A/N Ich hab das dumpfe Gefühl, dass die eine oder andere mich für dieses Kapitel echt hassen wird – zumindest für einen Teil davon. Aber der Gedanke spukte mir hartnäckig über Monate im Kopf herum – ich hatte nicht viele Möglichkeiten außer, ihn aufzuschreiben...Steinigt mich bitte nicht!
Nach gründlicher Überlegung habe ich nur die zensierte Fassung gepostet – das Original wäre wohl schneller gelöscht worden als ich es überarbeiten könnte.
Und wie immer: Wer einen Tippfehler findet, darf ihn behalten!
Kapitel 32 Weihnachtsüberraschung
Minerva erwachte in ihrem dunklen Schlafzimmer und hatte das unbestimmte Gefühl, nicht allein zu sein. Auch, wenn es ihr vorkam wie ein De ja-vou, dieses Mal war sie sich sicher, nicht geträumt zu haben.
Angespannt lauschte sie und mit ihrem scharfen Gehör vernahm sie leise Atemzüge vom Fußende ihres Bettes.
Leise tastete sie nach ihrem Zauberstab und ließ das Kaminfeuer hoch auflodern. Sie kniff die Augen zusammen, um zu sehen, wer sich in ihr Schlafzimmer geschlichen hatte, bereit, den Zauberstab jederzeit einzusetzen.
Am Fußende ihres Bettes stand Snape und beobachtete sie aufmerksam, den Zauberstab in einer merkwürdig abwehrenden Haltung gehoben.
„Professor Snape, was in aller Welt machen Sie in meinem Schlafzimmer?", fauchte sie und zog in einer reflexhaften Handlung die Bettdecke höher.
Unbehaglich registrierte sie, dass Snape freudig lächelte und sie richtete den Zauberstab mit einer energischen Bewegung auf sein Herz.
„Minerva, ich bin es!", rief er halblaut. „Septima."
Finster starrte sie ihn an. „Wenn das Scherz sein soll, so kann ich Ihnen versichern, dass ich nicht darüber lachen kann", versetzte sie frostig.
„Minerva, ich bin es wirklich, Septima."
„Ja, sicher", spottete sie, „und ich bin Merlins Großmutter."
„Mach dich nicht älter als du bist, Liebes", kam es amüsiert von Snape.
„Wenn Sie wirklich die sind, die Sie vorgeben zu sein, beweisen Sie es mir! Was passierte, als wir das erste Mal Zuhause in meinem Schlafzimmer waren."
Snape lächelte amüsiert und zwinkerte ihr zu.
„Ich habe mir den Kopf am Türrahmen angeschlagen, weil ich so fasziniert von deinem Anblick war, du hast mich verarztet und dabei versucht, mir nicht auf die Brüste zu starren, obwohl wir von ihnen sprachen."
Minerva starrte ihn mit offenem Mund an.
„Und am morgen darauf haben wir zum ersten Mal miteinander geschlafen."
Sein, beziehungsweise ihr Gesichtsausdruck veränderte sich.
„Konnte ich dich überzeugen, dass ich die bin, die ich behaupte zu sein?"
Minerva war die Bettdecke aus der Hand geglitten und sie sah mit großen Augen zum vermeintlichen Snape auf. Langsam nickte sie.
„Dann hätte ich jetzt gerne etwas gehört, das nur die echte Minerva McGonagall wissen kann. Was hast du mir letzte Weihnachten geschenkt und was hast du zu mir gesagt?"
Ein leises Lächeln glitt über Minervas Gesicht, als sie sich erinnerte.
„Ich habe dir den Ring meiner Großmutter geschenkt und dir gesagt, dass du jetzt meine Familie bist."
Septima nickte und kam näher.
„Da wir nun wissen, dass wir beide tatsächlich Minerva und Septima sind, darfst du mich zur Begrüßung küssen", wisperte sie, legte den Zauberstab zur Seite und streckte die Arme nach Minerva aus.
Innerhalb einer Sekunde hielt sie Minerva in den Armen, eine lachte, eine weinte, vielleicht taten beide beides.
„Du musst verrückt sein, dich hierher zu schleichen", flüsterte Minerva zwischen ihren Küssen und umfasste Septimas Gesicht liebevoll.
„Es ist so gefährlich!"
„Ich musste dich einfach sehen, ich habe dich so sehr vermisst. Ich habe es nicht mehr ausgehalten ohne dich! Und wenn ich dafür das Schicksal herausfordern muss, dann muss es eben sein!"
„Das Schicksal ist uns etwas schuldig", erwiderte Minerva atemlos und warf ihre Vorsicht endgültig über Bord. „Eine Nacht kann es uns ruhig gönnen."
Minerva schmiegte sich enger in Septimas Umarmung und ließ sich wieder von ihr küssen.
Es war mehr als nur merkwürdig, ihre Freundin in der Gestalt ihres Feindes zu sehen und sich so auch von ihr küssen zu lassen, dennoch reagierte ihr Körper in der gewohnten Weise auf Septimas Küsse. Sie spürte, wie ihre Brustwarzen hart wurden und sich eine gewisse Feuchtigkeit zwischen ihren Beinen sammelte.
„An diesen neuen Körper von dir muss ich mich erst gewöhnen", bemerkte sie dann trocken. „Ich hoffe nur, du behältst ihn nicht zu lange."
„Ein Weilchen wirst du dich damit noch begnügen müssen", erwiderte Septima, strich sich das dunkle Haar aus der Stirn und sah aus nachtschwarzen Augen auf Minerva herab. „Ich finde es gar nicht so schlecht, ein bisschen größer zu sein, aber es ergeben sich doch gewisse andere Probleme", raunte sie und zog Minerva enger an sich.
Minervas Augen weiteten sich, als sie die harte Beule an ihrer Hüfte spürte.
„Ich verstehe", hauchte sie. „Ich denke doch, dass wir gegen dieses Problem etwas ausrichten können."
„Wenn du lieber warten willst, bis ich wieder ich bin, kann ich das verstehen", erwiderte Septima ein wenig unbehaglich.
„Zum Teufel damit, ich habe so lange auf dich warten müssen! Falscher Körper hin oder her, ich will dich! Ich brauche dich. Jetzt!"
Minerva ließ sich auf ihr Bett sinken und zog Septima einfach mit sich. Sie tastete nach dem Zauberstab, doch Septima war schneller. Sie schnippte einmal kurz mit ihrem Zauberstab und saß nackt neben Minerva, während sich Snapes Roben ordentlich gefaltet auf dem Stuhl befanden.
Minerva sah sie anerkennend an:
„Du hast geübt?"
„Mangels besserer Ideen, ja. Aber gerade jetzt habe ich eine viel bessere Idee", raunte Septima.
Minerva sah auf die steinharte Erektion und nickte. Sie schloss die Augen und genoss das verführerische Timbre in Snapes Stimme, das Septima einsetzte, als hätte sie es extra geübt. Sie spürte wie sich Septimas Hände einen Weg unter ihr Nachthemd bahnten, störenden Stoff beiseite schoben, ihren Körper auf vertraute Weise erkundeten. Binnen kurzem lag sie nackt vor Septima, die sie mit einem bewundernden Blick betrachtete.
„Ich hatte vergessen, wie schön du bist!", sagte sie leise und strich mit den Händen sanft über Minervas Bauch und Brüste, bevor sie ihren Mund darauf senkte und nacheinander die empfindlichen Spitzen in ihren Mund nahm. Minerva schauderte wohlig und reckte sich ihrem Mund entgegen.
„Ich will dich, Minerva", flüsterte sie dann, „jetzt und immer."
Septima ließ ihre Hand zwischen Minervas Beine gleiten und streichelte sie sanft, verteilte zärtlich die Feuchtigkeit, die sie dort fand.
„Oh ja, ja, bitte!", flehte Minerva und drängte sich Septimas kundigen Fingern entgegen. Septima legte sich zwischen Minervas geöffnete Beine und rieb sich sanft an ihr.
„Darf ich?", fragte sie leise. Minerva nickte nur, kaum fähig, noch ein verständliches Wort zu sprechen.
Langsam und vorsichtig drang Septima in Minerva ein und schnappte hörbar nach Luft, als sie die warme feuchte Enge um sich spürte.
„Ich hatte ja keine Ahnung, wie gut sich das anfühlt!", keuchte sie. Probehalber bewegte sie sich sanft in Minerva. Diese zog zischend die Luft ein.
„Hab ich dir wehgetan?", fragte Septima besorgt.
Minerva schüttelte vehement den Kopf.
„Wenn ich dir wehtue, dann sag es mir bitte", bat sie. „Ich muss mich erst daran gewöhnen, dass dieser Körper so anders ist."
Minerva lächelte.
„Bislang machst du das überraschend gut", versicherte sie und drängte sich Septima entgegen. „Mach weiter!"
Septima begann zunächst mit sanften gleichmäßigen Stößen, um sich einzufühlen, steigerte sich aber dann bald in Tempo und Intensität. Minerva schlang ihre Beine um ihre Hüften, presste sich enger an sie und versuchte, ihren Bewegungen entgegenzukommen, um sie noch tiefer in sich zu spüren.
Als Septima sich in ihrem geborgten Körper sicherer fühlte, legte sie an Tempo vor, ihre Stöße wurden tiefer und heftiger und unaufhaltsam trieb sie sie beide dem Höhepunkt entgegen.
Als sie merkte, dass Minerva kurz davor war, zu kommen, glitt sie mit der Hand zwischen ihre beiden Körper, um Minervas Klitoris sanft zu streicheln. Sie wollte spüren, wie Minerva um sie herum kam und biss die Zähne zusammen, um ihren eigenen Höhepunkt herauszuzögern.
Endlich war Minerva so weit und sie bäumte sich unter ihr auf als sie kam. Ihr Orgasmus stieß nun auch Septima von der Klippe und sie ergoss sich unter ekstatischen Zuckungen in ihr. Keuchend ließ sie ihren Kopf auf Minervas Schulter sinken, dann rollte sie sich vorsichtig von ihr herunter und zog sie eng an sich.
Eng umschlungen lagen sie nebeneinander und versuchten, wieder zu Atem zu kommen. Septima streichelte sanft Minervas Brüste und fühlte, wie sie wohlig erschauerte.
„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal mit Snape schlafen würde", frotzelte Minerva dann.
„Tja, das hätte ich auch niemals erwartet", gab Septima zu. „Ich hatte eher erwartet, von dir ins nächste Jahrtausend gehext zu werden, sollte ich auch nur einen entsprechenden Vorschlag machen."
„Es mag ja sein Körper sein, aber du steckst da drinnen", gab Minerva zu bedenken.
„Das heißt, du hättest dich auch in mich verliebt, wenn ich ein Kerl gewesen wäre?"
„Womöglich", gab Minerva sanft zurück und glitt mit der Hand über Septimas Körper. „Obwohl ich deinen eigenen Körper wirklich vermisse", bekannte sie. „Snape ist irgendwie zu knochig und mager, du bist weicher. Und schöner!"
Minervas Hand glitt tiefer und sie sah erstaunt auf Septima.
„Du bist ja noch immer – hart", stellte sie fest und verpasste Septima einen Blick, der selbst quatschnasses Holz in Brand gesetzt hätte.
„Wenn ich es nicht schon wäre, hätte dieser Blick dafür gesorgt", gab Septima mit einem leisen Knurren zurück. „Kannst du etwas mit diesem Ding anfangen?"
„Ich denke schon", erwiderte Minerva mutwillig und richtete sich auf.
Langsam ließ sie sich ihren Körper entlang gleiten, über sie, auf sie, spreizte die Schenkel und ließ sich langsam, genüsslich, auf Septima nieder, die ihr gespannt dabei zusah.
Mit vorerst noch leichten Bewegungen ließ sie ihre Hüften kreisen. Sie beugte sich zu ihr herab, um sie erneut zu küssen, ohne einmal mit ihrem Tanz aufzuhören. Dann richtete Minerva sich wieder auf, während Septimas Hände sanft und leidenschaftlich zugleich über ihren Hals und ihre Brüste glitten, ihre Taille umspannten, um dann dem sanften Schwung ihrer Hüfte zu folgen. Endlich legte sie ihre Hände um ihren Po, um ihren Rhythmus zu unterstützen. Septima beobachtete Minerva aufmerksam, ihr erhitztes Gesicht, ihr sanftes Lächeln, ihre Brüste, die im Rhythmus ihrer Bewegungen bebten und genoss die Gefühle, die Minerva in ihr auslöste.
Schließlich presste Minerva ihr die Beine heftiger in Flanken und steigerte ihr Tempo, bis sie den Gipfel erreichte und erschöpft auf sie sank. Und wieder war es Minervas Höhepunkt, der Septima ihr folgen ließ.
Diesmal war es Minerva, die ihren Kopf an Septimas Schulter legte und sich eng in ihre Umarmung schmiegte. Sie spürte Septimas Herzschlag unter ihrer Hand und wisperte:
„Ich kann spüren, wie dein Herz schlägt."
„Es schlägt nur für dich", erwiderte Septima zärtlich und hauchte einen Kuss auf Minervas Haar.
Ihr Körper erzitterte plötzlich, Minerva richtete sich auf.
„Septima?"
„Ich denke mal, der Vielsafttrank lässt allmählich nach", gab sie grimmig zurück und schloss die Augen.
Fasziniert beobachtete Minerva, wie sich Snape langsam in Septima zurückverwandelte und sie endlich den vertrauten Körper ihrer Geliebten neben sich liegen hatte.
Sanft nahm sie Septima wieder in die Arme.
„Hallo zurück", begrüßte sie sie liebevoll. „Nicht, dass ich gegen deine Performance vorhin etwas einzuwenden hätte, aber es ist schön, dass ich dich in deiner gewohnten Gestalt wieder habe", sagte sie und küsste Septima zärtlich.
Septima rollte sich entspannt auf den Rücken und zog Minerva auf sich, um sie wirklich zu spüren.
„Das habe ich am meisten vermisst", sagte sie. „Dich einfach nur zu halten und deine Nähe zu spüren, bei dir zu sein. Ich habe nachts von dir geträumt und war immer furchtbar enttäuscht, wenn ich dann alleine aufgewacht bin und du nicht da warst."
„Ich weiß, was du meinst. Ich habe auch oft von dir geträumt."
„Schöne Träume?"
„Sehr schöne Träume. Ausgesprochen schöne Träume. Höchst erotisch."
„Magst du mir davon erzählen?", flüsterte Septima.
„Damit du mich das nächste Mal danach fragen kannst, um sicherzugehen, dass ich es bin?"
„Zum Beispiel. Oder damit ich etwas habe, woran ich denken kann, wenn ich wieder allein in den Highlands herum sitze und dich vermisse."
Sie streichelte liebevoll Minervas Rücken, während sie ihr ihre erotischen Träume ins Ohr wisperte.
„Aber den letzten mag ich dir nicht erzählen", beendete sie dann ihren Monolog.
„Warum nicht? Warst du ein so ungezogenes Ding, dass du es nicht erzählen kannst?", fragte Septima und lächelte.
„Das nicht. Aber wenn du dich dazu wieder in der Lage fühlst, würde ich es dir lieber zeigen."
„Einem solchen Angebot kann ich unmöglich widerstehen", schmunzelte Septima. „Ich bin ganz dein."
Minerva lächelte hintergründig und machte sich daran, Septima in allen Einzelheiten zu zeigen, was sie geträumt hatte.
Nachher lagen sie eng umschlungen beieinander, aus Septimas Augen rannen Tränen und sie barg ihren Kopf an Minervas Brust. Minerva drückte sie wortlos an sich und streichelte sanft ihren Rücken. Dann trocknete sie ihre Tränen und küsste sie unendlich zärtlich auf den Mund.
„Möchtet du mir nicht sagen, warum du jetzt weinst?", fragte sie ruhig.
Septima lachte zitternd unter Tränen.
„Ich weiß, ich bin albern, aber… Das war so unglaublich viel. So – so intensiv. Ich glaube, ich bin noch nie so hart gekommen. Nein, noch nie."
"Dann war es höchste Zeit dafür", lächelte Minerva und drückte einen Kuss auf Septimas Haar.
"Absolut!", versicherte Septima fest und sah Minerva an. „Ich bin auch einer Wiederholung nicht abgeneigt. Ich wusste gar nicht, dass du solche Träume hast! Aber ich glaube, jetzt bist du erst mal an der Reihe." Noch während sie sprach ließ sie ihre Hände über Minervas Körper gleiten.
"Viel Mühe wirst du sowieso nicht mit mir haben", ächzte Minerva, während Septimas Hand zielsicher zwischen ihren Schenkeln verschwand.
Minerva wand sich unter ihren geschickten Fingern und kurz darauf fühlte Septima, wie sie sich rhythmisch um ihre Finger zusammenzog, als auch sie von ihrem Orgasmus durchbrandet wurde.
Dann lagen sie umschlungen nebeneinander und sahen sich in die Augen.
„Ich wusste gar nicht, dass du eine solche sadistische Ader an dir hast", bemerkte Septima.
"Wer, ich? Ich und sadistisch?"
"Nun, mich ewig an der Schwelle zum Orgasmus zu halten und mich nicht kommen zu lassen, das war pure Folter. Auch wenn ich nicht abstreiten will, dass es sich gelohnt hat", räumte sie ein. „Aber ich hätte mir nicht träumen lassen, dass du auch soviel Genuss daraus ziehst. Ich hätte eher vermutet, dass es für dich eher unbefriedigend sein würde."
"Du hast ja keine Ahnung, wie erregend es für mich war, dir zuzusehen. Und zu wissen, dass ich es bin, der all das bei dir auslöst", sagte Minerva. „Du hast ja selbst gemerkt, dass ich durchaus etwas davon hatte. Außerdem ist es nicht schlecht, wenn du mir so ausgeliefert bist", gab sie zu. „Ich hätte nicht gedacht, dass es mich so antörnen würde, dass du mir vollkommen ausgeliefert bist. Und du bist ganz schön laut gekommen."
"Schlimm?", fragte Septima halb kokett, halb ängstlich.
„Mich hat es angemacht. Ich denke aber, es war gut, dass ich vorher einen Muffliato um den Raum verhängt habe", schmunzelte Minerva. „Dich hätte man sonst sicher bis in die Kerker gehört."'
„Hätte Severus vielleicht auf den Plan gerufen", murmelte Septima. „Da hätte er durchaus etwas lernen können."
Sie kuschelte sich schläfrig an Minerva, die ihr sanft über die Haare strich
und schlief endlich ein, eingehüllt in ihre liebevolle Wärme.
Minerva hatte in dieser Nacht nicht geschlafen, sondern versucht, sich jede kleine Einzelheit für immer einzuprägen.
Sie hatte Septima sorgfältig zugedeckt, während sie in ihren Armen fest schlief. Der Morgen war herangenaht, die Dämmerung tauchte das Zimmer in ein fahles Zwielicht. Sie fürchtete den Moment, da Septima erwachte, weil sich der Abschied damit in unaufhaltsame Nähe rückte.
Schließlich regte sie sich aber doch in ihren Armen und schlug die Augen auf. Träge drehte sie ihr Gesicht in ihre Richtung und lächelte sie an.
„Guten Morgen", murmelte sie und hauchte einen Kuss auf ihre Lippen. Minerva schenkte ihr ein bittersüßes Lächeln und erwiderte den Kuss.
„Wie spät ist es?", fragte Septima verschlafen.
„Es wird gleich hell", antwortete Minerva traurig. „Du musst gehen, damit dich niemand sieht."
„Es war die Nachtigall und nicht die Lerche", murmelte Septima und zog Minerva enger an sich.
„Wie auch immer. Du solltest verschwinden, bevor die anderen Wachwerden."
„Gleich." Sie näherte sich wieder Minervas Mund und erstickte ihren aufkeimenden Protest mit einem innigen Kuss. „Ich will dich noch einmal lieben, bevor ich gehen muss."
Anstelle einer Antwort schlang sie ihre Arme fester um sie und presste sich an sie.
Schließlich stand Septima vor ihr, in Snapes Roben gehüllt, in der sie kleiner und verletzlicher wirkte als jemals zuvor. Minerva küsste sie ein letztes Mal hart und verzweifelt auf den Mund. Septima lächelte schief, nahm die kleine Phiole mit dem Vielsafttrank aus ihrer Tasche, setzte sie an die Lippen und kippte sie mit einer Handbewegung in sich hinein.
Minerva beobachtete, wie ihre Gestalt länger und dünner wurde, das lange silberne Haar in ihren Schädel zurück zuwachsen schien und sich schwarz färbte. Binnen kurzen stand Severus Snape vor ihr.
„Mach das Fenster auf", sagte Septima-Severus und drückte sie noch einmal fest an sich.
Minerva öffnete das Fenster und die beiden tauschten einen letzten intensiven Blick. Dann verwandelte Septima sich in einen Falken, schwang sich auf die Fensterbank, breitete die Schwingen aus und verschwand gen Himmel.
Minerva schloss das Fenster und sah ihr nach, bis sie nur noch einen winzigen Punkt am Himmel ausmachen konnte.
Dann ging sie fröstelnd wieder in ihr Bett, kuschelte sich unter die Decke und schmiegte das Gesicht in die Kissen, an denen noch Septimas Duft haftete.
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„Sagen Sie, Minerva, seit wann haben Sie einen Falken, der Ihre Post befördert?", fragte Severus beiläufig, als sie sich am zweiten Weihnachtstag in der Bibliothek begegneten.
„Ich? Einen Falken? Hab ich nicht!", entgegnete Minerva bestimmt, während sich ihre Eingeweide zu einem kalten harten Knoten verkrampften und sie darum rang, ihre Fassung zu bewahren.
„Wie kommen Sie denn darauf?", erkundigte sie sich dann mit erzwungener Nonchalance.
„Als ich heute früh ins Schloss zurückkehrte, hätte ich schwören können, dass sich ein Falke von ihrem Fenster aus auf den Weg gemacht hat."
„Vielleicht hat er sich dort nur ausgeruht", schlug Minerva vor, „oder er hatte sich verflogen, wer weiß das schon. Wann soll das denn gewesen sein?"
„Heute früh, kurz vor Sonnenaufgang. Haben Sie denn nichts gesehen?"
„Da war ich noch im Bett und habe geschlafen", erwiderte sie und vermied es, unruhig zu zappeln, während sie seinem prüfenden Blick standhielt.
„Vielleicht habe ich auch die Fenster verwechselt", meinte Snape obenhin und durchbohrte sie mit seinen dunklen Augen.
„Möglicherweise", erwiderte Minerva unbestimmt und sah ihm nach, als er sich nach einem kurzen Nicken entfernte.
Langsam ließ sie sich auf einen nahen Stuhl sinken, da ihre zitternden Beine sie nicht mehr trugen. Sie lehnte den Kopf zurück und atmete langsam ein und aus, um ihr inneres Beben unter Kontrolle zu bekommen.
In Gedanken verfluchte sie ihre Sorglosigkeit der vergangenen Nacht, sie hätte Septima gleich wieder fortschicken sollen – oder zumindest, bevor es hell wurde. Sie war leichtsinnig gewesen, sträflich leichtsinnig, und sie hoffte, dass das Schicksal ihr dieses eine Mal gewogen sein mochte.
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In den nächsten Wochen hatte sie allen Grund, das Schicksal um Güte anzuflehen.
Nach dem Ende der Ferien erschienen einige Schüler weniger, unter den vermissten Schülern war auch Luna Lovegood.
Gerüchten zufolge – niemand traute sich, es offen auszusprechen – hatten Todesser sie auf dem Weg nach Hause aus dem Hogwarts-Express entführt und die nächste Ausgabe des Klitterers entsprach beinahe genau dem Tagespropheten.
„Anscheinend sind die Gerüchte um Miss Lovegood war", bemerkte Minerva leise zu Poppy und faltete den Klitterer zusammen. „Xenophilius schreibt inzwischen den gleichen Mist wie der Tagesprophet und hetzt gegen Harry Potter. Ich vermute, man setzt seine Tochter als Druckmittel ein, um ihn dazu zu zwingen, der Linie des Ministeriums zu folgen. Oder vielmehr der von Du-weißt-schon-wem."
„Seit wann sprichst du den Namen den nicht mehr aus. Sonst hast du ihn doch auch Vol-"
„Sprich es nicht aus!"; fiel Minerva ihr scharf ins Wort. „So, wie ich gehört habe, ist sein Name inzwischen mit einem Tabu belegt worden, um die Mitglieder des Widerstands finden zu können. Sag seinen Namen und du hast sofort einen Schwung Todesser an den Fersen. Seinen Namen auszusprechen, bricht sämtliche Schutzzauber."
Poppy erbleichte.
„Woher...", begann sie.
„Ich habe meine Quellen", sagte Minerva ruhiger als sie sich fühlte und erhob sich, um den Klitterer ins Feuer zu werfen.
Sie traute sich noch immer nicht, Poppy zu sagen, was sie alles wusste, und woher, obwohl sie sich relativ sicher war, dass sie ihr vertrauen konnte. Dennoch brachte sie es nicht über sich, ihr zu sagen, dass auch sie den illegalen Radiosender Potterwatch hörte, wann immer sich die Möglichkeit dazu bot. Irgendwie gab es ihr das Gefühl, nicht allein zu sein in ihrem immerwährenden Kampf gegen das Dunkle, wenn sie die Stimmen ihrer Vertrauten hörte.
'Aber genau das macht Voldemorts Macht aus', dachte sie, 'dass sich niemand mehr traut, offen mit jemandem zu sprechen. Man lebt immer in der Angst, sein Gegenüber könnte zu ihnen gehören und einen anschwärzen. Oder man fürchtet, seinen Gegenüber in Gefahr zu bringen. Einerlei, wenn wir nicht zusammenhalten, wird er uns letztlich durch unsere eigene Angst besiegen.'
Laut sagte sie: „Ich habe gehört, dass Kingsley Shacklebolt auf der Flucht ist und sich versteckt."
„Kingsley? Der Auror? Auf der Flucht? Er muss etwas wissen, das ihnen schaden könnte. Ich hoffe nur, sie bekommen ihn nicht zu fassen! Er ist immer so freundlich, so ein guter Mann!"
„Ich hoffe es auch, Poppy, ich hoffe es auch."
