Kapitel 17
Wer schon einmal das Ministerium für Zauberei besucht hatte, weiß was für ein belebter Ort dieses stets gewesen war. Und so war es heute nicht anders. Allerdings, so würde es ein geübter Beobachter erkennen, war die Präsens der Auroren um gut fünfzig Prozent höher als früher und dies hatte wohl damit zu tun, dass nach den Ereignissen im letzten Frühjahr hier im Ministerium die Rückkehr Lord Voldemorts endlich als reell angesehen wurde.
Albus Dumbledore hatte dieser Tage eine Menge zu tun. Es verging wohl kein einziger Morgen wo er keine Eule aus dem Ministerium erhielt mit der Bitte um Rat. Doch der alte Zauberer kam jedem Schreiben nach, galt es doch so viele Vorkehrungen zu treffen, wie man konnte, denn wenn das neue Schuljahr erst wieder begann, würde er vielleicht keine Zeit mehr dafür haben.
Auch halfen Albus die kurzen Besuche dabei gewünschte Informationen zu bekommen, manche gezielt und manche auch eher zufällig, wie es heute der Fall war. Gerade eben erst war er aus einem der schwarzen Kamine in der zentralen Halle des Ministeriums getreten und auf dem Weg zu Cornelius Fudge, als er im Fahrstuhl eine alte Bekannte traf. Es war eine etwas ältere Hexe im akkurat sitzenden Kostüm der zwanziger Jahre und sie trug auf ihren Armen einen kleinen Stapel Papiere.
„Guten Morgen Griselda", begrüßte Albus Dumbledore Griselda Marchbanks und sie lächelte zurück: „Oh hallo. Auch Ihnen einen guten Morgen Professor Dumbledore."
„Wie geht es? Konntest du die Sommerferien ein wenig genießen?" Erkundigte sich der alte Zauberer, worauf die alte Hexe ihre Schultern leicht sinken ließ und erwiderte: „Teilweise Albus, teilweise. Die Nachprüfungen stehen noch aus und nach dem letzten Jahr sind es doch einige deiner Schützlinge, die vor Anfang September nochmal ins Ministerium kommen müssen. VgddK muss eine wirkliche Katastrophe gewesen sein, wenn man die Ergebnisse bedenkt."
Albus Dumbledore horchte auf und bemerkte den Namen auf dem obersten Umschlag in Griseldas Hand. Harry Potter stand dort in schwarzen Lettern und dies weckte natürlich seine Neugier. Doch er wollte nicht direkt danach fragen und so erkundigte er sich vielmehr nebenbei: „Ich hoffe doch aber der schwerste Punkt eurer jährlichen Arbeit ist bewältigt und die von meinen Schützlingen erwarteten oder auch gefürchteten ZAG-Briefe sind schon auf dem Weg." Er lächelte bei der letzten Bemerkung und zauberte damit auch Griselda einige Lachfalten ins Gesicht.
„Ja natürlich Albus. Die sind schon weg und auch fast alle zugestellt", erwiderte die oberste Prüferin des Ministeriums. „Allerdings hatten die Eulen Probleme bei zweien der diesjährigen Prüflinge. Einer war natürlich Harry Potter, den man ja nicht mehr erreichen kann. Doch dafür kann man die Eulen ja nicht die Schuld geben, sondern eher dem Schreiber, der die bittere Wahrheit wohl nicht wahr haben wollte. Und dann gibt es da noch eine junge Hexe namens Hermine Granger, welche die Eulen nicht erreicht haben."
„Miss Granger?", fragte Albus Dumbledore sichtlich überrascht und sein Kopf versuchte schon die allermöglichsten Szenarien auszumalen.
„Richtig Professor, Miss Granger. Eine außergewöhnliche junge Hexe wenn sie mich fragen. Ich habe selten eine so gute Prüfung gelesen. Allerdings kann es passieren, dass ich dies von ihrer Seite wohl nie wieder tun werde."
„Wieso?", hakte Albus nach und nun begann Griselda richtig auszuholen.
„Nun Professor Dumbledore, so wie es aussieht will Miss Granger offenbar die Schule wechseln. Nicht nur, dass einer meiner Mitarbeiter in Erfahrung gebracht hat, dass die Familie Granger ihren Urlaub in die Vereinigten Staaten kurzfristig verlängert hat. Nein, letzte Woche flatterte mir auch noch eine Anfrage des Hexeninstituts aus Salem zu Miss Grangers ZAGs auf den Tisch. Offenbar hat sie nach dem ganzen Ärger, den Dolores letztes Schuljahr verursacht hat, Überlegungen getroffen, ihre Ausbildung in einem freundlicherem Umfeld zu beenden."
„Nun das überrascht schon ein wenig, Griselda", war das einzige was Albus dazu sagen konnte und die Zahnräder in seinem Kopf arbeiteten auf Hochtouren. Allerdings formte sich dabei auch ein anderer Gedanke und er fragte nun direkt nach Harrys Brief. Er wollte wissen, was Griselda denn damit vorhatte und als die Hexe meinte, sie wollte ihn zum Minister bringen, da sagte der alte Zauberer resolut: „Nein!"
„Was? Wieso?", fragte Griselda überrascht und Albus Stimme wurde wieder etwas sanfter: „Verzeiht meine Liebe. Doch ich denke nicht, dass dies im Sinne von Harry Potter wäre. Denn ich weiß nach langen Gesprächen, dass er nicht wirklich gut auf das Ministerium und insbesondere auf den Minister zu sprechen war. Etwas das ich ihm nicht verdenken kann, oder?"
„Ja, aber Albus", versucht die alte Hexe ihn zu unterbrechen.
„Nein Griselda, ich denke es wäre besser, ich nehme den Brief an mich und verwahre ihn in Hogwarts, dem Ort, den Harry immer als sein Zuhause angesehen hat."
„Wenn du meinst Albus", erwiderte Griselda Marchbanks und bekam das Gefühl nicht aus dem Kopf, dass der alte Zauberer seinen ganzen Charme in die letzten Worte gelegt hatte. Zwei Minuten später übergab sie ihm sogar dann auch noch Hermines Brief, da Albus versprach noch einmal mit der jungen Hexe zu sprechen, um sie vielleicht zu einer Rückkehr zu bewegen. Der letzte Beweis für die Ungewöhnlichkeit der letzten Minuten mit dem Direktor von Hogwarts zeigte sich für Griselda in der Tatsache, dass der Fahrstuhl mit einem Male wieder viel schneller zu fahren schien und die empörten Rufe der wartenden Passagiere von der nächsten Tür. Bevor sie ihren alten Begleiter noch einmal musternd anschauen konnte, hatte dieser sich auch schon verabschiedet und war in die Richtung Ministerbüros verschwunden.
Ein Vampir der sich außerhalb des Cullenhauses aufgehalten hätte, wäre wohl im Takt der beiden aufgeregt schlagenden Herzen in Verzückung geraten. Wobei eines davon einer jungen Frau gehörte, die gerade eine Menge Schmerzen ertrug und dass andere Herz gehörte einem jungen Zauberer, der mit müdem Schritt sich in Richtung seines Zimmers bewegt, um seine schmutzigen Klamotten gegen saubere zu tauschen, bevor es zum Familientreffen ging.
Alice folgte ihrem Freund, nachdem sie Bella und Edward kurz begrüßt und Emmett die Geschichte mit dem Bären unter die Nase gerieben hatte. Letzterer war ihr nun auf den Fersen und beide trafen zeitgleich in Harrys Zimmer ein und überraschten ihn als er gerade dabei war seine Shorts runter zu ziehen.
„Alice raus!", rief er entsetzt und mehr als verlegen, worauf der weibliche Vampir etwas zurück prellte. Allerdings nickte ihr Emmett kurz zu und schloss danach die Tür. Er betrachtete Harry von der Seite und bemerkte wie dieser nackt am Bett stand und versuchte etwas mit dem Fuß unter selbiges zu schieben.
„Harry was ist los? Was ist passiert? Ich dachte du wärst über den Punkt sich vor Alice nackt zu zeigen hinweg." Bevor er allerdings eine Antwort bekam, fing seine Nase einen ganz schwachen Geruch auf, der wohl vom Blut des Bären bisher überdeckt worden war und ein Lächeln der Erkenntnis schlich sich in sein Gesicht. Er trat nun ganz nah an Harry heran und nahm ihn brüderlich in den Arm.
„Harry mach dir keine Gedanken darüber. So etwas passiert nun manchmal. Ist mir damals kurz vor meinem Tode doch auch so ergangen, wenn nicht sogar schlimmer. Ich meine, du standest einem riesigen Bären wehrlos gegenüber. Du warst geschockt. Da kann es schon mal passieren, dass … dass die Blase 'nen Schweißausbruch bekommt."
„Idiot", sagte Harry kurz und knuffte seinem großen Bruder auf die Schulter, was ihm jedoch nur wieder Schmerzen einbrachte. Es war ja nicht so als hätte er sich völlig nass gemacht, sondern lediglich ein paar Tropfen vor Schreck nicht halten können. Dann zog er sich eine neue Shorts an und komplettierte sein Outfit mit den Klamotten, die er zum Geburtstag bekommen hatte. Schließlich wollte Harry einen guten Eindruck machen. Fünf Minuten später kamen beide dann aus Harrys Zimmer, wo Alice schon wartete und Harry leicht errötete, da ihm klar wurde, dass seine Freundin wohl das Ganze in seinem Zimmer mitbekommen hatte.
„… hier Bella, du musst was essen…", hörten sie Esme wenn auch gedämpft sagen, als alle drei das Wohnzimmer betraten.
„Ich mag aber nicht, Mum. Es wäre schade, wenn ich es doch eh gleich wieder ausbreche", erklang nun eine Stimme, welche Harry bisher noch nicht kannte. Dies musste Isabella Cullen sein und die Neugier auf das Mädchen wuchs.
Dann sah er die beiden letzten noch für ihn unbekannten Mitglieder der Familie Cullen. Zuerst ging Harrys Blick zu dem dunkelhaarigen Mädchen, welches auf der Couch saß … Bella und er kam nicht umher sie hübsch zu finden. Etwas von dem er hoffte, dass Edward es nicht in seinen Gedanken las. Natürlich hatte ihn Alice über die Fähigkeit ihres Bruders informiert und so wanderte der Blick vorsichtig zu eben jenem Edward, der neben seiner Frau kniete und ihre Hand hielt.
Harry betrachte beide genau und dann übernahm Carlisle. Er kam gerade aus der offenen Küche, hielt eine Tasse dampfenden Tee in der Hand und sagte lächelnd: „Oh schön, dass ihr da seid. Bella, Edward der junge Mann neben eurem Bruder ist Harry unser Gast, von dem ich euch erzählt habe."
„Hey", sagten beide, während der Gryffindor lächelte, kurz nickte und dieses „Hey" erwiderte.
Carlisle schmunzelte und dachte insgeheim, dass die Umgangsformen der heutigen Jugend wirklich nicht mehr mit der seiner Zeit zu vergleichen waren. Früher war das Vorstellen einer Person fast schon ein Ritual gewesen. Allerdings fiel ihm auf, dass die beiden Jungen ihre Blicke nicht voneinander nahmen und dies ließ den Vampir die Stirn ein wenig runzeln.
Zum Glück gab es aber noch seine Frau Esme, die nun an Harry heran trat und ihn fragte, ob wirklich alles mit ihm in Ordnung war und ob er Hunger hatte. Harry schüttelte zwar den Kopf, doch sein Magen verriet ihn und rief ein Lachen bei Emmett und Alice hervor.
„Kein Hunger, häh Harry?", neckte der bullige Vampir und knuffte Harry leicht. „Oder wolltest du uns zeigen, wie der Bär geklungen hat? Also über den sprechen wir nachher auf alle Fälle noch, klar?"
Verlegen blickte Harry kurz zu Boden und dann wieder zur Couch wo Esme einen Teller mit Sandwiches gestellt hatte und die geradezu lockend in seine Richtung schrien. „Hier Harry, iss ruhig. Ich krieg eh nichts runter", sagte Bella und lächelte ihm aufmunternd zu. Harry akzeptierte das Angebot und ließ sich in einer der Sessel gleiten. Dann griff er beherzt zu und erstickte das gerade wieder aufkommende Knurren seines Magens.
Emmett und Alice sahen dies mit Wohlwollen und begannen sich danach gegenseitig zu striezen, wobei Harrys Freundin jedoch die Oberhand behielt, denn schließlich hatte sie ein Bärenweibchen erlegt. Der Anblick eines schmollenden Emmetts war dann etwas, was wohl keiner so oft zu sehen bekam und die Stimmung im Raum lockerte sich etwas.
Allerdings nicht für lange. Harry und Edward starrten sich immer wieder mal an und während der Vampir einen eher kalkulierenden Ausdruck im Gesicht hatte, zeigte Harrys Gesicht vielmehr zunehmende Unsicherheit. Alice stand kurz davor ihren Bruder zu fragen, was er mit Harry machte, doch da meldete sich Bella und während sie versuchte den Schmerz in ihrem Körper zu verbergen, schaffte sie es bei der Tatsache, dass die fror, nicht.
Sie zitterte schon leicht und Edward sprang auf. „Warte Schatz, ich hole dir deinen warmen Pullover." Mit diesen Worten ging der in Richtung Tür, wo noch ihre Koffer standen. Harry fragte sich, warum dies so war. Der Haushalt von Esme ließ ein solches Verhalten doch gar nicht zu. Alles stand immer an seinem Platz und nichts wurde einfach so liegen oder stehen gelassen. Ok, man musste hierbei Emmetts Zimmer mal außen vorlassen. Doch man konnte Harry diese Gedanken nicht verdenken, denn er hatte ja von Bellas und Edwards kleinem Refugium keine Ahnung. Er wusste nichts von ihrem eigenen kleinen Haus im Walde.
Die Koffer, wie Harry es bei näherer Betrachtung empfand, schienen zum Stil der Cullens zu passen und waren damit wohl der edleren Sorte zuzuordnen. Hartschale, Alu-Look und mit reichlich Platin verziert glänzten sie förmlich im warmen Licht der Wandlampe über ihnen. Harry war sich auf der anderen Seite aber sicher, dass Edward einen solchen Koffer niemals besitzen würde, wenn er nicht übermenschliche Kräfte besäße. Ein jeder Dieb würde sich wohl einen Bruch heben, wenn er ihn klauen wollte. Allerdings wurde er bei dem Blick, den der Vampir ihm jetzt zuwarf leicht rot und Harry war sich sicher, dass Carlisles Sohn seine Gedanken gelesen hatte. Oder es zumindest versucht.
Die bernsteinfarbenen Augen schienen förmlich die grünen von Harry zu durchbohren und als Edward schließlich den Koffer öffnete und über den Deckel hinweg schaute, passierte es. Er schien mit seinem Tun eine Grenze zu überschreiten, denn Harrys Körper, der bisher eher verkrampft wirkte, begann nun mit einem Male zu zittern. Es sah so aus, als hätte der Gryffindor einen epileptischen Anfall, wobei er aber seinen Blick nicht von Edward nahm und sowohl Rose, Esme als auch Alice sofort auf den Beinen waren, um den Schwarzhaarigen bei einem möglichen Sturz zu stützen.
Harry bekam davon nicht allzu viel mit. Er glaubte vielmehr dass sein Schädel jeden Moment explodieren würde. Zuerst waren es nur die Augen die fürchterlich zu brennen begannen und dann übertrugen sich Schmerzen auch auf den Rest seines ganzen Körpers. Wobei aus dem Feuer Sekunden später ein Gefühl wurde, das man hatte wenn etwas sehr schweres sich einem auf die Brust setzte. Harry begann panisch und stoßweise atmen. Er wusste einfach nicht was mit ihm los war und eine lange nicht mehr gespürte Furcht breitete sich in seinem Geiste aus. Auch kam hinzu dass sich der Schmerz am Ende auf seine Narbe zu konzentrieren schien. obwohl sich Harry dabei nicht ganz sicher war. Zwar fühlte es sich so an, als würde man ihm auf der Stirn ein Brandzeichen setzten, doch das konnte täuschen, da wie schon gesagt, sein ganzer Körper schmerzte.
„Edward, was hast du getan?", rief Alice und war sofort an Harrys Seite und hielt ihn fest an sich gedrückt. Ihr Bruder hingegen schüttelte verständnislos den Kopf, schloss den Koffer und während er seiner Frau den Pullover brachte, erwiderte er: „Nichts Alice. Ich habe nichts gemacht."
„Ach ja?", fauchte Alice nun fast wütend. „Und warum hat Harry dann solche Schmerzen. Du hast versucht in seinen Kopf einzudringen …"
„Nein … ich meine …" Der Vampir schien mit sich zu hadern und wurde nun von jedem Mitglied der Familie skeptisch angeschaut. Es war dann schließlich Bella, die Edwards Hand nahm und fragte: „Hast du Schatz? Oder hast du nicht?" Und ihr Blick ging mitleidig zu Harry. Bella schien sich irgendwie schuldig zu fühlen, für das was ihr Mann getan hatte.
Edward auf der anderen Seite schaute zu Carlisle, der nun auch neben Harry stand und dessen Puls fühlte. Das Ergebnis schien den blonden Arzt zu alarmieren und er meinte, dass es vielleicht besser wäre, wenn Harry sich hinlege. Bevor der Gryffindor aber von Alice und Emmett auf sein Zimmer gebracht wurde, sprach Edward ihn an.
„Entschuldige Harry, ich wollte dir nicht wehtun. Es ist nur so, dass … dass deine Gedanken … sie … sie kommen so unregelmäßig, so abgehackt. Es ist fast so wie bei Bella. Verzeih mir, ich wollte dir nicht wehtun. Obwohl ich mir nicht einmal vorstellen kann, wie ich das gemacht habe. Ich kann zwar die Gedanken der Menschen um mich herum hören, doch ich bin noch nie in einen Geist eingedrungen oder so."
Harry schaute den Vampir nachdenklich an und da er sich wieder gefangen hatte und die Schmerzen auch sofort wieder abgeklungen waren, nachdem Edward ihn nicht mehr angeschaut hatte, nickte er und meinte, dass es schon gut sei. Er glaubte Edward seine Worte, verabschiedete sich aber trotzdem. Schließlich war es Zeit für sein Bad, obwohl es Carlisle wohl lieber sehen würde, wenn Harry sich hinlege. Doch dann wollte der Gryffindor eh noch kurz mit Emmett sprechen, bevor dieser sich auf den Weg macht, um sich die Bärin genauer anzuschauen und so passte das Bad eigentlich ganz gut. Carlisle beschwor seinen Sohn jedoch heute besonders aufmerksam zu sein.
Emmett verstand und kurz darauf waren die beiden Jungen auch schon im Bad. Emmett kümmerte sich um das Wasser und Harry zog sich aus. Dabei erzählte er dem Vampir dann auch haargenau alles was auf der Lichtung geschehen war. Gut er ließ das Knutschen und sich verwöhnen weg, doch das konnte sich Emmett eh zusammenreimen.
Harry ließ sich ins Wasser gleiten und verzog etwas das Gesicht, da die Temperatur doch ein wenig hoch war. Auch brannte es an ein, zwei Stellen wo seine Haut von den Ereignissen des heutigen Tages doch etwas gereizt war. Und er meinte dabei nicht nur die Brauschen, die beim Vorfall mit der Bärin entstanden waren, sondern auch ein einige kleine Kratzer auf dem Rücken, die ihm ein anderes Raubtier im Zuge der zwischenmenschlichen Aktivitäten zugefügt hatte. Schließlich aber lächelte er Emmett an und fragte ihn, ob der Vampir ihm einen Gefallen tun könnte.
„Einen Gefallen Harry, häh?", grinste der Vampir und Harry erwiderte schelmisch: „Ja, einen klitzekleinen."
„Und was?"
„Nun Emmett, ich habe mich gefragt, ob du, wenn du nachher dir den Bären anschaust, mir etwas mitbringen könntest. Ich hätte nämlich gern die Zähne der Bärin. Oder besser gesagt zwei große davon. Vielleicht schaffe ich es, etwas daraus zu basteln, als Erinnerung wenn du verstehst."
Emmett grinste immer breiter und entlockte Harry schließlich noch, dass dieser vorhatte, zwei kleine Halsbänder zu basteln mit den Zähnen als Anhänger wobei er seinen und Alice Namen auf jeweils einen Zahn gravieren wollte. Als dies dann schließlich raus war und Emmett dies als eine wirklich gute Idee empfand, da setzte er sich an den Wannenrand und meinte: „Meine Güte Harry, du bist ja ein Romantiker." Dabei machte er ein so verträumtes Gesicht, das der Gryffindor den Waschlappen nahm und nach dem Vampir warf.
Diesem ausweichend sprach er aber weiter: „Nein wirklich Harry, das ist eine tolle Idee und Alice wird sich bestimmt darüber freuen. Du hast wirklich Glück, dass meine Schwester aus einer Zeit stammt, wo sowas noch voll in Mode war."
„Echt?", fragte Harry verdutzt und Emmett nickte. „Jepp Harry. Zu unserer Zeit, ich meine als wir noch sterblich waren, da kamen solche kleinen Geschenke wirklich gut und Basteleien waren wirklich angesagt. Heute steht ein Großteil der jungen Mädels überhaupt nicht mehr darauf. Alles muss funkeln und teuer sein. Und wenn der Mann kreativ ist und was für seine Angebetete entwirft, dann wird es nicht wirklich als Liebesbeweis gesehen und die holde Weiblichkeit ist auch nicht aus dem Häuschen."
Harry schaute den Vampir überrasch an, worauf Emmett dann plötzlich teuflisch grinste und hinterher brachte: „ Außer natürlich Harry, du heißt Louis Vuitton."
Damit warf er dann den Lappen zurück zu Harry, mit dem Ergebnis … Volltreffer. Das Wasser spritzte in alle Richtungen und der Gryffindor brauchte einige Sekunden um wieder etwas sehen zu können. Auch sog er kurz die Luft ein, denn eine Ecke des Lappens hatte es doch tatsächlich geschafft, sein Ohrläppchen zu treffen und dies zwiebelte nicht unerheblich. Dann aber lachte Harry auch und machte sich daran, seine Übungen zu absolvieren. Allerdings spürte er mit zunehmender Belastung, dass es doch ein harter Tage für ihn gewesen war und so passierte es doch tatsächlich, dass Emmett seinem kleinen Bruder helfen musste, aus der Wanne zu steigen und dann auch noch ins Bett brachte. Harry schaffte es über Emmetts Schulter geworfen nicht einmal bis zu seiner Zimmertür, da übermannte ihn auch schon der Schlaf.
