Angel of Darkness

Rays Absturz ins Verderben?

Nur langsam konnte Ray die Schläfrigkeit abschütteln. Sonnenlicht strahlte durch das Fenster. Ray entschied, dass zum wach werden eine Dusche gut tun würde. Er schob die Decke beiseite und sah sich mit seinem entblößten, also nackten Körper konfrontiert.

„Kai, du nimmst dir definitiv zu viel Freiheiten heraus," murmelte er vor sich hin. Bevor er ins Bad ging suchte er, den für ihn zur Notwendigkeit gewordenen, Kontakt zu Kai. Als er jedoch merkte dass dieser schlief zog er sich sofort zurück und ging ins Bad. Es reichte ihm zu wissen, dass Kai in Sicherheit war. Ray fühlte sich Heute anders als sonst. Er war glücklich. Endlich konnte er sich normal mit einem Menschen unterhalten, jemanden berühren ohne Schmerzen. Obwohl bei Kai hatte er eher das Gefühl ein Raubtier zu zähmen. Jedoch war es schön in der Gegenwart eines anderen Menschen sich so entspannen zu können. Kai schien ein große Verantwortung zu tragen. Vielleicht bekleidete er ja ein hohes Amt in diesem Städtchen. Aber ihm schien seine Fähigkeit nichts auszumachen. Ray wünschte sich zu sein wie Kai. (Meine Meinung dazu: Man sollte sich niemals etwas wünschen wenn man nicht bereit ist dies voll und ganz zu akzeptieren... Also Vorsicht mit deinen Wünschen Ray, sie könnten in Erfüllung gehen.) Wie schön es wohl sein würde in einem Raum voller Menschen zu sein und keine Schmerzen zu haben, in der Lage zu sein sich vollkommen vor den Empfindungen und Gedanken der Menge abzuschirmen. Kai schien dies zu können.

Als Ray fertig war mit duschen, föhnte er noch seine Haare trocken, zog sich an und begab sich nach unten. Er hatte Hunger aber er wollte nicht im dem Gasthaus essen. Also ließ er sich ein Lunchpaket zusammenstellen und begab sich auf Wanderung. Er wollte sich ein wenig die Gegend anschauen. Es war schon drei Uhr nachmittags und er hoffte relativ schnell einen geeigneten Platz zu finden wo er das Essen verspeisen konnte. Er war ziemlich hungrig.

Über die Landeskultur war ihm fast nichts bekannt. (Aber mir erst recht.) Er wusste nur das die Bevölkerung sehr arm war und ziemlich abergläubisch. Er hatte auch von einem Volk, den Karpatianern, gehört, jedoch war darüber fast nichts bekannt. Sie sollten sehr gebildet und kultiviert sein. Reich sollten sie angeblich auch sein, aber angeblich sollten sie sehr zurückgezogen in den Wäldern leben. (Wenn ich mit 1000 noch in meinen besten Jahren bin, hat sich bei mir bestimmt auch einiges an Vermögen angesammelt, oder was meint ihr?) Ob Kai ihr Anführer war? Das würde zumindest seine Macht und Arroganz erklären. Was Ray noch beschäftigte waren seine Gefühle Kai gegenüber. Einerseits wollte er immer mit ihm zusammen sein, er fühlte sich wohl in seiner Gegenwart und der Kuss gestern war berauschend gewesen. Ray überlegte ob es ihm nicht was ausmachen sollte. Schließlich war Kai ebenfalls ein Mann. Er Ray war doch nicht Schwul, oder? Aber er wollte auch ehrlich mit sich selbst sein. Er hatte ja nur sich, da bleib ihm nichts anderes übrig als ehrlich zu sich zu sein. Er hatte gar keine Möglichkeit gehabt herauszufinden was er für sexuelle Neigungen hatte. Wie auch wenn er jedes Mal schmerzhaft zusammenzuckte wenn ihn jemand berührte. Wenn er jetzt bei Kai so ein gutes Gefühl hatte und es ihm gefiel von Kai berührt und angefasst zu werden, wieso sollte er es dann nicht zulassen? Er war bisher auch anders als die anderen gewesen. Ob er jetzt eins drauf setzte und Schwul war oder wurde, würde eh keinen kümmern. Also warum sollte er auf die angenehmen Gefühle verzichten? Von Kai bekam er etwas was er in seinen 22 Jährigen Existenzdasein noch nie erfahren hatte. Geborgenheit, schmerzfreie Existenz, schöne und angenehme Gefühle ohne Schmerzen.

Was ihn aber an dem Ganzen doch etwas störte war Kais bestimmende und einnehmende Art. Das machte Ray ein wenig Sorgen. Er war bis jetzt immer auf sich allein gestellt, unabhängig. Er hatte für sich selbst gesorgt und war es nicht gewohnt, dass jemand mit einer solchen Bestimmtheit in sein Leben eingriff. Entscheidungen für ihn traf. Er hatte das Gefühl als würde Kai noch nach den verstaubten Werten des 19. Jahrhunderts leben.

Seine Gedanken wanderten jetzt wieder zu dem Mord. Es wunderte ihn schon, dass die Wirtin nichts gesagt hatte. Schließlich erzählte sie jede Neuigkeit haarklein jedem der es wissen oder auch nicht wissen wollte. Konnte es sein das keiner die junge Frau vermisste? Oder war der Mord bei der Polizei gar nicht gemeldet worden? Aber warum sollte dieser vertuscht werden? Wollte Kai die Mörder auf eigene Faust suchen? Dieser Gedanke machte Ray Sorgen, große Sorgen. Er wusste wie gefährlich ein solches unterfangen war. Er wollte nicht das Kai etwas zustieß.

Ohne das Ray es bemerkt hatte kam ihm plötzlich Edgar entgegen.

„Ray! Wie schön Sie zu treffen!"

Ray blieb stehen. Er hatte keine große Lust mit diesem Schnösel eine Unterhaltung zu führen aber die Höflichkeit gebot es ihm wenigsten guten Tag zu sagen.

„Guten Tag Edgar. Wie ich sehe haben sie sich gut erholt von diesem schrecklichen Erstickungsanfall. Wenn dieser Kellner Ihnen nicht hätte helfen können..." Er hoffte der andere würde sich jetzt schleunigst auf den Weg machen. Er irrte sich jedoch.

„Ich weiß dass es so aussah aber ich habe mich nicht an einem Stück Fleisch verschluckt." Edgar sah jetzt ziemlich pikiert aus. Ray dachte er würde sich beleidigt fühlen, so als hätte Ray angedeutet dieser könne nicht mal richtig essen. Dieser eingebildete Schnösel.

„Nicht? Es sah aber so aus..."

„Nun ja Sie waren ja nicht bis zum Schluss da. Sie mussten sich ja von diesem Neandertaler wegschleppen lassen." Ray hob eine Augenbraue. War da etwa ein vorwurfsvoller Ton in der Stimme seines Gegenübers? Was bildete dieser sich ein?

„Edgar, Sie wissen gar nichts über mich. Vielleicht war das mein Lebensgefährte oder sogar mein Ehemann. Woher wollen Sie das wissen. Ich fühlte mich Gestern nicht wohl und er hat mich weggebracht."

Hoffentlich verschwand dieser eingebildete Affe recht bald. Ray hatte Hunger und er wollte endlich ein geeignetes Plätzchen finden um zu essen. Er hatte keine Zeit um sich mit diesem Schnösel herumzuschlagen.

„Woher kennen Sie diesen Kerl den überhaupt?" Schon wieder mischte der sich in Sachen ein die in nichts angingen. Ray verlor langsam die Geduld.

„Die Bewohner dieses Städtchens sagen, er sei der reichste Mann der Umgebung. Ihm sollen die Schürfrechte an den meisten Bodenschätzen gehören. Also muss er ein kluger Geschäftsmann sein. Wo haben Sie ihn den kennengelernt?"

„Wissen Sie Edgar, dass geht Sie eigentlich nun wirklich nichts an. Aber um Ihre Neugier zu befriedigen ich habe ihn in Hongkong kennengelernt. Er hat vor ein paar Jahren Geschäfte dort erledigt." Ray nahm war, dass er momentan allein mit Edgar im Wald war. Dieser bedrängte ihn wirklich. Eine Frechheit war das. Er konnte dessen Erregung wahrnehmen.

»Ray, fürchtest du um deine Sicherheit?« Kais Stimme klang schläfrig, so als wäre er gerade eben aufgewacht. Ray machte sich jetzt wirklich Sorgen. Zwar kannte er Kai noch nicht lange, aber er kannte dessen Drang Ray um jeden Preis zu beschützen.

»Kai ich kann das auch alleine regeln. Mach dir keine Sorgen.«

„Edgar, um eines klar zu stellen. Sie belästigen mich, und ich lass mich von Ihnen nicht einschüchtern. Ich werde auch nicht davor zurückschrecken und Anzeige erstatten, sollte dies nicht aufhören."

Ray hielt den Atem an und wartete auf eine Antwort. Er konnte fühlen das Kai auch gespannt auf die Antwort von diesem Edgar wartete. Ray konnte sich nur wünschen das dieser vernünftig genug war zu verschwinden, denn er konnte sich noch an des Gespräch von gestern Abend mit Kai erinnern. Dieser hatte zugegeben keine Skrupel zu haben Edgar ins Nirwana zu befördern, sollte dieser Ray noch mal anfassen.

„Bitte sehr, Ray. Verkaufen Sie sich nur an den meistbietenden. Angeln Sie sich ruhig eine reichen Mann. Er wird Sie nur benutzen und dann fallen lassen. Das ist es, was Männer wie Hiwatari tun." Edgar murmelte noch einige nicht gerade schmeichelnde Wörter in Rays Richtung und stampfte wütend davon. Ray war froh ihn endlich los zu sein.

»Siehst du, ich kann auf mich selbst aufpassen,« bemerkte er mit Freude.

Plötzlich hörte Ray einen Schreckensschrei aus der Richtung in der Edgar verschwunden war. Der Schrei wurde zu einem leisen wimmern dem ein tiefes Brummen folgte, anscheinend von einem Bären. Dann hörte Ray etwas massiges durchs Unterholz brechen. Kai lachte leise und belustigt auf. Für Ray klang diese Lachen ausgesprochen männlich.

»Du hast einen sehr fragwürdigen Sinn für Humor« entgegnete Ray mit einem leisen Lächeln.

»Ray, ich brauche meinen Schlaf. Also hör auf dich in Schwierigkeiten zu bringen«

»Sehr witzig, Mr. Macho. Wenn du dir die Nächte nicht um die Ohren schlagen würdest dann bräuchtest du jetzt keinen Schlaf. Wie schaffst du es überhaupt deinen Geschäften nachzugehen, wenn du den ganzen Tag über schläfst?«

»Computer«

Diese Vorstellung war für Ray so ziemlich erheiternd. Er konnte sich Kai vor einem Computer sitzend überhaupt nicht vorstellen.

»Dann geh schlafen, Mr. Macho. Ich kann sehr gut auf mich aufpassen«

»Ich würde es aber lieber vorziehen wenn du zum Gasthof zurückkehren würdest und dort wartest bis ich aufstehe.« In seiner Stimme war nur eine sehr winzige Spur seines üblichen Befehlstones zu hören. Anscheinend bemühte er sich Ray gegenüber um bessere Umgangsformen. Das zauberte ein sanftes Lächeln auf Rays Lippen.

»Das wird aber nicht geschehen. Also finde dich damit ab und leb damit«

»Chinesische Männer scheinen ja sehr Schwierig zu sein«

Danach setze Ray seine Wanderung fort. Nach einer Weile hatte er auch ein schönes Plätzchen gefunden, auf einer kleinen Wiese unter einem Baum. Er setzte sich und verspeiste endlich das mitgebrachte Essen. Danach schloss er die Augen und lies sich von der Sonne verwöhnen. Diese Ruhe tat unendlich gut, Ray entspannte sich immer mehr und schlief langsam ein.

Als Kai aufwachte streckte er seine Sinne um die Umgebung auszukundschaften. Er konnte nichts ungewöhnliches feststellen. Niemand hatte sich seinem Haus genähert. Er streckte sich um die Müdigkeit aus seinen Gliedern zu vertreiben. Noch eine Stunde bis Sonnenuntergang, also verließ Kai die heilende Erde um eine Dusche zu nehmen. Eigentlich brauchte er das ja nicht aber Ray zuliebe wollte er sich schick machen. Er suchte nach ihm und fand ihn schlafend auf einer kleinen Wiese unter einem Baum. Mann oh Mann. Es war zum Haare raufen. Der kleine Chinese hatte null Peilung von Sicherheit. Schnell war er mit duschen fertig, zog sich an und machte sich, mit einer Geschwindigkeit die seinem Volke zu eigen war, auf den Weg zu Ray. Die warmen Strahlen der untergehenden Sonne vertrieben nun vollends die restliche Müdigkeit aus Kais Gliedern. Obwohl er eine speziell für ihn angefertigte Sonnenbrille trug fühlte er sich schon eine wenig unwohl. Er hatte das Gefühl als wenn jeden Augenblick tausende von Nadeln in seine Augen stechen würden. Er war schon fast bei Ray als er den Geruch eines fremden Mannes witterte.

Tyson! Er sah wie dieser sich mit einem Verschlagenen Gesichtsausdruck über Ray beugte. Jedoch wich er zurück als er sich mit der Aura von Kais Macht konfrontiert fühlte. Tyson drehte sich zu Kai um und tiefe Trauer spiegelte sich auf seinem Gesicht wieder.

„Kai..." begann er leise und senkte den Kopf. „...ich weiß, dass du mir nie vergeben wirst. Du hast gewusst, dass ich nicht Kiras wirklicher Gefährte war und hast doch ihrem Drängen nachgegeben. Ich bin ein Feigling. Sie hat mich mit Selbstmord gedroht, sollte ich sie verlassen. Ich war feige und blieb bei ihr."

Tysons Entschuldigungen verursachten bei Kai Übelkeit. Sollte Kira tatsächlich damit gedroht haben in die Sonne zu gehen, dann hätte Kai informiert werden müssen. Er war der einzige der sie von ihrem selbstzerstörerischen Trip hätte befreien können. Obwohl Kai nie Blut mit Tyson getauscht hatte so konnte er dessen Gedanken sehr gut lesen. Er konnte was es ihm für eine krankhafte und perverse Befriedigung ihm die Beziehung zu Kira bereitet hatte, dass sie so besessen von ihm war. Wie er es genossen hatte seine Frau, die gerade ein Kind zur Welt gebracht hatte, schutzlos allein zu lassen nur um sie bei seiner Rückkehr mit dem Geruch einer anderen Frau auf der Haut zu quälen.

Langsam wachte Ray auf und strich sich aus alter Gewohnheit ein paar Strähnchen aus der Stirn. Dabei wusste er gar nicht wie verführerisch und sexy diese Geste war, sonst hätte er es wahrscheinlich sein lassen. Wieder trat ein verschlagener aber auch lüsterner Ausdruck auf Tysons Gesicht. Ray fühlte Kais Warnung, aber er fühlte auch selber dass mit diesem Mann etwas nicht stimmte. Also hielt er sich lieber zurück.

„Andrej und Bryan haben mir erzählt er steht unter deinem Schutz. Ich konnte nicht schlafen und wusste er ist allein hier draußen. Ich habe mir Sorgen gemacht." Natürlich wusste Kai, dass dies gelogen war. Tyson hatte bestimmt schon seinen, Kais, Geruch an Ray wahrgenommen und wusste was dies bedeutete. Das hielt ihn aber nicht auf. Er versuchte seinen Hass auf Tyson unter Kontrolle zu bekommen.

„Dann bin ich dir wohl zu Dank verpflichtet," entgegnete er kalt, aber beherrscht.

Ray stand auf und Tyson sah sich einem zierlichen, schönen Chinesen gegenüber in dessen golden schimmernden Bernsteinaugen nichts als Mitgefühl zu entdecken war.

„Dein Verlust tut mir leid", sagte er leise. Während er sprach war Ray darauf bedacht so viel Abstand wie nur möglich zu Tyson zu wahren. Dieser Mann war der Ehemann des Opfers. Ray konnte seine Schuldgefühle die quälend auf ihn einstürmten sehr deutlich spüren. Jedoch, machte sich Ray auch Sorgen um Kai. Irgend etwas stimmte mit diesem Mann nicht, jedoch konnte Ray nicht einordnen was. Er war nicht böse, das konnte er spüren, jedoch war er auch nicht vertrauenswürdig.

„Danke", presste Tyson hervor und wandte sich an Kai. „Kai, ich brauche mein Kind."

„Nein. Was du jetzt brauchst ist die heilende Kraft der Erde." Kais Entscheidung stand fest, und sie war unumstößlich. Er würde Tyson in diesem unberechenbaren Zustand kein hilfloses Baby anvertrauen. Rays Magen zog sich zusammen, als er Tysons Schmerz bei diesen Worten empfing. Er wusste nicht was Kais Worte bedeuteten aber anscheinend waren sie für diesen Mann Gesetz. Sein Schmerz war ziemlich groß, er hatte gerade seine Frau verloren und jetzt durfte er nicht mal sein Kind sehen. Instinktiv jedoch spürte Ray, dass Kais Entscheidung richtig war.

„Bitte Kai. Ich habe Kira geliebt." Kais Gesicht verfinsterte sich vor Wut, seine Augen funkelten und ein grausamer Zug bildete sich um seinen Mund.

„Wage es nie wieder in meiner Gegenwart von Liebe zu sprechen. Zieh dich in die Erde zurück und heile. Ich werde die Mörder suchen und den Tod meiner Schwester rächen. Ich werde mich nie wieder von Gefühlen leiten lassen. Hätte ich ihrem Drängen nicht nachgegeben wäre sie jetzt noch am Leben."

„Kai, ich kann nicht schlaffen. Ich habe ein Recht mit auf die Jagd zu gehen." Tysons Stimme klang trotzig wie die eines kleinen Kindes, das wie ein Erwachsener behandelt werden wollte. Kais Geduld neigte sich offensichtlich ihrem Ende zu.

„Dann werde ich es dir befehlen, damit du ruhe findest. Dein Körper und deine Seele brauchen sie dringend." Kais Stimme war so ruhig und sanft wie immer. Ray hätte glauben können Kai würde aus Zuneigung und Sorge handeln, wäre da nicht das wütende Blitzen in seinen Augen. „Wie können es uns nicht leisten dich zu verlieren Tyson." Kais Stimme wurde immer ruhiger und hypnotischer. „Du wirst schlafen, Tyson. Du wirst jetzt Max aufsuchen, er wird dir helfen und dich schützen. Du sollst schlafen bist du nicht länger eine Gefahr für dich selbst und andere bist."

Ray war schockiert. Die Größe von Kais Macht die dieser so selbstverständlich einsetzte, als wäre es sein gutes Recht schockierten ihn. Er konnte mit seiner Stimme allein jemanden in Trance versetzen, niemand zweifelte seine Autorität an, noch nicht einmal wenn es um so etwas schwerwiegendes wie die Obhut eines Kindes ging. Ray war ziemlich verunsichert. Er spürte das Kais Entscheidung richtig war. Von Tyson ging etwas Unheimliches aus. Doch das ein Erwachsener Mann nicht anders konnte als Kais Befehl zu gehorchen, machte ihm Angst. Kein Mensch sollte über so viel Macht verfügen. Die Versuchung sie eines Tages zu missbrauchen war zu groß.

[Tja, Kai ist ja such kein Mensch. Und was glaubt Ray womit Kai seit fast 1000 Jahren zu kämpfen hat.]
Tyson war gegangen und Kai und Ray standen noch immer auf ihren Plätzen und sahen sich nur wortlos in die Augen. Ray konnte fühlen, dass Kai wütend war und hob trotzig das Kinn. Blitzschnell war Kai bei ihm und legte seine Hände um Rays Hals als würde er ihn erwürgen wollen.

„Du wirst nie wieder etwas so leichtsinniges machen!"

Ruhig blickte Ray ihn an. „Versuch nicht, mich einzuschüchtern Kai. Das funktioniert bei mir nicht. Niemand macht mir Vorschriften was ich zu tun, und lassen habe." Kai lies seinen Hals los und umfasste seine Handgelenke. Aber so fest, dass Ray dachte er würde ihm alle Knochen brechen.

„Ich werde keinen weiteren Leichtsinn dulden, wenn es um dein Leben geht. Wir haben gerade ein Mitglied unseres Volkes verloren. Ich möchte nicht dass dir etwas zustößt."

Die tote Frau war seine Schwester gewesen, wie Ray gerade eben erfahren hatte. Rays Mitgefühl rang mit seinem Bedürfnis nach Unabhängigkeit. Er wusste, dass es in diesem Streit nur darum ging, dass Kai Angst um ihn hatte.

„Kai, ich bin nicht aus Glas. Und du kannst nicht hergehen und mich in Watte Packen und dann in eine Vitrine stellen, damit mir ja nicht passiert", widersprach Ray, so sanft wie möglich.

„Ich werde nicht mit dir um deine Sicherheit diskutieren, Ray. Du warst ganz allein hier draußen. Tyson hätte dich anfallen können. Oder ein wildes Tier hätte über dich herfallen können."

„Kai, es ist aber nichts davon passiert. Ich möchte nicht das du dir auch noch um mich Sorgen machst. Du hast schon genug davon. Du sollst dich nicht für mich verantwortlich fühlen. Kai ich kann dir helfen. Du weißt wozu ich in der Lage bin."

Kai zog Ray sanft an seine muskulöse Brust.

„Ray, du treibst mich noch in den Wahnsinn." Er presste ihn an sich. Seine Stimme klang zärtlich und verführerisch als er weiter sprach. „Du bist die Person die ich am meisten beschützen möchte. Und ausgerechnet du weigerst dich mir zu gehorchen. Du pochst auf deine Unabhängigkeit. Alle anderen vertrauen sich mir an, bauen auf meine Stärke. Aber du willst mir helfen, die Last der Verantwortung zu tragen."

Er beugte sich zu Ray herunter und küsste ihn. Es schien Ray als würde die Erde zu beben beginnen. Blitze schienen die Luft um sie herum mit elektrischer Spannung aufzuladen. Er hatte das Gefühl als würden Flammen über seine Haut lecken. Kai ergriff Besitz von Rays Mund, fordernd, dominant, ohne ihm eine Chance zur Gegenwehr zu geben. Nicht das Ray dies gewollt hätte. Bereitwillig öffnete er seine Lippen und genoss Kais Liebkosungen, seinen atemberaubenden Angriff auf all seine Sinne. Ray wollte nicht weiter untätig bleiben und schob seine Hände über Kais Schultern zu seinem Nacken, begann diesen zu kraulen. Rays Körper fühlte sich so weich und schwerelos an.

Kai hätte nichts lieber getan als Ray jetzt auf das weiche Gras der Wiese zu legen, ihm die Kleider vom Körper gerissen und ihn endgültig zu dem seinen gemacht. Es lag noch so viel Unschuld in diesem Kuss. Noch nie hatte jemand die Last der zahllosen Bürden mit ihm teilen wollen. Bis jetzt hatte noch nie jemand danach gefragt, was Kai für einen Preis zahlen musste, der Anführer seines Volkes zu sein. Bis zu dem Moment wo dieser zierliche Chinese, ein Sterblicher, in sein Leben trat. Er allein brachte den Mut auf ihm zu widersprechen, und Kai konnte nicht umhin ihn dafür zu respektieren. Kai genoss es Rays Körper so nah an seinem zu spüren. Er Begehrte ihn, mit jeder Faser seines Seins. Er konnte immer noch nicht begreifen wie es möglich war, dass Ray einen solchen Ansturm der Gefühle in ihm auslösen konnte. Nur widerwillig hob Kai den Kopf.

„Lass uns nach Hause gehen, Chibi."

Beide begaben sich auf den Weg zu Kais Haus.

„Ray, ich möchte dass du in meinem Haus bleibst. Wenigsten, bis wir den Mörder gefunden haben." Ray wollte schon protestieren als er inne hielt. Kai hatte ‚wir' gesagt. So als betrachte er Ray als Teil seines Teams. Das freute ihn unheimlich.

„Weißt du Kai, es war komisch. Weder im Gasthof noch in der Stadt schien jemand von dem Mord zu wissen." Zart strich Kai ihm mit den Fingerspitzen über die Wange.

„Und du hast nichts gesagt, oder?" Daraufhin warf Ray ihm einen vernichtenden Blick zu.

„Natürlich nicht. Ich bin keine Klatschtante."

„Kira starb einen grausamen, sinnlosen Tod. Sie war Tysons Gefährtin..."

Ray sah in interessiert an. „Du hast diesen Ausdruck schon öfters verwendet. Was bedeutet er den genau" wollte er wissen. „Für uns sind Gefährten dasselbe wie für euch Ehemänner oder Ehefrauen", erklärte Kai. „Kira hatte vor zwei Monaten ein Baby bekommen. Sie stand unter meinem Schutz und sie wird auf keinen Fall Thema des Dorfklatsches werden. Wir werden den Mörder finden."

„Kai findest du nicht das die Bewohner wissen sollten, dass sich in ihrer Nähe ein wahnsinniger Mörder herumtreibt?" Kai überlegte sich genau was er jetzt sagen sollte und was er lieber verschwieg.

„Die Bevölkerung hat nichts zu befürchten. Es ist auch nicht ein Einzeltäter, sondern es handelt sich um eine Gruppe von Fanatikern, welche mein Volk ausrotten wollen. Die Karpatianer sind ein von Aussterben bedrohtes Volk. Wir sind gerade dabei uns wieder zu erholen, aber wir haben viele erbitterte Feinde, die uns lieber alle tot sehen würden."

„Aber warum", fragte Ray fassungslos.

„Wir sind anders, wir haben besondere Fähigkeiten und Talente. Die Menschen fürchten sich vor allem was anders ist. Das solltest du doch am besten kennen."

„Vielleicht gehörte einer meiner Vorfahren zu deinem Volk," bemerkte Ray ein wenig wehmütig. Es war eine schöne Vorstellung. Kai hatte das Bedürfnis ihn in seine Arme zu schließen und ihn vor allen Unheil dieser Welt zu beschützen. Er selbst lebte in einer selbsterwählten Einsamkeit, doch Ray hatte keine Wahl gehabt. Kai erklärte weiter. „In einem Land in dem die Menschen sehr arm sind, erweckt unser Reichtum Sorge und Neid. Für mein Volk ist mein Wort Gesetz. Ich kümmere mich um sie, um die Dinge, die unseren Status oder das Leben bedrohen. Es war mein Mangelndes Urteilsvermögen welches Kira den Tod brachte. Es ist daher auch meine Pflicht den Mörder zur Strecke zu bringen."

„Kai, warum hast du nicht die örtliche Polizei hinzugezogen", fragte Ray vorsichtig. Er versuchte das Problem zu verstehen. „Ich bin die einzige Autoritätsperson die akzeptiert wird. Ich bin das Gesetz."

„Ganz allein", fragte Ray dann doch etwas baff.

„Natürlich gibt es noch andere die sich an der Suche beteiligen werden. Doch alle gehorchen sie meinen Befehlen. Ich allein treffe alle Entscheidungen", erklärte Kai weiter.

„Staatsanwalt, Richter und Henker in einer Person", fragte Ray. Er wartete gespannt auf die Antwort. Er hatte es gespürt, wenn Kai das Böse in sich trug. Egal wie gut er seine Gedanken auch abgeschirmt hätte. Ray hätte es gespürt. Jeder verliert mal die Kontrolle über seine Gedanken. Es wäre Ray aufgefallen. Während er so darüber nachdachte, war er stehen geblieben. Jedoch viel ihm das nicht auf, bis Kai ihm sanft die Arme rieb um seinen zitternden Körper aufzuwärmen. Es war ihm gar nicht bewusst das es schon relativ kühl geworden war.

„Jetzt fürchtest du dich vor mir," sagte Kai. Seine Stimme klang müde so als hätte Ray ihn verletzt. Und so war es auch. Es war seine Absicht gewesen, Ray zu ängstigen. Ihm zu beweisen wie mächtig er war, doch jetzt wo er sein Ziel erreicht hatte wünschte er sich es nicht getan zu haben. Sein Tonfall brach Ray das Herz. Langsam sah er zu ihm auf, in sein schönes, markantes Gesicht.

„Ich habe keine Angst vor dir, Kai," flüsterte er sanft. „Ich habe Angst um dich. So viel Macht kann gefährlich sein. Ich befürchte, dass die Verantwortung die du trägst dich eines Tages zerstören wird. Du allein triffst Entscheidungen über Leben und Tod. Entscheidungen, die besser, Gott allein überlassen bleiben sollten."

Kai liebkoste Rays Gesicht, lies seine Fingerspitzen sanft über dessen volle Lippen gleiten. Er sah in seine Augen, die ihm verrieten was Ray fühlte. Kai sah Besorgnis, Mitgefühl, Liebe und eine Tiefe und reine Unschuld, die Kai erschütterte. Ray machte sich Sorgen um ihn. Er stöhnte auf und wandte sich von Ray ab. Dieser ahnte nicht einmal was er für jemanden wie Kai bedeutete. Kai wusste das er ihm nicht widerstehen konnte und haste sich selbst für seine Selbstsucht.

„Kai," flüsterte Ray und berührte seinen Arm. Kai hatte das Gefühl als würden Flammen über seine Körper hinwegfegen. Ray wusste gar nicht was für eine Versuchung er für Kai darstellte. Er hatte heute noch nichts zu sich genommen, und diese Mischung aus Liebe, Leidenschaft und Hunger war äußertest verwirrend, verführerisch und gefährlich. Wie hätte sich Kai nicht in ihn verlieben sollen? Wo er doch seine Gedanken lesen konnte und ihn so auf äußerst intime Weise kennen lernen konnte. Ray war das Licht in seiner Finsternis, seine zweite Hälfte. Er konnte gar nicht anders als ihn über alles zu lieben. Obwohl er damit ein Tabu brach und vermutlich einer Laune der Natur erlegen war.

„Kai, bitte lass mich dir helfen. Ich möchte, dass du diese Schreckliche Verantwortung mit mir teilst. Bitte Kai, schließ mich nicht aus." Die sanfte Berührung Rays, die Wärme und Aufrichtigkeit in seine Blick ließen in Kai eine bis dato ungekannte Sanftheit die Oberhand gewinnen. Er zog Ray an sich, hob ihn sanft auf seine Arme und flüsterte einen Befehl. Danach rauschte er durch den Wald zu seinem Haus. Ray wusste gar nicht wie ihm geschah. Er befand sich ganz plötzlich in Kais Bibliothek wieder und starrte ins Kaminfeuer. Er konnte sich nicht daran erinnern zu Kais Haus gegangen zu sein, und trotzdem war er da. Kai hatte sein Hemd geöffnet und Ray hatte einen guten Blick auf seinen muskulösen Oberkörper. Kai sah ihn unverwandt an.

„Ich gebe dir eine letzte Chance, Chibi," flüsterte Kai. Seine Stimme klang rau so als müsse er sich unter Qualen dazu zwingen diese Worte zu sagen. „Ich werde irgendwie die Kraft aufbringen, dich gehen zu lassen. Aber du musst mir jetzt, in diesem Augenblick sagen das du es willst."

Sie sahen sich regungslos an. Eine ganze Bibliothekslänge trennte sie voneinander. Kai wartete auf Rays Antwort. Ray war sich bewusst, dass alles von ihm abhing. Es war seine, Rays, Entscheidung ob er sich Kai hingab oder ihn zu ewiger Verdammnis verurteilte. Kai tat und sagte nichts. Er wartete. Ray sah zu ihm hinüber, jeder Muskel von Kais Körper war angespannt. Jedoch seine Augen funkelten Verlangend. Ray war nicht in der Lage einen klaren Gedanken zu fassen. Wenn er ablehnte, würde er nicht auch sich selbst bestrafen? Sich selbst ebenfalls zu demselben Schicksal verurteilen wie Kai? Irgendjemand musste doch diesem Mann helfen. Ihm ein wenig Liebe geben, allein schaffte Kai das nicht. Es gab keinen Zwang, keine Verführung. Nur seine Augen, die vor Verlangen funkelten, seine überwältigende Einsamkeit. Die anderen verließen sich auf ihn, machten sich seine Stärke zunutze. Doch sie schenkten ihm keine Zuneigung. Er, Ray, allein konnte seine Sehnsucht stillen, dass spürte Ray. Es würde für Kai keinen anderen geben. Weder Mann noch Frau. Er hatte sich für ihn, Ray, entschieden. Und Ray würde es nicht fertig bringen, ihn zu verlassen.

Kai hatte Rays Entscheidung von seine Augen ablesen können.

„Zieh dein Oberteil aus." Ray trat ein Schritt zurück und ganz langsam begann er sich von dem chinesischen Oberteil zu befreien. „Und jetzt dein Unterhemd," flüsterte er leise und verführerisch. Zitternd fuhr sich Ray mit seiner Zunge über die Lippen um sie zu befeuchte. Kais Reaktion auf diese Geste war ziemlich heftig und er war gezwungen seine Hände zu seinen Hosen gleiten zu lassen um diese zu entfernen. Sie war einengend und es tat schon weh. Er wählte die Art der sterblichen sich auszuziehen, da er Ray nicht noch mehr erschrecken wollte.

Rays nackte Haut glänzte im Schein des Feuers. Tanzende Schatten betonten seine Figur, die so schlank und schmal wie die einer Frau gebaut war. Kais Atem ging schneller, alles in ihm sehnte sich nach diesem jungen verführerischen Chinesen. Kai ließ sein Hemd zu Boden gleiten und schmiss den Rest der Kleidung gleich hinterher. Er konnte es nicht länger ertragen die Kleidung der Sterblichen auf seiner Haut zu spüren. Tief aus seiner Kehle ertönte ein Laut, halb stöhnen, halb knurren, animalisch und verlangend. Ray atmete schneller als er Kai so sah, entblößt wie Gott in schuf. Sein Körper schien nur aus athletischer Kraft und Verlangen zu bestehen.

Kai durchquerte den Raum mit einem einzigen, kaum wahrnehmbaren Schritt. Er kümmerte sich nicht um Erklärungen, sein Urinstinkt hatte die Führung übernommen. Mit einer einzigen kraftvollen Bewegung riss er Ray die restliche Kleidung vom Leib und schmiss sie beiseite. Dies veranlasste Ray aufzuschreien, und Kai konnte in den schönen goldenen Augen deutlich Angst lesen. Beruhigend strich er über Rays Rücken.

„Fürchte dich nicht vor meiner Leidenschaft, Chibi. Ich würde dir nie wehtun. Es wäre mir nicht möglich dir Leid zuzufügen", flüsterte er leise und löste Rays Zopf, sodass sein Schwarzes Haar offen über seine Schultern viel. Langsam aber bedächtig strich er über Rays Körper, streichelte ihn sanft. Fuhr kurz über die Wunde an seinem Hals, strich mit dem Daumen darüber so das diese zu pochen anfing. Danach wendete er sich Rays Brust zu. Streichelte und liebkoste ihn. Er wollte seine Sehnsucht stillen, aber auch Rays Furcht nehmen. Eine seiner Hände fuhr an Rays Körper hinunter bis hinzu seiner Körpermitte. Liebkoste ihn immer weiter, bis Ray in Flammen stand.

Ray hatte Kais Berührungen schon mal genossen, jetzt hatte er jedoch das Gefühl das diese um eine vielfaches an Intensität gewonnen hatten. Kai eröffnete ihm eine völlig neue Dimension. Er hörte wie Kai einige Worte in einer ihm fremden Sprache flüsterte und Ray auf den Boden vor dem Kamin gleiten ließ. Mit seinem Körper hielt Kai ihn auf dem Boden fest so dass der Eindruck entstehen konnte in der Gewalt eines erregten Raubtiers zu sein. Bis zu diesem Moment war Kai gar nicht Bewusst gewesen wie nahe er daran war die Grenze zum Bösen zu überschreiten. Seine Empfindungen, Leidenschaft und Lust vermischten sich und verstärkten einander so stark das er um sich und Ray fürchtete.

„Kai", flüsterte Ray leise und strich ihm sanft über seine Wange.

„Ray, ich brauche dein Vertrauen." Kais Stimme klang rau und verführerisch. „Schenke es mir. Bitte, Chibi, schenke es mir." Ray bekam Angst. Er lag wehrlos und schutzlos ausgestreckt auf dem Boden, wie ein Menschenopfer, welches irgendeiner Gottheit dargeboten wurde. Aber er hatte keine Angst vor Kai. Er hatte Angst vor sich selbst. Er hatte Angst davor sich mit Kai zu vereinigen. Er wusste nicht was ihn erwartete. Aber er vertraute Kai. Sachte begann er sich unter Kai zu bewegen, um dessen Stärke ein wenig auszutesten.

Diese Bewegungen heizten in Kai die lodernde Flamme seiner Lust noch mehr an. Er stöhnte Rays Namen und ließ seine Hand Rays Schenkel hinauf gleiten, bis er dessen Männlichkeit erreichte.

„Ray, ich brauche dein Vertrauen." Zärtlich liebkoste er ihn, erkundete seine intimste Stelle und fachte so Rays Leidenschaft an. Er neigte den Kopf und fuhr liebkosend über Rays Haut, sog seinen Duft in sich ein. Ray schrie leicht auf als er Kais Lippen auf seiner Brust spürte, die seine Nippel liebkosten, daran leckten und knabberten bis sie sich aufrichteten. Mit jeder Berührung steigerte sich Kais Erregung, während er gleichzeitig das Gefühl hatte sein Herz würde sich öffnen. Sein Gefährte. Tief atmete er seinen Duft ein, bis er sich ganz davon durchdrungen fühlte.

Zögernd bewegte sich Ray, noch immer unsicher. Kai hob den Kopf und sah Ray verlangend an während er seine Schenkel teilt. Er hielt Rays Blick fest, dann senkte er den Kopf und trank. Kai erkannte das Ray zu unschuldig war für seine wilden, gewagten Liebkosungen. Doch er wollte, dass Ray die Vereinigung mit ihm als lustvoll erlebte, und zwar durch seine Liebkosungen und nicht durch einen hypnotischen Bann. Es fiel Kai schwer sanft und vorsichtig zu sein, während seine Seele danach schrie Ray endlich ganz zu besitzen. Viel zu lange hatte er auf seine Gefährten gewartet und in Einsamkeit und Finsternis ausgeharrt. Doch Kai wusste auch, dass Ray ihm vertraute. Und dieses Vertrauen würde Ray vor ihm beschützen.

Er beugte sich hinunter und Küsste Ray, küsste seinen Mund, seine Lider.

„Du bist so schön Ray. Und du gehörst mir, mir allein." Kai Presste sich an Ray, rieb sich an seinem Körper bis beide vor Verlangen zitterten.

„Es könnte nie im Leben für mich einen anderen geben, Kai." Ray presste diesen Satz hervor da es ihm schwer viel überhaupt eine klaren Gedanken zu fassen, geschweige den diesen auszusprechen. Er strich Kai zärtlich übers Gesicht, glättete die harten Linien der Verzweiflung in seinem Gesicht und streichelte über sein weiches, seidenes graublaues Haar. „Ich vertraue dir, Kai."

„Ich werde so sanft sein wie ich nur kann, Chibi," flüsterte Kai und fuhr mit seiner Hand zu Rays Mund, bedeutet ihm, seine Finger zu befeuchten. Kai war nahe dran seine Beherrschung zu verlieren als Ray verführerisch an seinen Finger saugte und leckte. Langsam entfernte er seine Finger wieder, fuhr über Rays Hüften zu dessen Anus und schob einen Finger langsam in die Öffnung. Es tat ein wenig weh und Ray verkrampfte sich, entspannte sich jedoch gleich wieder. Seine Leidenschaft wuchs und er hob Kai sein Becken entgegen, verlange nach mehr. Kai erfüllte ihm gerne diesen Wunsch, führte noch einen zweiten und danach einen dritten Finger ein. Weitete und bereitete Ray auf das kommende vor.

Ray war aufs Äußerste erregt und Bereit für ihn, doch als er langsam in ihn eindrang fühlte Kai wie er sich verspannte.

„Entspann dich Ray. Es dauert nur einen Moment dann werde ich dich in den Himmel führen." Kai wartete auf Rays Einwilligung. Es viel ihm schwer da er sich kaum noch zurückhalten konnte. Als Ray ihn ansah schimmerte Vertrauen in seinen goldenen Augen. Niemand hatte Kai je so angesehen. Mit einer einzigen Bewegung drang er ganz in Ray ein, spürte wie sich sein Körper um ihn schloss. Ray stöhnte auf und Kai beugte sich zu ihm herunter um den Schmerz mit einem Leidenschaftlichen Kuss zu vertreiben. Er küsste ihn sanft und zärtlich, öffnete seine Geist um seine Seele mit Ray zu teilen. Seine Liebe war wild und besitzergreifend. Er verschenkte sein Herz nicht leichtfertig, gab es jedoch Ray ganz und gar. Langsam begann er sich zu bewegen, beobachtete jedoch Rays Reaktionen ganz genau.

Schließlich erwachten jedoch Kais Instinkte, forderten ihr Recht. Seine Muskeln spannten sich an und winzige Schweißperlen bildeten sich auf seiner Stirn. Er hatte das Gefühl als würde seine Haut in Flammen stehen und brenne. Er ergriff von Ray Besitz, drang wider und wieder in ihn ein, wollte seinen unstillbaren Hunger stellen. Ray presste seine Hände gegen Kais Brust als wolle er ihn von sich drücken. Dieser stöhnte protestierend auf und beugte sich zu den Mal über Rays linker Brust. Kai brannte lichterloh, er nahm Ray immer leidenschaftlicher und suchte nach der einzigen Erfüllung die er kannte. Wieder regte sich Ray, wandte sich von ihm ab und schrie leise auf aus Angst vor den lustvollen Gefühlen die ihn zu überwältigen drohten. Kai stöhnte wieder auf, presste Ray auf den Boden und grub seine Zähne in dessen weiche Haut.

In ihm tobte eine Feuerbrunst, wild und nicht zu kontrollieren. Donner grollte und ließ die Hausmauern erzittern, Blitze schlugen in den Boden ein. Kai schrie auf, während er gemeinsam mit Ray im Himmel der Leidenschaft immer höher schwebte. Höher, immer höher in dem Verlangen nach mehr. Sehr viel mehr. Kais Lippen wanderten über Rays Schulter, zu dessen Hals und blieben an dessen einladender Brust hängen, wo er den Schlag von Rays Herz ganz genau spüren konnte. Spielerisch lies er seine Zunge über die Nippel gleiten, spielte und reizte sie bis er jedoch die stelle über Rays Herzen fand. Er presste seinen Mund darauf und trank, während er Ray wieder und wieder nahm. Er war unersättlich in seiner Leidenschaft. Ray schmeckte süß und rein, wirkte wie eine Droge auf Kai und er konnte nicht mehr aufhören. Er sehnte sich immer mehr nach Ray drang wieder und wieder in ihn um ihn zum wiederholten Mal der Erfüllung nahe zu bringen. Ray erkannte Kai nicht wieder. Er schien allein von einem übermächtigen und sinnlichen Hunger getrieben zu werden. Doch sein Körper reagierte mit einer Intensität auf Kai die ihn selber überraschte. Er gab sich Kais Hunger hin, während dessen Körper wieder und wieder erzitterte und sie beide zum Höhepunkt brachte.

Rays Hingabe war es, die Kai in die Realität zurück brachte. Ray selber, befand sich in einem Trancezustand, aber Kai konnte Rays Vertrauen spüren, dass er Kai von ihm ablassen würde bevor sein Leben in Gefahr war. Schnell ließ Kai seine Zungenspitze über Rays Brust gleiten um die Wunde zu schließen. Langsam hob er den Kopf zu Ray und fluchte leise. In ihm loderte immer noch eine alles verzehrende Leidenschaft, er konnte Rays Süße riechen, auf seine Lippen schmecken. Er hatte sich und seine Rasse noch nie so verabscheut wie jetzt. Ray hatte sich ihm freiwillig hingegeben und er hatte das ausgenutzt, hatte seine Instinkte überhand gewinnen lassen. Sanft zog er Ray in seine Arme und wiegte in hin und her.

„Du wirst nicht sterben Ray." Sein Selbsthass kannte in diesem Moment keine Grenzen. Hatte er vielleicht tief in seinem inneren geahnt dass es so weit kommen würde? Hatte er das mit Absicht getan? Er wusste es nicht, aber er beschloss die Antworten auf diese Fragen später zu klären. Jetzt in diesem Augenblick musste er Ray das Leben retten. Er brauchte dringend Blut.

„Verlass mich nicht, Chibi. Ich bin nur aus einem einzigen Grund auf dieser Welt, und zwar um dich zu finden. Du musst stark sein, für uns beide. Hörst du Ray? Bitte verlass mich nicht."

Kai öffnete eine Stelle auf seiner Brust und presste Rays mund drauf.

»Du wirst trinken. Diesmal musst du mir gehorchen« Er durfte Ray eigentlich nicht direkt von seinem Fleisch trinken lasse, aber er verspürte das Bedürfnis ihn festzuhalten, seine Lippen auf seinem Körper zu spüren, während er ihm seinen heilende Lebenskraft einflößte.

Ray gehorchte nur zögernd, jedoch schien sein Körper die Flüssigkeit anzunehmen. Er hustete und versuchte seinen Kopf wegzudrehen, wurde jedoch von Kai unerbittlich festgehalten und an sich presste.

„Du wirst leben, Chibi."

»Trink.« Obwohl Ray nicht wusste, was Kai mit ihm machte schien sein tief verwurzelter Überlebenswille gegen seine Befehle anzukämpfen. Doch das machte nichts. Kais Wille war viel stärker und würde siegen. Das war bis jetzt noch nie anders gewesen.