A/N:Okeee, das hat wieder endlos lange gedauert mit dem Update, aber diesmal ist meine Lieblingsbeta nicht ganz alleine schuld daran, sondern meine Jobs und die Tatsache, dass ein Tag nur 24 Stunden hat…

Aber pünktlich zum „Sommerloch" ein neues Kapitelchen.


Kapitel 20

Frösche

Am nächsten Tag verschwand Minerva mit ihrer Truppe Schutzbefohlener nach Hogsmeade und Septima machte sich daran, ihre Aufsätze zu korrigieren.

Just in dem Moment, in dem Septima entschied, kein einziges Wort dieses Geschreibsels mehr zu ertragen, klopfte es an ihre Tür.

„Ja bitte!"

Die Tür schob sich einen Spalt weit auf und Professor Burbage steckte den Kopf ins Zimmer. „Ich hoffe, ich störe nicht", sagte sie.

„Charity, dich schickt der Himmel! Ich habe gerade nach einer Ausrede gesucht, um mir nicht noch mehr furchtbare Aufsätze ansehen zu müssen."

"Das trifft sich gut, ich hatte vor, dich zu einer Tasse Tee oder Kaffee zu verführen. Magst du?"

"Na, und ob ich mag!", erwiderte Septima fröhlich und knallte ihre Feder mit Elan auf die Tischplatte. „Vor lauter Arbeit habe ich doch glatt das Mittagessen ausfallen lassen, und das mir!"

"Wie furchtbar", lachte Burbage. „Ich könnte mit ein paar Keksen zum Tee oder Kaffee aufwarten, wenn du möchtest."

„Solange es nicht Hagrids Felsenkekse sind bin ich mit allem einverstanden."

„Hagrids Felsenkekse?", fragte Charity verdutzt. „Das verstehe ich jetzt nicht."

"Musst du auch nicht, du hast nichts verpasst. Diese Dinger heißen nicht nur so, sie scheinen auch aus Felsen zu bestehen. Na ja, zumindest hart genug wären sie dazu", erklärte Septima und hakte sich bei der jüngeren Kollegin unter.

„Womit verdiene ich denn überhaupt diese unerwartete Einladung?", fragte sie, während sie durch die Gänge des Schlosses und zu Burbages Räumen gingen.

„Es gibt keinen bestimmten Anlass. Ich war nur gerade mit meinem Krempel fertig und dachte, wir könnten uns ein wenig unterhalten."

"Eine großartige Idee", stimmte Septima zu, „zumal du mich von meinen Aufsätzen befreit hast und mich außerdem noch vor dem Hungertod rettest."

„Wann hättest du denn mal keinen Hunger?", konterte Charity. „Ich habe noch nie jemanden soviel frühstücken und dann noch so viel Popcorn vertilgen sehen wie dich neulich."

"Das sagt Minerva auch immer", erwiderte Septima kopfschüttelnd. „Wenn man euch hört, könnte man denken, ich wäre furchtbar gefräßig, die kleine Raupe Nimmersatt. Eigentlich müsste ich aussehen wie eine Tonne."

"Keine Chance, dafür kannst du nicht lange genug stillsitzen. So, da wären wir schon. Komm rein."

„Na, dein Wohnzimmer kenne ich ja schon von neulich."

Umstandslos ließ sich Septima auf dem Sofa nieder und lächelte ihre Gastgeberin an. „Allerdings hatte ich dir nicht gesagt, wie gemütlich ich es finde. Erinnert mich ein bisschen an früher Zuhause."

„Uuh", machte Charity und verzog das Gesicht, „willst du damit andeuten, dass ich altmodisch eingerichtet bin?"

"Nein, gar nicht. Nur so – hm – muggelmäßig. Nicht, dass ich es schlecht finden würde", erklärte Septima und sah sich um. „Das ist das erste Wohnzimmer in Hogwarts, in dem ich auch mal ein Pflanzen sehe."

"Dann warst du noch nie bei Pomona."

"Nein, war ich nicht", gab Septima zu.

„Der reinste Dschungel. Allerdings würde ich manchen ihrer Topfpflanzen nicht über den Weg trauen, die sind stellenweise nicht ohne. Was jetzt?"

"Was ‚was jetzt'?"

„Kaffee oder Tee?"

"Kaffee", antwortete Septima entschieden, „auf jeden Fall Kaffee. Das ist die beste organische Aufschwemmung, die je erfunden wurde."

„Dachte ich mir doch. Und dazu – voila!" Charity nahm eine Keksdose aus einem Regal, öffnete sie und hielt sie Septima unter die Nase.

„Ich fass es nicht! Schokokekse!"

"Selber gebacken", erklärte Charity, hantierte mit der Kaffeekanne herum und schenkte ihnen beiden die Tassen voll, „nach einem Rezept von meiner Oma."

„Sag mal, kann man dich adoptieren?", fragte Septima und schlürfte genießerisch ihren Kaffee.

„Sicher kann man, aber was würde deine Minerva dazu sagen? Entschuldige", hängte sie an, als Septima sich an ihrem Kaffee verschluckte, „es erschien mir so offensichtlich."

„Was? Ich meine, wieso?"

"Nun ja, ihr verbringt sehr viel Zeit miteinander und da dachte ich halt… Tut mir leid, wenn ich da falsch gelegen habe."

Septima sah Charity eindringlich an, dann nickte sie langsam. „Du liegst überhaupt nicht falsch damit. Es ist nur so, wir versuchen, so wenig wie möglich aufzufallen, damit sich nicht jeder das Maul zerreißt."

"Verstehe", nickte Burbage und sah Septima nachdenklich an.

„Ist es denn wirklich so offensichtlich?", fragte Septima.

„Nein, ich denke nicht. Ich habe zumindest noch keine entsprechenden Gerüchte gehört", sagte Charity zögernd, „und mir ist es vermutlich auch nur aufgefallen, weil wir kürzlich den ganzen Tag miteinander verbracht haben. Du sprichst viel und sehr nett über sie und du hast auch einige ihrer Gesten angenommen. Die meisten halten sich noch immer an den uralten Klatsch, den Minerva mit Albus in Verbindung bringt, wenn ich das jetzt mal so sagen darf."

„Darfst du. Und danke, dass du so offen geantwortet hast. Ich hoffe nur, dass du deine – Entdeckung diskret behandeln wirst."

"Aber unbedingt", versicherte Charity. „ich selber habe kein Problem damit, dass ihr ein Paar seid, aber es gibt genügend Kleingeister, die daraus ein furchtbares Drama aufkochen würden. Aber Albus weiß schon Bescheid, oder?"

"Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass es Dumbledore lange verborgen geblieben wäre, dass seine beste Freundin und ich ein Paar sind?"

"Nein, natürlich nicht, blöde Frage, du hast Recht. Wann seid ihr denn… ich meine, wie lange…" Charity druckste etwas herum.

Septima lachte. „Seit dem letzten Sommer. Und so wie ich das sehe, hat Albus kräftig nachgeholfen, indem er mir die Sorge über Minerva anvertraut hat als er in den Ferien die Schule verlassen hatte. Aber sag Minerva bloß nicht, dass ich dir das erzählt habe."

"Quatsch, natürlich nicht." Charity rührte angelegentlich in ihrer Kaffeetasse herum und warf Septima ab und an einen schnellen Blick zu.

„Okay, was willst du noch fragen? Heraus damit!", forderte Septima die junge Frau schließlich auf.

„Ich weiß nicht, wie ich das fragen soll."

"Frag einfach. Ich werde dir schon nicht den Kopf abreißen", versicherte Septima. „Für jemanden, der keine Frage zu stellen hat, rührst du mir nämlich ein wenig zu intensiv deinen Kaffee um."

„Erwischt", lächelte Burbage. „Ich hatte nie den Eindruck, dass du oder dass Minerva…" Sie verstummte unentschlossen.

„Dass eine von uns vom anderen Ufer ist?" Septima runzelte die Stirn. „Nun, ich kann nicht für Minerva sprechen, das will ich auch gar nicht, aber wenn ich mich in jemanden verliebe, ist es mir persönlich erstmal vollkommen egal, welches Geschlecht der andere hat. Der Rest muss passen, der Charakter, die Interessen, die Lebensanschauung, das alles. Und glaub ja nicht, dass ich nicht mein Quantum an männlichen Liebhabern hatte und dass ich das nicht genossen habe, solange wie es dauerte. Aber letztendlich habe ich doch ein bisschen eher eine Schwäche für Frauen. Wie ist es mit dir?", fragte Septima unvermittelt. „Wenn ich hier schon mein Leben ausbreite, fände ich es nur gerecht, wenn du mir auch etwas erzählst."

„Das ist nicht halb so spannend", winkte Burbage ab. „Ich bin ganz normal – entschuldige, ich wollte nicht sagen, dass du unnormal bist. Ich meine, ich bin hetero, habe nie etwas anders gewollt, geschweige denn ausprobiert und zurzeit bin ich wieder einmal glücklicher Solokünstler."

„Das beruhigt mich jetzt ein wenig", gab Septima zu.

„Es beruhigt dich?", fragte Charity verdutzt. „Du hast doch wohl nicht gedacht, ich hätte Absichten auf dich?"

"Sagen wir mal so: Als deine Befragung sich intensiver dem Thema meiner sexuellen Orientierung zuwandte, hatte ich eine gewisse Befürchtung", erklärte Septima und grinste erleichtert. „Ich habe dein vorsichtiges Vortasten wohl falsch aufgefasst und mir schon Gedanken gemacht, wie ich dir einen Korb geben kann ohne dir das Herz zu brechen."

"Ist schon in Ordnung", versicherte Charity und lächelte ebenfalls. „ich meine, du bist zweifellos eine attraktive Frau, aber ich habe nicht die Absicht, mich mit dir einzulassen. Ich wollte dich einfach nur ein bisschen besser kennen lernen, weil ich hoffe, dass wir Freundinnen werden können. Ich finde dich sehr nett und wir haben so vieles gemeinsam, da liegt der Gedanke doch nahe. Abgesehen davon, dass du nicht ganz so alt bist wie die restlichen Kollegen", fügte sie zähneknirschend hinzu.

"Ich habe nichts dagegen", versicherte Septima grinsend und trank einen weiteren Schluck Kaffee. „Ansonsten kann ich dir nur unseren Severus ans Herz legen, er dürfte dir altersmäßig noch am nächsten kommen."

"Bist du irre? Snape würde mir vermutlich eher die Ohren abbeißen als mir ein Ohr leihen!"

„Damit könntest du unter Umständen Recht haben", gab Septima zu. „Auch wenn Minerva ihn recht gern hat."

„Meinst du, Minerva hätte etwas dagegen?"

„Wogegen? Dass du mit Snape…?"

„Blödsinn!", rief Burbage und schüttelte sich. „Du kommst mitunter auf sehr merkwürdige Ideen. Nein, ich meinte eher dich und mich. Meinst du, es würde sie stören?"

"Absolut nicht", erklärte Septima entschieden, „das kann ich mir bei ihr nicht vorstellen. Was für eine wahnwitzige Idee! Wie kommst du darauf?"

"Nun, wenn du mich schon so falsch eingeschätzt hast, liegt es doch nahe, dass ihr dieser Fehler auch passieren könnte. Vielleicht befürchtet sie, dass ich dich ihr wegnehmen will."

"Nein, da besteht keine Gefahr", versicherte Septima.

"Ist sie sich deiner so sicher?"

"Ich gebe ihr gar keinen Grund, an mir und meiner Aufrichtigkeit zu zweifeln. Für uns beide ist vollkommen klar, dass wir zusammengehören und daran kann niemand etwas ändern. Weißt du", sagte Septima nachdenklich und rutschte tiefer in die Sofakissen, „ich habe mein ganzes Leben nach etwas gesucht ohne zu wissen, wonach ich suchte. Und bei Minerva habe ich es endlich gefunden. Meinen Hafen, meine Zuflucht, das fehlende Stück meiner Seele, wenn du so willst."

„Das klingt sehr schön", sagte Charity. „Ich hoffe nur, dass ich auch einmal so für jemanden empfinden werde. Bisher hat sich mein Prinz noch nicht blicken lassen. Also werde ich weiterhin Frösche küssen und hoffen, dass ein Prinz darunter ist."

„Klingt nach einer vernünftigen Strategie", sagte Septima und hob die Kaffeetasse. „Auf die Frösche!"

"Auf die Frösche!"

Klirrend stießen die Kaffeetassen aneinander.

„Und? Haben deine Schäfchen ihre Prüfungen alle bestanden?"
Septima ließ sich wie üblich auf der Kante von Minervas Schreibtisch nieder.

„Nein, nicht alle", erwiderte Minerva und zuckte die Schultern. „Aber im Sommer haben wir ja noch eine Prüfung. Was hast du den ganzen Tag gemacht?"

"Erst habe ich meine furchtbaren Aufsätze korrigiert, aber dann hat Charity mich glücklicherweise davon erlöst. Sie kam am frühen Nachmittag hereingeschneit und fragte, ob sie mich zu einer Tasse Kaffee und ein paar Keksen verführen könnte. Na, du kennst mich, wenn ich zu Keksen eingeladen werde, kann ich nicht nein sagen."

"Und die ach so schauderhaften Aufsätze, die du eigentlich heute korrigieren wolltest?"

„Beinahe fertig", erwiderte Septima schuldbewusst. „Ich werde morgen vielleicht noch eine Stunde daran sitzen müssen, aber als Charity kam, hatte ich sowieso schon nach einer Ausrede gesucht, um eine Pause zu machen. Dass diese Pause so lange dauern würde, hätte ich allerdings auch nicht geglaubt, wir haben uns richtig festgequatscht."

„Vermutlich über eure Filme", lächelte Minerva nachsichtig.

„Komischerweise fast gar nicht. Wir hatten es eher mit dem Leben und der Liebe und so weiter. Und mit Fröschen."

"Frösche?" Minerva sah Septima skeptisch an.

„Ja, Frösche, aus denen Prinzen werden, wenn man sie küsst. Du wirst doch schon mal das Märchen vom Froschkönig gehört haben."

"Bedaure, nein."

„Ist ja auch nicht so wichtig", winkte Septima ab und grinste. „Ich hoffe nur, dass ich nächste Weihnachten meine Plätzchen von Charity kriege, sie bäckt weltklasse Schokoladenplätzchen, überhaupt kein Vergleich zu Hagrids Felsenkeksen."

„Dann solltest du sie fragen, ob sie für dich backen möchte", kam es recht frostig von Minerva zurück.

Septima rutschte vom Schreibtisch und sah Minerva nachdenklich an.

„Sei kein Frosch, Minerva", sagte sie. „Was stört dich denn jetzt?", fragte sie. „Dass ich meine Aufsätze nicht fertig habe oder dass ich den Nachmittag mit Charity verbracht habe?"

"Nichts davon", erwiderte Minerva und blätterte in ihren Papieren.

„Erzähl mir nichts, ich kenne diese sture Falte um deinen Mund. Die kriegst du immer dann, wenn dir irgendetwas nicht in den Kram passt. Also?"

"Es ist nichts", wiederholte Minerva stur.

„Das kaufe ich dir nicht ab. Minerva, du bist eifersüchtig." Septima lachte leise.

„Und das findest du jetzt komisch?", grollte Minerva.

„Nein, im Grunde nicht. Es ist nur so, dass ich Charity heute Nachmittag noch gesagt habe, dass du nichts dagegen haben wirst, dass wir Zeit miteinander verbringen, weil du keinen Grund hättest an mir zu zweifeln. Ich habe Charity gesagt, dass wir beide definitiv zusammengehören und dass es nichts gibt, das für mich etwas daran ändern würde."

"Du hast mit ihr über uns gesprochen?", kam es scharf zurück.

„Ja, das habe ich. Weil sie ziemlich auf den Busch geklopft hat, was das betraf. Sie meinte, es wäre ihr aufgefallen, dass wir viel Zeit miteinander verbringen und dass ich viel von dir sprechen würde. Und dass ich gewisse Gesten von dir übernommen hätte. Aber keine Sorge, in die Gerüchteküche ist anscheinend nichts durchgesickert und sie wird den Mund halten, das hat sie mir versprochen."

Minerva sah Septima mit gerunzelter Stirn an.

„Nun explodier nicht gleich, sie findet mich nett und möchte mit mir befreundet sein, weil wir viel gemeinsam haben. Und sie wird einen Teufel tun und über uns tratschen."

Befreundet sein", wiederholte Minerva mit einem Unterton, den Septima noch nie an ihr gehört hatte.

„Befreundet sein", bekräftigte Septima. „Herrgott, Minerva! Sie ist an mir als Frau überhaupt nicht interessiert, sie ist überhaupt nicht an Frauen interessiert und ich bin nicht an ihr interessiert, zumindest nicht so, wie du es denkst. Mache ich etwa Theater, wenn du zu Albus gehst? Oder zu Severus? Mit den beiden hast du auch Dinge gemein, an die ich nicht herankomme, ohne dass ich dir gleich irgendeinen Blödsinn unterstelle. Darf ich keine Freunde haben?"

„Du hast recht, es ist albern von mir", sagte Minerva und sah stur auf ihren Schreibtisch.

„Irgendwo ist es ja schon wieder süß", fand Septima, „dass du eifersüchtig bist auf dieses Küken." Sie stellte sich hinter Minerva, schlang die Arme um sie und küsste sie auf den Nacken. „Wo du doch genau weißt, dass ich viel eher auf Frauen in den besten Jahren stehe", raunte sie ihr ins Ohr. „Was meinst du denn, was das für ein Chaos gäbe, wenn sich zwei solcher Wirrköpfe zusammentun würden? Außerdem ist sogar mir ein solcher Jungspund auf Dauer viel zu anstrengend."

Minerva sah immer noch auf ihre Tischplatte.

„Weißt du, was ich ihr gesagt habe?", flüsterte Septima. „Ich habe ihr gesagt, dass ich mein ganzes Leben lang nach etwas gesucht habe, ohne zu wissen, wonach ich suchte. Heute weiß ich, wonach ich gesucht habe, ich habe mein Leben lang nach meiner zweiten Hälfte gesucht und bei dir habe ich sie endlich gefunden. Du bist mein Hafen vor dem Sturm, meine Zuflucht und ich kann und will nie wieder ohne dich sein."

Nun wandte Minerva den Kopf und sah Septima an. „Das hast du zu ihr gesagt?"

„Das habe ich zu ihr gesagt", bestätigte Septima. „Du bist für mich der wichtigste Mensch überhaupt und ich schäme mich nicht dafür. Am liebsten würde ich jeden Morgen durchs Schloss laufen und aller Welt verkünden, dass ich das Glück habe, zu der wunderbarsten Frau zu gehören, die ich je gesehen habe."

"Na, das lass dann mal lieber", sagte Minerva, wischte sich unauffällig die Augen und bemühte sich um ihren üblichen trockenen Ton, „wir wollen es ja nicht übertreiben."

„So gefällst du mir schon besser. Noch böse auf mich?"

Minerva schüttelte den Kopf. „Nein, bin ich nicht. Ich war auch nicht richtig böse auf dich, es war nur…"

"… ein leichter Anflug von Eifersucht. Du hattest wieder einmal Angst davor, mich zu verlieren", vervollständigte Septima ihren Satz und drückte sie fest an sich.

„Nun ja, wie du schon sagtest, ihr beide habt viel gemeinsam, Charity ist eine hübsche junge Frau und…"

"…und überhaupt keine Konkurrenz für dich", erklärte Septima entschieden. „Und was wir, also du und ich, miteinander gemeinsam haben, wiegt für mich viel schwerer. Und das mit dem Froschkönig erkläre ich dir bei Gelegenheit auch noch", ergänzte sie und lächelte. „Zu Ostern schenke ich dir ein Muggel-Märchenbuch." Sie küsste Minerva liebevoll auf die Wange und richtete sich auf.

„Das war zwar kein richtiger Krach, aber wir könnten uns ja trotzdem versöhnen", schlug sie dann mit einem hintergründigen Lächeln vor.

Minerva sah irritiert zu ihr auf. „Wie?"

"Was machen eigentlich Zaubererpaare, wenn sie sich gestritten haben?", fragte Septima und richtete verzweifelt sie Augen gen Himmel.

„Ich schätze, sie sprechen sich aus, so wie wir es getan haben", erwiderte Minerva einigermaßen verständnislos.

„Und danach?", half Septima ihr auf die Sprünge.

„Ah", Minerva nickte, „ich glaube, ich weiß worauf du hinaus willst."

„Na Gott sei Dank, das beruhigt mich jetzt immens."

"Ich wollte dich nur hochnehmen und ein wenig zappeln lassen", erklärte Minerva und lächelte. „Ich wusste von Anfang an ganz genau, worauf du hinauswolltest."

„Und ich habe schon befürchtet, ich müsste dir jetzt noch die Bienchen und die Blümchen erklären", seufzte Septima. „Um noch einmal auf unser Ausgangsgespräch zurückzukommen: Ja? Oder ja?"

"Sofort." Minerva schraubte ihr Tintenfass zu und legte ihre Pergamentrollen ordentlich zusammen. „So, fertig. Wenn du möchtest, können wir zur Versöhnung schreiten."

"Hat ja auch lang genug gedauert", fand Septima, ergriff Minerva bei den Händen und zog sie von ihrem Stuhl. Sie legte ihre Arme um Minervas Taille und küsste sie liebevoll.

„Vielleicht könntest du mir nur vorher kurz noch die Geschichte mit dem Froschkönig erklären", neckte Minerva, als sie endlich wieder Luft bekam.

„Ich mach dich gleich zum Frosch, wenn du nicht gleich kommst!", drohte Septima lachend und zog Minerva mit sich ins Schlafzimmer.


TBC

Versprochen!