Prolog

Hallo, mein Name ist Usagi Tsukino, ich bin 28 Jahre alt und arbeite als Assistentin eines berühmten Kunsthändlers. In meinem Beruf ist Organisation alles, ich muss alle Termine und Fakten genaustens im Blick haben und dieses hat auch auf mein Privatleben abgefärbt.
Mein größtes Problem ist das ich Männer liebe, richtig Männer, im plural. Ich weiß gar nicht mehr wie es dazu gekommen ist, aber es sind drei und das wichtigste ist sie dürfen nie voneinander erfahren. Ich liebe jeden von ihnen auf eine ganz besondere Art und Weise, jeder von ihnen macht mich auf seine Art komplett. Aber gut fangen wir mal am Anfang an, vielleicht bekomme ich es ja noch zusammen.

Kapitel 1

Der Mann Nummer 1, Mamoru Chiba.

Ich kenne ihn schon mein halbes Leben lang, er war früher so ein Wichtigtuer, so ein richtiger Snob, eingebildet ahh... ein Baka eben. Ihr wisst, was ich meine. Mamoru und ich hatten von Beginn an eine Hassliebe zueinander, auch wenn diese am Anfang mehr Hass als Liebe war. Ständig zog er mich mit meinen schlechten Noten auf und hetzte gegen mich, ja es grenzte teilweise schon an Mobbing. Zum Glück wechselte ich irgendwann die Schule und er begann zu studieren, wir sahen uns nur noch selten, aber auch dann gab es meist keine netten Worte.
Das alles änderte sich am Abend meines letzten Sommerfestes an der Fachschule, ich stand kurz vor meinem Abschluss und zu meinem eigenen Erstaunen hatten sich meine Noten um einiges gebessert. Motoki war einer meiner besten Freunde und er kümmerte sich an diesem Abend um das Catering der Veranstaltung. Mamoru der ebenfalls mit ihm befreundet war, bot ihm seine Hilfe an bei der Auslieferung und dann standen wir da. Ich in einem verdammt kurzen heißen schwarzen Kleid, auf Highheels, mit meinem Sekt in der Hand und er mit der großen Servierplatte. Mit weit aufgerissen Augen stierte er zu mir rüber und zack, da war sie wieder meine tollpatschige Ader. Ich geriet ins Straucheln, kippte ihm meinen Sekt übers Hemd und fiel zu Boden. Unter den bisherigen Umständen hätte er sich bestimmt erstmal halb tot gelacht und mir dann wieder einen seiner Sprüche gedrückt, doch etwas war anders an diesem Abend. Er stellte eilig die Servierplatte ab und hockte sich direkt neben mich, zog sacht den Schuh von meinem Fuß und untersuchte ihn fachmännisch. Klar, er ist ja auch Arzt, damals noch Assistenzarzt, mittlerweile ist er leitender Oberarzt in der Cardio. Also Herzarzt. Oh, ich schweife schon wieder ab. Auf jeden Fall trafen sich unsere Blicke und da war plötzlich ein Funken. Er brachte mich den Abend nach Hause und wir unterhielten uns die ganze Nacht über alle Mögliche. Alte Geschichten von früher, wie es uns ergangen war in der Zeit, in der wir uns kaum gesehen hatten, über verflossene Lieben ... Natürlich flossen dabei auch noch ein oder zwei Flaschen Wein und so führte eins zum anderen. Ich wollte es erst, als One Night Stand abtun, aber er schien tatsächlich richtiges Interesse an mir zu haben. Ich konnte es erst nicht glauben, dass ich wirklich mit ihm anfing auszugehen, doch nach und nach lernte ich so viele neue gute Seiten an ihm kennen, dass er sich einen Platz in meinen Herzen eroberte.
Das ganze lief drei Jahre ohne Komplikationen, glücklich und monogam. Wir waren ein richtiges vorzeige Pärchen. Doch wie das Leben nun mal so ist, kommt es oft anders als man denkt. Unser ursprünglicher Plan war es nach drei Jahren aus zwei Haushalten in eine gemeinsame Wohnung zu ziehen. Doch dann bekam Mamoru von der Arbeit ein Angebot, welches er nicht ausschlagen konnte. Dafür musste er allerdings für 18 Monate nach Seattle. Amerika. Ans andere Ende der Welt. Natürlich hätte ich ihn begleiten können, aber ich hatte gerade einen neuen Job angefangen und ich war auf die Berufserfahrung angewiesen, wir sagten uns es sind nur 18 Monate. Danach gehört uns noch der Rest des Lebens. Die Entscheidung eine Fernbeziehung zu führen war rückblickend betrachtet der Auslöser von allem. Mamoru zog also statt mit mir in eine gemeinsame Wohnung nach Seattle. Anfangs telefonierten wir täglich, aber wir merkten schnell, dass wir das nicht ewig aufrecht halten könnten. Die Zeitverschiebung machte das nicht gerade einfacher, trotzdem hielten wir an unserer Beziehung fest und zählten gemeinsam die Wochen bis zu seiner Rückkehr. Es waren 78 Wochen. Eines Tages überraschte er mich dann mit Flugtickets zu ihm. Ich war so glücklich ihn wiederzusehen, wenn ich vorher gewusst hätte, dass auf dem Flug der zweite wichtige Mann in mein Leben treten würde, hätte ich bestimmt anders reagiert.

Der Mann Nummer 2, Seiya Kou

Ja, es ist schon komisch, wie sich alles zusammengefügt hat. Ich war also auf dem Weg zu meinem Freund nach Amerika, glücklich und aufgedreht, ihn nach fünf endlosen Monaten wiederzusehen, wirbelte ich durch den Flughafen von Tokio. Motoki und seine Freundin Makoto brachten mich zum Flughafen und wünschten mir eine gute Reise. Am Check-in gab es dann ein Problem, der Flieger war überbucht. Nach ewigem Diskutieren bekam ich dann ein gratis Upgrade in die First-class.
Direkt den Platz neben ihm. Etwas ausgelaugt von den Diskussionen ließ ich mich auf meinem Sitz nieder und pustet laut aus. Er schenkte mir ein spitzbübisches Lächeln und wartete, dass ich auf ihn reagierte, aber ich wusste zu dem Zeitpunkt nicht, wer da neben mir saß. Das erfuhr ich tatsächlich erst nach dem 9-stündigen Flug. Also machte ich es mir bequem, wählte mir einen Film aus und bestellte etwas zu trinken. Immer wenn ich aus dem Fenster sehen wollte, merkte ich, dass der Typ mit seinen langen schwarzen Haaren neben mir mich ansah. Tiefe, blaue Augen, die mich fixierten. Ich drückte auf Pause, nahm die Kopfhörer ab und fragte ihn direkt, warum er mich so ansah. Seine Antwort ließ mir alle Gesichtszüge entgleiten, er sagte tatsächlich : das ich so aussehe wie seine zukünftige Frau. Nach einem Moment der Verwunderung begann ich lauthals loszulachen, natürlich stellte ich sofort klar, dass ich bereits glücklich vergeben war, doch das interessierte ihn nicht. Er war so von sich selbst eingenommen. Die letzten drei Stunden diskutierten wir erbittert, er versuchte mich zu einem Date zu überreden und ich versuchte ihm klarzumachen, dass er keine Chance bei mir haben wird. Als wir am Flughafen in Seattle ausstiegen, erfuhr ich erst, mit wem ich da die ganze Zeit gestritten hatte.
Seiya Kou. Der Frontman einer international erfolgreichen Band namens Three Lights. Deswegen war er so von sich überzeugt.
Bevor er sich ins Blitzlichtgewitter warf, zwinkerte er mir noch einmal zu und sagte: Ich finde dich, mein Schätzchen und dann bekomme ich mein Date.
Bei diesem Satz wurde mir ganz anders. War das ein Versprechen oder eine Drohung von ihm? Ich schob diese Gedanken und den Flug bei Seite ich wollte mich die nächsten zwei Wochen auf Mamoru konzentrieren, der Sänger würde mich bestimmt schnell wieder vergessen. Denkste. Nach zwei wundervollen Wochen im Himmel kam ich also wieder in meinem tristen Alltag an, arbeiten, Haushalt, Recherchen für den nächsten Tag und zwischendurch noch Zeit für meine beste Freundin Minako finden.
Minako saß an diesem Abend bei mir, wir hatten uns etwas zu essen bestellt und ich erzählte ihr von den tollen Erlebnissen aus Amerika, da klingelte es plötzlich an meiner Tür. Als ich sie öffnete, lag dort ein riesiger Blumenstrauß, ich meine echt gigantisch, für einen in der Größe hatte ich nicht mal eine Vase. Während ich mit dem Monstrum in mein Wohnzimmer stolperte, erblickte Minako schon eine Kate, welche zwischen den Blüten steckte.

Hallo Schätzchen,
Ich habe dir doch gesagt ich werde dich finden.
Ich habe für morgen Abend einen Tisch im Kondo reserviert.
19 Uhr, sei pünktlich.
S.

Las Minako die Karte laut vor, dabei durchbohrte mich ihr fragender Blick. Natürlich wollte sie augenblicklich alles wissen. Wer war S. ? Woher kannte ich ihn und warum lud er mich zum Essen ein. Ich erklärte ihr alles, was sich auf dem eigenartigen Flug abgespielt hatte, nur verschwieg ich ihr lediglich, um wen es sich genau handelte.
Ich haderte lange mit mir, ob ich zu dem Treffen gehen sollte, doch Minako redete mir gut zu, es würde mir guttun mal wieder rauszukommen und solange es freundschaftlich blieb, müsste Mamoru ja nichts erfahren. Ja, genau wie ihr bereits ahnt, blieb es natürlich nicht nur freundschaftlich, denn dieser Popsänger mit seiner frechen Art nahm bereits in der ersten Stunde Kurs auf mein Herz. In einem hatte Minako allerdings recht, Mamoru durfte es nicht erfahren.
Seiya war wegen einiger Aufnahmen für 5 Wochen dauerhaft in Tokio und in dieser Zeit verbrachten wir jeden Tag nach Feierabend zusammen. Man könnte fast sagen, dass er heimlich bei mir einzog für diese Zeit. Er gab mir eine Leichtigkeit, die ich bis zu diesem Punkt nicht kannte, welche ich aber sehr genoss.
Es wurde nur manchmal knifflig, wenn Mamoru anrief, aber das bekam ich schnell in den Griff. Mamoru rief ich morgens an, sobald Seiya das Haus verlassen hatte, danach machte ich mich auf den Weg zur Arbeit. Zwei Männer zu koordinieren, wovon einer auf der anderen Seite der Erde war, klappte erstaunlich gut. Die fünf Wochen verflogen wie im Handumdrehen und es hieß, Abschied nehmen von Seiya. Er würde immer nur für einige Wochen unterwegs sein. Aber es war komisch, wieder alleine in der Wohnung zu sein.

Ich nutzte die Zeit ohne anwesende Männer und hängte mich wieder vermehrt in meine Arbeit. Das brachte mir dann schließlich auch meine Beförderung ein und ich wurde zur privaten Assistentin des einflussreichsten Kunsthändlers Tokios, Rio Sato. Durch diese Beförderung begegnete ich dann ihm.

Mann Nummer 3, Diamond Prince

Ich rannte mit Mamoru telefonierend durch die Straße, einen Kaffee für meinen Chef und einen Latte Macchiato für mich. Ich war mal wieder viel zu spät dran, aber wenn ich mich beeilte, konnte ich es noch schaffen. Punkt 9 Uhr trat ich durch die Bürotür. Auf meinem Tisch lag eine Notiz von meinem Chef.
Sie gehen zu dem 12 Uhr Meeting, bin außer Haus.
Nach meinem morgendlichen Marathon ließ ich mich auf meinen Stuhl fallen und schnaufte durch. Ich blickte in meinen bunten Terminkalender.
12 Uhr - Termin Hr. Prince, Gemälde Beratung
Innerlich verdrehte ich die Augen, Gemälde Beratung war eines der langweiligsten Dinge in meinem Beruf. Da kamen oft nur alte reiche Säcke, die nicht mehr wussten, wohin mit ihrem Geld und sich dann sündhaft überteuerte Bilder anschafften.
Ich bereitete also einige Bilder aus verschiedenen Epochen in diversen Stilen vor, eins davon würde er bestimmt nehmen.
In meiner kurzen Pause telefonierte ich noch kurz mit Seiya dieser war gerade in Europa. Der hatte ein Leben, von einer Party zur nächsten und das auf der ganzen Welt. Ich musste kurz lächeln, als ich daran dachte, dass er dabei trotzdem noch an mich dachte und mich so gut wie täglich anrief. Ich schien ihm auch wichtig geworden zu sein in unserer kurzen gemeinsamen Zeit.
Kurz vor 12 begab ich mich in die Galerie und wartete, Punkt 12 Uhr kam er dann an. Oh mein Gott, war der heiß. Er war weit entfernt davon, ein alter Sack zu sein. Kurze weißblonde Haare, weißer Anzug und ein Gesicht wie ein Engel. Augenblicklich bekam ich weiche Knie, mein Körper reagierte einfach auf ihn. Ich konnte es mir selber nicht erklären. Ich brauchte einen Moment um mich zu sammeln, schluckte schwer und fragte ihn dann wonach er suchen würde. Er suchte ein Bild für seinen Bruder, etwas Modernes zum Geburtstag. Ich zeigte ihm zwei, welche ich schon in die engere Auswahl gezogen hatte. Er war von meinem Geschmack so begeistert, dass er direkt beide nahm. Ich grinste förmlich im Kreis. Meine erste Beratung und direkt zwei Verkäufe. Dann blickte er mir tief in die Augen, seine schwarzen Augen bohrten sich regelrecht in meine, und mein Puls beschleunigte sich. Seine Einladung, meinen Chef heute Abend auf die Party zu begleiten konnte ich natürlich nicht ablehnen, dann sollte das Bild geliefert werden.
Um es kurz zu machen, ich war genau 30 Minuten mit meinem Chef auf dieser Party. Wir übergaben das Gemälde, tranken zusammen einen Sekt und dann zog Diamond Prince, mit seinen tief schwarzen Augen mich auch schon in eine Nische. Mein Körper war wie Wachs in seinen Händen und mein Kopf schaltete sich aus. Von der Nische ging es weiter in ein Zimmer und dann gab es noch eine dritte Runde im Badezimmer. Der Typ hatte vielleicht war mir sicher, dass mir morgen alles wehtun würde, doch das war mir egal, er war wie eine Droge, von der ich die ganze Nacht nicht loskam. Es blieb auch nicht bei dieser einen Nacht, sein Zeitplan war noch wesentlich voller als meiner, doch wenn er Zeit hatte und in der Stadt war, meldete er sich. Es war deutlich platonischer als mit den anderen beiden, aber auch sexuell wesentlich intensiver.

So saß ich jetzt alleine auf meinem Sofa und das Chaos in meinem Leben nahm seien lauf. Solange nur einer in der Stadt war, kein Problem. Wenn Diamond und Seiya gleichzeitig in Tokio sind, muss ich etwas jonglieren, aber das kriegte ich gut hin. Jedoch tickte die Zeit gegen mich. Mamoru würde auch in drei Monaten zurück sein. Ihr seht schon gar nicht so einfach, mit drei Männern klarzukommen.

Aber Mamoru gehörte mein Kopf, mit niemandem konnte ich so offen reden und mich in jedem Moment sicher fühlen. Ich kenne ihn schon mein halbes Leben und er ist mir unendlich wichtig.

Seiya eroberte mein Herz, mit seinem Witz und Charme schaffte er es immer mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Mit ihm war einfach alles so leicht und unbeschwert.

Und Diamond ... oh fuck ihm gehörte meine Lust.

Selbst wenn ich es gewollt hätte, ich könnte mich nicht entscheiden. Doch die Uhr machte immer weiter Tick tack, tick tack in meinem Nacken.