In einem großen Klassenzimmer sammelten sich bereits fünf Minuten vor 9:00 Uhr die aufgeregten Schüler zusammen. In den vorderen Reihen lieferten sich bereits die motivierten Hufflepuffs mit den Ravenclaws eine kleine Schlacht um die besten Plätze. Unnötig zu sagen, dass die Tische in einem U aufgestellt waren, sodass man von jedem Platz aus gut genug sehen konnte.

An der hinteren, linken Ecke des Us saßen Harry und Hannah und genossen gelangweilt die Sicht aus dem Fenster.

Ich bin echt gespannt, welches Level für die Erstklässler voraus gesetzt wird. Wenn meine Geschwister gut sein sollten, dann wird dies wohl echt langweilig, aber so viel habe ich schließlich auch noch nicht von ihnen gesehen.

Dieser wurde plötzlich aus seinen Gedanken gerissen, als ein braunhaariges Mädchen mit blauen Augen sich neben ihn niederließ. Harry blickte jedoch lediglich kurz auf und nahm nur ihr Ravenclaw Wappen wahr, bevor er seinen Kopf wieder auf den Tisch ablegte. Welche Schülerin hätte er sonst aus seinem Jahrgang hier auch nicht gekannt? Neben diese setzte sich ein weiteres Mädchen mit dunklerer Haut.

Oh, Sue Li. Chinesische Abstammung; reiche Kaufmannsfamilie; da muss ich mir echt mehr Informationen besorgen, wahrscheinlich eine sinnvolle Verbündete...

In der Zwischenzeit saßen Megan und Susan in den ersten Reihen des Us und beobachteten die versteifte Katze. Wer hätte gedacht, dass sie am ersten Tag einen Animagus sehen würden? Deshalb holten sie, wie es sich gehörte, ihren Block und Feder hervor und bereiteten sich seelisch auf den Unterricht vor.

Als alle Schüler ungeduldig auf ihren Stühlen saßen, hörte man einen Jungen aus Ravenclaw zu seinem Freund flüstern: "Was ist das denn für eine erste Stunde? Die Professorin ist jetzt schon zu spät! Und ich dachte, man sollte Respekt für sie zeigen."

Plötzlich knallte die Tür mit einem lauten Knall zu. Genau in diieesem Moment sprang die schwarze Katze von ihrem Pult und verwandelte sich im Flug vor dem Ravenclaw in Professorin McGonnagal.

"Mister Corner! Wir sind hier in meinem Unterricht und wie ich sehe, haben sie keinerlei Augen für ihre Umgebung und zudem keine Geduld! Außerdem hinterfragen Sie an ihrem ersten Tag eine Professorin! Deshalb sagen wir Mal, 10 Punkte von Ravenclaw!"

"Und Potter, in meinem Unterricht wird nicht geschlafen! Weitere 10 Punkte von Hufflepuff!"

Sollte ich ihr widersprechen? Ich könnte im Notfall auf meine Magie schwören, aber das würde zu viel Aufsehen erregen... aber wenn ich jedes Mal so viele Punkte verliere, bleibe ich auch nicht im Schatten. Oder ich versuche sie einfach in anderen Fächern zurückzugewinnen. Das ist es wohl...

"Entschuldigung, Professor McGonnagal."

"Alle die Federn und Notizblöcke heraus! Wir werden anhand Seite 4 das Verwandeln von einem Streichholz in eine Nadel durchgehen!"

...

"Sehr gut, wenn keiner mehr Fragen hat. Fangt an!"

Selbstsicher zog Harry seinen zweiten neuen Zauberstab und verwandelte mit einer schnellen Bewegung sein Streichholz in eine kleine Nadel. Das Loch nicht zu klein um Aufsehen zu erregen, aber nicht zu groß um keine Punkte zu erlangen. Keinen Moment später lag auch vor Hannah eine wunderschöne Nadel, Slyhterin-like. Das Ende der Nadel war ein eingerollter Schlangenschwanz, dessen Mitte das Loch für den Faden bildete. Das interessanteste war jedoch die Spitze der Nadel. Vorne leuchteten zwei rote Augen aus einem winzigen Schlangenkopf, währenddessen die goldene Zunge die Spitze bildete. Insgesamt war das Schaustück jedoch nicht höher als 2mm, perfekt für jeden Gebrauch.

"Angeber!", flüsterte Harry ihr leise ins Ohr.

"Wer's kann, der kann's! Immerhin kann nicht jeder so schlecht wie du sein", entgegnete Hannah mit einem selbstsicheren Grinsen.

Echt jetzt, weshalb darf ich nicht angeben... warum ist mein erster Plan nur mit den Schatten zu verschmelzen... Aber ich muss schon zugeben, echt keine schlechte Verwandlung. Eine die Dunkle Magie bevorzugt...

"Ich halte bestimmt auch nur zurück!", antwortete Harry mit einer gespielt-empörten Grimasse. "Schließlich schau dir mal den Rest an, wir zwei sind die einzigen mit denen zwei dort vorne, die es bis jetzt geschafft haben."

Plötzlich hörte er es links von sich krachen und sah gerade noch das Mädchen neben sich erschrocken aufspringen.

"Miss Turpin! Sie sollen etwas verwandeln, nicht das Klassenzimmer hochjagen! Wie konnte jemand wie du nur in Ravenclaw kommen?", fragte McGonnagal mit ihrem ernsten, beschuldigenden Blick.

Was für ein Asi-Move! Bestimmt ist es Zufall, dass sie Hauslehrerin der Gryffindors ist. Dumme zu Dumme, also sollte sie nicht reden. Wobei der Move echt Slytherin listig war, so etwas habe ich eher von Severus erwartet... Jetzt fühlt sie sich eh schlecht.

"Tut mir leid, Professorin McGonnagal, aber ich schaff es einfach nicht!", antwortete Miss Turpin aufgebracht den Tränen nahe.

Wahrscheinlich zweifelt sie jetzt schon an ihre Fähigkeiten. Muggelgeboren und alles dazu, was soll man erwarten...

Plötzlich spürte Harry eine starke Präsenz vor dem Haupttor seines Wüstenschlosses, als McGonnagal antworten wollte. Sofort erstellte er einen kleinen Zettel in seiner Hosentasche auf welchem geschrieben stand: "Hannah, sobald was wichtiges passiert, zwicke mich so fest du kannst, bitte!" Leise flog der Zettel unter der Bank in ihre freie linke Hand. Ohne auf eine Reaktion von ihr zu warten, konzentrierte sich Harry stark darauf auf der Mauer seines Schlosses zu erscheinen.

"Was für eine Ehre, dass der einzige wahre Harry Raphael mich, eine einfache Hofdame, vor dem Schloss empfängt!", prahlte die Stimme eines jungen Mädchens sarkastisch nach oben.

"Oh, hätte ich gewusst, dass Sie es sind, wäre ich jetzt noch im Unterricht, Lady Alice", entgegnete die extrem übertrieben freundliche Stimme Harrys.

"Möchtest du mich nicht herein bitten? Ich habe schließlich mir die Mühe gemacht, die Zeit hier drinnen anzuhalten! Also lass mich zumindest einen Tee trinken!"

Langsam öffneten sich die Sandsteintoren und Harry erblickte zum ersten Mal seit langer Zeit die Vampirin richtig. Ihr hüftlanges, dunkelrotes Haar wehte in einer kühlenden Meeresbrise. Ihre kurz gelb aufschimmerten Augen musterten Harry amüsiert, während er ihre Lederjacke, an welcher blutgetränkte Messer hingen, und ihre hautenge Jeans begutachtete.

"Früher hattest du echt einen praktischeren Style. Du trägst zwar noch Messer und alles offen mit dir, aber im Ernst? Du möchtest wahrscheinlich Blut trinken und ein WEIßES T-Shirt dazu? Viel Spaß mit diesen Flecken!"

"Du bist echt der einzige, der so etwas als Begrüßung sagt... wenn mich andere Diener zu Gesicht bekommen, fallen sie auf den Boden und küssen diesen, worüber ich gelaufen bin. Möchtest du es nicht auch mal probieren?"

"Nur weil du eine Prinzessin bist? Das ich nicht lache, du bist kein Jahr älter als ich. Also nicht mehr als ein Frischling."

FLASHBACK

Ein Jahr war es bis jetzt her, seitdem Harry mit den Vampiren trainierte. Ein Jahr, seitdem er keinen anderen Kontakt mehr als mit Raphael und Michael hatte. Ein Jahr, seitdem er ausgiebig geschlafen hatte. Ein Jahr, seitdem dieses Höllentraining lief. Und heute war der erste Tag frei.

Plötzlich wurde er von einem lauten "Herein!" aus seinen Gedanken gerissen und begutachtete erneut das sich von selbst öffnende Tor. Hölzern Riemen mit Stahl verstärkt. Oft dachte er, wie einfach es doch wäre dieses Tor einzureißen, und trotzdem stand es seit Jahrtausenden. Niemanden wagte es nur zu berühren...

Sofort trat Harry in die Mitte des Thronsaales und fiel auf die Knie. Es war nicht das erste Mal, dass er vor jemanden niederknien musste. Trotzdem hasste er das Gefühl, obwohl es sich auch manchmal gut anfühlte, einfach alle Sorgen in die Hand einer anderen Person zu legen...

Leise hallte der Aufprall seiner Knie auf dem schwarzen Felsen durch den ganzen Saal. Mit gesenktem Blick wartete er darauf, angesprochen zu werden.

"Du bist also Harry Pettigrew Potter. Lebst bereits ein Jahr unter Vampiren und sprichst noch kein einziges Wort. Hältst dich aus unserer Stadt hinaus. Aus unserem Leben."

Als die Stimme erlöschte, herrschte wieder eisige Stille. Harry wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass er nur antworten durfte, wenn er vom König persönlich aufgerufen wurde. Lord Tursus

"Ja, so ist es", antwortete er daher selbstsicher.

Sofort spürte er verschiedene Augen auf sich, die von Mitleid sprachen. Er hatte davor nicht einmal gespürt, dass in diese Richtungen Vampire standen...

"Ah, ah, ah. Scheint als müssten wir Raphael bestrafen. Er hat dich wohl nicht ganz in unsere Sitten eingewiesen. Ich glaube, das war jetzt ein Fehler zu viel von ihm. Findest du nicht, Harry? Erst nimmt er dich gegen meinen Wunsch auf, dann lehrt er dich gegen meinen Wunsch und dann lehrt er dir nicht einmal meine Sitten? Ich bin nicht grundlos Lord der westlichen Vampirsstaaten!"

"Dann breche ich jetzt wohl wieder eine Sitte von dir, aber sehe dies bitte nicht als Mangel an Respekt an. Und wenn, dann beschere die Strafe über mich und nicht über Raphael, bitte. Zudem ist es nicht Raphael, der diesen Fehler beging. Mein Vater hatte ihm einst sein Leben gerettet, so eine Schuld kann man nicht einfach so begleichen, deshalb hat er mich aufgenommen. Er sah es als seine Verpflichtung. Und immerhin habe ICH deine Sitten gebrochen und nicht er, deshalb vollziehe die Strafe über mich!"

Nach außen schaute Lord Tursus ihn emotionslos an, innerlich war er jedoch sogar ein bisschen beeindruckt. Mit acht oder neun Jahren liefert er sich freiwillig einer Strafe aus um einen Freund, einen Meister zu beschützen? Zudem hat er den Mut ihm seine Meinung zu sagen? Den Mut seine Sitten wissentlich zu brechen? Er könnte später einen mächtigen Verbündeten abgeben... oder einen schrecklichen Feind.

"Prinzessin Alice? Hiermit befehle ich dir im Namen des Königreiches, bringe diesen Knappen aus meinen Augen und lehre ihm die Sitten unseres Volkes, unsere Sprache und bestrafe ihn nach seinen Fehlern angemessen. Den Respekt, den Raphael mir verweigert hat, werden wir ihm gütig sprechen und ihm lediglich nicht mitteilen, dass Harry Pettigrew Potter ab sofort jede freie Minute, die er nicht trainiert, mit Prinzessin Alice verbringen muss."

Leise hörte man nur ein missmutiges Schnauben, wer würde denn schon gerne ein Kind Babysitten? Aber zumindest gab es Frischblut...

FLASHBACK ENDE!

"Und trotzdem war ich es, die dir die Sitten beibringen musste. Die dir beibrachte zu schreiben und zu reden?"

"Du hörst dich an, als wärst du meine Mutter. Wer weiß, ob ich jemals wieder in Westvampirisch schreiben werde. Vielleicht Stichpunkte, aber sonst? Aber kommen wir zum Thema. Was bringt mir die Ehre?"

"Darf ich als Prinzessin keine kleinen Freundschaftsbesuche machen?"

"Genauso wahrscheinlich steigt Aphrodite nur mit einem Mann ins Bett um Wort wörtlich nur zu schlafen."

"Du mich auch... mit den neuen Gesetzen des Zauberministeriums sind wir jetzt dunkle Wesen. Du weißt schon...", weiter kam sie jedoch nicht.

"Also bist du wirklich nur zu mir gekommen, weil die magischen Frischblutreserven leer gehen? Als Prinzessin bist du immer noch zu steif um Muggelblut zu trinken..."

"Ich trinke doch kein Blut von ekligen Muggeln! Schau sie dir an, sie fressen in Fett gebadete Kartoffeln! Einfach nur IGITT!"

"Wie lange hältst du es noch durch?", fragte Harry seufzend.

"Wenn ich zwei große Dosen bekomme, reicht es, sagen wir: Heute Abend, Mitte Oktober und Mitte November? Weihnachten kommst du ja zu Besuch, oder?"

"Mmh, denke schon. Und wo willst du dich treffen? Jetzt sage nicht, bei deinem Clan. Denn wenn ich die Schutzrunen übertrete, wird der Direktor benachrichtigt. Vielleicht bringe ich dir dann auch bis Zehn zählen bei!"

"Keine Sorge. Folge einfach den Pfad in den "Verbotenen Wald"… mmh, was für ein dummer Name... Auf jeden Fall kommst du nach so drei Stunden an die Runengrenze, aber kurz davor ist ein riesiger See. See ya!"

Plötzlich und ohne auf eine Antwort zu warten verpuffte die Vampirin mit einem zufriedenen Lächeln und ignorierte Harrys Anspielung komplett. Als Harry kurz die Zeit ab rief, fluchte er. Sie hatte ihn hereingelegt! Die Zeit lief weiter! Man muss wirklich alles selbst machen! Weshalb vertraute er ihr überhaupt?

Sofort entsprang er seinem Gedächtnis und öffnete erneut seine bereits offenen Augen und starrte direkt in die Augen von Hannah. Diese zuckte zusammen als Leben zurück in den Körper fuhr.

"Ich wollte dich gerade zwicken, weil die Stunde gleich vorbei ist. Aber ich habe nicht gedacht, dass du wirklich... keine Ahnung was das war. Aber echt gruselig... Brings mir bei!", berichtete Hannah aufgeregt.

"You're kidding, right?", brachte er jedoch lediglich hervor.

"Ihr wisst, dass wir sicher zu spät kommen?", fragte Megan aufgebracht, während sie zusammen mit Hannah, Susan und Harry Richtung Geschichtsklassenzimmer rannten. Zumindest hofften sie, dass es dort liegt. Harry hatte sich bis jetzt auch noch nicht die Zeit nehmen können, um Lupins Karte auszutesten.

"Ich habe mich nicht zum dritten Mal heute für 30 Minuten fertig gemacht, also liegt es wohl an mir", antwortete Harry sarkastisch, weil er ein kleines bisschen genervt war von drei pubertierende Mädchen überall mit hingeschleppt zu werden. Na gut, nicht überall hin, zumindest noch nicht mit auf die Toilette.

"Schnell, da vorne ist das Klassenzimmer! Und du bist auch kein Mädchen, du verstehst das nicht!", entgegnete Susan außer Atem.

Sofort gingen sie durch die bereits geöffnete Tür und ließen sich auf die einzigen freie Plätze nieder, die in der ersten Reihe lagen. Erst dann bemerkten sie den Fehler. Kein Lehrer beschwerte sich darüber, dass sie zu spät waren. Die Gryffindors redeten alle durcheinander mitten im Unterricht. Okay, da war zwar nicht daran falsch, aber gut... Aber vor allem bemerkten sie die dauerhaft langweilig leiernde Stimme des Geistes hinter dem Pult. Professor Binns.

„Wollen wir uns das wirklich antun?", fragte Megan nach fünf Minuten Geleier über die Koboldkriege.

„Wir könnten zusammen Verwandlungshausaufgaben machen, wenn ihr Lust habt", schlug Susan vor.

„Ja, oder wir gehen hinaus zum See und reden dort ein bisschen", entgegnete Hannah schlagartig, da sie keinerlei Lust auf Hausaufgaben hatte.

„Wie sehr mich diese Entscheidung schmerzt, stimme ich wohl oder übel Hannah zu. Wollt ihr wirklich hier drinnen bleiben? Es wäre immer noch über eine Stunde!", fügte Harry hinzu.

Kurze Zeit darauf lagen alle vier in der Wiese vor dem See und sonnten sich in der warmen Septembersonne. Als das Gespräch zwischen den drei Mädchen langsam aber sicher Richtung Mode umschwenkte, ließ Harry langsam die Müdigkeit über sich kommen.

Der Dienstagmorgen begann für Harry wie jeder anderer Tag mit einem ausgiebigen Training. Dieses Mal jedoch verschwand er nicht zurück in sein Zimmer um sein Bild aufrecht zu erhalten, sondern nach einer ausgiebigen Dusche auf direktem Weg in die Küche. Nachdem er kurz seine Magie den Flur entlang gestreckt hatte, den George ihm genannte hatte, erkannte er auch sofort den Eingang. Für diesen Einblick konnte ihn jedoch nichts vorbereiten.

In dem Moment, als Harry in die Küche eintrat, verstummte und erstarrte jedes Wesen. Jeder einzelne Hauself starrte ihn aus zwei großen, runden Augen an.

Geschockt, was Harry nun tun sollte, fing er einfach an zu reden.

„Ich weiß, dass dieser Ort Schülern und vor allem Erstklässlern nicht bekannt ist. Aber wenn ihr wirklich nicht in der Lage seid ein gesundes Frühstück ins Angebot zu nehmen, werde ich selbst hier für mich kochen."

Als wäre das Eis gebrochen, ging sofort wieder jeder Hauself seiner Arbeit nach und bereitete das Frühstückbuffet vor. Nur ein älterer Aussehender mit langem Bart schritt auf ihn zu.

„Was denken Sie sich um fünf Uhr Fünfzig in unsere Küche einzumarschieren und zu behaupten, wir seien nicht in der Lage ein gesundes Frühstück vorzubereiten?", krächzte dieser ihn mit seiner unfreundlichen Stimme an.

„Was ich mir denke… Was denke ich mir bloß… Genau! Da war es wieder! Ich möchte nicht eins eurer verwöhnten fetten Reinblutkinder sein! Ihr seid eine Schule für Magie und sorgt persönlich dafür, dass sie vor jedem Turnier, dadurch das sie auf die Plattform laufen, wegen Atemnot aufgeben müssen! Wenn ihr so euren Herren dient, verschwindet aus meinen Augen!"

Das war der Sprengpunkt. Zu behaupten, dass Hauselfen ihren Herren etwas Schlechtes wollen würde. So etwas konnten sie sich nicht gefallen lassen.

„Jetzt halten sie sich Mal nichts vor!", brauste er, währenddessen er seinen Zeigefinger Harry in die Brust stieß. „Sie sind nur ein kleiner Elfjähriger Zauberer, was wollen Sie von Kampf und Erfahrung und vor allem Ernährung wissen? Und unterstellen Sie mir nie wieder, dass ich meinen Herren hintergehe, sonst wird es böse für Sie enden."

Harry nahm einen kleinen Schritt zurück um dem Finger zu entgehen und wusste, entweder gewänne er sich einen Verbündeten oder einen Feind fürs Leben.

„Da stimme ich dir zu. Es ist nicht das freundlichste von mir hier herein zu platzen und euch zu beleidigen. Aber ihr habt euch Hogwarts und damit ihren Schülern verschrieben, diese zu beschützen und für sie zu sorgen, weshalb hört ihr dann auf Dumbledore und nur auf ihn? Ihr denkt, dass ihr die Einzigen seid, die dienen müssen, nicht? Aber was kann ein einfacher elfjähriger Junge schon wissen. Er versteht nicht einmal, was dienen bedeutet oder wie man kocht."

„Behaupte noch einmal, dass wir Dumbledore hinterher rennen und du bist ein toter Mann!", drohte der Hauself nun leise und gefasst.

„Noch einmal behaupten. Mmh. Weshalb willst du mich den raus werfen? Nicht weil Dumbledore es verordnet hat, dass alle Schüler unter der dritten Klasse Eintritt verwehrt bleibt? Früher wäre dies kein Problem gewesen! Oder ist es wegen deines Stolzes als Diener? Dir bleibt nichts anderes mehr, vertrau mir, ich weiß, wie es ist zu dienen. Nur weil jeder Hauself sich verbindet, denkst du, du müssest das auch?"

„Richtet Station 107 wieder her! Wir haben ein neues Mitglied hier willkommen zu heißen!", befahl der Hauself mit fester Stimme. „Und nun zu dir, wie heißt du, junger Mann?"

„Harry Pettigrew Potter. Entschuldigt bitte mein Benehmen Euch gegenüber, aber irgendwie wollte ich zu Ihnen vordringen."

„Mach dir nichts daraus, er ist und bleibt ein Dickkopf!", erklang hinter ihm eine freundliche, helle Frauenstimmen. „Wobei Dumbledore bei ihm ein heikles Thema ist."

...

Es war bereits kurz nach 7:30, als Harry sich an dem Hufflepuff Tisch neben Megan erneut nieder ließ. Sofort spürte er die fragenden Augen der anderen Mädchen, die gerade ein einfaches Müsli aßen.

„Sieht aber echt lecker aus, euer Müsli!", schnitt Harry die Anderen ab, bevor sie ihn fragen konnten, wo er war.

Verwirrt schauten sie ihn an, bis endlich sich Susan zu Wort meldete: „Wo warst du denn heute Morgen und was hast du gemacht? Die Jungs haben dich auch nicht gesehen, selbst dieses Slytherinmädchen war da und hat nach dir gefragt."

Als Antwort zog Harry lediglich seinen Zauberstab und tippte dreimal auf den Tisch. Plötzlich erschien vor ihm einen großen Teller mit Blättersalat verfeinert durch Radieschen und Tomaten. Rechts von diesem erschien ein Glas O-Saft und links von diesem eine kleine Schüssel mit Obstsalat.

„Frage beantwortet?"

„Morgen bitte zwei Portionen!", entgegnete Megan enthusiastisch.

„Drei", fügte sofort Susan hinzu. Was darauf folgte, war klar.

„Vier und keine einzige weniger!", drohte Hannah mit einem glücklichen Lächeln.

Wer hätte gedacht, dass Harry seine neuen Kochkünste so bald verschiedenen Damen zur Kost anbieten durfte… musste. Aber trotzdem ging dieses gesamte Schauspiel an allen bis auf dem Hufflepuff Tisch unbemerkt vorbei. Aber als ob Langweiler Langweiler verraten würden.

Der erste Freitag in diesem Schuljahr nahte und so freute sich Harry endlich Severus Snape Live zu erleben. Er erwartete regelrecht, dass Severus zuerst seine Geschwister nieder machen oder bloßstellen würde, sodass anschließend auch er, da er ein Potter war, angegriffen wäre. Darauf hatte er sich aber bereits vorbildlich vorbereitet.

Ansonsten verlief die Woche für ihn ziemlich ereignislos. Einen von dunklen Magie tropfenden Verteidigung gegen die dunklen Künste Lehrer, der nur stotterte. Langweiliges Gelaber über Pflanzen, die einen irgendwann umbringen können und zudem ein Halbkobold, der irgendetwas gegen Malfoy hatte. Nicht zu vergessen eine Vampirin, die einen bis auf den letzten Tropfen Blut aussaugen wollte und zudem ihren Teil der Abmachung nicht erfüllt hatte. Folglich konnte es nur noch besser werden!

So kam es, dass Harry am Freitagmorgen zusammen mit Hannah an einem Tisch in diesem Unterricht saß. Beide hatten bereits die nötigen Materialien zur Hand gelegt, und warteten nur noch auf den Professor.

Genau in diesem Moment, als die Uhr 9:00 Uhr schlagen würde, knallte die Tür hinter einem herein eilenden Severus Snape zu. Sein Umhang wehte in einem nicht existierenden Wind hinter ihm her.

Lustig, dass seine Haare nicht wehen, der Anblick wäre bestimmt was wert.

Vorne am Pult angekommen drehte er sich ruckartig um und las alle Namen vor, bis er bei Rose und Adam Potter ankam.

„Ah, unsere Berühmtheiten Rose und Adam, die Kinder, die überlebten! Ich verneige mich vor eurem einzigartigen Können!"

Harry beobachtete, wie sofort auf den Gesichtern seiner Geschwister ein zufriedenes Lächeln erschien. Ob James seine Kinder nicht gewarnt hatte? Diese Beiden sahen auf jeden Fall nur die Möglichkeit für sich zu prahlen.

„Genau! Wenn sie wollen, können wir Ihnen in Zaubertränke auch ein paar Tipps geben."

Obwohl Harry versuchte sein Husten zu unterdrücken, er wollte es einfach zu sehr…

„Lach nicht, Muggel!", zischte Rose sofort. „Nur weil du dich hier noch nicht zurechtfindest!"

Man konnte es Severus Snape regelrecht ansehen, wie verwirrt er war. Er wusste zwar, dass die Potters angeblich ihren Sohn weg gegeben hatten, aber er dachte nicht für solange. Dass er selbst von seinen Geschwister Muggel genannt wurde... Reinblütisches Benehmen… Aber immer hin war er ein Potter, also hatte er es verdient!

„Dann habt ihr bestimmt nichts dagegen euer Können auf die Probe zu stellen, nicht? Also eine leichte Frage für den Anfang. Wo finden wir eine Bezoar?"

Sofort schoss aus der ersten Reihe die Hand von Granger hoch, die ziemlich selbstzufrieden schaute.

Professor Snape ignorierte sie jedoch und schaute die zwei ahnungslosen Schüler an.

„Wolltet ihr mir nicht helfen bei irgendwas? Ziemlich große Worte für zwei Zwerge. Vielleicht könnt ihr mir ja samstags Abend beim Zauberkessel putzen helfen?"

Beiden verging sofort das zuvor noch leicht da gewesene Grinsen und schauten ihn Hass erfüllt an.

Es schien als hätte James Ihnen doch einiges erzählt. Selbst dran schuld.

„Naja, zwei Dummköpfe schon einmal rausgefädelt. Potter? Wissen Sie die Antwort?"

Harry musste wirklich innerlich mit sich kämpfen, wollte er Snape in einen kochenden Kessel verwandeln oder ihn als Verbündeten erobern? Am Ende entschloss er sich für beides, aber wahrscheinlich einen längeren Weg.

„Schwer zu beantworten. Ich kenne einfach zu viele Orte um einen Bezoar zu besorgen. Das einfachste wäre wahrscheinlich Dumbledore zu fragen oder ihren Vorrat zu plündern. Vielleicht auch lieber in der Apotheke in der Winkelgasse… Warten Sie, Sir! Ich habe es! Wir müssen einfach den Ziegenstall ihrer Großmutter überfallen! Die Prince Manor dürfte doch gar nicht so weit entfernt liegen, nicht?", beantwortete Harry seine Antwort mit einem unschuldigen Lächeln.

Bei diesen Worten zuckte lediglich durch Snapes Augen ein leichtes Funkeln, eine Mischung aus Verärgerung, Misstrauen und Amüsement. Sonst blieb seiner Körper eine einzige Maske, wobei Harry sich sicher war. Er hatte seine Aufmerksamkeit geweckt.

Die Meisten hatten wahrscheinlich nicht einmal gewusst, dass Snape aus der Familie Prince stammte, geschweige denn, eine Großmutter hatte. Trotzdem konnten einige Gryffindors ihr Grinsen nicht unterdrücken, genauso wie einige Hufflepuffs.

„Scherze auf Kosten eines Lehrers, Potter. Das Sie sich so etwas erlauben!", trotzdem funkelten seine Augen amüsiert. „Daher sagen wir Mal, zehn Punkte von Hufflepuff für die mehr oder weniger sinnvolle Antwort. Zudem wirst du heute Abend nachsitzen!"

„Ja, Sir! Aber wissen Sie, dass wir heute Abend Astronomie haben?"

„Nach der Stunde sollen alle Potters hier bleiben."

Und so fing Snape wieder erneut an, die Namen fertig aufzurufen, sodass sie anschließend mit einem einfachen Trank beginnen konnte.

Die ganze Stunde über arbeitete Harry ruhig mit Hannah zusammen, währenddessen beobachtete Professor Snape heimlich Hannah und Harry. Das Einzige interessante war die von einem Gryffindor herbeigeführte Explosion.

„Rose und Adam Potter! Ihr werdet morgen Abend um 17 Uhr hier antanzen und die Kessel der älteren Slytherins ausspülen. Verstanden?"

„Sie wissen, dass Dumbledore dies nicht zulassen wird?", fragte Adam selbstsicher.

Snape ging leicht in die Knie um seinen Kopf an Adams Ohr zu bewegen und flüsterte ihm so ins Ohr: „Weißt du, ich verrate dir jetzt ein Geheimnis. Dumbledore ist nicht allmächtig, genauso wenig wie dein Vater."

„Wage es nicht dich über Dumbledore zu erheben, du Todesser!"

„Ah, ein regelrechter Schmeichler. Weitere 20 Punkte von Gryffindor und raus, bevor wir es wöchentlich machen!"

Mit einem letzten Hass erfüllten Blick eilten die Adam und Rose hinaus und schlugen die Tür hinter sich zu.

„Und jetzt zu dir, Potter."

Das war der Moment, auf den Harry gewartet hatte. Alleine mit Severus. In einer abgedunkelten Kammer. Ohne Zeugen…

„Wie waren deine Muggelerfahrungen?"

Geschockt, jede andere Frage erwartet zu haben, antwortete er: „Einzigartig gut, denn sie sind einfacher auswechselbar wie Hauselfen."

„Du weißt, dass ich bei so einer Einstellung sofort zu Dumbledore gehen müsste, also überlege dir doch, was du zu sagen hast.

„Ah, stimmt doch! Aber möchten Sie nicht lieber zu ihrem Lord rennen? Wie aber zuvor gesagt, ich habe heute Abend Astronomie, also kann ich ihrem Wunsch nicht nachkommen. Und ich fand, dass ihre Worte zu Adam ihre Meinung von Dumbledore ziemlich gut dargestellt hat."

„Ich werde dich für Astronomie freistellen und ich rate dir keine Anspielungen zu machen, bei denen du nicht weißt, in welche Richtung sie los gehen.", drohte Snape mit einer einschüchternde Stimme, aber trotzdem beeindruckt, dass Harry ihn gehört hatte.

„Deine zweite Frage. Weshalb bereust du es?", fragte Harry offensichtlich unbeeindruckt.

„Bereue was?", entgegnete er, während Verwirrung in seinen Augen spiegelte.

„Ihre zweite Frage an die Potters. Den Tod von Lily Potter."

„Ich bin mir ziemlich sicher, dass deine Mutter noch lebt, und du bist auch ein Potter"

Zum Glück konnte Snape den geschockten Ausdruck aus seinem Gesicht verschleiern, dass wirklich jemand seine Worte die richtige Meinung zu ordnen konnte.

„Aber nicht mehr, wie du sie kanntest, oder? Mir wurde erzählt wie sie war, und jetzt sehe ich ja, wie sie ist. Aus einem Engel wurde ein Schwein…", erklang die traurige Stimme Harrys, wobei Snape sich nicht sicher war, ob sie echt oder gefälscht war. „Und nennen Sie sie nicht meine Mutter!"

In diesem Moment wusste er nicht, wie er sich fühlen sollte, traurig wegen Lily? Verwirrt oder misstrauisch wegen Harry? Genervt wegen den Potters?

„Nehmen Sie heute Abend einfach in Astronomie teil, Potter. Entlassen!"