Der folgende Tag
In einem frisch magisch-gestrichenem Gästezimmer erwachte um Punkt 3:30 ein Junge mit grünen Augen. Sofort sprang er aus dem Bett und huschte müde ins Badezimmer um sich für sein tägliches Training fertig zu machen. Keine zwei Minuten darauf stand er in kurzer Hose und T-Shirt barfüßig vor der Haustür.
Vor sieben Uhr werden die anderen bestimmt nicht aufwachen. Also genug Zeit für einen ausgiebigen Jogg.
Leise hörte man die Glocken im Hintergrund 7:15 Uhr schlagen, als Harry in die Küche der Dursleys trat. Sofort spürte er den Blick seiner in mehreren Sinnen kochende Tante, während Dudley und Vernon nicht einmal aufblickten, auf sich.
Was jetzt wohl passiert? Offiziell haben sie mich neun Jahre lang schlecht behandelt, aber wie schlimm können Muggels überhaupt sein? Wenn ich die simulierten Gedanken doch bloß gesehen hätte…
„Freak, was stehst du so dumm hier rum? Und wo kommst du jetzt her? Ich habe dich drei verdammte Male gerufen und du hast nicht ein einziges Mal geantwortet! Denkst du, ich koche für DICH? DAS IST DEIN JOB, DU NICHTSNUTZ!", fuhr Petunia ihn an.
„Entschuldigen Sie bitte. Ich habe zu tief geschlafen und habe Euch nicht gehört. Ich übernehme das Kochen ab jetzt.", entgegnete die ängstliche Stimme des Jungens.
„Wenn das noch einmal vorkommt, wirst du es bereuen! Und kein Wiederwort!"
Halt doch einfach deine Fresse?! Ist doch gut, ich koch ja schon. Ich kenne meinen normalen Tagesablauf ja hier noch nicht? Erster Tag und so? Weist schon, du Muggelhure…
Und widersprochen habe ich doch auch nicht?
Wenige Minute später aßen Vernon und Petunia Dursley zusammen mit ihrem Sohn frisches Rührei mit Bacon und gebratenem Brot. Harry stand jedoch, wie es ihm erschien erwartet, neben der Spüle und schaute ihnen beim Essen zu.
Sie essen also selbst und geben mir nichts ab. Wie lange sie das wohl so durchziehen? Soll ich jetzt anschließend für mich selbst erneut kochen? Oder wie haben sie das geplant? Aber ich muss schon sagen, kochen macht immer noch genauso viel Spaß wie früher. Ob ich meine Rezepte ausprobieren sollte…
Ich kann jetzt ja in die Lehre eines Kochs gehen! Schließlich bin ich endlich frei von Traditionen… für sechs Monate...
Als alle Teller leer gegessen waren, schaute Vernon Harry komisch und verwies seine Familie ihm zu folgen. Neugierig drang Harry leicht in die oberste Schicht der Gedanken Vernons vor.
Was ist denn heute los? Erst diese Kopfschmerzen als hätte ich gesoffen. Dann verschlafe ich, aber bin irgendwie rechtzeitig beim Frühstück? Und warum benimmt sich der Freak so komisch? Weshalb kocht er plötzlich so gut? Das Essen war ja eigentlich schon immer essbar, aber das war echt klasse! Ich muss echt mit meiner Familie darüber reden…
Zufrieden mit sich selbst räumte Harry den Tisch ab und wusch das Geschirr mit den Händen ab. Schließlich sollte man zumindest einmal Muggelstyle tun!
In einem großräumigen Klassenzimmer stand eine junge, ernst-schauende Lehrerin hinter dem Pult und schaute Harry vorwurfsvoll an.
„Du bist heute schon wieder 10 Minuten zu spät! Was hast du heute als Ausrede? Hat vielleicht wieder einmal ein Hund dir den Weg blockiert?
Wie wäre es mit: Ich bin das erste Mal an dieser Schule und wusste nicht an welcher Stelle das Klassenzimmer liegt? Oder das die hirnloseste Bande der Welt mich fangen wollte?
Warte... mein Vater hat selbst hier alle Lehrer und Schüler manipuliert? Sein verdammter Ernst?
„Ich habe verschlafen.", antwortete Harry schüchtern.
„Siehst du, war doch gar nicht so schwer die Wahrheit zu sagen oder? Trotzdem wirst du am Freitag mit mir nachsitzen müssen, denn so etwas können wir einfach nicht dulden."
„Jawohl.", antwortete Harry und ließ sich auf den einzigen freien Platz nieder.
„Harry, würdest du bitte Seite 19 von Ronjas Räubertochter aufschlagen und laut weiterlesen?"
Nachdem dieser kurz seine neue Büchertasche nach dem Buch durchstöberte, spürte er zwei Augen mit Genugtuung auf seinem Hinterkopf. Er wusste sofort, er könne jetzt so lange suchen wie er wolle…
„Ich habe mein Buch vergessen.", antwortete Harry peinlich berührt.
Maannn, was würde ich nur ohne Okklumentik machen? Wenn ich meine Schauspielkünste dazu trainiere… Man könnte meine Maske nicht brechen, selbst wenn meine Schilde gebrochen wäre… Und zudem macht das echt Spaß, wie jeder sich an der Nase herumführen lässt…
„Machen wir morgen und übermorgen daraus dann."
Einfaches lesen und die Erzählung zusammenfassen als Fünfte Klassenstoff in Deutsch… Vampire müssen ihre Sprache mit sieben Jahren flüssig beherrschen...
Dreißig Minuten später klingelte das Ende der Stunde zur Erleichterung des zu tote gelangweilten Harrys, welcher sofort erfreut seinen Klassenkameraden Richtung Informatik folgte. Das konnte für ihn sicherlich interessant werden.
Am Ende des Tages konnte er sich selbst kaum noch halten: Man, wie dumm können wir Zauberer sein? Wir denken uns selbst über den Muggels und was? SIE HABEN TECHNOLOGIE! Selbst das Wort habe ich noch nicht davor gehört! Kleine sogenannte Smartphones mit denen sie telefonieren können, ein fast allwissendes Wesen befragen und einen Moment FESTHALTEN! Nicht ein Foto schießen, sondern einen MOMENT GEFANGEN NEHMEN! Das sollte nicht möglich sein… Ich muss mir heute noch so ein Smartphone besorgen…
Wie konntet ihr so etwas vor mir geheim halten? Wie konntet ihr nur, Bella! Rookwood!
Heute ist es endlich soweit! Ich kann kaum glauben so aufgeregt zu sein wegen EINEM Muggel… Ich darf aber endlich in die Lehre eines Fünf-Sterne Kochs gehen! Mein Wunsch hat sich erfüllt und später darf ich sogar mit Dudley zu seinem Kampfkunst-Training gehen. Taekwondo… was soll ich mir mehr wünschen heute?
Hey Mom und Dad,
ich weiß, dass Hogwarts noch nicht angefangen hat, aber ich wollte trotzdem euch schon einmal schreiben. Ich kann kaum in Worte fassen wie sehr ich euch zwei vermisse. Könnt ihr bitte auch Miss Nightshadèw meine besten Grüße ausrichten? Auf jeden Fall habe ich viel zu erzählen!
Wusstet ihr, wie grausam Muggels sein können? Am Anfang haben sie mich noch relativ menschlich behandelt, aber inzwischen sehen sie mich als nicht mehr als einen Hauself! Wir werden Kreacher besser behandeln, versteht ihr? Außerdem habe ich hier echt ein paar praktischen Foltermethoden zu Gesicht bekommen, freut euch auf euer nächstes Duell.
Schule an sich läuft hier eigentlich gut. Sobald ich Gute Noten schreibe, was wegen dem einfachen Stoff viel zu einfach ist, werde ich von meiner sogenannten Familie bestraft. Aber hey, an sich macht Schule echt Spaß! Und meine Lehrerin Miss Johnson ist wahrlich ein Teufel. Ich habe wegen ihr wöchentlich mindestens 7 Extrastunde…
Technologie? Wie konntet ihr mir mein Leben lang Technologie enthalten? ICH LIEBE ES! Man kann beispielsweise über eine große Entfernung reden durch ein kleines Gerät. Die Muggels nennen diesen Vorgang telefonieren… Ich weiß, komisches Wort, aber es ist einfach so cool! Außerdem haben sie es geschafft ein Wesen zu erschaffen, ein allwissendes! Man kann in diesem Telefonierungsgerät dieses Wesen befragen. ES WEIß ALLES ÜBER MUGGELS! EINFACH ALLES! Jedoch über Zauberer nichts Wichtiges… Nur über solche Science-Fiktion Geschichten… Da können Zauberer selbst ohne Mittel fliegen und teleportieren, und woah! Wusstet ihr, dass Werwölfe von einem König abstammen angeblich? Aber genug geschwafelt hier, es folgt noch mehr!
Zudem war ich vor zwei Monaten das erste Mal in der Stadtbibliothek und es war einfach großartig! Sie haben einfach echt alle Bücher über Muggels! Sinn des Lebens, Bau des Menschen, Bau von Elektronen… Physik geht einfach richtig ab, wobei Chemie echt auch nicht schlecht ist!
Man ich sollte aber echt langsam aufhören, wenn Hacon keine gesamte Rolle Pergament tragen soll. Deshalb höre ich jetzt lieber auf.
Mit einer liebevollen Umarmung
Harry Petigrew Potter!
Vier Monate später
Vor einem kleinen Haus stand eine vierköpfige Familie mit gemischten Gefühle. „Seid ihr bereit endlich euren älteren Drillingsbruder kennen zu lernen?", fragte Lily fröhlich. Sie konnte es nicht glauben. Nach neun langen und schrecklichen Jahren sah sie endlich ihren Sohn wieder, ihren Harry! Wie sehr sie ihn doch vermisst hatte… trotzdem konnte sie mit niemanden darüber reden außer mit Remus, welcher aber ja auch seitdem dauerhaft angeblich Werwolfs Angelegenheiten zu erledigen hatte. Sie war sich sicher, er schämte sich für die Potters…
„Mom, wir gehen dann aber heute schon noch zu Ron und Ginny, oder?", fragte Adam seine Mutter mit großen Hundeauge, die jedoch die Frage gekonnt ignorierte. Adam konnte es jedoch nicht verstehen… Weshalb kommt jetzt so ein dummer Bruder in das Rampenlicht? Er musste es sich jetzt schon mit seiner Schwester teilen… wobei, vielleicht könnte sein Bruder ihn und seine Schwester ein bisschen unterhalten. „Wir werden gleich erst eure Schulsachen einkaufen. Außerdem gehen die Weasleys ja auch die Schulsachen heute besorgen, vielleicht treffen wir sie ja dort." Als James den flehenden Blick seines Sohnes sah, fügte er hinzu: „Und keine Sorge, Adam. Heute Abend werden wir sie zu einem Fest einladen. Schließlich wird der Junge und das Mädchen die Überlebten Hogwarts zusammen mit uns bevölkern!"
Leise in seinem Hinterkopf hörte er jedoch sein Gewissen reden… Hoffentlich hat Dumbledore Recht gehabt, was Harry angeht. Aber wahrscheinlich wird eh jetzt eh auf Knien betteln um von den Muggels weg zu kommen, wenn er seine wahre Abstammung erfährt. Ein Zauberer kann sich nicht unter Muggels wohlfühlen…
Eine Frau mit einem überaus reizenden Pferdegesicht erschien hinter der gerade geöffneten Tür des Hauses mit dem schönsten Garten. „Kommt doch herein, Potters. Euer Sohn ist bereits fertig in der Küche.", lächelte Petunia ihrer Schwester freundlich an. Zumindest dachte sie, es sähe freundlich aus…
Einen kurzen Moment später in der Küche.
„WAS ZUR HÖLLE FÄLLT DIR EIN! IHR BRINGT FÜR NEUN VERDAMMTE JAHR EUER MISTSTÜCK HIER HER UND VERLANGT VON UNS IHN AUFZUZIEHEN? IHR WISST GENAU WIE SEHR WIR ZAUBERER WIE EUCH VERACHTEN, JA HASSEN! UND TROTZDEM SCHICKT IHR SO EINEN BENGEL ZU UNS!", schrie Petunia ihre Schwester an, bis sie das erste Mal Luft holen musste.
„Beruhige dich, bitte, Schwester. Es sind Kinder anwesend.", versuchte Lily ihre Schwester zu beruhigen.
„ES SIND KINDER ANWESEND? ES SIND KINDER ANWESEND? SEID NEUN VERDAMMTEN JAHREN IST EUER VERDAMMTES KIND ANWESEND! NIMM DIESES MISTSTÜCK UND VERSCHWINDET AUS UNSEREM HAUS, AUS UNSEREM LEBEN!", wie um ihre Worte Nachdruck zu verleihen, schubste sie Lily Richtung Tür. „VERSCHWINDET!"
Harry, relativ froh diesem Haus nach sechs Monaten entkommen zu sein, ging mit einem Lächeln hinaus in die Freiheit. Innerlich war er jedoch nicht all zu glücklich. Schließlich musste er seinen Meisterkoch bis zu den Weihnachtsferien alleine lassen… Aber er konnte jetzt endlich seine Geschwister kenne lernen, wobei seine Eltern ihn ja gewarnt haben vor ihnen. Kurze Zeit darauf folgten ihm seine leiblichen Eltern geschockt, wie sehr die Dursleys sie doch verachteten, während sie langsam ihre Kinder, die weinten, weil jemand die Retter der Welt nicht liebte, hinausschoben. Aber nicht bevor James Petunia einen bösen Blick zu werfen konnte. Wie konnte sie es wagen so mit seinen Kindern und seiner Frau zu reden? Leise hörte er sein Gewissen sagen, dass sein Erstgeborener hier neun lange Jahre gelebt habe…
Plötzlich drehte sich Harry mit einem freundlichen Lächeln um und schloss Rose in eine Umarmung um sie zu trösten. Er wusste nicht, weshalb sie weinte, aber Umarmungen halfen immer. Fröhlich schauten ihre Eltern den Schauspiel zu, bis Rose plötzlich geschockt ihren Bruder wegstieß. „MAN, DAS IST DOCH ALLES DEINE SCHULD! HÄTTEST DU NICHT EINFACH WEGBLEIBEN KÖNNEN? WEG AUS MEINEM LEBEN?"
Was ist denn daran meine Schuld? Ich musste diese Menschen neun Jahre lang ertragen… offiziell… wenn die Worte meiner Tante der Grund für dieses Theater ist…
„Tut mir leid.", antwortete Harry und drehte sich mit gefälschten, feuchten Augen weg, wobei er innerlich aber wirklich traurig war. Sein Vater hatte ihm aber gelehrt, niemals seine wahren Gefühle seinen Feinden zu zeigen. „Sei ein Spiegel deines Willens Wille."
Weshalb wollte ich noch einmal gleich meine Schwester kennenlernen? Und der Bruder gibt keinen einzigen Ton dazu, als fände er es normal… Mist, meine Eltern hatten schon wieder Recht! Irgendwann werden sie schon Unrecht haben!
In einem gleichgültigen Ton fing James an seine Tochter abzulenken: „Uff, jetzt haben wir den Koffer vergessen, aber dort gehe ich nicht erneut rein. Wir werden dir wohl oder übel auch normale Kleidung besorgen müssen. Halt dich an deiner Mutter fest, wir werden apparieren!"
Ihm ist nicht einmal aufgefallen, dass dort kein Koffer stand? Zum Glück habe ich meinen bereits geschrumpft und eingesteckt… und erklären, was apparieren ist, tut er auch nicht. Thanks, Dad!
Folglich fasste Rose und Adam jeweils eine Hand deren Vaters und Harry die Hand seiner leiblichen Mutter, die sich freute, und apparierten zusammen vor die Winkelgasse.
Mist, ich muss doch ein Muggelerzogenes spielen… It's Showtime!
„Si- sind wir gerade wirklich teleportiert?", stotterte Harry mit großen Augen.
„Ja, sind wir. Aber jetzt ruhig und pass auf, was deine Schwester macht. Rose, möchtest du die Ehre?", antwortete James mit einem glitzern im Auge. Sofort marschierte Rose in den ziemlich leeren Tropfenden Kessel und ignorierte gekonnt abgehoben die wenige anwesenden Personen. Mit einem skeptischen Blick folgte Harry seiner Familie zum Ende des Gasthauses direkt vor einer Ziegelsteinwand. James blieb dicht hinter Rose und Adam stehen und legte jeweils eine seiner Hände auf deren Schulter. Zudem setzte Rose ihr Kinn leicht nach oben im perfekten Winkel an, sodass ihre roten Haare links und rechts neben ihrer Blitz-förmigen Narbe herabfielen, wodurch wirklich jedem die perfekte Sicht darauf ermöglicht wurde.
Ihr Bruder hingegen hatte sich seine braune Haare nach hinten gegelt, sodass seine V-förmige Narbe jedem sichtbar war.
Also Stimmungsschwankung haben die jungen Potters auf jeden Fall… Diesen „It's Shwotime!" Effekt könnte ich aber von ihnen haben, schließlich sind sie extra VOR die Winkelgasse appariert.
Rose zog ihren Zauberstab aus ihrem Holster und fing an die nötigen Ziegel zu drücken. Sogar legal, weil sie und ihr Bruder bereits durch Dumbledore die Erlaubnis des Zauberministeriums zu zaubern erhalten haben.
Harry blieb erstaunt mit offenem Mund stehen.
Wie hart es sein kann dumm zu spielen.
„I-Ist das gerade wirklich geschehen?", fragte Harry schockiert. Seine Familie ignorierten ihn jedoch komplett und winkten einigen Personen, die sie kannten.
„Harry, komm! Wir müssen zuerst nach Gringotts!"
„Was ist Gringotts?", fragte Harry neugierig.
„Die einzige, wahre Bank der Zauberer. Jetzt sei still und pass auf."
Oh, oh! Was für einen liebevollen Vater ich doch habe… Vielleicht war es gar nicht so schlecht, das Voldemort dies alles einfädelte…
Vor einem riesigen Gebäude aus Marmor blieb die Familie stehen. „Also Harry. Du wirst dort hinein zu einem freien Schalter gehen und an diesem den Goblin nach 100 Galleonen aus dem Verlies 687 fragen. Besorge dir davon einfach deine Schulsachen, die auf dem Brief stehen. Wir werden später zusammen deinen Zauberstab abholen. Verstanden?"
Harry nickte nur, weil er kein Wort zustande brachte.
„Sehr gut. Wir müssen noch einige Sachen erledigen. Dies ist der Schlüssel für das Verlies. Überreiche ihn dann einfach dem Goblin und gebe ihn mir später zurück. Ach so, und du benötigst keinen neuen Koffer, ich habe noch einen Zuhause.", fügte James hinzu.
Wer hätte gedacht, dass sie wirklich SO DUMM sind. 1. Sie geben mir IHREN VERLIESSCHLÜSSEL. Ich könnte alles leerräumen… und dann helfen sie mir beim schauspielern…
Nachdem seine Familie gegangen war, trat Harry in die Bank ein und deutete eine Verbeugung den Wächtern an. Alles schien in weißer, prächtiger Pracht. Sofort überprüfte er den Saal nach Gefahren, konnte jedoch nichts ungewöhnliches finden außer ein paar aufgewühlte Werwölfe.
Sofort schritt er zielstrebig zu einem Schalter und wartete höflich, bis der Goblin seine Arbeit erledigt hatte.
Nach einem kurzen Moment fragte der Goblin genervt: „Was kann ich für Sie tun?"
„Könnten Sie mich bitte in ein privates Zimmer führen, geehrter Goblin?", antwortete Harry fließend in der Sprache der Goblins.
Das erste Mal schaute nun der Goblin geschockt auf und murmelte: „Folgen sie mir, Mr.?" Es war selten, dass jemand jemanden der Nation der Goblins schocken konnte, aber genauso selten war der Anblick des jungen Zauberers.
„Harry, Harry Petigrew Potter. Dürfte ich ihren Namen genauso erfahren?"
„Wir haben schon überlegt, ob Ihnen etwas geschehen sei, Mr. Potter. Jedes Mal kam ihre ganze Familie, aber ohne Sie. Außerdem ist meine Name Kinsho. Aber ich muss ihnen leider mitteilen, dass ich nicht Vertreter ihrer Finanzen bin. Vielleicht sollte ich euren Vertreter herbestellen?"
„Es ist mir eine Ehre, geehrter Kinsho. Aber Nein, ich wollte zu ihnen."
Nach kurzer Zeit erreichten sie eine hölzerne Tür und traten ein. „Setzen sie sich, Mr. Potter."
In der Mitte des Raumes stand ein leerer Schreibtisch, auf dessen Seite jeweils ein Stuhl stand. Auf der linken Seite war zudem eine weitere Tür in die Wand eingelassen. Nicht das relativ freundlichste Zimmer… nicht einmal ein Fenster…
„Also, wie kann ich Ihnen behilflich sein? Und weshalb wollten sie ausgerechnet mich sprechen, Mr. Potter?", fragte Kinsho interessiert.
„Als erstes würde ich gerne 100 Gelleonen von dem Verlies 687 abheben.", begann Harry, während er den Schlüssel des Potterverlieses überreichte.
„Ich sage Ihnen, wenn das alles war, werden wir mit einander Probleme bekommen!"
„Keine Sorge, geehrter Kinsho. Ich habe keinerseits die Absicht in Streit mit Ihnen zu geraden, im Gegensatz eher. Auf jeden Fall, Sie sollen mir weitere 300 Galleonen aus dem Verlies der LeStrange's bringen. Es wäre komisch gekommen, würde ich vor allen Personen Geld aus einem Verlies einer Todesserin holen, oder?", fuhr Harry fort, als er Ihm den weiteren Schlüssel mit einer Erlaubnis von Bellatrix Lestrange überreichte.
„Da stimme ich Ihnen wohl zu. Ich bezweifle jedoch, dass sie dies erklären wollen?", fragte Kinsho skeptisch.
„Natürlich nicht!", grinste Harry gespielt empört.
„Aber ich wollte fragen, ob sie mir ein Gespräch für die Weihnachtsferien mit eurem Direktor vereinbaren könnten?"
„Ich werde mein machbares versuchen."
Einer Achterbahnähnliche Tour später standen Harry und Kinsho erneut vor der Tür mit.
„Möge ihr Gold wachsen, Mr. Kinsho.", begann Harry. „Und das Blut eurer Feinde fließen, Mr. Potter.", beendete Kinsho den Gruß. Und so stand Harry 400 Galleonen reicher vor Gringotts mit einem neuen erweiterten Geldsäckchen.
Uff, dass ging ja noch einmal gut. Ist schon bisschen anders die Sprache zu reden anstatt zu lesen…
Aus seiner geschrumpften Koffer besorgte sich Harry kurz mit einem zauberstablosen „Accio" seinen Brief und begann zu lesen.
Dann geh ich wohl am besten erst einmal zu Flourish und Blotts.
Als er den Laden betrat, wollte er seinen Augen nicht glauben. Auf einem großen Podest stand seine gesamte Familie mit Dumbledore und gaben ein Interview. James stand wie ein stolzer Vater hinter seinen beiden Autogrammkarten signierenden Kindern mit seiner Hand dauerhaft auf beiden Schultern.
Ob er sie seit vorhin seine Hand mal runter genommen hat? Da ist bestimmt jetzt schon ein Fleck, wenn das so oft passiert. Das muss ich echt mal herausfinden...
Seine Frau Lily lächelte in die Menge herab mit einem leicht erhobenen Kinn. Am schlimmsten traf es jedoch die Kinder, denn während sie die Autogrammkarten unterschrieben, achteten sie nur darauf, dass man sie genau sehen konnte. Ihre V- und Blitz-förmige Narbe. IhrLächeln. Die Ähnlichkeiten zu den anderen Potters. Die perfekte glückliche Familie!
KOTZ… kein Wunder, dass ich dort nicht hineinpasse.
Trotzdem standen viele kleine Kinder mit ihren Eltern zusammen für Autogrammkarten an. Wer wollte denn keine Autogrammkarte seiner Nachtgeschichten-Helden? Zudem stand Dumbledore die meiste Zeit neben James und lächelte großväterlich die zukünftigen Hogwartsschüler an.
Soll das zeigen, wie sehr er mit kleinen Kindern umgehen kann? Soll das Vertrauen zu seinen Marionetten herstellen? Sind das wirklich alles zukünftige Schachfiguren? Wie ich diesen Mann jetzt schon hasse… aber meine Familie ist kein Deut besser. Sie lächeln der Menge zu und winken die ganze Zeit, als wären sie die Hauptattraktion in diesem Geschäft. Man, ob sie überhaupt was von Büchern verstehen? Hieß es nicht mal „Schlauste Hexe von Hogwarts" oder so?
Verachtend drehte sich Harry weg und fing an seine Schulbücher zusammen zu suchen. Glücklicherweise lagen alle Erstklässler-Bücher gereiht in einem Regal im Erdgeschoss. Hinter ihnen die Zweitklässer-Bücher und so gefolgt. Mit zwei weiteren Bücher, das erste über fortgeschrittene Zaubertränke, das zweite über Bannrunen, bezahlte Harry unter einem verwirrten Blick der Verkäuferin. Wahrscheinlich dachte sie, was so ein junges Ding wie Harry mit solchen Büchern wolle? Aber immerhin hatten sie keine Altersbeschränkung…
Nach einem weiter kurzen Stopp in der Apotheke, in welcher sich Harry das Dreifache der nötigen Zutaten mit weiteren Zutaten und wichtige Gegenstände wie einen neuen Kessel eindeckte, war er 200 Galleonen ärmer. Aber in so einem Falle durfte er nicht sparen, obwohl er auch noch neue Roben brauchte.
Kurze Zeit später betrat er Madam Malkins um seinen letzten alleinigen Einkauf zu erledigen. In der Mitte des Raumes standen verschieden Roben zur Schau, alle in angemessener Qualität für die mittlere Preisklasse. Auf der einen Seite waren weitere, altmodische Looks, auf der anderen die normalen Roben für Hogwarts mit Schemeln. In dieser Ecke stand auch eine riesige, rothaarige Familie zusammen, von welcher der kleinste Sohn in Erstklässler-Roben eingebunden wurde.
Das sind wohl die Weasleys, zu denen mein Bruder so gern möchte. Faktenmäßig werden sie als Blutsverräter eingestuft und können ihre Kinder nur nach Hogwarts wegen einem Zuschuss meiner Eltern schicken. Aber schließlich ist dies ja nichts Schlechtes…
„Die Erstklässler-Roben, oder?", klang die Stimme einer jüngeren Frau genervt.
Sie macht diesen Job wohl jeden Sommer… mein Beileid.
„Ja, die Roben für Hogwarts, bitte."
„Sonst noch etwas?"
„Nein."
„Dann müssen wir wohl warten bis die Weasleys fertig sind. Du kannst ja schon einmal rübergehen.", bot sie ihm an, während sie mit ihrem Finger auf die Großfamilie deutete.
Ohne eine Antwort zu geben ging Harry zu zwei gelangweilt schauende Weasleys.
„Braucht eure Familie noch lange hier?"
„Ja, natürlich.
Unser ach so toller –
nichtsnutziger Bruder –
bekommt seine bescheuerten –
neuen Erstklässler-Roben –
maßgeschneidert. –
Daher gesell –
dich doch –
in unserem –
gemeinsamen Leid –
zu uns!"
„Öhm, okay.", antwortete Harry überrascht, als langsam ein wahres Grinsen seinen Lippen entkam. „Wer seid ihr überhaupt?"
„Ich bin der –
Großartige Gred –
Und ich der –
Einzigartige Foerge.
Aber wer bist du?
Uns zu fragen -
Ohne sich selbst vorzustellen?"
„Tut mir leid, ich bin Harry.", antwortete Harry ohne Scharm und grinste, während er ihnen seine Arme gekreuzt zum Händeschütteln reichte.
„Die Ehre ist ganz auf unserer Seite.", entgegneten sie im Chor.
Haben die das geübt? Scheint als hätte mein Vater nicht ganz so Recht, was zumindest ein Teil der Weasleys angeht. Das würde heißen… VATER HATTE UNRECHT! Das werde ich ihm SO unter die Nase reiben… und jetzt muss ich bis Hogwartsbeginn warten...
Nach einem kurzen Gespräch über Quidditch musste George und Fred mit ihrer Familie wieder gehen. Kurze Zeit später folgte Harry mit neuen Roben aus dem Geschäft.
Als er seine Familie gerade den Buchladen verlassend erblickte, balancierte Harry auf seinen Händen die Schulbücher, die vorgeschlagenen Trankzutaten sowie seine Roben, da er bereits die restlichen unerlaubten Sachen in seinem Koffer versteckt hatte.
Haben sie jetzt so lange Autogramme gegeben? Zum Glück wollten sie mich ja nicht dabeihaben.
„Könnt ihr mir vielleicht helfen?", rief Harry, während er fast stolperte, gespielt außer Atem.
James zückte seinen Zauberstab und mit einem kurzen „Reducio" wurden alle Gegenstände klein und handlich. Gleich darauf nahm er diese entgegen und steckte diese in seine Manteltasche.
„Kein Problem, jetzt lass uns endlich zu Ollivander gehen und deinen Zauberstab besorgen."
„Meinen eigenen Zauberstab?", fragte Harry mit großen Augen. „Kann ich dann auch Sachen kleiner machen?"
„Ja.", antwortete Lily. „Aber dies benötigt viel Übung." In der Zwischenzeit versuchte das Mädchen das Überlebte, welches einen halben Kopf kleiner als Harry war, auf ihn verachtend herabzuschauen, währenddessen ihr Bruder ihn lediglich ignorierte.
Zum Glück muss ich nur noch eine Woche in dieser Familie aushalten…
„Dann lass uns gehen!", rief Harry mit gefälschter Begeisterung, wodurch er ein freudiges Lächeln seiner Mutter entlockte.
Die Familie betrat einen dunklen Raum voller verstaubten Kisten. In der hintersten Ecke stand ein dunkel gekleideter Mann mit dem Tresen.
Weshalb hat er so viele Zauber auf seine Ecke gesetzt? Nicht-Bemerken-Zauber… Selbst abgedunkelt hat er es… Sollte man ihn nicht sofort wahrnehmen? Dann spielen wir mit ihm ein bisschen.
Sofort starrte Harry ihm direkt in die Augen, welche geschockt, aber zu gleich amüsiert reagierten.
Das war der Beweis! Er wollte also geheim bleiben, bis er sich offenbarte.
„Ah, die Potters! 11 Inches, Stechpalme und einen Kern aus Phönixfeder! Ich erinnere mich dran, als wäre es gestern, Miss Rose.", begrüßte er die Familie.
„Ach, Mr. Ollivander. Wir benötigen einen Zauberstab für, ähm, meinen Sohn.", sagte James verlegen.
Wollte er nicht zugeben, dass ich sein Sohn bin? Naja, ich bin ja auch ein Muggelerzogener. peinlich… Als ob dies so einen großen Unterschied machen würde.
„Harry Potter, oder? Hier probiere den hier. Er ähnelt jedem deiner Familie. Sag mir, wenn du irgendetwas besonderes spürst, verstanden?"
„Ja, Sir."
Und so ging ein Zauberstab nach dem anderen vorbei.
„Hier, probiere den hier! Ziemlich lang mit 14 Inches, aber trotzdem perfekt fürs Verteidigen. Nein, nein, nein… Probiere den hier, 12 Inches, Drachenfaser, Rotwurzelholz…"
…
„Hier, dass ist der letzte von hier vorne. Er muss einfach passen! 8 Inches, mein kürzester Zauberstab, den ich jemals hergestellt habe. Drachenschuppen als Kern und aus Feuereiche als Behälter…"
Es fühlt sich genauso schrecklich an wie davor… ich habe doch bereits meinen Zauberstab daheim… Scheint aber als müsste ich ihn benutzen, irgendeinen brauche ich ja für Hogwarts und dieser heißt mich zumindest willkommen… als läge er hier seit Jahrhunderten und möge endlich entkommen und gäbe sich so auch im Notfall mit mir ab. Später muss ich wohl meine Eltern meinen richtigen schicken lassen, sodass ich ihn für den Notfall bereit habe.
„Es fühlt sich großartig an, Sir.", antwortete Harry und beschrieb die Gefühle, die er bei seinem ersten Zauberstab gefühlt hatte und schoss durch die Spitze seines Zauberstabes ein paar Luftschlangen.
„Kleine Zauberstäbe sagen nichts über die Größe des Zauberers aus, also lass dich nicht unter kriechen, Harry!", rief er ihnen hinterher, nachdem James bezahlt hatte und schleunigst die Tür suchte.
Am selben Abend
Im Herrenhaus Potter war jeder fröhlich und es wurde gelacht. Im Speisesaal auf der einen Seite des Tisches saßen James und Lily Potter, Sirius Black, Remus Lupin sowie Arthur und Molly Weasley. Auf der anderen Seite saß das Mädchen und der Junge die Überlebten mit Ron und Ginny neben sich, Percy Weasley, welcher gezwungen wurde mit zu kommen, und Harry Potter zusammen mit Fred und George Weasley.
Plötzlich öffnete sich die Tür und Tillo, einer der Hauselfen, kam hereingestürzt. „TUT MIR LEID, MASTER! Ich konnte ihn nicht aufhalten!", schluchzte er, während Dumbledore aus der Tür trat. „Tut mir leid, dass ich mich nicht angemeldet habe. Scheint als wäre ich ungelegen gekommen…" Jedoch bewegte er sich nicht Richtung Tür, sondern ließ seine Blicke schweifen.
„Wenn das so ist, leiste uns doch Gesellschaft, Dumbledore.", bot James ihm an. Zufrieden setzte sich Dumbledore neben Rose, indem er Ron auf die Seite schob. Langsam aber sicher starteten beide ein Gespräch, währenddessen die anderen Gruppen sich noch fröhlich unterhielten. Keiner wollte das laute, genervte Schnauben von Ron bemerken.
„Ich habe gehört, du hast große Fortschritte in Verwandlung gemacht.", sagte Dumbledore laut, sodass es jeder hören konnte. Er mochte es im Mittelpunkt zu stehen, genauso gern wie seine Schützlinge Rose und Adam.
„Natürlich, ich habe gestern ein Buch in eine Tafel Schokolade verwandelt. Aber geschmeckt hat sie nicht ziemlich toll.", gab Rose stolz zu.
„Sehr gut, Rose! Übe weiter und du wirst bald mächtiger sein als ich!"
Was ist denn dran ein Buch zu verwandeln? Das musste ich mit fünf können… mit acht still und zauberstablos…
„Aber heute haben wir doch einen besonderen Gast, oder?", fuhr Dumbledore fort.
Wie er einfach hier hereinplatzt und dann diese Feier leiten will. Dass die anderen damit einverstanden sind… jämmerlich...
„Harry Potter!", bei diesen Worten wurde Dumbledore kleiner. Er kassierte böse, drohende Blicke aus allen Ecken. James starrte ihn an, als wolle er ihn verfluchen. Als konnte er seinen Augen und Ohren nicht trauen. Dumbledore klaute seiner Tochter und seinem Sohn das Rampenlicht! Selbst Ron, den er ab diesem Jahr als Spitzel wollte, schaute ihn angewidert an. Was hatte Harry nur angestellt? Musste er seinen Plan etwa opfern?
„Tut mir leid, aber ich würde halt gerne seinen neuen Zauberstab sehen. Rose kann ihren ja schließlich schon großartig benutzen. Vielleicht ist ihr Bruder nicht ganz so nutzlos wie wir denken."
Er war es doch, der mich zu den Muggels geschickt hat! Zum Glück hat Kreacher mir alles erzählt… Aber auf den Großvater-Style wäre ich aber niemals reingefallen… hoffentlich.
„Ich habe ihn leider nicht hier.", antwortete Harry, während er seinen neuen, kleinen Zauberstab aus seinem Ärmel in seine Hand rutschen ließ, sodass Fred und George ihn sehen konnte. Fred, welcher am weitesten Weg von den Erwachsenen saß, verstand Harry. Mit einem stillen, zauberstablosen „Wingardium Leviosa" flog Harrys Zauberstab in Freds Hände. Mit großen Augen steckte Fred den Zauberstab unbemerkt in seine Tasche. Niemand hatte davor ihm jemals seinen Zauberstab anvertraut, außer seinen eigenen und Georges natürlich. George bedachte Harry nur mit einem Blick der verhieß, wir müssen reden!
„Weißt du, Harry. Ich glaube dir nicht. Du hast heute erst von dieser Welt erfahren und hast deinen eigenen Zauberstab erhalten. Weshalb solltest du ihn weglegen.", begann Dumbledore Harry in einem freundlichen Ton zu beschuldigen. „Also zeige ihn mir bitte. Es ist nur für dein Bestes."
Oh, nur für mein Bestes? Genauso wie die Muggels zu denen du mich schicken wolltest? Genauso, dass du meine Familie gegen mich ausgespielt hast? Wobei dies vielleicht wirklich besser für mich war..
.
„Ich habe nicht gelogen. Genau genommen haben Sie genau dreimal in diesen Sätzen gelogen." entgegnete Harry respektlos und ließ erneut absichtlich das ‚Sir' weg. Nebenbei versuchte er sich kleiner zu machen. Schließlich wurde er bei den Dursleys von einem großen Mann immer grün und blau geschlagen, sobald er des Lügens beschuldigt wurde. Offiziell…
Mit einem Blick zu James erhoffte sich Harry Hilfe, dieser bemerkte ihn jedoch nicht in seiner Wut über Dumbledore.
Warum muss ich nur einen Muggelerzogenen spielen… so gerne würde ich mich verteidigen…den Hammer raus hängen lassen. Bei dem letzten Gedanken musste Harry sofort wieder an Raphael denken. Wie sehr er ihn doch vermisste...
„Dann darf ich dich doch sicher kurz mit einem kleinen Zauberspruch entwaffnen, oder?", fuhr Dumbledore fort, während einige Gesichter erbleichten.
„Wenn es nicht weh tut, darfst du es.", antwortete Harry mit einem gefälschten Zittern. Er musste schließlich doch Angst haben vor so einem Großen und Mächtigen Zauberer, der ihn verhexen möchte!
Langsam verzog sich Dumbledores Stirn in Falten.
Scheint als würde er endlich bemerken, dass ich ihm die ganze Zeit keinen Respekt erwiesen habe… Was für ein Lama…
„Expelliamus!", murmelte Dumbledore mit gestreckten Zauberstab über den Köpfen der Kinder. Mit einem leuchtenden blau traf der Strahl Harry am Kopf und er knallte mit voller Wucht in George, welcher versuchte ihn aufzufangen.
„Das reicht jetzt, Dumbledore! Wir sehen alle, dass er keinen Zauberstab hat! Erst tauchst du hier ohne Einladung auf, und dann greifst du einfach meinen Sohn an!", schrie Lily Potter ihn erzürnt an! Trotz ihrer kleinen Größe war sie keine Frau, mit der man sich anlegen wollte. Eine wahre Meisterin in Verwandlung und Flüchen.
Plötzlich erschien auf dem Tisch das Essen und alles war vergessen. So musste Dumbledore keine albernen Versuche unternehmen um sich von seiner Schuld zu befreien. Jedoch hatte er sich den Abend so nicht vorgestellt. Er wollte eigentlich alleine unter vier Augen mit Harry reden, sodass sich dieser ihm öffnete. Das er erkennen würde, dass er nur das Beste für ihn wolle.
„Danke, ihr beiden.", flüsterte Harry den Zwillingen zu, während er seinen Kopf rieb.
Das wird eine tolle Beule geben.
„Kein Problem!", antworteten sie grinsend.
„Jetzt, nachdem ihr uns siebenmal in Folge zum Feiern eingeladen habt, laden wir euch auch Mal ein!", verkündete Molly stolz. „Kommt doch alle am Tag vor Hogwarts vorbei, am nächsten Tag können wir dann alle Kinder zusammen hinbringen!"
Und so feierten alle mit guter Laune als wäre nichts passiert und keiner bemerkte, dass sich die Zwillinge und Harry verabschiedeten oder dass die Augen Remus nicht mit seinem Gesicht übereinstimmten.
In Harrys Zimmer war alles, wie er es vor neun Jahren zurückgelassen hatte. Lily konnte glücklicherweise ihre Familie überzeugen dieses so zu lassen. Und so wachte Harry am nächsten Morgen in einem kahlen Zimmer um Punkt 5:00 Uhr wie gewöhnt auf. Aber dieses Mal nicht alleine.
„Seid ihr wach?", muffelte Harry müde.
„Natürlich. Immerhin muss man für Ärger jederzeit bereit sein!", grinsten zwei hellwache Jungs auf ihn herab.
Das kann ja was mit ihnen werden…
„Ihr seid echt einzigartig. Ihr habt ja gestern erwähnt, dass ihr die neuen Rumtreiber von Hogwarts seid, oder?", fragte Harry plötzlich interessiert wacher.
„Wir wissen, dass wir die Besten der Besten sind, aber warum denn? Wie du Dumbledore gestern an der Nase herumgeführt hast, echt klasse!"
„Ähm, egal… aber ich dachte eure Familie wollte gestern Abend gehen?", fragte Harry plötzlich verwirrt. Schulterzuckend gingen die Zwillinge und her hinunter in den Speisesaal. Was sie dort sahen, ließ ihr Gesicht in ein finsteres Grinsen übergehen und langsam traten sie rückwärts hinaus aus dem Raum und gingen leise zurück in Harrys Zimmer.
„Bitte sag uns! – Du hast Farbe! - Oder irgendetwas zum Malen!", fingen die Zwillinge gleichzeitig an.
„Würde ich euch jemals unvorbereitet begegnen? Erwartet ihr das wirklich von mir, euer Ernst?", fragte Harry gespielt enttäuscht und holte seinen geschrumpften Koffer hinaus und legte ihn auf sein Bett. „Von diesem dürft ihr niemanden etwas erzählen, okay? Ich besitze ihn nicht einmal."
„Okay, Sir!", antworteten die Zwillinge und salutierten.
Das wird echt schlimm…
„Wartet hier.", befahl Harry, als er plötzlich in seinen Koffer hineinsprang.
Kurze Zeit später kam er voll beladen mit drei Gläsern mit gelber, roter und blauer Flüssigkeit heraus. Zudem steckten ihm in jeder Hosentasche ein Pinsel und der dritte war zwischen seinen Zähnen zu finden. Diese Zutaten übergab er ihnen und verschwand erneut in seinem Koffer ohne irgendetwas zu sagen. Zwei weitere Minuten später kam er erneut. „Sorry, dass ich euch warten ließ. Musste die hier erst finden.", grinste er, während er drei Tuben hochhielt. Die erste war mit Senf beschriftet, die anderen hatten jedoch keine Beschriftung. „Ach so, passt auf, eure Farben sind nur mit dem Gegenmittel lösbar. Also geht vorsichtig mit ihnen um."
Das Grinsen der Zwillinge verbreitete sich schlagartig und die drei machten sich an ihr Werk.
Sieben Uhr morgens
James wachte durch einen brennenden Geruch unter seiner Nase auf. Das nächste, was er sah, ließ ihn gefrieren. Seine Frau, Molly und Arthur lagen schlafend mit dem Kopf auf dem Tisch. Jeder von ihnen, hatte seinen eigenen besonderen Style. Lily hatte ein rotes Gesicht und rote Haut, Molly dasselbe mit blau und Arthur mit gelb. Er wollte sich erst gar nicht im Spiegel anschauen… aber er hatte wohl keine Wahl.
Zwei pinke Augen leuchteten ihm entgegen. Sein unterer Teil seines Gesichtes war eingerieben mit Senf, der Obere mit schwarzer Schuhcreme. Das Highlight war aber seine rosaroten Haare, die langsam wuchsen seitdem er in den Spiegel geschaut hatte. Wenige Augenblicke später hatte er bereits hüftlanges Haar und zerschlug wütend den Spiegel. Wenn er Fred und George in die Finger kriegen wird!
Plötzlich hörte gestickte Schreie, konnte sie aber keiner Richtung zu ordnen. Er schaute links, rechts, vorne, hinten und dann kam die Erleuchtung. Mit einem gekonnten Blick an die Decke erkannte er Sirius. Er hängte Kopfüber vom Kronleuchter… seine Hände und seine Arme waren zusammengebunden. Sein Mund mit einem braunen Streifen, welchen er noch nie zuvor gesehen hat, verschlossen. Schnell zog James seinen Zauberstab und befreite seinen Freund.
„WENN ICH DIE DREI IN MEINE FINGER BEKOMME! ICH BRINGE DIE UM!"
Durch seinen Ausschrei wachte der Rest der Anwesenden auf. Ginny und Ron, Adam und Rose standen verschlafen in der Tür und schauten verstört die Erwachsenen an. Langsam schlich sich ein Lachen in ihre Gesichter und breitete sich aus. Sofort rannten alle vier so schnell wie möglich davon. Vollendend wachte Molly auf und schaute sich um. „Wo. Sind. Sie."
„Keine Ahnung.", antwortete Remus, welcher gut gelaunt mit einem Lächeln und einem Kaffee durch die Tür zusammen mit Severus Snape kam. „Scheint als hätte ich was verpasst. Aber ihr seht echt der Hammer aus! Außerdem sollt ihr übermorgen zum Order des Phönix Treffen begeben. Deswegen ist auch Severus da."
Fünf wütende Blicke brachten Remus zum Schweigen. Trotzdem genoss er diesen Moment eindeutig. Und Severus Snape erst. Langsam aber sicher schlich sich ein kleines Lächeln auf sein Gesicht, welches immer größer wurde. Im letzten Moment, in dem er sein Lachen nicht zurückhalten konnte, apparierte er zurück in die Prince Manor und prustete los. Er sollte die Weasley Zwillinge vielleicht doch ein bisschen mehr schätzen.
„Molly! Es waren nicht nur deine Kinder! Harry war auch dabei! Er hat mich festgehalten, während die anderen mich verhext haben!", erklärte Sirius allen aufgebracht. Auch wenn er gerne Streiche spielte, so etwas würde er niemals tun, dachte er.
„Wo war ich auch dabei?", fragte eine müde Stimme von der Tür, von welcher Remus einen Augenblick davor gekommen ist. Hinter ihm erschienen Fred und George und rieben sich die Augen. „Morgen alle samt!"
„Ihr! Ich werde euch an den Kragen gehen! Ihr werdet alle Hausarrest bis zum Ende eures Lebens haben! ENTERBEN WERDE ICH EUCH!", fing Sirius an.
„Für was den? Und was zur Hölle ist mit euch geschehen?", fragte George unschuldig.
„Für was den? FÜR WAS DEN?"
„Ginny, Ron, George, Fred! Wir gehen jetzt sofort nach Hause! Die anderen sind schon vorgegangen.", klang die ruhige, mütterliche, jedoch drohende Stimme von Molly Weasley durch den Saal. „Und vergesst nicht, ihr seid für unser kleines Fest eingeladen!"
„Harry Potter! Du gehst jetzt sofort auf dein Zimmer!", erklang die zweite drohende Stimme einer Mutter.
Wer hätte gedacht, dass alles perfekt läuft. Spaß gehabt und jetzt meine Ruhe zum Lesen. Zum Glück war ich schon in der Bibliothek!
„Remussss!", ertönte die freudige Stimme eines Kindes aus seinem Bett.
„Das freut mich, dass du dich auch noch an mich erinnerst, Harry. Aber als Erwachsenes Vorbild muss ich dich jetzt erst einmal ermahnen, einfach so Leute Streiche zu spielen! Was fällt dir nur ein!", aber niemand hätte sein Grinsen entgehen können.
„Auf jeden Fall soll ich dir hier diesen Koffer bringe. Es ist der alte deines Vaters. Ich weiß, dass er eingestaubt ist, aber dass wirst du schon machen, oder? Aber ich kann dich nicht einfach unvorbereitet nach Hogwarts schicken. Daher nimm diese von mir."
„Was ist das, Onkel?"
„Das ist die Karte des Rumtreibers. Naja, eigentlich die Verbesserte. Du musst wissen, als ich, Sirius, James und Peter noch nach Hogwarts gingen, waren wir eigentlich wie die Weasleyszwillinge. Im sechsten Jahr haben wir dann unsere Karte verloren… leider. Sie zeigt alle Menschen, die in Hogwarts sind an. Und seit heute Morgen weiß ich ja, du bist nicht besser in dieser Hinsicht. Sie lässt sich nur durch deinen oder meinen Gedankenbefehl öffnen. Also viel Spaß in Hogwarts.", grinste Remus mit seinen Augen weit entfernt, als er an seine Kindheit dachte. Was für eine tolle Zeit dies doch war. „Ich habe außerdem noch eine weitere Überraschung für dich, aber nicht unbedingt eine Gute…
Außerdem vermute ich, dass die Karte der Rumtreiber derzeit in James Besitz ist, also wird sie sehr wahrscheinlich an Adam und Rose weiter gehen. Ich habe ihn mit Sirius reden gehört… aber du bist zu jung dafür. Auf jeden Fall wird dich diese Karte des Rumtreiber unortbar gegenüber der andere Karte machen. Also viel Spaß damit!"
„Daankkkeeee, Onkel Remus!", rief Harry eifrig mit großer Freude aus, während er sich auf seinen Onkel stürzte. Mit einem lauten Krachen fielen beide zu Boden. Eigentlich dachte er aber jedoch schon über die andere Karte nach, wie sein Onkel dessen Effekt blocken konnte...
