~Das Archiv~
Anmerkung: Das selbe wie immer, außer das ich jetzt versuche die fertigen Kapitel rauszubuttern wie die gute Tante Berta.
Obwohl ich ganz klar krank war kam ich nicht in den Genuss in einen traumlosen Schlaf zu fallen. Nein, statt dessen sah ich Sherlock und John, die nach mir suchten und Feli, die im Krankenhaus vergeblich auf meinen Besuch wartete. Ich fing sogar an darüber nachzudenken, ob das nicht nur ein normaler Traum war, sondern das ich sehen sollte, was wirklich während meiner Abwesenheit geschah. Aber das war nur eine Vermutung. Das ich sehen sollte, was ich sah, war klar. Nichts geschah einfach so, und wenn doch was aus dem Ruder lief, weil ich rebellierte wurde ich krank. Schöne Aussichten.
Als ich irgendwann endlich wach wurde waren die Kopfschmerzen und das Schwindelgefühl so gut wie verschwunden. Ein einziger Sonnenstrahl hatte seinen Weg durch die dicken Vorhänge am Fenster gefunden und schien mir direkt ins Gesicht. Blinzelnd richtete ich mich auf und schaute im Raum umher. Dean lag mit dem Gesicht von mir abgewandt auf seinem Bett, während Sam am Küchentisch saß und seine Waffe auseinander nahm. Er sah müde aus, bemühte sich aber um ein Lächeln als er sah, das ich wach war.
"Morgen Amber, wie geht es dir?"
"Besser, denke ich", antwortete ich schlapp und rieb mir ein Auge. "Und du?"
Sam schaute von seiner Waffe auf, als hätte ich ihn das erste mal angesprochen.
"Hm? Ja, ich denke auch", antwortete er etwas hastig dann etwas wage. Prompt musste er ein Gähnen unterdrücken.
Jetzt sah ich meine Chance noch eins drauf zu setzen. Auch wenn ich dafür das Risiko eingehen musste wieder krank zu werden, oder schlimmer.
"Sitzt Luzifer noch immer in deinem Kopf? Das solltest du echt mal deinem Bruder sagen, tzz tzz."
Sams Blick war einmalig. Am liebsten hätte ich eine Kamera zur Hand gehabt, aber man konnte ja nicht alles haben. Ich war schon froh genug die Sätze ohne Probleme heraus zu bekommen. Entweder schlief sie noch oder sie wollte diese Szene herauf provozieren.
"Woher weißt du das", fragte Sam eisig, während er sich erhob und auf mich drauf zu kam. Ich stand selbst schnell vom Bett auf und versuchte beiläufig meine Schuhe an zu ziehen, ohne Sam aus den Augen zu lassen.
"Ich habs euch ja gesagt, ich bin nicht von hier. Ich weiß so einiges was ihr noch nicht wissen könnt."
"Bist du ein Prophet? CASTIEL!"
Der plötzliche Ruf ließ mich zusammen zucken. Sam blieb stehen und blickte nach oben, doch es passierte nichts. Es war allgemein bekannt, das der Engel eher auf Dean hörte als auf Sam. Dieser wurde übrigens durch den Ruf wach und sprang auf.
"Was ist los, ist was passiert?", fragte er alamiert und voll in Bereitschaft.
Sam zeigte mit den Finger auf mich. "Ich glaube zu wissen was sie ist."
"Das glaube ich nicht."
Der Satz ertönte mit einer ebenen, fast schon gelangweilten Stimme. Wie auf Knopfdruck drehten wir uns alle um und sahen Castiel, der in Anzug und Trenchcoat hinter uns stand. Nicht mal das Schlagen seiner Flügel hatten wir gehört.
"Ah, da bist du ja", begann Sam ganz unvermittelt. "Sag die Wahrheit, ist Amber ein Prophet oder nicht!"
Dean, der jetzt erst mitbekam was los war, blickte mich fragend an. Ich schüttelte nur den Kopf.
"Wie ich bereits sagte, das ist sie nicht. Ihr solltet Ambers Erzählungen ein wenig mehr Aufmerksamkeit schenken", antwortete Castiel, mit dem Blick auf mich gerichtet. Ich blickte schwer schluckend zurück.
"Du willst uns doch nicht sagen das ihre absurde Erzählung stimmt? Das sie jetzt gar nicht die "richtige Amber" ist und den ganzen Mist? Ist sie vielleicht ein Formwandler?!"
"NEIN!", hörte ich mich schreien. "Ich weiß nicht mehr wie ich ganz früher hieß, aber danach war ich Eliza Holmes und jetzt bin ich Amber! Ich..ich reise quasi durch Welten, oder Realitäten.. Ich weiß nicht genau wie ich das bezeichnen soll.
"
"Dann bist du also Doktor Who?", meinte Dean. Ich zuckte mit den Schultern.
"Dem bin ich auch schon begegnet, dem 11. um genau zu sein."
"Cool", antwortete Dean, bevor er sich wieder fing. "Aber verstehen tue ich das immer noch nicht. Und glauben erst recht nicht."
Langsam wurde es mir echt zu viel. Ich konnte und wollte es auch schon gar nicht mehr besser erklären.
"Brauchst du noch mehr Beweise? Na schön. Du, Dean Winchester landest im Fegefeuer. Und zwar ziemlich...
"SCHLUSS!"
Das kam so unerwartet und plötzlich, das ich den Boden unter den Füßen verlor und hinfiel. Von einer Sekunde auf die andere war ich nicht mehr in dem muffigen Hotelzimmer mit den Männern und dem Engel, sondern wieder in der kalten, seltsamen Halle. Vor mir stand das "Schicksal" und bedachte mich mit glühendem Blick.
Bevor ich mich auch nur in Stück bewegen konnte packte es mich an den Armen und zerrte mich nach oben, sodass ich ihr wutverzerrtes Gesicht genau vor mir hatte. Diese Augen bereiteten mir noch immer einen Schauer. Ich konnte kaum hinsehen.
"Du spielst das Spiel nicht richtig!"
Sie spie den Satz aus wie ein bockiges Kind.
"Könnte daran liegen das ich dein Spiel nicht spielen will!", antwortete ich kühl, froh darüber wieder ich selbst zu sein. Als Reaktion darauf starrte sie mich einfach nur an, bevor sie ich ruckartig los ließ.
"Eines muss ich dir lassen. Du bist hartnäckiger als alles, was ich vorher erschaffen hatte. Eigentlich müsste ich dich dafür belohnen."
Ich wollte gar nicht wissen, was sie unter Belohnung verstand. Überrascht viel mir auf, das sie nun ein anderes Kleid trug als beim letzten mal. Es war ganz schwarz und hatte überall Schleifen, was es wiederum kindlicher machte. Die Farbwahl gefiel mir trotzdem nicht. Schwarz versprach meistens nichts gutes. Ebenso wenig, wie sie jetzt meinen Arm packte und mich nach vorn zog.
"Komm mit, ich will dir was zeigen."
Aufgeregt wie ein kleines Kind, das sein Spielzeug präsentieren wollte, zog sie mich durch eine breite Tür an der Seite, die mir vorher nie aufgefallen war, in einen anderen Raum, der die selbe grau marmorierte Farbe hatte wie der Hauptsaal. Dieser Raum war etwas kleiner und an einer langen Wandseite stand ein riesiges Regal voll mit hohen Schubfächern. Davor befand sich ein gemütlicher Ohrensessel und ein Kaffeetischchen. Das Mädchen mit den Zöpfen stellte sich vor das Regal und breitete die Arme aus.
"Herzlich willkommen in meinem Archiv! Hier bewahre ich alle Informationen und Hintergrundgeschichten der Personen auf, die ich bisher erschaffen habe. Alles was ich nicht mehr im Kopf habe kann ich hier nachlesen. Nur zu, nicht so schüchtern! Schau es dir an."
Ich war hin und her gerissen, ob ich der Bitte dieser Verrückten wirklich folgen sollte oder nicht. Unsicher ging ich auf das Regal drauf zu, während mir flau im Magen wurde. Stell dir vor, alles über deine Freunde und dich steht in einem Buch, und du hättest die Gelegenheit es zu lesen. Würdest du es tun?
Meine Neugier siegte über die Angst ud brachte mich dazu einen genaueren Blick auf das Regal zu werfen. Auf jedem der hohen Schubfächer stand ein Name. Alle waren weiblich viel mir auf und hatte meistens einen bekannten Nachnamen. Mein Herz schlug schneller, als ich meinen Namen auf einem Fach erblickte, das sich relativ in der Mitte befand. Mit zitternder Hand griff ich danach und zog daran. Zum Vorschein kamen zwei Akten und etwas, was aussah wie ein Zeichenblock.
"Den Block kannst du dir ansehen, aber in den Akten wirst du nichts finden, was du so schon weißt. Willst du dir nicht lieber eine andere ansehen?"
Warum machte sie das nur? Warum sollte ich das hier alles sehen? Ob es ein Trick war, eine Falle? Ich schob mein Fach wieder zu und entdeckte rechts daneben einen sehr vertrauten Namen: Felizita Owen. Sollte ich das wirklich tun? Das schlechte Gewissen nagte an mir.
"Nur zu, als wenn sie das stören würde."
Rief sie von hinten, als wenn sie meine Gedanken gelesen hätte. Wieder gab ich nach und warf einen Blick hinein.
Ich bekam einen Einblick in die frühere Geschichte meiner Freundin. Dinge, die ich vorher noch nie gehört hatte, auch wenn ich einmal gedacht hatte, ich hätte das alles erfunden. Doch so war es nicht, das bekam ich nun richtig zu spüren. Tränen stiegen mir in die Augen, als ich Bilder einer schönen Frau mit langen, braunen Haaren sah, die überglücklich ein kleines Mädchen im Arm hielt. Auf einem anderen Foto sah diese Frau schon nicht mehr ganz so schön aus. Sie war gezeichnet von einem exessiven Lebenswandel. Das Mädchen war nun größer und sah der heutigen Feli ähnlicher. Auch sie blickte nicht mehr ganz so glücklich und ergriff den Arm ihrer Mutter, als half sie ihr aufrecht stehen zu bleiben. Danach folgte eine Todesanzeige, die lieblos in der Zeitung stand, ohne ein zusätzliches Wort von Trauer oder Mitgefühl. Eine kalte Hand legte sich um meinen Magen, als ich das Bild eines Grabsteines sah, wovor ein Mädchen ganz in schwarz gekleidet von einem Mann gehalten wird.
"Warum zeigst du mir das alles?", schrie ich beinahe mit erstickten Tränen in der Stimme. "Was für ein kranker Mensch bist du, wenn du dir das alles ausgedacht hast?!"
Ich zeigte auf die Bilder, um "ihr" auch ganz klar zu machen was ich meinte. Sie schien unberührt von meinen Worten und starrte mich aus kalten Augen an.
"Selbst schuld, wenn du dir ausgerechnet die Akte nimmst. Das Leben ist nun mal weder fair noch einfach und es wird dir nichts geschenkt. Warum also sollte ich so tun als ob? Heile Welt ist nichts für mich. Hier, schau dir das mal an.."
Wie von Geisterhand kam eine anderen Akte auf mich zugeflogen, die so lange vor mir her schwebte, bis ich sie ergriff. Auf ihr stand der Name T`edurea. Wirklich sehr außergewöhnlich. Etwas wiederwillig öffnete sie und bekam fast einen Herzinfarkt, als ich das Bild sah, das oben auf lag. Es war das blaue Mädchen aus dem Park! Also hatte ich mich doch nicht getäuscht. Beinahe hätte ich gejubelt, wenn die Situation nicht so ernst gewesen wäre. "Sie" beobachtete mich neugierig, als ich die ersten Seiten überflog. Ich konnte es kaum glauben. Dieses Mädchen, wenn man es so nennen konnte, war eine Außerirdische einer Rasse, die ich nicht mal aussprechen konnte, und kam aus der Zukunft. An der Seite eines Blattes stand "Zukunfts-Feli."
"Was heißt das", fragte ich in dem Glauben, das sie genau wusste was ich meinte. Tatsächlich grinste sie etwas.
"Was glaubst du denn was es heißt?"
Ich hatte so eine Vermutung, wollte sie aber nicht aussprechen um am Ende vielleicht lächerlich da zu stehen. Stattdessen las ich weiter und sah ein weiteres bekanntes Gesicht. Es war das des anderen Mädchens aus dem Park, das mir zum verwechseln ähnlich sah. Unter dem Bild stand "Shona M." und "Partnerin". an der Seite stand "Zukunfts-Eliza".
"Das ist nicht dein Ernst", stammelte ich. Ich sah das als Bestätigung meiner Vermutung. Diese beiden Mädchen waren Feli und ich, besser gesagt unsere Zukunftsichs.
"Ich habe halt auch für die Zukunft vorgesorgt. Kennst du diesen "Mein früheres Ich" Mist? Tja, in meiner Welt gibt es sowas wirklich, nur das du gerade auf dein späteres schaust. Wenn du dann fertig wärst..."
Drängelte sie mich etwa? Was hatte sie denn noch so vor? Eigentlich wollte ich es schon gar nicht mehr wissen. Trotzdem legte ich die Akte zur Seite und drehte mich zu ihr um.
"Und nun?"
"Wenn du willst kann ich dir die erste Figur zeigen, die ich je erfunden habe. Irgendwie wie macht es mir Spaß dich mit all dem hier vertraut zu machen."
"Soll ich mich geschmeichelt fühlen?"
"Das ich dich mag? Selbstverständlich, sonst würdest du gar nicht mehr existieren. Aber ich meinte eigentlich, das ich extra für dich meine älteste Figur nochmal zu Leben erwecke. Das wird ein Spaß!"
Das bezweifelte ich ernsthaft, doch schon wieder bekam ich nicht die Chance dazu zu protestieren. Ein starkes Kitzeln durchfuhr meinen ganzen Körper, sodass ich mich nach vorne beugte und regelrecht sehen konnte, wie sich der Boden unter meinen Füßen auflöste.
