch ein Kästchen geschenkt, das bei den Zwergen ein stummes Liebesgeständnis darstellte. Ich war überwältigt, als meine Gedanken sich daran festhielten. Ein Liebesgeständnis!? Von LEGOLAS!? Ich zwinkerte ein paar Male irritiert, ehe ich auf den Gedanken kam, dass es vielleicht bei den Elben etwas ganz anderes bedeuten konnte. Vielleicht eine Hasserklärung oder einfach nur eine Freundschaftsfestigung.

*Ihr könnt es ruhig nehmen. Es beisst nicht. Außerdem ist es nicht von mir sondern von Mala.* Er lachte, als ich ihn ungläubig anstarrte. Ich war in letzter Zeit so begriffsstutzig!

*Von Mala*, wiederholte ich ziemlich blöde und wechselte meine Fußstellung.

*Ja. Sie sagte ich solle dir das geben, wenn die Zeit dafür ist. Und da du dich während der letzten Tage der Reise an meine Anordnungen gehalten hast, dachte ich, es ist an der Zeit, etwas netter zu dir zu sein.* Legolas duzte mich! Ich musste mich setzen. Irgendwohin, aber es war gerade nichts in der Nähe, das meine schwachen Beine hätte entlasten können. Vielleicht war es ein Versehen.

*Ach Ihr DACHTET!?* Mein spottender Ton gefiel mir sehr. So viel wenigstens nicht auf, wie verwirrt ich war.

*Ich habe nicht hinein gesehen...* Sag mal, hörte der mir überhaupt zu!?

*Ich hielt es für anständiger, Euch dies zu übergeben, ohne dass ich vom Inhalt bescheid weiß.* Der quatschte nur gequirlte Pferdescheiße daher. Um dem ein Ende zu setzen, riss ich ihm das Kästchen aus der Hand. Für einen kurzen Moment berührten meine Finger seine Haut. Und nur in diesem kurzen Augenblick stellte ich fest, das sie unheimlich weich und sanft war. Ein Blitz fuhr mir durch den Magen und ich zuckte zurück. Diese allergische Reaktion war wohl doch heftiger, als Nestalinna behauptet hatte. Aber durchaus nicht unangenehm.

*Ihr hättet mir das viel eher geben sollen*, fuhr ich ihn an. Mehr erbost über mich selbst als über ihn. Ich hatte mich nicht einmal bedankt, bevor ich davon gerauscht war. Meine nackten Füße patschten auf den kalten Stein und verursachten watschelnde Geräusche. Zum Glück lag mein Zimmer nicht im zweiten Aufgang. Dann fiel mir ein, dass ja die Kinder in meinem Bett schliefen. Ergeben seufzend, rutschte ich mit dem Rücken die Wand hinab und kauerte mich im Lichtschein einer Fackel auf den schönen Marmorboden. Das Kästchen hielt ich hohl in beiden Händen und ich muss wohl dagesessen haben wie einst Gollum, der seinen Schatz streichelte und mit ihm sprach.

Nach einigem Hin und Her der Gedanken, entschloss ich mich, das Geschenk zu öffnen. Ich war erleichtert und enttäuscht zugleich, dass es nicht von Legolas selbst kam.

Als ich den Deckel anhob, erblickte ich zu aller erst ein kleines Stoffbeutelchen mit bunten Mustern. Ich runzelte die Stirn und hob es heraus. Ein starker, süßer Geruch stieg mir in die Nase und breitete sich schnell weiter aus. Ich setzte den leichten Beutel auf dem Boden ab und untersuchte den weiteren Inhalt der Schatulle. Dort lag noch ein kleines zusammengefaltetes Pergament. Ich entfaltete es und ein fein säuberlich geschriebener Brief in der Allgemeinsprache lag vor mir.

~Adamantiel

Ich wünsche dir alles Gute für die Reise und ein erfülltes, unsterbliches Leben. Du hast noch viel zu lernen und sicher viel zu erdulden und zu erleiden. Aber ich wünsche dir das größte Glück auf Erden. Ich habe dich in mein Herz geschlossen. Nicht weil du eine Elbin bist, sondern wegen deiner unvergesslichen, aufrichtigen Art.

Damit auch dir einmal ein wirklich aufrichtiger Moment begegnet, schenke ich dir diese Krautmischung. Sie ist ein altes Geheimnis unseres Dorfes und heißt ‚Wahrheit' Ich weiß nicht, wie die Elben sie nennen. Gehe behutsam damit um, denn das Rezept ist schon seit einem Jahrhundert verloren gegangen.

In Liebe Mala~

Fortsetzung folgt!!

Ich hoffe das Kapitel hat euch gefallen!! Hinterlasst doch bitte ein kleines Nörgelbrieflein! *gg*

*knuddel*

Liebe Grüße!!

Hab euch super lieb!!!

P.S: VIELEN DANK FÜR EURE LIEBEN KOMMENTARE!!!!!!! IHR SEID SPITZE!!!