Hallöchen, heute gibt es wieder ein neues Kapitel. Da darf ich auch direkt verkünden, dass ich bereits am dritten Teil dieser 5-teiligen FF arbeite.

Auf meinem TikTok Kanal gibt es immer wieder kleine Videos mit Ausschnitten und Charaktervorstellungen. Schaut da gern vorbei. Bald gibt es auch ein kleines Video über die erste gedruckte Version der FF "3 Generationen"


Askaban

Am nächsten Abend, die Rebels wurden am späten Nachmittag über die Pläne der Rumtreiber informiert, bereiteten sich die Erwachsenen auf die Rettung von Ted vor. Lily packte die gebrauten Tränke von Al und Rose ein und James einen veralteten Lageplan von Askaban. Besser als nichts, dachte er sich.

»Sind alle bereit?«, fragte Tonks. Die kleine Gruppe hatte sich um den runden Tisch versammelt, alle bereit für die anstehende Mission. Als sie ein zustimmendes Nicken jedes einzelnen bekam, brach sie den Kopf des Holzpferdes ab und legte ihn vor sich auf den Tisch.

Genau zu diesem Zeitpunkt aktivierte James die Stoppuhr, die sie von den Rebels bekommen haben. »Die Zeit läuft.«

Ohne ein weiteres Wort apparierten alle zur Nordseeküste. In wenigen Sekunden peitschte ihnen der Wind, der zur Nacht zugenommen hatte, um die Ohren. Die einsame und teils verwahrloste Hütte lag fünfhundert Meter vor ihnen. Hinter einer Böschung gingen sie in Deckung und beobachteten das Areal.

»Sirius und ich werden den Ort prüfen. Nicht, dass wir gerade Auroren bei der Überstellung eines Häftlings überraschen«, flüsterte James und ohne auf seinen besten Freund zu warten lief er los. Sirius folgte ihm und in gebeugter Haltung kamen sie der Hütte näher. Über ihnen kreisten die Dementoren, die auf sie aufmerksam wurden. Ohne zu zögern, spannte James mit Expecto Patronum ein Schutzschild über sie. Geschützt kamen sie an der Tür an. Ohne weitere Worte zu wechseln, sie beide waren ein eingespieltes Team, öffnete Sirius die Tür und James schlüpfte hindurch. Die kleine Hütte war in zwei Räumen aufgeteilt, die beiden Männer prüften diese mit gezogenen Zauberstäben. Sie hatten Glück, keine Auroren oder weitere Dementoren waren in Sicht.

James ging wieder an die Tür und gab den Wartenden ein Zeichen, dass sie kommen konnten. Mit wenigen Schritten und ebenfalls einem Schutzschild stießen sie zu ihren Freunden. Lily verschloss als Letzte hinter sich die Tür.

Remus ging zielgerichtet zum Portschüssel. »Wir sollten keine Zeit verlieren.«

James sah auf die Stoppuhr. »Wir haben noch zehn Minuten.«

Lily lief ein Schauer über den Rücken. Das war doch nicht genug Zeit? Würden sie es bis Teds Zelle schaffen? Sie schüttelte den Kopf. Solche Gedanken durfte sie jetzt nicht haben.

»Jetzt ist die letzte Chance hierzubleiben.« James sah prüfend in die Gesichter seiner Freunde. Diese strahlten Zuversicht und Vertrauen aus. Keine machte einen Rückzieher, sie würden das zusammen durchstehen.

Alle umgriffen den Portschüssel. Doch nichts passierte.

»Müssen wir ihn irgendwie aktivieren?«, fragte Sirius und ließ den Gegenstand wieder los.

Plötzlich fing der Schlüssel an zu vibrieren. »Sirius, schnell«, rief Remus und sein Freund reagierte blitzschnell. Gerade als seine Fingerspitzen den Portschlüssel berührten, wurden sie weggezogen. In wenigen Sekunden verließen sie Hütte und standen in einer kalten, dunklen und unheimlichen Steinzelle.

»Wo sind wir?«, flüsterte Tonks.

»Lumos«, hauchte Lily und der Raum erhellte sich.

Sirius sah sich die Wände näher an. »Ich glaube, wir sind hier im Keller.«

James, der bereits den Lageplan ausgepackt hatte, orientierte sich. Mit seinem Zeigefinger zeigte er auf den unteren Bereich. »Wir müssten irgendwo hier sein, jeder dieser Räume hat eine Tür.«

Noch bevor er weiter spekulieren konnte, hatte Sirius die Tür gefunden. »Kommt, wir müssen in den vierten Stock.« Ohne auf die anderen zu warten, ging er voraus. James faltete die Karte grob zusammen, behielt diese jedoch in der Hand. Lily und Tonks folgten Sirius, Remus und James bildeten das Schlusslicht.

Sie liefen einen langen Gang entlang, der an einer Steintreppe endete. Sirius sah fragend zu James.

Mit einem Blick auf den Plan nickte er seinem Freund zu. »Wir müssten in einer großen Halle rauskommen.«

Mit gezücktem Zauberstab liefen sie langsam die Stufen empor. Die von James genannte Halle war riesig. Die Decke ging über zwei Stockwerke und in der Mitte hing ein vergilbter Kronleuchter. An den Ecken sah man deutlich tiefe Risse in den Steinwänden. Das Gemäuer wurde vom Salzwasser und den peitschenden Winden zerrissen. Unter dem Leuchter befand sich ein kleiner Holztisch.

»Wo sind wir hier?«, fragte Lily.

»Das ist der Eingangsbereich. Hier kommt man an, wird an den Tisch gesetzt«, Sirius deutete mit einem Kopfnicken auf besagten Holztisch, »und dir werden die Regeln erklärt.«

»Welche Regeln?« James hatte nicht gewusst, dass es in Askaban Regeln geben würde.

Sirius zuckte die Achseln. »Man kennt sie eigentlich schon. Du kannst hier nicht ausbrechen, du bist hier verloren und wirst dein Leben lang in deiner kleinen, kalten Zelle sitzen.«

»Und du hast wie immer die Regeln gebrochen«, sagte James grinsend.

Sein bester Freund erwiderte dies nur mit einem Nicken. »Kommt, wir müssen weiter, dort hinten ist die Treppe, die in alle Stockwerke führt.« Den Keller hatte Sirius zu seiner Zeit in Askaban nie gesehen. Doch die Halle und die Treppe waren bekanntes Terrain für ihn.

Mit schnellen Schritten gingen sie durch die Halle zur Treppe. Die Stufen waren wie das gesamte Gebäude aus dem gleichen Stein gefertigt. Mit vorsichtigen Schritten kamen sie im vierten Stockwerk an.

»Wo ist die Zelle 165?«, fragte Tonks und sah den langen Gang herunter. Links und rechts waren in gleichmäßigen Abständen die Zellentüren platziert.

An der Treppe kauernd faltete James den Lageplan auf und suchte ihre Position.

»Wir sind hier.« Sirius zeigte auf einen Punkt in der linken Ecke.

»Dort ist die Zelle 165, wir laufen ganz nach dahinten, biegen links ab und die zweite Tür links sollte Teds Zelle sein«, schlussfolgerte Lily.

Tonks richtete sich auf. »Dann lasst uns keine Zeit verlieren«, sagte sie und lief los. Ihr Ehemann folgte ihr. James und Lily falteten die Karte zusammen und holten die beide schnell ein. Sirius bildete den Schluss.

Auf dem Gang, so nah an den Insassen, hörte man ihr Wehklagen, das Jammern und in der Ferne schrille Schreie, die einem ins Mark fuhren.

Die Rumtreiber versuchten so wenig Aufmerksamkeit wie möglich auf sich zu ziehen und schlichen an den Zellentüren vorbei. Sirius hatte einen dicken Kloß im Hals. Schon in der großen Halle im unteren Stockwerk überfluteten die Erinnerung sein Denken. Die Kälte und Hilflosigkeit zogen in seine Knochen und ließen ihn erstarren. Er füllte sich wie damals. Damals, als man sie alle verraten, ihn beschuldigt, verhaftet und Harry zu seinen Verwandten geschickt hatte. Als die Hoffnung klein und unbedeutend wurde. Als er jeden Tag aufs Neue kämpfen musste.

Mit einem Kopfschütteln versuchte er die Gedanken und Erinnerungen abzuschütteln. »Warum sind hier keine Auroren. Die Kinder hatten doch gesagt, dass sie Askaban bewachten.«

»Spürst du es nicht? Bei der Hütte waren Dementoren und man kann deutlich ihre Anwesenheit hier außerhalb der Steinmauern fühlen. Sie haben sie wohl wieder eingesetzt«, mutmaßte Remus.

»Hilfe!« Und »Befreit uns«, kam es aus den Zellen, an denen sie vorbei schlichen. Lily, die sich umdrehen und zurücklaufen wollte, wurde von James weitergezogen. »Dafür haben wir keine Zeit. Wir können heute nur einen retten.«

Sirius schob sie ebenfalls von hinten weiter. Er wollte hier nicht länger als nötig bleiben.

Kurz vor der Abbiegung wurde er gepackt. Schnell hob er seinen Zauberstab hoch und leuchtete in die Zelle. Der passende Zauberspruch auf der Zunge liegend erkannte er das Gesicht.

Narzissa Malfoy, seine Cousine, hatte durch die Gitterstäbe gegriffen und im am Arm festgehalten. James und Lily, die mitbekamen, wie ihr Freund gestoppt wurde, wollten eilig zu ihm laufen. Mit einer wischenden Handbewegung signalisierte Sirius ihnen, dass sie Remus und Tonks folgen sollten. Mit seiner Familie wurde er allemal allein fertig.

James und Lily schlossen schnell zu Tonks und Remus auf, die fast an Teds Zelle waren.

Sirius wendete sich der Inhaftierten zu. »Was willst du?«, fragte er und schüttelte ihre Hand ab. Dabei musterte er sie genauer. Ihre zerzausten Haare standen wild ab, ihr eingefallenes Gesicht von Kälte gezeichnet. Die Augen blass und ohne Emotion. Ihre trockenen Lippen waren zu einem dünnen Strich zusammengepresst. Askaban raubte ihr die letzten Kräfte, das wusste Sirius nur zu gut.

»Du musst meine Enkel beschützen. Ich flehe dich an. Sie sind auch deine Familie. Rette sie. Bewahre sie hiervor. Sie sind keine schlechten Menschen.«

Sirius sah sie prüfend an. »So wie du? Und jetzt bittest du mich, auf Scorp aufzupassen? Und was ist mit Mäxym? Ist sie dir auch meinen Schutz wert? Oder soll nur dein geliebter reinblütiger Enkelsohn behütet werden?« Narzissa sah ihn überrascht an. »Ja, ich kenne deine beiden Enkelkinder. Und lass mir dir eins sagen. Sie sind, weiß Merlin warum, nicht wie du und dein verdorbener Ehemann. Sie machen sich nichts aus Blutstatus und Reinheit. Sie stehen für ihre Freunde ein. Egal von wem sie abstammen. Sie kämpfen für das Richtige.«

»Das weiß ich alles. Daher bitte ich dich ja, auf sie aufzupassen. Auf sie beide.« Narzissa sah ihn flehend an.

Sirius blickte den Gang entlang. Es blieb ihm nicht mehr viel Zeit. »Und warum soll ich das tun?«

»Weil sie zum Haus Black gehören. Durch mich, durch mein Blut. Sie sind unsere Familie. Und du bist ebenfalls ein Black. Auch wenn du das nie sein wolltest«, zischte sie.

»Ich war es nicht, der mein Gesicht aus dem Stammbaum gebrannt hat«, gab er bissig zurück. »Sie haben Eltern, Narzissa. Die beschützen ihre Kinder.«

Doch die Insassin schüttelte den Kopf. »Denkst du, das ist das Ende? Das war nur der Anfang. Und mein Sohn und seine Frau werden auch bald hier sein. Dann haben die Kinder niemanden. Dann sind sie der Gnade anderer ausgeliefert. Bitte, kümmere dich um sie. Versprich es mir. Sie sollen doch nicht dafür büßen. Es reicht schon, dass Draco und Astoria da hineingezogen werden.« Narzissa wollte wieder nach ihm greifen, doch Sirius ging einen Schritt zurück.

»Ich werde sehen, was ich tun kann.« Sirius ging wieder zur Zellentür. »Aber das tue ich nicht, weil sie dein Blut haben. Und auch nicht, weil sie dem ach so tollen Haus Black angehören. Ich tue es, weil es unschuldige Kinder sind. Weil sie jeden Schutz verdient haben, den ich ihnen bieten kann.«

Ohne auf ihre Antwort zu warten, rannte er zu James und den anderen. Er hatte schon jetzt zu viel Zeit bei seiner Cousine verbracht.

Als er um die Ecke bog, hörte er sie »Danke!«, schreien.

James und Lily, die von dem Austausch an Narzissas Zelle nichts mitbekamen, erreichten Tonks und Remus.

»Bombarda!«, rief Tonks und sprengte die Zellentür auf. Nachdem der Rauch verflogen und einzelne Splitter am Boden lagen, wurde das Innere sichtbar.

»Oh bei Merlin!«, erschrocken hielt Tonks die Hand vor dem Mund. Nach Sekunden des Schocks stürmte sie auf die leblose Gestalt, die auf dem Boden lag, zu. Sie kniete sich hin, nahm den Kopf ihres Sohnes und legte ihn in ihren Schoß.

»Mein lieber Sohn, was haben sie mit dir gemacht?« Remus, genauso ersetzt über Teds Zustand, hockte sich neben seine Frau.

Lily griff gleich in ihre Tasche und holte einige Fläschchen heraus. »Er muss erschöpft und kaum noch Kräfte in sich haben. Flöss ihm das ein.« Sie hielt Tonks eine Mixtur hin. Diese tat wie geheißen.

»Das müssen die Dementoren gewesen sein. Ich weiß noch ganz genau, wie das war.« Sirius war inzwischen zu ihnen aufgeschlossen und hatte schnell die Situation in Teds Zelle erfasst.

James sah auf die Stoppuhr. »Es ist gleich soweit.« Er ging zu seiner Frau. Tonks umgriff ihren Sohn und zog ihn eng an sich. Dann griff sie in ihre Jackentasche und holte den Körper des Holzpferdes heraus. Auch die anderen umfassten den Körper. Als letztes legte Sirius die leblose Hand von Ted darauf.

Sie spürten einen Sog und verschwanden aus Askaban.


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