TSCHAKKA! Here we go. Ich habe es geschafft, das finale Kapitel ist da. Ich freue mich, noch ein letztes Mal euer Feedback zu dieser Geschichte zu lesen und wünsche euch ganz viel Spaß beim Lesen.
Es war eine lange Reise, die vor noch viel längerer Zeit begonnen hat. Es ist viele Jahre her, dass ich angefangen habe, an dieser FF zu schreiben - an der ersten Version, nicht an dieser überarbeiteten hier. Und jetzt bin ich am Ziel. Ich bin allen dankbar, die zu irgendeinem Zeitpunkt hier mitgelesen haben, das irgendwann noch tun werden, oder gar die Geschichte über die ganze Zeit hinweg verfolgt haben. Danke für eure Rückmeldungen, für eure Ideen und Gedanken, sie bedeuten so viel.
Die Antworten auf die Reviews zum letzten Kapitel kommen dann per PN. ;)
Vika: Vielen Dank für Dein Review! Jetzt geht's endlich an den Schluss und Du erfährst, wie es ausgeht. :))) Viel Spaß damit!
Erin: Herzlichen Dank für Deine lieben Worte! Ob ich noch andere Geschichten schreibe, weiß ich nicht - zumindest eher nicht zu Hermione/Severus und generell wahrscheinlich nichts Längeres mehr, aber ausschließen werde ich das nicht. :) Danke für Deine Rückmeldungen und Deine Treue, alles Gute für Dich!
SevMine: Auch Dir liebsten Dank! Nach langem Warten steht das Ende an... Danke für Deine Treue und auch für Dich alles Gute!
SharonandAndy: Vielen Dank für Dein Review, freue mich sehr. :) Viel mehr gibt's leider nicht mehr, aber ich wünsche Dir viel Spaß mit dem letzten Kapitel. :)
sarah: Auch Dir lieben Dank! Freut mich, dass Dir die Geschichte gefällt. Jetzt geht's auf zum letzten Kapitel... viel Spaß damit!
In Kapitel 26: Hermione wagte sich zum Abschluss ihrer Schulzeit noch einmal auf einen Besen und verbrachte mit ihren Mitschülern einen schönen Vormittag in der Luft. Dann begannen die letzten Vorbereitungen für den Abschlussball, auf dem sie erstaunt, vor allem aber erfreut, erfuhr, dass ihre Mutter und Mrs Weasley in der Zwischenzeit gute Freundinnen geworden waren. Nach Dumbledores Rede sollte nun der gemütliche Teil des Balls beginnen.
So, aber jetzt ist es Zeit... für das letzte Kapitel.
Kapitel 27 - Es ist Zeit
Mr und Mrs Granger waren, ähnlich wie die anderen Muggel-Eltern, hingerissen vom Festessen. Als die letzten Reste von den Tellern verschwanden, erhob sich Dumbledore von seinem Tisch, den er mit den anderen Lehrern teilte, und trat auf Hermione zu.
„Ein hinreißendes Kleid. Darf ich bitten, Schulsprecherin?", fragte er und hielt ihr die Hand hin. Hermione nahm sie mit einem Lächeln, stand auf und folgte ihm.
Auf die ermutigenden Blicke des Schulleiters hin begann ein ohrenbetäubendes Stühlerücken um sie herum, während er die junge Frau bereits auf die Tanzfläche führte. Kaum dass sie angekommen waren, erklang ein langsamer Walzer und sie begannen zu tanzen. Die Tanzfläche füllte sich, und nach zwei Liedern lieferte der Schulleiter Hermione bei Harry ab, um mit dem zweiten Schulsprecher, Ernie Macmillan, zu tanzen. Harry hatte zuvor mit Madam Hooch getanzt, die nun nach den anderen Quidditchkapitänen Ausschau hielt.
„Alles okay, Harry?", fragte Hermione. Sie wunderte sich gerade im Stillen, ob Madam Hooch seine Herzensdame war, als sie Harrys Blick folgte, der irgendwo in der Ferne an etwas hing – vielmehr an jemandem. Sie unterdrückte ein wissendes Nicken und beschloss, das Thema vorerst nicht anzusprechen.
„Ich denke schon", antwortete der Dunkelhaarige. „Ja, doch, ich schätze schon. Aber schon komisch, oder? Wir sind jetzt ehemalige Schüler, verbringen unsere letzten Tage hier auf dem Schloss."
„Ich glaube, es wird eine Weile dauern, bis wir uns daran gewöhnen, dass Hogwarts nicht mehr unser Zuhause ist."
Aus dem Augenwinkel sah sie Mrs Weasley ihren Vater Marcus über die Tanzfläche wirbeln. Die beiden schienen zu versuchen, ihnen näherzukommen, während Hermione ihrerseits versuchte, Harry unauffällig in Richtung Bühne zu bugsieren.
„Vielleicht wird es Deins eines Tages wieder sein. Du wärst die beste Lehrerin seit Professor McGonagall, und sicher etwas gnädiger als sie." Harry grinste schief und Hermione hatte keinen Zweifel, dass er nicht nur an ihre berufliche, sondern auch an ihre private Zukunft dachte.
In diesem Moment hatten sie jedoch die leere Bühne erreicht, und als das Lied verklang, löste sich Hermione lächelnd von ihrem besten Freund und nickte in die Richtung der Brünetten, die dort gegen die Wand gelehnt stand. Dann drehte sie sich um und nahm die ausgestreckte Hand ihres Vaters.
Beim Tanzen erhaschte sie immer wieder einen Blick darauf, wie sich zwei Personen am Rand der Bühne zögernd unterhielten.
~x~
Nach den Tänzen mit ihren Eltern schlich sich Hermione zurück an den Tisch und beobachtete von dort aus die ständig wechselnden Paare.
Ron und Parvati waren auf dem Weg zu ihr, als Ron plötzlich den Kurs änderte und seine Begleitung stattdessen zur Bar umleitete, die nach dem Essen gegenüber der Bühne erschienen war. Hermione sah sich um und bemerkte, dass noch jemand anderes ihren Tisch ansteuerte.
„Hermione", begann Professor McGonagall, und Hermione lächelte über die Verwendung ihres Vornamens, „Ihre Bewerbung ist im Institut eingegangen."
Plötzlich nervös von dieser Offenbarung nickte die junge Hexe. „Das ist schön zu hören."
„Darf ich?", fragte die Professorin und deutete auf den freien Platz neben Hermione.
„Selbstverständlich", antwortet diese.
Professor McGonagall setzte sich und rückte den Stuhl weiter nach vorne, um eine Unterhaltung über die Musik hinweg zu ermöglichen. „Sie haben Zweifel, ob das Garrigle's Sie nimmt", stellte sie fest und beobachtete Hermiones Reaktion genau.
„Ja", gab die junge Hexe zu und wiegte den Kopf hin und her. „Natürlich habe ich Zweifel. Ich meine, ich weiß, dass meine Noten gut sind, aber ich weiß nicht, ob es das ist, wonach das Institut auswählt."
„Ganz gewiss nicht, neben Noten kommt es auch auf die Empfehlungsschreiben und die Persönlichkeit an—"
„-aber die Leute dort kennen mich doch gar nicht", brachte Hermione hinter zusammengebissenen Zähnen hervor.
„Aber sie kennen mich", erwiderte McGonagall, „ich habe ihnen alles über Sie erzählt, weit mehr als Ihr offizielles Empfehlungsschreiben aussagt. Und sie vertrauen meinem Urteil. Ich habe nicht zuletzt ein Veto bei der Aufnahme der neuen Studenten."
Es war komisch, die Professorin zwinkern zu sehen, und Hermione kam nicht umhin, ihr ein Lächeln zurückzugeben.
„Ehrlich, Hermione. Ich darf Ihnen nicht offiziell sagen, wie es steht, deshalb sage ich Ihnen: Machen Sie sich überhaupt keine Sorgen und genießen Sie Ihren Abend. Ich freue mich darauf, Sie auch nach der Schule noch ab und zu zu sehen und möchte unbedingt hören, wie Ihnen Anthonys Lehrmethoden gefallen. Mich hat er früher oft zur Weißglut getrieben damit, aber ich habe auch immer ziemlich schnell gemerkt, wozu es gut war."
„Ich würde mich absolut glücklich schätzen, das erleben zu dürfen. Meister McGonagall ist also Ihr...?" Hermione ließ die Frage in der Luft hängen und rügte sich sogleich dafür, sie gestellt zu haben, weil sie so persönlich war.
„Schwager", antwortete die Lehrerin jedoch ohne nachzudenken. „Er war der Mann meines verstorbenen Bruders Malcolm."
„Oh", machte Hermione und wusste nicht, warum. „Das tut mir leid", setzte sie hinzu. „War Ihr Bruder auch am Institut oder sonst auf eine Art mit Verwandlung zugange?"
Professor McGonagall lachte und löste damit zum wiederholten Male an diesem Abend Verwunderung bei ihrer Schülerin – nein, bei ihrer ehemaligen Schülerin – aus. „Malcolm hat sein halbes Leben in der Natur auf Pferden oder Besen verbracht, und nicht dass er nicht intelligent gewesen wäre, aber weniges lag ihm ferner als das Lernen, die Forschung und die Arbeit in einem Labor. Er hat oft gescherzt, dass Anthony und ich das viel passendere Paar wären", sie schmunzelte, „aber schließlich ist er selbst im Zaubereiministerium gelandet und hat für die Abteilung für Führung und Aufsicht magischer Geschöpfe gearbeitet."
„Sicher eher draußen bei der Aufsicht als bei der Führung?", fragte Hermione grinsend.
„Keine zehn Auroren hätten ihn an einen Schreibtisch gefesselt", bestätigte die Professorin. „Der nationale Außendienst war genau das Richtige für ihn."
Nach einer Pause, in der beide Frauen die Blicke durch die Halle schweifen ließen, tätschelte die Lehrerin Hermiones Arm. „Bis nachher", sagte sie lächelnd. „Albus hat recht, ihr Kleid ist tatsächlich hinreißend." Noch bevor sie sich gänzlich erhoben hatte, hörte Hermione eine Stimme direkt neben sich.
„Das finde ich allerdings auch. Ein Tanz, Hermione?"
Die Angesprochene betete zu Merlin, dass ihr Gehör ihr einen Streich spielte, ehe sie aufsah. Ginny strahlte sie aus rehbraunen Augen an, ein anzügliches Grinsen auf den Lippen.
Irgendwo zwischen Amüsement und Groll brachte Hermione ein Lächeln zustande und nahm die Hand ihrer besten Freundin. Sie nickte ihrer Hauslehrerin noch einmal zu, ohne ihr in die Augen zu sehen, und folgte Ginny auf die Tanzfläche.
„Ginny Weasley, Du bist böse", flüsterte sie, als Ginny sie näher an sich heranzog. „Zumindest denkt das Professor McGonagall gerade."
„Wahrscheinlich würde sie mich am liebsten zerfleischen", lachte die Rothaarige. „Ich werde alles tun, um ihr nicht alleine im Dunkeln begegnen zu müssen, aber hier auf der Feier habe ich nichts zu befürchten." Sie schnitt eine Grimasse. „Oder jedenfalls hoffe ich das."
Der Tanz der beiden jungen Frauen wurde bereits nach einem Lied unterbrochen, als der Schulleiter zum Nachtisch zurück an die Tische bat, doch Hermione spürte auch einige Minuten danach noch den kritischen Blick ihrer Hauslehrerin auf sich haften. Als sie schließlich zum Tisch der Lehrer sah, blieben ihre Augen an Snape hängen. Severus. Ihrem ehemaligen Lehrer. Er sah auf und hielt ihren Blick. Zu spät erinnerte sich Hermione daran, dass Professor McGonagall sie beobachtete, und sie wandte sich hastig ab.
„Die süßen Pasteten sind absolut köstlich", hörte sie ihre Mutter sagen, „hier, Hermione, Du solltest sie unbedingt probieren."
Die Angesprochene lächelte. „Ich weiß, dass sie lecker sind. Aber ich esse sehr gerne eine." Sie nahm die Pastete, die Jean ihr hinhielt, und ließ ihre Augen erneut zu Snape wandern.
Professor McGonagalls Verwirrung schien ohnehin schon perfekt zu sein, also warum nicht?
~x~
„Harry?"
Hermione hatte den Dunkelhaarigen ein wenig von den Anderen abgeschirmt und sah nachdenklich die Brünette an, die mit am Lehrertisch saß. Harry bemerkte es und legte den Kopf in den Nacken.
„Ja", sagte er nur, „Du liegst richtig."
„Was sagt sie dazu? Seid ihr euch schon mal nähergekommen?", fragte sie vorsichtig, während sie den tanzenden Paaren um sie herum auswichen.
Harry nickte. „Wir haben uns ein paarmal heimlich in Hogsmeade getroffen und uns geküsst und so, ja. Ansonsten sind wir in Briefkontakt und versuchen zu definieren, was wir wollen."
„Du weißt längst, was Du willst", stellte Hermione sanft fest. „Weiß sie es auch?"
„Sie weiß, was ich will", seufzte er. „Aber sie ist der Meinung, dass ich das noch gar nicht so genau wissen kann."
„So viel älter als wir ist sie gar nicht. Meinst Du, sie hat diese Zweifel vielleicht eher, weil sie Angst davor hat, dass es bei Dir nur eine sprunghafte Laune sein könnte? Weil sie auch mehr will?"
In diesem Moment stieß Ron zu ihnen.
„Hey", unterbrach er, „Beziehungsgespräche? Verkuppelt ihr euch grade gegenseitig? Lasst mich das doch übernehmen. Eure Liebsten starren euch seit ein paar Minuten an, sie sitzen übrigens nebeneinander und scheinen sich zu verbünden. Oder vielleicht macht Snape auch gerade sarkastische Witze über Tonks' Beschäftigung – sie lässt sich die ganze Zeit die Haare wachsen und wieder kürzer werden – und Tonks ist kurz davor, ein Duell zu beginnen."
Harry lächelte, als er aus den Augenwinkeln sah, dass Ron recht hatte. Tonks und Snape saßen als Einzige noch am Tisch, alle Anderen tanzten bereits wieder.
„Mal im Ernst", fuhr der Rothaarige fort, „die beiden sehen viel zu harmonisch aus. Ihr solltet da besser eingreifen." Mit einem Zwinkern nickte er in Richtung Lehrertisch. „Demnächst fängt die Band an zu spielen, dann ist die Chance auf einen netten kleinen Paartanz vorbei."
Diese Bemerkung löste Harry und Hermione aus ihrer Starre. Sie sahen sich an, nickten in stummem Einverständnis und drückten von beiden Seiten Rons Arme, als sie sich auf den Weg machten.
Nebeneinander kamen sie am Ziel an und hielten Tonks und Severus jeweils die Hand hin. Tonks ergriff Harrys nach kurzem Zögern und erhob sich. Als sie sich umdrehte und den Tränkemeister auffordernd ansah, ergriff dieser auch, etwas vor sich hin knurrend, Hermiones Hand.
Wortlos führte er sie zur Tanzfläche und sie wagte erst, ihn anzusehen, als sie die Tanzhaltung eingenommen und angefangen hatten, sich langsam zur Musik zu bewegen. Sie hielt die Luft an, als er sich ein wenig nach unten beugte, um ihr etwas zuzuflüstern.
„Sie sehen bezaubernd aus, Miss Granger. Herzlichen Glückwunsch zum Abschluss."
„Danke", antwortete sie atemlos.
Sie schwiegen eine lange Weile, in der Hermione sich bei dem Gedanken ertappte, ob ihre Körper sich in jeder Lebenssituation so wunderbar aneinander fügen würden, bis der Professor sich erneut vorbeugte.
„Wir hätten mit dem Tanzen vielleicht warten sollen, bis alle ein wenig alkoholisiert sind. Ich weiß nicht, ob es Dir bewusst ist, aber wir werden angestarrt."
Ein Grinsen schlich sich auf Hermiones Lippen. „Du bist paranoid."
„Dann bist Du blind", entgegnete Snape sofort, doch sie konnte seine Mundwinkel zucken sehen.
„Geblendet von Dir vielleicht."
Er schüttelte den Kopf. „Lass uns das nachher fortsetzen", meinte er schließlich. Er drückte ihre Hand und entzog sich sanft ihrem Griff. „Patil ist gerade bei ihrer Schwester, Weasley steht ein paar Schritte hinter Dir, geh zu ihm, das erspart Dir den Gang durch eine starrende Meute", sagte er noch, ehe er sich umdrehte und sich seinen Weg durch eben diese starrende Meute zurück zu seinem Tisch bahnte.
Sie verharrte einen Moment, dann drehte sie sich um. Ron kam bereits auf sie zu und sie begannen zu tanzen.
„Wie ist es gelaufen?", fragte er.
„Gut", antwortete sie, „glaube ich." Sie schnitt eine Grimasse. „Wo sind Harry und Tonks?"
Ron nickte in Richtung Podium, vor dem die beiden eng umschlungen tanzten. Tonks hatte ihren Kopf auf Harrys Schulter abgelegt und hatte zufrieden die Augen geschlossen.
„Das war ja einfach", lachte Hermione, „da könnte man fast neidisch werden."
Sie hatte noch ein bisschen Überzeugungsarbeit vor sich.
~x~
Je weiter die Zeit voranschritt und je mehr Alkohol floss, desto ausgelassener wurde die Stimmung. Die ganze Halle wurde als Tanzfläche genutzt, seit die Schwestern des Schicksals die Bühne betreten hatten. Die meisten Eltern und Verwandten waren bereits gegangen; Mr und Mrs Weasley saßen noch mit Jean und Marcus Granger an einem Tisch am Rand der Halle und unterhielten sich angeregt.
Hermione wagte nicht, sich Severus zu nähern, solange sie noch da waren, doch sie fürchtete auch, dass der Tränkemeister sich bald in die Kerker zurückziehen würde. Nervös beobachtete sie ihn, während sie immer wieder Gläser mit Feuerwhisky und Met verschmähte, die ihre Freunde ihr hinhielten. Sie hatte ein Glas Elfenwein getrunken – ein wenig flüssigen Mut – doch sie wollte bei Sinnen sein, wenn sie Severus wieder ansprach.
„'mione?"
Die Stimme ihrer Mutter riss Hermione aus ihren Gedanken und ihren Blick von Severus los. Sie wandte sich Jean zu.
„Mum?" Sie starrte die Frau amüsiert an. „Warte, Mum, bist Du betrunken?"
Jean nickte, hob den Zeigefinger und gab sich dem Anschein nach alle Mühe, auf Molly Weasley zu zeigen.
„Der Feuerwhisky hat ihr ein wenig zugesetzt", erklärte diese lachend. „Wir bringen die beiden nach Hause, keine Sorge. Ich gehe unsere Jacken holen."
Jean sah sich um, noch immer sichtlich fasziniert von der ganzen Atmosphäre des Schlosses und vom Schmuck der Großen Halle.
„Schhhau mal", sagte sie plötzlich mit einem leichten Grinsen, „der junge Mann in schwarz dort drüben starrt Dich ja an. Netter Kerl. Sieht nett aus."
Harrys lautes Losprusten löste Hermione aus ihrer Schockstarre. Sie brauchte sich nicht umzudrehen und zu wissen, von wem ihre Mutter sprach. Auch das Grinsen auf Tonks' Gesicht wurde breiter, als Jean bekräftigend und vollkommen überzeugt nickte.
In diesem Moment legte Marcus seiner Frau die Jacke um die Schultern und sie schlüpfte mit kleineren Schwierigkeiten hinein.
„Wir sind so stolz auf Dich, Schatz", wandte sich Marcus dann an Hermione und nahm sie in den Arm. „Es war ein wundervoller Abend, und ich kann gar nicht glauben, dass unser kleines Mädchen seinen Schulabschluss hat. Und einen wahnsinnig guten noch dazu. Ich hoffe, Du bist zufrieden mit Dir selbst, wenn Du Dir morgen früh Deine Ergebnisse anschaust. Sei nicht so hart zu Dir." Er zwinkerte.
Hermione erwiderte seine Umarmung fest. „Ich habe euch doch von diesem Institut geschrieben, bei dem ich mich beworben habe?"
Marcus nickte ernst.
„Professor McGonagall hat mir vorhin verraten, dass es sehr gut für mich aussieht."
Das Strahlen auf dem Gesicht ihres Vaters wärmte ihr das Herz; er hatte auf Anhieb verstanden, was diese Aussage für sie bedeutete.
„Und das würde sie nicht sagen, wenn es nicht tatsächlich so wäre. Ich stelle schon mal den Sekt kalt, vielleicht haben wir ja schon etwas zu feiern, wenn Du am Montagabend nach Hause kommst."
„Ich hab Dich lieb", sagte Hermione und versuchte die Tränen aus den Augen zu blinzeln, doch als sie ihre Mutter (lallend) und Mrs Weasley (lachend) einen Cha-Cha-Cha aufs Parkett legen sah, liefen sie ihr dennoch übers Gesicht.
~x~
Es waren kaum zehn Minuten vergangen, seit die Grangers und die Weasleys die Feier verlassen hatte, als eine lächelnde Ginny neben Hermione auftauchte und in Severus' Richtung nickte.
„Höchste Zeit, Deinen Standpunkt klarzumachen", meinte sie, während die Umstehenden vor der Bühne gerade ein Dudelsack-Solo beklatschten.
Die Ältere nickte abwesend, doch Ginny zerrte an ihrem Kleid. „Ich meine, wirklich allerhöchste Zeit!"
Hermiones Blick fand den Tränkemeister und sie verstand.
„Bis dann!", rief sie noch über die Schulter zurück, als sie sich rennend den Weg auf den Ausgang der Halle zu bahnte. Sie erreichte Severus noch einige Schritte vor dem großen Marmorbogen und packte ihn am Ärmel.
„Severus", sagte sie leise.
„Ich hatte nicht vor, heimlich abzuhauen, aber ich schätze Ihre Sorge diesbezüglich", entgegnete er flüsternd, und obwohl er eine Augenbraue nach oben gezogen hatte, blitzten seine Augen sie heiter an. „Ich verspreche, gleich wiederzukommen."
Hermione nickte langsam, ließ von ihm ab und sah ihm nach, als er die Halle verließ. Sie wartete einige Minuten, dann trat sie ebenfalls nach draußen, lehnte sich gegen die Wand und atmete tief durch. Sie wollte gerade wieder hineingehen, als sie seine Schritte hörte.
„Hatten Sie Zweifel?", fragte er, als er auf sie zukam.
„Ich weiß es nicht", gab sie zu. „Tanzen wir?"
Er war noch wenige Meter von ihr entfernt und blieb nun stehen.
„Hermione, wir müssen auf Abstand bleiben", antwortete er leise und eindringlich. „Hier, meine ich", fügte er hinzu, als er ihren verletzten Gesichtsausdruck bemerkte. Tatsächlich schien er jedoch beharrlich darauf zu achten, dass kein Körperkontakt zustande kam, als er weiter auf sie zuging.
Bei diesen Worten sah sie auf. „Können wir darüber reden?"
Severus sah sich um; die Klassenzimmer lagen in den Gängen, die vom Eingangsportal wegführten, doch neben ihnen war eine Tür. Er nickte dorthin, und sie achteten sorgfältig darauf, nicht beobachtet zu werden, als sie in die Besenkammer traten. Hermione glaubte, im Augenwinkel eine Strähne von Ginnys langen roten Haaren gesehen zu haben, als sie die Tür schloss.
„Muffliato", flüsterte die junge Frau. Sie hätte es Ginny gerne ermöglicht, die Unterhaltung mit anzuhören, doch sie konnte nicht riskieren, dass jemand Anderes mithörte.
Die Augenbraue des Tränkemeisters schoss nach oben, doch er kommentierte die Verwendung des Zauberspruchs nicht.
„Du bist seit ein paar Stunden keine Schülerin mehr, aber eben erst seit ein paar Stunden", begann er stattdessen. „Sie werden fragen, was genau zwischen uns ist und wie lange es schon geht."
„Das verstehe ich. Du hast recht, das geht heute nicht. Aber darf ich Deinen Worten entnehmen, dass es irgendwann gehen wird? Dass wir demnächst anfangen könnten, miteinander auszugehen?"
Er schwieg einige Momente und starrte die Wand an, sein Körper war angespannt. Hermione nahm seine Hand und trat in sein Blickfeld.
„Ja", flüsterte er schließlich und sah sie an. Als sich seine schwarzen Augen sich in ihre braunen bohrten, zog Hermione ihn unwillkürlich weiter zu sich heran.
Die junge Frau hielt den Atem an, als er sich langsam zu ihr hinunter beugte und ihre Finger ineinander verschlang. Seine freie Hand wanderte ihren Rücken nach oben zu ihrem Nacken und seine Lippen waren nur noch Millimeter von ihren entfernt.
Als sie die Stimme und die eiligen Schritte hörten, die sich auf die Besenkammer zubewegten, war es bereits zu spät.
„Miss Weasley, dürfte ich Sie fragen, was Sie hier -?" Professor McGonagall riss die Tür zur Besenkammer auf, an der Ginny gerade gelauscht hatte. Die Rothaarige verzog schmerzvoll das Gesicht und schaute ihre beste Freundin und den Tränkemeister entschuldigend an, die vor Schreck zwar auseinandergespritzt waren, jedoch noch immer Hand in Hand standen.
Die Hauslehrerin dagegen sah ruhig zuerst zwischen Hermione und Ginny und dann zwischen Hermione und Severus hin und her. Dann bedeutete sie Ginny, in die Besenkammer zu treten, die mit einem Schwenker ihres Zauberstabs plötzlich doppelt so groß war, trat selbst hinein und schloss die Tür.
Hermione war auf den großen Knall gefasst und sah mit gerunzelter Stirn auf McGonagalls Füße.
„Sie wird garantiert niemanden töten, falls das jemanden beruhigt", sagte Severus leise an die jungen Hexen gewandt, doch auch ihm war die Nervosität anzumerken.
Professor McGonagall atmete hörbar aus und holte dann tief Luft. Ohne einen der dreien anzusehen, schüttelte sie den Kopf. „Nein, keine Tote heute Nacht, seien Sie beruhigt."
Nach einem kurzen Schweigen machte sich ein ungläubiger Ausdruck auf ihrem Gesicht breit. „Also gut. Könnte sich jemand der Aufgabe annehmen, mich aufzuklären?"
Nun schnaubte Severus tatsächlich ein wenig verächtlich. Seine Mundwinkel zuckten amüsiert, als er entgegnete: „Das Unschuldslamm aufklären. Du hast schon Mitschüler beider Geschlechter in Besenkammern flachgelegt, als man an uns nicht einmal im Traum gedacht hat."
McGonagall errötete leicht, brachte aber dennoch einen Blick zustande, der Hermione an die tödlichen Augen eines Basilisken erinnerte. Ihre Retourkutsche kam sofort.
„An manche von euch hat man da noch länger nicht gedacht als an andere." Zum ersten Mal sah sie Hermione ganz offen in die Augen, ehe sie sich an Severus wandte. „Ich habe sie dort übrigens nicht flachgelegt, dafür ist hier nicht genügend Platz. Und wie Du richtig anmerkst, waren es Mitschüler, was impliziert, dass ich selbst noch Schülerin war. Du allerdings..."
Severus nickte ernst und seufzte leise. „Ich bin Lehrer und Hermione ist eine ehemalige Schülerin. Ich gestehe Dir zu, dass Du Dir unweigerlich Gedanken darüber machen musst, ob zwischen uns schon länger etwas war oder ist, wenn Du uns am Abend ihres Abschlussballs in solch einer Situation erwischst."
„Aber es war und ist nichts!", warf Hermione mit fester Stimme ein. „Noch nicht. Ich habe Professor Snape um ein persönliches Gespräch gebeten, deshalb sind wir hier drin, und ich habe ihn gerade gefragt, ob er mit mir ausgehen würde, als wir Ihre Stimme gehört haben." Ihre Stimme wurde dünner und war nur noch ein Flüstern, als sie hinzufügte: „Ich wollte uns nicht in Schwierigkeiten bringen."
„Kind, Sie sind nicht in Schwierigkeiten", seufzte Professor McGonagall. „Jedenfalls nicht, wenn Sie sich heute Abend von niemand Anderem mehr erwischen lassen. Ich werde Ihre Geschichte nicht überprüfen, vergessen, was ich gesehen habe und sehr überrascht tun, wenn der Tagesprophet demnächst berichtet, dass Hermione Granger und Severus Snape miteinander ausgehen. Oder vielleicht erfahre ich es auch schon vorher, weil es sich dabei um eine Mastergrads-Anwärterin meines Schwagers und einen nahestehenden Kollegen und Freund handelt. Vorausgesetzt, und davon gehe ich aus, Severus hat Ihrer Bitte zugestimmt."
„Das habe ich", antwortete Severus, den Blick auf ihre noch immer verschränkten Hände gerichtet.
Professor McGonagall richtete sich auf und strich ihre Robe glatt. Dann wandte sie sich noch einmal den Hexen zu, als sei ihr gerade etwas eingefallen. „Sie beide waren zu keinem Zeitpunkt ein Paar, richtig?", fragte sie.
Hermione und Ginny schüttelten die Köpfe. Die Rothaarige wagte es noch immer nicht, irgendwen anzusehen, und fokussierte den Boden.
„Sehen Sie meine falsche Annahme als Kompliment und pflegen Sie Ihre innige Freundschaft gut."
„Entschuldigen Sie, dass wir das Spiel mitgespielt haben", meldete sich nun Ginny zu Wort.
Die Hauslehrerin lachte leise auf. „Ich werde Ihnen in dieser Sache nichts vorwerfen, das ich in Ihrem Alter nicht selbst getan hätte." Schließlich wurde sie wieder ernst. „Miss Weasley, wir sollten zurück auf die Feier. Ihre Brüder haben Sie bereits gesucht."
„Professor?" Hermione sah der Hauslehrerin fest in die Augen, als diese sich noch einmal umwandte. „Danke."
Professor McGonagall nickte knapp und machte die Tür mit einem Schwenker ihres Zauberstabs von innen durchsichtig. Als sie sichergestellt hatte, dass niemand draußen war, öffnete sie die Besenkammer, schob Ginny nach draußen und folgte ihr mit leisen Schritten.
Minutenlang blieben Hermione und Severus starr und schweigend stehen. Sie beobachteten, wie die beiden Hexen, die die Kammer gerade verlassen hatten, auf direktem Weg zurück in die Große Halle gingen, wobei sich die jüngere von beiden noch einmal lächelnd umdrehte.
Schließlich schüttelte Hermione sachte den Kopf. „Ich hatte wirklich Angst, dass sie Dir einen Fluch auf den Hals hetzt oder Dir mit bloßen Händen an die Kehle geht."
„Ob man es glauben möchte oder nicht, aber Minerva und ich sind seit ein paar Jahren gut befreundet. Unsere Generationen würden Dir sagen, dass das vollkommen unmöglich ist, weil wir Jahrzehnte damit verbracht haben, uns gegenseitig anzufeinden und jede Schwachstelle auszunutzen, die wir finden konnten." Er schüttelte nachdenklich den Kopf. „Sie wird kein Wort von dem erzählen, was sie gesehen hat, wenn Du nicht erzählst, was Du über ihre Jugend gehört hast. Das sollte übrigens auch für Mi-"
„Ginny wird ebenfalls schweigen wie ein Grab."
Eine erneute Pause entstand, während der Hermione sich auf die Hand konzentrierte, die noch immer ihre hielt. Sie hörte Severus neben sich schwer atmen und fragte sich, was wohl gerade im Kopf des Tränkemeisters vor sich ging.
„Was ist, machen wir jetzt dort weiter, wo wir aufgehört haben?", fragte sie schließlich mit einem schüchternen Schmunzeln.
Ein kurzes leises Lachen ließ ihr Herz höher schlagen, und sie fürchtete, es könnte ihr gleich aus der Brust springen, als Severus sie an sich zog und ihr sanft eine Locke hinter die Ohren strich. Sein Gesicht war ganz nah an ihrem und sein liebevoller, intensiver Blick ließ Hermiones Knie weich werden.
„Hilf mir auf die Sprünge", flüsterte er dann und sie konnte seinen warmen Atem auf ihrem Gesicht spüren, „wo waren wir noch gleich stehengeblieben?"
Die junge Frau versuchte ihren eigenen Atem unter Kontrolle zu halten und ihre Augenlider flatterten ein wenig, als sie antwortete: „Du hast Dich gerade zu mir heruntergebeugt und ich habe die Luft angehalten."
„Die Luft angehalten? Du solltest atmen, solange Du noch kannst."
Ein Lächeln umspielte die Lippen, die längst Hermiones Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatten. Sie schaute mit schnellen Blickbewegungen zwischen Severus' Lippen und Augen hin und her.
„Du meinst, Du hast vor, mir gleich den Atem zu rauben?", flüsterte sie, und im nächsten Moment tat er genau das.
„Gehst Du mit mir aus, Hermione?", fragte Severus, als sie sich voneinander lösten, um nach Luft zu schnappen. „Darf ich Dich demnächst zum Essen einladen?"
Hermione lehnte ihre Stirn gegen seine Schulter und nickte an seiner Halsbeuge. „Wir könnten für den Anfang in kleinere Muggelstädte gehen, wo uns niemand kennt."
„Wir sollten trotzdem noch ein wenig warten. Du kommst gerade-"
„-frisch aus der Schule, ja, ich weiß", seufzte die junge Hexe.
„Ich will kein ewiges Versteckspiel spielen müssen." Sie konnte die Anspannung seines Körpers fühlen, seinen Kampf mit den Worten. „Gib uns noch ein paar Wochen Zeit, in denen Du noch einmal über alles nachdenken kannst."
„Was meinst Du?" Sie hob den Kopf wieder und schaute ihn verwundert an.
Er mied ihren Blick und seine Brust hob und senkte sich schnell. „Darüber, ob Du das wirklich willst."
Ein frustriertes Stöhnen entwich ihr. „Severus!", war ihre einzige Antwort.
„Ich behaupte nicht, dass Du unreif oder zu jung bist um zu wissen, was Du willst. Ich möchte nur, dass Du Dir das gut überlegst. Eine Beziehung zwischen uns wird nicht ohne Folgen bleiben; mit der Presse können wir vielleicht umgehen, aber denk an Deine Freunde und Familie."
„Hast Du Angst?", fragte Hermione leise. Konnten die Sorgen, die er sich um sie machte, eine Fassade sein? War vielmehr er sich nicht mehr sicher, ob er mit ihr zusammen sein wollte?
„Natürlich habe ich Angst!", entgegnete er hitzig. „Davor, dass Du in ein paar Monaten feststellst, dass Du Dich geirrt hast; dass ich nicht das bin, was Du Dir erhofft oder vorgestellt hast, und dass Du dann bereust, hier eine übereilige Entscheidung getroffen zu haben."
„Diese Entscheidung habe ich nicht hier und heute getroffen, sie ist längst und nach reichlicher Überlegung gefallen", erwiderte Hermione sanft und fuhr mit den Fingern seinen Arm auf und ab, was ihn zum Schaudern brachte. „Ich will das heute, ich will das morgen, ich will das übernächste Woche, ich will das in drei Jahren, ich will das für den Rest meines Lebens. Ich will Dich." Sie nahm einen zittrigen Atemzug, bevor sie hinzufügte: „Ich liebe Dich, Severus."
Sie spürte, wie der Tränkemeister ihr Gesicht in beide Hände nahm, es sanft anhob und so dafür sorgte, dass ihre Augen sich wieder trafen. Seine Antwort war ein leises Flüstern.
„Ich Dich doch auch, Hermione. Ich liebe Dich."
~x~
„Hättest Du gedacht, dass wir an eurem Abschlussball alle vier jemanden am Arm haben?"
Hermione verzog das Gesicht. „Na ja, am Arm habe ich ihn jetzt nicht gerade –"
„Aber vorhin hattest Du ihn sogar am Mund, also beschwer Dich nicht", zwinkerte Ginny und sah amüsiert, wie die Ältere leicht errötete.
Die besten Freundinnen saßen auf der Treppe des Podiums in der Großen Halle und beobachteten die letzten Verbliebenen des Abschlussballs, darunter auch Harry mit Tonks und Ron mit Parvati. Chris war bereits ins Bett gegangen und Ginny genoss die Zeit mit Hermione. Viel blieb ihnen davon auf dem Schloss schließlich nicht mehr übrig.
Die Band hatte längst aufgehört zu spielen und Wizard Rock vom Band, zu dem eifrig getanzt wurde, tönte durch den Saal. Ab und zu wankte jemand zur Bar; Hermione war sicher, dass dort nur noch wenig bis gar kein Alkohol mehr ausgeschenkt wurde, sie glaubte sogar zu sehen, dass Ampullen mit Zaubertrank in die Gläser geschüttet wurden. Dumbledore sorgte offenbar gut für seine Schäfchen und verhinderte, dass sie einen Kater bekommen würden. Oder vielleicht wollte er einfach der Sauerei vorbeugen, die entstehen würde, wenn die ehemaligen Schüler sich einer nach dem anderen herzhaft übergeben würden.
„Wie ist es so mit ihm?", fragte die Rothaarige nun ernst und legte Hermione liebevoll eine Hand auf den Arm. Während die Angesprochene noch nachdachte, schaute Ginny sich um und bemerkte die Professoren McGonagall und Snape an einem Tisch in der Nähe, die beide die Augen auf ihre beste Freundin gerichtet hatten, Snape etwas verträumt, McGonagall eher amüsiert. Sie sagte irgendetwas, das Ginny nicht hören konnte, und Snape trat ihr daraufhin unter dem Tisch gespielt entrüstet ans Schienbein, was ihr Grinsen jedoch nur breiter werden ließ.
Ginny unterdrückte ein vergnügtes Glucksen.
„Es ist, als würde ich ihn schon lange kennen", holte Hermiones Stimme sie schließlich zurück zu ihrem eigenen Gespräch. „Das Gefühl, wenn er mich hält oder küsst, kommt mir so vertraut vor, und irgendwie ist es doch neu."
Ginny lächelte. Weder der Tränkemeister noch sie würden Hermione je erzählen, was aus ihrem Gedächtnis gelöscht worden war. Von einem Neuanfang hatte er in jener Nacht gesprochen, in der er sie mit einem Gedächtniszauber belegt hatte, und genau das war passiert: Hermione hatte noch einmal neu anfangen und sich selbst über ihre Gefühle für Severus klar werden können, und auch er hatte sich noch einmal neu mit dem Gedanken auseinandersetzen können, dass er sich in eine Schülerin verliebt hatte.
„Ich glaube, mit Leuten, die man liebt, ist es wie mit besten Freunden: Egal wie kurz die gemeinsame Zeit erst ist, man hat irgendwie das Gefühl, dass man sich schon ewig kennt."
Mit einem Seufzen legte Hermione ihren Kopf lächelnd auf Ginnys Schulter. „Dich kenne ich schon mindestens drei Ewigkeiten."
Ginny legte den Arm um ihre beste Freundin und zog sie ein wenig zu sich heran.
„Soweit ich mich erinnere", sagte sie dann, „sind es viereinhalb."
~x~
Irgendwie fand ich es schöner, die Geschichte mit Freundschaften zu beenden als mit der Liebeserklärung...:)
Wer hat übrigens zu irgendeinem Zeitpunkt mit Tonks gerechnet? ;))) Ich gebe zu, ich habe dazu tatsächlich nur einen Mini-Hinweis in Kapitel 11 gesät, es war quasi nicht zu erraten. ;)
Jetzt freue ich mich auf eure Rückmeldungen und danke euch nochmals,
macht es gut und genießt den Frühling und Sommer,
Mione
