Brian POVt

Nachdem ich Kat an der Schule absetzte, fuhr ich ins Diner. Es war schon fast zu einem Ritual geworden, dass ich vor der Arbeit ins Diner ging. Wie jeden Morgen traf sich die Clique dort, um gemeinsam zu frühstücken.

Debbie trug wieder etliche Teller durch die Gegend, als ich das Diner betrat. Debbie schob teilweise endlose Schichten im Diner, um alle Rechnungen bezahlen zu können, geschweige denn von den teuren Medikamenten, die Vic benötigte. Trotz allem merkte man, dass Deb ihren Beruf liebte. Man kann sich auch nur sehr schwer vorstellen, dass Debbie eines Tages nicht mehr im Diner arbeiten soll. Sie gehörte schließlich schon zum Inventar…

„Lebt das Kind noch?" warf sie mir mit ihrem typisch mütterlich barschen Ton entgegen.
„Dir auch einen guten Morgen Deb" antwortete ich und ging einfach an ihr vorbei, um mich zu den anderen zu setzen. Debbie ließ das natürlich nicht auf sich Sitzen und stürmte hinter mir her.

„Ich hab dich was gefragt Kinney. Also gib mir gefälligst eine Antwort, wenn ich mit dir rede." Als sie den Satz beendete hatte, knallte sie mir noch eine auf den Hinterkopf.
Ich verzog das Gesicht „Au! Verdammt!"
„Dieses Mal bin es zum Glück nicht ich!" sagte Michael und trank selbstgefällig von seinem Kaffee.

Debbie sah mich weiterhin abwartend an „Ja verdammt, sie lebt noch! Wieso auch nicht" antwortete ich und rieb mir den Hinterkopf. Debbie hatte einen gewaltigen Schlag drauf.
Debbie lächelte „Wieso? Weil du mein lieber Brian, nur ans Ficken denkst und nicht mal in der Lage bist eine scheiß Zimmerpflanze zu versorgen. Also ist meine Sorge ja wohl berechtigt"
„Hmm, wo sie Recht hat" stimmte Emmett zu. „Außerdem, wenn man bedenkt, was gestern im Babylon los war."

„Was? Dachtest du ich würde sie deswegen umbringen?" fragte ich genervt.
„Was war denn im Babylon?" fragte Debbie jetzt. Natürlich hatte sie keine Ahnung, von dem gestrigen Drama.
Also erzählte ich ihr in der Kurzfassung, dass ihr lieber kleiner Sonnenschein meine Schwester nachts ins Babylon geschleppt hatte. Dieser kleine Wichser … Wenn ich so drüber nachdenke, bin ich deswegen immer noch angepisst.
„Natürlich hat es Hausarrest von mir gesetzt. „ fügte ich meiner Erklärung hinzu.
„Das wäre alles nicht passiert, wenn du den kleinen Sonnenschein nicht so verarscht hättest!" schimpfte Debbie.

„Ach, jetzt bin also ich schuld, dass wie heißt er noch… Justin einen Typen aufreißt, obwohl er noch in der Highschool ist?" fragte ich verärgert.
„Du hättest einfach die Finger von ihm lassen sollen" sagte nun Ted.
Anscheinend gab mir hier jeder die Schuld. Tolle Freunde…

Das weitere Gespräch drehte sich hauptsächlich ums Ficken. Emmett schleppte einen Bestatter ab, Mickey hat sich einen Typen mit Parasiten im Arsch angelacht und Ted ging wie immer leer aus. Naja um ehrlich zu sein, hatte ich auch niemanden. Dank meiner Schwester….

Sie lebt nun seit zwei Tagen bei mir und meine Nerven sind jetzt schon überstrapaziert. Einerseits wunderte es mich nicht, dass sie ins Internat abgeschoben wurde. Ich würde das jedoch niemals tun! Wir hatten nur noch uns… Auf den Rest der Familie konnte man scheißen. Schon seit ihrer Geburt war es so, dass ich ihr restlos verfallen war. Sie schaffte es immer, mich um den kleinen Finger zu wickeln und ich erfüllte ihr jeden Wunsch. Brian Kinney liebt eigentlich niemanden, bei ihr und Mickey mache ich jedoch eine Ausnahme. Wissen muss dies allerdings keiner….

Ich verabredete mich für den späten Abend mit Michael im Woodys, bevor ich mich auf den Weg zur Arbeit machte. Heute stand wieder eine wichtige Präsentation an. Im Büro angekommen checkte ich meine Mails und bereitete mich auf das Meeting mit dem Kunden vor. Ich liebte meinen Job, denn nicht nur in meinem Privatleben schaffte ich es Leute aufs Kreuz zu legen. In der Werbebranche wird jeder aufs Kreuz gelegt, vor allem von mir. Brian Kinney schafft es, die größte Scheiße der Welt attraktiv und lukrativ zu verkaufen.

Mein Firmentelefon begann zu blinken und ich wusste bereits, dass es Cynthia meine persönliche Assistentin war „Was ist? Ich hab doch gesagt, dass ich vor dem Meeting nicht gestört werden will" motzte ich sie durchs Telefon an. Manchmal konnte ich ein richtiges Arschloch sein.
Cynthia blieb jedoch cool und antwortete „Ich weiß Brian. Aber hier ist ein wichtiges Telefonat für dich. Soll ich durchstellen?"
Ich atmete hörbar aus „Wer zum Teufel ist es?"
„Der Direktor der Academy" antwortete sie sachlich.
„Scheiße!" rief ich genervt aus „Ja stell durch"
Was hat sie nun wieder angestellt? Dieses Kind bringt mich noch ins Grab!
Ich atmete einmal tief durch, bevor ich ein genervtes „Kinney" ins Telefon sprach.
Mein Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung antwortete sofort „Hallo Mr. Kinney, hier ist Mr. Warner *, der Leiter der St. James Academy. Es geht um ihre Schwester…..Ähm…. Katrina Kinney?"
„Hab ich mir schon fast gedacht" antwortete ich sarkastisch „Um was geht es genau?" fragte ich ungeduldig, schließlich hatte ich in einer halben Stunde ein Meeting mit einem wohlgemerkt wichtigen Kunden.
Mr. Warner räusperte sich kurz und antwortete „Nun…. Diese Angelegenheit würde ich gerne mit Ihnen persönlich besprechen. Wäre es möglich das Sie vorbei kommen könnten?"
Ich überlegte kurz „Ja, bin in ca. einer halben Stunde da"
Ich werde noch wahnsinnig! Ich muss das Meeting verschieben!
Ich griff erneut zum Telefon und wählte die Durchwahl von Cynthia. Nach dem zweiten Klingeln nahm sie ab „Brian was gibt's?"
„Cynthia, du musst einen Ersatz für mich finden"
Cynthia keuchte „Wie stellst du dir das vor? Wo soll ich so schnell einen Ersatz für dich finden. Du bist der Beste auf dem Gebiet!"
Natürlich wusste ich das „ Das weiß ich verdammt! Ich muss in Kat's Schule fahren. Da gibt's ein Problem!"
Cynthia lachte „Was hat der kleine Teufel denn angestellt?"
Mit Daumen und Zeigefinger kniff ich mir in den Nasenrücken „Ich habe keine Ahnung verdammt! Fakt ist, ich muss da hin."
„Ok Brian. Irgendwie werde ich es hinbekommen" antwortete sie.

„Ich danke dir" sagte ich noch, bevor ich den Hörer aufs Telefon knallte, etwas zu fest um ehrlich zu sein und mein Jackett anzog. Ich begab mich auf direktem Weg zum Fahrstuhl, wo ich wohlgemerkt schon den einen oder anderen Kunden gefickt hatte und fuhr ins Erdgeschoss. Wenn ich so recht darüber nachdachte, hatte ich schon einige hier in der Agentur vernascht. Michael sagte schon immer, dass ich vorsichtig sein soll, damit ich meinen gutbezahlten Job nicht verliere, aber um ehrlich zu sein, kümmert es mich einen Scheiß. Die Agentur war nichts ohne mich. Ich zog hier die meisten Kunden an Land und das nicht nur aufgrund meiner beeindruckenden Präsentationen.

Mein Jeep parkte direkt vor dem Eingang der Agentur, so dass ich zum Glück nicht noch kilometerweit laufen musste.
Ich startete den Motor und reihte mich in den Berufsverkehr von Pittsburgh ein. Dieses Mal werde ich sie umbringen und das ist so sicher wie das AMEN in der Kirche….

Kat POV

AUA AUA….. So eine verdammte Scheiße. Dieser Wichser von Hobbs…..
Meine rechte Wange tat weh wie Sau und sie fühlte sich geschwollen an. Ich saß im Zimmer des Direktors und konnte in der gegenüberliegenden Glasvitrine beobachten, wie sich meine Wange allmählich blau färbte. Justin saß neben mir und tätschelte beruhigend meine Hand. Er beugte sich zu mir rüber und flüsterte mir ins Ohr „Er hat Brian angerufen." Ich zuckte nur mit den Schultern. Es war mir klar, dass der Direktor Brian anrufen würde. Wen denn auch sonst? Ich hatte keine Angst vor Brian. Im Endeffekt kann ich ja nichts dafür, also warum sollte ich mir Gedanken machen?

Chris Hobbs saß ungefähr zwei Meter weiter von uns entfernt auf einem Stuhl und warf uns böse Blicke zu. Als der Direktor kurz den Raum verlassen hatte, besaß er die Frechheit mich anzusprechen. „Das hast du nun davon. Warum verteidigst du auch eine Schwuchtel?"
Ich lachte gehässig „Du bist doch selber eine. Schließlich hast du dir ja auch von Justin einen runterholen lassen."
Gerade als Hobbs erneut auf uns losgehen wollte, ging die Tür auf...
Mr. Warner kam gefolgt von Brian zur Tür rein.

Brians Gesichtsausdruck war undefinierbar für mich. Sein Blick fiel zunächst auf Justin, dann auf dessen Hand die meine fest verschlungen hielt. Der Anblick unseres Händchenhaltens lies Brian's Blick verdunkeln und seine Augen begannen sich zu kleinen Schlitzen zusammen zu ziehen. War er nun etwa eifersüchtig?

Dann sah er mich an. Ich dachte wirklich, er würde mich jeden Moment umbringen. Ich wollte nicht, dass Brian sauer auf mich ist und meine Augen füllten sich mit Tränen. Brian kam auf mich zu und ich drehte meinen Kopf weg. Ich dachte wirklich, er würde mir eine knallen. Obwohl Brian sowas in dieser Situation , ohne zu wissen was los ist und ohne meine Meinung zu hören, niemals machen würde.
Ich hatte bis zum heutigen Tag nur ein oder zweimal richtigen Ärger mit Brian. Aber da hatte ich auch selbst schuld daran.

Bei dem einen mal war ich ungefähr 11 Jahre alt. Ich war mit Brian in einem Einkaufszentrum und bin einfach abgehauen. Es war mir einfach zu langweilig. Brian fand mich nach ewigem Suchen und Ausrufen alá „Katrina Kinney, bitte zur Information kommen, dein Bruder wartet dort" schlussendlich in einem Spielzeugladen und hat mich dort aufs übelste vor allen Leuten zusammen geschissen. Zur Krönung des Ganzen hab ich noch einen Klaps bekommen. Das war mir sowas von peinlich... Und mein Lieblingsspielzeug, die aktuellste Barbie konnte ich mir damals auch abschminken.

Das andere Mal war letztes Jahr. Da war ich noch 14 Jahre alt, als ich bei Brian übernachtet hatte. Ich hatte mich mit Freundinnen getroffen und Brian sagte, ich solle um 20 Uhr wieder auf der Matte stehen. Wer mich kennt, weiß, dass ich mich an sowas natürlich nicht halte. Also passierte Folgendes….
Meine Freundinnen und ich zogen um die Häuser, bis uns morgens um 3 Uhr die Polizei aufgriff. Wir landeten alle auf der Polizeiwache und unsere Eltern, in meinem Fall Brian wurden verständigt. Auf meinem Handy waren ungefähr 2 Millionen Anrufe in Abwesenheit von Brian und im Nachhinein erfuhr ich, dass die halbe Liberty Avenue einen Suchtrupp nach mir ausgesandt hatte. Der Knüller schlechthin kommt aber noch… Die Cops fanden in meiner Tasche noch einen Rest von dem Gras, welches meine Freundinnen und ich zuvor geraucht hatten.
Brian musste eine fette Kaution bezahlen, um mich aus dem Knast zu holen und ich habe das Ganze mit mehr als nur einem Klaps bezahlt. Aber rückblickend muss ich sagen, dass ich wirklich Scheiße gebaut hatte und Brian ausnahmsweise mal Recht hatte. Seitdem war ich eigentlich anständig, auch wenn es oft nicht so scheint.

Zurück zum Thema….
Justin stand auf, um mich im Fall der Fälle zu beschützen, denn auch er dachte dasselbe wie ich.
Brian nahm mein Kinn mit Daumen und Zeigefinger du drehte meinen Kopf so, dass ich ihm in die Augen sah. Dann sah er meine blaue geschwollene Wange…..
Sein Blick fiel sofort auf Justin. Dieser hob sofort abwehrend die Hände „Ich war es nicht!"
Der Direktor setzte sich auf seinen alten Ledersessel und beobachtete die Situation vor ihm. „Mr. Kinney, ich denke, es wäre das Beste, wenn ich Sie darüber aufkläre, was hier passiert ist"
Brian setzte sich neben mich „Der Meinung bin ich auch" erwiderte er angepisst.
Mr. Warner räusperte sich „Es scheint so, als ob Katrina auf Chris Hobbs losgegangen wäre. Nach meinen Informationen hätte sie diesen Streit verursacht, indem sie diesen verbal beschimpfte und auch körperlich angriff"

Brian sah mich an…
„Das stimmt nicht!" entgegnete ich sofort. „Chris hat Justin aufgrund seiner Homosexualität beleidigt und ich hab ihn verteidigt.
Der Direktor räusperte sich wieder „Das mag ja sein, aber sie haben Mr. Hobbs geschlagen"
So langsam war ich kurz vorm Durchdrehen „Nein das hab ich nicht! Hobbs hat mich….." ich überlegte kurz, weil ich mich schämte, dass vor Brian zu sagen „An der Brust angefasst und daraufhin hab ich ihm eine geknallt."
Sofort schnellte Brians Kopf in Richtung Chris Hobbs….
„Und dann hat Chris Hobbs mich geschlagen" fügte ich hinzu. Justin drückte meine Hand wieder.
„Ja das stimmt" bestätigte Justin.
„Nichtsdestotrotz haben Sie einen anderen Schüler tätlich angegriffen, weshalb ich Sie eine Woche vom Unterricht suspendieren werde." antwortete Mr. Warner.
Brian zog die Luft hörbar ein „Finden Sie das nicht etwas übertrieben? Zumal Katrina nicht einmal Schuld an dem Vorfall hatte."
Der Direktor sah mich an „Nein ist es nicht! Wir dulden keine Unruhestifter an unserer Schule. Ihre Schwester befindet sich erst seit zwei Tagen an unserem Institut und in diesem Fall schenke ich der Aussage unseres langjährigen Schülers Chris Hobbs mehr Beachtung, als der Ihrer Schwester. In einer Woche kann Katrina wieder zum Unterricht erscheinen."
Brian schnaubte angepisst „Sie wollen mir damit sagen, dass Katrina suspendiert ist, für eine Sache, für die sie eigentlich keine Schuld trägt?"
Der Direktor sah erst mich und dann Brian an „Die Frage der Schuld, steht hier wohl absolut nicht zur Debatte. Wie gesagt Mr. Hobbs ist ein vorbildlicher Schüler, welchem ich absolutem Glauben schenke. Ich habe in wenigen Minuten noch einen Termin mit dem Förderverein dieses Instituts. Wenn ich Sie also bitten dürfte?"

Ich fing an zu schluchzen… das war einfach nicht fair!
Brian erhob sich aus seinem Stuhl und nahm ich an die Hand . Wir gingen nach draußen und Hobbs ging selbstgefällig vor uns her. Als der Direktor außer Sichtweite war, drehte er sich um und sah Justin an „ Ich hoffe du verreckst an AIDS, du kleine Schwuchtel"
Brian ließ plötzlich meine Hand los und stürmte auf Chris zu. Er packte ihn am Kragen seiner Schuluniform und drückte ihn gegen die Schließfächer der Schülern „Wenn du es noch einmal wagst, meine Schwester, oder Justin anzufassen, dann werde ich dich eigenhändig umbringen" sagte Brian , während er Hobbs einmal fest an die Spinte knallte. Brian ließ ihn im Anschluss wieder los. Chris sah erst zu mir und dann zu Justin „Macht doch was ihr wollt, ihr gottverdammten Schwuchteln." sagte er noch und ging.
Brian wollte schon wieder hinter ihm her, aber ich hielt ihn auf. Ich schmiss mich in seine Arme und weinte. Brian streichelte mir über die Wange und gab mir einen Kuss auf sie Stirn. Dann sah er zu Justin „Passt du auf sie auf?" fragte er Justin.
Justin lächelte „Immer!"
Brian gab mir noch einen letzten Kuss auf die Stirn „Lass uns nach Hause gehen Süße." Als wir gingen drehte er sich um „Willst du mitkommen?" fragte er Justin.
„Warum nicht? " antwortete dieser und hakte sich freundschaftlich bei mir ein.