A/N: Danke an die bisher 2000 Leser … für meine erste Mentalist-Fanfic nicht schlecht … etwas Neues ist in Planung.

Also hier ist das neue Kapitel … ich hoffe, es gefällt, auch wenn noch nicht alle Antwortet gegeben werden können.

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Kapitel 11

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Zuhause angekommen, spürte Jane, dass es Teresa schwer fiel, sich von Lanie zu trennen. Doch er verstand sie, ihren Gemütszustand, immerhin hatte er auch geliebte Menschen im Leben verloren. Eigentlich hatte er vorgehabt, ihr die Angebote dreier Häuser an diesem Abend zu unterbreiten, doch war jetzt sicherlich nicht der richtige Zeitpunkt dafür.

Zuerst kochte Patrick Spaghetti mit Lachs für sie beide, dünstete Karotten für Lanie. Beim Abendessen war Lisbon ungewohnt ruhig, wortkarg. Er wusste, wenn er sie in eine Richtung drängen würde, dann würde es nicht gut enden und normalerweise würde er dies machen. Drängen. Aber in einer Situation wie dieser war ihm nicht nach noch mehr Tränen. Irgendwann würde er sonst auch weinen.

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In der Nacht auf der Couch hatte er zwar etwas Schlaf gefunden aber nicht sehr viel. Einige Zeit hatte er damit verbracht, Lisbon beim Schlafen zu beobachten. Obwohl Lanie die Nächte zuvor bereits in ihrem eigenen Zimmer, in ihrem eigenen Bett, geschlafen hatte, lag sie dieses Mal wieder neben Teresa.

Das Frühstück war rasch hergerichtet, auf der Terrasse. Zuerst entführte er das Baby aus Lisbons Bett. Sie war scheinbar schon länger wach und brauchte eine neue Windel. Es fühlte sich für ihn wieder so natürlich an, als würde jemand ihn brauchen.

Dann drapierte er die drei Portfolios der Häuser am Terrassentisch. Zwei Tage hatte er gebraucht, um alle von seinem Makler angebotene Objekte zu besichtigen und den Vorschlag auf drei zu reduzieren, drei sehr unterschiedliche Objekte.

Es war ein großer Schritt, aber sein Haus in Malibu war rasch verkauft worden und das für eine höhere Summe als erwartet. Der Tipp des Maklers, das Zimmer in dem die Morde passiert waren, dreimal überstreichen zu lassen, hatte sich scheinbar ausgezahlt. Der russische plastische Chirurg schien keine Ahnung zu haben, was damals in diesem Haus vorgefallen war und Fragen hatte er auch keine gestellt, also hatte der Makler auch nichts gesagt. Immerhin ging es auch um seine Provision.

Zwei Tage war er quer durch Sacramento und sein nahegelegenes Umland gefahren, hatte sich mehr als dreißig Häuser angesehen. Manche waren schön gewesen, manche einfach zu weit vom CBI entfernt. Andere hatten keine passenden Schulen in der Nähe gehabt. Viele Gründe .Es war ihm unmöglich gewesen, nachhause zu kommen, ohne gleich zu verraten, was er gemacht hatte, daher hatte er in einem billigen Motel geschlafen. Obwohl er kein Problem hatte, Geheimnisse vor Lisbon zu verbergen, war dieses Vorhaben doch viel zu groß, viel zu groß um es zu verheimlichen.

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Wo war Lanie? Das war das erste, was sich Teresa fragte, als sie ihre Augen öffnete und ihre Hand ins Nichts griff. Erst als sie den dünnen Morgenmantel übergezogen hatte, den sie seit Jahren nicht mehr getragen hatte, hörte sie Jane – durch das offene Schlafzimmerfenster – wie er auf Lanie einredete.

„… Du mein Engel wirst sicherlich viele Freunde finden … Wie kann man dir denn wiederstehen? … Schon fertig mit deinem Morgenfläschchen? … Was wird Teresa sagen?" Viele Fragen. Im Grunde waren es Fragen über Fragen, zu denen Lisbon keine Antwort wusste.

Als sie sich an den Tisch setzte, reichte er ihr eine frisch gebrühte Tasse schwarzen Kaffee, so wie er ihn immer für sie zubereitete.

Erst danach wanderten ihre Augen zu den drei zusammengehefteten Papierstapel. Fragend sah sie ihn an, während sie einen Schluck Kaffee zu sich nahm und mit der anderen Hand nach einer Semmel griff.

„Ich möchte, dass du sie dir ansiehst. Du musst nicht sofort eine Entscheidung treffen … aber ich denke?"

„Um was geht es überhaupt?", fragte sie nach und griff nach dem ersten Paket Papier. „Oh …", entkam ihr nur, als sie das Portfolio des ersten Hauses sah.

Es war ein Condo. 1815 Garden Highway. 495.000 Dollar. Drei Schlafzimmer, drei volle Badezimmer. Sie blätterte weiter, sah einige Bilder. Viele Stiegen führten durch das ganze Haus. Der Blick war allerdings unglaublich, ungetrübt auf den Fluss. Ein Traum. Aber beinahe 500.000 Dollar waren sehr viel Geld, viel zu viel Geld.

„Wieso jetzt?", fragte sie und biss von der Semmel ab.

„Ich dachte, es wäre Zeit. Wir … du hättest genügend Zeit dich mit Lanie einzuleben, bevor sie in den Kindergarten kommt. Du brauchst mehr Platz. Der Garten und die Terrasse hier sind wunderbar und ich mag dein Haus. Ich mag es sogar sehr. Aber Lanie wird rasch mehr Kleidung haben, viel mehr Spielsachen. Es wird jetzt bereits eng.

„Und du musst auf der Couch schlafen …", sagte sie und lachte beinahe.

„Ich mag Sofas", sagte er mit einem Grinsen. „Dieses hier ist nur etwas kurz." Und das stimmte. Immer wenn er darauf lag, musste er die Beine entweder wirklich anziehen oder über die Armlehne legen, beides war nicht sehr bequem. Hätte er sein Sofa vom Revier oder aus ihrem Büro hier, wäre alles einfacher. Bequemer. „Aber schau dir einmal alle drei an, bevor du dir ein Urteil bildest. Es muss auch keines davon sein."

Als sie das zweite Portfolio öffnete, fiel ihr gleich der geringere Preis auf 260.000 Dollar. Und das Grundstück befand sich in 580 80th Street Nordwest. Das Grundstück war 500 Quadratmeter groß, also überschaubar. Es gab eine Doppelgarage und der Vorgarten war eingezäunt. Die Fassade war in einem hellen Gelb gestrichen, freundlich ohne langweilig zu wirken. Die weiteren Bilder zeigten einen Pool, dunkle Holzböden im Haus, einen Wirtschaftsraum. Zudem hatte das aus vier Schlafzimmer, drei komplette Bäder mit Wanne und Dusche. Alle Bäder waren mit dunkelblauen Fliesen ausgekleidet.

Wieso war das Haus so günstig? Bei der Ausstattung? Dem Pool. Einem voll eingerichteten Wirtschaftsraum, einer nagelneuen Küche.

„Oh, ich weiß was du dich fragst. Die Frage ist einfach zu beantworten. Der Hausherr hat sich im Keller erhängt, vor mehr als zwei Jahren. Damals hat das Haus noch mehr als das Doppelte gekostet."

„Das Haus eines Toten?"

„Ist es denn wichtig? Weißt du mit Sicherheit, dass hier noch nie jemand gestorben ist?"

Er hatte Recht. Es klang grauenhaft, war aber nicht falsch. Sie wusste es nicht, hatte sich auch noch nie Gedanken darüber gemacht. Nicht in San Francisco und auch nicht in Sacramento. Abgesehen davon war das Erhängen eine sehr saubere Variante sich umzubringen, sofern es nicht zu heiß war und man die Leiche rechtzeitig fand.

„Eben", kommentierte er, als sich ihre Gesichtsmuskulatur entspannte und sie ihr Kaffeehäferl leerte. „Und dir gefällt der Pool. Die blauen Badezimmer?"

Sie nickte. Ein Mundwinkel hob sich leicht an zu einem Lächeln. Teresa griff nach dem dritten Portfolio und öffnete es. Das Haus bestand aus Holz, dunklem Holz. Es kostete knapp unter 200.000 Dollar. 12 Bunrathy Creek. Vier Schlafzimmer, 3 Bäder und 150 Quadratmeter Grund.

Lisbon wusste, dass wenn sie ihm nun sagen würde, dass es Haus Nummer zwei war, das ihr besonders gut gefiel, dann würde sie es am kommenden Morgen haben. So war Jane.

Patrick musterte Teresa. Sie trank ihre zweite Tasse Kaffee, einige Erdbeeren. Immer wieder wanderten ihre Finger und Augen zu den Hausangeboten und er erkannte, dass es wirklich Haus zwei war, das ihr besonders gut gefallen hatte.

„Also, wir scheinen einen Gewinner zu haben", verkündete er schließlich.

Es lag nur 30 Minuten vom CBI entfernt, der Garten war groß und bot genügend Platz. Außerdem gab es zum Schlafzimmer im Erdgeschoß einen extra Eingang. Er könnte kommen und gehen, wann immer er es wollte.

Er musste es ihr nicht schmackhaft machen. Nein, er holte den Laptop aus dem Wohnzimmer, rief die Seite im Internet auf und zeigte ihr weitere Fotos. Die Schlafzimmer. Den Garten. Das Pool. Die große Garage, die auch zwei Autos fassen konnte.

Und der Preis war kein Problem. Anfänglich hatte er das Haus in Malibu für 7 Millionen angeboten, er dachte, dass der Preis viel zu hoch sei. Der Makler hatte es dann schließlich für 9,9 Millionen verkauft. Viel zu viel. Wucher. Aber das erste Mal seitdem er Teresa kannte war er froh, solch einen Gewinn gemacht zu haben. Und er war es nicht gewesen, der den Käufer über den Tisch gezogen hatte. Der Russe hatte nicht einmal verhandeln wollen.

Es war nicht Janes Vorhaben, ihr zu sagen, wie viel Geld er für sein Haus bekommen hatte. Es sollte nicht wichtig sein, Geld sollte in ihrer Beziehung keine Rolle spielen.

Er würde sich um alle Formalitäten kümmern.

Vielleicht wäre es eine Art von Abschluss. Eine Möglichkeit für ihr nach mehr als zehn Jahren damit zumindest teilweise abzuschließen. Wirklich zu Ende wäre es erst, wenn Red John tot war. Mausetot.

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In den folgenden drei Wochen war er ein braver Patrick Jane. Er erschien pünktlich, um sich um Lanie zu kümmern, bereitete Abendessen vor. Immer wenn er Zeit in Teresas Haus verbrachte, prägte er sich einen anderen Teil ihres Stils ein. Die Kleinigkeiten. Die Farbkombinationen. Die Art und Weise, wie sie Bücher einordnete.

Er würde im neuen Haus die Böden abschleifen lassen, den Keller modernisieren. Natürlich würde er ihr alles als Vorschlag unterbreiten. Ein neuer Anstrich für jedes Zimmer. Eine Rundumkontrolle des Pools. Die Terrasse sollte einen Teak-Boden bekommen, anstatt der Waschbetonplatten, die man damals verlegt hatte. Es waren Kleinigkeiten. Keine großen, zeitraubenden Veränderungen.

Und das Haus war ganz anders als das, das er in Malibu besessen hatte. Es war kleiner. Überschaubarer. Heimeliger. Intimer. Malibu war ein Haus, das seine Betrügereien wiedergespiegelt hatte, sein Leben – die Art und Wiese, wie er den Menschen das Geld aus der Tasche gezogen hatte. Es war für Angela viel zu groß gewesen, sie hatte es zwar gemocht, sich daran gewöhnt, aber am Anfang hatte sie ihn immer wieder wissen lassen, dass sie sich darin einsam fühlte.

Das hier war anders. Als er nun davor stand, die Papiere für den Kauf in Händen, wusste er, dass alles anders sein würde. Vielleicht würde er wieder eine Familie haben. Frau und Kind. Vielleicht war er noch nicht bereit dazu, aber es war ein Schritt in die richtige Richtung. Es war der erste Schritt den er wagte, seitdem seine Frau und Tochter ums Leben gekommen waren.

Mit dem Vertrag in der einen und den Schlüsseln für das Haus in der anderen, fiktiv gesprochen, fuhr er an diesem Abend zu Lisbon nachhause. Lanie schlief im Kindersitz auf der Rückbank seines Citroens.

Teresa wartete schon auf ihn, war verwundert, dass sie nicht im Haus gewesen waren und keine Nachricht hinterlassen hatten. So hatte sie begonnen Ziegenkäse zu schneiden, eine Gurke zu schälen und in Würfel zu schneiden, Oliven aus dem Glas im Kühlschrank zu nehmen. In den letzten Tagen war es oftmals Jane gewesen, der sich um das Abendessen gekümmert hatte, nun tat sie es. Teresas Kochkünste waren beschränkt. Sie hatte für ihre Brüder immer dieselben Gerichte kochen müssen, diese konnte sie auswendig, kochte sie aber nie. Für Neues fehlte ihr die Muse.

Die Flasche Bier in der Hand, stand Teresa auf der Terrasse und drehte sich um, als sie die Eingangstüre hörte. Er war zurück. Mit Lanie, die immer noch im Kindersitz schlief.

Die Agentin nahm ihm das Kind ab, stellte den Maxi-Cosi auf den Couchtisch, bevor sie ihn musterte. Doch viel Zeit hatte sie dafür nicht, denn in diesem Moment reichte er ihr den Vertrag und ihren Schlüssel zum Haus.

„Gratulation"; sagte er nur und wartete auf Lisbons Reaktion.

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Ende Kapitel 11

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A/N 2: So danke noch einmal für's Lesen der Geschichte. In den kommenden 10 Tagen wird es bei mir beruflich etwas stressig, daher kann ich keine Updates garantieren. Ich bemühe mich natürlich. Abgesehen davon habe ich genügend Handlung für ca. 5 weitere Kapitel fertig – handschriftlich bisher – also, keine Sorge!

Oh …. Und natürlich freue ich mich über Reviews … Schwarzleser *tzzz*