Und weiter geht's. :)

Vielen Dank, lumikas79, und schön, dass Du wieder dabei bist, SevMine! Ich kenne das, man vergisst mit der Zeit doch einiges - wenn Dir in diesem Kapitel nicht alles bekannt vorkommt, ist das aber durchaus der Überarbeitung geschuldet. O:) Ein kleinerkleiner Handlungsstrang, über den ich damals schon nachgedacht habe und dieses Mal nicht so recht widerstehen konnte. Ist nicht weiter wichtig, ich habe ihn aber noch als Anlass genommen für die ein oder andere lustige Situation im Verlauf der Geschichte. ;) Grüüüße!

Viel Spaß beim Lesen!


In Kapitel 2: Im Fuchsbau begann das große Packen und es ging zurück zur Schule – und damit zum allseits beliebten Meister der Zaubertränke. Hermione und Ginny hatten jeweils ihre ersten Stunden Zaubertränke und setzten zunächst auf anzügliche Kleidung.


Kapitel 3 - Nachsitzen

Hermione musste sich nicht anstrengen um zu erreichen, was sie wollte. Nein, es passierte von ganz allein.
Am Mittwochmorgen wachte sie geschockt auf – viel zu spät! Mit einem Blick auf ihren Wecker sprang sie aus dem Bett, zog sich die Sachen über, die sie sich am Abend zuvor bereitgelegt hatte, schnappte ihre Tasche und verschwand. Erst langsam, während des Rennens, kam die Erinnerung in ihr hoch.
Ginny hatte sie am Abend zuvor noch daran erinnert, dass sie die erste Stunde frei hatte, weil Professor Sprout für zwei Wochen im Ausland war, und deswegen hatte Hermione verschlafen. Normalerweise wurde sie von Ginny geweckt, die auf dem Weg nach unten bei ihrer besten Freundin im Schlafsaal vorbeischaute. Doch nun hatte sie vergessen ihren Wecker zu stellen und musste feststellen, dass die erste Stunde bereits angefangen hatte.
Als sie durch das Portrait der Fetten Dame aus dem Turm eilte, wurde ihr schlagartig klar, warum sie diese engen Sachen trug, und warum sie sich auf so Einiges gefasst machen musste: Sie hatte jetzt Zaubertränke. Diese Tatsache ließ sie umso schneller rennen, doch es half nichts. Als sie in den Kerkern ankam, war sie bereits eine viertel Stunde zu spät. Oh nein, das würde Ärger geben.

Und... Moment mal... Nachsitzen!' Sofort besserte sich ihre Laune ein wenig und sie verlangsamte ihre Schritte, doch als sie das Klassenzimmer betrat, wurde sie knallhart in die Realität geholt.
Miss Granger!", donnerte Snape und senkte dann sie Stimme, als er sie zu sich winkte. „Erinnern Sie sich daran, was ich gesagt habe, das passiert, wenn Sie noch einmal zu spät kommen?", zischte er.
Immerhin sah er davon ab, ihr vorm ganzen Kurs eine Szene zu machen. Eigentlich wollte sie sich entschuldigen und ihm erklären, dass sie verschlafen hatte, doch andere Worte entwichen ihr, ungewollt, ohne dass sie es hätte kontrollieren können.
„Immer diese zweideutige Ausdrucksweise, Professor", konterte sie kopfschüttelnd und in derselben bösen Stimmlage wie er. Wäre es nicht ein Zeichen von Schwäche gewesen, hätte sie jetzt die Hand vor den Mund geschlagen, doch sie tat es nicht. Und sie hatte auch gar keinen Grund dafür, denn Snape war tatsächlich sprachlos. Er brauchte jedoch nur wenige Sekunden um sich wieder zu fassen und verwies sie dann wortlos auf ihren Platz.
Sie folgte seinem Befehl und setzte sich zwischen Harry und Ron, die sie mal wieder anglotzten als sei sie eine Verrückte. Das war sie zwar nicht, aber sie fühlte sich so. Wie dumm musste man schon sein, sich mit Severus Snape anzulegen? Und vielleicht hatte sie sich jetzt auch noch die Chance vergeigt, nachsitzen zu dürfen. Nachsitzen zu „dürfen" – okay, vielleicht war sie doch verrückt.
Wenn sie sich nicht gerade meldete, um eine Frage richtig zu beantworten, beachtete Snape sie keine Sekunde, nur um am Ende der Stunde doch noch zu rufen: „Granger, hier geblieben!"
Hermione widersetzte sich ihm nicht, ging zu seinem Schreibtisch und zog fragend eine Augenbraue hoch.

„Das ist mein Part!", fauchte er.
„Was?", fragte sie vollkommen verständnislos.
„Das mit der- ach, vergessen Sie's! Und Sie werden mich wohl etwas respektvoller ansprechen, haben Sie verstanden?"
„Ich will es aber wissen, Sir!", beharrte sie. „Ach so, das mit der Augenbraue. Jetzt seien Sie aber mal nicht so kleinlich, Professor!"
Nun zog er eine Augenbraue hoch. Höher als Hermione.
„Bitte, warum haben Sie mich zurückgehalten, Sir?", lenkte sie schnell ab, bevor er einen Wutanfall bekommen würde.
„Sie werden heute Abend um halb neun hier erscheinen zum Nachsitzen! Und das ab jetzt jede Woche, so lange, bis Sie ihre Fähigkeit zurückerlangt haben, sich zu benehmen!"
‚Jeden Mittwochabend nachsitzen? Na toll!', dachte sie, musste aber dennoch grinsen.
„Mit Vergnügen, Professor!", kommentierte sie und verschwand aus dem Kerker, rannte die steilen Treppen hinauf und gönnte sich keine Pause, bis sie in der Großen Halle war, wo Ginny gerade beim Frühstück sein musste.

Tatsächlich, dort saß die Rothaarige, und um sie herum war niemand, da die anderen Schüler schon vor der ersten Stunde gefrühstückt hatten. Hermione rannte auf sie zu, umarmte sie und erzählte ihr im Schnelldurchlauf, was sie an diesem Tag schon alles erlebt hatte und dass sie Nachsitzen auf unbestimmte Zeit bei Snape bekommen hatte.
„Hey! Gratuliere!", sagte Ginny ehrlich und reckte beide Daumen. „Was hast Du jetzt?"
„Ähm... Verwandlung. Du?"
„Zaubereigeschichte."
„Dann warte ich kurz und wir laufen zusammen hoch", schlug die Ältere vor.
„Ist gut."

~x~


Obwohl Hermione nicht wusste, was sie am Abend erwarten würde, war sie den Tag über recht abgelenkt. Sie würde womöglich Flubberwürmern die Köpfe abhacken müssen, oder etwas noch Fieseres tun, aber das hielt sie nicht davon ab, in Verwandlung die Erste zu sein die es schaffte, ihr Buch in einen Hund und wieder zurück zu verwandeln, wofür sie die verlorenen zehn Hauspunkte wieder einholte. Sie überlegte gerade, was sie am Abend anziehen würde, als sie eine feuchte, kalte Schnauze an ihrer Hand spürte, woraufhin sie vor Schreck fast in Ohnmacht fiel. Schnell verwandelte sie das Tier wieder zurück und klappte das Buch nachdenklich zu.
Das Klingeln riss sie schließlich aus ihren Gedanken und sie strömte zusammen mit den anderen Siebtklässlern aus dem Saal und zum Mittagessen.

„Miss Granger, Miss Weasley, hätten Sie eine Minute?"
Hermiones Eingeweide zogen sich zusammen und sie spürte das Essen wieder hochkommen. Hatte Professor McGonagall bereits von ihren kleinen Eskapaden erfahren und wollte sie nun zur Rede stellen? Sie warf Ginny einen besorgten Blick zu und beide nickten lahm, ehe sie vom Gryffindortisch aufstanden und der Professorin in einen kleinen Raum neben dem Lehrertisch folgten.

„Hören Sie, ich habe ein Anliegen. Eine Frage", begann McGonagall und Hermione sah auf. Das klang nicht nach einer Standpauke. „Der sechste Jahrgang der Gryffindors wird ab nächster Woche durch eine Schülerin verstärkt, die von Beauxbatons nach Hogwarts wechselt, weil ihre Mutter eine Stelle im Ministerium in London angenommen hat. Der Schlafsaal der Sechstklässlerinnen ist voll, ich möchte sie weder komplett aufteilen noch Miss Larouche durch einen Einzelsaal die Möglichkeit verweigern, sich zu integrieren. Natürlich wäre es auch unfair, eine Sechstklässlerin aus der Gruppe zu reißen..."
Sie schien zu überlegen, wie sie fortfahren sollte, doch Ginny hatte bereits verstanden und ihr Gesicht hellte sich auf. „Ich könnte zu Hermione ziehen?"
McGonagall wiegte leicht den Kopf hin und her und nickte dann. „Wenn das in Ihrer beider Interesse liegt, könnten wir das sofort arrangieren, Sie können aber auch noch darüber nachdenken. Ich müsste nur bis spätestens Samstag eine Entscheidung erwarten können."
Ginny schaute von ihrer Lehrerin zu ihrer besten Freundin, die aussah als versuche sie mühevoll zu verhindern, triumphierend übers ganze Gesicht zu strahlen.
„Wenn Du einverstanden bist, hast Du ab sofort einen neuen Schlafsaal", sagte die Ältere dann betont lässig, und Ginny nickte.
„Ich werde alles Notwendige arrangieren und Sie können direkt mit Ihrem kleinen Umzug beginnen." Mit einem letzten durchdringenden Blick und einem leichten, fast verlegenen Lächeln nickte die Hauslehrerin und ließ ihre Schülerinnen stehen.

„Was war das denn?" Ginny formte die Worte nur mit dem Mund, aus Angst, Professor McGonagall könnte sie noch hören. Auch Hermione machte große Augen, trat näher an die Jüngere heran und flüsterte grinsend: „Also entweder sie weiß ganz genau, was wir vorhaben – oder sie denkt, wir wären ein Paar!"
Die Mädchen prusteten los und machten sich schließlich Arm in Arm auf den Weg in den Gryffindorturm, um mit Ginnys Zimmergenossinnen zu sprechen und ihre Habseligkeiten in Hermiones Schlafsaal schweben zu lassen.

~x~


Am Abend räumten die Freundinnen die letzten Sachen ein. Professor McGonagall hatte den Raum am Mittag bereits mit einem zweiten Bett (zwar stand es an der gegenüberliegenden Wand, doch Hermione hätte schwören können, dass beide Betten nun breiter waren als ihres zuvor) und einem zusätzlichen Schrank ausgestattet und den Schreibtisch erweitert. Hermione fand es nun viel gemütlicher als zuvor, als der Saal zu großen Teilen leergestanden hatte. Als sie fertig waren, widmeten sie sich wieder ihrer Wette und berieten über die Kleiderwahl. Die Jüngere würde erst am Tag darauf wieder Zaubertränke haben, doch auch sie legte sich ein Outfit zurecht.

„Wir müssen nochmal über die Situation im Gesamten sprechen", sagte Hermione zögernd.„Warum? Wie meinst Du das?"
„Wir müssen uns beide klarmachen, dass wir ein gemeinsames Ziel haben, und wer auch immer es schafft, hat eben Glück gehabt, und die Andere hat es eben nicht geschafft. Ach, wir hätten nicht um diesen Einsatz wetten sollen, das war eine ganz blöde Idee von mir..."
„Hermione, wir stecken da jetzt drin, und ich habe der Wette samt dem Wetteinsatz zugestimmt; dass die Siegerin mit Harry ausgehen und es mit ihm versuchen darf, ist doch keine, was weiß ich, Ehegarantie oder sowas. Was nach der Wette passiert, liegt nicht in unseren Händen. Das, was jetzt passiert, dagegen schon." Das breite Grinsen sah unter den kokett im Gesicht hängenden roten Strähnen beinahe obszön aus.

„Das war auch mein Gedanke... eine von uns muss es einfach schaffen, und deswegen sollten wir uns so viel wie möglich gegenseitig helfen, meinst Du nicht?"
„Ja klar, natürlich helfen wir uns! Oder willst Du es allein mit der Fledermaus aufnehmen? Ganz ehrlich: ich nicht!", lachte Ginny.
„Gut, dann wäre das geklärt", sagte Hermione erleichtert und warf sich auf ihr Bett. „Also, was ziehst Du morgen an?"
„Keine Ahnung. Das hier?" Ginny hielt ein weißes Pailletten-Top hoch, und Hermione nickte begeistert.
„Das passt genau zu Dir! Wie findest Du das hier für heute Abend?"
„Ach, Mione, ist das etwa alles?", fragte Ginny grinsend und wühlte in dem Klamottenhaufen vor ihr. „Das wäre schon treffender!", überlegte sie, mit einem rot-schwarzen Bandeau-Top in der Hand.
„Nein, ich will das langsam angehen. Nicht zu langsam natürlich, aber alleine schon wenn ich so frech wie im Moment weitermache, werde ich das ganze Schuljahr noch nachsitzen und habe dementsprechend noch mehr als genug Zeit."
„Na gut, wenn Du meinst. Das rosane sieht ja ganz süß aus. Aber dazu dann den weißen Rock, und es ist mir egal, dass man den unter der Robe nicht sieht, vielleicht ergibt sich ja die Gelegenheit, sie mal auszuziehen!", zwinkerte Ginny, den Einwand der Anderen im Keim erstickend.

~x~


Zwanzig nach acht machte sich Hermione mit einem letzten aufmunternden Blick von Ginny auf den Weg in die Kerker, zum Klassenzimmer für Zaubertränke. Sie trug das rosa Top, den knielangen weißen Rock und die schwarzen Ballerinas, die Ginny und sie ausgesucht hatten. Geschminkt war sie diesmal nicht.
An ihrem Ziel angekommen blieb sie stehen und atmete nochmal tief durch, dann trat sie ein.
Es wunderte sie nicht, dass Snape an seinem Schreibtisch saß und kein Zeichen von sich gab, dass er sie bemerkt hatte.

„Ich bin dahaaa!", flötete Hermione.
Unerwarteterweise bekam sie sogar Antwort. „Zur Abwechslung mal rechtzeitig gekommen."
Snape sah auf, direkt in ihre Augen. Sie ließ nicht zu, dass er bemerkte, welch ein Chaos das in ihrem Innern ausgelöst hatte, wenn sie bei diesem Blick an die Wette dachte, und setzte Okklumentik ein. Es war das erste Mal, dass sie es wirklich versuchte; sie hatte Vieles darüber erfahren, indem sie Harry in ihrem fünften Jahr genauestens darüber ausgefragt hatte, und es schien zu funktionieren.
„Was wollen Sie mir nicht zeigen?", knurrte er.
Es hatte geklappt!
„Ich habe nichts zu verbergen, aber ich werde ganz bestimmt nicht zulassen, dass mein Zaubertränkeprofessor etwas über mein Privatleben erfährt", platzte sie heraus und fragte dann gelangweilt: „Also, was soll ich tun, Sir?"
„Diese Zaubertrankzutaten bearbeiten, sodass sie als Zaubertrankzutaten verwendbar werden. Und Sie sollen es nicht tun, sondern Sie werden es tun!" Damit wandte er sich wieder seiner Arbeit zu.

Hermione begann still damit, Spinnen zu zerquetschen, Flubberwürmer kleinzuschneiden, Baumschlangenhaut zu zerhacken und sich den vielen anderen Zutaten zuzuwenden.
Nach anderthalb Stunden legte sie das Messer zur Seite und öffnete mit einer schnellen Bewegung gleich vier Knöpfe ihrer Robe. „Fertig!"
„Dann sortieren Sie alles ein, Sie wissen ja, wo die Vorratskammer ist."
Hermione stöhnte, und zurück kam ein Brummen.
Genervt hechtete sie zwischen dem Klassenzimmer und der Vorratskammer hin und her und stopfte die Zutaten in ihre Behälter. Als sie auch damit fertig war, ließ sie sich etwas erschöpft auf den Stuhl sinken, der Snapes Pult am nächsten stand.

„Außer Atem, Miss Granger?", höhnte er ohne aufzusehen.
„Keineswegs, Professor, ich warte nur voller Aufregung auf Ihren nächsten Auftrag."
„Wenn das so ist, werden Sie jetzt also noch nicht entlassen, sondern werden die Vorratskammer noch abschließen und mir hier etwas behilflich sein mit diesen Aufsätzen."
Wieder gehorchte Hermione und nahm sich ohne zu fragen Snapes Schlüssel, um die Kammer abzuschließen. Dann schob sie einen Stuhl direkt vor ihn und setzte sich.
„Was soll... werde... ich also tun, Professor?"
„Die Aufsätze alphabetisch nach Nachnamen sortieren", erklärte er unfreundlich.
Die Schülerin zog eine Augenbraue hoch und kreuzte die Arme vor der Brust.
„Sie wissen, wie Sie mich auf die Palme bringen, nicht wahr? Aber sagen Sie mir: Was bezwecken Sie damit, Miss Granger?"
„Nichts, aber Ihre auffällige Betonung gefällt mir nicht, Sir."
„Sie haben mir aber - Merlin sei Dank! – nicht zu sagen, wie ich mit Ihnen rede, also fangen Sie an, ich möchte heute Abend noch fertig werden."
„Ach? An mir soll's nicht liegen, Professor, ohne mich wären Sie dann vielleicht schneller dran!" Sie ahnte schon während sie sprach, dass sie das Limit erreicht hatte. Erreicht, jedoch noch nicht überschritten.

„Miss Granger, halten Sie Ihre dämliche Klappe, wenn Sie nicht wollen, dass jeder erfährt, dass Sie bei mir nachsitzen!", spie Snape und hob kurz den Kopf, um ihr einen grimmigen Blick zuzuwerfen.
„Wissen das nicht ohnehin schon alle?", fragte sie ehrlich erstaunt, setzte jedoch noch ein „Professor?" dahinter.
„Noch nicht."
„Wie warmherzig, Sir, das hätte ich von Ihnen gar nicht erwartet, solche Güte!", giftete sie.
Zu ihrem Glück schwieg er daraufhin, denn seine Antwort wäre sicher nicht annähernd gütig ausgefallen. Sie brachte stumm die Aufsätze in die richtige Reihenfolge und wartete auf die, die er noch korrigieren musste. Er war dabei ganz in seinem Element, ließ sich nicht aus der Ruhe bringen.
Sie hasste diesen Mann! Und sie wusste, sie würde sich selbst mindestens ebenso sehr hassen, falls sie es schaffen sollte, ihn zu verführen.

Um kurz nach elf hörte sie erneut seine Stimme. „Sie dürfen gehen, Miss Granger! Bis nächsten Mittwoch dann. Wobei mir einfällt, Mittwoch ist äußerst ungünstig. Wir werden unsere netten kleinen Zusammenkünfte auf Samstagabend verschieben."
„Okay...", meinte sie ziemlich irritiert, was sie schlecht verbergen konnte. Dafür war die Formulierung zu interessant gewesen.
„Ach, Miss Granger, denken Sie doch nicht immer gleich an Sex!", sagte er wütend. Seinen Augen war es nicht anzusehen, doch Hermione war sicher, dass er es sehr genoss, sie derart aus der Fassung zu bringen. „Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich mich samstagabends mit einer Schülerin treffen würde, um mit ihr zu schlafen?"
Hermione schlurfte auf die Tür zu, hielt jedoch noch einmal inne. Gerade war ihr die Bedeutung des neuen Termins aufgefallen. „Ich darf davon ausgehen, dass ich dann übermorgen schon wieder kommen muss?", murmelte sie gedankenlos.
„Sie werden übermorgen wieder nachsitzen, ja, aber von Kommen habe ich nichts erwähnt."
„Ach, Professor, jetzt denken Sie doch nicht immer gleich an Sex!", antwortete sie keck, nachdem sie den milden Schock über seine Worte verdaut hatte. „Aber bilden Sie sich nicht ein, ich hätte die Blicke, die Sie mir zugeworfen haben, nicht bemerkt! Professor!"
Das letzte Wort hatte sie fast geschrien, und es hatte ihr gut getan. Ohne eine Antwort abzuwarten stürmte sie mit einem leichten Grinsen im Gesicht, das sie noch immer Snape zugewandt hatte, aus dem Klassenzimmer.

In der Tat hatte sie fast ständig aus den Augenwinkeln gesehen, wie Snape sie angeschaut hatte. Mal total in Gedanken, mal fasziniert, meistens jedoch mit ausdruckslosem Gesicht. Je tiefer sie dann ihr Top gezogen hatte, desto öfter hatte sie solche Blicke bemerkt. Und er würde seine Meinung schon noch ändern, ob er sich mit einer Schülerin treffen würde, um mit ihr zu schlafen. Ob mit ihr oder mit Ginny war ganz egal, jedenfalls würde er noch darum betteln. Ihr Wille war in diesem Moment so stark, dass sie alle Gedanken verbannte, die ihm entgegenliefen.

Ja, das Nachsitzen war deutlich besser gelaufen als Hermione es sich erhofft hatte – vielleicht gerade weil sie sich überhaupt nichts erhofft hatte.

~x~


Wie wäre es mit einem Opfer von ein, zwei Minuten und ein paar Tastenschlägen für ein kurzes (oder auch längeres) Review? ;) Liebe Grüße!