Kapitel 13
Es war mitten in der Nacht, als Harry wach wurde. Sein Blick ging zum Wecker, doch dieser zeigte nichts mehr wirklich etwas Genaues an. Vielmehr verblassten nach und nach die roten Ziffern, aber das war es nicht, was Harry in diesem Moment interessierte. Nein, seine Aufmerksamkeit galt dem leisen Geräusch, welches vom Flur her an sein Ohr drang.
Es war das sanfte Rauschen von Wasser und nachdem sich der Gryffindor vorsichtig bis zur Tür begeben und diese geöffnet hatte, führte ihn das Geräusch schließlich zum Badezimmer. `Es duscht jemand', schoss es Harry sofort durch den Kopf und seine innere Stimme sagte jetzt eigentlich, er sollte zurück ins Bett gehen.
Doch Harry schaffte keinen Schritt zurück, denn ihn hatte plötzlich ein Gedanke befallen, einen der ihn auf der einen Seite erschreckte und auf der anderen ein ungewohntes Kribbeln am ganzen Körper verursachte. Wer war es, der dort duschte? War es einmal mehr Rosalie, die immer noch den Geruch des Werwolfs loswerden wollte? Das Kribbeln wurde stärker und wie automatisch ging Harrys Hand zur Türklinke. 'Nur einen Blick, einen kurzen', sagte er sich und drücke die Tür leise auf.
Und da stand sie. Harry hatte recht behalten. Rosalie stand wieder unter der Dusche. Das Wasser umspielte wieder ihren venusgleichen Körper, der Schaum ihres Duschgels bildet verführerische Schleier und sie schien dies alles richtig zu genießen. Harry konnte seinen Blick einfach nicht von Rosalie abwenden und spürte, wie sein Körper, oder vielmehr die südlichen Regionen, auf das sich ihm bietende Schauspiel reagierten. Der Blick des Gryffindors wanderte schon wie am Abend in seiner Erinnerung über die weiblichen Rundungen, verfolgte das Wasser und kam schließlich, was Emmett ja verhindert hatte, in ihrem Schosse an.
Dort entdeckte Harry dann auch, was sein großer „Bruder" gemeint hatte. Rosalie, das Wasser immer noch genüsslich über ihren Körper laufen lassend, drehte sich etwas in der Dusche und präsentierte Harry damit die volle Vorderseite. Ab da konnte Harry einfach nicht anders, als ihn anzustarren… Rosalies Butterfly. Harry hätte nie gedacht, dass so etwas möglich war, doch der blonde Vampir hatte ein ziemlich ungewöhnliches Muttermal, in der Form eines Schmetterlings. Zwar nicht so wie man es aus Büchern oder Schaukästen her kannte, also in der Totalen, nein, die etwas dunklere Hautanomalie sah vielmehr aus wie ein großer Falter von der Seite, der sich auf einer Blüte niedergelassen hatte und deren Nektar saugte.
Und Rosalie hatte diese Vorstellung auch aufgegriffen und die Körperpartie über ihren intimsten Bereich, ihren Venushügel so gestaltet, dass es für jeden der es mal schaffte soweit mit seinem Blick vorzudringen, in Rosalies Fall Emmett, den Anschein erweckte der Falter würde sich am Nektar laben. Rosalie hatte ihr Schamhaar nämlich in Form einer filigranen Rosenblüte getrimmt.
„Wow", entfuhr es Harry und ihm nächsten Moment wollte sich der Gryffindor dafür verfluchen, denn nun hatte er die Aufmerksamkeit des blonden Vampirs. Bernsteinfarbene Augen funkelten ihn an und der eben noch sich im Wasser wiegende Körper war jetzt sichtlich versteift. Harry rechnet jetzt jeden Moment mit seinem Tode. Auf gar keinem Fall würde Rosalie ihm dieses Verhalten, sein Spannen durchgehen lassen.
Umso überraschter war Harry daher, als Rosalie plötzlich mit vor Lust funkelnden Augen seinen Körper musterte und ihr Blick auf seiner Schlafanzugshose haften blieb, die nach vorn eine enorme Beule aufwies. Was ab da geschah, bekam Harry nur noch durch eine Art Schleier mit. Plötzlich stand Rosalie vor ihm, die bernsteinfarbenen Augen färbten sich langsam schwarz im Zeitraffer und Rosalie stand vor Harry. Sie schaute ihm in die Augen und dann berührte sie Harrys warme Brust mit ihren kalten Fingern, was dem Gryffindor einen Schauer über den ganzen Körper laufen ließ.
„Weißt du, dass du wunderschön bist, Rosalie?", fragte Harry mit trockener Stimme und konnte seine Augen nicht von ihr nehmen. Doch der Vampir legte nur ihren Finger auf seine Lippen und bedeutete Harry, er solle nichts sagen. Dann wanderte die kalte Hand nach unten. Sie strich über den Bauch, erreichte den Bund der Hose und glitt schließlich hinein. Sanft umfasst sie Harry und der Gryffindor stöhnte auf. Das Gefühl welches seinen Körper durchflutete war einfach unbeschreiblich. Jedoch wurde es noch besser, als Rosalies Hand langsam begann die für sie fast kochendheiße Vorhaut immer wieder vor und zurück über die vom ersten Glückstropfen feucht gewordene Eichel zu schieben.
Harry legte kurz den Kopf in den Nacken und genoss das, was die Blonde mit ihm machte. Schließlich aber schaute er sie wieder an, denn sein Körper wurde nun von ihrem anderen Arm umschlungen und fest an die kalten, harten Brüste gedrückte. Allerdings verkrampfte sich Harry daraufhin, denn das Gesicht von Rosalie begann sich zu verändern. Noch während die Wellen der Lust sich Harrys Körper bemächtigte hatten und der Druck der Hand um sein bestes Stück stärker wurde, veränderte sich das Aussehen des Vampirs. Dir Haare wurden plötzlich dunkler, kürzer und standen spitz in alle Richtungen ab, während das Gesicht das eines ganz anderen Bewohners des Hauses Cullen annahm.
„Oh mein Gott … Alice", stöhnte Harry und dann durchzuckte ihn ein Gefühl, welches er bis dahin noch nie gespürte hatte. Sein ganzer Körper bebte, er keuchte und dann … dann schreckte Harry hoch. Er saß plötzlich mitten in seinem Zimmer auf dem Bett, schwitzte und seine rechte Hand steckte immer noch in seiner Schlafanzughose, die Finger umhüllt von einer warmen, klebrigen Substanz.
„Oh mein Gott", rief Harry und sah an sich herunter. Er brauchte noch einige Sekunden um zu verstehen, was gerade mit ihm geschehen war. Er hatte geträumt, feucht geträumt und sich dabei selbst befriedigt. Was ihn aber am meisten die Schamesröte ins Gesicht trieb, war die Tatsache von wem er geträumt hatte.
Aus der Starre dann schließlich erwacht, spürte Harry wie sein bestes Stück noch einige Male den Saft seiner Lenden in die Hose pumpte und dann langsam wieder erschlaffte. Harry hob die verklebte Hose leicht von seinem Körper ab und sah das Sperma im Schein des durch das Fenster herein strahlenden Mondes schimmern. Und was er sah war nicht nur ein Bisschen. Harry war sich sicher, dass er so noch nie gekommen war und als er den Duft seines Spermas auffing und sein Stöhnen ihm noch im Ohre lag, beschlich den Gryffindor mit einem Male ein ganz schrecklicher Gedanke.
Dieser umfasste seine derzeitige Situation, die Tatsache, dass er im Haus mit lauter Vampiren lebte und diese über gar übermenschliche Sinne, sprich Gehör und Geruchssinn verfügten. „Verdammt", fluchte er und versuchte sich aus der zusammengewurschtelten Decke zu befreien. Dies misslang jedoch und so landete Harry mit dem Kopf voran auf dem Boden und stöhnte diesmal vor Schmerzen auf. Auch war das dumpfe Geräusch, welches er dabei verursachte, nicht zu überhören und panisch wurde Harry klar, dass es wohl keine Minute dauern konnte, bis Carlisle, Esme oder noch schlimmer eines der beiden Mädchen nach ihm schaute.
Rasch rappelte sich Harry auf, zog seinen Schlafanzug aus, wischte sich dann mit dem Oberteil notdürftig sauber und warf alles aufs Bett. Dabei war ein Ohr immer auf die Tür gerichtet und sein schlimmster Albtraum schien war zu werden, denn es war Alice Stimme, die er zuerst vernahm. Sie meinte zu einer anderen Person, dass Harry wohl gestürzt war und dass sie nach ihm sehen wollte. Doch da erklang Emmetts tiefe Stimme, die bestimmt verlauten ließ, dass er dies selbst übernehmen würde. Harry atmete etwas auf, auch wenn ihm klar war, dass der bullige Vampir sofort wissen würde, was los war und dass dies auch noch Folgen haben würde.
Bevor Emmett aber hier war, wollte Harry jedoch das Meiste schon vertuscht haben und so richtete er rasch, noch während er mitbekam wie die Klinke der Tür langsam bewegt wurde, seinen Arm mit der Narbe auf die mit seinem Sperma eingesauten Sachen und flüsterte: „Evernesco." Allerdings wurde ihm im nächsten Moment bewusst, was Professor Flitwick in ihrem ersten Jahr meinte, als er sagte, man müsse seine Zauber immer präzisieren. Denn noch während Harry seinen Fehler erkannte, verschwand nicht nur wie eigentlich gewollt sein Nektar der Lust, sondern auch der Schlafanzug, die Decke, das Kissen und das Bettlaken. Harry konnte nur noch auf das blanke Bett starren und leise „Shit" murmeln.
Und so stand er nun da, der arme Tropf mitten im Raum, völlig nackt und kein Stück Stoff um seine Blöße zu bedecken. Und mit einem Male war Harry irgendwie froh, dass es wirklich Emmett war, der ihn so sah und nicht Carlisle oder gar eine der Frauen.
Breit grinsend stand dieser in der Tür und meinte: „Also wirklich Harry, man hätte die Sachen doch auch waschen können. Sei froh dass es nicht Esmes Lieblingsbettwäsche war. Da könntest du dir jetzt was anhören."
„Klappe", fauchte Harry ungewöhnlich mutig und wollte zum Schrank gehen, um sich seinen Morgenmantel zu holen. Da aber verschwand Emmetts Grinsen, das Gesicht des Vampirs verzog sich, als müsste er sehr mit sich kämpfen und es kam Harry so vor, als würde er bewusst die Luft anhalten. Bevor der nackte Gryffindor aber fragen konnte was los war, rief Emmett auch schon nach Carlisle.
„Emmett … ich … ich verstehe nicht", sagte Harry verwirrt, jedoch auch alarmiert.
Der bullige Vampir reagierte allerdings nicht, sondern blickte zur Tür, durch welche sein Vater gerannt kam. „Emmett was ist … ach, ich sehe schon", war alles was Carlisle gefasst und mit der professionellen Kühle eines Arztes sagte und wieder verschwand. Harry bekam davon aber nur Schemen mit, denn keine Sekunde später war der Vampir wieder im Zimmer und kam auf Harry zu.
Der Gryffindor versuchte sich möglichst natürlich zu bewegen und fragte sich, was Emmett nur hatte. Eben wollte er sich amüsieren, darüber was Harry passiert war. Und jetzt traute er sich nicht einmal zu atmen. Die Antwort auf diese Frage, bekam Harry dann, als Carlisle, der auf Harrys Aufmachung, seinen verschwitzen und verklebten Körper und das verschwundene Bettzeug nicht mal mit einem Lächeln reagiert, ihn bat, sich kurz hinzusetzen. Harry kam der Bitte nach und sog dann scharf die Luft ein, als der blonde Vampir ihm etwas Feuchtes auf den Kopf, oberhalb seiner linken Schläfe, drückte.
Es brannte kurz wie irre und Harry wollte Carlisles Hand wegschlagen, doch dabei bräche er sich selbst seine eigene. „Ruhig Harry, es ist nur ein Kratzer, wird vielleicht 'ne Beule, aber ansonsten ist es nicht sehr schlimm."
Der Schwarzhaarige schaute den Vampir überrascht an und sah dann, dass der mit Alkohol getränkte Tupfer rötlich verfärbt war. Erst jetzt wurde ihm bewusst, dass der kleine Sturz aus dem Bett doch nicht so harmlos abgelaufen war. Zunehmend nahm Harry jetzt auch ein leichtes Pochen im Kopf wahr und er stöhnte, warum es immer ihn traf.
Emmett grinste und traute sich nun auch wieder zu atmen, denn die Blutung war gestoppt und der Alkohol hatte den Geruch von Harrys Blut übertüncht. „Nun Harry glaub mir, du bist nicht allein auf diesem Planeten. Bella ist auch so ein wandelnder Unfallmagnet."
„Danke, das beruhigt", erwiderte Harry voller Sarkasmus, was das Grinsen bei Emmett noch verbreiterte und dies bedeutete im Normalfall nichts Gutes.
„Emmett gib Harry doch bitte etwas Ruhe und hilf ihm kurz beim Duschen", wies Carlisle seinen Sohn an und dieser nickte. Allerdings konnte er sich die Frage an Harry nicht verkneifen, ob dieser nicht vielleicht mit einem gewissen Butterfly duschen wollte. Harry Reaktion war eindeutig und Emmett nahm das rote Gesicht als „Nein". Im Geiste des Gryffindors begann derweil eine Suche nach Zaubersprüchen, die man gegen Vampire nutzen konnte.
„So Harry, hier hinein. Dusch aber nicht zu heiß, sonst kannst du nachher nicht schlafen." Harry nickte und verschwand in der Kabine. Emmett wartete in der Zwischenzeit außer Sichtweite und der Gryffindor hoffte, dass der Vampir nicht weiter für den Grund der nun benötigten Dusch einging. Harry schien auch Glück zu haben, nun jedenfalls bis zu dem Moment, wo das Wasser seine Platzwunde streifte. Harry sog stark die Luft ein und stöhnte schmerzhaft auf. Sofort war Emmett zur Stelle und besah sich Harry sorgenvoll. Dieser winkte aber ab und meinte, es sei nichts. Emmett lächelte. „Na dann ist ja gut, Harry. Du glaubst ja gar nicht, wie froh ich bin, dass dir nichts Schlimmeres passiert ist …"
„Warum?", fragte Harry und fand im nächsten Moment die Frage allein schon dämlich. Emmett machte jedoch nur ein todernstes Gesicht und erwiderte. „Na überleg doch mal Harry. Was würde die magische Presse, euer Tagesprophet, wohl über ihren Jungen der überlebte schreiben, wenn du noch unglücklicher aufgeschlagen wärst und dein Schädel gebrochen wäre. Ich kann schon die Schlagzeile lesen: Held der Zauberer beim Onanieren der Schädel geplatzt!
„Das reicht!", brüllte Harry in den Raum, dem folgten einige lateinisch klingende Worte und kurz danach war Ruhe. Carlisle, Esme und die beiden Mädchen schauten sich verwirrt an, hatten sie doch irgendwie das Gespräch mit belauscht. Jedoch hatten Alice und Rosalie nicht ganz so viel mitbekommen, da Carlisle sie aus dem Haus geschickt hatte, als er zu Harry geeilt war. Beide hatten zwar über die letzten Jahrzehnte eine ebenso gute Beherrschung wie Emmett und Esme entwickelt, was das Blut anging, doch dann wiederum waren sie die beiden Vampire im Zirkel, die sich eine Zeit lang von menschlichem Blut ernährt hatten. Und man musste sie ja nicht unbedingt unnötig quälen.
Eine Tür klappte und man konnte Harrys Schritte hören, wie dieser in sein Zimmer ging. Allerdings wurden sie untermalt vom Rauschen des Wassers im Bad. Hatte Harry in seiner Wut vergessen, das Wasser abzudrehen? Und warum hörte man Emmett nichts sagen? Die Gruppe teilte sich. Während Carlisle mit den Mädchen ins Bad ging, folgte Esme Harry ins Zimmer. Sie klopfte kurz und trat dann ein.
„Harry?", fragte sie vorsichtig und sah sich dann einem mehr als nur verlegenem Jungen gegenüber. Verstärkt wurde die Situation dann auch noch, da sie in ihren Händen frisches Bettzeug hielt. Harry starrte darauf und drehte sich um. Er konnte Esme einfach nicht ins Gesicht sehen. Sie war in den letzten Tagen so etwas wie eine Mutter geworden und umso peinlicher war es ihm jetzt. Die blonde Vampirfrau schien es aber nicht so einfach abtun zu wollen und setzte sich neben Harry. Sie legte ihren Arm um ihn sagte: „Harry, ich weiß, dass es im Moment sehr schwer für dich ist. Du bist ein Teenager, hast schlimme Dinge erlebt und machst auch körperlich viele Veränderungen durch. Es ist …"
„Bitte Esme nicht … nicht das Gespräch. Ich … ich wei …", versuchte, nein flehte Harry förmlich. Das letzte was er jetzt brauchte war ein Aufklärungsgespräch. Noch immer schaffte er es nicht, Carlisles Frau anzuschauen. Sein Gesicht brannte und er wollte einfach nur hier weg, doch Esme ließ ihn nicht los. Und dann drehte sie ihn so, dass er sie anblicken musste.
„Ok Harry, ich lasse es. Vielleicht ist es ja besser, du machst deine eigenen Erfahrungen. Nur einen Tipp gebe ich dir. Lass dich nicht immer von Emmett ärgern. Er ist eigentlich ein lieber Junge. Doch wenn er einmal Blut geleckt hat, dann kann dieser alte Kindskopf nicht anders. Du hättest mal die letzten drei Jahre dabei sein müssen. Da war nämlich Edward sein Opfer."
„Edward? Wieso er?", fragte Harry überrascht und Esme lächelte: „Na weil es ihn seit er seine Bella getroffen hatte, genauso ging, wie dir Harry. Edward mag zwar über hundert Jahre alt sein, aber dennoch ist sein Körper der eines Jungen in deinem Alter. Und dann hatte mein Sohn vor Bella nie irgendjemanden, um gewisse Erfahrungen zu machen. Du kannst dir vielleicht denken, Harry, dass dein Bettzeug nicht das einzige gewesen wäre, was ich in den letzten Jahren gewaschen habe."
Und da war es wieder. Harry wurde an sein Malheur erinnert und blickte beschämt zu Boden. Vor einem weiteren Tipp oder einer Peinlichkeit wurde der Gryffindor jedoch bewahrt, da aus dem Flur her lautes Lachen zu hören war. Esme schaute überrascht auf und ging zur Tür. Harry folgte ihr nicht und kümmerte sich lieber darum, sein Bett wieder herzurichten.
Esme wunderte sich zwar über Harrys Verhalten, ging dann aber zu den anderen, lachenden Familienmitgliedern. Was sie dann beim Betreten des Bades erblickte, trieb auch ihr die Lachfalten ins Gesicht. Das Bild war ja aber einfach nur komisch. Emmett hing kopfüber in der Duschkabine, schien sich nicht bewegen zu können und kaltes, eiskaltes Wasser rauschte über seinen Körper. Dies sollte ihn zwar nichts ausmachen, aber jedes Mal wenn er den Mund aufmachte, füllte sich dieser mit Wasser und es verhinderte jedwedes Sprechen. Und neben dem Vampir glühten rote Buchstaben und Ziffern. Sie schienen für den Betrachter in den Tiefen der Fliesen zu brennen und während der nummerische Teil einen Countdown darstellte, welcher rückwärts lief und jetzt gerade bei zwei Minuten lag, stand darunter in alter Schrift und wie ein Werbebanner geschrieben:
Potters Magische Mundspülung gegen dumme Sprüche – bei Bedarf Harry rufen.
Die Cullens knieten vor Lachen und keiner schien in der Lage zu sein, Emmett zu helfen. Etwas, das der sonst so souveräne Vampir mit einem hilflosen Blick zur Kenntnis nahm. Glücklicherweise endete dann schließlich der Countdown und das Wasser hörte auf zu fließen. Dann spürte Emmett wie wieder Kraft in seine Glieder fuhr und reflexartig landete er auf seinen beiden Füßen, als auch der Zauber, der ihn kopfüber in der Dusche gehalten hatte, verschwand.
Wie ein begossener Pudel stand er da und blickte seine Familie vorwurfsvoll an. Dann aber änderte sich seine Miene und ein breites Grinsen schlich auf sein Gesicht: „Ich glaube, ich sollte wohl etwas vorsichtiger werden. Unser Kleiner kann ja doch die Krallen ausfahren."
„Richtig mein Sohn. Harry ist was Besonderes und ich denke mit seiner Magie ist es möglich, dass wir noch einige Überraschungen erleben dürfen. Also lass ihm seinen Freiraum." Emmett nickte und Carlisle reichte ihm ein Handtuch. Danach begaben sich alle wieder in ihre Zimmer und man wartete ab, was der Morgen brachte. Es war ja schließlich schon halb vier und ein leichter, heller Schimmer bildete sich bereits über den Baumspitzen um das Haus der Cullens herum.
Eine Person interessierte die Umgebung und ihre Schönheit im Moment allerdings am wenigsten. Es war Alice und sie schaute in Richtung von Harrys Zimmer. Auf ihren Lippen war ein leichtes Lächeln und sie dachte an die letzte Stunde zurück. Ihr Augenmerk lag dabei aber nicht auf dem, was die anderen alles gesagt hatten oder auf Harry kleinem Missgeschick, sondern darauf, was am Ende von Harrys Traum geschehen war. Nicht „Rosalie" hatte der Junge mit der blitzförmigen Narbe zuletzt gestöhnt. Nicht „Rosalie" sondern „Alice". Und nach Wochen des Schmerzes, nach unendlichen Nächten ohne Jasper, regte sich im Innern des Vampirs wieder etwas.
46 … 13 … 15 … 29 … 21 … 36.
Sechs Zahlen schwirrten ihr durch den Geist und dann das Bild einer jungen, attraktiven Frau in einem grauen Businesskostüm und einer Aktenmappe, die Carlisle seinen Lotteriegewinnscheck überreichte. . .
