„Verschlüsselter Sprachkanal geöffnet!" meldet eine synthetische Stimme, die aus Boggs Holo zu kommen scheint.
„Hier Commander Paylor, Distrikt 13, Medevac-Einheit!" tönt es aus dem Holo.
„Hier Commander in Chief Boggs, mit einem dringenden Statusupdate."
„Fahren Sie fort, Commander", fordert Paylor Boggs in sachlichem Tonfall auf.
„Start von Distrikt 12 nach Plan erfolgt, im Abflug allerdings Explosion eines Triebwerks und Beschädigung der linken Tragfläche. Sergeant Miller vermutet Raketentreffer durch Boden-Luft-Rakete. Wir hatten Feuer in Triebwerk eins, Treibstoff in Haupttank eins kann vermutlich wegen Lecks in der Leitung nicht für die verbliebenen Triebwerke benutzt werden. Hydraulik schwer angeschlagen und derzeit drucklos geschaltet, um verbleibende Flüssigkeit zum Ausfahren der Klappen zur Landung zu behalten. Querruder und Seitenruder sind in manual reversion, Peter und Katniss steuern gemeinsam, um sich die hohen Betätigungskräfte aufzuteilen. Die linke äußere Tragfläche ist inklusive Außenquerruder abgerissen, das linke Innenquerruder zeigt leichte Schäden durch Schrapnelle, ist aber in seiner Funktion nicht eingeschränkt. Wir mussten das Fahrwerk ausfahren um die Lenkspoiler zu aktivieren, da Querruderwirkung ungenügend um Maschine zu stabilisieren. Druckkabine durch Schrapnelle punktiert, Druckaufbau nicht möglich. Zwei Verletzte durch Schrapnelle. Treibstoffvorrat unter diesen Umständen ungenügend, um Distrikt 13 zu erreichen. Sind derzeit auf Kurs zu Ausweichlandefeld Alpha, verbleibende Flugzeit rund 30 Minuten. Wir brauchen ein Hovercraft mit medizinischer Ausrüstung, am besten eines mit extended life support Ausstattung mit Platz für 40 Passagiere, davon ein Mädchen in kritischem Zustand mit einer Pfählungswunde im Unterschenkel mit starkem Blutverlust, und eine Tributin mit Kopfverletzung mit noch unklarem Schweregrad", leiert Boggs seinen Bericht herunter.

Nach einigen Sekunden Schweigen antwortet Paylor.
„Bericht ist angekommen. Wir schicken MEDEVAC 1 zu euch, aber es wird erst nach euch ankommen. Flugzeit sind ungefähr 45 Minuten, also werdet ihr ein wenig warten müssen. Gibt es eine Möglichkeit, die Landung etwas aufzuschieben und vor Ort zu kreisen?"
„Peter?" fragt Boggs.
Ich schüttle meinen Kopf.
„Ich denke, wir können froh sein, wenn wir die Kiste in einem Stück zu diesem See kriegen. Außerdem fallen mir meine Arme bald ab!"
„Negativ", spricht Boggs in seinen Holo. „Peter hat Zweifel, dass er die Maschine lange genug in der Luft halten kann. Sagen Sie den Piloten von MEDEVAC 1, sie sollen sich beeilen, das muss reichen."
„Verstanden", bestätigt Paylor. „Besatzung ist schon auf dem Weg zu MEDEVAC 1 und erhält Instruktionen über Funk. Wenn sich bezüglich des Landeorts etwas ändert, kontaktieren Sie mich! Paylor Ende!"
„Alles verstanden. Boggs Ende!"

„Ich soll hier nach diesem Mädchen mit der Kopfverletzung sehen", höre ich plötzlich eine Stimme hinter mir. Es ist der Sanitäter, dieser Jack, der sich vorhin um Madge gekümmert hat.
„Ja, genau", entgegnet Boggs. „Finch geht es nicht besonders."
„Dann sehen wir mal, was ihr fehlt", meint Jack aufmunternd. Ich kann nicht sehen, was er tut, doch ich höre, wie er dem Mädchen gut zuredet und seine Sanitätsausrüstung auspackt.
„So ein Mist!" flucht Boggs auf einmal. „Peter, die Ölstandanzeige von Nummer zwei ist gefallen!"
Das darf doch nicht wahr sein!
„Bist du dir sicher? Kleine Schwankungen sind normal!" antworte ich ruhig, obwohl mir ein ungutes Gefühl in der Magengrube sagt, dass es diesmal wohl nicht die übliche kleine Schwankung oder ein simples Instrumentenproblem ist.
„Todsicher. Sie stand vor dem Start fast auf voll, jetzt ist sie so bei zwei Dritteln", entgegnet Boggs.
„Wie sehen Öltemperatur und Druck aus?" frage ich schnell.
„Öltemperatur ist etwas höher als bei drei und vier, Öldruck minimal niedriger. Glaubst du, die Anzeige spinnt?"
„Ich fürchte, die Füllstandsanzeige stimmt. Geringeres Ölvolumen bei gleichbleibendem Wärmeeintrag durch das laufende Triebwerk bringt einer höhere Öltemperatur mit sich, und bei höherer Öltemperatur fällt die Viskosität des Öls, wodurch der Druck sinkt", erkläre ich. Bravo, wie aus einem Lehrbuch für Triebwerkskunde.

„Was bedeutet das?" fragt Breck ängstlich. „Ist das ernst?"
„Es kommt darauf an, wie schnell das Triebwerk Öl verliert. Kritisch wird es, wenn die Füllmenge unter ein Viertel fällt. Dann verlieren wir den Öldruck, und wir müssten das Triebwerk abstellen. Blöderweise können wir genau das nicht tun?"
„Wieso nicht?" Die Anspannung ist deutlich aus Brecks Stimme herauszuhören.
„Weil ich diese Maschine mit zwei toten Triebwerken auf einer Seite nicht waagerecht halten kann. Wenn wir Nummer zwei abstellen müssen, muss ich die Leistung auf den verbleibenden Triebwerken soweit zurücknehmen, dass wir nicht weiterfliegen können. Wir müssten runter, egal wo wir sind!" entgegne ich.
„Aber…geht das? Kann man dieses Flugzeug einfach irgendwo landen?" fragt Breck skeptisch.
„Das ist genau das Problem", seufze ich.
„Peter, meinst du, wir schaffen es nicht?" hakt Katniss besorgt nach.
Ich zucke mit den Achseln.
„Das weiß ich nicht. Wir können nur zusehen und hoffen, dass es reicht."
„Peter, lüg mich nicht an! Sag mir die Wahrheit. Schaffen wir es, oder schaffen wir es nicht?"
„Katniss, das kann ich dir wirklich nicht sagen. Aber falls du mit Prim oder deiner Mutter reden willst, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt". Ich schlucke. „Du kannst dich ja wenigstens verabschieden. Ich nicht", seufze ich halblaut.

Katniss nimmt ihre linke Hand vom Steuer und berührt sanft meinen Arm.
„Du vermisst sie also doch, deine Eltern?"
Ich nicke verhalten.
„Ja." Meine Augen werden feucht. „Mir war gar nicht bewusst, wie sehr. Ich meine…die ganzen Sachen, die ich dir erzählt habe, wie wir darüber gelacht haben…ich dachte immer, wenn ich das mal wieder live erleben will, gehe ich einfach durch dieses…"
Boggs räuspert sich lautstark. Jetzt hätte ich doch glatt das Portal verraten. Als ob es in unserer Lage noch darauf ankäme!"
„…Ähm, ich dachte, ich meine…ich habe gedacht, ich kann einfach zu ihnen fliegen und das ist es, so wie früher. Aber ich habe es nicht getan."
Eine Träne rollt über meine Wange.
„Peter, vielleicht haben wir ja Glück und schaffen es. Du bist doch sonst immer so ein Optimist", versucht mich Katniss aufzumuntern.
„Normalerweise", entgegne ich gestelzt, „fliege ich auch nicht mit einer Maschine durch die Gegend, der ein Teil der Tragfläche fehlt. Es könnte sein, dass diese Tatsache meinem Optimismus einen kleinen Dämpfer verpasst hat!"
Für einen Augenblick starrt mich Katniss schweigend an. Dann prustet sie lauthals los.
„Du immer mit deinem komischen Humor!"
Ihr Blick wird wieder ernst.
„Boggs, können Sie meine Mutter und meine Schwester nach vorne schicken lassen?"
„Natürlich."

Plötzlich dringen laute Würgegeräusche an mein Ohr. Finch!
„Was ist mir ihr?" fragt Boggs besorgt, als sich das Mädchen laut hörbar übergibt. Der säuerliche Geruch von Erbrochenem steigt in meine Nase, und ich muss mich zusammenreißen, um mich nicht selber vollzukotzen. Wieder und wieder würgt Finch.
„Sagen Sie schon! Wie ernst ist es?" fordert Boggs den Sanitäter auf.
„Sehr ernst, fürchte ich. Sie zeigt Symptome eines stark erhöhten Hirndrucks, sie war vorhin völlig teilnahmslos, kurz vor der Bewusstlosigkeit. Übelkeit und Erbrechen passen ins Bild, ebenso die starken Kopfschmerzen, die sie vorher hatte. Sie muss dringend in einen Klinik!"
„Können Sie irgendwas für Sie tun?" fragt Boggs.
„Ich könnte ihr ein Medikament spritzen, welches die Schwellung durch ihre Verletzung kurzfristig reduzieren kann. Das würde den Hirndruck etwas absenken, oder zumindest stabilisieren. Aber Wunder kann ich keine bewirken!", entgegnet der Sanitäter.
„Tun Sie es", sagt Finch kraftlos.
„Also gut. Aber ich muss dich danach dauernd im Auge behalten, das Medikament ist nicht ganz ungefährlich. Ich müsste dich nach hinten bringen. Ist das für dich in Ordnung?" fragt Jack.
„Machen Sie nur...ich bin hier sowieso keine Hilfe mehr…und, bitte…". Finch bricht mitten im Satz ab.

„Sie ist gerade ohnmächtig geworden!" ruft der Sanitäter. „Jetzt habe ich keine Wahl, ich bringe sie nach hinten und spritze ihr das Mittel. Das sollte die Zeit bis zum OP überbücken!"
„Tun Sie, was Sie können!" entgegnet Boggs.

Arme Finch. Ohne ihre Hilfe hätten wir das alles nie geschafft. Der Gedanke, dass dieses kluge Mädchen womöglich durch Cloves Attacke zum lebenslangen Pflegefall wird, drückt wie eine schwere Last auf meine Schultern. Wenn sie überhaupt durchkommt. Und das alles müsste nicht sein, wenn ich den Mumm gehabt hätte, Clove gleich zu töten, anstatt ihr eine Chance zu geben. Wenn Finch stirbt oder im Koma endet, ist das meine Schuld. Keinen Grund, dir das schönzureden, Peter…

„Was ist mit dir?" fragt Katniss. „Du siehst so traurig aus."
„Es ist wegen Finch", erwidere ich. „Du weißt ja, wenn ich Clove getötet hätte…dann wäre ihr das nicht passiert!"
„Aber das hast du ja nicht wissen können!"
„Doch. Ich hätte es wissen müssen! Clove war eine hinterlistige Karriero-Tributin. Johanna ist mich angefahren, als ich ihr erzählt habe, dass wir Clove am Leben gelassen haben. Und sich hatte damit Recht!" entgegne ich verzweifelt.
„Mach dich damit nicht fertig, Peter!" versucht mich Katniss zu beruhigen. „Ich hätte sie auch töten können, als ich den Pfeil auf den Sitz abgefeuert habe. Ich wollte sie sogar töten. Aber ich konnte es auch nicht!"
„Du? Die eiskalte Jägerin aus Distrikt 12?"
„So eiskalt bin ich wohl doch nicht", meint Katniss. „Bei einem Tier denke ich nicht lange nach. Ich habe Hunger, ich muss essen, ich schieße, fertig. Das geht von selbst, so wie du deine Maschine fliegst. Aber bei Clove…selbst nach dem, was sie mir angetan hat…ich war wie gefesselt. Verstehst du das?"
Ich nicke verstehend.
„Ja. Genauso ging es mir auch. Ich war so wütend, weil sie dir wehgetan hat. Aber als die Armbrust dann hatte, konnte ich einfach nicht. Ich bin wohl für eine Killerlaufbahn ungeeignet", sage ich trocken.

„Ich auch nicht", seufzt Breck hinter mir. „Mir ist das mit Clove irgendwie so…passiert, ich weiß es auch nicht. Ich wollte gar nicht schießen, aber dann ist mir der Pfeil ausgekommen…und dann war es zu spät…"
„Ist schon gut", entgegne ich, und atme tief durch. „Wir sollten uns alle nicht über solche Dinge zu sehr den Kopf zerbrechen."
„Richtig", pflichtet Boggs mir bei, und erhebt sich von seinem Sitz. „Peter, ich brauche jetzt mal schnell dein Mikro für eine Kabinendurchsage!""
„Nur zu! Kennst du dich damit aus?"
„Klar", erwidert Boggs. „Ich hatte meine Schulungen."

Er beugt sich über mich und nimmt den Interphone-Hörer zur Hand.
„Achtung, Achtung! Evakuierte aus Distrikt 12! Hier spricht Commander Boggs aus dem Cockpit. Wie Sie sicher schon bemerkt haben, haben wir einige Probleme mit der Steuerung der Maschine. Aufgrund des Schadens ist unser Treibstoffverbrauch massiv erhöht, weshalb wir den Flugplatz von Distrikt 13 leider nicht erreichen können. Wir fliegen aktuell in Richtung einer Notlandestelle nordöstlich von Distrikt 13. Es handelt sich dabei jedoch um kein reguläres Flugfeld. Stattdessen werden wir auf dem Eis des Ontariosees landen. Sergeant Miller wird Ihnen die richtige Körperhaltung erklären, die Sie aus Sicherheitsgründen vor dieser Notlandung einnehmen werden. Nach dem Ausrollen werden wir die Maschine umgehen über die Notrutschen evakuieren. Folgen Sie den Instruktionen von Sergeant Miller und dem restlichen Militärpersonal. Danke! Und bevor ich es vergesse, Primrose Everdeen und ihre Mutter werden ins Cockpit gebeten!"

„Das klingt ja, als würden wir ganz normal auf dem Flughafen landen!" sage ich sarkastisch zu Boggs.
„Ist doch auch fast so, nur dass es eben eine spiegelglatte Rollbahn mit etwas Schnee drauf ist."
„Gut, wenn du über die Dicke des Eises und die Tragfähigkeit wohlwollend hinwegsiehst, mag das ja so sein. Aber habt ihr das überhaupt nachgerechnet, ob uns das Eis trägt?" frage ich skeptisch.
„Überschlagsmäßig müsste es gehen. Zumindest solange wir rollen. Danach könnte es kritisch werden, wenn wir auf einem Fleck stehen. Blöd, dass wir das Fahrwerk nicht einziehen können, auf dem Bauch wäre das Gewicht gleichmäßiger verteilt."
„Vergiss das Fahrwerk", erwidere ich. „Wir brauchen die Lenkspoiler, und wenn deine See-Landebahn das hält, was du versprichst, sind wir mit einer normalen Landung mit ausgefahrenem Fahrwerk sowieso besser dran."
„Dann hoffen wir mal, dass das Eis hält", meint Boggs, und nimmt wieder am Flugingenieurssessel Platz.

„Ah, das ging ja schnell", merkt er wohlwollend an, als Prim, gefolgt von ihrer Mutter, ins Cockpit kommt.
„Sie haben nach uns gerufen?" fragt Prim schüchtern.
„Katniss will mit euch reden", sagt Boggs. „Komm, geh zu ihr nach vorne! Aber fass keine Schalter an klar?"
„Ich passe schon auf", meint Prim, und kommt zögerlich nach vorne.
Katniss dreht ihren Kopf leicht zur Seite und wirft Prim einen kurzen Blick zu. So wie ich kann sie die Fluglage der Maschine nicht aus den Augen lassen.
„Wie geht es Madge?"
„Die Blutung ist gestoppt. Sie haben Madge eine Infusion gegeben. Der Sanitäter meint, sie wird durchkommen", antwortet Prim ruhig.
„Und wie geht es dir? Hast du Angst?"
„Ein wenig. Ich weiß nicht, was das mit der Notlandung genau bedeutet". Prim macht eine kurze Pause. „Katniss, kann es sein, dass wir sterben müssen?"
„Das weiß ich nicht, Kleine. Nicht einmal Peter weiß es", entgegnet Katniss gefasst. Ich werfe ihr einen kurzen Blick zu. In ihrem Gesicht ist die Anspannung deutlich zu erkennen. Sie bemüht sich, für Prim die Fassung zu wahren, doch unter der Fassade brodelt es.

„Peter, kannst du kurz mal allein steuern?" fragt Katniss unvermittelt.
„Einen Moment lang müsste es gehen. Aber lass das Steuer vorsichtig los!"
Ich spüre, wie der Ruderdruck zunimmt. Die Maschine kippt kurz ein Stück nach links weg, ehe ich sie mit großer Anstrengung wieder aufrichten kann.
„Ok, ich hab sie. Aber mach schnell!" rufe ich Katniss zu, die bereit ihre Gurte gelöst hat und ihre Arme um Prim schlingt.
„Ich hatte so große Angst um dich. Ich habe gedacht, ich sehe dich nie wieder!" schluchzt Katniss. „Als ich hier aufgewacht bin, weißt du, was das Schlimmste war?"
„Dass du dich nicht verabschieden konntest", antwortet Prim. „Für uns war das auch schlimm. Ich meine, sie haben dich und Peter einfach weggezerrt, in irgend so ein Militärfahrzeug. Die Friedenswächter haben uns dann sofort nach Hause geschickt. Das war einfach schrecklich!"
„Komm her, Kleine", sagt Katniss sanft, und streichelt Prims Kopf. „Jetzt brauchst du keine Angst mehr zu haben. Peter wird die Landung schon hinbekommen, und dann bringen uns die Leute aus Distrikt 13 in Sicherheit. Oder, Peter?"
„Ich tue mein Bestes", verspreche ich.
„Siehst du", meint Katniss lächelnd zu Prim, „wir bekommen das schon hin. Als die Spiele begannen, dachte ich auch, ich muss sterben, aber Peter hat mir versprochen, dass ich leben werde. Und dass ich dich wiedersehen werde. Dagegen muss diese Landung doch ein Kinderspiel sein!"

Kinderspiel ist gut. Das letzte Mal ist so eine Landung einer 707 der Korean Air in den 1970er geglückt. Aber was die Koreaner können, kann ich auch. Hoffe ich zumindest…warum muss diese blöde Steuerung auch so schwergängig sein!

„Katniss, ich will deine nette Zweisamkeit mit deiner Schwester ja nur ungern stören, aber meine Arme werden schön langsam echt schwer", werfe ich zurückhaltend ein.
„Schon gut. Ich übernehme gleich. Und erinnere mich daran, Boggs zu sagen, dass er dir ein wenig mehr Krafttraining verpassen soll. Da hast du offenbar etwas Nachholbedarf!" neckt mich Katniss, und gibt mir einen Kuss auf die Wange, ehe sie sich wieder anschnallt und nach dem Steuer greift.
„Das wurde auch Zeit", merke ich trocken an.

Prim zieht sich ein Stück zurück
„Mutter, willst du Katniss auch noch was sagen?"
„Katniss?" fragt Mrs. Everdeen leise, und kommt nach vorne. Sie beugt sich über mich und flüstert mir ins Ohr.
„Wie schlimm ist es wirklich? Überleben wir das?"
„Keine Ahnung", sage ich achselzuckend, und senke meine Stimme zu einem Flüstern. „Ich würde sagen, die Chancen stehen 50:50."
Mrs. Everdeen nickt verstehend.
„Danke, Peter. Und danke, dass du auf Katniss aufgepasst hast. Und dass du uns aus diesem Hovercraft rausgeholt hast."
„Keine Ursache. Das war doch selbstverständlich!" antworte ich bescheiden.
Katniss räuspert sich.
„Mutter, pass gut auf Prim auf. Sieh zu, dass sie schön fest angeschnallt ist. Und wenn die Soldaten sagen, dass ihr raus müsst, dann lauft los, egal was passiert. Keine Arztspiele oder andere Heldentaten, klar?"
Mrs. Everdeen nickt stumm.
„Versprich es mir!" fordert Katniss. „Versprich mir, dass du nicht noch mal zulässt, dass Prim sich um irgendwelche Leute kümmert, während rundum alles brennt! Versprich es mir!"
„Schon gut. Ich pass auf sie auf". Katniss Mutter wendet sich an Prim. „Du hast es gehört. Diesmal gibt es keine Heldentaten. Wir laufen raus, und das war es. Verstanden?"
„Ja, Mutter!"
„Gut, dann gehen wir besser wieder nach hinten uns schnallen uns an", sagt Mrs. Everdeen nachdrücklich zu Prim.
„Geht nur!", ruf Katniss. „Und haltet uns die Daumen!"

Als Prim und Mrs. Everdeen nach hinten verschwinden, sehe ich aus dem Augenwinkel, wie Katniss mit den Tränen kämpft.
„Peter, du gibst dein Bestes bei der Landung, ja?"
„Natürlich, Katniss. Ob du es glaubst oder nicht, ich hänge an meinem Leben", entgegne ich.
Katniss atmet tief durch und schluckt.
„Dann ist es ja gut."

„Leute, wir haben nur noch ungefähr 15 Minuten bis zur Landung. Wir sollten jetzt mal durchbesprechen, wie wir das genau machen, findet ihr nicht?" unterbricht uns Boggs. Er hat Recht. Das muss jetzt Vorrang haben. Noch kann ich den See im Dunst nicht erkennen, doch wenn alles stimmt, müsste er bald in Sicht sein.
„Also gut", beginne ich, „sobald wir den See in Sicht haben, gehen wir runter, sagen wir, auf 3 000 Fuß über Grund. Boggs, welche Seehöhe hat die Landestelle ungefähr?"
„Etwa 200 Fuß".
„Dann gehen wir auf 3 000 nach unserem Höhenmesser runter. Ist der Punkt, den du eingegeben hast, schon die Landestelle, oder ist das nur ein Anflugpunkt?"
„Ein Anflugpunkt", antwortet Boggs. „Dort richten wir die Maschine parallel zum Ufer aus. Es gibt eine Bucht, wo früher die Stadt Rochester war, danach kommt ein schönes gerades Uferstück, wo wir die Maschine hinsetzen können."
„Alles klar. Dann beginnen wir erst nach dem Anflugpunkt mit dem Reaktivieren der Hydraulik und fahren die Klappen auf zehn Grad. Ich werde die Fahrt bei ungefähr 200 Knoten halten, damit wir genug Ruderkontrolle haben. Sobald die Landung gesichert ist, gehen wir auf 25 Grad Klappen. Ich werde weiter schnell bleiben, da ich nicht weiß wie viel Kontrolle wir haben werden."

„Irgendwann werden wir aber abbremsen müssen!" wirft Boggs ein.
„Das ist mir klar", entgegne ich. „Aber das machen wir erst kurz vor dem Aufsetzen. Dann gehen wir auf 35 Grad Klappen, vielleicht auch 50, je nachdem, wie sich die Steuerung anfühlt, und nehmen Nummer vier auf Leerlauf. Das müsste die Kontrollierbarkeit der Maschine verbessern. Dann lassen wir die Maschine in Bodennähe langsam ausschweben."
„Meinst du nicht, dass es besser wäre, die Konfiguration schon in größerer Höhe zu ändern?" fragt Boggs skeptisch.
Unter normalen Umständen würde ich ihm Recht geben.
„Ich denke nicht. Die Hydraulik hält wahrscheinlich nicht lange, und wenn wir irgendwelche Steuerprobleme bekommen und dann die Klappen nicht wieder einfahren können, dann gute Nacht. Nein, ich will da lieber nur eine Handbreit Luft unter den Rädern haben. Nachdem wir ja ein paar Meilen freie Strecke zur Verfügung haben, ist die Landedistanz nachrangig."
„Ok, überzeugt", pflichtet Boggs mir bei. „Sonst irgendwelche Dinge, auf die wir achten müssen?"

Ich gehe die Liste der Einschränkungen, die wir durch unseren Schaden erlitten haben, im Kopf durch.
„Wir haben möglicherweise für die Bremsen nur Akkumulator-Druck zur Verfügung. Nicht, dass uns die auf dem Eis viel nutzen werden, aber wir müssen sparsam damit umgehen, also nicht so stark bremsen, dass das Antiskid anspringt. Sonst ist der Druckspeicher bald leer. Das Gleiche gilt für die Bugradsteuerung", erkläre ich.
„Und wenn der Druckspeicher leer ist?" hakt Boggs nach.
Ich deute auf einen gelben Drehhebel im Instrumentenbrett vor mir.
„Dann müssen wir falls nötig die Druckluft-Notbremse benutzen. Die lässt sich aber etwas schlecht dosieren, und wir werden damit vermutlich die Räder blockieren", entgegne ich.
„Also nur zu benutzen, wenn es nicht anders geht", fasst Boggs zusammen.
„Richtig. Und bevor ich es vergesse – Katniss, du wirst mir wieder beim Halten der Richtung helfen müssen, wie bei der Landung in Distrikt 12. Du musst aufpassen, dass du nicht zu heftig steuerst, sonst könnten wir ins Schleudern geraten. Nur kleine Ausschläge machen, verstanden?"
Katniss nickt mir zu.
„Verstanden."
„Gut. Du wirst noch eine Aufgabe bekommen, und zwar wirst du nach dem Aufsetzen die Schubumkehr aktivieren."
„Wie geht das?"

Ich nehme meine rechte Hand vom Steuer und deute auf die Schubumkehrhebel.
„Du ziehst diese Hebel hier nach hinten und nach oben- Zieh ruhig kräftig daran, falls sie etwas haken, aber achte darauf, nur die mittleren beiden zu ziehen. Dann sagst du mir an, wie viele Lichter brennen, wie in Distrikt 12. Diesmal dürfen nur die mittleren vier Lichter angehen, zuerst die mit der Aufschrift ENGINE DOORS, dann die mit THRUST BRAKE. Wenn das passiert ist, sagst du mir Bescheid und wartest auf weitere Anweisungen. Klar?"
Katniss beäugt misstrauisch die Hebel.
„Üben können wir das vorher nicht, oder?"
„Nein. Ich meine theoretisch schon, aber ich will ungern riskieren, dass uns am Ende noch ein Reverser stecken bleibt und wir noch ein Triebwerk abstellen müssen. Es ist wirklich keine Hexerei, vertrau mir", sage ich ruhig.
„Dann muss es wohl so gehen", meint Katniss.
Ich wende mich an Boggs.
„Du kannst inzwischen schon mal das QRH aufrufen, Verlust von Hydraulikflüssigkeit oder Druck, Abnormal Hydraulic Check. Und was macht Nummer zwei?"
„Nummer zwei…Ölmenge ist jetzt knapp bei halb voll. Temperatur ist etwas gestiegen, aber nicht tragisch. Ich denke, es könnte sich ausgehen", antwortet Boggs.
„Behalt die Anzeige im Auge. Und wirf mal einen Blick auf den Treibstoff!"
„Ist in Ordnung."

Der Gedanke an den Treibstoff verursacht ein flaues Gefühl in meinem Magen. Die Menge an sich sollte ausreichend sein, doch die Verteilung könnte ein Problem werden. Haupttank eins in der linken Tragfläche ist noch gut gefüllt, und wird es bleiben, weil wir den Treibstoff darin nicht umpumpen können, ohne das Tankventil zu öffnen und damit das Leck erneut freizulegen. Ohne Notfall will ich das nicht riskieren. Bei unserem Pech glimmt in Triebwerk eins noch immer irgendwas vor sich hin, und wenn der Treibstoff aus der Leitung spritzt und ins Triebwerk rinnt, haben wir das nächste Feuer. Also bleibt der Treibstoff von Haupttank eins dort, wo er ist.

„Peter, wir bekommen hier allmählich ein Treibstoffungleichgewicht auf der linken Seite", mahnt mich Boggs.
„Ich weiß. Wir verbrauchen links nur halb so viel Kerosin wie rechts, weil wir nur mehr ein Triebwerk auf dieser Seite haben. Aber…"
„Wir können den Sprit aus Haupttank eins nicht umpumpen, ohne ihn gleichzeitig durch das Leck über Bord zu pumpen", ergänzt Boggs.
„Und wenn wir gar nichts tun? Ist das ein Problem?" fragt Katniss.
„Es könnte sein, dass uns die linke Fläche zu schwer wird, und wir sie nicht oben halten können. Dann haben wir keine Wahl", entgegne ich.
„Also weiter im Auge behalten?" fragt Boggs.
„Genau. Behalt die Lage im Auge. Wenn ich hier merke, dass es kritisch wird, pumpen wir um, vorher nicht. Und lass Sergeant Miller nachsehen, ob an Triebwerk eins noch irgendetwas raucht oder Funken sprüht!" weise ich Boggs an.
„Wird erledigt!"

Der Commander greift nach seinem Funkgerät.
„Boggs an Sergeant Miller?"
„Miller hört."
„Sehen Sie nach, ob aus Triebwerk eins noch irgendwelcher Rauch kommt, oder ob Funken sichtbar sind. Wir müssen möglicherweise Treibstoff umpumpen, wobei einiges durch das Leck entweichen wird. Ich will sichergehen, dass sich das Kerosin nicht an Triebwerk eins entzünden kann!"
„Habe verstanden. Inspiziere Nummer eins und melde mich in Kürze!"

Jetzt können wir nur noch abwarten. Wir fliegen in 8 000 Fuß im Horizontalflug, die angezeigte Geschwindigkeit ist auf knapp 230 Knoten angewachsen. Die Triebwerke zwei und drei laufen fast mit Steigleistung, Nummer vier ist etwas reduziert, um den Linksdrall der Maschine zu verringern. Theoretisch müsste der verringerte Treibstoffverbrauch von Nummer vier das Anwachsen des Ungleichgewichts verringern, doch ich habe den Eindruck, dass die linke Fläche allmählich trotzdem zu schwer wird.

Schweigend fliegen wir weiter auf den Ontariosee zu.
„Peter, da vorne!" ruft Katniss auf einmal aufgeregt. „Ist das der See?"
Ein großer, weißer Fleck taucht aus dem Dunst auf, umrandet von dichtem Wald.
„Das müsste er sein…ja, natürlich, dass ist der Ontariosee!" stelle ich erfreut fest. Jetzt dauert es nicht mehr lange. Das zunehmende Brennen in meinen Armen sagt mir, dass es auch nicht mehr lange dauern darf. Wir müssen landen, bevor ich zu erschöpft bin, um das Steuerhorn bedienen zu können.

„Hier Sergeant Miller" tönt es aus Boggs Funkgerät.
„Boggs hört."
„Inspektion von Triebwerk eins zeigt keine Anzeichen von Rauch oder Funken. Trotzdem rate ich von einem Treibstofftransfer ohne Not ab. Falls nötig, müsste das Risiko eines Brandes aber überschaubar gering sein", berichtet Miller.
„Verstanden. Falls wir Treibstoff umpumpen, sagen wir vorher Bescheid. Jemand soll das Ganze überwachen. Boggs Ende."

Immerhin kein Rauch mehr. Ich fühle mich etwas wohler, nun, nachdem ich weiß, dass ein Treibstofftransfer zumindest im Notfall machbar ist, ohne damit rechnen zu müssen, dass die Maschine in Flammen aufgeht. Minute um Minute rückt der See näher. Aus der weißen Fläche stechen einzelne dunklere, blaugrüne Stellen hervor, wo das Eis dünner und nicht von Schnee bedeckt ist. Allein der Anblick verschafft mir eine Gänsehaut. Das letzte, was ich jetzt brauche, ist ein Bad im Eiswasser.

„Peter, denkst du wirklich, dass das mit dem Eis klappt?" fragt Katniss besorgt.
„Diese dunklen Stellen gefallen mir gar nicht. Hoffen wir mal, dass die Landestelle besser aussieht."
„Gestern war laut Aufklärung noch alles in Ordnung", ruft von Boggs von hinten. „Keine dünnen Stellen auf drei bis vier Meilen Länge!"
„Habt ihr die Landestelle irgendwie markiert?" frage ich.
„Am Uferrand sollte ein kleines Holzboot mitten auf dem Eis stehen. Ab dort beginnt die sichere Landezone", erklärt Boggs.
„Hoffen wir mal, dass das Boot nicht inzwischen in einem Eisloch verschwunden ist", murmle ich sarkastisch.

Der See rückt rasch näher. Zeit, den Sinkflug einzuleiten.
„Katniss, nimm den Gashebel von Nummer vier auf Leerlauf zurück. Mach dich gefasst, ein wenig ins linke Pedal steigen zu müssen. Das heißt, links kann ich selber…".
Meine Copilotin greift nach dem Schubhebel von Triebwerk vier.
„Den hier?"
„Genau den. Ganz nach hinten. Aber langsam und gleichmäßig!"
Als der Schub von Nummer vier nachlässt, schwingt die Nase der DC-8 ein Stück nach rechts, und ich kann den Querruderausschlag etwas zurücknehmen. Doch dieser schiebende Flugzustand ist unsauber, also trete ich ins linke Pedal, um die Nase wieder gerade auszurichten.
„Katniss, dreh den Trimmknopf für das Seitenruder ein paar Umdrehungen nach links!" rufe ich.
„Welcher ist das nochmal?"
„Der auf der waagrechten Fläche hinter den Gashebeln!"
„Ok, hab ihn. Sag stopp, wenn es reicht."

Ich spüre, wie die Trimmung den Ruderdruck von meinem Bein nimmt.
„So, noch ein kleines Stück, dann reicht es!" weise ich Katniss an. „Und dann nimm die beiden anderen Gashebel nach hinten auf Leerlauf!"
Während Katniss die Hebel zurückzieht, drücke ich das Steuer etwas nach vorne, um in den Sinkflug überzugehen. Mit ausgefahrenem Fahrwerk und dem Schaden an der linken Tragfläche, und dem entsprechenden Spoilerausschlag zum Ausgleich des asymmetrischen Auftriebs ist der Luftwiderstand der DC-8 groß, und wir verlieren rasch an Höhe, ohne wie sonst üblich an Fahrt zuzulegen.

„Die Aerodynamik dieser Kiste ist ganz schön im Eimer", merke ich kühl an. Wenigstens kann ich die Maschine jetzt mit einem geringeren Querruderausschlag gerade halten, was eine willkommene Erholung für meine überstrapazierten Armmuskeln ist. Ich nehme die rechte Hand vom Steuer und justiere die Höhenflossen-Trimmung. 220 Knoten, 7 000 Fuß und rasch fallend. Nur noch wenige Meilen bis zum Seeufer. Leicht rechts von unserem Kurs kann ich die Bucht erkennen, von der Boggs gesprochen hat. Von der Stadt Rochester selbst ist kaum etwas zu erkennen, außer einige verfallene Gebäuderuinen, die bereits von Gebüsch und Bäumen überwuchert werden.

„Soweit wir wissen, wurde Rochester im großen Krieg vor 150 Jahren völlig zerbombt und mit chemischen Kampfstoffen verseucht. Darum wurde die Stadt auch nicht wieder aufgebaut", wirft Boggs als Erklärung ein.
„Chemische Kampfstoffe…Moment mal, wir landen doch nicht etwa in einem verseuchten Gebiet?" frage ich sorgenvoll.
„Unsere Messungen zeigen keine nennenswerte Belastung an der Landestelle. Mach dir keine Sorgen Peter, es ist sicher", versucht mich Boggs zu beruhigen.

5 000 Fuß. Noch eine oder zwei Meilen bis zum Ufer.
„Boggs, sag denen da hinten Bescheid, sie sollen sich schön langsam für die Landung bereithalten!" rufe ich.
„Boggs an Sergeant Miller", spricht der Commander in sein Funkgerät.
„Miller hört."
„Wir sind im Landeanflug. Bereiten sie die Kabine auf die Notlandung vor. Sobald wir stehen und die Triebwerke abgestellt sind, leiten Sie umgehend die Evakuierung ein. Benutzen Sie wenn möglich die hinteren Notrutschen. Warten Sie nicht auf mein Kommando!" weist Boggs den Sergeant an.
„Verstanden. Bereite Kabine für Notlandung vor, Evakuierung wenn möglich über die hinteren Notrutschen. Ich warte nicht auf ihr Kommando dafür, sondern leite die Evakuierung ein, sobald die Triebwerke abgestellt sind und die Maschine steht. Aber ein Frage habe ich noch – warum können wir nicht einfach die Passagiertreppe vorne benutzen? Bei den Notrutschen gibt es sicher Verletzte!"
„Ich weiß nicht, wie lange das Eis uns tragen kann. Das Ausfahren der Treppe dauert seine Zeit, und wir müssen ein Triebwerk laufen lassen, bis sie ausgefahren ist", entgegnet Boggs.
„Und was wäre, wenn ich mit dem Ausfahren der Treppe schon beim Ausrollen beginne? Das würde Zeit sparen", schlägt Miller vor.
„Sind Sie verrückt? Die Treppe im Rollen ausfahren? Wenn Sie unten ist, bevor wir stehen, reißt es uns die ganze Treppe weg, und sie landet am Ende noch im Triebwerk. Kommt nicht in Frage! Es wird normal evakuiert, auf dem schnellsten Wege. Ich habe lieber ein paar Verletzte, als einen Haufen Tote!"
„In Ordnung", bestätigt Miller zähneknirschend.

Wir passieren das Ufer. Ich drehe das Steuer kräftig nach rechts, um parallel zur Küstenlinie einzukurven.
„Katniss, hilf mal etwas mit!" rufe ich.
Mit gemeinsamer Anstrengung schaffen wir es, die DC-8 mit praktisch vollem Querruderausschlag nach rechts in eine brauchbare Rechtskurve zu legen.
„Jetzt nachlassen", weise ich Katniss an. „Aber bleib mit mir am Steuer, ich will, dass du meine Steuereingaben mitfühlst!"
4 000 Fuß. Die Fahrt ist auf 210 Knoten gefallen. Die Uferlinie kommt in Sicht. Ich lasse den Querruderausschlag nach, und die DC-8 geht in den Geradeausflug über.
„Boggs, starten wir mit dem abnormal hydraulic check!", rufe ich, ohne mich nach hinten umzudrehen. Ich brauche jetzt die volle Konzentration für den Landeanflug.

„Ok, ich habe die Liste", verkündet Boggs. „Da ist vorher noch der Druckcheck, beginnen wir mit dem?"
Mist. Den hätte ich fast vergessen!
„Klar. Der Druckcheck kommt zuerst!"
„Also dann…angezeigte Geschwindigkeit maximal 230 Knoten oder 0.46 Mach", beginnt Boggs zu lesen.
„Wir sind bei 210", antworte ich.
„Fahrwerkshebel auf Uplatch Check", setzt Boggs fort.
„Das vergessen wir mal. Fahrwerk ist schon ausgefahren. Weiter!"
„Klappenhebel auf zehn Grad".
Ich bedeute Katniss, den Hebel in die entsprechende Position zu ziehen.
„Klappen zehn Grad".

Noch bewegt sich die Positionsanzeige der Landeklappen nicht, da wir keinen Druck im System haben.
„Aux hydraulic pump ein", liest Boggs weiter. „Soll ich die schon einschalten, oder warten wir noch einen Moment?"
Ich überlege kurz. Wir sind fast in der Mitte der Bucht, und nähern uns 3 000 Fuß. Die Landestelle ist klar in Sicht, und es kann etwas dauern, bis die Pumpe genug Druck aufgebaut hat.
„Schalt sie ein!" rufe ich Boggs zu.
„Ok. Aux pump läuft…Druck steigt langsam!"
„Die Klappen fahren aus!" ruft mir Katniss zu, und deutet auf die Klappenanzeige. Der zusätzliche Luftwiderstand nimmt der DC-8 etwas Fahrt. Ich schiebe die Gashebel der Triebwerke zwei und drei nach vorne, um nicht zu langsam zu werden, und den Sinkflug zu beenden. 2 800 Fuß, etwas tiefer als geplant, doch die Landestelle kommt rasch näher, und ich habe eher das Gefühl, etwas zu hoch zu sein.

„Klappen sind bei 10 Grad", meldet Katniss.
„Mist, wir verlieren weiter an Hydraulikflüssigkeit. Zwar wesentlich langsamer, aber die Anzeige fällt. Wahrscheinlich hat es auch die Leitungen zu den Landeklappen erwischt!" ruft Boggs.
„Schalt die Pumpe aus! Sparen wir den Rest der Flüssigkeit für den Endanflug!"
„Pumpe ist aus!"
„Dann weiter mit der Checkliste!" weise ich Boggs an.
„Ok, wir hatten Druckanstieg innerhalb der fünf Minuten Frist, aber weiterhin Flüssigkeitsverlust, also gilt der Emergency Hydraulic Check...erster Punkt…Aux pump off…das haben wir schon. Dann…Hydraulic System Selector full up position!"
Boggs betätigt den Wählhebel.
„Ist in full up. Rudder Power on, Standby Rudder Power on", liest er weiter.
„Moment, wir müssen erst die Rudertrimmung auf neutral stellen!" unterbreche ich ihn. Sonst könnte es einen ungewollten Ruderausschlag geben, wenn wir den Hydraulik-Aktuator unter Druck setzen.

Ich wende mich an Katniss.
„Dreh den Rudertrimmung-Knopf nach links, bis der kleine Zeiger in der Mitte der Skala steht. Du musst gleichzeitig das rechte Pedal treten, du weißt ja, mein Bein!"
Katniss beginnt den Knopf zu drehen. Die Nase der DC-8 schlingert nach links.
„Mehr rechtes Pedal!"
Vorsichtig übe ich selber Druck auf das Ruderpedal aus. Ein Stich fährt durch meinen Knöchel. Keine gute Idee. Allmählich bekommt Katniss die Richtung wieder in den Griff.
„Trimmung ist auf Mittelstellung", verkündet sie.
„Boggs, schalt die Standby Rudder Power ein!" rufe ich nach hinten.
„Ist ein. Reversion Light ist aus, wir haben Hydraulikdruck für das Seitenruder.
„Geht etwas leichter so, nicht?"
Katniss nickt.
„Stimmt. Soll ich wieder austrimmen?"
„Ja. Du weiß ja inzwischen, wie es geht. Boggs, weiter mit der Checkliste!"

Ich lasse die DC-8 nach Gefühl weiter sinken. 2 500 Fuß. Im Sinkflug reicht der Schub der beiden Innentriebwerke, um die Fahrt zu halten. Doch mir ist klar, dass wir vermutlich auf die Landung festgelegt sind, sobald wir die Landeklappen weiter ausfahren. Ich muss aufpassen, dass wir nicht zu früh runter kommen, sonst müsste ich auch auf Triebwerk vier die Leistung erhöhen, was die Richtungskontrolle weiter erschweren würde.

„Ok. Gierdämpfer…prüfen ob ein."
„Ist ein", bestätige ich.
„Fahrwerk?"
„Ist ausgefahren, drei grüne Lichter."
„Aux Pump ein?" fragt Boggs.
„Noch nicht. Erst wenn wir die Klappen weiter ausfahren!"

2 000 Fuß.
„Achtung! Notlandung steht unmittelbar bevor!" höre ich Boggs in sein Funkgerät rufen. „Ich wiederhole, Notlandung steht unmittelbar bevor!"
Ein kalter Schauer läuft über meinen Rücken. Jetzt wird es ernst, es gibt kein Zurück mehr. Meine erste Landung mit einer DC-8 außerhalb eines regulären Flugplatzes ist nur noch wenige Minuten entfernt. Wenigstens bin ich so beschäftigt, dass ich keine Zeit habe, mir auszumalen, welche Konsequenzen es hätte, wenn ich die Landung vergeige.

1 500 Fuß.
„Ich habe Angst", bricht Breck das Schweigen.
„Peter schafft das schon", beruhigt in Boggs. „Bist du fest angeschnallt?"
„Ja."
„Dann kann dir nichts passieren. Es wird ein wenig rumpeln, aber keine Angst, die Maschine ist stabil gebaut. So schnell kriegt die nichts klein!"
Das stimmt, allerdings habe ich heute mein Budget an Grobheiten gegenüber dieser DC-8 wohl annähernd aufgebraucht. Alles, was jetzt dazu kommt, zehrt an einer nicht exakt quantifizierbaren stillen Reserve, die vielleicht noch in der Maschine schlummert, weil es der Hersteller damals gut gemeint hat und bei der Dimensionierung der Bauteile auf Nummer sicher gegangen ist. Das ist, als würde man von einem Bankkonto eine größere Summe abheben, ohne wissen zu können, ob es gedeckt ist oder nicht.

1 000 Fuß.
„Schalt die Spoiler scharf!" weise ich Katniss an. „Du weiß, den gelben Hebel rausziehen bis zur roten Markierung!"
„Ist erledigt!"
„Boggs, schalt die Aux pump ein und richte deinen Sitz nach vorne! Du muss für uns die Trimmung betätigen! Und wie sieht es mit dem Ölstand bei Nummer zwei aus?"
„Verdammt, der ist knapp über einem Viertel!"
„Dagegen können wir jetzt nichts tun. Nummer zwei wird es schon überleben. Dreh jetzt den Sitz nach vorne und halt dich bereit! Und schalt die Turbokompressoren aus!"

Wir haben die Bucht passiert. Vorsichtig steuere ich die Maschine ein Stück näher ans Ufer heran. Ich plane, am Ende des Ausrollens eine sanfte Kurve auf das Ufer zu zu machen, damit wir gleich auf dem Trockenen sind, falls etwas schiefgeht.
„Aux pump läuft, aber ich habe keine Druckanzeige" ruft Boggs.
„Das ist normal. Mit dem Wählhebel in Emergency kriegen nur die Klappen und die Fahrwerksverriegelung Druck, das zeigt der Fühler nicht an!" entgegne ich.
„Ok. Stimmt. Hab ich vergessen."

500 Fuß. Fahrt 190 Knoten.
„Katniss, Klappen 15 Grad!"
„Klappen 15 Grad!"
Die Anzeige bewegt sich, wir haben also Hydraulikdruck. Fragt sich nur, wie lange.

400 Fuß.
„Da vorne!", ruft Boggs aus, „das müsste das Boot sein!"
Ich suche die Eisfläche ab. Ein kleines, dunkles Objekt am Uferrand sticht mir ins Auge.
„Ich sehe es…Katniss, Klappen 25 Grad!"
Die DC-8 verliert an Fahrt. 180 Knoten. Nicht zu langsam werden, Peter. Halte die Fahrt, bis du in Bodennähe bist, mahne ich mich selbst.
Jetzt gibt es definitiv kein Zurück mehr. Ich schiebe die Gashebel von Triebwerk zwei und drei weiter nach vorne. Die linke Fläche sackt leicht ab.
„Katniss, hilf mal etwa mehr mit dem Querruder mit. Mehr nach rechts!"
Ein orangefarbenes Warnlicht neben den Triebwerksinstrumenten leuchtet auf.
„Verdammt, Öldruckwarnung Triebwerk Nummer zwei!" rufe ich.
„Vergiss das Licht", mahnt mich Boggs. Die eine Minute hält das Triebwerk auch ohne Öldruck durch!"

Ich erinnere mich an einen Vorfall mit einer Lockheed L-1011 TriStar der Eastern Airlines, die durch einen Wartungsfehler auf allen drei Triebwerken im Flug das gesamte Öl verloren hat. Die Motoren hielten minutenlang ohne Öldruck durch, ehe sie durch Lagerschäden ausfielen. Die sind damals mit nur einem Triebwerk gelandet, wenn mich meine Erinnerung nicht trügt.

300 Fuß. 170 Knoten.
Wir passieren das dunkle Objekt. Ob es jetzt ein Boot aus Holz oder etwas anderes ist, kann ich nicht klar erkennen, weil mein Blick in rascher Folge zwischen den Instrumenten und dem anvisierten Aufsetzpunkt wandert.
„Katniss, Klappen 35!"
Es fühlt sich an, als hätten wir einen Bremsanker ausgeworfen. Durchstarten ausgeschlossen. Klappen 50 werden wir uns sparen, da verlieren wir zu schnell an Fahrt.

200 Fuß. 160 Knoten.
„Peter, setzt sie runter, sonst ist das Landefeld aus!" mahnt mich Boggs.
Er hat Recht, doch das strukturlose Weiß vor mir macht es mir schwer, die Höhe richtig einzuschätzen.

100 Fuß.
„Boggs, Rudertrimmung auf neutral, Querrudertrimmung lässt du stehen. Und gibt mir etwas Höhenflossentrimmung Richtung Nase hoch!"
Ich wende mich an Katniss.
„Zieh die Gashebel von Nummer zwei und drei langsam zurück, und gib etwas mehr Seitenruder rechts!"
50 Fuß.
Aus dem strukturlosen Weiß stechen einzelne Unebenheiten hervor. Das wird rumpeln.
40 Fuß.
„Gashebel weiter reduzieren!" weise ich Katniss an. „Verdammt, hilf mir mit dem Querruder, jetzt will sie wirklich nach links!"
Das Handrad ist fast am Anschlag, wir haben kaum noch Reserve. Mist, zu früh Fahrt abgebaut! Ich hätte warten sollen!

30 Fuß, Fahrt 145 Knoten. Die DC-8 nimmt eine leichte Schräglage nach links auf.
Ich drehe das Steuerhorn bis zum Anschlag nach rechts. Die Rollbewegung kehrt sich kurz um, doch sie stoppt, bevor wir den Horizontalflug erreichen. Unwillkürlich trete ich etwas ins rechte Ruderpedal. Der Schmerz fährt durch meinen Knöchel. Beiß die Zähne zusammen!

20 Fuß.
Der Seitenruderausschlag wirkt. Die hängende Tragfläche kommt hoch.
„Gashebel auf Leerlauf!" rufe ich Katniss zu.
Ohne Schub verliert die DC-8 rasch an Fahrt. Die Querruderkontrolle reicht nicht mehr aus, um die linke Fläche oben zu halten. Die Maschine kippt langsam nach links weg.
„Etwas mehr Seit…" rufe ich Katniss zu, als die DC-8 hart auf dem linken Fahrwerksbein aufsetzt. Ein heftiges Rumpeln beutelt die Maschine durch. Für einen Moment fürchte ich, dass wir mit unserem harten Aufsetzen das Eis gebrochen haben, doch als auch das rechte Fahrwerk und das Bugrad spürbaren Bodenkontakt bekommt, wird mir klar, dass wir wie geplant über das Eis rollen.

„Schubumkehr, Katniss!" rufe ich, während ich das Handrad weiter voll nach rechts halte.
„Schubumkehr kommt…zwei Lichter…vier Lichter!"
„Zieh die Hebel bis zum Anschlag!" weise ich Katniss an. „Sind die Spoiler draußen?"
„Ja. Spoiler sind draußen!"
Die Triebwerke heulen auf.
120 Knoten.
Nur mit Schubumkehr und Spoilern werden wir eine schöne Strecke brauchen, um zum Stehen zu kommen. Doch wir haben genug Platz. Die raue, mit festgefrorenem Schnee bedeckte Eisfläche schüttelt uns kräftig durch, und ich frage mich, wie lange das Fahrwerk diese Tortur noch mitmacht.
„Gib etwas Seitenruder nach rechts! Wir müssen näher ans Ufer kommen!" weise ich Katniss an. Träge reagiert die DC-8, es fühlt sich an, als würden wir eher driften, als eine Kurve zu fahren.
„Jetzt etwas nach links! Lass sie nicht zu sehr driften, die Räder haben kaum Griff!"

100 Knoten.
Quälend langsam verlieren wir an Tempo. Wir haben sicher mehr als die Hälfte der sicheren Landezone hinter uns, und allmählich beschleichen mich Zweifel, dass wir rechtzeitig zum Stehen kommen.
„Katniss, versuch jetzt vorsichtig zu bremsen. Nur ganz leicht. Falls die Pedale zu vibrieren beginnen, lass sofort nach!"
Die Verzögerung nimmt leicht zu.
„Verdammt, ich kann kaum bremsen, ohne dass die Pedale vibrieren!", ruft Katniss mit alarmiertem Tonfall. Klar, profillose Reifen und Schnee vertragen sich nicht besonders, wie jeder Autofahrer weiß.
80 Knoten.
Die Bremsen greifen etwas besser, jetzt, wo der Restauftrieb der Tragflächen schwindet und das volle Gewicht der Maschine auf den Rädern lastet. Das grell leuchtende Öldruckwarnlicht von Triebwerk Nummer zwei mahnt mich, dass wir momentan von geborgter Zeit leben. Wenn das Zweier aufgibt, bringt uns der asymmetrische Umkehrschub ins Schleudern. Ich nehme meine rechte Hand vom nun sowieso wirkungslosen Steuer, und halte sie vorsorglich hinter die Schubumkehrhebel, damit ich sie schnell nach vorne schieben kann, falls Nummer zwei festfressen sollte.

60 Knoten.
„Die Bremsen funktionieren jetzt besser" ruft Katniss mir zu. Die Anspannung, welche in den letzten Minuten auf mir gelastet ist, fällt etwas. Gleich haben wir es geschafft. Ich stelle mir vor, wie wir sanft ausrollen und nur wenige Meter vom Ufer entfernt zum Stillstand kommen.
„Peter, pass auf! Eine Schneezunge!" schreit Boggs plötzlich in mein Ohr.
Es ist zu spät, um irgendetwas zu tun. Instinktiv ziehe ich das Steuer zu mir heran, um das Bugrad zu entlasten. Ein heftiger Bremsruck fährt durch die Maschine, als das Bugrad durch den tiefen Schnee rast. Dann gibt es ächzend nach, und die Schnauze der DC-8 kracht hart auf den Boden.
„Mist!" fluche ich laut, als mit der staubende Schnee fast die Sicht raubt. Plötzlich schlingert die Maschine stark nach rechts, als das rechte Fahrwerksbein auf tieferen Schnee als das linke trifft. Ich trete kräftig ins linke Ruderpedal, doch die Wirkung ist gleich null.

„Katniss, rechte Bremse loslassen, nur links bremsen!" rufe ich. Ein ungutes Krachen fährt durch die DC-8, die unvermittelt nach rechts kippt. Offenbar war der Druck für das rechte Fahrwerksbei zu viel. Die rechte äußere Triebwerksgondel schlägt hart auf. Wie ein Anker wühlt sie sich durch den Schnee, und reißt die Maschine hart nach rechts. Mit einem lauten Knall verweigert Triebwerk vier seinen weiteren Dienst, erstickt von einer Übermacht von Schnee in seinem Einlass.
Das dicht bewaldete Ufer taucht zwischen den Schleiern aufgewirbelten Schnees in der Windschutzscheibe auf.
„Bremsen, Katniss! Brems was das Zeug hält!"
Die Fliehkraft der Drehbewegung drückt mich wie in einer schnell gefahrenen Kurve zur Seite. Hoffentlich bleibt wenigstens die Tragfläche dran.
Ein weiterer Knall hallt durch die Maschine. Der Rechtsdrall verringert sich etwas. Vielleicht hat es Nummer vier abgerissen.

Die Uferböschung ist jetzt zum Greifen nahe. Ich kann unsere Vorwärtsgeschwindigkeit kaum einschätzen, doch in Angst vor einer Kollision greife ich ohne zu zögern nach dem gelben Hebel der Notbremse im Instrumentenbrett vor mir, und drehe ihn bis zum Anschlag nach rechts. Nur noch wenige Meter. Ich halte die Luft an. Der Schnee, welcher von der Schubumkehr aufgewirbelt wird, nimmt mir für einen Augenblick lang völlig die Sicht. Dann kommt die DC-8 mit einem sanften Ruck zum Stehen.