A/N: Entschuldigt Fehler die mir heute unterlaufen, eigentlich bin ich ja krank …

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Kapitel 39

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Kate bereitete einen Topf Suppe zu, wie es ihre Mutter einst immer gemacht hatte, nachdem sie sich gemeinsam eine alte Folge Dawson's Creek angesehen hatten.

Alexis hielt ihr Telefon in der Hand und starrte es an. Kate studierte das Mädchen und fragte sich, was sie wohl vorhatte. Ihren Vater anrufen, um ihm zu beichten, was vorgefallen war?

„Was ist los, Lex? Was überlegst du?"

Zögerlich sagte sie: „Ob ich vielleicht meine Mutter anrufen soll …"

Kate hob die Schultern an und symbolisierte ihr, dass sie ihr Vorhaben ruhig in die Tat umsetzen könne, sie kein Problem damit habe – ein einfacher Blick reichte vollkommen, damit der Teenager erkannte, dass Kate es für keine schlechte Idee hielt. Doch anders als die Polizistin vermutete, verließ das Mädchen in Folge nicht den Raum, um sich zurückzuziehen, sondern blieb auf der Couch sitzen.

Alexis wählte offensichtlich die Nummer und hatte das iPhone auf Lautsprecher geschalten. Hätte sie sich zu Kate umgedreht, wäre sie in der Lage gewesen, ihre große Verwunderung aus dem Gesicht abzulesen.

„Mom", sagte Alexis beinahe erleichtert, als sie nach langem Klingeln endlich abhob.

„Alexis", ertönte Merediths Stimme aus dem Gerät. „Was möchtest du?"

„Mit dir sprechen. Wir haben schon ewig nicht mehr …"

„Ach Kindchen, das ist kein guter Moment. Ich muss in zwei Stunden am Set sein und bin erst vor drei Stunden von einer Party nachhause gekommen … wenn du wüsstest …"

„Aber Mom …"

„Es geht jetzt einfach nicht", sagte sie hart. „Ich werde mich melden", ertönte es und danach war nur noch Stille zu hören. Absolute Stille. Meredith hatte aufgelegt.

„So wie immer, nämlich nicht", murmelte Alexis und warf das Mobiltelefon auf das andere Ende der Couch.

Es schmerzte Kate mitanzusehen, wie Alexis litt. Auch wenn all dies keine Rechtfertigung für ihr Verhalten in den letzten Wochen und Monaten war, so verstand sie doch allmählich besser, oder glaubte es zumindest, was in dem Mädchen vorging. Es war keine Ausrede, allerdings verstand Kate nicht, wie man sich so wenig um sein Kind kümmern konnte. Rick war die einzige Person, auf die sich Alexis verlassen konnte und manchmal war er das Kind in dieser Beziehung.

Natürlich könnte sie ihr anbieten, mit jedem Problem zu ihr kommen zu können, die Frage war nur, ob es einen Sinn machte. Ihr Verhältnis war fragil und wahrscheinlich würde sie damit momentan zu viel riskieren. Der letzte Abend hatte Alexis gezeigt, dass sie auf sie zählen konnte. Zudem hatte sie nicht vor, Rick von dem Vorfall zu berichten, es oblag Alexis sich all dem zu stellen.

Sie aßen in relativer Stille vor dem Fernsehgerät und sahen sich eine ältere Folge von Law and Order SVU an, die Kate sogar bereits kannte.

„Wie war deine Mutter?", sprudelte des plötzlich aus Alexis heraus. „Ich nehme an, dass du nun sagen wirst: eine großartige Frau."

„Oh natürlich war sie das", erklärte die Polizistin und legte den Löffel beiseite. „Aber sie hatte auch andere Seiten. Wenn sie wütend war, wollte man ihr nicht begegnen und ich konnte sie in deinem Alter herausfordern, sehr gut sogar. Ich rebellierte gegen alles. Mein Vorteil war, dass ich immer sehr gute Noten hatte, daher konnten sie mir nie etwas anhaben."

„Du hast sicherlich niemals Dummheiten wie Dad gemacht."

„Nein, nackt auf einem gestohlenen Polizeipferd bin ich nicht geritten und auch aus diversen Schulen bin ich nicht geflogen." Beide Frauen lachten herzlich.

„Aber ich war mit 16 mit einem älteren Mann zusammen, einem Biker mit Tattoos, langem Haar und einer Harley Davidson … und jeder Menge Alkohol. Immer wenn er mich abholte, erklärte mir meine Mutter, dass er mein Untergang wäre und er mich verderben würde …"

„War er dein erster Freund?", fragte Alexis und ihre Stimme verriet, dass sie auf etwas Spezielles hinaus wollte.

„Oh Gott nein", begann Kate und lehnte sich zurück. „Ich machte alle Gott erdenklichen Blödheiten, um die Aufmerksamkeit meiner viel zu viel arbeitenden Eltern zu bekommen. Beide waren zu sehr in ihre Arbeit vertieft und darauf konzentriert Karriere zu machen. Und jeder Junge, der mich abholte, egal welcher, führte zu Diskussionen – die ich genoss. Ich stand im Zentrum." Kate schloss kurz die Augen. „Meinen ersten Freund brachte ich mit 14 nachhause – Sebastian. Er trug enge Jeans, Converse und hatte eine Haartolle wie aus Grease. Ich fand ihn toll. Mum hingegen erklärte mir, wie grauenhaft er sei und verbot mir den Umgang mit ihm."

„An den du dich nicht hieltest?"

„Natürlich nicht! Und es dauerte nicht lange, da verlor ich an einem Sommerabend in einem Autokino meine Unschuld."

„Er war älter?"

„Siebzehn glaube ich. Also furchtbar alt für damalige Verhältnisse."

„Und du 14?"

„Schockiert? Ich sagte dir ja, ich habe nichts ausgelassen."

„Aber mit 14? Wow …"

„Viel zu jung und dumm", konterte Beckett zielstrebig und legte ihren Arm um Alexis, die sich eng neben sie gesetzt hatte. „Viel zu jung um zu wissen, was für ein Fehler es war."

„Heute ist es bereits das normale Alter", sagte das Mädchen leise. Kate blickte auf und sah auf die Rothaarige hinab, die ihre Hand auf ihren Bauch gelegt hatte und immer auf die Reaktion des im Moment sehr aktiven Babys wartete, sie spielten quasi mitsammen. Alexis übte leicht Druck aus und das Baby presste sein Bein oder einen Arm gegen sie. Zudem hatte sie ihren Kopf an die Schulter der Polizistin geschmiegt, die ihren Arm um sie liegen hatte.

„Trotzdem ist es viel zu zeitig …"

„Oh, keine Sorge Kate … Dad würde es nicht zulassen …", und da realisierte sie, dass Kates Eltern ebenso gewesen waren und sie sich gegen alle Spielregeln aufgelehnt hatte, die man ihr präsentiert hatte.

„Weiß es dein Dad?"

„Nein, natürlich nicht. Mom habe ich es Jahre später einmal erzählt, als sie mir wieder einmal einen Vortrag halten wollte, dass ich mich mit den falschen Männer umgeben würde und zu was es führen könnte. Trotzig warf ich ihr an den Kopf, dass meine Jungfräulichkeit schon längst verloren wäre, sie brauche sich keine Sorgen machen." Vorsichtig fuhr Kate dem Mädchen durch das lange Haar. „Mom war furchtbar enttäuscht, vor allem auch, dass es auf einem Autorücksitz passiert war, in einem Autokino und Sebastian keinerlei Bedeutung mehr für mich hatte. Für sie war immer etwas unglaublich Romantisches gewesen, zumindest in ihrer Vorstellung."

„Ich könnte Dad so etwas niemals erzählen. Und Mom und Grams …"

Kate wollte ihr abermals anbieten, für sie da zu sein, doch fand sie nicht die passenden Worte, anstatt dessen zog sie einfach noch etwas enger an sich heran, sodass der Kopf des Mädchens direkt über ihrem Herzen ruhte und platzierte einem Kuss auf ihr Haar.

Einige Zeit später verspürte Kate wieder etwas Hunger. Sie konnte im Moment ständig essen, wenn auch immer nur Kleinigkeiten, und die Toilette aufsuchen, da das liebliche Wesen in ihr, es liebte, auf ihrer Blase zu turnen.

„Was war es …. Ich meine, wieso hast du dich in Dad verliebt?", preschte Alexis hervor. Die Frage war mutig und lag ihr bereits seit vielen Wochen auf der Zunge. Sie hatte viele Frauen kommen und gehen gesehen, doch schien es mit Kate etwas anderes zu sein.

Etwas verwundert sah Kate den Teenager an und überlegte, was es wirklich gewesen war, das sie an ihn gefesselt hatte.

„Du liebst ihn doch?", fragte Alexis plötzlich unsicher.

„Natürlich", antwortete sie schnell und starrte in den vollen Kühlschrank, den sie gerade eben geöffnet hatte. Schließlich griff sie nach dem vollen Tiegel Pistazieneis, nahm zwei Löffel aus der Lade und ging retour zur Couch.

„Wahrscheinlich ist es irgendwann passiert, weil dein Dad die nervigste Person sein kann, die ich jemals kennengelernt habe und irgendwann … Ich glaube von Anfang an war da irgendetwas zwischen uns. Die blauen Augen und das Grinsen, das er mir am ersten Tag präsentierte, die frechen Behauptungen, die er aufstellte und seine Versuche, mich zu analysieren. Er sah damals so unglaublich jung aus und er ließ einfach nicht locker. Immer tat er das, was man ihm eine Minute zuvor verboten hatte und war so lästig, dass ich ihn am liebsten auf den Mond geschickt hätte, vor allem in den ersten Wochen." Kate holte tief Luft. „Und irgendwann ging alles seinen Weg und wurde persönlicher, besonders als er sich in die Mordermittlung meiner Mutter einmischte, dann mein Apartment explodierte und ich einige Zeit bei euch wohnen durfte …"

„Und wieso seid ihr damals nicht ein Paar geworden."

„Es war kompliziert …" Fragend sah Alexis die Polizistin an.

„Tausend Gründe – ich war zu langsam, wie immer, und dann Gina …"

„Oh ja Gina …", sagte Alexis lachend. „Ich glaube, sie hasst dich ein bisschen."

„Wirklich?"

„Ja, weil Dad den gesamten Sommer in den Hamptons nur von dir gesprochen hat und Gina ist viel, vor allem furchtbar eifersüchtig." Alexis aß einen weiteren Löffel Eis. „Bereust du das Baby und all das hier?"

„Nein, nein auf keinen Fall. Ich hätte es nicht erwartet, dass es so ausgeht. Ich meine, am Anfang war ich geschockt und ließ deinen Dad einfach nur wissen, dass ich schwanger bin, ohne jegliche Absicht zu hegen. Und nun sind wir verlobt, haben eine große Wohnung gemeinsam und sind quasi eine Familie. Ich hatte eher damit gerechnet, dass ich das Baby alleine aufziehen werde und …"

„Wirklich? Du hast geglaubt, dass Dad nicht involviert sein wollen würde, sobald er erfahren hatte, dass er wieder Vater wird?" Alexis lachte laut auf. Schallend.

„Ich weiß nicht … es war ja nicht wirklich geplant."

„Ich auch nicht, Kate. Ich war auch nicht geplant und Dad hat keine Mutter sofort geheiratet."

„Tja, mir hat er auch einen Antrag gemacht."

Alexis hatte gewusst, dass er einen Ring gekauft hatte und es zu Weihnachten passiert war, trotzdem war es bisher kein großes Thema gewesen, niemand sprach ein Wort über Hochzeitsfeierlichkeiten.

„Aber das ist etwas anderes. Er liebt dich und ist nicht nur verliebt. Mom und Dad waren wenige Wochen zusammen, als ich entstanden bin. Sie waren ineinander verliebt, aber viel zu unerfahren und naiv." Das Mädchen sprach, als wäre sie damals dabei gewesen und wäre weitaus erfahrener als Kate oder ihr Vater. „Habt ihr denn schon einen Termin?"

„Nein."

„Eben. Es ist nicht wichtig für dich. Mom könnte ohne seine monatlichen Zuwendungen nicht überleben. Sie mimt immer nur den großen Star, in Wahrheit handelt sie sich von einer Nebenrolle zur nächsten. Vielleicht wird es nun Zeit, diese finanziellen Leistungen einzustellen. Rein rechtlich müsste er sie schon seit vielen Jahren nicht mehr bezahlen."

„Alexis, sie ist immerhin deine Mutter."

„Sie hat mich auf die Welt gebracht, den Rest hat Dad erledigt. Und Grandma. Sie kommt nur, wenn sie etwas braucht. In Wahrheit interessiere ich sie nicht."

„Ach Lex", sagte Kate und schloss das nun weinende Mädchen in ihre Arme. Endlich kam es heraus. Sie weinte, schluchzte und jegliche Distanz, die einst zwischen Kate und Ricks Tochter geherrscht haben möge, schien verschwunden. Sie offenbarste ihr Innerstes und auch die körperliche Barriere war gefallen. So hatte Beckett Alexis noch nie erlebt.

„Du liebst das Baby jetzt schon mehr ….", sagte Alexis schluchzend.

„Meredith liebt dich, sie kann es nur nicht zeigen", versuchte Kate sie zu beruhigen.

„Nein", erklärte sie gegen Kates T-Shirt sprechend. „Sie liebt nur ihre Karriere."

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Ende Kapitel 39

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A/N: Ich weiß, etwas kurz geraten, aber besser als gar kein Update – oder?

Das nächste Mal kommt Rick zurück … ich verspreche es!