Huhu!! Erst einmal ein riesiges SORRY!! Es hat ewig gedauert: Der Grund ist, ich bin fuer 10 Monate in Costa Rica. Und da werde ich um die harte Wahrheit zu sagen, nicht jede freie Minute im Internetcafe rumhaengen...sich versteck Ich hoffe ihr haltet durch drop Vielen lieben DanK!!!
Eure Sleepy Bird
Laurie lantar lassi súrinen
Kapitel 13
War es ueberhaupt wichtig, was Legolas von ihr dachte? Adamantiel seufzte
einmal ganz tief und setzte dann ihren langweiligen Rundmarsch durch das
Zimmer fort. Zwei junge Augen beobachteten sie aeusserst interessiert und
eindringlich.
"Tiel...Muessten wir nicht langsam runter in die Grosse Halle", fragte
Tinnu. Sie hatte sich schon zum zehnten Male wiederholt, aber Adamantiel
schien sie einfach nicht zu hoeren. Also hatte Tinnu es sich zur Aufgabe
gemacht, alle fuenf Minuten ihre Frage zu wiederholen. Sie wollte ihre
Lieblingsfreundin ja auch nicht in ihren Ueberlegungen unterbrechen. Aber
immerhin hatte Adamantiel ja dem Ball zugesagt und musste irgendwann
erscheinen. Sie war ja auch schon fast fertig. Nur dass das rote schimmernde
Kleid etwas zerknittert an ihrem Koerper herabfiel und abgesehen davon blieb
Adamantiel fast jede dritte Runde an irgendeinem Gegenstand haengen. Einmal
hatte es einen lauten, haesslichen Rrrratsch gegeben, aber auch das schien
die Elbin nicht aus der Tiefe ihrer Gedanken zu holen. Also an was, zum
Sauron, dachte sie!? Das zu ergruenden, versuchte Tinnu jetzt schon seit
ueber einer Stunde.
"TI-EL!" Diesmal rief sie etwas lauter. Das kleine Stimmchen hatte schon
vorher immer sein bestes gegeben und nun kratzte es etwas im Hals. Aber
egal, sie wurde das ewige Warten langsam leid. Und wenn Adamantiel noch ein
para Stunden so weiterlief, muessten sie dem Zimmermaedchen irgendwie
erklaeren, warum der sonst tiefblaue Teppich so haesslich weisse Flecken der
Abnutzung vorwies. Sie hatte schon gar nicht mehr damit gerechnet, aber
Adamantiel blieb ploetzlich stehen und starrte das kleine Elbenkind ganz
entgeistert an.
"Tinnu? Sag...wie spaet ist es?" Die Worte krochen langsam aus Tiels Mund
hervor und drueckten Entsetzen aus. Die Kleine schwang sich elegant von der
Bettkante, auf der sie die ganze Zeit gesessen hatte. Der Abdruck ihres
Koerpers war deutlich zu erkennen. Als sie auf dem Boden aufkam, klopfte sie
sich das gelbe Kleidchen zurecht und grinste Adamantiel verschmitzt an.
"Die tanzen da unten schon alle ganz wild seit gut einer Stunde, wenn
du das damit fragen willst", erwiderte sie und zupfte der grossen Freundin
die Falten des Kleides zurecht. Der Riss unten am Saum war gar nicht so
gross, wie sie erst vermutet hatte. Mit ein bisschen Glueck, wuerde es
keiner bemerken.
Doch noch ehe sie ihn eingehend bestaunen konnte, wurde sie in die Hoehe
gerissen, unter den Arm geklemmt und schon rasten sie auf die Zimmertuer zu.
Auf...raus...KNALL, da fiel die Tuer hinter ihnen krachend ins Schloss.
Tinnu konnte einfach nicht anders als zu lachen.
"Warum hast du es denn ploetzlich so eilig", neckte sie. Adamantiel gab nur
ein Zischen von sich, zog es dann aber doch vor, zu antworten.
"Ich habe eine Ewigkeit dazu gebraucht, Narwainion dazu zu ueberreden,
mit mir den Eroeffnungstanz zu tanzen und nun komme ich eine geschlagene
Stunde zu spaet!! Warum hast du bloss nichts gesagt?"
"Hab ich doch! Aber du wolltest ja nicht aufwachen aus deiner
Traeumerei", wehrte sich Tinnu und runzelte trotzig die Stirn. Was
konnte sie denn jetzt dafuer?
"Dann haettest du mich eben aus dem Fenster schubsen sollen oder mir
einen Eimer Wasser ueber diese blonde hohle Birne gekippt! Nein wie steh ich
denn jetzt da?"
Sie hatten es gleich geschafft. Der grosse Saal, in dem der Ball stattfand,
war jetzt nicht mehr weit. Adamantiel aergerte sich wirklich sehr. Sie hatte
die ganze Zeit nur an Legolas und seine unmoegliche Verhaltensweise in den
letzten Tagen gedacht und somit den Tanz mit Narwainion verpatzt. Es musste
endlich Schluss damit sein, dass sie sich ueber diesen daemlichen Prinzen
derartige Gedanken machte. Aber sie konnte einfach nicht anders. Sie MUSSTE
an ihn denken. Und das war noch aergerlicher als ihre jetzige Situation und
machte sie vor alledem nervoes in seiner Gegenwart, was ihr noch nie
passiert ist.
Als sie um die Ecke des ganges rauschte, blieb sie gleich wie angewurzelt
stehen. Neben den grossen Tuerfluegeln stand, laessig an die Wand gelehnt,
ein Mann mit langen haselnussbraunen Haaren. Sie verlangsamte ihren Schritt
und liess Tinnu sanft aus ihren Armen. Diesen Mann kannte sie nicht. Auch
kein Wunder, Gondor war gross. Die Haare und der Schatten seiner Stirn
verdeckten teilweise sein Gesicht. Er wartete auf etwas oder jemanden.
Irgendwie wurde ihr ganz mulmig zumute, aber sie setzte ihren Weg fort.
Tinnus Hand hielt sie fest umklammert.
Als sie sich auf mindestens vier Schritte genaehert hatten, stiess er sich
leicht von der Wand ab und kam auf sie zu. Seine Augen konnte sie noch immer
nicht erkennen. Aber er hieltetwas in der Hand. Es glaenzte leicht.
Adamantiel schielte noch einmal genauer hin. Etwas Goldenes,..Er hielt etwas
Goldenes in der rechten Hand. Sie meinte die Form eines Blattes zu erkennen.
Wenn er jetzt nicht gleich ausweicht, rennen wir direkt ineinander, dachte
Adamantiel muerrisch, fest entschlossen, nicht zur Seite zu weichen. Kurz
bevor sie zusammenstiessen, hob er ruckartig den Kopf und ein hoehnisches,
beinahe grausames Grinsen lag auf seinem Gesicht.
"SÚRINEN...súrinen...súrinen...súrinen...súrinen...súrinen",
hallte es laut in ihrem Kopf. Im gleichen Moment, als sie mit ihm
zusammenstiess. Sie schrie laut auf, kniff die Augen fest zusammen und
hoffte, dass die Stimme schnell vergehen wuerde. Und ploetzlich wusste sie,
wer dieser Mann war. Sie hatte ihn, um es genauer zu sagen, schon drei Mal
gesehen. An ihrem fuenfundzwanzigsten, an ihrem fuenfzigsten und an ihrem
fuenfundsiebzigsten Geburtstag. Aber er hatte immer etwas anderes gesagt.
Nur damals hielt sie es fuer einen bloeden Witz ihres Ziehvaters. Gewundert
hatte sie sich immer bloss, dass dieser Mann nie aelter wurde, obwohl er ein
Mensch zu sein schien. Die Worte hatte sie laengst vergessen, aber jetzt
hatte sie das Gefuehl, sie waren wichtig.
"Tiel...?" Adamantiel wagte es, das linke Auge leicht zu oeffnen
und sah in Tinnus besorgtes Gesicht.
"Warum hast du geschrieen?" Adamantiel atmete tief durch. Das
hatte nichts zu bedeuten. Gar nichts, redete sie sich ein.
"Es ist nur, dass ich diesen schrecklichen Elben nicht sehen
will", wich sie voller Schimpfelan aus und grinste in Tinnus Richtung.
Wenn sie sich nur gut genug ueber Legolas aufregte, vergass sie vielleicht
diesen Mann.
"Du meinst Prinz Legolas?"
"Genau den", antwortete Adamantiel bestimmt. Es klappte...ihre
Angst verflog.
"Der kommt aber gerade aus dem Ballsaal." Tinnu schielte an
Adamantiel vorbei. Legolas sah heute richtig gut aus. Er trug ein silbernes
Gewand, die Haare waren fein frisiert und mit einem Stirnreifen
zurueckgehalten. Sie hatte Gemaelde von der Kroenung Aragorns gesehen. Und
damals hatte Legolas wohl genauso ausgesehen wie heute.
"Und wenn er das wirklich taete, wuerde ich ihn zuruecktreten,"
Legolas kam naeher und runzelte die Stirn.
"ihm noch einmal einen Haarwuchstrank verpassen," Hektisch griff
der Prinz an sein Kinn. Der Bart war gerade erst vor zwei Stunden
abgefallen. Wie Aragorn nur damit leben konnte! Er schuettelte den Kopf. Es
kratzte und juckte staendig.
"und nach Mordor katapultieren, aber hoer bitte auf mit diesen dummen
Wit...zen..." Sie verstummte mitten in ihren schoensten Schilderungen,
als sich eine Hand leicht auf ihre Schulter legte.
"Eigentlich dachte ich, nachdem Ihr mich das letzte Mal so nett
verabschiedet habt, sind wir quitt, was kleine Gemeinheiten angeht. Aber
nachdem, was ich eben gehoert habe, werde ich wohl einen Leibwaechter fuer
mich bestimmen muessen." In Legolas Stimme schwang kein Vorwurf
mit, keine Gemeinheit. Er sagte es so, als meinte er es wirklich Ernst. Und
irgendwie fuehlte sie, dass er gekraenkt war. Sie atmete kurz tief durch und
drehte sich dann schwungvoll um. Tinnu zog es vor, das Schlachtfeld Richtung
Mutter zu verlassen, die gleich bei den Buffettischen stand.
Adamantiel POV
Ein kurzes "Flatsch" liess mich hoeren, dass mein Haar sein
Gesicht peitschte. Aber er gab keinen Laut von sich. Als ich ihm ins Gesicht
sah, einen passenden Kommentar schon auf den Lippen, liess er mich nicht zu
Wort kommen, sondern legte einfach nur seinen Zeigefinger auf meine Lippen.
Ich war verdutzt und gleichzeitig gespannt, was er wohl sagen wollte.
"Ich weiss nicht, was in der letzten Zeit schief gelaufen
ist..." Oh! Da konnte ich ihm aber gleich auf die Spruenge helfen! Ich
runzelte aergerlich die Stirn, wartete aber ab, was er noch sagen wuerde.
"Der Anfang der Reise ist doch ganz gut verlaufen. Ich dachte
wirklich, dass Ihr Euch gut mit mir gestellt habt. Aber wie es scheint, habt
Ihr das wohl nicht so gesehen." Moment mal!!! War jetzt alles meine
Schuld!? So weit kam es noch! Jetzt wuerde ich ihn nicht mehr weiter reden
lassen.
"Ihr habt Euch ebenfalls unmoeglich benommen!" Da war sie
wieder! Meine Stimme, der vertraut aergerliche Ton. Ich spiegelte mich in
seinen Augen.
"Ihr habt mich unterwiesen, als waere ich ein Baby! Gut ich zaehle vielleicht nur neunundneunzig Jahre, aber in sechs Monaten bin auch ich erwachsen. Kapiert das doch endlich und wir koennten gut mit einander auskommen."
Schweigen trat ein. Die froehliche Musik des Balls drang an mein Ohr und stimmte mich irgendwie melancholisch. Ich hatte das Gefuehl, ihm etwas sagen zu muessen. Ihm zu sagen WARUM ich so aufmuepfig war.
"Ausserdem habt Ihr mich staendig ignoriert." Toll Adamantiel! DAS haettest du nicht sagen muessen! DAS gerade nicht! Was denkt er denn jetzt? Ich sah aergerlich zu Boden und wartete auf eine Antwort. Aber er sagte nichts. Er starrte mich nur eine ewig lange Zeit an. Ich spuerte seinen Blick in meinem Nacken brennen.
"Moechtet Ihr mit mir tanzen?" Mein Kopf schnellte augenblicklich in die Hoehe und ich fixierte ihn unglaeublig. Nicht sicher, ob ich mir das nicht eingebildet hatte, denn seine Stimme war sanft und leise gewesen.
"Was?" Ich hatte ihn sehr wohl verstanden. Aber ich wollte auf einmal, dass er es noch einmal wiederholte.
"Ich fragte, ob Ihr mit mir tanzen wollt. Ich zwinge Euch nicht dazu, es ist nur eine einfache Frage." Ich runzelte die Stirn und versuchte kritisch und nachdenklich auszusehen. Aber in Wirklichkeit raste mein Herz nur so und pumpte das Blut hinauf in mein Gesicht. Ich konnte nicht verhindern, dass ich rot wurde.
"Ja klar, warum nicht? Ihr seid ein guter Einstieg, um erst einmal zu ueben. Es macht ja nichts, wenn ich Euch permanent auf die Fuesse trete oder?" Ich grinste ihn frech an. Legolas tat das gleiche, streckte dann die Hand aus und verbeugte sich leicht hoehnisch vor mir.
"Also darf ich um diesen Tanz bitten My Lady?" Ich sog tief die
Luft ein, waehrend ich ihm meine Hand entgegenhielt.
"Ausnahmsweise, Prinz Legolas", erwiderte ich spielerisch. Seine
Aufforderung hatte viel zu nett geklungen. Irgendwie musste man diese
Situation doch laecherlich machen koennen. Aber ein Teil von mir hatte da
strikt etwas dagegen. Warum staendig ironisch sein? Gerade war er ja ganz
nett.
Als er meine Hand nahm, fuhr die Sanftheit seiner Beruehrung durch meinen
gesamten Koerper und ich zuckte zusammen. Langsam aber sicher wurde diese
Alergie mehr als laestig. Ich wollte schon die Hand zurueckziehen, aber er
hielt mich fest und fuehrte mich in den grossen Ballsaal. Seine Augen wiesen
ein dunkles Violett vor. Diese Farbe hatte ich bei ihm noch nie
festgestellt. Es war mir nicht ungewoehnlich, schliesslich veraenderte sich
meine Augenfarbe auch ab und an. Aber dieses tiefe Violett beunruhigte mich
irgendwie.
Ich stoehnte leise, als jetzt auch noch die froehlich schnelle Musik in
Kuschelsongs umschwang. Das konnte ich jetzt gerade gebrauchen. Jetzt, wo
ich mit Legolas tanzen musste. Narwainion waere mir lieber gewesen.
Ich schielte aus den Augenwinkeln in die Masse hinein. Sahen mich Nestalinna
und Helinna? Oder gar Narwainion oder die Koenigin Arwen? Ploetzlich war es
mir peinlich. Legolas und ich sprachen kein Wort. Nicht mal eine kleine
Stichelei fiel, als er die Hand leicht an meine Huefte legte und meine
eigene Hand zu seiner Schulter fuehrte. Erst als er mich naeher zu sich
heran zog, erwachte meine rebellische Seite zum Leben.
"Hey was wird das denn", fuhr ich ihn an. Ich versuchte aergerlich zu
klingen, aber es kam nur ein klaegliches Piepsen zustande.
"So tanzt man zu dieser Musik", erwiderte Legolas lachend und zog mich
demonstrativ etwas naeher zu sich heran.
"Das will ich aber nicht", protestierte ich weiter. Aber er begann schon,
einige Tanzschritte zu machen.
"Ausserdem kann ich das nicht. Ich hab immer nur in verraeucherten Kneipen
mit Gimli getanzt." Das erste mal, dass ich ihm auf die Fuesse trat. Aber er
stoerte sich nicht daran. Warum zum Teufel liess der sich jetzt nicht aus
der Ruhe bringen? Ich trat ein zweites Mal, dismal mit Absicht auf seinen
grossen Zeh.
"Dann wird es ja Zeit, dass Ihr einmal lernt, wie eine Dame zu tanzen." Mit
diesen Worten wirbelte er mich herum und im Zuge meines Schwunges, knallte
ich mit einem Diesntmaedchen zusammen. Doch noch ehe ich unsanft auf dem
Boden landen konnte, hatte Legolas fest meinen Arm umfasst. Das arme
Maedchen hingegen fiel samt Saftglas der Laenge nach hin. Ich riss mich los
und kniete mich neben ihr nieder. Das braune Haar tropfte ein wenig. Als sie
den Kopf hob, funkelte sie mich boese an. Ich versuchte zu laecheln,
streckte ihr die Hand hin, aber sie ignorierte mich. Ihre Augen fixierten
etwas hinter mir.
"Seid Ihr in Ordnung?" Oder jemanden! Jetzt wusste ich, wen sie anstarrte.
Und ploetzlich brodelte Zorn in mir.
"Wartet, ich helfe Euch", hoerte ich Legolas sagen und spuerte, wie er im
Vorbeigehen meinen Arm leicht striff. Er kniete neben dem Maedchen nieder
und streckte ihr die Hand entgegen. Darauf schien sie nur gewartet zu haben.
Sie laechelte wie die Sonne selbst und strahlte zu ihm hinauf. Noch ehe sie
seine Hand nehmen konnte, schlug ich die von Legolas zur Seite und zog sie
beinahe grob auf die Beine. Doch ich zwang mich zu einem Laecheln.
"Verzeih mir. Aber ich habe dich zu Fall gebracht, also helfe ich dir auch
selbstverstaendlich wieder hoch." Ihre Augen fixierten mich feindlich. Aber
ich musste ebenso zurueckgestarrt haben. Jedenfalls wurde es fuer die
umstehenden interessant.
"Kein Problem. Ich danke Euch." Ihr Laecheln war mindestens genauso falsch
wie meines. Dann drehte sie sich zu Legolas um. Ich konnte erkennen, wie sie
rot wurde. Hatte sie vielleicht auch eine Alergie? Ich kam ins Schwanken,
und wusste nicht recht, ob
ich dieses Maedchen bemitleiden oder definitiv nicht moegen sollte.
"Auch Euch danke ich." Ich verdrehte genervt die Augen. Jetzt begann sie
auch
noch zu stottern! Aber gleich darauf drehte sie sich auf dem Absatz um und
eilte in Richtung einer Nebentuer.
Schnell schloss Ingjara die Tuer hinter sich und wurde gleich von
einer entsetzten Freundin empfangen.
"Was in aller Welt hast du dir bitte dabei gedacht!?" Xenia hatte ihre
Stimme schneller als erwartet wieder gefunden. Ingjara lehnte sich seufzend
an die Wand und starrte ihre Fuesse an.
"Ich weiss doch auch nicht", murmelte sie zerknirscht. Sie wagte es nicht,
Xenia anzusehen, aber die Freundin zwang sie dazu, indem sie das Kinn leicht
anhob.
"Ich habe alles genau gesehen! Schon den ganzen Abend scharwenzelst du um
ihn herum! Und jetzt hast du dich mit Absicht der Lady in den Weg gestellt."
Xenia schien ehrlich veraergert zu sein. Dass sich Ingjara so daemlich
benahm, lag schon einige Jahre zurueck. Damals hatte sie staendig dem
Kuechenjungen hinterhergesehen und aus Versehen ein Kilogramm Salz anstatt
Zucker an die Geburtstagstorte des Koenigs gemischt. Das war ein Disaster
gewesen. Sie bekam immer noch Herzklopfen, wenn sie daran dachte.
"Ja aber ueberleg doch mal! Den ganzen Abend steht er nur grimmig und
nachdenklich neben dem Buffet und dann taucht diese blonde Schoenheit in der
Tuer auf und prompt fordert er sie auf, mit ihm zu tanzen." Ingjara war
schwer eifersuechtig, aber das gab ihr noch lange kein Recht, die Gaeste zu
belaestigen. Xenia zwickte ihr veraergert ins Ohr.
"Das hat dich ueberhaupt nicht zu interessieren. Ich verstehe, dass er
schnucklig aussieht, aber anscheinend hat er sich schon jemanden ausgesucht.
Ausserdem musst du der Realitaet ins Auge sehen: Ein Dienstmaedchen hat nie
eine Chance, einen Prinzen zu bekommen. Das existiert nur in Maerchen und
Sagen. Also geh jetzt am besten nochmals da raus und biete der Lady einen
Drink an." Dieser Vorschlag klang sehr vernuenftig, aber Ingjara wollte sich
gar nicht mit dieser Elbin versoehnen. Obwohl...
"Du hast recht", strahlte sie auf einmal.
"Ich geh dann mal in die Kueche und hole etwas Erfrischendes." Lachend
wuschelte Xenia der Freundin durch das Haar und machte sich wieder an die
Arbeit.
Ingjara griff selbstzufrieden in ihre Tasche. Am Morgen hatte sie ein wenig
von diesem Kraut genommen, dass in der Truhe der schlafenden Elbin gewesen
war. Sie wollte mal sehen, was es bewirken konnte.
Legolas POV
Den ganzen Abend ueber schien Adamantiel wieder einmal nicht gut auf mich zu
sprechen zu sein. Und diesmal wusste ich wirklich nicht, was ich falsch
gemacht hatte. Ich war mir keiner Schuld bewusst.
Nachdenklich schaute ich auf den Grund meines Weinglases. Der Wein war gut,
aber laengst nicht so perfekt, wie der Wein des Goldenes Waldes. Ich
schwenkte das Glas ein wenig und beobachtete, wie die rote Fluessigkeit hin
und her schwappte. Auf einmal kam mir der Gedanke an unser erstes
gemeinsames Fest. Ich schielte zu Adamantiel hinueber, die sich amuesiert
mit Helinna und Nestalinna unterhielt. Damals hatte sie das selbe Kleid
getragen. Ich runzelte die Stirn. Nur war damals nicht dieser haessliche
Ratsch am Saum gewesen. Ob das waehrend der Reise passiert war?
Ich beobachtete, wie das Dienstmaedchen, das zuvor von uns umgestossen
wurde, sich Adamantiel naehrte. Ab und an sah sich sich etwas nervoes um.
Ich beschloss, sie nicht aus den Augen zu lassen. Sie trug ein grosses
Tablett mit Glaesern. Alle enthielten einen anderen Drink.
Ich schlich mich unauffaellig etwas naeher an die Freundinnen heran, um
hoeren zu koennen, was sie sprachen.
"Lady...Moechtet Ihr eine kleine Erfrischung?" Das Maedchen reichte
Adamantiel ein Glas, das sie zoegernd annahm.
"Danke", erwiderte mein Patenkind kurz angebunden und drehte sich daraufhin
wieder weg. Aber das schien dem Dienstmaedchen ganz lieb zu sein. Ich
beachtete sie nicht weiter, wie sie die Getraenke zu den anderen Gaesten brachte
und stellte mich noch etwas naeher zu Nestalinna und Hellina. Adamantiel
nippte schon an ihrem Glas.
"Und du bist dir wirklich sicher, dass du einen Braunbaeren als Haustier
hattest!?" Adamantiel lachte laut los, aber Nestalinna schien ehrlich
geschockt zu sein.
"Ja wenn ich es dir doch sage. Warum sollte ich luegen", kam die Gegenfrage
der jungen Elbin. Ich griff nach den Knabbereien, lehnte mich gegen den
Tisch und wartete, was weiter kommen wuerde.
"Aber...aber ich meine...die stinken doch, oder nicht?"
"Eher fressen sie dich, ehe du sie ueberhaupt riechen kannst", meinte
Hellina spoettisch.
"Sprich nicht so! Er war so lieb. Ich habe ihn "Kuschel" getauft." Ich
musste einfach grinsen. Es war zu herrlich, wie ueberzeugt Adamantiel von
diesem Braunbaeren sprach. Wenn das mal stimmte. Wenn ich Gimli das naechste
Mal sah, wuerde ich ihn fragen muessen.
"KUSCHEL!! Ein fleischfressendes baumhohes Tier, nennst du KUSCHEL!? Wo
hat er denn gewohnt?"
"In den Hoehlen hinter der Hoehle mit dem Wasserfall. Aber anfangs war er so
klein wie ein Hund. Und so anhaenglich. Dafuer, dass er gewachsen ist, kann
er ja nichts." Allmaehlich schleppten sich Adamantiels Worte nur noch dahin.
Ich runzelte die Stirn.
"Aber...in Wirklichkeit habe ich vor etwas anderem Angst..." Ich spitzte die
Ohren. Angst? Sie? Wovor denn? Ich kniff die Augen zusammen. Jetzt klammerte sie sich tatsaechlich aengstlich in Hellinas Kleid. Diese schien auch verdutzt zu sein. Der Stimmungswandel war umwerfend.
"Am besten du gehst kurz an die frische Luft." Irgendwoher kannte ich diese Stimme und sie gefiel mir gar nicht. Ich neigte den Kopf leicht nach rechts und: Da war er wieder! Dieser Elb,
der nichts von sich preisgab, und dem ich schon mehrere Male geraten hatte,
sich von Adamantiel fern zu halten. Narwainion. Er umfasste sanft ihren Arm
und zog sie mit sich. In diesem Moment riss ich mich aus meiner Starre.
"Hey! Wo willst du mit ihr hin?" Es war schwierig, ihm durch die vielen
Menschen und Elben zu folgen. Aber wozu war ich ein Elb? Ich holte ihn
schnell ein, da Adamantiel nur sehr langsam ging.
"An die frische Luft, wie ich schon sagte", entgegnete er mir knapp. Seine
Stimme war abweisend. Er wollte nicht, dass ich ihnen folgte, aber genau das
hatte ich vor! Doch ploetzlich kam mir jemand in die Quere und ich verlor
die beiden aus den Augen.
"Verflucht, was...?" Ich hob den Kopf und sah Aragorn direkt ins Gesicht.
"Guten Abend mein Freund. Wozu die Eile?" Der Koenig sah mich durchdringend
an, als haette ich Adamantiel schon wieder geaergert.
"Ich...Dieser Narwainion ist ihr schon wieder zu nahe gekommen. Aragorn, ich
bitte dich, mir einen Gefallen zu tun. Er kommt mir sehr merkwuerdig vor und
auf der Reise beobachtete ich, wie er ein kleines goldenes Blatt in der Hand
hielt und leise sang."
"Und du moechtest, dass ich etwas ueber dieses Goldene Blatt und diesen
Narwainion herausfinde." Aragorn laechelte milde. Ich nickte erleichtert.
"Genau. Ich waere dir unendlich dankbar." Er lachte kurz, klopfte mir
freundschaftlich auf die Schulter und in diesem Moment erkannte ich, dass er
leicht angetrunken war. Aber immerhin war sein Verstand sehr scharf. Er
wuerde es nicht vergessen.
"Ich werde dir einen Boten schicken, wenn wir etwas gefunden haben. Aber nun
enspann dich und geniesse das Fest. Hier wird ihr auf keinen Fall etwas
zustossen, mein Freund." Aber genau das war leichter gesagt als getan. Ich
musste zugeben, dass ich mir ehrliche Sorgen um Adamantiel machte.
Keine POV
"Ich sah ihn...heute zum vierten Mal...Ich hatte seine Existenz schon wieder
vergessen. Aber er erschien mir wieder..." Narwainion lauschte aufmerksam
ihren Worten. Irgendjemand musste ihr ein Wahrheitskraut untergemischt
haben. Von alleine wuerde sie es nicht erzaehlen. Aber was sie ihm da
preisgab, beunruhigte ihn sehr.
"Und was hat er gesagt?" Seine Stimme war sanft aber draengend. Adamantiel
schuettelte den Kopf.
"Ich weiss es nicht. Ich kann mich nicht erinnern. Ich habe die Worte stets
vergessen, die er gesagt hat. Aber heute...heute hallten sie wieder laut in
meinem Kopf."
"Und was war das Wort?" Er nahm sanft ihre Haende. Sie waren kalt.
"Narwainion...Er hat gesagt...Sùrinen. Aber ich weiss nicht, was das
bedeutet." Sie klammerte sich nervoes in den Stoff seiner Tunika.
"Es wird alles gut", versicherte er ihr und erhob sich. Legolas wartete
stumm im Schatten. Die letzten Worte hatte er gehoert. Er hatte geahnt, dass
sie hier waren. Aber was erzaehlte sie diesem Elben da? Mit ihm haette sie
niemals so ernst und normal gesprochen. Er beobachtete mit Groll, wie
Narwainion der kleinen Elbin sanft ueber den Kopf streichelte. Aber er hielt
sich zurueck.
"Das war alles, was ich wissen musste", hoerte er ihn sagen und Adamantiel
nickte, laechelte erleichtert zu ihm auf.
"Narwainion...?" Der grosse Mann sah fragend zu ihr hinab.
"Ja?"
"Es ist nur...immer wenn ich dich sehe, wenn ich bei dir bin...dann habe ich
so ein warmes Gefuehl...ich fuehle mich sicher." Legolas wagte kaum zu
atmen. Abgesehen davon konnte er es auch nicht. Er stand wie vereist im
Schatten und musste diesen Worten lauschen. Sie taten ihm mehr weh als alle
ihre Gemeinheiten.
Aus den Augenwinkeln verfolgte er, wie Narwainion ihr einen sanften Kuss auf
die Stirn gab und ihr leise etwas ins Ohr fluesterte. Dann wandte der Elb
sich ab und verliess den grossen Balkon. Legolas bemerkte er nicht, oder tat
so, als bemerke er ihn nicht.
Es folgte langes Schweigen. Beide gaben sie keinen Laut von sich. Sie wussten auch nichts voneinander. Legolas stand mit gesenktem Kopf an der Wand und ueberlegte, was er tun koennte.
Und ploetzlich begann Adamantiel aus voller Kehle zu lachen. Sie lachte so wild drauf los, dass Legolas nur verwirrt lauschen konnte. Was bitte, war denn gerade so witzig gewesen?
Fortsetzung folgt!!!!
Ey mein lieber Gott... Das war eine ewige komplizierte Geburt. 5 Mal ist es im Internetcafe geloescht worden, bis ich auf die glorreiche Idee kam, die Story auf Diskette zu speichern!! Bin ich gut freu
Ich hoffe ihr seid nicht gar zu sauer und angeoedet. Dies hier war siocher nicht das beste Kapitel, dass ich geschrieben habe. dickes Bussi an alle
Ciao ciao
Eure Diana
