Author's Note: Ich habe mich lange dagegen gewehrt, aber jetzt ist es passiert. Ich präsentiere meine kleine Until Dawn Fan Fiktion. Viel gibt es dazu nicht zu sagen.

Neben den bekannten Charakteren werden 3 von mir entwickelte OC's vorkommen. Genauere Beschreibungen zu den dreien werde ich nicht abliefern, macht euch im Laufe der Geschichte einfach ein kleines Bild (oder großes) Bild von ihnen. Zwei junge Herren und eine Dame schließen sich der Gruppe an, so viel sei gesagt. Bei den Pairings werde ich mich versuchen an die vom Spiel vorgegebenen Sachen zu halten, bin aber auch offen für neue Ideen. Ebenso was die Tode angeht. Zwar habe ich ein paar im Kopf, jedoch, naja, mal schauen, was die Zukunft beim Schreiben so bringt.
Also, wenn ihr eine Idee oder einen Wunsch habt, wer zusammenkommen oder von mir über den Jordan geschickt werden soll, immer raus damit.

Rating: Aufgrund von Blut und Schimpfworten habe ich die Story mit einem T bewertet.

Disclaimer: Mehr gehört weder die Marke Until Dawn, noch die dazu gehörenden Charaktere. Nur die Rechte meiner drei OC's liegen bei mir.

Erzähl uns was geschah

"Sir"

Der junge Mann reagierte nicht auf die Ansprache. Er starrte auf seine Hände und konzentrierte sich auf seine Atmung. Die Hände hatte er zusammengefaltet, kratzte mit einem Daumennagel über den anderen. Die Knöchel hoben sich blass vom Rest der Haut ab. Der kleine Finger seiner rechten Hand lag in einer Kuhle des alten Holztisches, vor dem er saß. Mit den Knien stieß er immer wieder nervös gegen die untere Seite des Tisches.

"Sir", durchschnitt die kräftige Frauenstimme wieder die Stille.

"Habe Sie schon beim ersten Mal gehört", murmelte der junge Mann und schaute von seinen Händen auf.

Seine Augen wanderten über den Rand seiner Brille, die leicht nach vorne gerutscht war. Schon sah er die Welt um sich herum, die Polizistin vor sich ganz besonders, stark verschwommen. Langsam löste er die rechte Hand und schob sich die Brille mit einem Finger wieder so weit nach oben, bis sie an seinen Nasenrücken stieß. Er beobachtete die Polizistin schweigend, während sie sich ihm gegenüber hinsetzte. Kurz glitt sein Blick auf die Mappe in ihrer Hand, wanderte dann jedoch schnell wieder zu ihrem Gesicht. Sie war relativ jung. In jeder anderen Situation hätte er noch das Wort hübsch angehängt, aber das wollte er im Moment ganz und gar nicht.

"Ihr Freund hat gesagt, sie beide hätten Josh Washington geschlagen", meinte die Polizistin in einem ruhigen Ton.

Der junge Man musste grinsen. Er nickte nur und zeigte die Zähne.

"Er hatte es verdient", knurrte er. "Er hat sie verletzt. Er hat sie geschlagen, verdammt!"

"Wen hat er geschlagen?"

"Die Mädchen!"

Wieder starrte er auf seine Hände, unfähig weiter zu reden. Er versuchte die Schreie auszublenden, das fast schon manische Lachen seines ehemaligen Freundes. Langsam hob er die Arme, zog sich seine Mütze vom Kopf und vergrub die Finger in seinen Haaren, spürte wie die Fingernägel an seiner Kopfhaut kratzten. Die Augen hielt er fast schon krampfhaft zugepresst. Neben den üblichen Punkten tauchten jetzt auch Bilder auf. Verzerrte Gesichter, wild tanzend. Manche blutig, andere entstellt. Dazu dieses Lachen in seinem Kopf. Und dieses Schreien. Dieses bestialische Schreien tief in seinem Kopf.

Vor ihm raschelte Papier. Das Geräusch drang dumpf durch das Wirrwarr in seinem Kopf. Ein Stuhl knarschte.

"Erzählen Sie mir von dem Fremden."

Der junge Mann antwortete nicht sofort. Langsam öffnete er wieder die Augen und starrte auf den alten, etwas verdreckten Tisch.

"Der Fremde", wiederholte er leise.

Wieder musste er grinsen. Er schüttelte den Kopf ohne aufzuschauen.

"Fragen Sie wen anders, nicht mich."

"Sie fühlten sich von dem Fremden verfolgt, richtig? Sie und ihre Freunde", fuhr die Polizistin fort.

Der junge Mann schaute wieder auf. Die Polizistin saß vor ihm, die Hände auf der Mappe liegend.

"Am Anfang", erklärte er leise. "Aber dann… er hat uns gerettet, wissen Sie."

"Sie und…"

"Uns alle. Wenn er uns nicht… wir waren dumm, blind, naiv. Wir dachten, Josh wäre es gewesen. Josh hätte Jess und… Matt und…"

Wieder verstummte er und schüttelte nur den Kopf. Warum zwangen sie ihn dazu? Er wollte nicht darüber reden. Mit jedem Wort erinnerte er sich daran.

"Wo sind die anderen?", stellte er schließlich die erste Frage im gesamten Gespräch.

"Sie unterhalten sich mit meinen Kollegen", erklärte die Polizistin.

"Ich muss… ich will mit ihnen reden. Mit jedem von ihnen. Geht es ihnen gut? Ich muss sie sehen!"

Die Polizistin antwortete nicht, sonder kramte in ihrer Hosentasche herum. Sie holte eine Schachtel Zigaretten heraus, riss die Folie ab und legte die Schachtel zwischen sich und dem jungen Mannauf den Tisch.

"Rauche Sie?"

"Nein", antwortete ihr Gegenüber, zog die Schachtel an sich heran und nahm eine Zigarette heraus. Diese steckte er in seinen Mund. Die Polizistin schob ihm ein Feuerzeug über den Tisch, mit dem er die Zigarette ansteckte. Tief inhalierte er den ersten Zug. Es kratzte in seiner Lunge. Er musste husten. Ein kleines bisschen. Er pustete den Rauch zur Seite und starrte danach ein paar Sekunden einfach nur in die Leere.

"Gehen Sie nicht in die Minen", murmelte er schließlich.

Langsam wandte er sich wieder zu der Polizistin um. Sie schaute ihn fragend an. Ein Rascheln erklang, als sie die Mappe öffnete. Sie legte ein paar Blätter zur Seite. Der junge Mann erkannte in den oberen Ecke die Gesichter seiner Freunde. Alle sahen müde und erschöpft aus, Verletzungen drangen deutlich aus der blassen Haut hervor. Schließlich hielt die Polizistin inne und schaute auf ein Blatt.

"Aber Ihre Freundin Sam sagte, wir sollen dort nachsehen."

"Scheiß egal!", bellte der junge Mann und ließ die flache Hand auf den Tisch krachen. "Tun Sie es nicht! Sprengen Sie die Minen! Sperren Sie den Berg! Niemand darf dort hinauf! Niemand, hören Sie!"

Durch sein Brüllen war die Zigarette aus seinem Mund gefallen. Glimmend lag sie auf dem Tisch, der Qualm stieg in sein Gesicht. Es war ihm egal, er hatte seinen Blick fast schon manisch auf die Polizisten fixiert. Sein Herz raste, das Blut schoss durch seinen Körper wie Autos auf einer Schnellstraße. Seine breiten Schultern hoben und senkten sich bei jedem Atemzug. Beton ruhig, als wolle sie ihn nicht weiter aufregen, griff die Polizistin nach seiner Zigarette und drückte sie im Aschenbecher aus.

"Warum nicht?"

Langsam setzte sich der junge Mann wieder. Er hatte sich, ohne es zu merken, leicht erhoben. Der Stuhl knarschte unter seinem Gewicht. Der junge Mann lachte. Ja, er lachte. Er lachte, weil er es so albern fand, so absurd. Sein Lachen wurde immer lauter. Dann verstummte er mit einem Mal. Er fixierte wieder die Polizistin, weiterhin grinsend.

"Das würden Sie mir nicht glauben, Officer."