~Curiosity killed the cat~

Anmerkung: Wie immer gehört mir fast nichts! Hier wieder ein kürzeres Kapitel glaub ich, meh. Außerdem: Wer Lust dazu hat sich ein paar Bilder zu der Geschichte anzuschauen kann die Facebookseite Marikona - Drawing & More besuchen! Ich würde mich freuen ;) (*Hust* Keine Eigenwerbung *Hust*) Und ich möchte diesen Teil der Story langsam zum Ende kommen lassen, es muss ja mal weiter gehen :D

"So, noch mal ganz langsam. Du hast was gesehen?"

Sherlock sah aus, als hätte er gerade den größten Schwachsinn der Welt gehört. Ich konnte es ihm nicht einmal verübeln. Nachdem ich damit fertig war die Geschehnisse auf zu schreiben, sah ich zu, das ich nach hause kam. Mit großer Erleichterung stellte ich fest, das Sherlock schon da war, und zwar allein. Wenn John auch noch da gewesen wäre, hätte er mich mit Garantie gleich ins Krankenhaus geschickt.

"Die eine war blau und die andere sah so aus wie ich! Ich schwöre es dir, das denk ich mir nicht aus, das war wirklich so!"

Ich erklärte Sherlock nun schon zum dritten mal was ich im Park gesehen hatte, in der Hoffnung, das er etwas hilfreiches oder aufklärendes dazu sagen konnte. Doch er stand nur am Fenster mit der Geige in der Hand und schaute mich an wie ein Fisch. Kurz war mir, als hätte ich ihn sogar schmunzeln sehen.

"Mit blau meinst du mit Sicherheit betrunken, oder?"

"Mein GOTT!"

Ich war so durch den Wind, das ich aufgeregt hin und her lief, als ginge die Welt unter, wenn ich mich nicht sofort mitteilen konnte.

"Du hast genau gehört was ich gesagt habe! Und ich dachte DU wärst der schlauste weit und breit!"

"Die Illusion will ich dir auf keinen Fall nehmen Eliza, ich will nur sicher gehen, das du nicht unter dem Einfluss von Drogen stehst."

"Ich geb dir gleich mal ne Droge! Schau mich doch mal an und sag was du da siehst!"

Sherlock drehte sich tatsächlich vollkommen zu mir um und legte sogar die Geige weg.

"Ich sehe einen blassen Teenager mit Augen die viel zu groß sind für ihren Kopf", antwortete Sherlock prompt. "Und du hast drei Kilo zugenommen."

Im ersten Moment blieb ich ganz ruhig. Einfach nur, um nicht auf den Gedanken zu kommen diesen großen Mann anzufallen wie eine Raubkatze. Statt dessen blickte ich einfach in diese viel sagenden Augen, konnte aber nicht verhindern, das ich das Gesicht verzog wie sieben Tage Regenwetter.

"Brilliante Deduktion Mr Holmes, ich werde Sie weiter empfehlen. Wenn du mich entschuldigen würdest, ich gehe mir jetzt Gedanken über mein Leben machen."

Ohne noch einmal nach hinten zu schauen ging ich in mein Zimmer und schloss die Tür. Heimlich beglückwünschte ich mich für diesen Abgang, auch wenn ich mir sicher war, das ich Sherlock in keinster Weise beeindruckt hatte. Dazu gehörte schon viel mehr. Ich konnte es nicht lassen mich sofort im Spiegel anzuschauen. Waren es echt drei Kilo?

Um sich über so etwas Gedanken zu machen war nun wirklich keine Zeit. Irgendwas lief hier ganz faul und ich musste heraus finden was es war, auch wenn das hieß selbst Detektiv zu spielen. Konnte es nur ein Zufall gewesen sein, das das eine Mädchen so aussah wie ich? Immerhin hatte ich mal gehört, das es auf der Welt ungefähr sieben Leute geben soll, die so aussahen wie man selbst. Ob das nun stimmte oder nicht wusste ich nicht, aber warum hatte dieses Mädchen auch so erschrocken reagiert? Das konnte doch nur ein Zeichen dafür sein, das ich mir das nicht einbildete, oder? Und von dem blauhäutigen Mädchen ganz zu schweigen...

Ich ging zu meinem Schreibtisch, um mein Notizbuch abzulegen. Der Tisch war überladen mit Papier, Zeug von der Schule und anderes, was ich nun lustlos mit dem ganzen Arm zur Seite schob. Ein Blatt blieb jedoch liegen und wollte sich einfach nicht lösen. Erst auf dem zweiten Blick erkannte ich, was darauf stand.

Curiosity killed the cat.

Mein Herz begann zu rasen und Schweiß bildete sich auf meiner Stirn. Dieses Blatt stammte nicht von mir. Diese Worte hatte ich nicht geschrieben, ich besaß nicht einmal rote Tinte. Dieser Satz kam mir wie eine Drohung vor. Eine Warnung, das ich nicht so neugierig sein sollte. Mein erstes Gedanke war dieses Blatt irgendwie von der Tischplatte ab zu kriegen, um es Sherlock zu zeigen, als Beweis dafür, das wirklich etwas nicht stimmte. Doch so sehr ich es auch versuchte, es ging einfach nicht ab! Es war, als sei es mit dem Holz verschmolzen. Gerade als ich dachte, das ich eine Ecke zu fassen bekam, geschah erneut etwas unglaubliches. Das Blatt schien Stück für Stück im Tisch zu verschwinden, als wenn es auf dem Wasser liegen würde!

Automatisch ging ich einen Schritt zurück, nur um kurz darauf aus dem Zimmer zu rennen. Sherlock stand noch immer im Wohnzimmer, was gut war. Sofort packte ich ihn am Ärmel und zog daran wie ein kleines Kind.

"Sherlock, du musst mitkommen, SCHNELL!"

"Was ist denn?"

"Komm einfach, bitte!"

Als er die Panik sah, die in meinem Gesicht geschrieben stand, lief er geschwind voraus in mein Zimmer. Ich kam etwa später an und sah den Detektiv ratlos in meinem Zimmer stehen.

"Was ist nun Eliza?"

Ich ging sofort zu meinem Schreibtisch, in der Hoffnung, das noch etwas von dem Blatt übrig war. Doch es war alles weg. Um genau zu sein sah der Tisch aus, als sein nie etwas passiert. Sogar die anderen Blätter lagen wieder da, von wo ich sie vorhin weg geschoben hatte.

"Das gibt es doch nicht! Es war gerade noch da! Ich bin doch nicht verrückt! Da war eine Drohung!"

"Eine Drohung." Sherlock sah unbeeindruckt, aber auch etwas alarmiert aus. Jedoch nicht wegen der Drohung, sondern wegen meinen Verhaltens, das war klar zu sehen.

"Und was soll das für eine gewesen sein?"

Geschlagen drehte ich mich wieder zu ihn um, nachdem ich die Blätter erneut weg gefegt hatte. Der Zettel war aber trotzdem nicht mehr da.

"Da stand drauf : Curiosity killed the cat. Jemand hat mir gesagt das ich nicht zu neugierig sein soll!"

"Bist du sicher, das du das nicht selbst irgendwann geschrieben hattest? Ich meine bei dem Durcheinander da.."

"Klar bin ich mir sicher! Ich erkenne doch meine eigene Schrift und rote Tinte hab ich auch nicht!"

Das gab es doch gar nicht. Nicht einmal jetzt glaubte mir Sherlock!

"Weißt du was?", begann ich, ohne auf eine Antwort zu warten. "Ich könnte gekippnet oder ermordet werden und es wäre dir trotzdem egal! Du glaubst mir ja eh nicht!"

Ich hätte mir die Haare rausreißen können vor Wut! Die Lust, Sherlock an den Schultern zu packen und kräftig durch zu schütteln wuchs immer mehr.

"Wenn du meinst", antwortete der Detektiv kühl, aber mit einer Spur Irritation in der Stimme. Den Blick gesengt machte ich Anstalten aus dem Zimmer zu gehen, doch daraus wurde nichts, als ich Sherlocks Hand auf meiner Schulter spürte.

"Aber das ist nicht die Wahrheit. Ich habe nicht vergessen was du gerade durchmachst und ich tue mein bestes um Verständnis für die ganzen Probleme auf zu bringen. Aber ich bin nun mal wie ich bin und wenn ich von auserirdischen Mädchen, Doppelgängern und unsichtbaren Drohbriefen höre ist mein Vertrauen nicht wirklich groß. Vor allem, wenn das auch noch alles an einem Tag passiert."

Sherlock klang ruhig, wie ein Lehrer, der versuchte seine aufgebrachten Schüler zu beruhigen. Langsam drehte ich mich wieder zu ihm hin.

"Aber glauben tust du mir noch immer nicht." Ich versuchte weniger Enttäuschung in meiner Stimme mitschwingen zu lassen.

"Sagen wir mal ich bin interessiert. Für seltsame Fälle bin ich immer zu haben, das weißt du doch."

Täuschten mich meine Sinne, oder versuchte Sherlock tatsächlich einzulenken? Das war wohl das meiste, was ich von diesem Mann bekommen konnte. Auch wenn ein paar aufmunternde Worte auch schön gewesen wären.

"Ok, dann ist das wohl so. Entweder will mir jemand einen Streich spielen oder ich werde verrückt. Keins von beiden ist sehr nett wenn du mich fragst."

Mit hängenden Schultern ließ ich mich auf mein Bett fallen.

"Aber das mit dem Zettel hat mir schon Angst gemacht. Mir war richtig mulmig zu mute und ich hatte das Gefühl beobachtet zu werden. Kennst du das?"

"Wenn du Mycroft zum Bruder hast kennst du das Gefühl mehr als gut", antwortete Sherlock mit einem einseitigen Grinsen. Ich grinste mit, bis mir wieder einfiel was ich vor lauter Aufregung ganz vergessen hatte zu sagen.

"Ich soll dir übrigens ausrichten, das Mycroft hier war. Er hat dir etwas da gelassen, eine Akte oder sowas."

"Schon gesehen, uninteressant. Aber schön, das du mir das jetzt schon sagst."

"Hey, ich hatte mit übernatürlichen Dingen zu kämpfen!"

"Oder mit Paranoia", konterte Sherlock, während er an mir vorbei ging. An der Tür blieb er jedoch ruckartig stehen.

"Ach übrigens, hast du irgendwo meine Zigaretten gesehen Eliza?"

Ich bekam spontan das Gefühl, das der Tag seinen Höhepunkt erreicht hatte.