Hallo ihr Lieben, es ist doch recht lange her das ich etwas produktives hier hinterlassen habe. Nun geht es weiter. Mit mehr Bella, Edward und Jacob.
Vielen lieben Dank an meine fantastische Beta Colasun. Mal wieder hat sie es geschafft mich tierisch zum lachen zu bringen. Ich werde mich jetzt erstmal dransetzen und dir das überarbeitete Kapitel wieder zurück, oder versuche es zumindest, (WTF Yahoo?) zu schicken. Gibt echt nichts besseres als deine Kommentare^^
So, weiter gehts...
Edward
Schon einige Stunden vor der Morgendämmerung war ich aus meinem unruhigen Schlaf aufgeschreckt. Das Mädchen murmelte schon die ganze Nacht wild im Schlaf vor sich hin. Das Feuer war irgendwann ausgegangen und so hantierte ich im Dunklen rum und versuchte schon einmal alles Wichtige wieder aufs Pferd zu packen.
Während die Sonne sich allmählich daran machte aufzugehen, weckte ich das Mädchen. Sie kam nur langsam zu sich und zwinkerte mehrere Sekunden lang desorientiert mit den Augen, bevor sie mich ansah.
„Muss ich Sie fesseln oder sind Sie brav?"
Sie biss sich auf die Lippe und nickte. Ich löste die Fesseln um ihre Hände und Füße, was sie anscheinend verwunderte und hob sie hinter den Sattel aufs Pferd.
Wann war ich so weich geworden? Es war nicht meine Art mich um Andere zu sorgen, schon gar nicht um Bestandteile meines Auftrages. Solange es die Situation nicht erforderte, war ich ein umgänglicher und höflicher junger Mann. Jedenfalls war es das, was meine Mutter jedem über mich erzählte. Doch irgendetwas aber an dieser jungen Frau berührte mich. Oder versuchte es zumindest. Wir sprachen nicht mehr miteinander. Und als wir schließlich Rathkeller Forks auf einem Hügel thronend vor uns auftauchen sahen, fing sie hinter mir an zu zittern.
„Bitte, bitte, bitte. Ich kann nicht zu diesem Mann zurückkehren. Ich kann es nicht beweisen, aber ich bin mir sicher, dass er meine Eltern getötet hat, vielleicht sogar meinen Verlobten. Bitte, helfen Sie mir doch." Ich schluckte den Impuls herunter umzudrehen. Sie irgendwo abzuladen, nur um später so zu tun als wäre sie tot, irgendwo ins Wasser gefallen. Doch ich blieb hart.
Ihre Stimme bebte und schon bald flossen Tränen. Ich konnte es nicht sehen, dennoch spürte ich wie sie von unterdrückten Schluchzern geschüttelt wurde.
Als wir das Haupttor passierten, hatte sie aufgehört zu weinen. Ich stieg ab und half ihr herunter. Wortlos reichte ich ihr ein Taschentuch und sie wischte sich die getrockneten Tränen von den Wangen.
Einem letzten flehenden Blick in meine Richtung, folgte wiederwillige Akzeptanz. Ich nahm sie am Oberarm und führte sie in den Saloon, wo ich nach Mr. Black fragte.
Einer seiner Schergen kam und führte uns in den hinteren Teil des Hauptgebäudes. Dort befanden sich anscheinend einige Fremdenzimmer, in dem nun Mr. Black seine Verlobte erwartete.
Das Zimmer war nur äußerst zweckmäßig eingerichtet, jedoch mit Sicherheit das Luxuriöseste was dieses Etablissement zu bieten hatte.
„Mr. Cullen, es ist mir eine Freude Sie wieder hier begrüßen zu dürfen und Sie haben mir meine Verlobte tatsächlich mitgebracht."
Er drückte Isabella einen Kuss auf die Wange und ließ seine Hände schon fast gierig über ihren Rücken gleiten.
„Mr. Cullen, bitte bedienen Sie sich doch im Saloon, die Rechnung geht auf mich und natürlich sollen Sie auch großzügig entlohnt werden. Doch nun möchte ich mich um meine Verlobte kümmern."
Mit einem Kopfnicken in Richtung der Beiden, verabschiedete ich mich. Ihr flehender Blick brannte sich in meine Augen, doch ich wandte mich von ihr ab. Ich durfte mich nicht um solche Dinge kümmern.
An der Theke gönnte ich mir den ein oder anderen Bourbon, um mich für meine Standhaftigkeit zu belohnen, bevor mich einer von Blacks Handlangern nach draußen rief.
Ich folgte ihnen ihn die Dunkelheit, was sich als fataler Fehler herausstellte. Steinharte Fäuste trafen meinen Kopf und für einen Augenblick verlor ich die Bodenhaltung. Immer wieder schlugen und traten sie auf mich ein. Lähmende Schmerzen durchzuckten meinen Körper. Jetzt wusste ich was skrupellos wirklich bedeutete. Der Eine, ein dicker stinkender Fleischberg, machte sich an meinen Taschen zu schaffen. Als er sich über mich beugte, zückte ich blitzschnell mein Jagdmesser und durchtrennte ihm mit einem sauberen Schnitt die Kehle. Als sein Kumpel mit einer Schaufel um die Ecke kam – mit Sicherheit um mir damit den Kopf zu zerschmettern - bohrte ich das Messer erst in seinen Fuß und als er über mir zusammenbrach, rammte ich es ihm schnell und sauber ins Herz. Er zuckte noch einmal kurz, bevor sein Blick brach.
Keuchend lag ich am Boden, der kleine Tumult war so leise von statten gegangen, dass es anscheinend von allen Anderen unbemerkt geblieben war. Ich hätte ihr glauben sollen. Meine Kräfte sammelnd stemmte ich mich wieder hoch und lief außen um den Wohntrakt herum, zielgerichtet zu Blacks Zimmer. Plötzlich war ich von Angst erfüllt, würde er es wagen einem Mädchen etwas anzutun?
Als ich an Blacks Zimmerfenster ankam, kniete Isabella in ein Nachthemd gekleidet auf dem Boden in der Mitte des Zimmers. Flehend und schutzsuchend hielt sie die Hände vor ihr Gesicht. Black packte sie an den Haaren und schmetterte das federleichte Mädchen in den Spiegel, welcher in der einen Ecke des Zimmers stand. Lachend verließ er das Zimmer und ließ Isabella schluchzend in den Scherben liegen. Ich wusste nicht was am besten zu tun war. Sollte ich mich in Sicherheit bringen, denn was ging sie mich an? Doch ich brachte es nicht übers Herz. Mit meinem sowieso schon schmerzenden Ellenbogen zerschmetterte ich die dünne Glasscheibe, welche mich von ihr trennte.
Als das Glas klirrend zu Boden fiel, schreckte sie auf. Ihr Gesicht war blutig gekratzt und fing an blau zu werden.
„Komm schnell, wir haben keine Zeit."
Sie stellte keine Fragen. Stieg mit zitternden Knien auf den kleinen Nachttisch und ließ sich von mir durch das Fenster heben. Für einen Augenblick drückte sie sich an meine Brust. Dankbar. Erleichtert.
Danach brach ein ohrenbetäubender Tumult im Saloon los. Ich packte ihre Hand und zog sie weiter. Wir rannten um das Gebäude herum. Das bekannte Klicken von entsicherten Revolvern war zu hören. Am Ende des Saloons lehnte ich mich um die Ecke und wurde fast von einer Kugel getroffen, die nur haarscharf an meinem Kopf vorbeischoss. Ich zog meine eigene Waffe.
„Wenn ich schieße, will ich, dass du so schnell du kannst durch das Tor läufst. Dreh dich nicht um. Komm nicht zurück. Ich komme dir nach." Hatte ich sie da gerade geduzt?
„Mr. Cullen... bitte! Die werden nicht aufhören. Ich hätte nicht flüchten dürfen." Tränen standen ihr in den Augen und waren kurz davor ungehindert zu fließen.
„Ruhe jetzt. Ich schieße, du läufst."
Das wurde immer besser. Jetzt entwickelte ich schon Emotionen, die ich so überhaupt nicht gebrauchen konnte. In dieser Situation am allerwenigsten.
Ich musste mich konzentrieren.
Bella
Ohne Vorwarnung warf er sich um die Ecke. Getrieben von panischer Angst, rannte ich auf das offenstehende Holztor zu. Ich rannte um die Ecke, um aus der Schussbahn herauszukommen. Etwas hinter mir zischte und riss mir den Ärmel auf. Ich duckte mich und untersuchte meinen Arm. Im Dunklen konnte ich nichts sehen, doch ich fühlte das Brennen meiner aufgerissenen Haut und das Blut, welches warm an meinen Arm hinunter lief. Hinter mir wurde noch immer geschossen und geflucht. Ich wusste nicht, ob Mr. Cullen noch am Leben war, trotz allem befolgte ich seinen Befehl und lief weiter.
Ich war schon ein ganzes Stück weit gekommen, als ich hinter mir das Trommeln von Hufen hörte. Ängstlich verkroch ich mich hinter einem unauffälligen Felsen am Wegesrand und wartete, während der Reiter näher kam.
Unweit von meinem Versteck hielt er an und stieg ab. Er untersuchte den Boden auf dem ich anscheinend eine Spur aus Blutstropfen hinterlassen hatte und kam dann schnaufend auf mich zu.
„Miss Swan, haben Sie keine Angst! Ich bin es.", sagte er, während er langsam um mein Versteck herum kam.
Er half mir hoch und als er aus Versehen den Arm berührte an dem die Kugel mich gestreift hatte, zischte ich vor Schmerz. Erst jetzt merkte ich wie bitterkalt mir war und dass ich wie Espenlaub zitterte.
Er verfrachtete mich aufs Pferd, stieg ebenfalls auf und trieb es in einen scharfen Galopp. Ich musste mich festhalten, um nicht herunter zu fallen. Sein Körper fühlte sich klamm und steif an. Schweiß tränkte seine Kleidung und der Geruch von frischem Blut stieg mir in die Nase. Als wir nach einem langem Ritt - vielleicht waren es auch nur Minuten - an einem verlassen Lager Halt machten, rutschte er seitlich vom Pferd und blieb regungslos im Staub liegen.
„Nein!", schrie ich erschrocken und ließ mich unbeholfen vom Pferd gleiten.
„Mr. Cullen… Edward… wachen Sie auf, bitte!"
Mit zitternden Händen tastete ich seine Brust ab. Aus der Ferne hörte ich schwere Schritte auf uns zukommen. Erstaunlich sanfte Hände packten mich an den Schultern, zogen mich zur Seite und ein riesengroßer Mann nahm meinen Platz neben Edward ein.
Im Schock verstand ich nicht was er dem anderen Mann sagte, ich war lediglich in der Lage den beiden Männern zu einem warmen Lager innerhalb einer Höhle zu folgen. Sie legten Edward nieder, rissen seine Kleidung auf und untersuchten ihn aufmerksam.
„Wir müssen ihn nach Hause bringen, Vater wird wissen was zu tun ist. Was machen wir mit dem Mädchen?", fragte der im Schein des Feuers honigblonde Typ den Riesen.
„Wir nehmen sie mit."
Kurzerhand wurde das Lager zusammengepackt und Edward vorsichtig auf sein Pferd gehievt.
Gemeinsam ritten wir so schnell wie nur möglich durch die nächtliche Prärie, immer mit einem wachsamen Blick auf Edward.
Im Morgengrauen erreichten wir unser Ziel. Eine kleine Farm, eingebettet und versteckt in einem von Hügeln und Sträuchern umgebenen Tal. Für Unwissende kaum zu finden.
Wir hielten vor dem Haus und Edward wurde hineingetragen. Unsicher was ich hier nun sollte, blieb ich draußen zurück und ließ mich erschöpft auf die Stufen der Veranda sinken. Aus dem Haus erklangen Rufe und das Trampeln von Füßen. Irgendwann hörte ich Edward schwach und undeutlich sprechen. Vollkommen erledigt lehnte ich meinen Kopf an das Treppengeländer neben mir und schloss die Augen. Ich wollte nur noch weg von diesem Ort, der so voller Blut, Schweiß und Schmerzen war.
Irgendwann ertönten leise Schritte hinter mir. Eine zierliche Frau mit sanften Augen und karamellfarbenen Haaren setzte sich neben mich und legte mir ihre warme Hand auf den Arm.
„Das hier muss versorgt werden." Ihre Stimme war leise, melodisch und freundlich. „Komm bitte mit rein, mein Mann kümmert sich um dich."
Vorsichtig half sie mir hoch und geleitete mich in das Foyer des hübschen Farmhauses. Gemütliche Sofas und Sessel um einen großen offenen Kamin, nahmen den meisten Platz ein. Die Frau führte mich durch einen Flur und eine kleine Speisekammer, in ein einfach eingerichtetes Zimmer.
Sie bugsierte mich dezent zum Bett und trat danach an den kleinen Waschtisch hinter der Tür. Mit einer Schale und einem Leinentuch erschien sie danach wieder vor mir und stellte sich vor.
„Mein Name ist Esme. Bist du das Mädchen, von denen mir meine Söhne erzählt haben?", fragte sie, während sie sanft das Blut von meinem Arm wusch.
„Mein Name ist Isabella Swan. Es tut mir leid… Ich weiß nicht… "
Fast automatisch traten mir Tränen in die Augen. Die Frau, Esme, zog mich schon fast selbstverständlich in ihre Arme und wartete, bis meine Tränenflut versiegt war.
Ein leises Klopfen schreckte uns auf und Sekunden später trat ein Mann herein. In seiner Hand trug er ein Tablett, auf dem die verschiedensten medizinischen Utensilien lagen.
„Hallo Miss, ich bin Carlisle. Mein starrköpfiger Sohn hat gesagt, dass du eine Wunde davon getragen hast, während eurem kleinen… Ausflug."
„Er lebt?! Ich muss ihn sehen, er hat mir das Leben gerettet!"
Bevor ich aufstehen und losstürmen konnte, drückten die Beiden mich sanft auf das weiche Bett.
„Edward wird wieder, keine Sorge. Du kannst ihn sehen, sobald ich mich um deine Verletzung gekümmert habe. Und jetzt leg dich bitte hin und entspann dich für ein paar Minuten. Es wird nichts geschehen, mit dem du nicht einverstanden bist. Versprochen." Aus irgendeinem Grunde, weckten diese beiden Menschen Vertrauen in mir. Es fühlte sich an, als kümmerten sich Eltern um ihre Tochter. Als Carlisle begann die Wunder zu nähen, verwickelte mich Esme in ein Gespräch. Sie verstanden sich wortlos, wie ich neidvoll anerkennen musste.
