Kapitel 2

Die Rückkehr

Als sie am nächsten Tag ins Hospital zurückkehrte, mit einem ganzen Sack voller Neuigkeiten, die sie Minerva erzählen wollte, kam diese ihr schon auf dem Flur entgegen, zwar schwer auf einen Stock gestützt, aber allein und ohne Hilfe. Septima blieb entgeistert an der Tür zur Station stehen und starrte Minerva mit großen Augen an. Diese lächelte grimmig.

„Ich werde morgen nach Hogwarts zurückkehren und mich dort weiter erholen. Das Schuljahr ist so gut wie beendet, ich habe also alle Zeit der Welt, mich zu erholen. Und Astralagos meinte, es sei eine gute Idee, wenn ich vorher schon ein wenig herumlaufen würde, um zu trainieren." Sie runzelte die Stirn. „Ein recht enthusiastischer junger Mann, wie ich finde. Hast du Lust, mit mir einen ordentlichen Tee trinken zu gehen? Dann kann ich gleich das Treppensteigen üben. In Hogwarts gibt es schließlich mehr als genug davon."

Septima nickte und überlegte für einen Moment, ob sie Minerva ihren Arm als Stütze anbieten sollte, sah dann aber davon ab, als diese sich mit einem Tempo in Bewegung setzte, das man zwar nicht als schnell bezeichnen konnte, ihr aber bei jedem Senioren-Sonntagswandern zur Ehre gereicht und ihr einen guten Platz gesichert hätte.

„Was gibt es denn Neues aus Hogwarts", erkundigte sie sich dann schnaufend, während sie sich die Treppe in den fünften Stock zur Cafeteria hinaufquälte, wobei sie das Geländer, das bedeutend wackliger aussah als sie, verachtungsvoll verschmähte.

„Oh, da haben sich die Ereignisse förmlich überschlagen, weißt du. Potter und Der-dessen-Name-nicht-genannt-werden-darf sind im Ministerium aufeinander getroffen und …"

„Das weiß ich schon."

„Dumbledore ist zurück."

„Das weiß ich auch."

„Umbridge wird die Schule verlassen."

„Das dachte ich mir."

„Wenn du alles schon weißt, warum fragst du dann?"

„Ich wollte gerne etwas hören, das nicht im Tagespropheten stand. Außerdem hat Albus mich letzte Nacht besucht und mich auf dem Laufenden gehalten."

„Und warum fragst du mich dann?"

McGonagall verharrte auf der Stufe und sah sich zu Vector um.

„Ich wollte eigentlich auch eher wissen, was du gemacht hast. Wie du darüber denkst."

„Vermutlich nicht anders als du, Minerva. Ich bin froh, dass den Kindern nichts Schlimmeres passiert ist, ich bin heilfroh, dass Dumbledore zurück ist und Umbridge bekommen hat, was sie verdient. Und ich werde nicht in mein Kopfkissen weinen, wenn ich ihr Gesicht nie wieder sehen und ihre Gegenwart nie wieder ertragen muss. Allerdings ist es typisch für den Tagespropheten, jetzt so eine Kehrtwendung hinzulegen. Das ganze Jahr über stellen sie Potter als einen gestörten, aufmerksamkeitsheischenden Spinner hin und Dumbledore als einen senilen Tropf, der ihm geglaubt hat. Und jetzt? Einsame Stimme der Wahrheit und ähnlichen Blödsinn. Und nicht ein Wort der Entschuldigung an einen der beiden." Vector legte einen ätzenden Klang von Sarkasmus in ihre Stimme. „Was soll ich schon davon denken? Hier geht es lang."

Sie ergriff Minerva am Arm und dirigierte sie in Richtung der Cafeteria.

Beim Anblick der eher unbequemen Holzstühle hob sie die Augenbrauen, zog ihren Zauberstab hervor und verwandelte zwei der harten Stühle in komfortable Lehnstühle.

„Ich weiß ja nicht, wie es dir geht, aber ich mag es lieber bequem", bemerkte sie taktisch, um zu verhindern, dass Minerva dachte, sie wollte sie bemuttern.

Aufseufzend ließ Minerva sich in einen der Lehnstühle sinken und schnitt eine Grimasse.

„Es wird wohl doch noch etwas dauern, bis ich wieder vollkommen auf dem Damm bin", murrte sie und presste die Hand gegen die Brust.
„Ich hoffe nur, Umbridge geht es ähnlich bescheiden."

„Oh, ich glaube, darüber brauchst du dir keine Gedanken zu machen, als ich sie das letzte Mal gesehen habe, hatte sie gerade eine freundliche Runde mit den Zentauren hinter sich und wirkte, gelinde gesagt, etwas desolat."

„Selber schuld", murmelte Minerva. „Anscheinend hat ihr niemals jemand beigebracht, anderen Lebewesen mit Respekt zu begegnen, so etwas rächt sich immer. Wie war das jetzt mit dem Tee?"

„Ist schon unterwegs."

Wenig später saßen sie in einträchtigem Schweigen beieinander und tranken ihren Tee.

Schließlich brach Vector das Schweigen.

„Du wirst also morgen entlassen?"

„Merlin sei Dank, ich beginne langsam, aber sicher, mich hier zu langweilen. Das ist bei mir immer ein sehr gutes Zeichen."

„Möchtest du, dass ich dich abhole?"

„Nein, vielen Dank. Ich denke, ich werde zurechtkommen. Zumal ich noch gar nicht weiß, wann sie mich denn überhaupt gehen lassen. Der Heiler sprach von einer letzten Untersuchung, wer weiß, wann er die vorzunehmen gedenkt. Aber danke für das Angebot."

Minerva lächelte Septima über ihre Teetasse hinweg an.

„Ich werde sehr froh sein, wenn ich mich wieder in meiner gewohnten Umgebung befinde."

„Wir sind sehr froh, wenn wir dich wieder haben", entgegnete Septima und erwiderte das Lächeln. „Hogwarts ist recht merkwürdig ohne dich."

Minerva beschäftigte sich intensiv mit ihrer Tasse, um ihre Rührung zu verbergen, dann räusperte sich und bemerkte trocken:
„Na, so schlimm kann es nicht gewesen sein, ich war ja nicht lange fort."

„Dennoch", beharrte Septima. „Es ist komisch, in der großen Halle beim Essen zu sitzen, während dein Platz leer ist."

Beiläufig sah sie auf die Uhr und sprang erschrocken auf.

„Verdammt, ich sollte längst wieder in der Schule sein!"

„Was hast du denn noch vor?"

„Nachsitzen mit ein paar vorlauten Slytherins. Und die Strafe möchte ich ihnen nur ungern erlassen müssen", erwiderte Septima zerstreut und warf sich ihren Umhang um.

„Tut mir leid, dass ich so fluchtartig gehen muss. Kann ich dich hier allein lassen?"

„Ich wüsste nicht, warum nicht. Mich wird wohl kaum jemand klauen wollen. Und falls doch, bringt er mich ganz sicher schnell wieder zurück."

„Na, da wäre ich mir nicht so sicher." Vector sah skeptisch auf die sitzende McGonagall herab.

„Na, ich weiß nicht. Reizbar, starrsinnig, ein Drache, alles Attribute, die man mir schon zugeschrieben hat."

„Aber nur an der Oberfläche. Wenn man dich etwas besser kennt, bist du ganz anders. Tut mir leid, ich muss wirklich los. Wir sehen uns dann morgen." Und mit einem leichten Lächeln fügte sie hinzu: „Zuhause."

Minerva nickte und sah Septima nach, als sie mit raschen und energischen Schritten den Raum verließ, ihre nachtblaue Robe hinter ihr herwehend.

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Am nächsten Tag, einem Sonntag, näherte McGonagall sich langsam dem Eingang des Schlosses. In einer Hand trug sie eine ihrer üblichen schottisch-karierten Taschen, in der anderen ihren Stock, auf den sie sich schwer stützte. Erfreut registrierte sie, dass viele ihrer Schüler sich in den sonnenbeschienenen Schlossgründen tummelten und ihr gelegentlich fröhlich zuwinkten und ein „Hallo, Professor!" entgegen riefen. Langsam erklomm sie die Stufen zum Portal, als von drinnen ein gereizter Wortwechsel an ihr Ohr drang.

„Harry und Severus", seufzte sie leise. „Nun, wie sollte es auch anders sein."

„Ah", erklang Snapes kalte Stimme, „Wie ich sehe, sind im Stundenglas von Gryffindor keine Punkte mehr, die man abziehen könnte. In diesem Fall, Potter, werden wir einfach -"

„Ein paar hinzufügen?", fragte McGonagall gutgelaunt und stieß die Tür auf. Mit einem Blick erfasste sie die Szene, einen schadenfroh dreinblickenden Malfoy, einen stinksauren Harry und einen ausgesprochen gehässigen Snape, während sich Crabbe und Goyle, Malfoys Gorillas, im Hintergrund hielten.

„Professor McGonagall!", sagte Snape und trat mit langen Schritten auf sie zu. „Raus aus dem St. Mungo, wie ich sehe!"

„Ja, Professor Snape", erwiderte sie gleichmütig und schüttelte ihren Reiseumhang ab. „Ich fühle mich wie neu. Sie beide – Crabbe – Goyle – „
Sie rief Malfoys Gorillas heran, die am Rande der Szene herumgelungert hatten und drückte den beiden ihren Umhang und ihre Tasche gegen die Brust.

„Hier, bringen Sie das für mich hoch in mein Büro."

Wortlos drehten die beiden sich um und schlurften davon.

„Nun denn", fuhr Minerva fort und sah auf die Stundengläser.

„Also ich denke, Potter und seine Freunde sollten jeweils fünfzig Punkte bekommen, weil sie die Welt auf die Rückkehr von Du-weißt-schon-wem aufmerksam gemacht haben. Wie sehen Sie das, Professor Snape?"

„Wie bitte?", schnappte Snape in angeblichem Unverständnis. „Oh… nun, ich nehme an…"

„Dann haben wir also jeweils fünfzig Punkte für Potter, die beiden Weasleys, Longbottom und Miss Granger." Mit Genugtuung beobachtete sie, wie ein ganzer Schauer von Rubinen in das Stundenglas Gryffindors fiel.

„Oh, und fünfzig für Miss Lovegood, würde ich meinen", fügte sie an und sah zu, wie die Saphire in das Glas von Ravenclaw klirrten.

„Nun, Sie wollten Potter zehn Punkte abziehen, glaube ich, Professor Snape, dann haben wir also…."

Ein paar Rubine verschwanden wieder aus dem Glas und McGonagall nickte.

„Nun Potter, Malfoy", fuhr sie fröhlich fort, „ich denke, Sie sollten an einem so herrlichen Tag wie diesem draußen sein."

Harry und Draco Malfoy verschwanden umgehend, Minerva nickte Severus noch einmal mit einem extrafreundlichen Lächeln zu, um ihn noch ein wenig zu ärgern und kletterte dann die Treppe hinauf, die zu ihren Räumen führte, um ihre Tasche auszupacken.

Snape starrte ihr mit düsterem Gesicht nach.

An der Biegung der Treppe blieb sie noch einmal stehen und sah zu ihm herab.

„Nun schauen Sie nicht so böse, Severus, das gibt alles Falten, glauben Sie mir. Aber es ist trotzdem nett, Sie wieder zu sehen."

Snape brummte etwas Unverständliches, drehte sich dann auf dem Absatz herum und rauschte in Richtung Kerker von dannen.

„Hat mich auch gefreut", murmelte McGonagall und grinste heimlich.

Langsam ging sie zu ihren Räumen und verschwand hinter der schweren Holztür.

Eine knappe halbe Stunde später klopfte es bei ihr.

„Ja bitte?"

Septima Vector steckte den Kopf durch die Tür.

„Hallo! Willkommen zurück."

„Woher wusstest du, dass ich schon wieder hier bin?"

„Sagen wir, mir ist eine ziemlich verstimmte Fledermaus über die Füße gelaufen und das Stundenglas von Gryffindor spricht ebenfalls eine deutliche Sprache."

„Die Portraits haben gepetzt."

„Die auch", grinste Septima und ließ sich auf das Sofa sinken.

„Du hattest also einen gelungenen Einstand Zuhause, wie mir scheint."

„Ich konnte Severus ein bisschen ärgern, ja. Und ein bisschen was für die Reputation meines Hauses tun. Außerdem konnte ich Crabbe und Goyle zu Arbeit verpflichten und hab mir von ihnen meinen Kram hochtragen lassen."

Auf ihren Stock gestützt ging Minerva durch das Zimmer und setzte sich neben Septima auf das Sofa.

„Du siehst schon wieder viel besser aus als gestern noch. Was machen die Rippen?"

„Es geht schon. Zumindest hat Hagrid aufgehört, darauf herum zuspringen. Ich denke, in ein paar Tagen werde ich gänzlich schmerzfrei sein. Vorausgesetzt, ich nehme weiterhin täglich mindestens sechs verschiedenen Heiltränke."

„Das klingt doch gut."

„Es ist gut", erwiderte Minerva, lehnte sich zurück und sah Septima an.

„Ich habe mich noch gar nicht bei dir bedankt, Septima."

„Wofür denn?"

„Dafür, dass du mir das Leben gerettet hast", erwiderte Minerva schlicht.

„Ohne dich wäre ich vermutlich heute nicht mehr hier."

„Minerva, das war doch selbstverständlich, das hätte an meiner Stelle doch jeder getan."

„Ja, möglicherweise. Dennoch möchte ich mich bei dir bedanken."

Sie sah Septima aufrichtig in die Augen und fragte sich zum wiederholten Mal, ob diese nun blaue oder graue Augen hatte, sie war sich da nie ganz sicher. Schließlich riss sie sich von diesem Anblick los und fuhr fort, als ob sich die Pause in ihrem Gespräch ganz natürlich ergeben hätte:

„Außerdem warst du für mich da, die ganze Zeit und hast dich um mich gesorgt. Das weiß ich sehr zu schätzen. Wirklich." Sie legte ihre Hand auf die Septimas und registrierte überrascht, dass diese bis in die Haarwurzeln errötet war.

„Bringe ich dich in Verlegenheit?"

„Ja, ein wenig schon."

„Ich mag mitunter als unausstehlicher Drachen gelten, aber im Grunde bin ich gar nicht so. Und ich bin froh, dass du das anscheinend erkannt hast. Und nun genug von dieser rührseligen Stimmung. Was machst du in den Ferien? Schon irgendwelche Pläne?"

Septima blinzelte überrascht, als Minerva so abrupt das Thema wechselte, doch sie verstand.

„Bislang noch nicht. Ich wollte spontan entscheiden, wonach mir gerade der Sinn steht."

Minerva nickte.

„Wollte ich auch. Aber es sieht aus, als würde sich meine Spontaneität meiner Gesundheit unterordnen müssen." Sie schnitt eine Grimasse.

„Ich hasse es, wenn ich mich nicht auf meinen Körper verlassen kann."

„Das Gröbste hast du überstanden."
Nun war es Septima, die ihre Hand auf die von Minerva legte und sie sanft anlächelte. Minerva fand, dass Septima ein wirklich anziehendes Lächeln besaß.

„Könnte ich dich eventuell zu einem Abendessen überreden?"

Minerva machte ein betretenes Gesicht:

„Tut mir leid, ich habe heute Abend schon eine Verabredung mit Albus. Es gibt für mich einiges an Fakten aufzuarbeiten. Aber wie wäre es mit morgen Abend?"

„Das passt mir gut. Ich werde dich jetzt verlassen, bevor du mich hinauswirfst. Wir sehen uns dann sicher später oder morgen."

Septima erhob sich und wandte sich zum Gehen. An der Tür drehte sie sich noch einmal um:

„Es ist wirklich schön, dass du wieder da bist."

Minerva lächelte sie gerührt an.

„Das ist lieb von dir. Und jetzt raus, ich will mich noch etwas hinlegen, bevor ich mich gleich mit Albus treffe."

Septima winkte ihr noch ein letztes Mal zu und verließ den Raum.

Minerva wanderte in ihr Schlafzimmer hinüber und legte sich aufseufzend auf ihr Bett. Nach der Reise vom St. Mungos bis hierher taten ihr doch ein wenig die Knochen weh, auch wenn sie es sich lieber nicht eingestanden hätte. Es würde wohl noch eine Weile dauern, bis sie sich wieder schmerzfrei bewegen konnte. Ihre Augen fielen zu und sie schlief ein.

Sie schlief mehrere Stunden lang, doch als sie erwachte, fühlte sie sich nicht im Mindesten erholt. Merkwürdige Traumbilder waren durch ihren Geist gezogen, doch je mehr sie sich bemühte, diese flüchtigen Fetzen festzuhalten, desto schneller entschwanden sie ihr. Etwas missmutig setzte sie sich auf und schüttelte den Kopf, um ihre Gedanken klar zu bekommen. Ein Blick auf die Uhr belehrte sie darüber, dass es beinahe an der Zeit für sie war, Albus aufzusuchen. Langsam erhob sie sich, glättete ihr durch den Schlaf zweifellos zerzaustes Haar und griff dann nach ihrem Stock, um ihre Räumlichkeiten zu verlassen und ihre Verabredung mit Dumbledore wahrzunehmen.

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Es war schon sehr spät, als es leise an Vectors Tür klopfte. Überrascht hob sie den Kopf und warf einen Blick auf die Uhr.

‚Schon nach Mitternacht', dachte sie, ‚wer kann das denn sein?'

Laut rief sie:
„Ja bitte?"

Die Tür öffnete sich und Dumbledore trat herein.

Septima klappte ihr Buch zu und sah den Schulleiter fragend an.

„Verzeihen Sie die späte Störung, Septima."

„Kein Problem, ich bin ja noch auf. Nehmen Sie doch Platz, Albus. Was verschafft mir die ungewohnte Ehre?"

Dumbledore ließ sich in einen Sessel sinken und sah sich um.

„Nett haben Sie es hier."

„Danke. Was wollen Sie von mir?", fragte sie geradeheraus.

Dumbledore lächelte leicht.

„Immer geradeheraus, Septima. Das ist eine Eigenschaft, die ich an Ihnen schätze. Haben Sie schon Pläne für die Ferien gemacht?"

Septima runzelte die Stirn.

„Minerva hat mich das heute auch schon gefragt. Warum dieses plötzliche Interesse an meinen Plänen?"

„Eben wegen Minerva. Sehen Sie, sie wird zumindest einen Teil der Ferien hier in Hogwarts verbringen, wo Poppy sich um sie kümmern kann. Aber mit den regelmäßigen Untersuchungen ist es nicht getan, Sie kennen sie ja. Wenn man sie nicht davon abhält, arbeitet sie sofort wieder bis zum Umfallen."

Septima nickte, so gut kannte sie ihre Kollegin immerhin.

„Ich werde während der Ferien sehr beschäftigt sein und nicht allzu viel Zeit hier verbringen können..."

„… und deshalb soll ich den Babysitter für Minerva spielen", vollendete Septima seinen Satz für ihn.

Albus lächelte amüsiert.

„Nun, ich hätte es nicht so ausgedrückt, aber im Kern trifft es das. Ich hätte gerne, dass Sie ein Auge auf Minerva haben und aufpassen, dass sie es ruhig angehen lässt. Ich habe schon gehört, dass Sie beide sich in den letzten Tagen endlich etwas näher kennen gelernt haben und deshalb dachte ich daran, Sie darum zu bitten."

Albus schwieg und sah sie an. Septima schwieg ebenfalls und ließ sich den Gedanken durch den Kopf gehen. Schließlich nickte sie und sah dem Schulleiter offen ins Gesicht.

„Natürlich werde ich auf sie Acht geben. Sie ist ein besonderer Mensch und verdient eine gewisse Fürsorge."

„Ich wusste, dass Sie meine Sorge um sie teilen würden."

„Das ist keine große Kunst", bemerkte Septima trocken, „wenn man davon weiß, dass ich sie mehrfach im Krankenhaus besucht habe."

„Nein, vermutlich nicht", lachte Dumbledore und erhob sich wieder.

„Dann möchte ich Sie auch nicht weiter stören."
An der Tür drehte er sich noch einmal zu ihr um.

„Es wird nicht erforderlich sein, dieses Gespräch Minerva gegenüber zu erwähnen."

Septima lächelte.

„Das denke ich auch. Gute Nacht, Albus."

„Gute Nacht, Septima."

Leise schloss sich die Tür hinter dem Schulleiter und Septima griff wieder nach ihrem Buch. Mit einem stillen Lächeln vertiefte sie sich erneut in ihre Lektüre, im Hinterkopf den Gedanken, dass sie sich schon um Minerva kümmern würde.