Sorry about the delaaaaay! Nach viel Arbeit und gerade zwei Wochen Urlaub geht's wieder regelmäßig weiter. Drücker an SevMine und viel Spaß allen beim Lesen! Ich freue mich wie immer über jeden Klick und jedes Review. ;)
Mine
In Kapitel 10: Hermiones Kesselexplosion ist geglückt und brachte ihr neben einem Tag im Krankenflügel auch noch Nachsitzen ein. Zu Letzterem wurde sie auf Bitte von Madam Pomfrey hin von Ginny begleitet, die dort einen kleinen und zielsicheren Auftritt mit einem Flubberwurm hatte.
Kapitel 11 - Ferien und neue Hilfsmittel
Hermione und Ginny stürmten lachend den Kerkergang hinauf in die Eingangshalle und von dort aus Richtung Gryffindorturm. Gerade als sie die erste Treppe von der Eingangshalle aus nach oben liefen, hörten sie ein leises Miau und schlurfende Schritte.
„Bleibt stehen, ich hab euch", sagte eine fiese Stimme. Filch.
Die beiden Mädchen verdrehten die Augen und hielten inne.
„Wir kommen gerade vom Nachsitzen bei Professor Snape", erklärte Hermione gelangweilt.
„Das werden wir überprüfen. Kommt mit, ihr kleinen Biester!"
Das Funkeln in Ginnys Augen verriet, dass dies genau das war, was sie sich erhofft hatte. Hermione grinste und sie folgten Filch zurück in die Kerker. Dort angelangt, hämmerte der Hausmeister gegen die Tür des Klassenzimmers für Zaubertränke und öffnete sie ohne Antwort abzuwarten.
„Snape, bist Du da?", rief er.
Eilige Schritte kamen aus der Vorratskammer und schon stand der Professor vor ihnen.
„Filch, was ist los?" Er erblickte Hermione und Ginny. „Was machen die beiden hier?"
‚Verflucht!', dachte Hermione. Natürlich würde er abstreiten, dass sie bei ihm hatten nachsitzen müssen, und sie somit Filch ausliefern! Sie sah Snape nicht an, spürte jedoch seinen Versuch, in ihren Geist einzudringen und blockte ihn ab.
„Diese beiden Streuner behaupten, Nachsitzen gehabt zu haben. Hier", knurrte Filch.
Snape zog eine Augenbraue hoch und zischte: „Ach ja? Das kann ich leider nicht bestätigen. Wenn Sie mich dann bitte in Ruhe mein Klassenzimmern putzen lassen würden?"
Der Hausmeister nickte und scheuchte die beiden Mädchen nach draußen. Hermione bedeutete Ginny, wegzurennen, um Filch einen Verwirrungszauber aufzuhalsen und ihrer besten Freundin dann zu folgen.
„Das war knapp!", keuchte Hermione, als sie wenige Minuten später im Gryffindorturm angelangt waren.
Ginny lachte. „Komm schon, das war ein Kinderspiel. Außerdem glaubt Snape jetzt, dass wir eine Strafe kriegen oder so. Also, eine echte Strafe, nicht so etwas Nettes wie Nachsitzen bei ihm."
„Du hast recht!", grinste Hermione. Ihr fiel etwas ein, das sie schon den ganzen Tag beschäftigte: „Sag mal, was ist eigentlich mit Chris? Irgendwelche neuen Entwicklungen, die Du mir bisher verschwiegen hast?"
Ginny legte sich auf ihr Bett und errötete leicht. „Naja... wir haben uns heute Mittag getroffen. Er ist total süß und hat versprochen, mir in den Ferien jeden Tag zu schreiben."
„Glaubst Du, er tut es?", fragte Hermione.
„Seinen Augen nach auf jeden Fall."
„Aber?"
„Kein Aber. Er wird es tun." Ginny grinste schief. „Er wird sich überhaupt nicht trauen, es nicht zu tun."
~x~
In ihrer Stunde Zaubertränke am nächsten Morgen ließ Hermione wie abgesprochen einen Stapel Hausaufgaben von Snapes Pult verschwinden, während dieser ganz hinten im Klassenzimmer stand, über einen Kessel gebeugt, an dessen Inhalt es offenbar eine ganze Menge zu bemängeln gab.
Ginny verwirklichte am Nachmittag dieselben Pläne und die Schülerinnen stellten fest, dass Snapes Verhalten ihnen beiden gegenüber dasselbe gewesen war: Er hatte sie nicht beachtet, geschweige denn auf den vorigen Abend angesprochen.
„Zwei Klassen haben wir vor schlechten Noten in Zaubertränke bewahrt. Hermione, wir müssen Engel sein!", frohlockte Ginny und faltete die Hände gespielt zum Gebet, während sie fröhlich Sachen in ihren Koffer warf.
Hermione dagegen klappte plötzlich die Kinnlade herunter und sie hielt im Packen inne. „Ginny, stell Dir mal vor, das waren unsere Hausaufgaben!" Sie schnappte nach Luft. „Dann hätte ich am Sonntag ganz umsonst drei Stunden in der Bibliothek verbracht! Wir sollten das nie wieder tun!"
„Hermione Granger, ich wüsste da eine viel bessere Lösung."
Hermione sah ihre beste Freundin fragend an.
„Du machst einfach keine Hausaufgaben mehr", strahlte die Rothaarige.
Auf der Heimreise war die Stimmung ausgelassener denn je. Obwohl die Siebtklässler wussten, dass sie sich bald um ihre UTZs kümmern mussten (im Gegensatz zu Hermione hatten die meisten Anderen noch nicht angefangen zu lernen), hatten sie sich vorgenommen, die Weihnachtsferien zu nutzen, um noch einmal die Seele baumeln zu lassen.
Hermione konnte sich zudem auf einen ausgiebigen Einkaufsbummel bei Weasleys Zauberhafte Zauberscherze freuen, der noch ein letztes halbes Jahr sehr viel Spaß in Zaubertränke versprechen würde. Sie würde die erste Ferienwoche im Fuchsbau verbringen, dann mit ihren Eltern in Skiurlaub gehen und sich schließlich in King's Cross zur Abreise wieder mit den Weasleys treffen.
~x~
Gleich am nächsten Morgen eilten Harry, Ron, Ginny und Hermione die Winkelgasse entlang auf den Laden von Fred und George zu, ohne sich nach den anderen Geschäften auch nur umzusehen.
„Mum, gehen wir zu Fred und George?", hatten Ron und Ginny gleichermaßen bereits am frühen Morgen gequengelt, kaum dass sie in die Küche gekommen waren.
„Die beiden haben schon nach euch allen gefragt", hatte Molly Weasley liebevoll gesagt und die vielsagenden Blicke nicht bemerkt, die Hermione und Ginny ausgetauscht hatten, als sie einen Besuch in London direkt nach dem Frühstück angekündigt hatte.
Nun stapften die Schüler durch den Schnee die letzten Meter auf den Laden zu. Er war reichlich dekoriert, ein riesiges Schild wünschte eine schöne Weihnachtszeit und verkündete eine neue Kollektion von Nasch- und Schwänzleckereien; ein weiterer Banner zog sich quer über das Schaufenster und grellbunte Tücher bedeckten die Tische, auf denen drinnen die Waren ausgestellt waren.
Als sie den Laden betraten, kamen ihnen die Zwillinge entgegengestürzt und umarmten sie alle auf einmal. „Hey, schön euch zu sehen!", riefen sie unisono.
„Hermione! Komm mal her, ich hab was!" Ginny stand vor einem Regal, das sich die ganze Wand entlang bis nach hinten in den Lagerraum zog und voll war mit Waren, deren Etiketten „Nasenblutgranulat", „Kotzpastillen", „Bluttrüfel", „Ohnmachtstropfen" und viele andere vielversprechende Titel trugen. Ja, das richtige Regal hatten sie schon einmal gefunden.
„Mione, Gin, was tut ihr hier bei den Nasch- und Schwänzleckereien?", tadelte Harry die Mädchen, als er grinsend an ihnen vorbeilief und Hermione, die ihn unschuldig dreinblickend ansah, einen federleichten Kuss auf die Wange gab. Sie überlegte, dass er wohl für ihren Mund angedacht gewesen war, doch sie hatte instinktiv den Kopf gedreht, als sie den Dunkelhaarigen auf sich zukommen gesehen hatte. Es waren nur wenige Zentimeter gewesen, doch es hatte ausgereicht.
„Was brauchen wir alles?", fragte Ginny verschwörerisch, als Harry außer Hörweite war.
„Alles", grinste Hermione.
Die Kleinere zuckte mit den Schultern, murmelte ein amüsiertes „Okay!" und begann, aus jedem Regal etwas herauszunehmen. Hermione tat es ihr gleich, und zehn Minuten später standen sie voll bepackt bis obenhin vor George, um zu bezahlen.
„Ähm, Schwesterchen? Mione? Was habt ihr vor? Lieber Himmel, das sieht ja aus als wäre Umbridge zurück", stellte dieser perplex fest.
Ginny winkte ab. „Schlimmer."
Ihr Bruder sah sie fragend an. Hermione beugte sich vor und erzählte ihm flüsternd von ihrem und Ginnys Plan, Snape das Leben zur Hölle zu machen und dass sie das eigentlich schon das ganze bisherige Schuljahr getan hatten. Die Wette, den Grund für all das, ließ sie bei ihrem Bericht großzügig aus.
„Ihr seid genial! Macht weiter so! Das heißt, nein, werdet schlimmer – Fred und ich werden die Verantwortung auf uns nehmen, das ist es uns wert!" Er grinste. „Und die Sachen bekommt ihr umsonst, schreibt uns, wir schicken euch auch noch welche, wenn ihr schwört, sie alle bei Snapey-Schatzi einzusetzen."
„Dafür würde ich den Unbrechbaren Schwur ablegen!", versicherte Hermione ihm grinsend.
~x~
„Was haben wir denn alles?", fragte Hermione am Abend, als sie im Fuchsbau in Ginnys Zimmer auf dem Boden saßen, weil der Platz auf den Betten nicht ausgereicht hatte. Sie hatten alle Nasch- und Schwänzleckereien vor sich ausgebreitet und saßen nun darum herum und begutachteten sie. Hermione griff mitten hinein, zog ein komisch aussehendes Päckchen heraus und öffnete es neugierig. Heraus fiel ein rundes Etwas, das sie gerade noch so vom Wegrollen abhalten konnte. Bei genauerem Hinsehen erkannte sie, dass es ein kleiner Schnatz war; seine Flügel begannen schwach zu schlagen, als sie den kleinen Ball in ihren Fingern drehte und ihn anstarrte.
Ginny blickte fasziniert von dem Stapel auf in Hermiones Hand. „Was ist das?"
„Da liegt die Packung, ich habe keine Ahnung."
Die Rothaarige griff nach der Pappschachtel, aus der das unbekannte Objekt gekommen war und las laut vor: „Neu bei Weas... - blablabla... Ihr wollt euren Lehrern eine kleine Freude machen? Lasst diesen Schnatz auf sie los und schaut euch an, was sie am meisten verabscheuen."
„Aha! Wenn wir uns noch ein bisschen ins Zeug legen, haben wir demnächst also die Chance auf einen kleinen Gastauftritt!"
Ginny prustete los. „Du meinst, wir könnten dort erscheinen? Wir als Snapes größte Abscheu? Super Idee!" Sie reckte lachend Daumen und hielt der Älteren eine Hand hin.
Hermione schlug zwinkernd ein und reckte dann die Faust kampflustig in die Luft. „Das Schuljahr kann weitergehen!"
„Und wie!", stimmte Ginny zu. „Das bedeutet Dein Untergang, Du miese, alte, böse, übergroße, übellaunige Fledermaus!"
~x~
Am Weihnachtsmorgen wachte Hermione früh auf und durchstöberte ihre Geschenke. Da war der obligatorische Pulli von Mrs Weasley, dieses Jahr in einem leuchtenden Orange; von Harry ein dicker Wälzer über die Verbindungen der Magier zu den Muggeln, der sehr interessant zu sein schien; eine Flasche Honigmet von Remus, abgefüllt von Madam Rosmerta, zauberte ein wissendes Lächeln auf ihre Lippen. Schließlich fiel ihr der Umschlag der Karte am größten der Päckchen ins Auge, weil dort Namen aufgelistet waren, die nicht wesentlich zusammenpassten: die ihrer Eltern und die von Ginny und Ron. Mit hochgezogener Augenbraue griff sie danach und zog die Karte heraus.
Liebe Hermione,
sicher ist es noch etwas früh, aber Du wirst sicher einen Ort finden, um dieses Geschenk bis zu Deinem Abschluss gut aufzubewahren.
Frohe Weihnachten!
Es grüßen und drücken Dich (in Gedanken oder tatsächlich)
Jane, Marcus, Ron und Ginny
Gespannt riss Hermione vorsichtig das Geschenkpapier weg, um Ginny nicht zu wecken. Ein Karton kam zum Vorschein, dessen Deckel sie sogleich entfernte. Ihr Atem stockte, als sie ein langes, dunkelrotes Kleid herausholte; es war umwerfend. Ungläubig stand sie auf, ging zum Spiegel und hielt es prüfend an sich.
Unterdessen wachte auch Ginny auf. Still beobachtete sie die Freundin, die nun Tränen in den Augen hatte. „Es wird wunderschön aussehen an Dir", sagte sie leise.
Hermione wirbelte herum. „Ginny, Du bist wahnsinnig! Ihr seid wahnsinnig! Das ist das schönste Kleidungsstück, das ich jemals besessen habe", wimmerte sie und versuchte Tränen wegzublinzeln.
„Du brauchst doch ein Kleid für Deinen Abschlussball", lächelte Ginny, die von Hermiones Reaktion gerührt war. „Los, probier es an. Aber nicht, dass Harry gleich reinkommt – der würde Dich auf der Stelle vö-"
„GINNY!"
Diese lachte. „Na los, zieh Dich um!"
Hermione verschloss magisch die Tür und schlüpfte aus ihrem Pyjama und in das Kleid. Es passte wie angegossen und fiel angenehm an ihrem Körper herab bis unter die Knie. Sie traute sich kaum zum Spiegel zu gehen.
Nun war es Ginny, der Tränen in die Augen stiegen. Das satte Gryffindor-Rot und die breiten, ärmellosen Träger des Ballkleides waren einfach perfekt. Dass es an den Beinen nicht weit war, sondern im Gegenteil enger wurde, betonte Hermiones schlanke Erscheinung und lud zu eben den dezenten Pumps ein, die unter dem Kleid im Karton gelegen hatten. Hermione entdeckte sie, holte sie ebenfalls heraus und schlüpfte hinein. Bei ihrem ersten Gehversuch in den hohen Schuhen stolperte sie und musste sich erschrocken keuchend am Schrank abstützen.
„Das üben wir noch", grinste Ginny, als die Ältere sich wieder gefasst hatte. Sie seufzte. „Du siehst toll aus."
„Das habe ich ja wohl euch zu verdanken!", hauchte Hermione, die nun wieder vorm Spiegel stand und sich um sich selbst drehte – langsam, um nicht wieder zu stürzen. „Weiß noch irgendjemand von dem Kleid?"
„Niemand. Ron und ich haben unter strenger Geheimhaltung unseres geheimen Geheimauftrags mit Deinen Eltern geeult", zwinkerte die Rothaarige.
Hermione nickte. „Wunderbar, dann wird das also eine Überraschung." ‚Für Severus', dachte sie und biss, über sich selbst verärgert, fest die Zähne zusammen. Sie zog sich wieder um und verstaute das Kleid sicher im Karton und stellte diesen in den Schrank, sodass niemand ihn finden würde. Dabei fiel ihr etwas auf. Zwischen ihren Betten stand noch ein riesiges Geschenk.
„Was ist das? Und für wen ist das?", fragte sie.
Sie gingen darauf zu und packten es gemeinsam auf. Ein weiterer Karton kam zum Vorschein, einen Quadratmeter groß. Ginny schlitzte ihn mit den Fingernägeln auf, hob den Deckel herunter und zog einen Umschlag heraus.
„Die Jungs spinnen doch!", rief sie aus und reichte die Karte weiter an Hermione.
Frohe Weihnachten, Mädels!
Aber noch viel froher soll's im neuen Jahr zugehen – in der Schule, genauergesagt in Zaubertränke. Das sollte genug Vorrat sein, dass Ginny sogar im nächsten Schuljahr noch alleine weitermachen kann. ;)
Viel Spaß damit und allzeit ein paar freche Gedanken wünschen euch
Gred und Forge
Der Karton war bis obenhin voll mit Nasch- und Schwänzleckereien und ähnlichen Dingen aus Weasleys Zauberhafte Zauberscherze.
„Ich könnte sie knutschen!", schrie Hermione und stürmte aus dem Raum. Ginny folgte ihr ebenso begeistert eine Etage nach unten in das Zimmer von Fred und George.
„Ihr seid genial!", schrie Hermione dort weiter, ohne den Umstand weiter zu beachten, dass die Zwillinge bis gerade eben noch geschlafen hatten. Sie sprang auf Georges Bett und umarmte ihn, Ginny ging lachend auf ihren anderen Bruder los.
„Sowas könnt ihr also gut gebrauchen, wussten wir's doch!", grinste Fred verschlafen.
„Ist doch immer nützlich, mit so einem Mistkerl als Lehrer", stimmte George zu und richtete sich langsam auf. „Lieber Himmel, ist das früh. Aber wenn wir schon wach sind, lasst uns frühstücken gehen. Frohe Weihnachten übrigens!"
In der Küche saßen Mr und Mrs Weasley, Bill, Charlie, Remus und Tonks. Sie grüßten und wünschten einander frohe Weihnachten. Als Harry und Ron in der Tür auftauchten, stand Hermione auf und ging auf ihre Freunde zu. Sie umarmte zuerst Harry, der mit merkwürdigem Blick an ihr vorbeizusehen schien, und bedankte sich, dann packte sie Ron und drückte ihn fest an sich.
„Danke, es ist traumhaft!", flüsterte sie ihm eindringlich ins Ohr.
Seine Augen leuchteten erfreut. „Bitte, liebste Mione, und gleichfalls danke!", zwinkerte er.
„Remus", flüsterte Ginny und gab diesem mit Gesten zu verstehen, dass er ihr nach draußen folgen sollte. Er legte fragend die Stirn in Falten, stand jedoch kurz darauf unter Hermiones Wärmezauber im kniehohen Schnee im Garten des Fuchsbaus.
„Du hast nicht erwartet, dass Du Dich an einem Hogsmeade-Wochenende ungesehen im Dorf rumtreiben kannst, oder?", fragte Harry ohne Umschweife und mit einem erfreuten Zwinkern.
Tatsächlich hatte Remus offenbar genau das angenommen, denn seine Augen weiteten sich für einen Moment, er öffnete den Mund um zu sprechen und schloss ihn wieder.
„Wir wollten Dir sagen, dass wir es wissen. Und dass wir uns freuen", erklärte Ron und legte Remus eine Hand auf den Arm.
„Nur damit Du nicht schockiert bist, wenn wir euch mal wieder über den Weg laufen", setzte Hermione lächelnd hinzu, „und weil ich denke, ich würde wissen wollen, wenn jemand so ein Geheimnis über mich entdeckt hätte."
Remus sah eine Weile zwischen den vier Jugendlichen hin und her. „Na ja, wir gehen eigentlich schon seit Monaten zusammen aus, aber irgendwie sind wir noch nicht bereit, es jemandem zu erzählen", sagte er dann entschuldigend. „Ich hatte schon viel zu lange keine Beziehung mehr, um damit so einfach umgehen zu können."
Ron tätschelte ihm den Arm, als Hermione erneut zu sprechen begann: „Wir haben es für uns behalten und werden das auch weiterhin tun, keine Sorge."
„Meld Dich, wenn Du drüber reden willst, es tut gut, wenn man einfach mal aussprechen kann, was man denkt", sagte Harry überraschend. „Auch wenn ich ja nicht fassen kann, dass Du ganz oft in Hogsmeade bist, ohne Dich je zu melden. Remus, das kann so nicht weitergehen!", neckte er.
Der Schnee um ihre Füße herum begann zu schmelzen und Hermione hob den Wärmezauber auf, davon ausgehend, dass das Gespräch beendet war. Im selben Moment hatte Remus blitzschnell seinen Zauberstab gezückt, einen Schneeball geformt und ihn Harry entgegengeschleudert. Dieser johlte auf und fiel gespielt getroffen zu Boden. Noch während er fiel, griff auch er nach seinem Zauberstab und formte gleich mehrere Schneebälle, die er mit einem gerufenen Zauber seine Freunde verfolgen ließ.
Das strahlende Lächeln hatte die fünf Gesichter noch nicht verlassen, als sie fast eine Stunde später durchgefroren vor dem Kamin saßen und sich die Hände an ihren Teetassen wärmten. Bis auf die Haut waren sie nass geworden, ehe ein ausgelassen lachender und vor Freude quietschender Remus die von ihm initiierte Schneeballschlacht gewonnen hatte.
~x~
Als Ginny, Hermione, Harry und Ron knapp zwei Wochen später im Hogwarts Express saßen und zurück zur Schule fuhren (die Leckereien per Zauberspruch drastisch verkleinert im Gepäck verstaut), ahnten die Jungs noch nichts von ihrem Glück. Die folgenden Zaubertränkestunden sollten amüsant werden, zumindest für die Schüler. Und die Übeltäterinnen, die hinter all dem steckten, saßen scheinheilig neben ihnen.
„Ginny?", wisperte eine von ihnen gerade hinter vorgehaltener Hand der anderen zu.
„Ja?"
„Zeig mir Deinen Arm, bitte." Gerade hatte sie etwas daran glitzern sehen.
Ginnys Ohren liefen leicht rot an. Sie krempelte ihren Ärmel ein Stück hoch und offenbarte ein golden glänzendes Armband, in das chinesische Zeichen eingraviert waren. Liebe, Glück und Treue, wenn Hermione sich nicht irrte.
„Chris hat ein Händchen für sowas", bemerkte die Ältere mit einem breiten Lächeln auf den Lippen.
„Ja, in der Tat. In der Tat. Es ist wunderschön, nicht?"
Verträumt und zufrieden wandte Ginny den Blick wieder aus dem Fenster.
~x~
„Willkommen zurück, liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Lehrerinnen und Lehrer!", donnerte Dumbledore durch die Große Halle. „Es ist mir eine große Freude, euch alle wieder hier zu haben im neuen Jahr. Aber bevor hier ein Massensterben vor Hunger ausbricht – haut erst mal rein!" Er klatschte in die Hände und die Tische füllten sich, während Applaus durch den Saal hallte.
Ginny sah sich um und ließ den Blick hoch zum Lehrertisch gleiten. Sie schielte in Snapes Richtung, dessen Blick, wie sie entsetzt feststellte, auf Hermione ruhte. Sie trat Hermione gegen das Schienbein.
„Sieh hoch zu Snape!", drängte sie.
Die Freundin gehorchte. Snape wandte den Blick hastig ab und ließ ihn zum Slytherintisch schweifen, doch es war offensichtlich, dass er sie eine Weile angestarrt haben musste. Hermiones böse Ader, die sie nun ohnehin wieder würde auspacken müssen, pochte, als sie ihn ansah. Sie ließ die Augen so lange auf ihm ruhen, bis er wieder zu ihr sah, und grinste dann ein verführerisch-böses Grinsen. Snapes Augen verengten sich, und nach einigen Sekunden drehte er verärgert den Kopf weg.
„Ja, ganz recht", flüsterte Hermione kampflustig. „Das hier wird nicht das letzte Mal sein, dass Du mal wieder sehr böse auf uns sein wirst, Sir!"
Ginny reckte beide Daumen. „Auf ihn mit Gebrüll!"
Sie hatten die eindeutig besseren Waffen; sie hatten Fred und George an ihrer Seite; sie hatten ihn in der Hand; und sie hatten ihre weiblichen Reize. Sie würden siegen.
MISSION POSSIBLE I – Zauberhafte Zauberscherze in Zaubertränke würdeschon bald starten!
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