Eyes white, I keep out of sight

This city's just not pretty like it used to be

Mehrfach setzte sie zum sprechen an, ohne das die Worte über ihre Lippen kommen wollten. Es war, als wären Worte zu derb auszudrücken was die junge, brünette Frau durchlebte. Ungelenk bewegte sie die Zunge, prüfte und wägte ab, welches Vokabular am besten traf was vorging in ihr...

Mrs Bolton flößte Hermine Tee ein und gab ihr das Gefühl, dass es in Ordnung war, einfach nur zu sitzen und zu denken. Dies lockte die Blockade in ihrem Innern ein wenig und sie begann zögernd preiszugeben was sich als nächstes ereignete:

"Mein nächster Traum setzte merkwürdigerweise direkt an dem vorherigen an. Das ist nicht immer so. Manchmal fehlen Sequenzen... warum auch immer. Vielleicht erinnere ich mich auch nicht daran."

Sie atmete tief ein und begann zu umreißen, was sie danach erlebt hatte:

"Sie sind noch auf der anderen Seite?" rief der schwarzhaarige Zauberer hysterisch aus.

Perplex sah sie ihn an.

"Ja, Sir."

Snape schlug die Hände vor das Gesicht und stöhnte auf.

Verwirrt sah sie ihn an und begab sich endlich auf die Füße. Eine Windböe zerstob ihr Haar, dass sie sich aus dem Gesicht strich und hinter die Ohren klemmte.

"Was ist daran das Problem?" wollte sie sichtlich erstaunt wissen.

Er stöhnte schockiert:"Oh großer Gott!" und riss die Hände vom Gesicht.

Gequält sah er sie an.

Noch sie hatte sie diese Verzweiflung in seinem Gesicht gesehen. Nicht einmal in dem Moment als er starb...

Er... und einen Teil von ihr mitnahm.

"Miss Granger... Hermine...," seine Stimme wurde um einen Oktave höher mit jeder Silbe die er aussprach, "sie gehören hier nicht her. "

Er brach ab und trat auf die zu. Seine Hand umschloss ihren Oberarm als er sie heftig zu sich heranzog. Sofort umschloss sie sein köstlicher Duft. Er roch nach seiner Profession: dem Labor, den Kräutern und dem Duft feuchter Wolle im Kesseldampf. Aber vor allem lag sein eigener, zutiefst männlicher Duft darunter. Vage nur für ein kurzes Einatmen, doch für Hermine so präsent wie ein Parfüm. Sein Duft verwirrte, nein... betörte sie. Tief inhalierte sie seinen Geruch, schloss kurz genießerisch die Augen und nahm die Wahrnehmung dieser Textur in ihr Inneres auf.

Ihre Reaktion blieb dem Professor nicht verborgen. Verwirrt schüttelte er sie und blaffte sie an:

"Sie albernes Ding! Sie können hier nicht bleiben. Sie gehören hier nicht her, Miss Granger."

It's always a nightmare, it's never a dream

Hermine gab dem Trank ein wenig Honig hinzu und rührte ihn dreimal von links nach rechts. Dann legte sie den schweren Eichenbesen ab und wandte sich wieder ihrer Korrespondenz zu. Drei Anfragen von der Universität in Oxford legte sie beiseite bis sie auf einen Brief von Harry stieß. Schnell öffnete sie ihn. Sie liebte es, Post von ihren Freunden zu bekommen. Sie waren ein seltenes Gut.

"Liebe Hermine,

ich begreife nicht wirklich was Du mir geschrieben hast.

Du träumst von Snape!? Seit der Gedenkfeier?!

Aber warum?

Liebe Grüße,

Harry"

"Oh! Oh mein Gott!"

Sie riss die Augen auf und setzte sich auf den Boden, dort wo sie stand. Sie konnte kaum denken, geschweige den realisieren was sie dort gerade gelesen hatte. Schluchzend barg sie ihr Gesicht in den Händen.

Nun war es soweit...

Es würde sich nicht hinauszögern lassen...

Sie weinte so sehr, dass es sie schüttelte.

I can feel it tearing me apart

Mrs Bolton hielt ihre Hand, als Heiler Muller seine Diagnosezauber über sie sprach. Der Beruhigungstrank tat seine Wirkung und sie hörte beinah unbeteiligt den schweren Vorwürfen des Mannes zu.

"Sie hätten sie sehr viel eher zu uns bringen müssen, Madam!" Ungeduldig notierte er etwas in einer Akte. "Professor Doktor Granger leidet unter einem sehr komplizierten Fluch oder etwas Anderem. Ich kann noch nicht mal sagen was es ist! Es ist eine so verschachtelte magische Verbindung, oder ein magisches sich selbst speisendes Gefüge..."

Wütend sah er die Therapeutin an. "Wieso haben sie uns über diesen Fall nicht aufgeklärt, Madam?"

Mrs Bolton starrte zurück und antwortete: "Das tue ich gerade Heiler Muller. Diese Symptomatik hat Professor Doktor Granger mir erst vor einer Woche eröffnet."

Der Heiler schnaubte. "Das glaube wer will. Dieses Gebilde ist schon älter. Es ist eine feste Verbindung mit der Patientin eingegangen."

Abermals bewegte er seinen Zauberstab über Hermine. Frustriert knurrte er:

"Ich habe so etwas noch nie gesehen."

Weitere Eintragungen in der Akte und einer magischen Diagnosetafel folgten.

"Ich werde Kollegen miteinbeziehen müssen," wandte er sich sehr viel sanfter an Hermine. "Es tut mir sehr leid, Professor Doktor Granger, aber ihrer Erkrankung ist komplizierter als alles was ich je gesehen habe. Bitte haben sie Verständnis dafür, dass wir sie hierbehalten müssen. Es ist zu ihrem eigenen Wohl."

Er drückte sacht ihre Schulter und ging, Mrs Bolton einen bösen Blick zuwerfend, aus dem Krankenzimmer.

Feels like pins and needles in my heart

Die ältere Frau warf die Hände hoch und ließ sich aufseufzend auf den Besucherstuhl fallen.

Hermine betrachtete sie.

Langsam drehte Mrs Bolton sich ihr zu und lächelte ihr aufmunternd zu.

"Fühlen sie sich etwas besser?"

Hermine nickte. "Ja. Es war ein großer Schock eine Antwort auf einen Brief zu bekommen, den ich meiner Erinnerung nach nie geschrieben habe."

Trotz ihrer inneren Ruhe liefen ungehindert die Tränen über ihre Wangen. Mrs. Bolton reichte ihr ein Taschentuch.

"Möchten sie reden?" Die blauen Augen der älteren Frau sahen sie freundlich an.

Die junge Professorin seufzte und begann ohne Umschweife zu sprechen...

"Ich erinnere mich nicht an die nächsten Geschehnisse nach meiner Auseinandersetzung mit Severus Snape. Das nächste was ich weiß ist, dass wir eine andere Basis zueinander haben. Sie ist nicht freundschaftlich, aber definitiv auf einer Ebene anzusiedeln. Wo er vorher meinte über mir zu stehen, sind wir nun gleichwertig und gleichberechtigt. Das merke ich sofort, vor allem auch, weil er mich mit meinem Vornamen anspricht...

Sie standen nebeneinander auf einem Turm des Gemäuers in dem das Labor untergebracht war. Die Nacht war klar und Mond und Sterne funkelten um die Wette. Schwer atmend stand der schwarzgekleidete Zauberer an der Brüstung.

Plötzlich fauchte er sie an: „Ich will jetzt endlich deine Entscheidung dazu hören."

Sie wusste nicht, worum es ging, doch sie spürte die Wut die wie eine Stichflamme in ihr hochschoss.

Er setze sie unter Druck, soviel bemerkte sie durch ihr Traum-Ich.

"Hermine, du weißt nicht was du da tust." Er fuhr sich durch sein schwarzes, ölig schimmerndes Haar. "Ich kenne mich damit nicht aus. Ich bezweifle das sich überhaupt jemand damit auskennt!"

Hart atmete sie durch die Nase ein.

"Severus," begann sie bemüht ruhig, "ich kann nicht entscheiden, solange nicht beide Hälften auf beiden Seiten nicht gemeinsam fühlen und agieren wollen."

"Pah!" spie er aus. "Du Besserwisser! Als wenn Du eine Ahnung davon hast!"

Heiß brandete der Zorn durch ihre Adern. Sie sah ihm direkt ins Gesicht.

"Mehr als du. Immerhin geht es um mich!"

Starr blickte Hermine auf das weiße Laken.

"Von diesem Tag an, als ich diesen Traum hatte, begann ich mich des Tags über danach zu sehnen ihn wieder zu sehen. Die Träume wurden weniger aufwühlend. Oft träumte ich von Diskussionen über Tränke, die ich mit ihm führte. Ich sah mich immer selbst in diesen Diskussionen, fühlte wie mein Traum-Ich diese genoss - genauso wie ich. Ich hatte mehr und mehr das Gefühl, ich gehörte ebenso in diese "Welt" wie hierher."

Blicklos lag sie ihrem Bett und bekam nicht mit, wie Mrs Bolton weitere Notizen aufnahm. Sie nahm auch nicht wahr, wie Heiler Muller mit drei Heiler-Kollegen das Zimmer betrat und sie ihre Diagnosezauber sprachen und sich darüber austauschten was geschehen war.

Eine Medihexe tat später an ihr Bett und half ihr beim Essen, während der Beruhigungstrank langsam seine Wirkung verlor.