Kapitel 2

Der Anfang des Kampfes

Tims Sicht

Ich stand in der Autopsie, Ducky und Abby versuchten zu erklären was es bedeutete. Ich war wie betäubt, ihre Worte klangen logisch, doch es war so unwirklich. Das konnte nicht sein, es war doch nur eine Migräne, was hatten den bitte die Kopfschmerzen damit zu tun, dass meine Blutwerte so miserabel waren… Ducky redete über Glück im Unglück, was er genau damit meinte wusste ich nicht. Ich hörte immer nur Krankenhaus und ruf deine Familie an. Was bitte sollte ich ihnen sagen. Ich hörte die Worte nicht mehr, so sehr war ich in meinen Gedanken vertieft. Irgendwann kam ich meiner Starre heraus, drehte mich um und ging zum Aufzug. Hinter mir hörte ich wie Gibbs etwas zu Abby sagte. "Lass ihn, er braucht jetzt Zeit für sich!" waren seine Worte die dumpf zu mir herüber drangen.

Der Fahrstuhl öffnete sich mit dem Vertrauten "Pling!" und ich ging zu meinem Schreibtisch. "Hey McGeek, hast du einen Geist gesehen?" spaßte DiNozzo, ich ignorierte ihn auch das "Was ist los mit dir?" von Ziva überhörte ich. Ich legte meine Marke und meine Waffe in die oberste Schublade von meinem Schreibtisch, nahm meine Sachen und ging zurück zum Fahrstuhl.

Ich verließ das Gebäude und ging schnell zu meinem Auto, ich öffnete es und setzte mich hinters Steuer, immer noch paralysiert von dem Gedanken fuhr ich vom Navy Yard, ich fuhr heim und parkte das Auto. Als ich meine Haustüre aufsperrte kam mir schon ein vor Freude schwanzwedelnder Jethro entgegen. "Hey Großer, komm wir gehen spazieren!" meinte ich an ihn gewandt und streichelte ihm über den Kopf.

Wir gingen unsere gewohnte Runde, ich merkte wie meine Kopfschmerzen langsam aber sicher wieder kamen, erschöpft von dem schnellen Gehen, setzte ich mich auf eine Parkbank. Ich stützte meinen Kopf auf meine Hände und spürte wie mir heiße Tränen über die Wangen liefen, erst jetzt merkte ich wie angespannt ich die letzten Stunden war. Ich konnte den Tränenfluss nicht stoppen und es war mir peinlich. Ein erwachsener Mann auf einer Parkbank mit einem Deutschen Schäferhund an der Leine, saß da und heulte wie ein kleiner Junge.

Tränen waren genauso schnell gegangen wie sie gekommen waren, irgendwie hatte es ihm doch gut getan, seinen Gefühlen freien Lauf zu lassen. Er räusperte sich und dann überlegte er, wie er die Situation angehen sollte. Kopf in den Sand stecken war keine Option, er konnte schließlich nicht nur an sich denken, sondern musste auch an seine Familie, Freunde und Kollegen denken. Das war er ihnen schuldig.

Dann klingelte mein Handy. "McGee." antwortete ich. "McGeeeeeeee!" hörte ich Abby ins Telefon rufen. "Wo bist du, ich mache mir Sorgen um dich, wo steckst du denn? Ziva und Tony rasten aus. Die beiden machen sich auch Sorgen, sie haben keinen blassen Schimmer was mit dir los ist und versuchen es aus mir raus zu quetschen. Es ist an dir es ihnen zu erklären!" "Abs. Ich musste selber erst mal einen klaren Kopf bekommen. Hast du schon deine anderen Tests gemacht?" "Ja, ich habe schon die Ergebnisse." ich hörte dieses "etwas" in ihrer Stimme. "Wie stehen meine Chancen?" "Timmy, du bist jung und gesund… mehr oder weniger… du wirst eine Knochenmarkspende brauchen." "Was genau ist es Abby… red bitte nicht um den heißen Brei herum!" "Wie wir angenommen hatten ist es eine Leukämie. Aber eine chronische Form davon…" "Das heißt?" wollte ich ungeduldig wissen, ich wollte meinen Feind beim Namen kennen. "Bei dir haben sich zwei Chromosomen zusammen geschlossen die nun ungehemmt weiße Blutkörperchen produzieren, diese sind aber nicht fähig gesunde Blutkörperchen zu bilden, als werden die gesunden von den ungesunden verdrängt und…" "Abby!" "Es ist eine chronisch-myeloische Leukämie. Man kann sie heilen, aber eben nur mit einer Knochenmarkspende, du bist noch in dem Alter in dem Mann das machen wird, es birgt aber ein hohes Risiko, Tim. Jedenfalls schreitet sie Phasenweise voran. Sie ist noch nicht sehr weit vorgeschritten. Das ist gut. Normalerweise erkennt man diese Leukämie nur durch Zufall, wie bei dir, durch Abnahme, durch Dinge die eigentlich nichts damit zu tun haben, sie zeigt kaum Symptome, das ist das gefährlichste daran. Jedenfalls solltest du bald ins Krankenhaus gehen, sie müssen noch mal alles checken und die Therapie sobald wie möglich anfangen." "Ich bringe Jethro noch nach Hause und dann gehe ich, ich verspreche es dir." "Gut Tim. Möchtest du mich dabei haben?" "Ich werde Penny anrufen… Abs… ich wäre froh wenn du mitkommen würdest." "Okay. Ich gebe Gibbs und Vance bescheid und bin in zwei Stunden bei dir!" "Danke!" meinte ich und legte auf.

"Komm, Jethro, wir gehen heim!" ich nahm die Leine und machte mich auf den Weg zurück zu meiner Wohnung, daheim angekommen rief ich bei Penny an. "Hallo, mein Lieber Junge, wie geht es dir?" "Soweit gut, könntest du eventuell ein paar Tage auf Jethro aufpassen?" "Irgendwas stimmt doch nicht mit dir Timothy, dass kann ich hören!" "Penny, es ist wirklich alles in bester Ordnung, ich muss nur ein paar Tage weg und ich kann keinen Hund mitnehmen." "Wo musst du denn hin?" "Kannst du ihn nun nehmen oder nicht?" wollte ich etwas genervt wissen. "Natürlich kann ich dass, ich habe schon öfter auf den Großen geschaut, dass werde ich schon packen." "Danke." "Wann soll ich kommen?" "Wenn es für dich gehen würde schon heute, Abs holt mich in…" ich blickte kurz auf die Uhr. "einer Stunde ab!" "Oh, du fährst mit Abby weg. Hast du ihr jetzt endlich gesagt was Sache ist?" "Nein, Penny, außerdem ist dafür jetzt keine Zeit." "Du weißt dass das Leben viel zu kurz ist um ewig damit zu warten!" Ich seufzte, dass war definitiv ein wunder Punkt gewesen, gerade jetzt. "Timothy, bist du noch dran!" "Hmm." meinte ich knapp. "Wir sehen uns Timothy."

Ich legte auf und setzte mich auf die Couch. Jethro hatte seinen Kopf auf meinen Oberschenkel und sah mich mit seinem Dackelblick an. "Mach dir keine Sorgen Großer, wird schon alles gut gehen!" Ich hoffte es inständig, aber in meinem Inneren war ich nicht so optimistisch.

Als es an der Tür klingelte, schreckte ich auf, ich muss wohl eingeschlafen sein. Ich stand auf und öffnete die Tür, ich war noch etwas benommen und sah sowohl Abby als auch Penny vor der Tür stehen. "Timothy, du siehst mager aus. Ich werde dich wohl erstmal aufpäppeln müssen." "Hi Penny, Hi Abs!" ich versuchte zu lächeln. "Timmy, mach dir keine Sorgen es wird alles gut gehen werden!" Ich nickte nur. "Wollen wir dann los?" wollte ich wissen. Beide Frauen nickten.

In den folgenden Tagen wurde Timothy auf Herz und Nieren überprüft. Sein EKG war völlig unauffällig, auch sein Sono zeigte nichts auffälliges. Beim Ultraschall hatte man gesehen, dass seine Milz, die Leber und auch die Nieren leicht vergrößert waren, was für die Krankheit normal war. Auch beim Augenarzt war der junge Agent, in der Hornhaut hatte er ein paar wenige Einblutungen, die aber verschwinden würden sobald die Leukozyten wieder zurück gehen würden.

"Wir müssen dann noch eine Knochenmarkspunktion durchführen." meinte der Arzt. Ich sah in fragend an, sicher wusste ich was das war und das es entweder am Becken oder direkt am Rücken gemacht werden konnte. Der Arzt hatte das gemerkt und mir dann erklärt. "Die Punktion wird durchgeführt um das Knochenmark zu analysieren. Einmal um zu sehen wie viel von dem BCR-ABL Gen im Knochenmark vorhanden ist." "BCR-ABL?" Davon hatte ich noch nichts gehört. "Das ist das krankmachende Gen. Wenn sich die Chromosomen 9 und 22 zusammen schließen, kommt es zu einem Philadelphia-Chromosom. Simpel ausgedrückt ist es so, dass das eine Chromosom die Bildung der weißen Blutkörperchen anschafft und dass andere diese Aufgabe zwar macht aber nicht weiß wie das funktioniert. So werden viele Leukozyten hergestellt, aber in unreifer Form aus dem Knochenmark in die Blutbahn geleitet werden, mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung werden die guten Leukozyten verdrängt. Die unreifen setzen sich an den Organen fest, deshalb auch die Vergrößerung der Milz und der Leber." Irgendwann rauchte mir der Kopf und ich stellte nur noch eine kurze Frage. "Wird es aus dem Becken genommen?" "Ja, dass ist die übliche Methode."

Am nächsten Morgen wurde die Knochenmarkspunktion gemacht, ich bekam Dormicum gespritzt und dann wurde alles schwarz um mich herum.

Als ich wieder zu mir kam, hörte ich Abby lachen. Sie redete mit der Schwester. "Warum lachst du?" wollte ich wissen und wunderte mich warum ich so furchtbar lallte. "Hi McTiger, bist du wieder wach?" "Hmm… warum habt ihr beiden gelacht?" sagte ich jetzt etwas deutlicher. Und wieder hörte ich ein prusten. "Du hast deinem Arzt eine Liebeserklärung gemacht!" wieder schallendes Gelächter. "Hab ich nicht!" "Oh doch das haben sie und sie haben ihn Abby genannt." jetzt zwinkerte die ältere Krankenschwester. "Wir sind nur Kollegen!" meinte Abby und ich gleichzeitig. Puh, Situation gerettet dachte ich mir. Und wie heißt es so schön, Betrunkene und Kinder sagen immer die Wahrheit.

Am Ende der Woche hatte ich ein weiteres Gespräch mit meinem behandelnden Arzt .

"Mr. McGee, ihre Leukozyten sind stetig weiter angestiegen. Aktuell sind sie bei 214000. Wir werden ihnen ab sofort ein Medikament geben, welches die Leukozyten senken wird. Sie müssen dreimal am Tag je 2 Tabletten davon nehmen. Es ist schon eine leichte Chemotherapie, die Tabletten dürfen andere Menschen nicht anfassen. Das ist ganz wichtig! Das Medikament nennt sich Litalir. In den letzten Tagen haben sie schon andere Medikamente bekommen, diese sind zur Vorbeugung bzw. zur Unterstützung für ihren Körper. Sie müssen noch eine Woche zur Beobachtung hier bleiben, bis das Medikament richtig eingestellt ist und dann dürfen sie nach Hause. "Darf ich dann wieder arbeiten?" "Nein. Sie werden erstmal noch 2 Wochen zuhause bleiben und dann sehen wir wie es ihnen geht!" "Hmm." Das gefiel mir überhaupt nicht, ich war nun mal gerne Arbeiten.

Haben sie Geschwister, Mr. McGee?" "Ja, eine Schwester." "Ihre Kollegin hat ihnen wahrscheinlich bereits erklärt, dass sie einen Knochenmarkspender benötigen. Ihre Schwester könnte ein möglicher Spender sein, ihre ganze Familie könnte sich typisieren lassen, aber die Wahrscheinlichkeit dass ihre Schwester passen könnte ist die höchste." "Meine Familie weiß noch nicht Bescheid." "Dann sollten sie, sie nun einweihen, Mr. McGee." Er nickte.

Tims Sicht

Ich hatte die letzte Woche viel nach gedacht, dann hatte ich mich durchgerungen und hatte Penny und Sarah Bescheid gegeben, er wollte seine Familie nicht beunruhigen, aber nun ging es nicht mehr anders. Gibbs hatte den anderen noch am selben Tag gesagt, was mit mir los war und ich war froh, dass ich das nicht übernehmen musste. Meine Freunde besuchten mich jeden Tag abwechseln und Abby war so gut wie immer bei mir, es war schön zu wissen, dass ich den Kampf nicht allein kämpfen musste. "Tim, warum hast du mir nicht schon früher gesagt was los war? Ich hätte dich gleich besucht! Ich bin schließlich deine Schwester!" Sarah war aufgebracht am Telefon. "Hast du Mum und Dad schon Bescheid gegeben?" "Du weißt das ich keinen Kontakt zum Admiral habe." "Tim, die Situation ist wohl etwas anders, im Moment, er würde sich starke Vorwürfe machen, wenn…" "Ich rufe an." ich rollte mit den Augen, bevor Sarah auf den Gedanken kommen würde ihn anzurufen, würde ich dass lieber selber machen."

"McGee!" raunte es aus dem Telefon. "Hi Dad, ich bins Tim." auf der anderen Leitung war es still. Ich hatte schon überlegt aufzulegen, als er sich räusperte. Wir redeten für ein paar Minuten und dann sagte ich den Grund warum ich anrief. Er fing an zu schimpfen und fluchte und dann legte er auf. "Nah super" dachte ich mir. Als es dann an der Tür klopfte, verdrängte ich meine Gedanken und rief "Herein!" Die Tür öffnete sich und DiNozzo, Ziva und Gibbs kamen herein. Ziva kam zu mir ans Bett und umarmte mich. "Wie geht's dir, Timmy." "Alles bestens." log ich.

Ich musste noch zwei Wochen zuhause bleiben, in der ersten Woche musste ich jeden zweiten Tag zur Blutkontrolle ins Bethesda fahren, in der zweiten Woche nur noch zweimal.

Mein Vater und ich hatten uns ausgesprochen und vielleicht hatte er doch endlich begriffen, dass ich zwar "nur" ein NCIS Cop war, aber mir die Arbeit sehr wichtig war und ich sie liebte.

Alle hatten sich typisieren lassen und nun begann das warten.

Nach den vier Wochen durfte ich endlich wieder arbeiten, allerdings nur für 5 Stunden am Tag und auch nicht im Außendienst, nur Büroarbeit. Aber ich durfte Arbeiten und ich freute mich darauf.

Ich fuhr in den Navy Yard, stieg aus und ging zum Eingang und dann direkt zum Aufzug. "Pling!" und ich kam im Großraumbüro an. Ich musste grinsen, ich ging an meinen Schreibtisch und setzte mich. "Zuhause!" dachte ich. Tony und Ziva kamen ins Büro und lächelten, als sie mich entdeckten. "Hey McGee, was machst du denn hier?" "Darf offiziell wieder arbeiten!" Dann kam Gibbs. "Willkommen zurück Timothy."

Einmal die Woche musste ich in die Klinik, dort wurde mein Blut kontrolliert und alle zwei Wochen wurde das Blut in ein anderes Labor geschickt. Und natürlich checkte auch Abby in ihrem Labor, ob die Ärzte im Krankenhaus auch alles richtig machten. "Ihr seid doch alles blutsaugende Vampire!" scherzte ich mit Abby. "Und dein Blut ist sehr beliebt in letzter Zeit." sie zwinkerte. Ich war froh, dass hier alle normal mit mir umgingen, Mitleid war das letzte was ich jetzt wollte. Die Normalität gab mir Hoffnung, machte alles etwas weniger schlimm.

Allerdings merkte ich immer öfter, dass die so harmlos erscheinenden Tabletten meinen Körper doch mehr belasteten als ich wahr haben wollte. Mir wurde regelmäßig nach der Einnahme schwindelig und ich fing unwillkürlich das Zittern an. Ich konnte das gut verbergen, setzte mich an meinen PC und aß einen kleinen Schokoriegel. Heute hatte es Gibbs bemerkt. "Timothy, was ist los?" "Nichts Boss, es sind nur die Tabletten. Geht gleich wieder." "Du bist blass geworden." konterte er. "Geh runter zu Ducky und lass dich kurz durchchecken." "Boss, morgen muss ich eh wieder in die Klinik, ich frage die einfach, ich will Duck nicht immer…" "Du belästigst ihn nicht, wir machen uns alle schreckliche Sorgen um dich! Jeder einzelne von uns macht sich Sorgen um dich!" meinte Jethro und legte eine Hand auf Tims Schulter. "Und jetzt geh runter zu Ducky." Ich gab mich geschlagen und nickte.

"Timothy, mein Junge, was verschafft mir die Ehre?" Ducky freute sich wirklich mich zu sehen, ich lächelte ihn an. "Gibbs schickt mich. Ich nehme ja diese Tabletten…" "Das Litalir?" "Genau. Seit neuesten wir mir hinterher schwindelig und ich fange an zu zittern. Ist das normal?" Der Pathologe zeigte mit seiner Hand auf einen der Untersuchungstische und ich setzte mich. "Es kann sein, dass die Tabletten Unterzucker hervorrufen, dass ist nicht weiter schlimm, du solltest vielleicht Traubenzucker greifbar haben um dem vorzuwirken. Wie geht es dir sonst?" "Naja, es geht so… ich bekomme die anderen Tabletten, das Vitaminzeug kaum noch runter, ich habe das Gefühl ich muss mich übergeben, schon wenn ich sie aus der Verpackung nehme. Das Zeug riecht teils nach verdorbenen Eiern und nach vermodernden Orangen. Und am schlimmsten ist das Nüstatin, es schmeckt nach Marzipan… echt übel, Duck!" "Es hilft deinem Körper, versuch es weiter zu nehmen. Wann musst du wieder in die Klinik?" "Morgen." "Hast du schon etwas gehört von den Typisierungen?" Ich senkte den Kopf und schluckte schwer. "Ich hab es noch keinem gesagt… es passt keiner von ihnen. Sarah passt zum 25%, aber…" "Man braucht mindestens eine Übereinstimmung von 90%, besser wären 95%." "So ist es… sie suchen seit ca. 1 Woche USA weit nach einem geeigneten Spender."

"Wenn du jemanden zum Reden brauchst, sag mir Bescheid!" Ich nickte. Dann verließ ich die Autopsie und ging wieder zurück ins Großraumbüro.

"Guten Morgen, Mr. McGee!" begrüßte mich mein Arzt. "Wie geht es ihnen?" "Soweit ganz gut, bis auf die Medikamente." Der Arzt nickte. "Ihnen wird übel?" wollte der Arzt wissen. "Sehr!" "Sonstige Beschwerden?" "Nein. Doch. Ich kann schlecht schlafen. Aber sonst ist es okay." "Gut. Wir haben gute Nachrichten für sie, Mr. McGee!" Ich stutzte und sah ihn fragend an, dann dämmerte es mir. "Sie haben einen möglichen Spender gefunden." "Drei um genau zu sein!" jetzt lächelte der Arzt. "Drei?" ich war entgeistert, wer hatte schon das Glück, drei Spender zu haben. "Wir schreiben die erste Person jetzt an, wenn sie bereit ist nach wie vor zu spenden, werden wir sie ebenfalls auf Herz und Nieren prüfen, danach fangen wir an die Knochenmarkspende vorzubereiten. Sie werden vier Wochen vorher noch einen Katheter bekommen, einen sogenannten Hickman. Durch den werden wir das Knochenmark und Medikamente spritzen und das Blut abnehmen. Es ist nur ein kleiner Eingriff wird aber unter Vollnarkose gemacht." Ich nickte. Wir gingen noch ein paar andere Dinge durch, zum Beispiel auch die Kryokonservierung von Samenzellen, man musste damit rechnen, dass die Chemotherapie nicht nur die Krebszellen vernichten würde. Dann verabschiedete ich mich von meinem Arzt. "Bis nächste Woche!" meinte abschließend noch und verließ den Raum.