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Kapitel 34

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Als Kate inmitten der Nacht aufwachte, weil der Wind tobte und sie das Gefühl hatte, dieser würde Heulen wie ein Tier, ging sie, nackt wie sie war, in Richtung des Fensters, beobachtete kurz die Schneeflocken beim Fallen. Am Weg zurück zu Rick legte sie zwei Holzscheite nach, da das Feier dabei war, auszugehen und setzte sich wieder neben ihn.

So stand sie dann vor der Couch und studierte ihren schlafenden Partner. Rick. „Du hast einen guten Vater", murmelte sie und fuhr sich über den Bauch. „Einen, der dich vorbehaltlos lieben wird." Das Feuer loderte wieder im Kamin. War all das zu gut, um wahr zu sein?

Dass er sie wollte, das hatte er letzte Nacht bewiesen und er hatte es ihr mehrmals offenbart. So gut und so intensiv war es noch nie in ihrem Leben gewesen. Nur was wollte er in Wirklichkeit von ihr? Das Kind und ihren Körper? Gut, wenn das der Preis sein sollte, würde sie ihn zahlen, um ihrem Baby eine Familie zu bieten, wie lange es auch immer halten würde. Immerhin bot Rick ihr Stabilität, ein Zuhause und eine Familie – mehr als sie damals von ihm erwartet hatte, als sie ihm in dem Kaffeehaus gesagt hatte, dass sie ein Baby erwarte. Im Grunde war so und so alles anders verlaufen, als sie es sich erwartet hatte.

Nun saß sie neben der schlafenden Gestalt und gestand sich ein, dass in ihrem Leben noch nie ein Plan wirklich aufgegangen, immer etwas dazwischen gekommen war. Und nun lag Rick nackt neben ihr und Kate wusste, dass es zumindest eine Zeit lang halten würde – bis er sich verliebe, jemand anderen finde und diese Zeit bis dahin sollte ihnen gehören. Ohne einen Laut zu machen, nahm sie die Kette langsam ab, die um ihren Hals hing und öffnete den Verschluss. Sie zog den Verlobungsring hinunter, den Rick ihr zu Weihnachten gegeben hatte, betrachtete ihn sorgfältig im Schein des Feuers. Nun steckte sie ihn zum ersten Mal an. Der Ring war groß, mächtig und dominant an ihrer Haut, aber wahrscheinlich wollte er, dass jedermann ihn sehe und somit wisse, dass sie vergeben sei. Ein Zeichen von Besitzanspruch.

Doch dann wurde sie sich wieder bewusst, dass es nicht lange halten würde. Rick würde sich verlieben, eine Frau mit Modelmaßen wäre wahrscheinlich – kinderlos und ohne jegliche Probleme aus der Vergangenheit. Keine ermordete Mutter. Keinen Alkoholiker als Vater. Keine Angst vor fixen Beziehungen. Sie würde wahrscheinlich einen leicht nordischen Einschlag haben, entweder rote oder blonde Haare, ihr IQ würde niemals über 70 hinauskommen und sie wäre lieb. Handzahm. Verführerisch. Und wäre in der Lage, ihre Reize richtig auszuspielen. Sie wäre Ehe Nummer 4 und würde im Endeffekt nachgeben, weil es in ihrer Mentalität lag und sie würde mit dem Baby gehen, ohne Bedingungen zu stellen. Ohne einen Blick zurück. Ohne Reue. Man sollte die Zeit genießen, die man hatte, nicht nach mehr fragen – das hatte ihr ihre Mutter einst einmal zu ihr gesagt. Wahrscheinlich würde Rick niemals so empfinden, wie sie es tat. War es Liebe? Auf alle Fälle tiefe Sehnsucht, eine Gier, ein Hunger und zugleich eine tiefe innere Verbundenheit. Ein Verlangen, das nur Rick stillen konnte. Der Sex letzte Nacht war unglaublich gewesen, besser als sie ihn sich vorgestellt hatte und ihre Imagination war stets vorzüglich – doch war er intensiver, authentischer. Rick gab nicht vor, jemand zu sein, der er nicht war und auf eine für sie unlogische Weise schien er ihren neuen Körper anziehend, erregend zu finden. Vielleicht war es die, in ihren Augen, wesentlich größere Brust, die sie nun den anderen Frauen in seinem Leben ebenbürtiger erscheinen ließ.

Sanft fuhr sie ihm mit dem Finger über die Brust. Seine Haut war so weich. So zart, wie die eines Kindes. Falls sie einen Jungen bekämen und er Ricks blaue Augen hätte, dann wäre sie dem Kind hoffnungslos ausgeliefert. Doch war all das genug für eine Heirat? Eine Ehe als Mann und Frau. Bisher teilten sie den Tisch, aber nicht das Bett. Kate wollte auch nichts überspringen, nicht vor der Geburt – nein davor würden sie nicht mehr heiraten, das würde sie ihm klarmachen. Und sie würde darauf bestehen, dass sie ihr Schlafzimmer behalte, zumindest vorerst. Ein Rückzugsort. Auch jetzt gab es keinen Grund, jeden Tag in seinem Bett zu schlafen. Sollten sie wirklich heiraten? Welche Optionen hatte Kate?

Vorsichtig kuschelte sich Kate an Ricks schlafende Form und schloss wieder ihre Augen.

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Als Rick aufwachte und sie nackt neben sich liegen sah, konnte er nicht anders, als vorsichtig seine Lippen über die ihren gleiten zu lassen, mit den Fingers ihre dunkler werdenden Warzenhöfe zu umkreisen, bis sie sich zusammenzogen und hart wurden.

„Hm …", stöhnte sie leise und wand sich etwas im Schlaf in Ricks Richtung.

Dann begann Rick die Laken vorsichtig und langsam zu entfernen, legte rasch noch einen Scheit Holz nach und studierte ihre nackte Form kurz. Ihre schlanken, trainierten Beine, die schwindende Taille und der Bauch, der zunehmend dominanter wurde, ihr Busen – stundenlang könnte er ihn anstarren. Vor Kate hätte er sich als reiner Brust-Mann eingestuft, nun liebte er auch lange Beine. Kates Beine. Wieder wanderten Ricks Finger an ihr sensibles Fleisch, zogen die Form ihrer Brüste nach. Ihr Geruch – himmlisch. Kate wachte auf, öffnete langsam ihre Augen, als ihre Brustwarzen von den Lippen des Autors umschlossen wurden und daran saugten.

Bereits in der Nacht hatte er begonnen, ihren Körper in sich aufzusaugen, jeden einzelnen Millimeter in sich aufzunehmen und abzuspeichern. Jedes Muttermal. Jede Narbe.

Dann sah er schließlich den Ring an ihrer Kette und erkannte, dass es nur noch einer war, der daran hing. Nicht mehr beide. Der andere befand sich an ihrer Hand. Rick sagte nichts, gar nichts. Sie würde ihm heiraten, nach nur einer Nacht, die sie gemeinsam verbracht hatten. Doch da fragte sich Castle, ob das der richtige Weg war. Nach nur einer einzigen Nacht. Er würde ihr Zeit geben.

Schließlich wanderten seine Lippen an die ihren und sie küssten einander, anfänglich zärtlich und vorsichtig, doch rasch waren Kates lange grazile Finger in Ricks Haar und ließ ihm keine andere Wahl mehr als auf ihre Intensivierung einzusteigen – nicht, dass er es abgelehnt hätte.

„Möchtest du noch einmal …?", fragte er Rick vorsichtig und war bereits mehr als nur bereit für sie, allerdings war er das schon seit dem Moment, in dem er neben ihr aufgewacht war. Ein Blick hatte gereicht. Ein einziger Blick auf ihre zugedeckte schlafende Form – die edlen Gesichtszüge, das perfekte Schlüsselbein.

„Du bist unersättlich", antwortete Kate mit einem Lachen.

„Wie kann ich nach all den Wochen, in denen du mich jeden einzelnen Tag … Kate, jede einzelne Nacht bin ich in meinem Bett gelegen und habe mir vorgestellt, wie du in diesem Moment nackt aussehen würdest. Und dann deine Shirts, die so eng waren, die so wenig verbargen", erklärte er und war immer schneller beim Sprechen geworden. „Ich war jeden einzelnen Abend hart wie Stahl und musste mir selbst helfen." Was Kate nicht erfuhr war, dass jedes einzelne Mal ihr Name auf seinen Lippen gewesen war und jeden zweiten Abend hatte er danach die Laken gewechselt.

All das zu erfahren, erregte Kate zunehmend. Sie lagen seitlich nebeneinander und Rick starrte in ihre großen grünen Augen, die diesen gewissen Hauch von Braun in sich trugen.

„Du bist so unglaublich schön, Kate."

„Du auch, Writerboy." Castle lachte.

„Oh Kate, so etwas sagt man doch nicht zu und über einen Mann."

„Wieso?"

„Männer sind nicht schön."

„Wenn du wüsstest", erklärte sich und rollte ihn mit diesen Worten auf den Rücken. Langsam begann sie Küsste über seine gesamte Brust zu verteilen, widmete sich den empfindlichsten Stellen, zog mit der Zunge sein Brustbein nach und rutschte allmählich in Richtung Süden. Die gesamte Zeit war sein Penis hoch aufgerichtet, hatte sie an der Brust gestreift.

„Deine Brust … so schön … dein Bauch … und erst …", murmelte sie und nahm ihn schließlich in den Mund. Vorerst vorsichtig nur die Spitze seines Gliedes und einige Augenblicke quälte sie ihn, in dem sie sich leidglich mit dieser beschäftigte, ihre Zunge zirkeln ließ. Durchgehend stöhnte er ihren Namen, bis sie schließlich hinabglitt und so viel wie möglich in sich aufnahm, genau den passenden Druck ausübte und ihn gleichzeitig massierte. Und Castle ließ sie wissen, dass sie es gut machte. Und als er schließlich in ihren Mund kam, war es ihr Name, der auf seinen Lippen war.

Wie sich all das anfühlen würde, hatte sie sich viele Wochen hindurch gefragt, seitdem sie ihn kannte. Seit dem ersten Tag, an dem er in ihr Leben getreten war und anfänglich zwar eine Last darstellte, irgendwann aber wirklich ein hilfreiches Anhängsel wurde. Und nun war er in ihr gekommen und sie hatte zum ersten Mal in ihrem Leben keinen Ekel empfunden.

Rick gestand sich ein, dass sie scheinbar Ahnung hatte von dem was sie tat und er sicherlich nicht er erste war, der ihre Küste genießen hatte dürfen. In dem Moment, als Kate wieder neben ihm lag, erklärte er ihr, wie einzigartig und einmalig sie war. Dann griff er nach ihrer Hand, die die den Ring trug und küsste sie, sagte aber kein Wort. Bei einem war er sich sicher, er wollte es nicht zerreden.

„Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie oft ich bereits von diesem Moment in den letzten Jahren geträumt habe. So unglaublich oft – dich in meinen Armen liegend. Nackt. Und mit diesem bezaubernden Lächeln auf deinen sinnlichen Lippen." Er streichelte ihr Gesicht und blickte ihr tief in die Augen. „Du bist Alexis bereits jetzt mehr eine Mutter als es Meredith jemals gewesen ist und auch diesem Baby und jedem anderen." Kate zog die rechte Augenbrauche hoch, sprach er gerade von mehr als diesem Baby?

„Ich kann einfach nicht genug von dir bekommen."

„Ich von dir doch auch nicht, aber lass uns nichts überstürzen. Was wir hier haben, ist etwas Besonderes und Fragiles. Es kann so leicht zerbrechen."

Kates Unsicherheit war ihr ins Gesicht geschrieben, doch konnte Rick es nicht recht interpretieren.

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Das Wochenende war rasch zu Ende gegangen, hatten sie doch die meiste Zeit unter den warmen Laken verbracht, eng umschlungen. Doch war auch in New York die Zeit auch nicht stehen geblieben. Alexis hatte Martha gegenüber, in einem Moment innerer Unsicherheit, der sie sehr selten überkam, angemerkt, dass sie Angst hatte, dass das neue Baby alles verändern würde. Alles grundlegend verändern würde. Sie fürchtete, dass ihr Vater sie weniger lieben würde. Martha beteuerte zwar, dass das nicht der Fall sein würde, erahnte aber, dass ein Teil natürlich der Wahrheit entsprach.

Bisher war Rick immer nur für Alexis da gewesen, hatte sich Tag und Nacht nur um sie gekümmert. Beinahe jeder Wunsch war ihr erfüllt worden und hatte es nicht auf Anhieb funktioniert, hatte sie stets einen Weg gefunden, um ihn davon zu überzeugen. Abgesehen davon war sie immer sein Lebensinhalt gewesen, all seine Termine hatte er von klein auf um ihre Kindergarten und Schulaufführungen arrangiert. Meredith war rasch nicht mehr im Bild gewesen, Gina hatte sich nie um Alexis gekümmert, daher war es immer nur Rick gewesen und später dann Martha selbst.

Und nun war Kate da, das neue Baby unterwegs. Eine unerforschte Beziehung und eine ungeplante Schwangerschaft. Auf irgendeine Weise würde Alexis etwas auf der Strecke bleiben. Sie war ein Teenager, jeder andere würde sich darüber freuen, wenn der Vater weniger Interesse am Leben der Tochter haben würde. Doch Alexis war kein typischer Teen. Sie war es gewöhnt, dass sie alles bekam. Alles. Ihr Wille wurde stets durchgesetzt. Immer. Jedes einzelne Mal. Und bisher hatte sich niemand wirklich in ihre Beziehung eingemischt. Gina war jeden einzelnen Tag darum bemüht gewesen, so wenig wie möglich mit dem Mädchen zu tun zu haben. Doch auch wenn Alexis all dies nicht hätte sehen wollen, es war nur eine Frage der Zeit, bis es so weit kommen würde.

Kate war nun ein Teil ihres Lebens, ein Teil der kleinen Familie, die dabei war, erweitert zu werden. Sie würde sich anpassen müssen, so wie alle in ihrem Umfeld. Beckett war jetzt die Frau im Haus und spielte offensichtlich eine Wichtige Rolle für Rick in seinem Leben, aus genau diesem Grund würden die beiden Frauen mitsammen auskommen müssen.

Bisher hatte Kate Martha noch keinen Grund erkennen lassen, wieso es nicht klappen sollte. Sie war dem Teenager eine gute Freundin, ohne sie bemuttern zu wollen. Das Mädchen ging zu der Polizistin, wenn es Fragen hatte oder auch nur plaudern wollte. Kate stieß sie nicht weg.

Es würde sicherlich ein Prozess werden, den Alexis durchleben würde müssen, um ihren neuen Platz in der Familie zu finden. Natürlich würde das neue Baby im Mittelpunkt stehen, das war selbstverständlich und selbst Alexis hatte angedeutet, dass sie dies sogar etwas verstehen würde, immerhin war es ein Baby. Wer konnte Kleinkindern schon widerstehen?

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Wie es nach dem gemeinsamen Wochenende weitergehen sollte, war den beiden, die gerade im Auto saßen und von den Hamptons zurück nach New York fuhren, momentan noch nicht ganz klar. Sie hatten bisher kein Wort darüber gewechselt. Die gesamte Rückfahrt hatte Kate gedöst oder die Schneemassen studiert, die immer mehr zu schienen wurden.

Es schneite seit Tagen und die weißen Massen verhüllten Stock und Stein. Wenige Straßen in den Hamptons waren geräumt, wer würde auch bei diesen Temperaturen freiwillig das Haus in dieser Gegend verlassen?

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Ende Kapitel 34

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A/N: Nein, keine Blockade nur interferiert gerade das richtige Leben mit dem Schreiben ganz ungemein. Ganz furchtbar.

Aber unglaublich …. Insgesamt 900 Reviews und über 90.000 Lesungen ….unglaublich, ich konnte und kann es kaum fassen!