Kapitel 18

Träume waren schon eine mystische Sache und der Meinung vieler selbsternannter Experten nach dazu da, Erlebnisse egal welcher Art zu verarbeiten. Und da war es bei Harry nicht anders. Unruhig und schwitzend wälzte sich der Gryffindor im Bett hin und her und kämpfte im Traum noch einmal mit der riesigen Bärin auf der Lichtung. Die braune Bestie jagte ihn wild brüllend über die Wiese, welche er zuvor dank Alice noch in so schöner Erinnerung hatte und wieder zurück, bis schließlich eben jene Alice, seine blutsaugende Freundin, wie ein schillernder Racheengel auftauchte und Harrys Leben rettete.

Dies geschah in der parallelen, der reellen Welt so gegen halb sechs Uhr am Morgen und ab da konnte man beobachten, dass der Schlaf des Jungen, der überlebte hatte, wieder um einiges ruhiger wurde.

Dass Harrys kleiner Alptraum jedoch nicht unbemerkt blieb, nun dies war im Hause Cullen nicht wirklich verwunderlich. Einerseits durch die äußerst gespannten und übermenschlichen Sinne der hier lebenden Vampire. Und dann gab es ja aber auch noch Alice, die es sich nicht nehmen ließ, ihren Liebsten von Zeit zu Zeit beim Schlafen zu beobachten. Es machte ihr einfach Spaß und umspülte ihr eigenes Herz mit einem wohligen Schauder, wenn sie Harrys Herzschlag hörte, seinen warmen Atem im Raum spürte und wie dieser die Luft verwirbelte oder aber eben das sanfte Lächeln, dieses fast unbeschwert wirkende Gesicht, welches ihr Freund im Schlafe hatte.

Allerdings hätte das Vampirmädchen jetzt, da sich die ersten Sonnenstrahlen zeigten, ihr ganzes Vermögen gegeben, wenn sie dafür kurz die Fähigkeiten ihres Bruders Edward bekäme. Oder aber auch nicht. Denn Harrys Körper verriet ja, dass er nun keinen Alptraum mehr hatte, sondern vielmehr das ganze Gegenteil. Deutlich zeichnete sich unter der leichten Decke eine Beule ab, was Alice schmunzeln ließ. Als dann aber auch noch die Hand ihres Freunde unbewusst in die Richtung der Beule wanderte. Nun, das war der Moment, wo Alice es für besser hielt, Harry ein wenig allein zu lassen. Doch soweit sollte es nicht kommen, da dessen Atem plötzlich stockte und seine Lider zu zucken begannen. Der Gryffindor erwachte.

Für Harry, dessen Wahrnehmung sich blitzartig änderte, war es für einen Moment verwirrend. Eben noch kämpfte er mit dem Bären, dann fand er sich in Alice Armen auf der Lichtung wieder und beide knutschen wilder denn je. Und nun plötzlich war es dunkel um ihn herum und Harry hatte das Gefühl beobachtet zu werden.

Langsam klärten sich dann aber seine Gedanken und er erkannte, dass er nun im Bett lag, die warme Decke um sich und die Augen noch geschlossen. Doch das änderte nichts daran, dass seine Sinne weiterhin diese andere Präsens wahrnahmen. Schließlich lächelte er und fragte vorsichtig in den Raum: „Alice bist du das?"

Die Antwort bestand aus einem Windhauch, der durchs Zimmer ging und zwei weichen Lippen, die sich auf seine eigenen legten. „Guten Morgen Schatz", hauchte seine Freundin und der Gryffindor öffnete die Augen. „Hast du gut geschlafen?"

Harry wollte antworten, doch da bemerkte er, wo sich seine rechte Hand immer noch befand und was er in selbiger hielt und blitzartig wurde sein Gesicht knallrot. Alice amüsierte dies nur noch mehr und verführerisch hauchte sie weiter: „Wie ich sehe, kann ich mir meine Frage selbst mit einem Ja beantworten."

Und bevor ihr Freund auch nur in irgendeiner Weise reagieren konnte, glitt Alice Hand, die bisher auf Harrys Brust gelegen hatte, über die Decke in Richtung der Beule und streichelte sachte über diese. Harry konnte nicht anders, bäumte sich leicht auf und stöhnte.

„Alice bitte nicht", flehte er förmlich in ihren Kuss hinein. Allerdings wurde dieser Satz dann auch noch von jemand anderem wiederholt. Und zwar von Emmett der breit grinsend in der Tür stand und lachend sagte: „Ja Alice, bitte nicht. Wir brauchen Harry unbeschadet."

Das Paar schreckte ertappt hoch und während Harry am liebsten sterben wollte, fauchte seine Freundin vielmehr in die Richtung ihres grinsenden Bruders: „Emmett Cullen, du hast das beschissenste Timing, das ich kenne."

„Oh ja Alice?", lachte der bullige Vampir offen und erwidert: „Also ich sehe das anders. Mir scheint es eher so, als käme ich gerade richtig, mein Schwesterherz. Oder haben wir vergessen, dass Carlisle mit unserem Kleinen heute eine Menge Tests vorhat? Tests, wo der Blutdruck vorzugsweise niedrig und die Gehirnströme hoch sein sollten."

Harry nutzte den kleinen Disput der beiden und ging rasch ins Bad. Dabei versuchte er so gut es ging seinen Schritt zu verdecken, doch das brachte Emmett nur dazu noch breiter zu grinsen. Hochrot knallte der Gryffindor die Tür zum Bad zu und versuchte dann seinen Körper etwas unter Kontrolle zu bringen. Nicht auszudenken wie dies aussehen würde, wenn er in diesem Zustand gleich zu Carlisle sollte. Zumal er dies nüchtern tun musste und der Puffer des Frühstücks damit auch entfiel.

„… so Harry, das war der letzte Test und ich muss sagen, du bist wahrlich ein Wunder an Selbstheilung." Carlisle lächelte über die Röntgenbilder hinweg und bekam ein eher geschafftes Gesicht von seinem Patienten geschenkt. Die letzten beiden Stunden waren wirklich nicht leicht für Harry gewesen und sein knurrender Magen meldete sich obendrein.

„Wenn du meinst, Carlisle", erwiderte er und sein Blick blieb dabei an der Narbe an seinem Arm hängen. Die Narbe, welche sich auch auf seinem Unterarmknochenabbild in der Hand des Vampirs abzeichnete.

„Ja das meine ich, Harry. Und glaub mir mein junger Freund, ich habe schon eine Menge gesehen. Wir warten jetzt noch schnell deine Blutwerte ab und dann kannst du zu Esme runter. Ich glaube sie hatte sich wieder selbst übertroffen und wo dein Magen jetzt noch knurrt, wird er nachher vor Überladung ächzen."

Harry musste lachen und auch Carlisle verzog die Mundwinkel. Dann aber wurde er wieder etwas ernster und Harry auch, als er dies bemerkte. Fragen, was der Vampir hatte, dazu kam Harry aber nicht, da Carlisle unvermittelt sagte: „So Harry, jetzt kommen wir noch zu etwas anderem, was deine nähere Zukunft mit Alice betrifft …"

„Meine Zukunft?", fragte der Gryffindor überrascht und der blonde Vampir nickte. Dann nahm er etwas aus der Schublade seines Schreibtisches und stellte es darauf. Es war eine kleine schwarze Dose und sie weckte Harrys Neugier.

„Das hier Harry habe ich heute von meinem Freund Ernest bekommen. Er hat es mir geschickt, nachdem ich ihm von dir und Alice und eurer jungen Beziehung erzählt habe."

„Oh", sagte Harry kurz und wurde etwas verlegen. Carlisle schmunzelte, denn er wusste, dass wenn Harry jetzt schon rot wurde, dann wollte sein junger Patient mit all seiner Unschuld gleich einfach nur noch sterben. Daher machte es der Vampir kurz und sagte: „Nun ja, Harry. Es ist mir vielmehr rausgerutscht. Doch ich vertraue Ernest und da er einer von euch ist – ein Zauberer meine ich – glaube ich nicht, dass ihr zwei Probleme bekommt. Mein Freund ist sogar fasziniert davon, dass dein Körper so resistent gegen unser Gift zu seien scheint und infolge dessen hat mir Ernest eine Art Salbe geschickt, die auf der Basis von brasilianischer Schwarzalge hergestellt wird und die deine Reaktion auf Alice Gift etwas mildern soll."

„Mildern?"

„Nun ja Harry", versuchte Carlisle es vorsichtig. „Du weißt schon, kühlen und so. Oder aber dass Brennen etwas reduzieren."

Harrys Augen wurden groß und er erinnerte sich an die Minuten zurück, wo er einfach nur noch sterben wollte. Ungläubig schaute er seinen Arzt und nun ja neuen Freund an und fragte überrascht: „Heißt dass, du befürchtest, dass Alice mich ausversehen noch mal verletzt? Das glaub ich einfach nicht. Nein, nicht Alice."

Bevor Harry aber weiter die falschen Schlüsse ziehen konnte, unterbrach ihn der blonde Arzt und wiegelte ab: „Nein Harry, natürlich nicht. Doch du wirst bald merken, dass mein kleiner Engel sehr leidenschaftlich sein kann. Und ich meine ja auch nicht, dass sie dich absichtlich beißt oder so. Doch du darfst nicht vergessen, dass du sterblich bist, dein Körper im Vergleich zu ihrem zerbrechlich. Obendrein noch wichtiger, wie dein menschlicher Körper, und insbesondere deine Haut, funktioniert."

Harrys fragender Blick musste Bände gesprochen haben und so holte Carlisle weiter aus. „Was ich meine, Harry, ist, dass die menschliche Haut von Natur aus nicht dicht ist. Sie atmet, schwitzt und lässt umgekehrt auch Stoffe in deinen Organismus hinein. Manche Medikamente werden sogar nur durch die Haut dem Körper zugeführt. Nimm zum Beispiel die Nikotinpflaster, welche zur Entwöhnung benutzt werden. Und genau so wie das Nikotin in den Körper gelangt, kann es auch unser Gift, wenn ihr eure Beziehung vertieft."

Harry glühten die Ohren und er schaffte es nicht mehr Carlisle anzuschauen. Musste denn dieses Thema gerade jetzt wieder aufkommen? Um Harry zu erlösen beendet Carlisle seinen kleinen Vortrag lediglich noch damit, dass nun eben gerade diese Menge an Vampirgift es wohl nicht schaffen würde, ihn zu verwandeln. Aber es dennoch zu unangenehmen Reaktionen auf der Haut kommen könnte.

Nach diesem Satz war Harry erlöst und zusätzlich meldete sich ein kleiner elektronischer Kasten hinter Carlisle mit einem Piepen. Es war Harry Bluttestauswertung und sie schien für den Doc zufriedenstellend zu sein. Was sie allerdings aussagte, dass bekam Harry nicht zu hören, da es an der Tür klopfte und nach einem „Herein" von Carlisle, betrat Edward das Arbeitszimmer.

„Dad kann ich kurz stören? Ich wollte schnell etwas in den Safe legen, bevor es auf die Jagd geht."

Carlisle nickte und während er weiter das Blatt in seiner Hand betrachtete, war Harrys Blick ununterbrochen auf Edward gerichtet. Dieser ging zu einem großen Gemälde an der Wand zu Carlisles Rechten und klappte es beiseite. Zum Vorschein kam eine metallene Tür, wie man es auch vielen Hollywoodfilmen her kannte.

Allerdings schien Edward zu bemerken, dass er beobachtete wurde und drehte sich zu Harry um. Ihrer beiden Blicke trafen sich und während der Vampir den Safe ohne hinzusehen öffnete, als würde er es jeden Tag zehnmal machen, begann sich um Harrys Herz wieder dieser Druck von gestern zu legen. Schließlich klappte die Tür des Safes auf und dann schien Edward in seinem Tun wieder eine Grenze überschritten zu haben. Der Schmerz und Druck in Harrys Brust wanderte nach oben in seinen Kopf und der Gryffindor hatte das Gefühl seine Narbe würde mit einem glühenden Eisen nachgezogen. Und dieser Schmerz, dieses Brennen, diesen hatte er bisher nur erlebt, wenn Voldemort in seiner Nähe.

Panik stieg mit einem Male in Harry auf. Panik und die Angst um Alice und sein ganzer Körper begann zu beben und zu zittern. Schließlich konnte er es nicht mehr zurück halten und schrie auf. Das war dann der Moment wo einerseits Carlisle aufblickte und andererseits eine fuchsteufelswilde Alice in den Raum gestürmt kam. „Edward Cullen! Was hast du getan?", schrie sie und fauchte wütend. Dann nahm sie Harry in den Arm und versuchte ihren Freund zu beruhigen.

„Nichts", wollte Carlisles Sohn sich verteidigen und schlug entsetzt den Safe wieder zu.

„Das glaube ich dir nicht. Mach dass du raus kommst", erwiderte Alice und sowohl Edward als auch Carlisle starrten das Mädchen ungläubig an. Scheinbar hatten sie Alice so noch nie erlebt. Eine halbe Minute später waren dann auch Emmett und Esme im Raum und ihre Blicke verrieten, dass Bellas Mann wohl lieber ging, bevor er deren Wut auch noch zu spüren bekam. Dabei war er sich doch selber keiner Schuld bewusst und erst Carlisles Hand auf seiner Schulter und der Satz „Wir reden nachher", sorgten dafür, dass Edward letztendlich ging und Harry sich weiter beruhigte.

Und dass dies geschah, dafür sorgte vor allem Alice, die ihren Freund in den Arm nahm und wie eine Mutter sanft über seinen Rücken strich. Kurz darauf ließ sie Harry jedoch wieder los und sah ihn nachdenklich an. Der Rest der Familie ließ den beiden etwas Zeit. Nun ja alle bis auf Emmett, der ebenfalls zurückblieb.

Carlisle hatte in der Zwischenzeit seinen ältesten Sohn erreicht und bedeutete ihm, er solle sich an den großen Küchentisch setzen, damit sie reden konnten. Unsicher nahm Edward Platz und sah zu Carlisle auf. „Warum?", war dann auch ohne Umschweife die erste Frage. „Warum versuchst du in Harrys Geist einzudringen, Edward?"

Mit weiten Augen blickte sein Sohn hoch. „Aber Carlisle, das tue ich doch gar nicht. Weder gestern noch heute. Du weißt dass dies auch gar nicht in meiner Macht steht. Ich kann zwar die Gedanken der anderen lesen oder besser hören, doch in das Gedächtnis einzudringen, so wie es Aro kann, dass vermag ich nicht. Und schon gar nicht bei Harry. Sein Geist scheint ähnlich wie Bellas zu funktionieren und ich höre nicht mal ein Bröckchen von dem was er denkt."

„Wirklich Edward?"

„Wirklich."

„Und du hast deshalb auch nicht versucht, irgendwie Druck auf Harrys Kopf, seinen Geist auszuüben?", hakte der blonde Vampir nach, denn von irgendwo mussten ja Harrys Schmerzen herrühren. Edward schüttelte auf diese Aussage hin vehement den Kopf: „Nein Carlisle, das habe ich nicht. Wirklich."

Carlisle sah seinen Sohn noch einmal eindringlich an und meinte danach, dass er ihm glaube. Allerdings verzog sich dann Edwards Gesicht, als bekäme er Zahnschmerzen und mit einem gezwungenem Lächeln sagte er: „Danke Dad, wenigstens du. Doch bei Alice bin ich mir da nicht so sicher."

„Alice, glaubst du?"

„Nicht glauben, wissen. Mein Testament ist übrigens in einer der LPs von Chopin. Nur für den Fall, dass ich das jetzt gleich nicht überlebe."

Und noch bevor Carlisle fragen konnte, wie sein Sohn den letzten Satz meinte, blickt dieser schon zur Tür, durch die Alice herein gestürmt kam und ihren Bruder anfunkelte. Dann zeigte sie mit ihrem Finger auf ihn und befahl: „Du! Mitkommen!". Edward hatte gar keine Wahl und ergab sich seinem Schicksal. Denn einer wütenden Alice sich entgegen zu stellen, war zu vergleichen mit dem Versuch die Titanic in voller Fahrt mit der rechten Hand zu stoppen.

Carlisle schmunzelte und wünschte Edward noch viel Glück, bevor er sich anschickte nach Harry zu sehen. Er fand seinen Patienten überraschenderweise noch in seinem Arbeitszimmer vor und auch Emmett, der gerade dabei war Harry einige der Gemälde an der Wand zu erklären.

„ … und das da sind die Volturi, die geheime Herrscherfamilie der Vampire. Und glaub mir, mit denen willst du keinen Stress. Ihre Wache besteht aus jeder Menge Vampiren mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten …"

Harry nickte und bemerkte dann Carlisle, der in der Tür stand und die beiden beobachtete. Allerdings fing sein Blick in der Bewegung dann ein Bild ein, bei dem sich der Gryffindor sicher war, dass er es bei seinen früheren Besuchen in diesem Raum noch nicht gesehen hatte. Es zeigte die Cullens bei Edwards Hochzeit und Carlisle, der wohl Harrys Gedanken zu erraten schien sprang erklärend ein.

„Nun Harry, dieses Bild ist unser neuster Zugang. Es ist gerade fertig geworden und wurde nach Vorlage eines der Hochzeitsfotos gemalt. Wie findest du es?"

Harry trat etwas näher an das Gemälde heran und seine Nase fing sogar den Geruch der frischen Ölfarbe ein. „Oh es ist wunder schön. Besonders Bella …" Emmett gluckste, worauf Harry leicht rot wurde. Dann atmete er aber noch mal durch und meinte: „Besonders Bella wirkt auf dem Bild als wäre das der glücklichste Tag ihres Lebens."

„Nun so sollte es ja auch sein", erwiderte Carlisle und folgte dann Harrys Blick der immer noch an Edwards Frau klebte. „Allerdings stört die Kette ein wenig das Bild", fuhr Harry fort und hoffte, dass er damit nicht den Zorn des Künstlers oder aber Carlisles Unmut auf sich zog.

Der blonde Vampir schwieg aber und betrachtete das Gemälde für einige Momente. „Stimmt Harry, du hast recht. Doch diese Kette ist nun einmal Aros Hochzeitsgeschenk an Bella und eine Erinnerung daran, dass ihr menschliches Leben nicht ewig dauern darf. Sie hat die Kette auch nur dieses einzige Mal getragen, damit er sieht, dass sie sie erhalten hat. Wir haben ihm ein Foto geschickt und auch einen etwaigen Termin."

Harry schaute geschockt zu Carlisle, da er verstand worauf diese Erklärung hinaus lief. Der blonde Vampir legte ihm daraufhin aber seine Hand auf die Schulter, als wolle er Harrys sagen, dass dies nicht sein Problem war. Beruhigen tat dies den Gryffindor aber nicht wirklich und sein Blick haftete wieder an der Kette. Sie wirkte schwer, alt und die dicken goldenen Glieder, die zwischen den überdurchschnittlich großen Rubinen hindurch blitzten, schienen aus einer Zeit zu stammen, als die Schmiedekunst noch in ihren Kinderschuhen steckte.

„Komm Harry, lass uns unseren Test noch fertig auswerten und dann ist Zeit fürs Essen. Mach dir um die Kette oder um Bella keine Sorgen. Die eine liegt bei uns im Safe und wird wohl ewig dort bleiben. Und was Bella angeht, da wird uns wohl schon eine Lösung einfallen. Obwohl es nach meiner Erkenntnis und dem Zustand nach, in dem sich meine Tochter befindet, nicht mehr sehr lange dauern dürfte, bis sie ihrem Schicksal begegnet. Denn so traurig es klingen mag, so sicher ist es, dass das Leben, welches in ihr wächst, ihr eigenes zerstört."

Harrys starrte Carlisle fassungslos an und wurde dann von Emmett langsam aus dem Arbeitszimmer geführt. Dem Ganzen folgte dann ein wirklich reichhaltiges Frühstück, welches der Gryffindor aber nicht wirklich genießen konnte. Schließlich hatte er gerade erfahren, dass Bella, die er zwar nur kurz kannte, bald sterben müsste. Und damit einher kamen auch wieder die Gedanken an Sirius zurück.