EEs war Punkt 3:30 Uhr, als Harry am folgenden Tag nach Astronomie aufwachte. Sie hatten angefangen Namen von Sternkonstellationen auswendig zu lernen, ziemlich langweilig, wenn man nicht wüsste, dass verschiedene Konstellationen besondere Eigenschaften bei Runenmustern hervorbrachten. Dies war auch der Grund, weshalb Harry überhaupt sich die Mühe gemacht hatte die Namen zu lernen, in Westvampirisch, und jetzt fing alles von vorne an in der langweiligen Sprache namens Englisch.
In frühen Jahren hatte Harry gelernt, dass es keinen Unterschied zwischen Wochenende und Alltagstagen gibt. An jedem Tag wird trainiert und gelernt. Aus diesem Grund heraus stieg er ausnahmsweise todmüde auf und startete seine Morgenroutine. Nachdem er diese innerhalb von zwei Stunden vollendet hatte, begab er sich nach einem ausgiebigen Bad in die Eulerei. Sofort landete auf seinen zwei ausgestreckten Armen eine schneeweiße und eine pechschwarze Eule. Hedwig, die junge, schneeweiße Eule, ein Geschenk der Familie Greengrass zu ihrem Abschied, knabberte anmutig an seinem Ohr, währenddessen Hacon ihn aus zwei großen Augen anstarrte.
„Okay, gut! Du hast mich erwischt!", gab Harry fröhlich zu und holte eine Packung mit Eulenleckerli heraus, auf die sich beide sofort stürzten. Glücklich beobachtete Harry diese, bevor er sich seinem noch leeren Papier zu wand. Es wurde Zeit, dass er wieder ein paar Briefe schrieb.
Liebe Mom, lieber Dad,
die erste Woche ist um und ich lebe noch frei von jeglichen Manipulationen. Sie haben noch nichts versucht um mich richtig zurückzugewinnen, trotzdem soll ich heute um 13 Uhr neu sortiert werden. In Gryffindor.
Wenn wir schon bei Häusern sind, kann nur sagen: „Ich habe es euch gesagt!" Wie gewünscht wurde ich in Hufflepuff einsortiert in ein schönes vierer Zimmer mit drei bezauberten Mädchen. Würdest du bitte aufhören mich auszulachen? Ihr wisst, wen ich meine, jedoch werde ich keine Namen nennen, ihr wisst wieso. Irgendwo sollte ich vielleicht noch sagen, dass es mir gut geht und ich Freunde gefunden habe, falls es euch überhaupt interessiert. Schließlich haben wir uns nur selten in den letzten drei Jahren gesehen.
Dad, trotzdem noch einmal danke für deine Warnung und ich kann nur sagen, ich bin dran und werde ihn zu Rede stellen.
Mom, ich vermisse dich und trotzdem muss ich dich erneut enttäuschen. Ich werde an Weihnachten nur relativ wenig Zeit Zuhause verbringen können, sobald ich die Anderen abgehängt habe. Es wäre passend zu sagen, dass ein Mädchen meine Interessen geweckt hat.
Vater, du hast mich gelehrt, dass einige Arten von Menschen besser als andere sind. Niemand zwingt dich, deine Meinung zu ändern, doch ich sehe die Welt nicht mehr in dieser Farbe, sondern in meiner. (Du hast Recht, hiermit möchte ich dir sagen, dass du falsch liegst.)
Mit freundlichen Grüßen
HPP
P.s. Schickt mir meinen Zauberstab per Hacon, please.
Zufrieden, dass er seinen ersten Brief in relativ kurzer Zeit vollendet hatte, fing er sofort mit dem Zweiten an. Er hoffte jedoch, dass er nicht zu hart zu seinen Eltern war. Zuerst musste er dennoch wissen, wie sie im Krieg stehen würden.
Lieber Raphael,
es ist bereits so viel Zeit vergangen, seitdem ich dich gesehen habe und es schmerzt zusagen wie sehr du mir fehlst. Du bist wie ein Zweiter Vater für mich geworden und ich freue bald auf unser Wiedersehen. Weihnachten werde ich erneut eure West-Vamprischer-Distrikt unsicher machen und somit bei dir vorbeikommen.
Die ehrenwerte Prinzessin Alice konnte wieder einmal nicht ihre Vereinbarung halten, deshalb bitte ich dich um einen Gefallen. Könntest du für mich bitte die Familie Abbott nachschauen? Die Verwandtschaft zieht sich bis in die Tiefe Italiens zurück, mehr weiß ich leider nicht.
Ich hoffe dir geht es in deinem feinen Heim mit deinem Lehrling zusammen gut und mit genauso schönen Grüßen verabschiede mich schon.
HR
P.s. Es kommt mir bis heute immer noch komisch vor als Herr Raphael angesprochen zu werden in Eurer Welt, nur weil ich unter dir gelernt habe.
Zu faul aufzustehen, rutschte Harry mit dem Rücken an die Wand und ließ sich glücklich dagegen sinken. Sechs Stunden bevor er mit diesen Vollidioten zurechtkommen musste. Während sich beide Eulen einen Brief an das Bein binden ließen, kuschelten sie sich auf Harrys Schoß. Immer noch müde schlief er mit seinen beiden Eulen erneut ein.
Wenige Stunden später wachte er von einer nähernden Gruppe auf. Fitter als zuvor fiel Harry auf, dass seine Briefe bereits auf dem Weg sind. Vielleicht würden sie eine große Show am Montag machen, wenn jeder sie sehen konnte?
Aus seiner Ecke aufblickend erkannte er die ganze Slytherin Crew. Malfoy und seine Bodyguards, seine bestätigende Puppe und in einem kleinen Abstand Tracey und… Daphne. Wütende Mädchen tun sehr weh.
Malfoy bewegte sich zuerst ohne Harry zu bemerken auf eine braune Eule zu und band dieser einen Brief ums Bein. Tracey tat es ihm ähnlich, doch nicht ohne Harry zu bemerken. Er konnte es nicht zu ordnen, aber er glaubte in ihrem Blick Mitleid zu erkennen.
„Elio, wieso hast du mich noch einmal ignoriert?", fragte sie ruhig und drohend, während sie langsam auf ihn zu kam mit erhobenem Zauberstab.
„I- i- ich habe dich nicht ignoriert, bl- bloß…", versuchte Harry so schnell wie möglich herauszubekommen. Egal wie stark jemand war, was bringt dies ihm, wenn der Gegner niemand ist, den man verletzen möchte? Oder hat er sie dadurch bereits verletzt?
„Es tut mir leid.", antwortete Harry nun wieder gefasst. Was wäre, wenn er sie wirklich verletzt hatte?
„Vielleicht, aber lieber sichergehen, nicht wahr, Elio?", fragte Daphne zuckersüß. In diesem Moment waren nur diese zwei in der Eulerei, niemand anderes, so schien es ihnen zumindest. Plötzlich flog ein Lichtstrahl aus Daphnes Zauberstab direkt auf Harry.
Das habe ich jetzt ich wohl verdient… ausharren und hoffen.
Dies war auch der Grund, warum Harry keinerlei Dodge-Anstanden machte. Er wusste, er hatte es verdient. Der Strahl traf und Harry schaute geschockt herab. Seine Robe hatte einen großen Riss quer über die Brust, an welcher Stelle die Robe sich langsam rot färbte. Ein Cutting Fluch. Schwach ausgeführt, wodurch keine wirkliche Gefahr fürs Leben entsteht, aber trotzdem einige schöne Schmerzen hervorbringt.
„Ich habe es verstanden, Daphne. Sag deine Bedingung.", erklang Harrys beruhigte Stimme und wusste genau, dass sie jetzt irgendetwas fordern würde.
„Siehst du? War doch gar nicht so schwer.", antwortete Daphne zufrieden. „Im Zug hast du doch noch geprallt bei uns in den Gemeinschaftsraum zu kommen, oder nicht? Dann möchte ich dich dort mindestens drei Mal wöchentlich sehen. Also darfst du mir dort nicht aus dem Weg gehen!"
„Okay, okay! Ich habe meine Lektion gelernt, vernachlässige niemals Daphne Greengrass, wenn dir dein Leben lieb ist."
„Dann können wir gleich ein bisschen Zeit zusammen verbringen, nicht wahr?", fragte Tracey, durch welche Harry und Daphne bemerkten, dass jeder der Gruppe diesen Umgang gesehen hatte.
„Niemand. Wird. Hiervon. Reden.", drohte Daphne mit einem eisernen Blick.
„Warum? Sorgen deine Fassade aufrecht zu erhalten, Ice Princess?", fragte Draco, der durch Daphnes Blick sofort zum Schweigen gebracht wurde und schwer schluckte. Sofort fügte er hinzu: „Lass uns alle in die Bibliothek gehen und Zaubertrankhausaufgaben machen. Mein Patenonkel wird sonst noch böse mit mir."
…
Es war bereits kurz vor 13 Uhr, als Harry sich verabschiedete und in McGonagall Büro hereinplatze. Diese saß hinter ihrem Pult und vor diesem saßen James Potter und Dumbledore. „Noch nie etwas von Manieren gehört, Junge?", zischte James seinen Sohn im Blute an.
Harry zuckte kurzer Hand zusammen und schaute auf seine Muggleuhr. Schließlich würde er bei Junge früher doch Schläge bekommen von den Dursleys: „Natürlich, Vater. Lediglich dachte ich, ich wäre genau um 13 Uhr hier erwünscht und sah es deswegen nicht notwendig zu klopfen. Entschuldigt, bitte."
Dumbledore ergriff das Wort, während James Potter wegen der freundlichen Antwort ihn geschockt anstarrte. Vielleicht hatte er aber die Worte erkannt. Genau die Worte, die Petunia sagte, als Lily James das erste Mal mit nach Hause brachte, als sie in Lilys Zimmer hinein geplatzt war, währenddessen beide sich für ein Fest fertigmachten, umzogen. „Wie du bereits weißt, gab es einen Fehler bei deiner Sortierung. Aus diesem Grund werden wir dich heute noch einmal mit dem Hut einsortieren lassen. Einverständnis haben wir natürlich schon von deinem Erziehungsberechtigen, nicht wahr, Lord Potter?"
„Natürlich!", brachte James nur schnell heraus.
„In diesem Falle liegt bereits ein Problem vor, Direktor. Um eine neue Sortierung zu beantragen, benötigt ihr das Einverständnis meiner Hausleiterin und ich bezweifle, dass ihr sie habt. Im Falle, dass sie diesem hier zugestimmt haben sollte, würde sie trotzdem vor Ort sein müssen bei der Durchführung."
„Diesem bin ich mir natürlich bewusst, Harry. Deswegen wollte ich sie gerade holen lassen, McGonagall, würden Sie bitte?", rettete Dumbledore sich selbst.
Das zweite Mal Harry. Ich weiß nicht, was ich schlimmer finden soll… Harry betont, dass wir auf einer näheren Basis wären, aber wenn er mich Potter nennen sollte, würde es meine Nähe zu den Vollidioten des Lichtes betonen…
Professorin McGonagall bewegte sich widerstrebend Richtung Tür und bedachte Harry mit einem Bösen Blick. War das jetzt etwa seine Schuld?
Dies war nun der erste Moment, in dem Harry sich den Raum im hellen begutachtete. An den Wänden hingen Regale mit Unterrichtsstoff für Verwandlung, aber genauso Bilder von vergangenen Verwandlungslehrern, die sich diesen Beruf als Lebensweg gesetzt haben. Diese Personen begutachteten misstrauisch Harry. Sie fühlten an ihrer Magie, dass es derselbe war, der den Hut hier her verbannt hatte. Auf dem Pult der Professorin lagen zudem Unterlagen, auf welchen der sprechende Hut persönlich saß. Vielleicht bildete Harry sich dies auch nur ein, aber der Hut schaute zufrieden mit sich selbst aus.
„Sie wollten mich sprechen, Direktor Dumbledore?", fragte Professorin Sprout, die gerade in der Tür erschien und dadurch Professorin McGonagall aus ihrem eigenen Büro hinaus sperrte, mit einem träumerischen Blick.
„Wissen Sie, bei Harrys Sortierung, einem Schüler aus ihrem Haus, kam leider einen Fehler vor. Er sollte eigentlich nicht dort einsortiert werden. Deshalb haben wir eine Neusortierung anordnen lassen. Um diese jedoch durchzuführen, benötigen wir Ihre Erlaubnis und ihr Dasein vor Ort."
Auf diese Worte hinweg musterte Professorin Sprout sichtlich abwesend, was Harry jedoch bezweifelte, ihn. Hinter ihrem träumerischen Blick glaubte Harry zu sehen, dass sie die Pros und Cons von ihm abwägte. War er ihr den Ärger wert?
Es waren keine 2 Sekunden vergangen, seitdem Dumbledore geantwortet hatte. „Ich verstehe natürlich ihre Sorge um diesen jungen Mann, aber möchte er überhaupt das Haus wechseln?"
„Natürlich möchte er nach Gryffindor, wer denn nicht?", antwortete James, der wieder gefasst wirkte. Trotzdem wirkten seine Worte aufbrausend.
„Harry, mein Lieber. Möchtest du neu einsortiert werden oder lieber bei deinen Freunden bleiben?", fragte Professorin Sprout mütterlich.
Scheint als wäre ich es ihr Wert. Möchte sie ihr Geheimnis nicht verlieren, oder weiß sie etwas? Aber weshalb gibt sie Dumbledore dann Angriffsfläche? Wobei… Daphne hat den Schutz der Slytherins und Hannah kann sich sehr gut verteidigen. Melan und Susan sind auch immer bei ihr. Lassen wir das Spiel beginnen.
„Nein, Madam!", schluchzte Harry und brach in die Knie zusammen. Sofort liefen Tränen seinem Gesicht herunter, welches er in seinen Händen vergrub.
Professorin Sprout ging auf ihn zu und streichelte ihm mütterlich über den Rücken, als niemand, nicht einmal sein Vater, versuchte ihn zu trösten. In diesem Moment erkannte sie einen großen Teil des Schauspiels. Erneute Manipulationen Dumbledores.
Alles war viel Größer, als sie es erwartete. Wollte sie sich wirklich mit jedem anderen anlegen? Nicht mehr neutral im Krieg bleiben? Wobei war Harry wirklich ein Gegner, oder noch nur ein Opfer der Manipulationen des Dumbledores? Eine weitere Waffe? Sie sollte dies nicht zulassen…
„Dumbledore, denken sie wirklich, dass dies das Richtige für den Jungen ist?", fragte Sprout besorgt.
„Natürlich, sonst würde ich es nicht vorschlagen.", versicherte ihr Dumbledore mit einem väterlichen Lächeln.
„Dann gebe ich meine Erlaubnis."
Wundere dich nicht über meine Stimme. Jeder Hufflepuff Schüler wird einem Test unterzogen, ob er dem Haus wert ist oder ausgeschlossen wird am Ende des zweiten Schuljahres. Bei dir wird es eben jetzt vorgezogen. Schlag dich raus und bleibe bei uns, oder verlier, erklang die Sprouts Stimme in Harrys Kopf.
Mutige Frau, vor dem Direktor in meinen Kopf einzudringen. Das sagt mir aber auch, dass sie mehr weiß, als sie zugibt.
In diesem Moment reichte es McGonagall aus ihrem eigenen Büro ausgeschlossen zu sein und quetschte sich an Professorin Sprout vorbei.
„Setze den Hut auf, Harry. Er wird dich neu einsortieren, dann wird alles besser.", befahl Dumbledore freundlich.
Besser, da stimme ich dir zu, Dumblegoat.
Als Harry sich den Hut selbst aufsetze, fühlte er erneut zum dritten Mal die Präsenz des Hutes in seinem Kopf.
Harry, mein Freund. Hat länger gedauert mich hier zu finden als Gedacht. Stell dir vor, dass McGonagall hier ein Geheimes Treffen mit Schülern aus der Siebten Klasse hatte! Sie wollten… sie wollten Gryffindor einen Vorteil verschaffen in den Newts!
Gerard, ich habe dir doch gesagt, dass es ein langes, aber vor allem lustiges Jahr wird. Und bitte, bitte höre auf mit meiner Fantasie zu spielen. Was sollte man den sonst bei „Sie wollten… sie wollten…" denken. Ich gehe davon aus, du wurdest wieder verhext, damit du mich sicher nach Gryffindor steckst?
Nein, sie haben mir angeboten in der Großen Halle stationiert zu werden, wenn ich dich dorthin stecke. Besseres Angebot vorhanden oder…?
Besseres Angebot? Was wäre besser als in einer gläsernen Vitrine für ein ganzes Jahr zu sitzen, das wird echt schwer. Wobei, die Große Halle wäre doch sowieso deinen nächsten Verbannungsort gewesen, aber wohl an der Decke um besser singen zu können, vielleicht auf einem der Sterne?
Du wusstest, dass ich sein Angebot niemals annehmen werde, oder?
Denkst du etwa, ich kenne dich nach so einer langen Zeit nicht?
Nach nicht einmal einer Woche, meinst du?
Genau! Ich kenne dich schon so gut, dass unsere gemeinsame Zeit so viel länger vorkam! Also steckst du mich bitte wieder nach Hufflebuff?
Natürlich werde ich dies machen, aber sag mir, ist es immer noch die Kampfanstalt wie früher zu meiner Zeit?
Moment, willst du damit sagen, du warst nicht immer ein Hut?
Dachtest du, du wirst als Hut geboren? Ich habe unter dem letzten Meister Hufflepuff gelernt und anschließend versucht ihn zu töten. Unterschätze niemals die Meister/Meisterin Hufflepuffs! Ich habe es getan und wurde dadurch mit dieser ewigen Folter als Dasein des Hutes bestraft!
Ich kann stolz sagen, dass der Kampf mehrere Stunden dauerte!
Du. Warst. Ein. Mensch?
Ja, natürlich. Aber jetzt beantworte meine Frage, bitte.
Also ist jetzt Professorin Sprout die Meisterin Hufflepuffs?
Ah, also ist es noch so, oder zumindest ähnlich. Und ja, ist sie. Nenne sie so, und du musst ihr Rede stehen und endest sehr wahrscheinlich einen Kopf kürzer. Also, a Heu Sterneninsel!
„HUFFLEPUFF"
Goodbye Gerard!
Bei diesem Namen, bei diesen Worten verstummten alle Anwesenden. James stand mit offenen Mund dort und konnte es nicht glauben. War sein Sohn so ein Versager, dass er ein Wahrer Hufflepuff ist? Das kein anderes Haus ihn nehmen wollen würde?
Dumbledore lieferte sich auch nicht besser. Natürlich stand sein Mund nicht offen, aber seine Augen sprachen von entsetzen. Der Hut hat ihn, dem Direktor der Schule, das zweite Mal widersagt! Jetzt war Harry Potter endgültig in Hufflepuff. Eine Neusortierung pro Jahr, maximal, Harry wusste dies wahrscheinlich auch.
Professorin McGonagall war genauso schlecht dran wie Mr. Potter. Sie wusste, was dies bedeutete. Der Hut war nicht länger auf der Seite des Lichtes. Er musste eliminiert werden. Am besten Harry Potter gleich dazu.
Professorin Sprout war die Einzige, die weder traurig noch geschockt wirkte. Sie schenkte Harry kurz einen anerkennenden Blick und verließ den Raum. Harry warf den Hut auf McGonagalls Pult: „Ich glaube, wir sind hier getan!" Ohne auf eine Antwort zu warten eilte er seiner Hausleiterin, vielleicht zukünftige Meisterin, hinterher.
In dem Moment, als alle Augen Harry aus der Tür folgten, verschwand der Hut auf dem Pult und ließ die drei ahnungslosen Zauberer zurück.
Wenige Minuten später erreichte Harry Professorin Sprouts Büro und klopfte freundlich an. „Herein, Potter."
Hat sie das wirklich geahnt?
Langsam öffnete Harry die Tür und trat ein. Sofort verschloss sich die Tür automatisch hinter ihm.
„Möchtest du dich nicht setzen?", fragte sie mit einer Stimme, die keinerlei Hinweise auf irgendetwas verrieten.
„Ja, danke sehr, Professorin. Hätten Sie Interesse mir dies alles zu erklären?"
„Interesse… Nein, eigentlich nicht, aber viele Auswahlmöglichkeiten habe ich nun auch nicht. Kurzerhand gibt es zwei Gruppen von Hufflepuffs. Die Akzeptierten und die Untersagten. Die Akzeptierten lernen ab Ende ihres zweiten Schuljahres zusätzliche Fähigkeiten wie duellieren, die Untersagten werden hier entgegen verjagt, aus unserem Haus geworfen oder eliminiert."
„Wie kommt es, dass ich noch nie von einem Mord gehört habe?"
„Haha.", erklang ihr humorloses Lachen. „Denkst du wirklich, wir wären so offensichtlich? Mal wechselt plötzlich ein Schüler nach dem zweiten Jahr nach China oder die Familie zieht nach Afrika, oder manchmal passieren Unfälle eben. Ab heute bist du ein Akzeptierter, einer von uns. Niemand erfährt vor den Treffen, wer ein Akzeptierter ist. Also wirst du es auch noch herausfinden müssen, wobei du einer der Ersten bist, die so früh beitraten, wenn nicht der Erste."
„Und was, wenn ich nicht möchte?", fragte Harry herausfordernd.
„Was dann? Denkst du etwa, ich würde dir drohen? Unfälle passieren eben, Menschen vergessen eben."
Wow, wird sie die Erste sein, die mein Okklumentik im Ernstfall testen wird?
Innerlich wurde Harry komplett locker, bereit jeden Gegner auf sich zu nehmen und ihn mit ins Grab zu reißen.
„Sind Unfälle alles, was die Meisterin Hufflepuffs fähig ist?"
Ich wollte schon immer einmal einen Cliffhänger machen!
