Severus wippte mit dem Fuß und trommelte mit dem Finger nervös auf die Tischplatte. Er saß in einem Muggelkaffee in London und blickte alle paar Sekunden auf die Uhr. Als er die Glocke der Eingangstüre läuten hörte erschrak er und sah erwartungsvoll auf. Ein älterer Mann betrat das Kaffee und schüttelte die Nässe des Regens mit Abscheu ab. Severus seufzte. Er strich sich mit einer Hand durch seine frisch gewaschenen Haare und schüttelte den Kopf.
Das war ein Fehler, er hätte nicht kommen sollen. Wie kam er auch auf diese bescheuerte Idee. Warum musste er einwilligen. Er hätte einfach ablehnen und sein trübsinniges Leben alleine fortführen sollen, aber nein anscheinend wollte er sich wiedermal beweisen wie erbärmlich er war. Er blickte erneut auf die Uhr und dann auf sein Muggel Gewand. Schwarze Hose, schwarzer Pullover mit einem weißen Hemd darunter. Er fühlte sich lächerlich. Als er in sein Spiegelbild des großen Fensters blickte, konnte er die Einsamkeit und die Verzweiflung förmlich als Worte auf seiner Stirn sehen. Er atmete tief ein und packte sich zusammen.
Er hatte es versucht, es war ein Fehler, nun hatte er Zeit diesen peinlichen Misserfolg zu verarbeiten und in ein paar Wochen würde er sicherlich keinen Gedanken mehr daran verschwenden. Als ob.
Als er aufstand ertönte die Glocke und sein Kopf schnellte hoch. Sehr unauffällig.
Da stand sie. Missmutig schüttelte sie ihren nassen Schirm ab und suchte das Lokal mit ihren Augen ab. Als sie ihn sah verflog die Miesepetrigkeit aus ihren Augen und sie bekamen ein Strahlen. Sie lächelte ihn an und er konnte nicht anders als es zu erwidern. Alter Trottel. Sie ging auf ihn zu und wurde von einem Kellner aufgehalten.
Auf einmal durchzog ihn Panik. Sollte er ihr die Hand geben, sie umarmen oder sogar einen Kuss auf die Wange geben? Was würde sie erwarten? Wenn er ihr die Hand gab könnte sie das ganze Missverstehen. Severus spürte die Schweißperlen auf seiner Stirn und und atmete erleichtert aus als sie ihm die Hand reichte. Sie setzte sich hin und beschwerte sich über das Wetter, ihr Schimpfen wurde durch einen hasserfüllten Blick in Richtung Fenster unterstützt. Severus versuchte ihr zuzuhören, war aber so von ihrem Anblick überfordert, dass er den Kellner und seine Frage nach seinem Wunsch nicht bemerkte.
„Also, was möchtest du?" Hermine zog eine Braue hoch.
„Bitte wa- achso. Einen Kaffee. Schwarz. Ohne Zucker." Guter erster Eindruck. Starr sie an wie ein Perverser und sei geistig abwesend. Kommt sicher ausgezeichnet an. Idiot.
Hermine schien nichts von alldem zu bemerkte und erzählte munter darauf los. Ein paar Sekunden gestand er sich zu sie anzustarren und dann riss er sich zusammen und folgte ihren Erzählungen, die er mit ein paar „Mhm."s „Aha."s und gelegentlichen Gegenfragen kommentierte. Severus hoffte inständig es würde niemals an ihm lasten das Gespräch zu führen doch schließlich verstummte Hermine und an dem Tisch herrschte eine unangenehme Stille.
Sag etwas. Was denn. Irgendwas. Sie gähnt, sie langweilt sich. Du langweilst sie. Frag sie etwas. Severus räusperte sich und Hermine sah ihn an. Auf einmal wurde er nervös. Sehr nervös.
„Wie geht es..ähm.. Krummbein?" Bravo. Eine Frage über ihre Katze. Gut gemacht.
Hermine lächelte leicht und erzählte ihn von einigen Vorhängen die der Kater bereits vernichtet hatte und andere Anekdoten über den Kater.
„Oh sieh mal, es hat aufgehört zu regnen! Die Sonne scheint!" Hermine sah aus dem Fenster und ihre Augen strahlten vor Begeisterung. Die Sonne hatte sich seit Tagen nicht blicken lassen.
Severus starrte sie an und schenkte der besagten keine Beachtung. Als Hermine sein Blick fing spürte er seine Wangen heiß werden. Gibt es eigentlich irgendjemanden erbärmlicheren als dich. Irgendwo.
„Möchtest du... willst du spazieren gehen?"
Hermines Gesicht verzog sich zu einem Strahlen und sie nickte begeistert. Als sie sich anzogen und nach dem Bezahlen, was nach einiger Diskussion Severus erledigen durfte, nach draußen gingen, hakte sich Hermine in Severus Arm ein und schlenderte mit dem Gesicht in die Sonne gereckt gemütlich neben ihm her.
Entweder hat sie wirklich niedrige Ansprüche oder du hast dich besser geschlagen als gedacht.
