Kapitel 26

Beim Frühstück am nächsten Morgen, dem ersten gemeinsamen beider Familien, so man Harry zu den Cullens oder den Grangers dazurechnete, ging es sehr ausgelassen von statten. Zwar aßen hier nur die Sterblichen, in Rücksicht auf deren Mägen und weil Emmett und der Rest der Cullens ja eh letzte Nacht jagen waren, doch das allein hielt die Vampirfamilie nicht davon ab sich mit an den Tisch zu setzen und sich mit ihren Gästen zu unterhalten. Esme hatte sich einmal mehr übertroffen und nun ächzte der Tisch unter der Last zahlreicher Leckereien, die ein Frühstück erst zu einem gelungenen Mahl machten.

Thema Nummer eins am Tisch war natürlich die magische Welt und vor allem Harrys Geschichte. Immer wieder musste der Gryffindor das ein oder andere Erlebnis wiedergeben. Jedoch lag die Aufmerksamkeit nicht nur bei Harry, sondern Henry und Jane Granger bedachten auch ihre Tochter mit nachdenklichen Gesichtern. Offenbar hatte ihnen Hermine nicht immer alles aus ihrer Zeit in Hogwarts berichtet, aus Angst ihre Eltern könnten sie aus der Schule nehmen.

Harry bekam dies natürlich mit und bemerkte das leicht schuldgefühlbelastete Gesicht seiner besten Freundin. Daher lenkte er die Grangers einfach mal ab und fragte, wie es denn nun weiter gehen sollte im Bezug auf Hermine, Jacob und ihrem Aufenthalt hier in den Staaten.

Henrys Gesicht wurde noch eine Spur nachdenklicher und er schien sich auch schon so seine Gedanken gemacht zu haben. Allerdings kam er nicht mehr dazu etwas zu sagen, da im nächsten Moment Alice leise „Oh" flüsterte und dann ihr Blick leicht abwesend und starr nach vorn ging.

„Alice, was siehst du?", fragte Carlisle alarmiert. Es war doch sehr selten in letzten Zeit, dass Alice so etwas wie eine Vision hatte. Doch kam die Antwort keine drei Sekunden später von der Haustür her.

„Carlisle?", hörte man Edwards Stimme laut durch das Haus hallen und das blonde Familienoberhaupt rannte für Harry kaum noch sichtbar aus dem Zimmer, gefolgt vom Rest der Familie und ihren Gästen.

Im Korridor fanden sie dann einen verzweifelten und extrem besorgten Edward vor. Etwas, das wohl wirklich selten war. Auf seinen Armen trug Edward seine Liebste, Bella, und die sah alles andere aus als gesund. Harry erschrak bei diesem Anblick regelrecht, denn als er Carlisles Schwiegertochter gestern noch gesehen hatte, war ihr Erscheinungsbild noch um einiges besser gewesen.

Geschwächt … ja. Nun aber machte Bella den Anschein als wäre sie wochenlang durch den Wald geirrt. Die Haare waren stumpf, die Augen leer und müde. Und was ihre Statur anging? Nun, Bella war bei ihrer ersten Begegnung für Harry schon etwas dünn gewesen, mit Ausnahme ihres Bauches natürlich. Doch was Harry jetzt sah; der Gryffindor wurde an Fernsehbilder erinnert, die Kriegsgefangene zeigte. Menschen, die nur noch aus Haut und Knochen bestanden. Ja genau so sah Bella aus und Harry wurde das Gefühl nicht los, dass dies erst der Anfang war. Er erinnerte sich an sein Gespräch mit Carlisle und wie sie darüber gesprochen hatten, dass Bella die Schwangerschaft wahrscheinlich nicht überleben würde.

„Was ist passiert, Edward?", fragte der „Familienarzt" und untersuchte mit gekonntem Griff die Vitalwerte der jungen Frau. Besonders der Blutdruck interessierte ihn und wie sich herausstellte, war er viel zu niedrig, als dass Bellas Körper gesund funktionieren konnte.

„Ich weiß nicht so recht, Dad. Ich war noch einmal kurz aus dem Haus, ein wenig Feuerholz holen, weil Bella heute Morgen etwas gefroren hat. Sie hat auch noch geschlafen als ich weg ging und muss dann während dieser Zeit ins Bad gegangen sein. Nun jedenfalls als ich zurück kam, lag sie zitternd vor der Wanne und scheint nun ein Art Schock zu haben. Aber gefallen scheint sie nicht zu sein", fügte Edward noch hinzu und sah hilfesuchend zu seinem Ziehvater.

„Du hast recht, Edward. Los komm, bring sie in dein Zimmer. Ich schau nach ihr."

Das war das Letzte was man von Carlisle hörte und kurz darauf waren alle drei auch schon verschwunden. Eine bedrückende Stille breitete sich aus und es war Jane Granger, die sie zerbrach und fragte: „Was hat deine Tochter, Esme?"

Die blonde Frau drehte sich um und bedachte Jane mit einem besorgten Gesicht. „Es ist kompliziert, Jane. Bella ist schwanger und –"

„Schwanger? Von Edward? Aber er ist ein Vampir?", entfuhr es Hermines Mutter und Esme nickte betroffen. „Ja, ist er. Und daher ist es kompliziert. Denn es kommt nahezu niemals vor, dass ein Sterblicher dies überlebt. Oder besser gesagt die Umstände wodurch es im Normalfall zu einer Schwangerschaft kommt. Die meisten Frauen in der Geschichte überleben den…", Esme schaute etwas unsicher zu Hermine und wieder zurück, „ … das … na du weißt schon was, Jane, nicht."

„Esme du kannst es ruhig beim Namen nennen … Sex. Sie überleben den Sex nicht", sagte Hermine daraufhin nahezu analytisch. Ihr nächster Satz, nämlich der, dass dieses Schicksal in ihren Augen grausam war, ging allerdings im Hustenanfall von Harry unter. Hermine schaute ihren besten Freund daraufhin überrascht an und rollte dann in Richtung Alice, die schelmisch grinste, mit den Augen.

„Aber kann man denn gar nichts für Bella tun?", fragte Jane Granger und Esme schaute hilfesuchend in Richtung Treppe, wohin ihr Gatte und ihre beiden Kinder hin verschwunden waren.

„Ich weiß es nicht. Der Fötus, oder was immer sich in Bellas Bauch entwickelt, wächst so schnell … zu schnell. Ihr Körper macht dies nicht mehr lange mit."

„Aber dann wird sie sterben", schlussfolgerte Hermine und schaute Esme entsetzt an. Wie konnte sie als Mutter nur so gelassen und sachlich über den bevorstehenden Tod ihrer Tochter reden?

„Ja sie wird sterben. Oder aber …" Esme zögerte nun etwas, da sie offenbar nicht wusste, wie sie es den anderen erklären sollte. „Nun es war nur eine Frage der Zeit. Obwohl Edward immer versucht hat, das Unvermeidbare so weit wie möglich zu verzögern. Doch die Volturi ließen nicht mit sich verhandeln. Gesetz ist Gesetz sagen sie und daher wird Bella bald ganz zur Familie gehören. Mit allem was dazu gehört."

Henry und Jane Granger schauten sie verwirrt an und überlegten, was dies wohl, diese letzte Aussage, zu bedeuten hatte. Doch es war letztendlich ihre Tochter, die eins und eins zusammenrechnete und ihr ein entsetztes „Bei Merlin" über die Lippen kam.

„Schatz, was hast du? Weißt du, was das bedeuten soll?", fragte Hermines Mutter und ihre Tochter nickte. „Ja Mum, ich weiß es. Es bedeutet, dass Edward Bella verwandeln wird. Er wird sie beißen und macht sie damit zu einem Vampir."

Jane hielt sich entsetzt die Hand vor den Mund. Etwas zu sagen, dazu kam sie allerdings nicht mehr, denn Carlisle kam wieder ins Zimmer. Sein Blick wirkte entspannt, oder zumindest entspannter als noch vor einigen Minuten aussah.

„Es geht ihr besser. Der Schock ist vorbei und sie schläft jetzt erst einmal. Last sie also bitte in Ruhe, Edward kümmert sich um sie", sagte er auf die unausgesprochene Frage aller und dann sah es so aus als würde der blonde Arzt so etwas wie ein kleines Glasröhrchen, gefüllt mit Blut in seiner Arzttasche verschwinden lassen.

„Alles was wir tun können, ist zu warten und Bella etwas zu entlasten", fuhr Carlisle mit seinen Ausführungen fort. „Und ich denke, wir sollten uns an den ursprünglichen Plan für heute halten. Alice und Rosalie kümmern sich um Hermine. Emmett übernimmt das Training von Harry und du, Esme, fährst mit den Grangers nach Port Angeles."

„Warum das denn?", fragte Hermine überrascht und blickte leicht verwirrt zu ihrer Mutter. Sie wusste ja nicht, was die Erwachsenen am gestrigen Abend noch vereinbart hatten und so lag es an Jane Granger ihre Pläne ihrer Tochter zu erläutern.

„Nun Schatz, Carlisle und Esme haben uns eingeladen. Sie möchten, dass wir für die Zeit unseres Aufenthaltes mit hier im Haus wohnen und nicht drei Stunden entfernt im Hotel."

„Ich verstehe", erwiderte Hermine und lächelte. Natürlich freute es sie, dass ihre Eltern noch einige Tage blieben, hieß dies doch, dass auch sie noch einige Zeit hatte, die sie mit Jacob verbringen konnte. Denn schließlich musste noch eine Lösung gefunden werden, im Bezug auf die Sache mit dem Prägen.

Eine halbe Stunde später waren die Erwachsenen aus dem Haus und Harry schwitzte auf der Hantelbank. Emmett schien sich irgendwie in den Kopf gesetzt zu haben, aus Harry einen Bodybuilder zu machen. Jedenfalls kann es dem Gryffindor heute so vor. Mühsam schaffte er die zwanzigste Wiederholung in der Beinpresse, was seiner Beckenmuskulatur auf die Sprünge helfen sollte und so freute sich Harry regelrecht auf den danach anstehenden Mittagsschlaf.

„Wach auf Schlafmütze." Ein sanfter Kuss streichelte Harrys Lippen. Verschlafen öffnete der Schwarzhaarige die Augen und schaute seine Freundin an. Alice schien sich auf irgendwas zu freuen und dies weckte natürlich nicht nur Harrys Körper sondern auch seine Neugier.

„Was ist denn los? Wie spät ist es? Habe ich was verpasst?"

„Nein hast du nicht. Der Tee ist nur fertig und während Jacob wohl noch eine Stunde braucht, wird Carlisle wohl bald wieder da sein."

Harry nickte verstehend, stand auf und zog sich seine Hose an. Bevor er aber zu den Schuhen kam, umfassten ihn zwei Arme von hinten und zogen ihn zurück aufs Bett. Alice pinnte ihn fest, ihre Lippen trafen wieder auf die von Harry und der Tee musste noch eine Weile warten. Doch das störte den Gryffindor nicht wirklich, denn viel zu gut schmeckte seine Freundin und gegen ein wenig knutschen hatte wohl niemand etwas.

„Man wo bleibt ihr nur?", fragte Emmett, der gerade Esme half die Koffer von Hermines Eltern ins Haus zu schaffen und grinste. Natürlich hatte er seine Antwort schon längst, als er Harrys Hals betrachtete. Der Knutschfleck war nicht zu übersehen und als Harry versuchte ihn zu verstecken, indem er sein T-Shirt nach oben zog machte er es noch schlimmer, denn auf seinem Bauch, gleich neben seinem Bauchnabel, zeichnete sich weiteres Hämatom ab. Eines, welches von gestern stammte und das ihm Alice beim Aufwecken verpasst hatte.

Allerdings fanden nicht alle diesen Anblick amüsant. Oder besser gesagt, Esme betrachtete die beiden Flecken mit gemischten Gefühlen. Denn rein medizinisch gesehen bedeuteten sie ja, dass durch das Saugen von Alice Blut aus den Gefäßen und ziemlich nah unter die Haut gekommen war. Und wenn man dann bedachte was für ein Wesen Alice war, so machte sich die Adoptivmutter etwas Sorgen, dass dies einem Streichholz an einer Tankstelle gleich kam. Sie musste unbedingt noch einmal mit ihrer Tochter reden.

Fünf Minuten später war die ganze Sache vergessen, man saß am Kaffeetisch und alle schauten interessiert in Richtung Tür, denn Carlisle war aus dem Krankenhaus zurück und wie Esme ihnen verraten hatte, brachte er die Laborergebnisse von Bellas Blut mit.

„Und Carlisle, wie geht es ihr?", fragte Esme kaum dass ihr Mann sich gesetzt hatte. Carlisle studiert die beiden Seiten in seinen Händen jedoch noch einige Sekunden, bevor er antwortete: „Nicht gut, befürchte ich Esme. Die Werte stimmen vorn und hinten nicht und wenn es so weiter geht, wird sie nicht einmal mehr die Kraft für die Verwandlung haben."

Alle am Tisch schauten betroffen und es war Jane Granger, die einmal mehr fragte, ob es nicht noch irgendeinen Weg gab. Doch Carlisle schüttelte den Kopf. Er erklärte der Zahnärztin, dass es sich hierbei nicht um eine normale Schwangerschaft handelte und dass er nur vermuten konnte, was sich im Innern von Bellas Körper abspielte, da das Gewebe um den Fötus herum so hart und undurchdringlich war, dass es keine Möglichkeit der Untersuchung gab.

Jane Granger nickte und ihr Blick ging kurz zu den beiden Blättern in Carlisles Händen. „Düfte ich aus rein medizinischer Neugier mal einen Blick auf die Werte werfen?" Carlisle zögerte einen Moment, bis ihm wieder bewusst wurde, dass Hermines Eltern ja auch eine medizinische Ausbildung genossen hatten.

„Ja klar, Jane. Vielleicht kannst du ja etwas finden." Und mit einem Funken Hoffnung reichte Carlisle ihr Bellas Blutanalyse. Hoffnung deshalb, weil der blonde Vampir niemals von sich behaupten würde, dass er alles über die Natur des Menschen weiß, nur weil seine persönlichen Erfahrungen mehrfach in die Lebensspanne jedes anderen Mediziners passten. Harry beobachtete die ganze Sache aufmerksam, genau wie seine beste Freundin. Wobei diese vielmehr die Miene ihrer Mutter zu analysieren schien.

„Isst Bella regelmäßig?", fragte Jane Granger mehrere Minuten später in die Runde und hauptsächlich an Esme gewandt. „Und vor allem, was isst sie?"

„Nun Edward meinte, sie könnte etwas mehr zu sich nehmen. Doch das sagte er auch schon früher und wir wollten sie nicht drängen, um ihre Schmerzen zu lindern, da die stetig wachsende Gebärmutter schon ziemlich auf den Verdauungstrakt drückt", erwiderte Carlisle in ruhigem Ton und setzte sich neben seine Frau.

Er bedachte seine Kollegin mit nachdenklichem Gesicht und fragte sich insgeheim, ob Jane vielleicht etwas gefunden hatte, was ihm entgangen war? Die Gedanken im Kopf des blonden Vampirs arbeiteten auf Hochtouren und er fügte hinzu: „Wir haben Bella jedoch an den Tropf gelegt, um sie mit Flüssignahrung zu versorgen."

„Habt ihr das? Und wann, wenn ich fragen darf? Vielleicht könnte dies das Problem sein, Carlisle." Auch Hermines Mum schien geistig auf Hochtouren zu arbeiten, die Wissenschaftlerin brach durch und sie nahm sich noch einmal die Blutwerte vor. Dann legte sie die Blätter zurück auf den Tisch, damit sie alle sehen konnten und bedeutete Carlisle, er solle sich einmal die Tabellen und Diagramme genauer ansehen.

„Ich habe dir doch erzählt, dass ich mich auch im Gebiet der Ernährungslehre beschäftige. Und was ich hier sehe, sind für mich die Werte einer an extremer Bulimie leidenden Frau. Laut Bellas Werten ist die völlig unterernährt und wenn du sie dir ansiehst, kannst du diese Tatsache nicht verleugnen."

„Ja das sehe ich. Daher ja auch die Flüssignahrung über den Tropf", erwiderte Carlisle und stockte, als Jane den Kopf schüttelte.

„Doch dies könnte der Fehler gewesen sein, Carlisle. Der Ursprung für den zu schnellen Wuchs des Babys. Du selbst hast gesagt, dass das Wachstum sich beschleunigt hat. Denn wir dürfen nicht vergessen, dass das Kind in Bellas Bauch nur zum Teil ein Mensch ist, im Sinne von dem, was wir als sterblichen Menschen bezeichnen würden. Edward, als der Vater ist ein Vampir mit völlig anderen physischen Eigenschaften und hat sein Erbgut weitergegeben. Wie viel Prozent davon, das weiß keiner. Doch es steht außer Frage, dass der Fötus Vampireigenschaften aufweist und als solcher er das, was er zur Entwicklung braucht, aus dem Blut der Mutter zieht."

„Aber dann sollte die künstliche Ernährung doch die beste Methode für Mutter und Kind sein?", warf Esme ein, worauf sich Henry Granger, der bisher nur aufmerksam zugehört hatte, zu Wort meldete.

„Leider nicht Esme. Denn wenn ich meine Frau richtige verstehe, dass habt ihr der Natur oder besser gesagt dem weitaus höherem Stoffwechsel des Babys nur in die Hände gespielt. Es brauchte also nicht mehr auf sein „Essen" aus Bellas Verdauungsapparat warten, sondern konnte sehr viel schneller wachsen, als von der Natur vorgesehen."

Carlisle ließ sich diese Theorie noch einige Minuten durch den Kopf gehen, bevor er zu dem Entschluss kam, dass die beiden Zahnärzte womöglich recht hatten. „Wir haben, um es mal auf die Botanik hin zu beziehen, dem Baby neben reichlich Wasser und guter Erde auch noch mehr Dünger geliefert, als es gebraucht hätte. Und nun ist die Pflanzenpracht unnatürlich gut ausgefallen."

Henry lächelte etwas und nickte: „Ja so in etwa."

„Aber das heißt, dass wenn wir die künstlicher Ernährung wieder einstellen, dass dann alles besser wird?", fragte Esme hoffnungsvoll und schaute zwischen Henry und ihrem Mannes hin und her. Der Blick von Carlisle ließ diese Hoffnung jedoch sehr schnell verfliegen, denn er schüttelte den Kopf.

„Ich fürchte nein, meine Liebe. Dafür ist es zu spät und die Schäden in Bellas Körper sind schon zu groß. Jede Verzögerung würde sie nur noch mehr schwächen und am Ende würden beide sterben."

Die Miene von Esme versteinerte und sie sah so aus, als hätte man ihr gesagt, sie würde ihre ganze Familie verlieren. Carlisle nahm sie in die Arme und versuchte seine Frau zu trösten. Harry konnte sich nur zu gut vorstellen, was dies für Esme bedeutete. Egal ob adoptiert oder nicht. Alle Vampire hier im Haus waren ihre Familie.

„Allerdings gäbe es da eine Möglichkeit, Bella ein wenig zu unterstützen", unterbrach Jane Granger kurz die bedrückende Stille.

„Ja wirklich? Welche?" fragte Esme und schaute hoffnungsvoll zu Hermines Mum. Sie würde alles für ihre Schwiegertochter tun.

Jane überlegte sich ihre nächsten Worte und erwiderte dann: „Naja, ich dachte da an eine besondere Diät. Sie sollte ausgewogen sein und beiden zu Gute kommen. Allerdings erfordern einige Komponenten wohl ein gewisses Maß an Überwindung."

„Überwindung?", fragte Carlisle. Doch schon im nächsten Moment wurde ihm klar, was Jane Granger meinte. „Okay, das könnte funktionieren."

„Wie funktionieren? Was könnte funktionieren?", fragte Harry überrascht und schaute zwischen den beiden Ärzten hin und her.

Hermine auf der anderen Seite kam schneller zu einer Lösung und sagte: „Sie meinen Bella sollte neben ihrer eigentlichen Nahrung für sich auch noch etwas zu sich nehmen, dass vom Baby am besten aufgenommen wird, Harry. Sie denken, Bella sollte Blut trinken."

Im nächsten Moment wurde Harry kreideweiß und ihm wurde schlecht. Allein schon der Gedanke daran, Blut zu trinken, war nicht gerade appetitlich. Vielleicht lag es aber auch daran, dass der Gryffindor wieder an das Bärenblut und dessen Geschmack erinnerte wurde. Und als Carlisle dann noch meinte, es müsse um zu wirken Menschblut sein, war es aus. Harry entschuldigte sich kurz und machte dass er aus dem Zimmer kam.

Der Rest im Raum schmunzelte und Emmett meinte etwas von einem sensiblen Magen. Dann legte er seinen Arm um Alice und beruhigte sie. „Mach dir keine Sorgen, das wird schon. Er gewöhnt sich dran, auch wenn das mit romantischen Dinner im Kerzenlicht wohl noch 'ne Weile warten muss."

„Idiot", erwiderte Alice und lächelte. Sie würde nachher mit Harry sprechen und danach beschloss man es mit dem Blut zu versuchen. Jedoch bedeutete dies, dass Carlisle einige Blutkonserven aus dem Krankenhaus besorgen musste. So etwas lag ja nicht einfach so im Kühlschrank und während Carlisle sich aufmacht, hieß es für Hermine sich in die Hände von Alice und Rosalie zu begeben. Jacob konnte ja jeden Moment kommen und da wollte die Gryffindor ja fertig sein.