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In Kapitel 1: Hermione ist nach einem Streit mit ihren Eltern vorübergehend in den Fuchsbau gezogen und schloss mit Ginny eine Wette ab, um ihrem letzten Schuljahr ein wenig Pep zu geben: Wer zuerst Severus Snape verführt, gewinnt.


Kapitel 2 - Zaubertränke: Klappe, die erste

Die letzten Ferienwochen vergingen wie im Flug und schon stand der Tag der Abreise nach Hogwarts bevor.
„Jetzt wird es interessant!", versprach Ginny der missmutig dreinblickenden Hermione.
„Na toll, ich freu mich schon!", antwortete diese sarkastisch, musste jedoch grinsen, wenn sie daran dachte, was ihr dieses Jahr bevorstand. Ihr siebtes und letztes Jahr in Hogwarts würde sie mit dem Versuch zubringen, den griesgrämigsten, miesepetrigsten, hässlichsten Lehrer der Schule zu verführen. ‚Wahnsinn! Dass Du Dich auf so etwas eingelassen hast! Du spinnst doch, Hermione!'
„Jetzt sag bloß, Du bereust irgendetwas?", fragte Ginny scheinheilig.
„Bereuen nicht direkt, aber ich frage mich durchaus, was ich da getan habe. Aber vergiss es, ich werde nicht aufgeben!", kam es kampflustig zurück.
„Genau das wollte ich hören!"

„Kinder! Harry, Hermione, Ginny, Ron, ihr solltet packen, ich will wirklich nicht, dass ihr morgen den Zug verpasst!", rief Mrs Weasley in diesem Moment nach oben.
Hermione seufzte und stand auf, um ins Zimmer gegenüber zu verschwinden, in dem ihr Gepäck gelagert war. Langsam begann sie, sämtliche Sachen, die sie in den letzten Wochen ausgepackt hatte, kreuz und quer in ihren Koffer zu werfen.

„Hermione, Du hast ja eine interessante Packtechnik. Genauso sieht es drüben bei Ginny aus, und das hat bei Dir etwas zu heißen!" Harry war hereingekommen und hatte amüsiert die Stirn in Falten gelegt.
Hermione sah sich um. Tatsächlich glich das Zimmer einem Schweinestall: Kleider und Umhänge lagen überall verteilt herum, dazwischen ein Kessel, Pergamentrollen und verschiedene Federn.
„Ich muss mich beeilen, ich habe noch etwas zu erledigen, wenn ich fertig bin", sagte sie zerstreut. Ja, sie hatte noch etwas zu erledigen: Sie musste nachdenken. Nachdenken über die Wette und wie sie sie gewinnen wollte. Wollte sie das überhaupt?
„Mist", fluchte sie. „Meine andere Feder liegt drüben bei Ginny."
„Mione, warum hab ihr eure Sachen eigentlich in zwei verschiedenen Zimmer, schlaft aber zusammen in einem?", fragte Harry, während er die Hexe noch immer aufmerksam beobachtete.
„Tja, Harry, wir sind weibliche Geschöpfe, und wenn wir mit all unseren Sachen in einem Raum schlafen würden, müssten wir das in unseren Kesseln tun, weil sonst alles belegt wäre", lächelte Hermione. „Und jetzt gehe ich zu Ginny und hole meine Feder", schloss sie und musste über das verwirrte Gesicht des Freundes schmunzeln.

Harry hatte Recht, bei Ginny sah es nicht weniger chaotisch aus als bei ihr selbst.
„Suchst Du Deine Feder?"
Hermione nickte, und Ginny reichte sie ihr.
„War Harry schon bei Dir?", wollte die Rothaarige wissen.
„Ja, bei Dir auch, wie er erzählt hat."
„Bestärkt Dich das in Deinem Entschluss, unsere Wette zu gewinnen?", fragte Ginny und zog kokett eine Augenbraue nach oben. „Ich brauche schließlich eine angemessene Gegnerin, sonst ist das ja glatt langweilig!"
„An dem Objekt unserer Pseudo-Begierde könntest Du Dir auch ohne mich die Zähne mehr als ausbeißen, aber ich werde gegen Dich kämpfen und unsere schöne kleine Wette gewinnen!"
Ginny strahlte. „Hermione wie wir sie kennen und lieben. Ehrgeizig, gewissenhaft und absolut unberechenbar!"

~x~


Am nächsten Morgen waren sie früh in London und schlenderten noch ein wenig an den Shops und Kneipen vorbei, machten sich über komisch aussehende Muggel lustig und trafen sich an der Barriere zwischen Gleis neun und zehn mit Mr und Mrs Granger. Die Verabschiedung an Gleis 9 ¾ fiel in diesem Jahr besonders ausgiebig aus, da sie durch die frühzeitige Abreise von zu Hause ungewöhnlich viel Zeit hatten. Die Grangers drückten ihre Tochter und schüttelten Harry, Ron und Ginny lächelnd die Hände, wobei in Mrs Grangers Augen ein paar freudig-wehmütige Tränen glitzerten. Dampf stieg von dem Zug auf und ein lautes Pfeifen ertönte; Hermione stieg als Letzte in den Hogwarts Express, da sie noch lange bei ihrer Mutter gestanden hatte, die Arme um sie geschlungen, und von ihren Ferien erzählt hatte.

„Mione, Harry, Ginny, wir müssen uns umziehen, wir sind fast da", verkündete Ron einige Stunden später strahlend.
Tatsächlich waren sie keine zehn Minuten mehr von Hogsmeade entfernt; sie schlüpften in ihre Umhänge und holten ihre Koffer von den Gepäckablagen herunter. Als der Zug im Bahnhof einfuhr, ging das Gedränge auf den Gängen los.
„Wir bleiben noch sitzen und warten, bis der Großteil draußen ist, ich hab keine Lust, mich da durchzudrücken", schlug Ginny vor und die Anderen murmelten ihre Zustimmung.
Es waren schon fast alle ausgestiegen als Harry, Hermione, Ginny und Ron ihr Abteil verließen.
Draußen hörten sie den vertrauten Ruf: „Erstklässler hier rüber, hierher! Erstklässler zu mir!"
Ein strahlendes Grinsen breitete sich auf Hagrids Gesicht aus, als er die Freunde sah.
„Hey, na, ihr vier? Noch schöne Ferien gehabt? Erstklässler hierher!"
„Ja, und wie!", antwortete Ginny, natürlich nicht ohne Hermione anzugrinsen. „Sie waren sehr entspannend und vielversprechend."
Harry runzelte die Stirn. ‚Sie ist zu weit gegangen, er weiß, dass wir etwas aushecken', machte sich Hermione still Sorgen, doch der Dunkelhaarige fragte nur zwinkernd: „Was soll das denn heißen? Das hört sich ja an als hättet ihr andere Ferien gehabt als ich."
„Im Vergleich zu unserem letzten Schuljahr waren die Ferien durchaus entspannend, meinst Du nicht?", lachte Hermione und versuchte betont lässig zu klingen.
Harry sah sie verstehend an. „Ach so, das meinst Du. Ja, doch, da hast Du recht."
Die Mädchen atmeten erleichtert auf.
„Gut, gehen wir dann?", fragte Ron in die Runde.
„Bis nachher!", mischte sich Hagrid ein. Sie nickten und winkten ihm, als er mit den Erstklässlern den Weg zum See hinunterging.
„Ja, gehen wir. Dort ist noch eine freie Kutsche."

Oben im Schloss angekommen, in der Großen Halle, begegneten Hermione und Ginny zum ersten Mal in diesem Schuljahr dem Objekt ihrer „Begierde".

Severus Snape.

Er saß am Lehrertisch und schaute verstohlen zum Gryffindortisch.
Ginny konnte nicht anders und schenkte ihm ein diabolisches Lächeln, als er in ihre Richtung blickte.
Hermione folgte ihrem Beispiel und sie bemerkten zu ihrem Vergnügen, dass Snapes Gesichtsfarbe von weiß auf leicht rosé gewechselt hatte und er sich schnell Professor Dumbledore zuwandte.
„Siehst Du, das fängt ja schon mal gut an!", kommentierte Ginny Snapes Verhalten schmunzelnd.
„Wenn das alles so einfach wäre", gab Hermione zu bedenken, doch schon bald wurden sie von den Gedanken an die Wette abgelenkt, denn Professor McGonagall, den Sprechenden Hut und den dreibeinigen Stuhl in den Händen, war in der Tür erschienen. Hinter ihr waren die neuen, vor Aufregung zitternden Erstklässler versammelt, die gerade über den See gefahren waren. Ihr Zittern, als sie zwischen den Haustischen hindurch liefen, war förmlich zu spüren und elektrisierte die ganze Halle. Ein Stoß in die Rippen von Ginny riss Hermione aus ihren Gedanken an den Moment, an dem sie selbst den Sprechenden Hut auf den Kopf gesetzt bekommen hatte. Die Rothaarige nickte zum Lehrertisch und sah Hermione dann herausfordernd an.
Snapes Augen verengten sich, als er den erneuten Anlauf der beiden Schülerinnen bemerkte, ihn in Verlegenheit zu bringen.
„Ich glaube, er versucht gerade, uns mit Blicken zu töten", murmelte Hermione.
Die Jüngere nickte. „Wenn er uns loswerden will, muss er sich aber etwas Besseres einfallen lassen."

Nachdem die Neuzugänge ihren Häusern zugeteilt worden waren, erhob sich Dumbledore feierlich.
„Willkommen zu einem neuen Jahr in Hogwarts! Besonders unsere Erstklässler möchte ich herzlich begrüßen. Desweiteren gilt wie immer das Verbot für sämtliche Scherzartikel des Ladens Weasleys Zauberhafte Zauberscherze, und der Verbotene Wald, hört her, liebe Erstklässler, ist für alle Schüler tabu! Und nun - lassen wir das Festmahl beginnen!"
Die herrlichsten Speisen und Getränke erschienen auf den Tischen und alle schlugen zu, als hätten sie die ganzen Sommerferien über gehungert.

~x~


Der Dienstagmorgen begann für Ginny mit Verwandlung, während Hermione sich auf den Weg zu einer Doppelstunde Zauberkunst machte. Ginny würde danach Zaubertränke haben, Hermione eine Doppelstunde nach der Mittagspause.

„Zieh das an!", sagte Hermione bestimmt, zog ein Oberteil aus der großen Auswahl und reichte es ihrer Freundin. „Das sieht total gut aus!"
„Okay, Beautyberaterin!", grinste Ginny. Sie schlüpfte in das blaue Top, das die Andere ihr hinhielt und das tiefe Einblicke gewährte, und schaute in den Spiegel. Ja, in der Tat, das passte zu ihrer dunklen Jeans. Den Umhang würde sie halb aufgeknöpft lassen, damit man auch etwas davon sehen könnte, denn sie hatte ja die Ausrede, dass es so warm sei. Schließlich war es noch Sommer, der glücklicherweise im Traum nicht daran zu denken schien, schon dem unweigerlich folgenden stürmischen Herbst zu weichen.
„Und Du, was ziehst Du an?"
„Ich denke, mein Sommerkleid wäre gut. Das hier", sagte Hermione und zog ein modernes, knielanges Kleid aus dem Schrank.
„Wow!", entfuhr es Ginny. „Dass Du mal so etwas anziehst, hätte ich nicht gedacht. Wo hast Du das her?"
„In den Ferien in einem Muggelladen gekauft, bevor ich zu euch gekommen bin."
„Dann mal auf in den Kampf!"
„In den aussichtslosen Kampf!", meinte Hermione, die Augen rollend.
„Sei nicht so negativ! Wir werden unserem Meister der Zaubertränke mal ordentlich einheizen!" Sie hob eine Hand, und Hermione schlug zögerlich ein.

~x~


„Miss Weasley, Sie sind nicht bei der Sache, was ist los mit Ihnen?", fragte Professor McGonagall in Verwandlung.
„Es tut mir sehr leid, Professor. Ich... ich habe heute einfach einen schlechten Tag. Und bin nicht ganz ausgeschlafen", meinte Ginny, gespielt ein Gähnen unterdrückend, in der Hoffnung, dass ihre Antwort überzeugend genug war.
Sie hatte Glück, McGonagalls Gesichtszüge verzogen sich zur Andeutung eines Lächelns.
„Nun gut, es waren schließlich gerade Ferien, und Sie sind offenbar nicht die Einzige, der das auf den Magen schlägt." Sie sah in weitere verschlafene Gesichter, ließ das Thema fallen und fuhr mit dem Unterricht fort.

Nach einer unendlich scheinenden Stunde Verwandlung ging Ginny die Treppen zu den Kerkern hinunter. Mit einem Blick auf die Uhr stellte sie fest, dass sie noch ein paar Minuten Zeit hatte und suchte unterwegs noch eine Toilette auf, wo sie ihr Aussehen überprüfte.
Kurz darauf betrat sie das Klassenzimmer. Snape saß gerade am Pult und korrigierte anscheinend Hausaufgaben. So nah wie möglich am Pult verbeigehend ließ sie sich auf ihrem Platz nieder, packte ihre Sachen aus und beschied sich von nun an damit, Snape anzusehen und zu lächeln, wann immer er ihren Blick erwiderte.
Sie konnte geradezu aus seinen Augen ablesen, dass er sich widerwillig fragte, was sie damit bezweckte, und ihr gerne einen Fluch auf den Hals hetzen würde, um ihr penetrantes Starren zu unterbinden. Obwohl er sich alle Mühe zu geben schien, es zu ignorieren, ließ er sich davon noch mehrmals aus der Ruhe bringen, was die Klasse von ihm nicht gewöhnt war.

„Was ist heute mit Ihnen los, Professor? Sie wirken irgendwie... abgelenkt, haben Sie schlecht geschlafen?", platze die Rothaarige zu allem Überfluss mitten im Unterricht heraus, doch Snape reagierte gefasst. Einen solchen Kommentar schien er die ganze Zeit erwartet zu haben.
„Mein Privatleben, Miss Weasley, geht Sie alle überhaupt nichts an. Ich habe desweiteren nicht vor, Sie mit einem Seelenstriptease zu beglücken, und jetzt arbeiten Sie weiter. Alle!"
Gerade noch so konnte sich Ginny davon abhalten, ein „Sie haben ein Privatleben?" zurückzuschleudern, denn damit wäre sie sicher zu weit gegangen.
Sie war zwar etwas enttäuscht, keine bessere Antwort bekommen zu haben, musste sich jedoch eingestehen, dass sie von Glück reden konnte, dass er mit keiner weiteren Strafe gedroht hatte.

„Ach, und bevor ich es vergesse, für Ihren Kommentar von vorhin, Miss Weasley, ziehe ich Gryffindor noch fünf Hauspunkte ab!", grummelte er ein paar Minuten vor Ende der Stunde.
Ginny stöhnte und ermahnte sich selbst, sich nie wieder zu früh zu freuen, wenn in irgendeiner Weise Severus Snape involviert war.

~x~


Fertig angezogen, geschminkt und mit leicht erhöhten Schuhen (sie hatte den frühen Morgen damit verbracht, darin Laufen zu üben) machte sich Hermione nach dem Mittagessen auf den Weg in die Kerker, Harry und Ron weit hinter sich lassend. Auf halbem Weg bemerkte sie jedoch, dass sie ihr Buch vergessen hatte und hastete zurück in den Gryffindorturm, um es zu holen. Auf dem Rückweg, kurz vor dem Klassenzimmer für Zaubertränke, schellte die Glocke, und sie sah, dass alle schon drin waren.
So schnell es ihr in den Schuhen möglich war, rannte Hermione in den Raum. Dort stand Snape hinter seinem Pult und grinste sie hämisch an.

„Zu spät, Miss Granger!", sagte er genüsslich, und die Betonung der letzten beiden Worte gefiel Hermione überhaupt nicht. Er musterte sie genau, sein Blick schien sie trotz des gedimmten Lichts geradezu zu durchbohren. „Fünf Punkte Abzug für Gryffindor, und ich rate Ihnen, in Zukunft nicht mehr so viel Zeit mit Aufdonnern verbringen. Das könnte Ihnen sehr leicht Nachsitzen einbringen. Und... Schminke schadet der Haut, vor allem in Übermaßen."
Hermione kämpfte gegen die dunkle Röte, die ihr ins Gesicht zu steigen drohte, und atmete tief durch. Beherrscht hob sie die linke Hand und strich sich ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht, um dem Tränkemeister, von ihren Mitschülern ungesehen, einen verführerisch bösen Blick zuwerfen zu können. Dann setzte sie sich kommentarlos an ihren Tisch zu Harry und Ron, die beide fast vom Stuhl kippten.
„Mann, für wen hast Du Dich denn so schick gemacht?", flüsterte Harry perplex.
„Mund zu, Ron! Genug geglotzt!", sagte sie amüsiert, Harrys Frage gekonnt ignorierend.

Nachsitzen! Das ist es! Natürlich, ich brauche Nachsitzen!' Gerade war ihr aufgefallen, was Snape gesagt hatte. Noch einmal zu spät, und sie würde Nachsitzen müssen. Dann würde sie vielleicht noch mehr Punkte für Gryffindor verlieren, aber das müsste die Sache doch wert sein...
Sie packte ihre Sachen aus, legte sie auf den Tisch, und schon war sie eifrig dabei, im Unterricht mitzuarbeiten, um Harry keine Chance zu lassen, noch einmal mit ihr zu reden oder sie zu löchern.

„Professor? Ich bräuchte noch etwas Baumschlangenhaut, meine reicht nicht", meldete Hermione kurz nach Beginn der zweiten Hälfte der Stunde.
„Folgen Sie mir!", fauchte Snape.
Sie tat wie geheißen und folgte Snape in die kleine Abstellkammer, die bis obenhin voll war mit Zaubertrankzutaten. Schnell knöpfte Hermione unbemerkt ihren Umhang ein gutes Stück auf und erzielte die erwünschte Wirkung: Als Snape sich umdrehte, um ihr etwas Boshaftes entgegenzuschleudern, weiteten sich seine Augen zu Hermiones großem Vergnügen und er zeigte nach einem kurzen Moment wortlos auf ein Regal, in dem Baumschlangenhaut in kleinen Gefäßen stand, ehe er eilig zurück ins Klassenzimmer verschwand.
In der Abstellkammer musste sich seine Schülerin das Lachen verkneifen, als sie ihren Umhang wieder zuknöpfte. Ihr Kleid war also gut angekommen. ‚So einfach ist das also. Männer fallen ja wirklich auf alles rein.'

Mit einem gequälten Gesichtsausdruck, der von Kampf gegen das Lachen herrührte, verließ auch sie schließlich die Kammer und setzte sich wieder auf ihren Platz, von wo aus sie Snape im Auge behielt, wie er fledermausartig durch den Kerker strich und andere Schüler wegen angeblich schlechter Leistungen beschimpfte. Bei ihr kam er nicht vorbei, er wusste, dass er dort nichts auszusetzen haben würde. Zudem war sicher der Eindruck, den ihr Kleid hinterlassen hatte, ein wesentlicher Grund, warum er sich so penibel von ihr fernhielt. Hermione seufzte zufrieden.

~x~


„Und, wie ist es gelaufen?", fragte Ginny Hermione am Abend ungeduldig.
Sie saßen gemeinsam auf Hermiones Bett und unterhielten sich sehr leise, was eigentlich völlig überflüssig war, denn Hermione hatte als Schulsprecherin in diesem Jahr einen eigenen Schlafsaal bekommen, aber sicher war nun einmal sicher.
„Na ja, gut. Snape hat mich am Anfang der Stunde ziemlich fertiggemacht und uns fünf Punkte abgezogen, weil ich zu spät war, Du kennst ja die hämischen Bemerkungen und das dumme Grinsen–"
„Zur Genüge!"
„–aber später in der Abstellkammer hat es ihm die Sprache verschlagen. Ich habe etwas Baumschlangenhaut verschwinden lassen und gesagt, ich bräuchte noch welche. Das Kleid hat Eindruck gemacht. Jedenfalls, Ginny, ich hätte nie gedacht, dass ich das jemals sage, aber: Ich bin froh, mich auf diese Wette eingelassen zu haben!"
„Na siehst Du, das stärkt Dein Selbstvertrauen, es macht unsagbaren Spaß und Du merkst nebenbei auch noch, wie blöd Männer eigentlich sind!"
„Wohl wahr!", lachte Hermione und hielt beide Daumen hoch. „Und wie war es bei Dir?"

Sie hatten in der Mittagspause keine Zeit gehabt, etwas zu besprechen, denn hätten sie es in der Großen Halle getan, hätte jeder mithören können, und der Gemeinschaftsraum war ebenfalls überfüllt gewesen.
„Zunächst einmal, wegen mir haben wir auch nochmal fünf Punkte verloren, aber er hat sich von meinem hübschen Top auch ganz schön rausbringen lassen. Sowas nenne ich eine wirklich gelungene Zaubertränkestunde!"

~x~