एक भारतीय भोजन पकाने के लिए कैसे

How to cook an indian meal

Ihr, die Dienerschaft, steht nur staunend da und beobachtet das heikle Spektakel mit kindlicher Faszination, denn wer auch immer diese Fremden sind, ihre Mentalität kollidiert eindeutig mit der englischen. Auch Sebastians Miene scheint noch nicht recht zu wissen, welchen Ausdruck sie ihm ins Konterfei zaubern soll. Als er sich allerdings seinem Herrn anschließt und die Treppen emporsteigt, fasst auch ihr den Entschluss mehr oder minder unauffällig zu folgen.

„Wer ich bin?" Oben angekommen lugt ihr vorsichtig um die Ecke des Türrahmens, um dem Schauspiel aus zweiter Reihe beizuwohnen. Der fernländische Gast hat es sich indes sichtlich bequem auf dem einladend großen Bett des Zimmers gemacht. In der Zwischenzeit hat er sich auch seines Tuches entledigt, sodass du den Rest seiner ausgefallenen, bunten Kleidung erkennen kannst. „Ich bin ein Prinz." Mit einem Schwung liegt er lang und stützt seinen Kopf verspielt auf dem rechten Arm ab. Zwar wirkt die Pose in dieser Umgebung leicht deplatziert, in seiner Heimat hätte ihre Wirkung aber wahrscheinlich nicht verfehlt. „Ein Prinz.", wiederholt Ciels Butler nachdenklich, während der kleine Junge mit den marineblauen Haaren die Antwort noch zu verarbeiten scheint. „Vor Euch liegt Prinz Soma Asman Sandal Kadar, der sechsundzwanzigste Sohn des Königs von Bengalen." Mit einer demütigen Verbeugung stellt sein hochgewachsener Begleiter den Blaublütigen vor.

Bengalen. Hätte man jetzt im Geschichtsunterricht aufgepasst, dann wüsstest du, dass dieses – in deiner Zeit- historische Reich unter britischer Herrschaft stand und sowohl Reis als auch Baumwolle angebaut hatte beziehungsweise anbaut. Aber dieses Wissen bringt dich hier auch nicht sonderlich weiter.

„Ich werde für eine Weile bleiben, kleiner Junge.", erklärt das Königskind sich selbst zum Gast. Der Earl wirkt wie vom Blitz getroffen, zuckt zornig zusammen, doch kommt gar nicht erst dazu seinen Mund zu öffnen, um die beiden Gäste mit lautem Widerspruch aus der Villa zu jagen. „Und als Zeichen unserer neugewonnenen Freundschaft wird mein Diener Agni Chai servieren." Der Weißhaarige steht darauf hin mit einem Satz vor seinem Herren und strahlt heller als die Sonne im Zenit. Wahrlich merkwürdig diese beiden Inder. Sofort macht er Anstalten aus dem Zimmer zu sprinten, damit er den Eingaben seiner infantilen Hoheit auch unverzüglich nachkommen kann, verbeugt sich jedoch noch einmal dankbar und marschiert schließlich geradewegs aus dem Raum. „Der Ritus der Teezubereitung obliegt in diesem Hause mir, dem Butler…", Sebastian hebt den Finger, wird aber missachtet und hängt somit sich dem Flüchtenden auf der Stelle an den Fersen.

Nun geht alles sehr schnell. Bevor du überhaupt reagieren kannst, schiebt der Pulk dich mit sich durch die Tür zum Geschehen hin. „Wahnsinn, ein richtiger Prinz?" Finnian kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, und auch Mey-Rin und Baldroy sind faszinierter denn je. „Ich habe noch nie einen richtigen Prinzen gesehen." Das Gesicht der Magd macht ihrer Haarfarbe starke Konkurrenz, doch tatsächlich überwiegt die Neugierde der Schüchternheit. „Ein Prinz also…", stellt der letzte im Bunde nun auch noch fest, während er dabei unruhig auf dem Stummel seiner Fluppe herumkaut. „Ihr habt die Erlaubnis näher zu treten, Diener.", tönt es amüsiert von Soma.

Du musterst ihn, er wirkt auf den ersten Blick nicht minder neugierig, wenngleich aufrichtig und freundlich. Seine royale Gestikulation ist jedoch nicht zu übersehen. Ihm wurden definitiv gehobene Umgangsformen eingebläut, auch wenn seine Art ein wenig dreist erscheinen mag. Der Sohn des Königs lächelt die Milchglasbrillenträgerin an. Für Mey-Rin bedeutet dies allerdings sofort einen Freifahrtschein, die Legionen von ausprudelnden Gedanken aus ihrem Halse zu entlassen und in einer epischen Frage-Antwort-Schlacht auf den Blaublütigen zu schicken.

„Wie es aussieht stehen lebhafte Zeiten in Eurem Hause an, Earl Phantomhive." Deine Blicke wenden sich vom Geschehen ab und erfassen den anderen Herren aus dem fernen Osten. Scheinbar hat er das Spektakel ebenfalls mit unübersehbarer Belustigung beobachtet. Der Aristokrat bleibt ihm die Antwort jedoch schuldig. Stattdessen atmet er langsam aus, schürzt die Lippen und macht den Eindruck, als würde er jeden Moment in einem spektakulären Feuerwerk aufgehen.

…„Richtige Tiger?"….

…„Kann man die auch reiten?" …

…„Oder sie essen?"…

Raus aus meinem Haus!"

Zwanzig Minuten später stehst du wieder in deinem Zimmer. Nicht nur, dass der kleine Engländer seinen Willen nicht bekommen hat, nein, das geduldige Beharren Soma Kadars, hier zu bleiben, ist zudem noch jenseits von Gut und Böse. Erst als Sebastian einem über das ganze Gesicht lachenden Agni zurück ins Zimmer gefolgt ist, und sich sichtlich als geschlagen zu erkennen geben muss, blieb Ciel Phantomhive keine andere Wahl, als die Diskussion auf den morgigen Tag zu verlegen. Daraufhin hat man auch euch für heute entlassen, jedoch mit der Prämisse, dass ihr in alle Frühe auf der Matte stehen würdet. Du musst leise kichern, als du die Erinnerungen revuepassieren lässt. Mit soviel Trubel in diesen Hallen hat du wahrlich nicht gerechnet…

Als Sebastian von früh sprach, hast du nicht damit gerechnet, dass der Terminus früh bei ihm eine leicht andere Bedeutung hat, als bei dir und dem Rest der Dienerschaft. Euch bleibt kaum Zeit die Augen aufzubekommen, als ihr in der Küche schon zum Apell gerufen werdet. Vor euch steht ein aus dem Ei gepellter Butler, der fitter nicht wirken könnte. Wahrscheinlich hat er den Jungbrunnen entdeckt oder beschwor in den Nachtstunden heimlich Satan, um die Quelle seiner schier unendlichen Vitalität niemals versiegen zu lassen. Das ihm all diese Anstrengung nicht einmal Augenringe, Fältchen oder graue Haare verpasste, ist wirklich bemerkenswert.

„Hoher Besuch erfordert höchste Anstrengungen.", beginnt er vor euch auf- und abschreitend zu erklären. „Finnian, Baldroy. Ihr werdet unverzüglich die Wege kehren. Es ist viel Schnee gefallen." „Sehr wohl, Sebastian.", ertönt es daraufhin Zweistimmig. „Mey-Rin. Ich benötige zeitnah die dreifache Menge an Geschirr. Wenn du damit fertig bist, dann wirst die obere Etage fegen, die Treppen reinigen und die Eingangshalle wischen." Mit einer überschnellen Verbeugung, die ihr die Brille von der Nase schleudert, Sebastian sie jedoch mit zwei Fingern fängt, gibt das Hausmädchen zu verstehen, dass sie sich dieser Aufgabe annehmen wird. Anschließend wendet der Infernaläugige sich ab, öffnet eine Schublade und holt Stift, Zettel sowie ein abgegriffenes braunes Buch heraus. „_. Du wirst die Vorratskammern inspizieren." Er reicht dir die Utensilien herüber. „In dieser Auflistung findest alle Soll-Vorräte. Bis zum Mittag wirst du eine Liste über die nachzukaufenden Lebensmittel erstellt haben." Er zieht eine Notiz aus seinem Frack und reicht sie dir. „Zudem haben diese Gewürze in zweifacher Menge vorhanden sein. Nun an die Arbeit." Sofort beginnt er mit der Zubereitung des Frühstücks, während die anderen drei Chaoten wie aufgeschreckte Hühner aus dem Raum stürzen. Auch du machst dich ohne Umschweife an dein Werk.

Glücklicherweise stellt sich das Zählen, Vergleichen und Notieren der hauseigenen Lagerbestände als recht stupide Aufgabe heraus. So hältst du fest, dass vier Rationen Currypulver, ein halbes Pfund Safran, zehn Stangen Zimt sowie ein Korb voller Ingwer nebst einem Sack Reis und diversen anderen Zutaten auf der Einkaufsliste stehen. Zwischendurch wirst du Zeuge eines Gespräches zwischen Sebastian und Agni, der mit vollster Überzeugung das Frühstück vorbereiten möchte, damit aber Herrn Michaelis in die Quere kommt. Letztendlich schickt der Schwarzhaarige ihn nach draußen, damit er Terrasse und Steinstauen vom Schnee befreien kann. Ja, das Kochen scheint des Butlers Passion und gleichzeitig höchste Kunst zu sein. Bei einem Kind als Herrn jedoch kein Wunder. Kinder können ziemlich grausam sein mit ihrer Ehrlichkeit. Und Ciel, so wie du ihn einschätzt, ganz besonders.

Es ist bereits hell, als du mit der Handlaterne aus den dunklen Räumen der Kammern trittst und einem emsig arbeitenden Sebastian deine Ausarbeitungen vorlegst. Dieser hat inzwischen ein Festmahl gigantischen Ausmaßes angerichtet. Die vornehmen Herren werden also einem Brunch beiwohnen. Auf jeden Fall verschmelzen asiatische, indische und englische Küche hier in einer sinnesumspielenden Geruchssymbiose miteinander. Dein Magen meldet sich sofort als Verkoster zu Wort. Viel Zeit zum Sabbern bleibt dir allerdings nicht, denn nachdem er deine Liste studiert hat, schickt der schwarzgekleidete Diener dich zu Mey-Rin, die mit dem neuangelegten Kehrblech vollends überfordert scheint.

Während ihr die endlosen Flure vom kaum vorhandenen Staub befreit, tragen sowohl Agni als auch Sebastian die kalten und warmen Speisen an euch vorbei. Letzterer teilt euch mit, dass euch in der Küche, die ihr selbstverständlich auch noch zu putzen habt, eure Mahlzeiten erwarten. Wenn es sich dabei um die Reste der hier vorbeigetragenden Köstlichkeiten handelt, dann bist du hochgradig motiviert die Arbeit hier oben schnellstmöglich zu beenden. Doch in Anbetracht der Größe dieses Anwesens würdet ihr bis zum Mittag nicht fertig werden.

„Earl Phantomhive spielt Geige?", erkundigst du dich, als ihr an der Tür, hinter der sich mehr oder minder ohrenbetörende Klänge - dann und wann von schiefen Tönen zerrissen- abspielen, vorbeiputzt. „Oh ja, Sebastian ist ein strenger Lehrmeister." Du wunderst dich was dieser Mann alles kann, als sich zum Geräusch des Streichinstrumentes auch Trommeln und Sitar beimengen, die so ganz und gar mit Bachs Kompositionen harmonieren wollen. Einen Augenaufschlag später fliegen der Prinz und sein Diener hochkant aus dem Musizierzimmer. Wortlos kehrt ihr jedoch weiter, als sei nichts passiert.

Eure Ruhe sei euch jedoch nicht vergönnt, denn bald darauf werden Mey-Rin und du durch die nächste große Holzpforte ins Zimmer gezogen. „Ausziehen!", tönt es von Soma, der mit erhobenen Finger und Zeichenbrett unterm Arm in eure Richtung zeigt. Auch Lau – inzwischen weißt du wie er heißt- ist anwesend und sichtlich unterhalten. Nur ihr beide lauft augenblicklich rot an und hofft, dass ihr nicht als Aktmodelle für die edlen Herrschaften dienen müsst. Sebastian sieht das genauso, deshalb sitzen sowohl du als auch die Magd und die indischen Herren keine zehn Sekunden später wieder auf dem Flur.

Ein letztes Mal beobachtet ihr die fernländischen Gäste bei einem atemberaubenden Flug aus dem Zimmer, als es bereits halb zwei Nachmittags ist und ihr soweit mit eurer Reinigung durch seid. Augenblicklich rappeln die Beiden sich auf und setzen sich sogleich im Schneidersitz wieder auf den Boden. „Den ganzen Tag macht er langweilige Dinge. Ein guter Gastgeber hätte mit mir Spiele gespielt. Diese Engländer sind so sehr zugeknöpft. Aber davon lassen wir uns nicht abbringen, Agni." „Mein Prinz." Mit einem Satz stehen sie wieder Beide, stapfen davon und lassen euch sprachlos zurück. Auf jeden Fall hatten der Earl und sein Butler alle Hände voll mit ihren Besuchern zu tun, und auch ihr seid erstaunt über ihre Tüchtigkeit, als Mey-Rin und du einen zufälligen Blick aus dem Fenster werft und feststellt, dass sich der gesamte Park der Villa in ein indisches Wintermärchen verwandelt hat. Auch die Küche erstrahlt in neuem Glanz, während ein reishaltiges, undefinierbares Menü wohlangerichtet bereit steht. Wenn Sebastian das sehen würde…

…würde er spätestens bei der Wäsche in die Luft gehen.

„Ihr müsst sehr hungrig sein." Dort steht er, Agni, der Inbegriff der menschlichen Bescheidenheit. Bevor ihr reagieren könnt, hält er euch bereits zwei Reisschalen unter die Nase. „Curry Garam Masala. Ein magisches Pulver in unserer Heimat." Selbst einem bekennenden Curryverschmäher würde diese verzückende Duftmelange augenblicklich zur Revision bringen. Dumm bloß, dass Agni nicht erwähnt hat, dass Garam Masala in Landessprache „heißes Gewürz" bedeutet und euch augenblicklich Tränen in die Augen schießen lässt. Ein Wunder, dass ihr kein Feuer speit. Der Inder kann eure Reaktion nur wenig nachvollziehen, scheinbar ist er weitaus schärferes gewohnt. Während du nach Luft ringst fragst du dich, wie der kleine Ciel wohl auf diese Speise reagieren würde. Zum Schreien würde er sicherlich nicht mehr so schnell kommen.

Als deine Sicht sich wieder normalisiert und dein Atem wieder ein annehmbaren Rhythmus angenommen hat, tritt Sebastian in die Küche ein und mustert das Schauspiel. „Agni, Ihr seid Gast meines jungen Herren." „Oh nein, als Diener meines Prinzen ist es das Mindeste, wenn ich Euch, dem hart arbeitenden Herrn Michaelis meine helfende Hand leihe." „Eure Absichten ehren Euch. Ich wünschte, dass sich gewisse andere Anwesende eine sprichwörtliche Scheibe von Euch abschneiden würden." Dabei wirft er einen scharfen Blick über seine Schulter zu euch, dem inzwischen vollständigen Vierergespann, und verlässt die Küche. „Ich danke Euch, Herr Michaelis." Agni verbeugt sich ein letztes Mal, bevor er von deinen drei neuen Freunden belagert wird und sich mit einer Armada an Fragen konfrontiert sieht.

Da die Bude auf Vordermann gebracht ist und weder Sebastian noch Ciel in Befehlsreichweite sind, macht jeder eine kleine Pause in seinem Zimmer. Dein Magen blubbert vor sich hin, und du vermutest, dass er Hades Hexenkessel dank dieses Currys zum Verwechseln ähnlich sieht und einem lebensfeindlichen Biotop stark ähnelt. Es schmeckt, keine Frage, aber die Schärfe würde selbst des Undertakers heißgeliebte Leichen wieder zurück ins Leben holen. Was er wohl so macht im Augenblick? Bevor du zu sinnieren beginnst, steht Bard in deiner Kammer und beordert dich in die Küche. Es ist Zeit für das Abendmahl. „_, wir müssen dem Inder zeigen, dass auch wir herausragende Talente an der Herdplatte haben! Lass uns diese Schlacht gewinnen!" Ihr marschiert in die Küche ein, während der selbsternannte Chefkoch dir erklärt, dass er heute seine Spezialität anrichten wird. Im Stillen hoffst du, dass es nichts mit Feuer am Hut hat. Ihr werdet von Sebastian erwartet, der in Anbetracht Bards Intensionen resigniert erklärt, dass er diesen gewähren lässt. Für ihn muss der Tag ebenfalls sehr nervenaufreibend gewesen sein.

Analog zum wüsten Fluchen des Dauerrauchers tritt mit leisen, unterwürfigen Schritten auch schon Baldroys kulinarischer Nemesis ein und erbittet um Anweisungen. Obwohl Ciels oberster Diener ihm versichert, dass es keine nennenswerten Arbeiten für ihn gibt, behaart er darauf zu helfen. „Vier Hände sind immer besser als nur Zwei, Herr Michaelis." Deine Augen huschen zwischen dem Chefkoch und den beiden Wunderwirkern umher. Der Blondschopf gleicht einem Vulkan kurz vor der Eruption. „In diesem Falle hoffe ich, dass es keine Unannehmlichkeit darstellt Ihnen die Goji-Beeren-Sauce aufzubürden." Sofort leuchten Agnis schiefer-graue Augen auf und er schnappt sich, bevor Bard Einwände erheben kann, die Schale mit den Früchten. „_, du wirst mir beim Cottage Pie behilflich sein." Er hält dir das Rezept hin und erklärt, dass ihr sämtliches rezeptgetreues Fleisch mit Huhn ersetzen werdet, da die Kuh in Indien als Heilig gilt und der Verzehr von Schwein ebenfalls unter das Nahrungstabu fällt. „Und was ist mit mir?" Du hast Mitleid mit deinem Mitstreiter. Auch wenn er zwei linke Hände besitzt, hat er doch den Willen sich nützlich zu machen. „Küchenchef, Küchenchef. Ein toller Küchenchef bin ich.", beginnt er wieder zu fluchen, während er sich gegen eine Sauerkrauttonne lehnt und die Arme verschränkt.

„Leitet Ihr mich an? Ich bin nicht vertraut mit der englischen Küche." Jegliche Dämme sind zerborsten, als Agni den bedrückten Raucher um Hilfe bittet. Sofort ist er wieder in seinem Element und die heitere Runde nimmt ihren Lauf. Sebastian ist derweil noch einmal fortgeeilt, nachdem die Glocke des Arbeitszimmers geschellt hat. Auch der Strohhutträger und die Auberginhaarige bekommen – entgegen ihrer Erwartungen- eine dankbare Aufgabe von Agni zugeteilt, sodass jeder seinen Fähigkeiten entsprechend mit Arbeit versorgt ist.

Die Stimmung ist Harmonisch und entspannt. Wenn jeder anpackt und am gleichen Strang zieht, dann funktioniert alles so wunderbar schnell und reibungslos. Kaum zu glauben, dass er Weißhaarige selbst für die scheinbar Untalentierteren eine erfüllbare Aufgabe gefunden hat. So schält Finnian die Erdäpfel, du schneidest das Gemüse, Bard ist mit dem Fleisch beschäftigt und die tollpatschige Magd wird von einem umsichtigen Agni aufgefangen, bevor sie vom Stuhl fällt und ein Meer aus Scherben den Küchenboden überflutet. Zum ersten Mal seit deiner Ankunft kannst du behaupten, dass du dich vorbehaltslos wohl fühlst in diesem Haus der tausend Rätsel.

Sebastian Michaelis ist, als er wieder in die Küche tritt, für einen Augenblick sprachlos angesichts eurer mehr als nur vorzeigbaren Leistung. „Wenn jeder ein wenig tut, dann ist bereits damit großes getan.", erklärt der Turban-Träger lachend. „Jeder ist mit einem anderen Geschenk geboren. Diese Gabe zu finden stellt die größte Hürde in unserem Leben dar." „Ihr seid wirklich eine begabte Persönlichkeit, Agni." „Oh nein Herr Michaelis, wir Menschen müssen nur nach dem Willen der Götter leben, und tuen, was uns geheißen wird zu tun. Dann erfahren wir Glück und Freude." Mit einer tiefen Verbeugung beginnt er von seinem früheren Leben zu berichten. Du kannst nur wortlos zuhören, als er euch erzählt, dass er einst der nobelsten Kaste angehörte, Geld und Gut jedoch verschwendete um sich mit Sünden zu beladen, Verachtung von Gott und Mensch auf sich zu ziehen und bald aufgrund von Kriminalität seiner baldigen Exekution auf dem Schafott ins Auge sehen musste. Doch mit dem letzten Herzschlag seines verdorbenen Lebens sollte er Läuterung erfahren, denn ein Gott erschien vor seinen Augen. Es war der junge Prinz, der sich seiner annahm und ihn zurück auf den richtigen Pfad brachte. Seit jener Offenbarung dient er seinem Herrn. Treu bis in den Tod. Du kannst deine Ergriffenheit kaum in Worte fassen.

Sebastians kaum hörbare Bemerkung über die Götter entgeht allen - bis auf dir. Du lässt es dir allerdings nicht anmerken und wirfst der Glasschale im großen Ofen einen kontrollierenden Blick zu.

Gemeinsam richtet ihr das mehrgängige Mahl an. Auf Garam Masala hat Agni dieses Mal – zu Ciels Glück- verzichtet. Ihr wohnt dem Essen dieses Mal nicht bei, sondern reinigt die Küche und bekommt anschließend frei, was euch dazu bewegt wieder eine Schneeballschlacht mit Tanaka als unparteiischen Schiedsrichter zu führen. Mey-Rin und du gehen als klare Sieger hervor, was nicht zuletzt an ihrer unheimlichen Trefferquote liegt. Ihr seid ein super Team, du formst die Bälle und sie feuert die kristallinen Bomben auf Finnian und Bard ab. Als ihr die Kälte in den Knochen spürt, wird es Zeit für ein Bad und der anschließenden Nachtruhe. Heute wart ihr sehr, sehr fleißig, du liegst erschlagen im Bett und kannst die Augen kaum offen halten. Wenn jeder Tag so verlaufen würde, dann wäre die Zeit, die du noch abzusitzen hast, bis der Undertaker dich wieder willkommen heißen würde im Nu vorüber. Doch wann wäre das? Du schließt die Augen und atmest aus. Weiter kommst du nicht, denn Hypnos, Gott des Schlafes, nimmt dich augenblicklich mit in sein Reich.