Laurie lantar lassi súrinen

Laurie lantar lassi súrinen
Wie Gold fallen die Blätter im Wind

Das Ende einer Freundschaft

"Stimmt es...dass ich unser Kind verloren habe?", fragte sie leise. Die Anwesenden standen wie vom Donner gerührt. Eisiges Schweigen breitete sich aus.

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Adamantiel POV

Meine Worte schnitten die Luft. Ich sah, wie Legolas die Schultern hängen ließ und leicht den Kopf senkte. Er hatte es also gewusst. Meine Gedanken wirbelten wild. Warum hatte er nichts gesagt? Warum hatte er es mir verschwiegen? Er muss sich schlecht fühlen. War es das, was seinen Augen die gesamte Zeit über einen traurigen Glanz verlieh?

Er hatte geweint. An meinem Bett. Er hat es mir verschwiegen. Bewusst.

Ich schüttelte den Kopf, als würden die Gedanken dadurch verschwinden. Sie passten nicht zu meinen Gefühlen. Aber die passten auch nicht zueinander. Wilde Wut, Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Mitleid.

Mein Blick wanderte zu meinem Vater. Er war aufgesprungen, hatte sich jedoch gleich in den Sessel fallen lassen, um jetzt wieder langsam auf die Beine zu kommen. Er war nicht wesentlich größer als wenn er saß.

Sein Gesichtsausdruck wäre komisch gewesen, wenn die Situation es erlaubt hätte. Seine Augen waren weit aufgerissen und er hatte seinen Unterkiefer nicht mehr unter Kontrolle, denn der klappte auf und zu, als wollte er etwas sagen. Er hatte es nicht gewusst. Eine tiefe Zuneigung überflutete mein Herz, denn er war der einzige, der mich nicht betrogen hatte. Neben Narwainion.

„Adamantiel…" Legolas wollte auf mich zugehen. Ich stand steif und fest wie ein Fels in der Brandung auf einem Fleck. Ich sah noch immer Gimli an. Und plötzlich war dieser so schnell in Bewegung, dass ich dem weiteren Geschehen nicht wirklich folgen konnte.

Auf einmal lag Legolas am Boden. Mein Vater warf sich auf ihn und verpasste ihm einen Fausthieb nach dem anderen.

Ich schrie auf und war in wenigen Augenblicken bei ihnen.

„VATER!! Hör auf!" Blut lief aus Legolas' Nase. Ich konnte nicht erkennen, wo mein Vater noch seine Fäuste platzierte. Aber ich hatte mit einem Mal Angst um Legolas. Gimli war in rasender Wut.

„Du kleiner mieser Elb! Dachtest wohl es würde nie rauskommen, was!? Du hast mich einfach angelogen!!" Der kleine Mann wirbelte um sich und sein Ellbogen traf meine Hüfte, als ich versuchte, zwischen sie zu gehen. Warum wehrte sich Legolas nicht!? Ich bemerkte, dass mein Mund zu einem stetigen Schrei geöffnet war.

„OH DU STINKENDER PRINZ! DU MÜSSTEST WISSEN, DASS ICH DA KEINEN SPAß VERSTEHE!! DU BIST…" Jedem zweiten Wort folgte ein weiterer Hieb „…nicht BESSER ALS STINKENDE ORKS UND SAURON SELBST!!"

Die Tür flog auf und ich wurde zur Seite gedrängt. Ich konnte mich gerade noch an dem großen Tisch festhalten, ansonsten wäre ich wohl gefallen. Ich sah, wie fünf Elben der Palastwache meinen Vater von Legolas herunterzerrten und unsanft zu Boden drückten.

„Das ist das Ende …unserer Freundschaft", keuchte Gimli, dessen linke Gesichtshälfte am Boden klebte. Ich zitterte am ganzen Körper und konnte noch immer nicht begreifen, was gerade geschehen war.

Luferion half dem zerschundenen Elben aufzustehen. Erst jetzt konnten sich meine Augen von meinem rasenden Vater lösen, der noch immer versuchte, auf die Beine zu kommen.

„Ich bin noch nicht fertig mit dir!", knurrte er heiser. Seine Stimme verriet mir, dass er Legolas verabscheute.

„Adamantiel! Bleib wo du bist." Seine bestimmenden Worte riefen mich in die Gegenwart zurück. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich auf halbem Weg zu Legolas war. Meine Augen richteten sich auf ihn und ich erschrak. Er blutete heftig aus einer Wunde über dem linken Auge und seine Nase schien gebrochen zu sein.

„Prinz. Ihr müsst mitkommen, damit wir euch verarzten können", hörte ich Luferion sagen. Legolas schüttelte den Kopf und versuchte die Hand des hilfsbereiten Elben abzuwehren. Sein Kopf hing schlaff herunter und als er ihn hob, um mich anzusehen, konnte er das nur aus einem Auge. Ein tiefer Schmerz breitete sich aus und auf meinen Lungen lag plötzlich ein lähmender Druck.

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Legolas POV

Alles schmerzte. Gimlis Fäuste waren noch immer so zielsicher wie ich sie aus dem Ringkrieg kannte. Doch diesmal hatten sie mich zum Feind gewählt. Ich hätte mich wehren können. Aber das tiefe Bewusstsein, dass ich seine Wut verdient hatte, hatte meinen Körper gelähmt und mich nur die Arme zu meinem Schutz heben lassen.

Mein Blick traf auf Adamantiel, die mitten im Zimmer stand. Sie stand verloren und hilflos in meinem großen Arbeitszimmer. Die Tunika war verrutscht und ließ eine Schulter unbedeckt. Ich tat einen Schritt auf sie zu, ohne den Kontakt zu ihren Augen zu verlieren. Sie waren weit aufgerissen, wie die Augen eines kleinen Kindes und es stand Schmerz und Kummer in ihnen.

„Wage es nicht, Sie Noch EIN EINZIGES MAL zu berühren." Gimlis Stimme ließ mich zusammenfahren. Seine Drohung enthielt ein Ultimatum. Doch ich wollte Adamantiel in den Arm nehmen und ihren Schmerz lindern. Ich streckte den Arm nach ihr aus.

„Prinz, bitte…Ihr müsst Euch schonen.", hörte ich Luferion sagen. Doch da ergriff Adamantiel auch schon meine Hand. Ich sah sie überrascht an. Ich hätte gedacht, sie würde mich von sich weisen. Ein Schauer lief mir über den Rücken.

„Komm. Ich helfe dir", sagte sie leise.

Ein animalischer Laut drang aus der Kehle des Zwerges.

„Du wirst nicht…", knurrte er bedrohlich. Adamantiel drehte den Kopf zu ihm hin.

„Für das was geschehen ist, trägt Legolas keine Schuld.", antwortete sie ihm scharf.

„Beruhige du dich erst einmal, dann können wir drei miteinander reden." Gimli riss ungläubig die Augen auf. Ich verstand ihn. Er war seinem Vaterinstinkt gefolgt und hatte seine Tochter verteidigt und nun half sie dem Mann, der ihr seiner Meinung nach alles Leid der Welt angetan hatte. Ich würde ihm auch nicht übel nehmen, wenn er mich noch einmal zusammenschlug. Denn ich fühlte mich entgegen Adamantiels Worten schuldig.

Gimli rief uns noch etwas hinterher, doch die zufallende Tür dämpfte seine Worte. Wir gingen den Gang entlang zu meinen Gemächern. Adamantiel und Luferion stützten mich. Keiner sagte ein Wort.

„Ich werde ein paar Zofen zu euch schicken, damit Ihr verarztet werdet.", bot Luferion an, als sich mich wankend auf dem weichen Bett meines Zimmers niederließ. Ich hob den Kopf und sah den Elb dankbar an. Er nickte mir zu und verschwand leise und schnell aus meinem Gemach. Noch während ich auf die geschlossene Tür starrte, spürte ich eine Hand, die sich sanft an meine Wange legte. Ich wandte den Kopf und sah in Adamantiels Augen. Sie kniete vor mir und streichelte mich zärtlich. Ich wusste nicht, was ich ihr sagen sollte. Es tut mir leid war plump und unpassend. Es drückte nicht das aus, was ich fühlte. Und noch während ich darüber nachdachte, was ich ihr am besten sagen sollte, stand sie auf und verschwand im Badezimmer. Kurz darauf kam sie mit einem feuchten Handtuch zurück und hielt es mir an das schmerzende Auge. Das weiß des weichen Stoffes färbte sich auf der Stelle rot. Sie tupfte mir leicht über die Stirn und sie tat es gewissenhaft.

„Ich…", begann ich ziemlich tölpelhaft und schloss wieder den Mund. Ich sollte besser den Mund halten, wenn ich nicht wusste, was ich ihr sagen konnte.

„Es tut mir leid, was Gimli dir angetan hat. Ich hätte es verhindern sollen." Ihre leise Stimme zitterte. Ich wusste, dass der Schock tief saß.

„Ich hatte es verdient.", stieß ich aus zusammengebissenen Zähnen hervor und stöhnte leise, als sie mit dem Handtuch meine ramponierte Nase berührte. Sie widersprach mir nicht. Wieder hüllte das Schweigen uns ein.

„Warum hast du mir nichts gesagt?" Ihr Tonfall schmerzte mehr als alles andere. Sie war nicht wütend oder sauer auf mich. Sie war enttäuscht und verletzt.

Noch ehe ich antworten konnte, klopfte es an der Tür.

„Herein", rief mein kleines Patenkind und die Tür öffnete sich. Sémersion betrat den Raum, gefolgt von Luferion und drei Zofen, die verschiedenste Flaschen, Verbände und Schüsseln mit Kräutern und Wurzeln trugen.

„Bei Eru. Dich hats erwischt!" Sémersion sagte es in einer Mischung aus Entsetzen über den Zustand des Freundes aber auch Bewunderung für den kleinen alten Zwerg. Ich zog es vor, diese Bemerkung unerwidert zu lassen.

„Wo ist Gimli?", fragte ich matt.

„Wir haben noch kein Gefängnis also mussten wir improvisieren. Wir haben ihn auf den höchsten Baum geschafft. Der Zwerg wird da so schnell nicht runterkommen." Sémersion grinste befriedigt.

„Er hat Höhenangst", fügte er grinsend hinzu. Entweder schien er sich dem Ernst der Situation nicht bewusst zu sein, oder aber er versuchte wieder einmal, die Situation zu retten.

„Aber jetzt lass dich erstmal verarzten. Du siehst echt böse zugesetzt aus." Ich grinste schief und wurde mit einem stechenden Schmerz in der Nase bestraft.

„Das hätte ich nicht vermutet", erwiderte ich. Ich ließ die Zofen um mich herum werkeln und stellte enttäuscht fest, dass Adamantiel sich von mir zurückgezogen hatte, um die Elben ihre Arbeit machen zu lassen. Sie lehnte an der Wand neben der Tür und hatte den Kopf gesenkt. Ich wollte unbedingt wissen, was in ihr vorging. Ihr Verhalten überraschte mich, denn ich hatte vermutet, sie würde mich mit Beschuldigungen überhäufen. Stattdessen wirkte sie ruhig und gefasst und ich musste anerkennend feststellen, dass sie erwachsen geworden war. Wenn auch auf schweren Wegen und Erfahrungen.

Sie hob den Kopf, als sie bemerkte, dass ich sie beobachtete und sah mir in die Augen. Ich konnte ihren Blick nicht deuten, aber ich spürte, da war etwas das uns auseinander drängen wollte.

Binnen einer halben Stunde war ich verarztet. Meine Wunden gesäubert und ich erhielt einen dicken Verband um den Kopf.

„Brauchst du noch etwas?", fragte Sémersion. Ich schüttelte den Kopf.

„Lasst uns jetzt bitte allein." Erwiderte ich meinem Freund. Dieser warf einen kurzen Blick in Adamantiels Richtung und bedeutete dann den anderen Elben, ihm aus meinem Gemach zu folgen.

„Ich sehe dich dann nachher, Mellon." Ich nickte. Erleichtert atmete ich auf, als die Tür sich wieder schloss. Ich wusste, ich war Adamantiel noch eine Erklärung schuldig.

„Du warst zu schwach. Ich wollte, dass du dich zuerst erholst." Ich sah, wie sie den Kopf schüttelte.

„Du wolltest es mir überhaupt nicht sagen. Du hast gehofft, dass ich es nie erfahren würde." Die Bestimmtheit und Überzeugung mit der sie das sagte, irritierten mich. Ich wusste, sie hatte recht.

Noch ehe ich ihr widersprechen konnte, sprach sie weiter.

„Ich danke dir dafür." Jetzt war es um mein Verständnis geschehen. Ich erhob mich vom Bett und trat einige Schritte auf sie zu.

„Ich verstehe nicht…" sagte ich leise und sah sie fragend an. Sie fuhr sich unsicher durchs Haar.

„Ich glaube, es wäre auch mir lieber gewesen, hätte ich es nie erfahren." Ich berührte ihre Wange wie sie zuvor die meine.

„Ich habe alles zerstört." Diese Worte trafen mich tief. Ich verstand jetzt, dass sie sich Schuldvorwürfe machte und zog sie in meine Arme. Sie ließ es geschehen.

„Das ist nicht wahr." Flüsterte ich an ihrem Ohr. Ich spürte, wie sie die Hände in meine Tunika krallte.

„Ich habe dein Kind nicht genügend beschützt.", schluchzte sie. Meine Tunika fühlte sich feucht an. Der Schmerz überwältigte mich und ich drückte sie noch fester an mich.

„Du darfst dir keine Vorwürfe machen. Du hast getan was du konntest. Du wusstest nicht einmal, dass du …unser Kind…in dir getragen hast." Ein Zittern ging durch ihren Körper.

„Wenn jemand versagt hat, dann war ich es. Ich habe dich nach jener Nacht allein gelassen. Ohne Schutz." Ich spürte, wie meine Stimmte heftig zitterte. Das Ziehen in meiner Nase hatte jetzt einen anderen Ursprung.

„Narwainion war bei mir.", erwiderte sie. Doch diese Bemerkung bewirkte das Gegenteil von dem was Adamantiel beabsichtigt hatte. Sie beunruhigte mich sehr.

„Ich traue ihm nicht, Melamin." Sie hob den Kopf und wir sahen einander an.

„Er hat immer zu mir gehalten.", flüsterte sie leicht verärgert.

„Du willst ihn schlecht machen, da er der einzige war, der den Mut hatte, mir zu sagen, was vorgefallen ist." Ich spürte, dass ich eine Gratwanderung vor mir hatte. Wie sollte ich sie vor Narwainion warnen, ohne sie auf mich wütend zu machen.

„Ich glaube seine Motive sind nicht so edel wie du denkst.", sagte ich sanft. Ihre Augen spiegelten wachsenden Zorn wider.

„Er hat mich im Düsterwald gerettet, als du mich loswerden wolltest. Er hat mir geholfen, als die Spinnen mich angriffen und er war stets an meiner Seite. Wie kannst du es wagen, ihn zu beschuldigen?" Ich spürte, dass ich mich zu weit vor gewagt hatte und versuchte es mit einem Schritt rückwärts.

„Ich wünschte du würdest das gleiche von mir sagen können." Die Worte wirkten, denn ihr Körper entspannte sich wieder. Ihre Augen sahen mich traurig an.

„Ich ertrage es nicht, dich anzusehen.", flüsterte sie mit tränenerstickter Stimme. In diesem Moment dankte ich Sémersion dafür, dass er mir ein Kraut gegeben hatte, dass den Fluch, der auf meinen Gefühlen gelastet hatte, wieder aufhob. Was wäre gewesen, wenn ich Adamantiel in diesem Moment nur verletzende Worte hätte entgegenbringen können?

„Lass uns neu beginnen, Melamin.", erwiderte ich. Sie wollte den Kopf schütteln, doch ich fasste ihr Kinn und drängte sie sanft, mich zu küssen. Tränen standen in ihren Augen bevor sie sie schloss, um sich meinem Kuss zu ergeben. Ich empfand eine Zärtlichkeit, die mich schier verrückt machte und umschloss ihren zierlichen Körper mit meinen Armen.

Als wir uns keuchend und mit klopfendem Herzen voneinander lösten, strich ich ihr eine Haarsträhne hinters Ohr.

„Ich liebe dich."

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KEINE POV

Währenddessen hatte sich die Nachricht des ausgerasteten Zwerges in der ganzen Elbenkolonie herumgesprochen. Schaulustige begaben sich zu dem Baum, auf dem Gimli gefangen gehalten wurde und sprachen verächtliche Worte. Sie hätten ja schon immer gewusst, dass eine solche Freundschaft nicht aufrichtig sein konnte.

Gimli tat, als würde er sie nicht hören. Doch in seinem Innersten brodelte es. Niemals war er so enttäuscht worden. Erst von seinem Freund und dann von seiner eigenen Tochter, die zu diesem Verräter hielt!

„Pssst" Er schreckte auf und verlor das Gleichgewicht, konnte sich jedoch im letzten Moment an einem Ast festhalten.

„Verflucht!", stieß er mit rasendem Herzen hervor. Er bezweifelte, dass einer dieser aufgeblasenen Tunichtgute unten auf dem Boden ihn aufgefangen hätte. Erst als er sich wieder beruhigt hatte, sah er sich nach dem Unruhestifter um. Zwischen den Ästen bemerkte er eine große schmale Gestalt. Seine Augen verengten sich. Das war einer dieser aufgeblasenen Elben!

„Ich kann Euch hier runter bringen, ohne dass es jemand bemerkt." Gimli konnte ihn kaum verstehen.

„Was hättest du Schlitzohr wohl davon.", giftete er zurück.

„Adamantiel schwebt in großer Gefahr. Ihr werdet sie doch nicht im Stich lassen wollen?", erwiderte er, ohne auf den Kommentar des Zwerges einzugehen.

„Ich weiß von dem Fluch.", knurrte der Bärtige und verschränkte die Arme.

„Damit kriegst du mich nicht an den Haken." Das schien auch Narwainion einzusehen und er entschloss sich, alles auf eine Karte zu setzen.

„Aber man hat dir bestimmt nicht erzählt, dass der Fluch durch den Elbenprinzen hervorgerufen wurde." Die Worte trafen einen schon wunden Punkt. Gimli war offen und empfänglich für das, was der Elb zu sagen hatte.

„Sprich weiter.", knurrte er missmutig.

„Adamantiel hat ihm gegenüber das erste Mal tiefen Hass empfunden, was den Geist erweckt hat.", begann Narwainion mit seiner Geschichte.

„Jetzt wird Luz nicht eher ruhen, bevor er sich nicht ihrer bemächtigt hat. Und dann wird er jeden, den sie liebt, auslöschen."

Gimli erschauderte. Angst bemächtigte sich seines Herzens.

„Was können wir dagegen tun?", fragte er aufgebracht. Narwainion bedeutete ihm, leiser zu sprechen.

„Sie muss am Tag ihres Geburtstages allein sein. Dann tritt Luz nicht hervor.", erwiderte Narwainion. Er spürte, dass der Zwerg angebissen hatte.

„Woher weißt du das?" Eine letzte misstrauische Frage, die zerstreut werden musste.

„Erinnerst du dich an jenen Tag unter den Tannen?" Gimli erstarrte und versuchte jetzt, den Sprecher in den Ästen genauer zu erkennen.

„Der Regen ließ keine weite Sicht zu. Das Kind schlief friedlich in meinen Armen als ich es dir gab." Ein Schauder lief über den Rücken des Zwerges. Das war also der Elb, der ihm Adamantiel gebracht hatte. Er konnte nicht anders, als dem Mann zu vertrauen, der das Kind in die liebevolle Obhut einer Zwergenfamilie gegeben hatte. Das war nun 99 Jahre her.

„Sag mir, was ich tun kann."

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Die Reiterschar war schnell unterwegs. Dennoch würden sie es nicht mehr vor dem Geburtstag der jungen Frau schaffen, befürchtete Aragorn. Seine Gedanken überschlugen sich, denn er erahnte die lauernde Gefahr. Wenn er sich auch nicht die vollen Ausmaße vorstellen konnte, die der Fluch tatsächlich mit sich führte. Wenn er richtig gerechnet hatte, würde Adamantiels einhundertster Geburtstag morgen sein.

„Schneller! Bis zum morgigen Tag werden wir keine Rast mehr machen.", rief er seinen Leuten zu. Er hatte keine Zeit darüber nachzudenken, ob sie ihm leid tun sollten. Er wusste, sie hatten ihm bedingungslose Treue geschworen und würden ihm folgen.

Der König gab seinem Pferd die Sporen und betete zu Eru, dass Legolas und Adamantiel nichts zustoßen möge.

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Ein Rumoren ging durch die Kolonie der Elben. Der Zwerg war in der Nacht entkommen. Trotz der strengen Bewachung hatte er es geschafft, zu entfliehen. Luferion war aufgebracht. Sie waren sich so sicher gewesen, dass Gimli nicht über die Baumkronen flüchten würde, da der Baum erstens zu weit von anderen entfernt stand und seine Höhenangst ihn eigentlich daran hätte hindern müssen. Zudem konnte er sich nicht erklären, wie der Zwerg ohne ein einziges Geräusch verschwunden war. Zwei Tage lang hatten sie ihn bewacht und jetzt war er entwischt. Er konnte das Gefühl nicht loswerden, dass ihm jemand geholfen hatte. Aber wer?

„Tinnu! Holst du die Lembas von Gladha? Sie müssten eigentlich fertig sein." Hellinas Stimme klang glockenklar durch den Wald. Luferion sah nach oben und sah sie in der Tür zu ihrer Behausung stehen. Sollte sie dem Zwerg geholfen haben? Schließlich war er Adamantiels Adoptivvater. Er nahm sich vor, sie bei Gelegenheit darauf anzusprechen.

Überall waren die Elben mit den Vorbereitungen für den einhundertsten Geburtstag der kleinen Elbin beschäftigt, die so viel Trubel in ihre Leben gebracht hatte. Luferion lächelte wehmütig. Er hatte eingesehen, dass er keine Chance gegen Legolas hatte. Wie gern hätte er Adamantiels Tränen getrocknet, die sie fast täglich vergoss. Auch wenn sie glaubte, niemand würde es bemerken, wussten es doch alle. Doch keiner wusste, was den Zwerg so in Rage versetzt hatte, um den Prinzen so übel zuzurichten. Sie ahnten nicht einmal, dass Legolas und Adamantiel vor kurzem ein Kind verloren hatten. Jeder war in fröhlicher Stimmung, da der einhundertste Geburtstag immer etwas Besonderes war. Ein großer Schritt im Leben eines Elben. Denn dann war er für volljährig erklärt und konnte den weiteren Weg selbst entscheiden.

Viele waren froh darüber, denn sie erhofften sich, dass der Prinz endlich wieder normal werden würde. Andere hatten sich mit dem Gedanken angefreundet, dass die beiden Elben, deren Liebe zueinander offensichtlich war, endlich ein Paar werden würden.

Ein großes Zelt aus feinstem Tuch wurde auf einer Lichtung erreichtet. In letzter Zeit hatten sie oft Anlässe zum Feiern gehabt. Und Elben liebten es fröhlich und harmonisch.

Nur das Geburtstagskind selbst hegte ganz andere Gefühle an seinem großen Tag. Adamantiel kauerte mit angezogenen Knien in einer Ecke ihres runden Hauses und wippte vor und zurück. In dieser Nacht hatte sie wieder von Luz geträumt, der sie verhöhnte. Sie spürte seine Anwesenheit und seine Macht über sie. Und sie wusste, dass sie schwach war. Zu schwach, um ihm etwas entgegensetzen zu können. Gimlis Verschwinden hatte sie traurig gestimmt und sie vermutete, dass er wieder auf dem Weg zum Einsamen Berg war. Enttäuscht und wütend.

Die Gefühle, die in ihr tobten, gehörten nicht mehr ihr. Sie schüttelte resignierend den Kopf. Es war Luz's großer Tag. Ihr einhundertster Geburtstag. Und sie würde sich nicht gegen ihn wehren. Er hatte ihr schon in so mancher Situation gezeigt, dass sie machtlos war. Und er hatte ihr alles genommen. Die Liebe, den Vater und ihr ungeborenes Kind.

Eine Träne tropfte auf den Diamanten in ihrer Hand. Er schimmerte verführerisch. Doch sie hörte die Stimmen der gequälten Seelen, die darin gefangen waren.

„Wann hast du endlich genug?", sprach sie in den leeren Raum. Legolas hatte sie am Morgen verlassen, um sich um die Organisation des Festes zu kümmern. Er hatte ihr versichert, dass alles gut werden würde. Doch sie wusste es besser. Sie fühlte es besser. Sie fühlte wie ihre Gefühle verschwanden und Luz sie in Besitz nahm und sie war hilflos ausgeliefert.

„Tiel! Was sitzt du denn da in der Ecke?" Sie sah auf und entdeckte den kleinen Alagos, der ihr Haus betrat.

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Adamantiel POV

„Nestalinna meinte, wir sollten zusammen die Blumenkränze für die Tische flechten. Heute Abend hast du doch Geburtstag! Das ist so aufregend. Bestimmt bekommst du viele Geschenke!", freute er sich in seiner kindlichen Unschuld. Ich zwang mich zu einem Lächeln und erhob mich vom Boden. Dann legte ich Alagos eine Hand auf den Kopf und grinste ihn an.

„Klar machen wir das. Hast du Timpetu heute denn schon gesehen?" Der kleine Elb schüttelte den Kopf. Ich kicherte.

„Ich weiß wo er sich versteckt. Wenn du möchtest können wir ihn ja besuchen." Die Augen des Kindes leuchteten auf und er nickte heftig mit dem Kopf.

„Oh ja!", rief er begeistert und zog mich an der Hand zur Tür hinaus.

„Lauf doch nicht so schnell, da kommt ja keiner mit.", rief ich, aber er zog mich weiter, bis wir den Waldboden erreicht hatten. Dann sah er mich erwartungsvoll an. Ich deutete in eine Richtung, in der der Wald sehr dunkel und unzugänglich werden würde. Er ging voraus und ich gab ihm nur einige kurze Anweisungen.

Wir liefen, bis wir Wasser plätschern hörten und ich zog Alagos nach rechts zu einem dichten Dickicht.

Ein kleiner Rüssel streckte sich uns entgegen und Timpetu trötete ebenso erfreut, wie Alagos jauchzte. Das Elbenkind stürzte sich ins Dickicht ohne Rücksicht auf Kratzer.

„Da bist du ja! Wo hast du nur gesteckt die ganze Zeit?" Er streichelte dem Tier den Rüssel,

„Komm her Adamantiel. Er freut sich sicher, dich zu sehen." Ich schüttelte den Kopf und sah dem kleinen Olifanten in die Augen. Er beäugte mich misstrauisch. Ich wusste, dass er meine Nähe scheute und hielt mich respektvoll von ihm fern. Er spürte den bösen Geist in meinem Körper und sein tierischer Instinkt ließ ihn vor mir zurückweichen.

Vor einigen Tagen wollte ich ihn füttern, doch er nahm nichts aus meiner Hand an. Schließlich hatte das Nestalinna übernommen, die ich geholt hatte, da ich mich um Timpetu sorgte. Aus ihrer Hand fraß der hungrige Dickhäuter sofort alles, was sie ihm gab. Da hatte ich verstanden. Luz hatte mir auch meine Unschuld und einen Freund genommen.

Ich betrachtete Alagos mit einem wehmütigen Lächeln. Ich war allein.

„Du siehst es also endlich ein.", stellte eine höhnische Stimme in meinem Kopf fest. Ich schüttelte ihn, schloss die Augen und hoffte, dass Luz verschwinden würde. Doch die Antwort war nur ein kaltes triumphierendes Lachen. Sein Auftauchen war leise und unbedeutend. Ich hatte mir seine Machtübernahme eigentlich spektakulärer vorgestellt.

„Du bist naiv zu denken mit reiner Willensstärke könntest du mich besiegen.", flötete er so freundlich, wie es einem kalten Geist gelingen konnte. Ich öffnete die Augen und registrierte, dass ich schon wieder in seiner Welt gefangen war. Ich sah ihn vor mir. Weiß und strahlend. Nichts außer seinen gefährlichen roten Augen deutete darauf hin, dass er gefährlich war. Nebel hielt mich umschlungen. Und hatte ich anfangs in nächtlichen Begegnungen panisch um mich geschlagen, stand ich heute einfach nur da und ließ es geschehen.

„Die Zeit ist reif, mir deinen Körper zu überlassen." Ich ließ zu, dass er mein Kinn grob packte und mich zwang, ihn anzusehen.

„Vielleicht sollte ich mit kleinen Dingen anfangen.", sagte er höhnisch und seine Lippen näherten sich den meinen. Ich begriff, dass er mit „kleinen Dingen" Alagaos und Timpetu meinte. Ich schlug seine Hand weg. Er schien überrascht zu sein, dass ich Widerstand leistete.

„Du wirst Alagos kein Haar krümmen!", fauchte ich ihn an. Seine Überraschung hielt nicht lange an und seine Mundwinkel verzogen sich zu einem überheblichen Lächeln. Seine kalte Hand griff wieder nach meinem Kinn. Ich zitterte. Die tote alte Frau in Gondor, mein Vater, der verschwunden war, mein verlorenes Kind und die dadurch schwindende Liebe zu Legolas schossen mir mit einem Mal durch den Kopf. Mein Kampfgeist wurde schwächer. Was hatte es schon für einen Sinn, sich zu wehren. Außerdem war keiner meiner Familie hier. Wenn es stimmte, so würde Luz nur denen schaden, die zu meinem Blut gehörten.

Sein eisiger Kuss traf meine Lippen.

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KEINE POV

Timpetu bemerkte die Veränderung zuerst. Er raschelte unruhig im Unterholz. Alagos hielt inne, ihn zu streicheln.

„Was hast du?", fragte er seinen schon zwei Meter großen Freund. Timpetu wich weiter zurück.

„Warte. Wo willst du hin?" Dieses Elbenkind schien es nicht verstehen zu wollen. Der kleine Olifant packte es kurzerhand mit dem Rüssel um die Hüften. Ein hektischer Blick traf seine kleine Freundin, die nicht mehr sie selbst werden würde.

„Hey! Was soll das?", lachte Alagos. Immerhin war er nicht panisch und wenn er sich beeilte, konnte er das Elbenkind sicher zur Kolonie zurückbringen, ohne dass ihm etwas Böses geschah.

„Warte! Adamantiel!" Der kleine Olifant zuckte unwillkürlich zusammen, beeilte sich aber noch mehr, mit seiner Last durch das Dickicht zu kriechen. Nun war Alagos verwirrt.

„Lass mich runter! Wir müssen auf Adamantiel warten.", herrschte er das Tier an. Dieses hätte am liebsten geseufzt. Warum waren Wesen, die auf zwei Beinen gingen, nur so unglaublich schwer von Begriff? Er würde nicht auf Alagos hören, egal wie sehr er sich wehrte. Der kleine trommelte schon sanft mit den Fäusten auf seinen Rüssel ein. Timpetu würde sich beeilen müssen, denn er hatte hinter sich ein Geräusch gehört.

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Irgendwo musste Adamantiel doch sein. Verärgert schob Gimli einen Zweig zur Seite. Narwainion hatte ihm vor nicht allzu geraumer Zeit verraten, dass sie in den Wald Richtung Fluss gegangen war. Zusammen mit einem kleinen Kind. Aber das würde er schnell abhängen können. Oder noch besser, er wollte es irgendwohin locken, damit es nicht sah, wie er Adamantiel entführte. Denn das war der Plan. Er und Narwainion wollten sie fortschaffen. In eine Höhle nicht weit von hier und sie dort so lange gefangen halten, bis Luz sich wieder zurückzog. Nur so konnte der Rachegeist bekämpft werden.

Doch er konnte Adamantiel nirgendwo finden. Keuchend wischte er sich den Schweiß von der Stirn. Das Kind machte ihm aber auch immer Probleme! Doch er liebte sie wie sein eigenes. Zwar war sein Stolz verletzt, als sie zu Legolas gehalten hatte, obwohl er sie mit seinem Leben verteidigt hätte, doch die Liebe zu ihr war stärker.

Plötzlich raschelte es hinter ihm und er fuhr herum. Er sah sich einer ebenso erschrockenen jungen Elbin gegenüber. Doch der Ausdruck auf ihrem Gesicht wich schnell der Freude.

„Vater! Wo bist du gewesen? Ich habe dich überall gesucht.", rief sie erfreut und schloss den Zwerg überglücklich in die Arme. Gimli wusste nicht, wie ihm geschah und er tätschelte überrumpelt ihren Rücken.

„Hab dich auch g'sucht Kind. War irre vor Sorge um dich. Bei Legolas bist du nicht sicher.", murmelte er in ihre Schulter.

Adamantiel lachte leise und sah ihn dann liebevoll an.

„Legolas tut alles was in seiner Macht steht, um mich zu beschützen." Ihr Lächeln brachte Gimli ins Schwanken. Welcher Rachegeist könnte ein solch bezauberndes Lächeln hervorbringen, wie es nur Adamantiel zu Eigen war? Was war, wenn er diesmal gar nicht auftauchte?

„Lass uns zurückgehen. Das Fest beginnt sicher bald." Sie wollte ihn schon mit sich ziehen, aber er stemmte die kurzen Beine in den Waldboden.

„Halt halt! Die suchen mich! Ich bin nicht mehr willkommen.", rief er ihr in Erinnerung.

„Es ist mein Geburtstag. Und du bist mein Vater. Du hast das nur wegen mir getan. Natürlich kommst du mit! Weshalb hast du denn den ganzen Weg auf dich genommen?" Dem konnte Gimli nichts entgegensetzen und er folgte seiner Ziehtochter wieder zurück zur Elbenkolonie.

Ihre Ankunft blieb nicht unbemerkt. Jeder beäugte die beiden argwöhnisch und ein feindliches Murmeln ging durch die Reihen. Adamantiel kümmerte sich nicht darum und Gimli straffte herausfordernd die Schultern. Nur allmählich fragte er sich, wo sie ihn hinbrachte. Als er erkannte, dass sie auf dem Weg zu Legolas waren, packte er Adamantiel am Arm.

„Du willst jetzt nicht zu ihm?", knurrte er. Sie sah ihn wehmütig lächelnd an.

„Vater, eure Freundschaft ist etwas Besonderes."

„War.", knurrte er zurück.

„Ich habe ihm versprochen, ihn zu holen, damit wir gemeinsam zum Fest gehen können."

„Mir hast du besser gefallen, als du ihm einen Krug Wein über die Tunika geschüttet hast.", brummelte Gimli und fragte sich, was um alles in der Welt die Liebe nur aus jemandem machte.

„Du kannst auch schon mal vorgehen.", schlug Adamantiel vor und gab ihm einen Schubs Richtung Festwiese. Gimli taumelte ein, zwei Schritte, unschlüssig, wie er sich verhalten sollte und vollkommen irritiert, da ihm einfiel, dass er mit einem Plan in den Wald gekommen war. Dann erinnerte er sich, dass es schon den ganzen Tag über herrlich nach köstlichen Speisen geduftet hatte und er machte sich auf den Weg.

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Als Adamantiel und Legolas eintrafen, bestimmte unruhiges Treiben das Geschehen. Die Stimmung war eher gedrückt und unsicher. Irgendetwas schien die Elben zu beunruhigen. Oder besser: zu verärgern. Sie entdeckten auch gleich, was es war.

„…Ihr sabbernden Lembaspupser! Elende Schlitzohren! Wir sind doch nicht auf dem Jahrmarkt! Meine Tochter hat Geburtstag und eure traurige Gestalt von einem Prinzen hat den Tritt in den Hintern verdient!"

Legolas sah verärgert in Gimlis Richtung. Er hatte dem Zwerg die ordentliche Abreibung noch nicht verziehen. Und seine Flucht hatte nicht gerade für ihn gesprochen. Doch Adamantiel löste sich von ihm und rannte auf die Hölzer zu, hinter den man ihren Vater provisorisch gefangen hielt.

„Wie könnt ihr nur!? Immerhin ist es mein Fest, zu dem ihr gekommen seid! Mein Vater ist nun mal temperamentvoll", beschimpfte sie die Umstehenden und erntete einen anerkennenden Blick von Gimli. Legolas näherte sich und auf einen Wink von ihm, entfernten die Elben mürrisch die Holzstäbe. Gimli stand da wie eine aufgeplusterte Henne. Sein Blick ging nicht einmal in Legolas' Richtung. Adamantiel drückte ihm einen Kuss auf die Stirn und der kleine Mann setzte sich in Bewegung.

„Jetzt lass uns feiern Kind! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag."

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Legolas POV

Die Nachricht meiner Späher verwunderte mich sehr. Reiter von Gondor waren in Ithilien. Aragorn sollte auch unter ihnen sein. Ich ahnte nichts Gutes und eilte mit langen Schritten in die Richtung, aus der man die Reiter erwartete. Das Fest war schon in vollem Gang und bisher hatte es keine weiteren Zwischenfälle gegeben. Gimli beschwerte sich nicht und die Elben ignorierten ihn. Adamantiel hatte ihren Spaß. Sie tanzte ausgelassen mit allen Elben und den Elbenkindern und nichts schien darauf hinzudeuten, dass Luz auftauchen würde.

Andererseits beschäftigte ihn die Abwesenheit Narwainions. Der Elb war seit seiner Rückkehr nach Ithilien nicht wieder gesehen worden. Legolas war sich sicher, dass Narwainion hinter dem Gift steckte. Doch er konnte nichts beweisen.

Er beschleunigte seine Schritte. Er war so in Gedanken versunken, dass er beinahe gegen eines der Pferde rannte, die vor ihm halt machten.

Verwundert sah er in Aragorns Gesicht. Der König sah müde und erschöpft aus, doch seine Haltung zeigte Entschlossenheit.

„Sind wir zu spät?", fragte Elessar und ich blinzelte verwundert. Er schwang sich vom Pferd und umarmte mich kurz.

„Mellon. Sei willkommen in Ithilien. Du kommst gerade rechtzeitig. Das Fest ist in vollem Gange. Selbst Gimli kam hierher." Ich verschwieg ihm, dass unsere Freundschaft beendet war. Ich wollte ihn nicht sofort in schlechte Nachrichten einweihen, da ich wusste, dass ihn schlechte Nachrichten hierher getrieben hatten.

Ich spürte Aragorns Unruhe und sie übertrug sich auf mich. Dann sagte er das, was ihn nicht hatte rasten lassen.

„Wir sind aufgebrochen mit dem Willen dich zu verhaften. Doch nicht auf dir lastet die Schuld des Todes der alten Frau und der Schändung des jungen Mädchens aus Gondor. Die Gefahr, Mellon, ist Narwainion.

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FORTSETZUNG FOLGT!!

Hallo! :) Erst einmal vielen lieben Dank für alle Kommentare, die mir einen gewaltigen Tritt in den Hintern gegeben haben. Studium ist sehr zeitaufwendig aber eigentlich sollte man immer etwas Zeit zum schreiben haben. Ich hoffe ihr freut euch an dem Kapitel. Das nächste wird wieder etwas dauern, aber nicht so lange.

VIELEN DANK AN ALLE TREUEN LESER!! mit wässrigen Augen in die Runde guck und sich verbeug