Author's Note: Das vierte Kapitel, diesmal aus der Sicht von Chris und etwas länger als der Rest. Viel gibt es dazu nicht zu sagen. Ihr könnt mir immer noch wünsche über Tode/nicht Tode nennen.
Ansonsten viel Spaß
Rating: Aufgrund von Blut und Schimpfworten habe ich die Story mit einem T bewertet.
Disclaimer: Mir gehört weder die Marke Until Dawn, noch die dazu gehörenden Charaktere. Nur die Rechte meiner drei OC's liegen bei mir.
Etwas unterkühlt
Ratternd hielt die Gondel an der oberen Bahnstation. Sam und Chris waren die Ersten, die ausstiegen. Chris hielt Sam die Tür der Gondel auf und deutete eine Art Verbeugung an.
„Nach Ihnen, Mylady", sagte er mit einem beton lässigen Lächeln.
„Oh, ein wahrer Gentleman."
Sie ging an ihm vorbei in Richtung der Tür nach draußen, doch er blieb an der Gondel stehen und wartete. Maya hatte sich erhoben, hielt aber inne, als Conner sie am Arm packte. Kurz tauschten Chris und sein bester Freund Blicke aus. Conners Augen sprachen Bände. Also verließ Chris die Gondel und schloss die Tür hinter sich. Sam ruckelte an der Tür.
„Was ist los?", fragte Chris.
„Die ist abgeschlossen. Funktioniert da dein Zauberschlüssel?"
Mti einem Grinsen auf dem Gesicht zückte Chris den Schlüssel, den Josh ihm gegeben hatte. Mit einer schnellen Handbewegung schloss er die Tür auf, packte den Knauf.
„Tad…. AH!"
Er versuchte mit Schwung die Tür aufzustoßen, jedoch blieb diese fest verschlossen und Chris rammte sich gegen das harte Metall. Vor lauter Schreck schrie er auf und stolperte zurück.
„Das lief nicht wie geplant", murmelte er.
Sam konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Chris schüttelte nur den Kopf und schaute wieder in Richtung Gondel. Dort unterhielten sich Maya und Conner miteinander. Mittlerweile war Conner aufgestanden, musste sich aber leicht bücken, der etwas zu groß war, um in der Gondel richtig stehen zu können. Maya hatte die beiden oberen Streben gegriffen und lehnte sich etwas zurück, um richtig stehen zu können. Da beugte sich Conner vor und drückte seine Lippen fest auf Mayas. Sie schien den Kuss sofort zu erwidern, legte eine Hand in seinen Nacken und zog ihn zu sich herunter. Sie hielten diesen Kontakt einen kurzen Moment, trennten sich dann wieder. Maya knuffte Conner leicht gegen die Brust, ehe sie ihren Rucksack zu greifen schien und die Gondeltür öffnete.
Sofort wandte Chris den Blick ab und sah zurück zu der verschlossenen Tür. Ein großer Teil von ihm fühlte sich schlecht, weil er Conner und Maya bei diesem Moment beobachtet hatte. Conner hatte ihm nicht erzählt, dass sie zusammen waren. Also wäre es ihm sicher nicht Recht, wenn er wüsste, dass Chris…
Die Gondeltür schloss die krachend und Conner und Maya kamen zu ihren beiden Freunden.
„Was ist los?", fragte Maya und deutete auf die Tür, vor der Sam stand.
„Sie geht nicht auf", erklärte Sam.
Conner rieb sich den Nacken und schaute fragend zu Chris. Ganz langsam zog er eine Augenbraue nach oben, das Gesicht verzog sich skeptisch. Chris hustete einmal, schon grinste er wieder frech. Mit einem Mal schlug Sam gegen die Fensterscheibe im oberen Teil der Tür.
„Jessica, hier her!", rief sie laut.
„Jess!", rief Chris ebenfalls.
Conner schlug mit der geballten Faust über Sams Kopf an die Tür, was ein lautes Krachen nach sich zog. Chris zuckte kurz zusammen. Der Mann hatte wirklich Kraft in seinen nicht gerade schmalen Oberarmen. Endlich hörten sie eine weibliche Stimme von der anderen Seite der Tür her.
„Was für Anfälle habt ihr denn da drin?"
„Wir stecken in diesem Mistding fest", erklärte Chris.
„Lässt du uns bitte hier raus? Bitte, bitte", schloss Sam an und setzte das freundlichste Lächeln auf, das sie hatte.
„Komm schon, Jessica", warf jetzt auch Maya ein.
Sie rieb sich die schon leicht zitternden Finger und pustete in die Handinnenflächen. Ein leises Piepen erklang. Sofort packte Chris den Türknauf und zog die Tür auf. Kalter Wind schlug ihnen entgegen. In genau vor ihnen stand eine junge Frau in enger Röherjeans und ziemlich dünn aussehnder, blauer Winterjacke. Sie wirkte etwas genervt, als sie ein paar Schritte zurücktrat.
Jess
Mikes neue Freundin
Selbstsicher
Gutgläubig
Respektlos
Betont theatralisch stolperte Chris nach draußen. Die anderen folgten ihm nacheinander.
„Oh mein Gott, ich dachte wir wären verloren. Noch zehn Minuten und ich hätte mir das eigene Bein abgenagt."
Zur Betonung seiner Worte deutete er auf sein linkes Bein.
„Bah, igitt, Chris."
Angewidert verzog Sam das Gesichte. Sie schaute zu Maya, die sich ebenfalls schüttelte.
„Hey, ich hab viel Fleisch auf den Knochen", verteidigte sich Chris. „Das sind alles Muskeln, sonst nichts."
Jetzt lachte Conner laut und etwas dreckig auf.
„Über Muskeln reden wir, wenn wir in der Lodge sind, Bro. Es gilt die Frage zu klären, ob das alles Muskeln sind."
Mit einem leicht provozierenden Grinsen wanderte Conners Blick auf Chris' Bauch. Chris winkte nur ab.
„Ich setze meines Siegesserien vom Schießstand gerne fort, Bro."
„Herauforderung angenommen."
Maya schüttelte nur den Kopf und schaute zu Sam, die die Augen verdrehte. Da entdeckten Chris einen Brief, den Jess in der Hand hielt. Mit einem breiten Grinsen und einer schnellen Bewegung nahm er ihr den Brief aus der Hand.
„Aha!"
„Hey!", rief Jess leicht empört.
„Was ist denn das?"
Interessiert betrachtete Chris den fein säuberlich versiegelten Brief. Ihm fiel der Name vorne auf dem Brief sofort auf. Um jeden Widerspruch seiner Freunde im Keim zu ersticken, hob er mahnend den Zeigefinger über die linke Schulter.
„Meine Güte. Da schwärmt aber jemand ganz gewaltig für unseren guten Freund und lieben Jahrgangssprecher Michael Munroe."
„Chris", meinte Sam mahnend.
Conner trat hinter seinen Freund und schnappte ihm den Brief aus der Hand. Er drehte ihn hin und her, grinste dabei breit.
„Uhh, welche erotische und knisternen Fantasien unsere liebe Jessica da wohl hegen mag? Wollen wir es wissen?"
Fragend schaute Conner Chris an. Dieser nickte.
„Ich will's auf jeden Fall wissen."
„Jungs", warf Maya ernst ein. „Benehm euch."
„Wir benehmen uns immer, Babygirl", antwortete Conner grinsend.
Jess zuckte nur mit den Schultern und trat einen Schritt zurück. Sie hatte sich anschneined entschieden, dass sie den beiden jungen Männern nicht den Spaß machen und versuchen wollte, den Brief wieder an sich zu bringen. Stattdessen erklärte sie:
„Mike und Em sind getrennt. Wir sind jetzt zusammen."
„Wow, Drama", antwortete Chris nicht besonders begeistert.
Er war ein bisschen enttäuscht, hatte aber auch wenig Lust sich jetzt eine Geschichte über eine Schlammschlach anzuhören. Eigentlich war es aus seiner Sicht nur eine Frage der Zeit gewesen, bis Mike und Emily sich getrennt hätten. Und natürlich hatte sich die wasserstoffblonde Jess sofort an den daraufhin freien Mike herangemacht. War irgendwie vorhersehbar.
„Nicht wirklich", meinte Jess, „eigentlich ein sauberer Schnitt. Em ist raus, ich bin drin."
„Hm."
Anerkennend schaute Sam zu Maya, die auch etwas beeindruckt wirkte. Keine Schlammschlacht, alle vier hätten damit gerechnet. Chris schnappte sich den Brief von Conner, drehte ihn wieder interessiert hin und her.
„Man muss seine Chance halt nutzen, wenn man die Möglichkeit dazu hat", schloss Jess mit einem vielsagenden Blick auf Maya. Die war etwas verwirrt.
„Du sprichst in Rätseln, Jess", antwortete Maya.
„Ach, nicht so wichtig."
Jess winkte ab und trat einen großen Schritt auf Chris zu, der leicht provozierend mit dem Brief über seinem Kopf wedelte. Als Jess vor ihm stand, hielt er ihn vor sich, woraufhin sie Chris den Brief mit einer schnellen Bewegung aus der Hand riss. Kurz funkelten beide sich schweigend an. Die anderen drei schwiegen, sodass nur der leicht heulende Wind um sie herum zu hören war. Schließlich ging Jess wieder ein paar Schritte zurück. Damit war die Geschichte wohl erledigt.
Chris wandte sich um, schob Conner, der immer noch hinter ihm stand, etwas zur Seite, und entfernte sich ein paar Schritte und winkte über seine Schulter ab.
„Okay, okay, können wir jetzt endlich zur Lodge gehen? Mir geht dieser ganze Naturkram schon ziemlich auf die Nerven."
„Geht ihr doch schon mal vor", meinte Jess, „ich warte noch kurz hier, ob… sonst noch wer ankommt."
Chris und Conner warfen sich vielsagende Blicke zu. Conner wiegte den Kopf hin und her, das Grinsen immer noch breit auf seinem Gesicht. Chris konnte genau ablesen, was sein Freund dachte.
„Du meinst Mike", hauchte er leise in Jess' Richtung. Durch seine vestellte Stimmlage musste Conner laut loslachen.
Jess fuhr herum. „Was? Ach, ich meine, ihr wisst schon, irgendjemand."
Während sie zurück zu der Bank vor der Station ging, auf der sie vor der Ankunft ihrer Freunde gesessen hatte, waren Sam und Maya an das Geländer herangetreten. Dieses verhinderte, dass unvorsichtige Besucher der Lodge vom Berg in den Tod stürzten. Und man hatte einen wunderbarten Blick auf die Seilbahn und die Bergkette, die unter ihnen lag. Der Schnee schimmerte im Mondlicht. Maya umfasste mit beiden Händen das Geländer und lehnte sich nach vorne, während Sam einfach nur stehen blieb, die Hände in die Hüften gestemmt. Beide junge Frauen betrachteten bewundernd die verschneite Umgebung.
„Ähm, Sam… Maya", drängte Chris wie ein ungeduldige Kind.
Doch anstatt sich umzudrehen, breitete Sam die Arme aus.
„Habt ihr die Aussicht gesehen? Ich meine, total krass."
Maya nickte nur, umfasste mit beiden Händen das Geländer und legte den Kopf in den Nacken, sodass ein paar Schneeflocken auf ihrem Gesicht liegen blieben.
„Manchmal sollte man einfach stehen bleiben und genießen."
„Romantisch", brummte Conner nur. Er zupfte wieder nervös an seinen ledernen Motorradhandschuhen herum. „Aber können die Damen sich mal von der schönen Natur losreißen. Eure Männer frieren sich leicht den Arsch ab."
Sam und Maya ergaben sich und folgten den beiden jungen Männern den Weg von der Station weg. Kurz bevor sie sich zu weit von Jess entfernt hatte, wirbelte Conner noch einmal herum.
„Und nicht auf den Raben zielen!", rief er in Richtung Station.
Mit schnellen Schritten holte er zu seinen Freunde auf. Die Hände tief in den Jackentaschen versenkt verlangsamte er seine Schritte, als er sie wieder erreicht hatte. Fragend schaute Sam zu ihm hoch.
„Was sollte der Satz mit dem Raben?"
Conner zuckte nur mit dem Schultern, schaute sich interessierte im Wald um. Hinter dem Satz schien mehr zu stecken, als das Schulterzucken sagen sollte. Chris musterte ihn, ahnte, was los war. Conner schaute wieder so, als würde er etwas verschweigen.
„Was das irgendeine von euren schottischen Verabschiedungen?", hakte er leicht neckend nach.
Jetzt schaute Conner wieder zu seinen Freunde, schüttelte nur mit dem Kopf.
„Wir Schotten sind ein komisches Volk, aber solche Verabschiedungen haben wir nicht."
Er nahm eine Hand aus seiner Jackentasche, um sich eine Haarsträhne zurück unter seinen Beanie zu schieben. Dabei schielte er komisch über den oberen Rand seiner Brille.
„Und was sollte der Satz dann?", fragte Maya jetzt drängend. Immer noch rieb sie ihre zitternden Hände aneinander.
Conner seufzte einmal tief und rieb sich den Nacken. Obwohl er den Mund geschlossen hatte, konnte man sehen, dass er nervös auf der Innenseite seiner Wange herumbiss.
„Naja…", fing er endlich an, stoppte dann aber.
„Komm schon, Bro, nicht so schüchtern." Chris knuffte seinem Freund in die Seite. „Erzähl uns deine kleinen, schmutzigen Geheimnisse."
Conner ergab sich seufzend.
„Okay, wenn ihr wollt. Unten, bei der Station, als Chris und ich auf euch zwei Hübschen gewartet habe, hab ich… etwas gefunden."
„Was gefunden?", fragte Sam.
Jetzt nahm Conner seine zweite Hand aus der Tasche und gestikulierte vor sich herum.
„Es war so ein Ding. Eine Art… Totem. Wie in den Büchern über Indianern. Nur halt… kleiner."
Er zeigte die Größe mit den Hände an. 'Ungefähr wie groß wie mein Unterarm', dachte Chris. 'Naja, etwas kleiner'.
„Ich habs aufgehaben, wollts mir genauer ansehen", fuhr Conner fort. „Und dann bam."
Er tippte sich mit einer Hand an den Kopf und machte eine Bewegung, als wäre sein Kopf explodiert.
„Plötzlich hab ich Bilder gesehen. Ein Rabe, der auf einem Ast landete und Mike, der darunter hockte. Jemand hat einen Schneeball geworfen. Nich auf den Raben, sondern auf Mike. Und dan war es auch schon wieder vorbei und ich habe das Totem gestarrt. Klingt verrückt, oder?"
Er lachte nervös auf und schaute seine Freunde hilfesuchend an. Chris schluckte. Ja, es klang total verrückt. Selbst für Conner. Doch dessen Augen flehten regelrecht, bitte sagt mir, dass ich nicht verrückt bin.
„Ziemlich, ja", gab Sam zu.
Conner nickte nur wild. „Vielleicht hab ich mir das auch nur eingebildet. Aber wenn nich, naja, wollte Jess halt warnen."
„Und wieso hast du es mir nicht gezeigt?", fragte Chris etwas entrüstet.
„Wollte dich nicht verunsichern, Bro. Kriegst doch so schnell Angst", neckte Conner ihn.
„Haha." Chris lachte auf, obwohl ihm nicht nach Lachen zumute war.
Stattdessen grummelte er leise. Conner knuffte ihm leicht gegen die Schulter.
„War nur Spaß."
Chris grinste. Er konnte Conner nicht lange böse sein. Dieser steckte die Hände wieder zurück in die Taschen seiner roten Winterjacke. Kaum, dass seine rechte Hand darin verschwunden war, schob Maya ihre linke Hand dazu. Selbst durch den dicken Stoff konnte man sehen, wie sie einander an den Händen nahmen. Er musste Conner darauf ansprechen, dachte Chris sich. Auf dieses Händchenhalten und… auf den Kuss. Von eben. In der Station.
Wieder flogen einige Raben über sie hinweg, ansonsten war es still. Außer dem Knarschen ihrer Schuhe im Schnee.
„Wisst ihr worauf ich mich freue?", fragte Sam ihre Freunde nach einer Weile.
„Auf einen starken, heißen Glühwein?", warf Conner ein.
Sam wandte sich zu ihm um und schüttelte nur den Kopf.
„Nein. Will noch einer raten?"
„Das es oben nicht weiter hoch geht?", schlug Chris leicht schnaufend vor.
Sam wiegte den Kopf hin und her, schien nachzudenken, schüttelte dann aber schließlich doch den Kopf.
„Na dran, aber auch nicht. Maya, willst du es versuchen?"
Maya schaute Sam musternd an. Sie schien zu überlegen, begann dann zu lächeln.
„Auf ein heißes Bad."
„Volltreffer."
Sam nickte und strahlte zufrieden. Kalt fegte der Wind um sie herum, hin und wieder raschelte es im umliegenden Wald. Ansonsten war nur das Knarren des Schnees unter ihren Schuhen zu hören. Ein Rabe landete auf einem tief hängenden Ast, schlug mit den Flügeln und krächzte laut.
„Schon ziemlich unheimlich", murmelte Maya.
Conner grinste nur und zog sie etwas näher an sich heran.
„Keine Sorge, Babygirl, wir starken Jungs passen schon auf euch auf."
Er grinste frech ins Chris' Richtung, der nur nickte und ein bisschen die Brust herausstreckte. In diesem Moment etwas mit einem lauten Brüllen aus dem Wald heraus direkt vor die Freunde auf den Weg. Vor Schreck schrieen die Freunde auf, was bei den beiden jungen Männern weniger männlich klang als gewünscht, und stolperten zurück. Laut lachend stand ein junger Mann vor ihnen. Dicke Weste, Pullover, Jeans und das lauteste und dreckigste Lachen, dass sie jemals gehört hatten.
Mike
Emilys Ex
Intelligent
Engagiert
Überzeugend
„Mike!", rief Sam wütend, als sie den Jahrgangssprecher erkannte. Dieser lachte laut.
„Ihr hättet eure Gesichter sehen sollen. Zum schreien."
Chris holte japsend Atem. Sein Herz raste. Er sah, wie Maya sich noch etwas erschrocken an Conners Arm festhielt. Doch hochgewachsener Kerl schüttelte den Schreck am schnellsten ab und schaute jetzt etwas ungehalten in Mikes Richtung.
„Nicht witzig, Michael", knurrte er. Seine Augen funkelten böse.
Mike richtete sich wieder auf und winkte in Conners Richtung ab.
„Jetzt stell dich mal nicht so an an, Conner. War doch nur ein Scherz."
„Sei froh, dass du außerhalb meiner Schlagarm bist!"
„Hey", beruhigte Maya ihren Freund, der einen Schritt auf Mike zugemacht hatte.
Sam schob sich, darauf bedacht eine Eskalation zu vermeiden, zwischen die beiden jungen Männer. Conner raffte angriffslustig seine Schultern. In manchen Situation hatte Chris es wirklich schwer in Conner den Typen zu sehen, mit dem er bis spät in die Nacht an Handyapps schraubte und bastelte. In Momenten wie diesen wirkte er wie von einem anderen Stern. Mike hob abwehren die Hände auf Schulterhöhe.
„Schon gut, schon gut. Ich wollte nur einen kleinen Scherz machen, aber da einer von euch offenbar eine total Spaßbremse ist, werde ich einfach gehen."
Er schob sich an Sam vorbei, klopfte Chris und Maya beim Vorbeigehen freundschaftlich auf die Schulter, widmete Conner aber keines Blickes. Ein paar Schritte hinter den Freunde hielt er inne und wandte sich noch einmal um.
„Ach, vielleicht erwischt ihr Matt noch. Hab gehört, dass Em ihn zum Packesel abgestempelt hat."
Er hob die Hand über seine Schulter und lief mit schnellen Schritten den Weg in Richtung Seilbahn zurück. Die vier Anderen schauten ihm nach, setzte dann ihren Weg fort.
„Idiot", knurrte Conner abwertend.
Maya hatte seine Hand losgelassen und ging jetzt neben Sam. Gut sichtbar schüttelte sie sich, schaute dann zu Sam. Die beiden jungen Frau tauschten Blicke aus, schließlich schaute Maya über ihre Schulter.
„Conner, lass gut sein."
„Wieso nimmst du ihn in Schutz? So eine Aktion ist nicht wichtig. Oder?"
Hilfesuchend schaute Conner zu Chris. Dieser zögerte. Warum Conner und Mike sich nicht leiden konnte, wusste er nicht genau. Vielleicht weil es früher den Anschein gehabt hatte, als würde Mike Maya angraben. Oder weil Mike erfolgreicher war als Conner. Oder aus irgendeinem anderen Grund, der Chris gerade nicht einfiel.
„Naja, die Umgebung läd schon dazu ein", meinte Chris, „Aber ja, ich hätte mir einen anderen Scherz überlegt."
„Hättest du nicht", antworte Sam und schaute ihn anklagend an.
Chris räusperte sich einmal. Sie hatten eine Holzbrücke passiert. In der Ferne tauchte die Ski Lodge der Familie Washington auf.
„Leute, hallo", drängte Conner auf die Weiterführungen des Gesprächs.
„Conner, lass gut sein", mahnte Sam ihn.
Immer noch aufgebracht schaute Conner zu Chris, der nur nickte. Gut sein lassen klang nach einem guten Plan. Endlich war die Lodge nahe genug. Nur noch eine Kurve. An einem Baum zu ihrer linken lehnte ein junger Mann, den Blick gedankenverloren auf den Boden gerichtet. Ähnliches Outfit wie Mike, nur mit hochgekrempelten Ärmeln des Pullovers und einen Beani wie Conner über den Kopf gezogen.
Josh
Bruder von Hannah und Beth
Kompliziert
Nachdenklich
Liebevoll
Durch die Schritte der Freunde aufgeschreckt, schaute er auf. Sofort begann er zu lächeln, nahm die Arme aus der Verschränkung vor der Brust und schwang sich vom Baum weg.
„Man, mit jedem Aufstieg kommt mir der Berg höher vor", murrte Chris etwas ungehalten.
„Ach ja? Das denk ich mir auch immer", antwortete Josh und nickte den anderen freundlich zu.
Chris winkte ab. „Ach, komm schon. Du warst so oft hier, für dich schrumpft er doch eher."
„Ja, das stimmt wohl."
Mit leicht klammen Fingern zückte Chris sein Handy heraus. Noch immer zeigte es, wie unten bei der Seilbahnstation, keinen Empfang an. Suchend hielt Chris es über seinen Kopf.
„Ach, wann sorgt du hier endlich mal für ein paar Handymasten? Ich habe schon Entzugerscheinungen", fragte er in Joshs Richtung. Dieser hob nur die Hände leicht.
„Hast du mal eine Million Dollar für mich. Dann kriegst du die Dinger sofort."
„Witzig, dass du das sagst. Ich habe sie in der anderen Jacke. Conner?"
Chris wandte sich zum letzten Mitglied des nun vollständigen Trios um. Conner zuckte nur mit den Schultern.
„Sorry Bro, leider unterm Bett vergessen."
„Ein bisschen Handyentzug würde ich beiden vielleicht mal ganz gut", murmelte Maya. Darauf reagierte keiner.
Josh wandte sich um und ging vor den Neuankömmlingen her in Richtung Lodge. Als sie um die Ecke bogen, blitzte es einmal grell auf. Geblendet taumelte Chris ein paar Schritte zurück, blinzelte und versuchte die nun tanzenden Punkte vor seinen Augen loszuwerden. Er hörte neben sich erschrockenes Gemurmel, leicht taumelnde Schritte im Schnee. Nach und nach erkannte er die Welt wieder um sich herum. Schräg hinter Josh stand ein schlanker, etwas kleinerer junger Mann. Langsam erkannte Chris die dunkle Armeejacke, die einer Uniform glich, den eng anliegendem, unter den Kragen der Jacke gestopften Schal, die gefütterte Sporthose mit Schlag und die Sportschuhe. Und natürlich die orangroten Haare.
Nick
Mayas Zwillingsbruder
Verträumt
Naiv
Sportlich
„Hm, kein gutes Foto", murmelte Nick mit enttäuschtem Blick auf den Display seiner Digitalkamera, die er um dem Hals hängen hatte. Chris schob sich seine Brille etwas nach oben und rieb sich die Augen. Neben ihm brummte Conner wieder etwas ungehalten. Endlich konnte er wieder klar schauen. Josh ging lachend an Nick vorbei.
„Vielleicht solltest du die Leute zuerst darüber informieren, dass du sie fotografierst."
„Ja, wäre eine Idee", meinte Nick nur und ließ seine Kamera wieder fallen.
Erst jetzt sah er auf und schenkte seinen Freunde eines seiner kindlichen Lächeln. Maya setzte sich als Erste wieder in Bewegung und nahm ihren Bruder in den Arm. Die Umarmung der Zwillinge war kurz, aber innig. Conner erhielt eine brüderliche Umarmung, Chris und Sam wurde von Nick zu zugenickt.
Irgendwie war Chris mit Mayas Zwillingsbruder nie wirklich warm geworden. Nick war immer etwas komisch. Er war schwer einzuschätzen, wirkte manchmal gedanklich abwesend. Einen genauen Grund konnte Chris aber nicht nennen. Es war wahrscheinlich das gleiche Ding, was da zwischen Conner und Mike lief.
Maya packte ihren Bruder, der keine Anstalten machte sich zu bewegen, am Arm und schob ihn hinter Josh her weiter in Richtung Lodge. Conner, Sam und Chris folgten ihnen. Vor der Josh warteten zwei weiterer Mitglieder der Gruppe. An der kleinen Mauer neben der Treppe lehnte ein junger Mann in Trainigsjacke und dicker Winterhose. Neben ihm standen zwei Taschen, eine davon in rosa.
Matt
Emilys neuer Freund
Motiviert
Ehrgeizig
Sportlich
Er schien die Gruppe nicht zu bemerken, sondern murmelte leise vor sich hin. Auf einer der unteren Stufen der Treppe saß eine junge Frau und schaute lächelnd in Richtung der Ankommenden. Sie trug als einzige Frau eine Mütze auf dem Kopf, dazu eine dicke Winterjacke, Stoffhose und Stiefel über der Hose.
Ashley
Ist verknallt in Chris
Fleißig
Neugierig
Offen
Josh hob zur Begrüßung die Hand.
„Hey Gang, war der Aufstieg okay?"
„Ja, war ganz okay", antwortete Ashley. „Ein bisschen gruselig, ich mein, ist echt seltsam wieder hier zu sein."
Matt grummelte nur etwas. Als Josh zwischen ihm und Ashley hindurch ging, deutete er mit dem Daumen auf Matt.
„Was ist denn mit ihm los?"
Ashley zuckte nur mit den Schultern. Also stieg Josh weiter die Treppe bis zum Eingang der Lodge hoch. Während die anderen am Fuße der Treppe warteten, folgte Chris ihm. An der Tür hielten sie inne.
„Jojojo, steigt hier oben bald die Partie oder was?", fragte Chris, wieder hatte er ein breistes Grinsen aufgesetzt.
Josh nickte. „Klar man."
„Und Mat und Emily sind ein Pärchen, was?", griff Chris den neusten Klatsch der Gruppe auf. Naja, fast den Neusten.
„Scheint so."
„Und, was meint Mike dazu?"
Josh lachte nur auf. „Ich habe das Gefühl Mike hat schon alle Hände voll. So wieder immer."
Damit schien das Thema für Josh durch zu sein, er wandte sich wieder in Richtung Tür der Lodge und versuchte diese zu öffnen. Leider ohne viel Erfolg.
„Mist. Das blöde Ding", fluchte er.
„Vereist?", fragte Chris.
„Was sonst."
Josh gab es auf und trat vom Schloss weg. Er betrachtete es nachdenklich.
„Gibt es noch einen Weg rein?", warf Chris ein.
„Es gibt tausend Wege da rein. Nur alle verschlossen.„
Chris schaute sich etwas um.
„Es gibt sicher ein Fenster um die Ecke, dass wir vielleicht 'aufmachen' könnte."
Jetzt hörte Josh auf an dem Schloss rumzudoktorn und richtete sich auf.
„Moment. Du meinst also wir sollen einbrechen?"
„Ich glaube nicht, dass es Einbruch ist, wenn du da wohnst."
„Hey, nicht, wenn ich die Coops nicht rufe."
Nervös räusperte sich Chris. Das hatte Josh doch nicht ernst gemeint, oder? Dieser wandte sich komplett zu ihm und deutete mit einer Hand in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
„Immer voran, Kumpel."
Also wandte Chris sich um und stieg wieder die Treppenstufen nach unten. Ashley hatte sich nicht von der Stelle bewegt. Sie unterhielt sich mit Maya, die neben ihr an der Mauer lehnte. Nick zeigte Matt ein paar Schritt weiter weg einige von seinen Fotos, während Conner und Sam in einer hitzigen Diskussion zu stecken schienen. So wie Chris Conner kannte, war es immer noch die Sache mit Mike von vorhin. Als er die Treppe verließ und wieder im Schnee stand, wandte er sich zu Ashley um. Mit einem freundlichen Lächeln schaute er zu ihr runter. Sofort verstummte das Gespräch zwischen ihr und Maya.
„Hey Ash."
„Hi, Chris", grüßte sie mit einem zuckersüßen Lächeln, das Chris' Herz sofort zum schmelzen brachte. Was bei diesen Temperaturen wirklich schwer war.
„Ist… alles klar?", fragte er zögernd.
„Ja klar, abgesehen davon, dass es echt kalt ist. Und das mir dieser Ort ziemlich Angst macht."
„Es ist ziemlich seltsam wieder hier zu sein."
„Yeah…"
Damit war die Sache für sie anscheinend erledigt, sie schien nicht weiter darüber reden zu wollen. Kurz schaute Chris zu Maya, die nur auffordernd in ihre Handinnenflächen bließ. Ihm fiel auf, dass sie Conners viel zu große Motorradhandschuhe trug.
Chris ließ die beiden Freundinnen bei der Treppe zurück und folgte Josh einen verschneiten Weg neben der Lodge nach oben. Die Freunde schwiegen, bis sie außerhalb der Hörweite der anderen waren. Dann durchbrach Josh die etwas angespannte Stille.
„Ashley sah heute echt heiß aus, oder?"
Chris antwortete nicht. Wenn er schwieg, dann…Mit einem Mal hielt Josh an, sodass Chris neben ihm zum Stehen kam und sich zu ihm umwenden musste.
„Sie schlägt ein wie eine Bombe aus dem Nichts, oder?", fuhr Josh immer noch grinsend fort. „Ich würde ihr am liebsten den Parka runter reißen und mich mit ihr im Schnee wälzen."
Chris zuckte kurz zusammen, schluckte schwer und schüttelte dann den Kopf.
„Als ob ich da einen Chance hätte", murmelte Chris abwehrend.
Josh schüttelte nur den Kopf.
„Hey, sie verbringt doch ihr ganzes Leben fast nur mit dir alleine."
„Ja. Als Freunde."
Jetzt verdrehte Josh die Augen, trat einen Schritt vor und tippte Chris auf die Brust.
„Pass auf, ich gebe dir den gleichen Tipp, den ich Conner letztens am Telefon gegeben habe."
„Du hast Conner einen Tipp gegeben?", fragte Chris etwas überrascht nach. „Wofür?"
„In Bezug auf Maya, ist aber nicht so wichtig. Wichtig ist, dass du dich mal hier umsiehst. Schau dir die Umgebung an, die Berge. Siehst du hier irgendwelche Eltern? Was gibt es für ein perfekteres Szenario, voller errotischer Möglichkeiten? Du und Ash, endlich allein. Du hast die Vorarbeitet geleistet, du warst der perfekte Gentleman. Jetzt ist an der Zeit den Sack zuzumachen."
Joshs Rede war gut, hätte jedes schwächliche Fußballteam angespornt, doch Chris war nicht überzeugt.
„Ich weiß nicht, man.„
„Was heißt hier 'ich weiß nicht'?"
„Was, wenn es nicht funkt. Sie… wir… wir können keine Freunde mehr sein, wenn ich so was versuche."
Wieder konnte Josh nur mit den Kopf schütteln. Er warf eine Hand in die Luft und ging um Chris herum.
„Hast du mir nicht zugehört? Sei ein Mann, Bro."
Chris seufzte nur, als Josh um ihn herumging und sich wieder an den Aufstieg machte. Vielleicht… vielleicht hatte er Recht. Immer noch nachdenkend folgte er Josh weiter den Weg nach oben. Sie schwiegen sich an, das Gespräch hing in der Luft.
„Also, wie willst du in die Lodge meiner Eltern einbrechen?", fragte Josh schließlich.
„Hey, ich habe nicht gesagt, dass ich einen Plan habe."
„Dann solltest du dir schleunigst einen überlegen, Bro. Ansonsten haben wir da unten fünf liebliche Damen, die sich den Hintern abfrieren, und ich bin mir sicher, dass sind keine guten Vorraussetzung um später noch zum Zug zu kommen."
„Gute Einwand. Keiner steht auf Frostbeulen."
Sie stapften weiter seitlich an der Lodge vorbei, sahen sich dabei um. Doch jedes Fenster war zu hoch, um irgendwie daran zu kommen. Bis jetzt kein gutes Zeichen für einen Einbruch in die eigene Hütte. Kurz warf Chris wieder einen Blick auf sein Handy.
„Toll, mir geht der Saft aus. Jetzt verreckt mir auch noch mein GPS. Ich meine, jetzt bin ich mal draußen, jetzt könnte ich es wirklich gebrauchen…", murmelte er.
„Kommst du nich mal ohne dein Handy klar", unterbrach Josh ihn etwas angefressen.
„Was? Wieso?"
„Du redest von nichts anderem."
„Naja, es kann halt so viel Zeug."
„Okay. Hast du eine App, die uns in die Lodge reinbringt?", fragte Josh drängend.
Chris rieb sich den Nacken.
„Nope", gab er zu.
„Eine App, mit der du ein Date kriegst?", stichelte Josh weiter.
„Naja, Conner und ich arbeiten da an was…"
„Hast du nicht." Josh wandte sich zu ihm und machte mit den Hände die Bewegung, als würde er einen Schlusstrich ziehen. „Die Antwort ist: Hast du nicht."
Seufzend gab Chris auf und steckte sein Handy wieder ein. Da fiel sein Blick auf einen verschlossenen Metallkisten, der knapp unter einem der Fenster stand. Mit großen Schritten steuerte er diesen an. Josh verstand seine Absicht sofort.
„Ja ja ja, das nenn ich ja mal clever. Sehr gut."
Zusammen schoben sie den Kasten bis unter das Fenster. Er war schwerer als Chris gedacht hatte. Vielleicht waren das doch nicht alles Muskeln. War da nicht noch eine Wette? Als der Kaste direkt unter dem Fenster stand, traten beiden davon zurück. Ohne ein Wort zu sagen schaute Josh auffordernd zu Chris und deutete auf den Kasten. Er sollte der Erste sein. Also kletterte Chris auf den Kasten drauf, hielt schwankend das Gleichgewicht und öffnete das Fenster. Er schaute direkt in eine Keller, anscheinend waren hier die Snowboards der Familie Washington repariert worden. Ohne zu zögern packte er die untere Fensterkante und zog sich ins Innere. Jedoch verlor er sofort das Gleichgewicht und fiel nach vorne über. Rücklings landete er auf dem Boden des Kellers. Josh kam sofort hinterher geklettert und schaute durch das Fenster hinein. Chris reckte den Daumen in die Luft.
„Alles okay!", rief er. Und dann, etwas leiser, „Hätte ich in der Kletterstunde mal etwas besser aufgepasst."
„Du meinst Sport?"
„Ja. Da, wo man das Seil hoch muss."
Chris schwang sich wieder auf die Füße. Kaum, dass er stand, zerbrach die über ihm hängende Glühbirne. Sofort verschwand der Raum in absoluter Dunkelheit. Etwas überrascht schauten beide jungen Männer sich um.
„War ich das?", fragte Chris mehr sich selbst als Josh.
„Glaube nicht. Hier, nimm das."
Damit warf Josh ihm eine altes Sturmfeuerzeug zu. Die Flamme war sehr klein und beleuchtete gerade einmal Chris' Gesicht, als er sie anmachte, aber etwas anderes hatte er zur Zeit nicht. Es musste so gehen. Zumindest spendete die Flamme etwas Wärme.
„Wow, Chris, ich habe gerade die Idee", polterte Josh mit einem Mal von hinten los.
Chris wandte sich um.
„Okay. Lass hören."
„In einem der Badezimmer müsste noch ein Deospray sein. Benutze das und die Flamme, um das Schloss vom Eis loszukriegen. Flammenwerfer."
„Ah, du meinst wie früher mit unseren Spielzeugsoldaten. Bye Bye, vereistes Schloss."
„Bingo." Josh schaute kurz hinter sich, dann wieder zu Chris. „Hey, ich muss noch was erledigen. Ist es okay, wenn du dich alleine durch die Dunkelheit kämpfst?"
„Nein, aber ich machs." 'Ich habe auch keine andere Wahl', schloss er in Gedanken an.
„Geh mit Gott, Partner."
Und damit war Josh verschwunden und Chris alleine im Keller der Lodge. Er atmete einmal tief durch, wandte sich dann um und ging im Schein des kleinen Flämmchens des Feuerzeugs weiter. Regale ragten neben ihm in die Höhe, es war keine Tür zu sehen. Sein Blick wanderte über die einzelnen Fächer, auch wenn er in der Dunkelheit nichts genaueres erkennen konnte. Während er so durch den Keller streifte, streiften auch seine Gedanken ab.
Josh hatte also Conner diesen Rat mit Maya gegeben. Einen ähnlichen wie ihm mit Ash. Und anscheinend waren Conner und Maya jetzt zusammen. Eventuell sollte er es auch versuchen. Einfach den ersten Schritt machen. Aber es bestand halt die Gefahr zu scheitern. Und was dann?
So in Gedanken hätte er es fast übersehen, dann glitt sein Blick auf etwas hölzernes am Boden. Er bückte sich und hob es auf. Es sah so aus wie das Totem, das Conner ihnen beschrieben hatte. Zumindest die Größe passte. Interessiert betrachtete Chris es, drehte es herum. Als er das Loch in der Rückseite betrachtete, wurde er von etwas nach hinten geworfen. Das Letzte, was er sah, waren Bilder.
Feuer, ein brennedes Gebäude. Jemand schrie. Eine Gestalt fiel vor ihn. Die Kleidung, die Haut, alles verbrannt, schwarze Haare fiele über das verbrannte Gesicht. War das… Schon wurde alles schwarz um ihn.
