~Qual~

Anmerkung und Warnung: Genau wie das vorherige Kapitel ist das hier etwas schwerer zu verdauen als das was ich sonst so schreibe. Beschreiben wir diese Stelle einfach als die depressive Phase des Mädchens.

Ich hatte einen Jungen kennen gelernt, der mir sehr gut gefiel. Eigentlich musste ich mir eingestehen, das es mein altes Ich war, das sich ein wenig in ihn verliebte, während Emilia sich nur in ihn verknallt hatte. Da gab es sehr wohl Unterschiede bei mir und ich hatte Angst, was wohl daraus werden würde. Er hieß Richard Grayson und natürlich wusste ich wer er noch war, und genau deswegen hatte ich noch mehr Angst. Ich schmachtete ihm im Hintergrund an, während ich mit ihm in der Schule redete, als wäre er ein Trottel. Es war schmerzlich ihn so zu sehen, doch nicht so sehr wie das, was noch kommen sollte.

Nach ganzen drei Wochen geschah dann das, was mich endgültig in den Wahnsinn trieb. Es war noch früh am Morgen, als ich mit meiner ausgebeulten Tasche das Schulgelände der High School betrat, als ich etwas sah, das mein Herz zum Aussetzten brachte. Es war Dick, der an den Fahrradständern stand und mit einer Blondine aus einer unteren Klasse rummachte. Sofort lief mein Hirn auf Hochtouren. Ich beobachtete die Gedankengänge und bekam einen Schock. Ich wollte Rache, und wie das aussah wollte ich gar nicht erleben.

Ein gebrochenes Herz kann vieles anrichten. Das hatte ich schon oft am eigenen Leib erlebt, wie sich sowas anfühlt und was man sich danach alles in Gedanken ausmalt. Trauer, Wut und im besten Falle Gleichgültigkeit. Das Wissen, das es noch viele andere gibt und das das Leben weiter gehen muss. Doch davon war ich noch lange entfernt. Noch am selben Tag lud ich Richard dazu ein am Nachmittag nach der Schule etwas zu unternehmen. Er stimmte zu, was mich noch wütender machte. Ihm machte es offenbar gar nichts aus sich mit einem Mädchen etwas auszumachen, kurz nachdem er eine andere geküsst hatte. Wie dem auch sei, für meine Pläne war das ausgezeichnet. In der großen Mittagspause "borgte" ich mir den Roller eines Mitschülers und fuhr damit in die Lagerhalle, in der ich das erste mal aufgewacht war, unser altes Zuhause. Dort bereitete ich dann alles für den schönen Nachmittag vor. Dort fand ich alles was ich brauchen würde. Ein massives Gestell aus Eisenstangen, Schweißbrenner, Sägeblatt und so weiter. Bis ich alles aufgebaut hatte verging eine ganze Zeit, worauf ich zu spät in die Schule kam. Edward wurde benachrichtigt, da das offenbar nicht zum ersten mal passiert war, doch das interessierte mich nicht im geringsten, jedenfalls noch nicht. Ich war viel zu sehr mit dem beschäftigt, was ich zu tun hatte.

In der Stadt war viel los, als ich am späten Nachmittag neben Dick auf dem Gehweg schlenderte, während uns die letzten Sonnenstrahlen des Tages trafen. Wir unterhielten uns über Nichtigkeiten und ich lächelte stets lieb und freundlich, während ich versuchte ihn so lang wie möglich anzuschauen, ohne das er sich unbehaglich fühlte. Das sollte er auf keinen Fall. Während seiner Ausbildung als Robin hatte er gelernt gefährliche Situationen zu erkennen und richtig einzuschätzen, doch im Moment sollte er sich gut fühlen. Wie Hühner in Freilandhaltung oder Kühe, die massiert werden. Das gibt gute Erträge und die Tiere sind glücklich, wenn sie geschlachtet werden.

Schritt für Schritt führte ich ihn zu dem Lagerhaus und hoffte, das er keinen Verdacht schöpfte. Er machte jedoch nicht den Anschein, also tat ich so als hätte ich das Gebäude das erste mal gesehen.

"Schau mal wie gruselig. Ich wette du traust dich nicht da mal rein zu gehen."

"Also wirklich, für was hälst du mich? Natürlich würde ich mich trauen, im Gegensatz zu dir."

Das klappte wirklich immer besser.

"Meinst du? Warte hier, ich werde es dir schon zeigen."

Mein ganzer Körper kribbelte, als ich die große Tür aufzog und das dunkle Innere freigab. Man konnte nichts sehen, so dunkel war es da drin und das war auch gut so. Was Dick nicht wusste: Nicht weit entfernt von dem Eingang gab es noch eine weitere Tür, die etwas versteckt hinter einem Busch von Außen nicht gleich zu sehen war. Zielstrebig ging ich hinein, ging zu der anderen Tür und ging wieder hinaus, so leise, das er es nicht bemerkte. Auf dem Weg hatte ich auch noch eine Eisenstange mitgenommen, die ich nun fest in der Hand nach oben hielt. Ich beobachtete Dick, wie er an der offenen Tür wartete, einen Schritt nach vorn ging um hineinzuschauen und meinen Namen rief. Ganz der aufmerksame Held. Aber nicht aufmerksam genug. Ein dumpfes "Klong" später lag er am Boden mit blutendem Kopf.

Wie in Trance sah ich zu, wie ich Dick in die Halle schliff und an das Gerüst kettete, das ich in der Pause zusammengebaut hatte. Arme und Beine waren fest an zwei massiven Stangen angebracht, während über seinem Kopf ein großes Kreissägenblatt hing, das verspracht, ihn einmal längs durchzuschneiden. Ich wusste nicht, woher ich das technische Wissen und die Fertigkeiten hatte, doch auch das war mir erst mal egal, Hauptsache es funktionierte.

Es dauerte eine Weile, bis Dick wieder aufwachte. Er verzog das Gesicht vor Schmerz und wollte sich an den Kopf fassen. Als er merkte, das er angekettet war blickte er panisch um sich und zerrte an den Ketten mit aller Macht, die ihm zur Verfügung stand. Ketten rasselten, die Stangen klirrten, doch sie hielten dem Zerren aus und schon bald bildeten sich blutige Scheuerstellen an Armen und Beinen.

"HEY! Hallo! Hört mich jemand? HILFE!"

Er wurde noch panischer als er nach oben schaute und die scharfen Zähne des Kreissägenblattes sah. Ich stand im Schatten versteckt mit einem kleinen Schalter in der Hand, der über Leben und Tot entscheiden sollte. Als er mich sah weiteten sich seine Augen, weil er zuerst dachte das Rettung kommen würde.

"Emilia! Gott sei Dank, hol mich hier raus. Aber sei vorsichtig, der Täter..."

"Könnte noch hier sei? Du bist wahrlich ein schlechter Robin."

Seine Augen weiteten sich noch mehr. Wohl von der Kenntnis, das ich erstens wusste wer er war und zweitens, das ich der Täter war. Den geweiteten Augen folgte ein Blick des Hasses. Auch er schien erkannt zu haben wen er da wirklich vor sich hatte. Das er das nicht schon von Batman wusste wunderte mich sowieso.

"Ich hätte es wissen müssen", sprach Dick mit rauer Stimme. Er zog ein weiteres mal an den Fesseln. "Lass mich sofort gehen, Batman wird kommen..."

"..Und?"

"Dann wird es dir erst recht leid tun. Warum machst du das?"

Jetzt wurde er lauter, wahrscheinlich um bedrohlicher zu wirken. Ich musste nur lachen.

"Als wenn du das nicht wüsstest. Und jetzt hör auf so viel zu reden, davon wird mir schwindelig von so viel heißer Luft."

Wo war nur die Liebe hin, die Emilia für ihn empfunden hatte? Sie war verpufft wie ein Traum und entwickelte sich zu einem Alptraum für Dick und mein altes Ich. Ich hielt mir wieder die Augen zu, als Emilia den Schalter sichtbar in die Luft hob und grinste.

"Und jetzt sag mir wer die blonde Schlampe von heute Morgen war. Mit der habe ich auch noch eine Rechnung offen."

Wieder das Klirren der Ketten.

"Ich sage kein Wort, lieber sterbe ich anstatt du noch mehr unschuldige Leute tötest. Jetzt ergibt alles einen Sinn, die ganzen Verschwundenen, deine ständige Müdigkeit."

"Echt schnell deduziert du Nachwuchsdetektiv. Du musst noch viel lernen, schade das du keine Zeit mehr dazu haben wirst."

Mit diesen Worten begann das Kreissägenblatt sich laut surrend zu drehen. Ein angstvoller Blick nach oben verriet Richard, das es Stück für Stück auf ihn drauf zu kam. Die Szene erinnerte ein bisschen an James Bond, wie er an einem Tisch gefesselt von einem Laserstrahl bedroht wird. Wieder musste ich lachen.

Was war das für ein Gefühl die ganzen schlechten Eigenschaften heraus zu lassen, die inneren Dämonen, die jeder hat, Freilauf zu geben. Dabei rede ich von meinem alten Ich, das sich langsam daran gewöhnte. Das war gar nicht gut, überhaupt nicht. Genau so wenig, wie das ich viel zu sehr mit mir zu tun hatte, anstatt endlich die tödliche Maschine zu stoppen.

Die Kreissäge hatte Dick schon fast ein Scheitel gezogen, als die Tür aufsprang und gleich zwei Menschen herein gestürmt kamen. Es waren natürlich Batman und, ich traute meinen Augen nicht, Edward! Machten die nun etwa gemeinsame Sache? Das schwarze Cape bauschte sich monströs auf, als der Fledermausman mit einem Satz bei seinem Partner war und die Maschine auseinander nahm. Edward hingegen war mit einem Satz bei mir und schnappte sich die Fernbedienung. Im nächsten Moment hatte ich den Griff des Gehstockes in der Seite, worauf ich erneut hinfiel.

"Kannst du mir vielleicht mal erklären was das hier soll?! Wir hatten eine Abmachung, und DU wusstest das ganz genau!"

Als ich von unten auf ihn hinaufblickte wusste ich nicht wovon er sprach, traute mich aber nicht das zu sagen. Aber das war auch nicht notwendig.

"Es war ganz einfach. Ich beweise meine Besserung indem ich Batman gelegentlich helfe und dafür lässt er uns in Ruhe. Und nun willst DU Robin spalten!"

Natürlich wusste auch er das Richard und Robin die selbe Person waren, genau so wie er wusste wer Batman war. Eigentlich war er der einzige dem es gelang hinter das Geheimnis zu kommen. Aber auch er hatte es nie jemanden verraten.

In der Zwischenzeit hatte Batman Robin gerettet und erkundigte sich über seinen Gesundheitszustand. Wenn er das auch bei mir gemacht hätte wären ihm bestimmt die ganzen blauen Flecke aufgefallen, die dieser verfluchte Stock schon verursacht hatte. Ich musste daran denken dem Schicksal für diese Erfahrung zu danken. Ganze drei Wochen hatte sie mich nun schon hier gelassen, ohne sich auch nur ein mal zu melden. Das war viel länger als es in den anderen Welten gedauert hatte. Außer vielleicht bei Sherlock, aber da verging die Zeit eh wie im Flug. Ganz anders als hier.

Ich stand kurz davor ins Arkham Asylum gebracht zu werden, in das große und angsteinflößende Irrenhaus von Gotham City. Dort landete nur der Abschaum, der zu verrückt war um seine Taten zu begreifen. Und ich gehörte nun auch dazu.

Edward versuchte alles mögliche, damit ich nicht abgeführt wurde, doch es gelang ihm nicht. Der feige Kerl zog den Schwanz ein, als ihm selbst mit einer Gefängnisstrafe gedroht wurde. Ich wurde von zwei muskelbepackten Kerlen geschnappt und hinausgeführt wie die Verbrecherin, die ich auch war. Die Türen des großen Wagens der Anstalt öffneten sich schon, als Edward hinterher gerannt kam und darum bat sich noch einmal richtig von mir zu verabschieden. Nach kurzem hin und her bekam er sogar die Erlaubnis dafür. Die Kerle ließen mich ganz kurz los, wofür es nun mein Ersatzvater war, der mich umarmte. Ich versteifte mich bei dieser ungewohnten Art von Berührung. Wenn er das nur vorher schon mal getan hätte...

Es dauerte nicht lang, bis ich den Sinn dieser Umarmung begriff. Er steckte mir etwas kleines, kaltes hinten in den Kragen.

"Es tut mir im Herzen weh, aber wenn du es nicht mehr aushälst musst du das schlucken. Ich werde versuchen dich da raus zu holen."

"HEY! Schluss mit den Gesprächen!", donnerte einer der Kerle und riss mich von Edward los. Sofort wurden mir Handschellen angelegt und ich wurde grob in den Wagen geschubst. Durch den Gitterstäben an der Autoscheibe sah ich Eddy, wie er mit hängenden Schultern auf der Straße stand und uns hinterher schaute.

Das Arkham Asylum war die Hölle. Während der Fahrt dort hin hatte ich es geschafft die Pille von meinem Kragen in meine Hand zu befördern, doch ich hatte keine Ahnung wie ich sie durch die Leibesvisitation kriegen sollte, mit der ich begrüßt wurde. Meine Klamotten wurden durch die der Anstalt gewechselt, nachdem sie mich von oben bis unten durchsucht hatten. Die Pille hatte ich vor lauter Panik fallen lassen, sodass sie auf dem Boden lag, ohne das es jemand gemerkt hatte. Der Raum war kalt und grell mit Neonröhren beleuchtet, das Personal war grob und unfreundlich. Ich merkte, wie mein Hirn alles zu verdrängen versuchte, damit ich nicht durchdrehte. Die Frage war nur, wie lange ich das durchhalten würde.

Diese Frage wurde mir beantwortet, als ich wenig später in einer Zelle hockte, die nicht viel größer war als eine Besenkammer und mit weichen Wänden ausgestattet war. Die Handschellen wurden mit einer Zwangsjacke ausgewechselt, die so eng saß, das ich das Gefühl bekam jeden Moment meine Arme zu verlieren. Es dauerte nicht lang bis ich sie nicht mehr spüren konnte, dafür ließ ich meiner Wut freien Lauf. Es war, als zog jemand einen Stöpsel und die ganze Frustration der letzten Wochen, die sich aufgestaut hatte, floß nun hinaus. Wie eine waschechte Irre schrie und fluchte ich, trat gegen die Wände, die auch noch die Frechheit besaßen nachzugeben. Ich hätte mir nicht mal den Schädel aufschlagen können wenn ich es gewollt hätte. Und die Pille hatte ich auch nicht mehr. Das war ein interessanter Gedanke: Wenn ich vorgehabt hätte mich selbst umzubringen, hätte das Schicksal mich dann wieder rausgeholt? Ich fühlte, das ich eine große Chance verpasst hatte. Aber wie hätte ich das auch machen sollen? Ich war halt doch ich, und nicht Emilia. Die ganze Sache erinnerte mich an Sherlock, wie er mit dem Taxifahrer mit tödlichen Pillen um sein Leben spielte. Als er MIR einfiel und nicht Emilia, begann ich zu schluchzen und fiel auf die Knie. Ich wollte hier einfach nicht mehr sein. Bei aller Liebe, aber das schaffte ich nicht.

Alles was ich je gewollt hatte war ein normales Leben mit einer Familie die mich liebte und hinter mir stand. Mit Freunden, für die ich da sein konnte und die auch für mich da waren. Ich wünschte mir Tage, an denen ich aufwachte und frei sein konnte von Sorgen und Verlustängsten. Einfach nur leben, ohne Angst haben zu müssen, das jeden Moment etwas schlimmes passieren konnte. Das war mein Herzenswunsch, den ich nie erfüllt bekam. Statt dessen hockte ich nun mit einer Zwangsjacke in einer Gummizelle und rief nach Hilfe. Ich wusste, das Edward nie kommen würde. Ich war allein mit meinen Gedanken, die vor Angst und Verwirrung aufkeuchten.

Ich bekam es fast nicht mit, wie eine Frau in meine Zelle kam, gefolgt von zwei starken Männern, die an der Tür Wache hielten. Sie setzte sich auf den einzigen Stuhl im Raum und wartete, bis sie Augenkontakt mit mir aufnehmen konnte. Es war erniedrigend, so vor ihr zu hocken, während sie auf mich hinab sah wie eine Richterin. Sie stellte sich als Frau Price vor und begann Fragen zu stellen, die ich nur teilweise beantworten konnte. So etwas wie, Weißt du warum du hier bist? Ist dir bewusst was du getan hast? Wie ist es bei dir daheim? Fühlst du Reue?

Ich hätte gerne ja gesagt, doch ich konnte es nicht. Ich saß einfach nur da und hoffte, das sich die Frau in das Schicksal verwandeln würde und mich mitnahm. Doch das geschah leider nicht. Sie kritzelte Notizen auf ihren Block und verschwand wieder mit den Männern. Kurz darauf kam eine weitere Person im weißen Kittel, stellte ein Tablett mit Essen ab und versuchte eine Pille in meinen Mund zu schieben. Als Reaktion darauf biss ich ihn so sehr in den Finger, das er blutete. Eine Ohrfeige später löste er meine Zwangsjacke und verlangte, das ich vor seiner ausgestreckten Pistole etwas aß. Wiederwillig blickte ich auf das, das wie Erbrochenes aussah und aß etwas mit meinem tauben Arm, nachdem mir mit Zwangsernährung gedroht wurde. Es schmeckte so widerlich, das ich es fast wieder herausbrachte.

Von dem Medikament muss genug in meinen Kreislauf gekommen sein, denn kurz nachdem der Kerl weg war wurde mir schwindelig und schwarz vor Augen. Das letzte was ich mitbekam war der weiche Boden an meinem Gesicht.

Als ich Stunden später aufwachte war ich schweißgebadet und mir war wirklich übel. Ich kratzte alle Kräfte zusammen, um aufzustehen und ging die paar Schritte zur Tür. Ich lehnte mich dagegen, als ich ganz aus der Nähe ein schrilles Lachen hörte, zusammen mit dem Singsang "Er wird kommen und mich retten." Mühselig stellte ich mich auf Zehenspitzen und blickte durch das kleine Fenster an der Tür, das mit dicken Gitterstäben versehen war. Ich erhaschte einen Blick auf eine weitere Tür, die meiner gegenüber war. Und an dieser stand eine Frau mit blonden Haaren, die in zwei Zöpfen aufgeteilt waren. Ihr Gesicht war geschwärzt von zerflossener Schminke. Unsere Blicke trafen sich und kurz war es ganz still. Dann fing sie an mit kratziger, hoher Stimme zu reden.

"Ich kenn dich doch!"

"Was?" Ich klang wie eine Besoffene.

Die verweinten Augen der Frau wurden großer.

"Aber klar! Du bist die Göre von diesem Nigma! Wurdest also endlich von Batsi erwischt?"

Augenblicklich viel mir ein wer sie war.

"Harley", begrüßte ich sie schlicht. Die Blondine zeigte ihre weißen Zähne.

"Du erinnerst dich also auch. Schön. Und warum bist du hier?"

"Hab versucht Robin zu töten."

Harley machte ein zischendes Geräusch.

"Ach Schätzchen, das haben schon viele versucht. Und wie wolltest du es machen?"

"Durchsegen."

"Ahhh, Oldschool. Schade das es nicht geklappt hat."

"Woher willst du das denn wissen?"

Harleys Lächeln verschwand.

"Du wärst nicht mehr am Leben."

Die Stille die danach folgte, war regelrecht greifbar. Ich war aus der Puste und schwitzte fieberhaft hinter meiner Tür, während Harley hinter ihrer lauerte wie eine Raubkatze. Ich hatte keine Lust mehr mit ihr zu reden und ließ mich auf den weichen Boden fallen. Von dem dünnen Bett, das an der Wand stand, machte ich gar keinen Gebrauch. Ob ich nun dort oder auf dem Boden schlief machte auch keinen Unterschied mehr. Das Tür zu Tür Gespräch hatte mich ausgelaugt, sodass ich erneut einschlief, mit trockener Kehle und vollgeschwitzter Jacke. Ich fühlte mich wie ein Schwein, das sich in dem Bodendreck der anderen suhlte. Doch wie gesagt, auch das war nun auch schon egal.

Im Traum sah ich einen hell erleuchteten Raum in Pasteltönen und einen Kaffeetisch, zusammen mit zwei großen, flauschigen Sesseln. Auf dem Tisch stand eine schöne Teekanne mit Schmetterlingen und zwei dazu passenden Tassen. Daneben stand ein großer Teller mit lecker aussehenden Keksen. Klar, das das nur ein Traum sein konnte. Mein Hirn war wohl schon so verzweifelt, das es sich solch schöne und einladende Dinge ausdachte. Ich wollte zu dem Tisch gehen und mich in einen der Sesseln fallen lassen, doch etwas, oder jemand hielt mich an den Schultern fest. Ich kniete auf den Boden, so angezogen wie ich war, verweint und mit Haaren, die in alle Richtungen abstanden. Die Person, die mich berührt hatte, trat vor mich und beugte sich nach unten, noch immer mit den Händen auf meinen Schultern. Nun konnte ich in ihre Augen sehen. Eins lila, das andere grün und Schlitze als Pupillen. Hoffentlich war das doch kein Traum.