Kapitel 10

Als ich am Morgen aufwachte, war das Bett schon leer. Verschlafen blinzelte ich zum Wecker: 9 Uhr. Wo war Seiya bloß schon um diese Zeit? Ich schlurfte in die Küche, da saß er bereits mit einer großen Tasse Kaffee.
"Guten Morgen, mein Schätzchen", begrüßte er mich und hauchte mir einen sanften Kuss auf die Lippen. "Guten Morgen. Wie lange bist du denn schon wach?", nuschelte ich und rieb mir über die Augen.
"Eine Stunde etwa. Ich habe auch schon ein Auto gemietet. Das können wir gleich abholen. Das heißt, wenn du irgendwann fertig bist", grinste er mich schief an. Ich sah bestimmt furchtbar aus.
"Mh...", brummte ich und nahm einen großen Schluck Kaffee aus seiner Tasse. Bah, war das ekelig. Ich vergesse jedes Mal, dass er seinen Kaffee schwarz trank.
"Deine Ausstellung beginnt erst um 17 Uhr. Wenn wir mit dem Auto gut durchkommen, brauchen wir etwa 5-6 Stunden. Das heißt, wenn wir in einer Stunde losfahren, können wir vorher sogar noch etwas in Osaka unternehmen." Ich schüttelte meinen Kopf, um richtig wach zu werden.
"Ist gut, ich beeile mich." Langsam ging ich ins Bad und duschte erstmal ausgiebig. Packte dann einige Sachen zusammen. Das schöne Kleid von Seiya würde sich bestimmt wunderbar auf der Ausstellung machen. Ich warf einen Blick in meine Tasche. Ich hatte mein Handy fast vergessen. Nachricht von Diamond. Öffnen.
Im Hotel Golden Heaven ist für dich bereits ein Zimmer reserviert, deine Karte habe ich dort am Empfang hinterlegt. Sei pünktlich.

Ich schluckte. Er hatte also sogar ein Zimmer für mich reserviert. Bei meinem Glück hatte er bestimmt das Zimmer nebenan. Wenn Seiya mitkommt, durfte ich das auf keinen Fall riskieren. Schnell öffnete ich eine Buchungsseite für Hotels und buchte mir ein anderes Hotel möglichst weit weg vom Golden Heaven. Sicher ist sicher.
Diamond antwortete:

Danke, das ist lieb gemeint. Ich habe mich aber schon selbst um ein Hotel gekümmert. Ich hole meine Karte dort ab. Bis später.

Ich schaffte es tatsächlich innerhalb einer Stunde fertig zu sein. Seiya hatte in der Zwischenzeit das Auto abgeholt und ich brachte unsere Taschen nach unten.
Er fuhr mit einem schwarzen Sportwagen vor und grinste mir entgegen.
"Das ist ein Auto, Schätzchen", zwinkerte er mir zu.
Die Fahrt war sehr entspannt und lustig. Wir erzählten viel und sangen zu etlichen Liedern, krum und schief, mit. Naja, zumindest ich sang krum und schief, aber das war uns beiden herzlich egal. Nach knapp sechs Stunden Fahrt erreichten wir Osaka und ich lotste Seiya direkt in das von mir gebuchte Hotel.
Völlig erschöpft von der Autofahrt ließ ich mich auf das große Doppelbett fallen.
"Schätzchen, ich habe uns unten im Restaurant einen Tisch reserviert, ich verhungere", sagte Seiya, als er kurz nach mir ins Zimmer kam.
Verträumt schaute ich zu ihm rüber und schnaufte aus. "Ja, ist gut, ich ziehe mich um. Dann gehen wir essen, und dann muss ich auch schon los. Ich muss aus dem Golden Heaven noch meine Eintrittskarte abholen."
"Warum ist die denn da hinterlegt?", fragte Seiya leicht verwundert.
"Der Kunde, der mich eingeladen hat, der hat dort eingecheckt. Damit ich flexibler bin, hat er meine Karte am Empfang hinterlegt", versuchte ich dabei ruhig zu klingen. Immerhin war es ja nicht gelogen. Ich habe lediglich einige Dinge weggelassen.
Nach dem Essen ließ Seiya es sich natürlich nicht nehmen, mich erst zum Golden Heaven zu fahren und anschließend zur Ausstellung. Er parkte in einer Seitenstraße und gab mir noch einen intensiven Kuss, bevor ich ausstieg. "Ruf mich an, wenn du fertig bist. Ich hole dich dann ab", sagte er, und ich nickte ihm noch einmal zu.
Meine Nervosität wuchs mit jedem Schritt, den ich tat. Zu meinem Glück hatte Seiya nicht versucht, mit reinzukommen. Gleich würde ich auf Diamond treffen, und ich war sehr gespannt, was er mir dann erzählen würde. Ich reihte mich in die Schlange der Wartenden ein und hatte die Eintrittskarte griffbereit in der Hand. Kaum hatte ich einen Fuß durch die Tür gesetzt und meine Jacke abgegeben, stand er auch schon vor mir und reichte mir ein Glas Champagner. Auch wenn ich dieses trockene Zeug überhaupt nicht mag, nippte ich kurz dran.
"Schön, dass du gekommen bist." Seine tief schwarzen Augen bohrten sich in meine. Ich war wie ein Junkie, der kurz vor dem Absprung war und dem man dann erneut seine Lieblingsdrogen vor die Nase setzte. Ganz ruhig, Usagi. Du schaffst das. Versuch locker zu klingen.
"Blieb mir etwas anderes übrig?"
"Komm, ich habe für uns einen Besprechungsraum geblockt. Lass uns erst das Wichtige regeln, bevor wir zum Angenehmen übergehen", dabei grinste er mich schief an und mein Körper reagierte sofort auf seine Anspielungen. Ich folgte ihm in ein kleines Zimmer, das hell und freundlich eingerichtet war. Ein Sofa, ein kleiner Tisch und einige Sessel standen darin. Ich setzte mich geradewegs aufs Sofa, überschlug meine Beine und sah erwartungsvoll zu ihm rüber. Diamond lief unruhig wie ein Tiger auf und ab.
"So, ich warte. Was ist da jetzt mit deinem Bruder?"
Seine Miene war hart, ich sah genau, dass er nach den richtigen Worten suchte.
"Usagi, das ist eine lange Geschichte."
"Ich habe Zeit, keine Geheimnisse mehr. Warum mahnst du mich immer wieder zur Vorsicht?"
"Gut, also wie du willst." Er stützte sich an der Lehne eines Sessels ab und sah mir in die Augen. "Es ist jetzt etwa sechs Jahre her, Saphir hatte damals eine Freundin. Rina, sie war wirklich bezaubernd. Die beiden waren schon einige Monate zusammen, und er liebte sie abgöttisch. Du weißt, dass ich mit dieser ganzen Gefühlsduselei nichts anfangen kann, ganz anders als Saphir. Rina und ich trafen uns spontan auf einer Veranstaltung... und der Alkohol floss in Strömen..."
"Du hast sie mit zu dir genommen und konntest deine Finger nicht bei dir behalten", beendete ich seinen Satz, und er nickte.
"Ja, am nächsten Morgen stand Saphir dann bei mir in der Wohnung, weil er etwas abholen wollte. Bis dahin hatten wir immer ein gutes Verhältnis gehabt. Deswegen hatte er auch den Zweitschlüssel für meine Wohnung. Als er Rina nackt in meinem Bett fand, ist er ausgerastet. Er brüllte und zerschlug einen Großteil meiner Einrichtung, bevor er dann wutentbrannt meine Wohnung verließ. So hatte ich ihn bis zu diesem Zeitpunkt noch nie erlebt." Diamond machte eine kurze Pause und begann dann wieder auf und ab zu laufen.
"Wundert dich diese Reaktion? Aber was hat das jetzt mit mir zu tun? Ich werde bestimmt nicht mit deinem Bruder in die Kiste springen", ich ahnte bereits, dass da noch mehr war.
"Rina wollte ihm folgen, sie wollte ihn um Verzeihung bitten. Sie rannte ihm hinterher, doch er war bereits weggefahren. Sie schnappte sich einen der Autoschlüssel, das letzte, was sie zu mir sagte, war: 'Das war ein verdammter Fehler, ich liebe deinen Bruder, das muss er wissen.' Dann fuhr sie ihm nach. Doch sie ist nie bei ihm angekommen. Auf dem Weg zu ihm hatte sie einen tödlichen Autounfall." Diamond stockte kurz, sein Blick haftete auf mir. "Saphir gibt mir die Schuld an diesem Unfall. Am Tag ihrer Beisetzung drohte er mir, ich hätte ihm das Wichtigste genommen, und das würde er mir auch irgendwann antun."

Ich begann zu verstehen, und mir lief ein Schauer über den Rücken.
Deswegen war er also bei mir auf der Arbeit aufgekreuzt und hatte mir nur diese eine Frage gestellt.
"Du meinst, er will mich töten?", wisperte ich ungläubig und hoffte inständig auf eine Verneinung. Diamond holte tief Luft. "Ich fürchte schon. Seit diesem Tag habe ich mich nicht öfter als zwei- bis dreimal mit einem Mädchen getroffen. Du bist die Erste, mit der es was Längeres wurde. Ich hatte inständig gehofft, dass er seinen Groll vergessen würde. Dass die Zeit ihn irgendwann zur Einsicht bewegen würde. Aber als du mir sagtest, er war auf deiner Arbeit, wurde mir klar, dass etwas nicht stimmte."

Ich sprang auf. Ich musste hier raus. Ich brauchte dringend frische Luft. Noch ehe Diamond reagieren konnte, hastete ich schon an ihm vorbei. Ich eilte auf die große Terrasse zu. Als ich nach draußen trat, wehte mir eine kühle Brise entgegen. War das jetzt der richtige Zeitpunkt, um das mit Diamond zu beenden? Würde Saphir dann von mir ablassen? Oder war Diamond der Einzige, der mich vor seinem Bruder schützen konnte? Mein Kopf hämmerte vor Überlegungen. Das konnte doch alles nicht wahr sein. Wo war ich hier nur reingeraten? Ich spürte eine Hand auf meiner Schulter.
"Usagi.", mehr sagte er nicht.

"Lass mich bitte. Ich brauch etwas Zeit für mich. Ich muss mir darüber klar werden, was ich will. Ob das mit uns überhaupt noch weitergeht." Ich brachte es nicht fertig, mich umzudrehen. Es fröstelte mich etwas, als er seine Hand von meiner Schulter nahm. Ich hatte gar nicht richtig über diese Worte nachgedacht. Sie sprudelten einfach aus mir heraus. Ich weiß nicht mehr, wie lange ich so da stand und meinen Blick über den so prachtvoll geschmückten Garten schweifen ließ, während ich weiter über Diamonds Worte nachdachte. Dann riss mich das Klingeln meines Handys zurück in die Realität. Noch etwas benommen blinzelte ich aufs Display. Mamoru, auch das noch.
Ich sammelte mich kurz. "Ja?"
"Bunny, ist alles in Ordnung bei dir? Du hast auf keine meiner Nachrichten geantwortet.", er klang erleichtert, meine Stimme zu hören. Verdammt, ich hatte den ganzen Tag nicht mehr auf mein Handy geschaut.
"Ja, alles gut. Ich musste nur nach Osaka. Ich bin hier gerade auf einer Ausstellung. Es ist wirklich schön hier, würde dir bestimmt gefallen. Soll ich dir ein paar Bilder schicken? Tut mir wirklich leid, dass ich nicht geantwortet habe. Ich habe in der ganzen Hektik vergessen, auf mein Handy zu schauen. Gab's etwas Wichtiges?"
Mamoru unterdrückte ein Lachen. Das hörte ich genau, und ich konnte mir sein freches Grinsen direkt vorstellen. "Ach, meine Bunny. Immer im Stress. Ich habe dir nur schon meine Flugdaten mitgeteilt. Ich habe vorhin meinen Rückflug nach Tokio gebucht. Ich zähle schon die Tage, bis ich wieder bei dir bin."
Langsam drehte ich mich um, und ich war augenblicklich wieder in einer Schockstarre gefangen. "Mamoru, ich freue mich auch, dass du bald wieder da bist, aber ich muss wieder rein. Da ist jemand, mit dem ich dringend sprechen muss... wegen einer Skulptur." Panisch legte ich auf.
In der großen Ausstellungshalle stand unverkennbar Seiya. Wie zum Teufel hatte er es hier rein geschafft? Nur wenige Meter von ihm entfernt stand Diamond und betrachtete ein Gemälde. Mein Herz hämmerte wie wild. So eine verdammte Scheiße! Wenn ich da jetzt rein gehe, würde ich bestimmt eine Bombe zünden. Nervös fuhr ich mir durch die Haare. Seiya und Diamond kennen sich nicht. Solange ich nicht rein gehe, würde also nichts passieren. Ich muss den richtigen Moment abpassen, wenn Diamond wieder im hinteren Bereich verschwand, und dann schnell Seiya einsammeln und mit ihm nach Hause fahren. Das könnte funktionieren. Als ich meinen Blick erneut hob, traf Seiyas Blick mich. Mist, er hatte mich gesehen und steuerte direkt auf mich zu. Langsam neigte ich meinen Kopf zu Diamond, der mich aus den Augenwinkeln beobachtete. Verdammt. Was mache ich denn jetzt? Seiya war nur noch einige Schritte von der Tür entfernt.
Fotografen! Perfekt. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so freuen würde, welche zu sehen. Unten im Außenbereich standen gerade einige und lichteten die Figuren ab, welche zu groß für die Halle waren. Seiya stand direkt vor mir.
"Ist dir nicht kalt ohne Jacke, Schätzchen?" Als er mir über die Schulter streichen wollte, machte ich einen kleinen Schritt zurück, lächelte ihm dabei aber zu. Drehte mich mit dem Gesicht weg von der großen Scheibe, durch die Diamond mich beobachtete.
"Fotografen, wir sind nicht allein.", flüsterte ich Seiya zu, und er verstand. Seiya stützte sich mit seinen Unterarmen auf das Geländer neben mir und musste sich ein Grinsen verkneifen.
"Wie bist du denn hier reingekommen? Du hattest doch keine Karte.", fragte ich immer noch verwundert über sein Auftauchen.
"Ich bin Seiya Kou. Die Leute lieben mich. Ich komme überall rein.", zwinkerte er mir zu.
Wären wir alleine, hätte ich ihm bestimmt einen Hieb in die Seite verpasst. Ich musste mich zusammenreißen. So wie wir jetzt hier standen, waren wir für die Außenstehenden nur zwei Menschen, die sich auf einer Ausstellung unterhielten, und so sollte es bleiben.
Ich rollte aber sichtbar mit den Augen. "Nein, jetzt wirklich, wie bist du reingekommen?", versuchte ich es noch einmal.
"Hab ich dir doch gesagt, die Leute lieben mich. Nachdem ich dich abgesetzt hatte, habe ich mir noch etwas die Beine vertreten und als ich wieder hier ankam, hatte mich eine junge Frau erkannt. Wir haben etwas geplaudert und sie hat mich gefragt, ob ich Interesse an Kunst habe. Sie hätte eine Plus eins auf ihrer Karte, aber die Begleitung sei abgesprungen. Sie wollte dafür lediglich ein Selfie und ein Autogramm.", ein breites Grinsen zierte sein Gesicht. So viel Glück konnte auch nur ein Star haben. Ich warf einen leichten Blick über meine Schulter. Diamond stand jetzt dichter an der großen Scheibe, sein Blick immer noch auf mich gerichtet.
"Du hast echt manchmal mehr Glück als Verstand.", murmelte ich zu Seiya.
"Tja, hat halt manchmal seine Vorteile, ein Star zu sein. Bist du hier beruflich eigentlich schon fertig?"
Nein, ich habe mir noch nicht einmal die Ausstellung angesehen.
"Ähm... um genau zu sein, habe ich bisher nur Gespräche geführt.", bleibe beim Lügen immer so dicht wie möglich an der Wahrheit.
Plötzlich räusperte sich eine junge Frau hinter uns, als wir uns umdrehten, hielt sie Seiya ein Glas Champagner entgegen.
"Wenn ich schon so eine berühmte Begleitung habe, dann müssen wir doch wenigstens zusammen anstoßen", trällerte sie dabei fröhlich und beachtete mich dabei überhaupt nicht. Sie war hübsch, etwa einen halben Kopf größer als ich und hatte lange schwarze Haare. Zögerlich nahm Seiya ihr das Glas ab. Das war meine Chance, die Flucht zu ergreifen, ohne mit Seiya zusammen die Ausstellung zu verlassen. Ich wusste, dass er mir bald hinterherkommen würde.
"Dann lasse ich euch beide mal alleine." Ich zwinkerte Seiya noch kurz zu und verschwand nach drinnen. Puh. An der Garderobe holte ich mir meine Jacke, doch als ich mich umdrehte, stand da auch schon wieder Diamond vor mir.
"Usagi, können wir nochmal reden? Du bist mir nicht egal." Scheiße. Das war genau das, was ich jetzt nicht hören wollte.
"Ich weiß, aber ich brauche Zeit, um über alles nachzudenken. Du kannst nicht erwarten, dass ich in zwanzig Minuten vor der Tür schon eine Entscheidung getroffen habe. Wenn ich mich weiter mit dir treffe, wer weiß, was sich dein Bruder einfallen lässt. Ich habe die Angst in deiner Stimme gehört und ich sehe sie jetzt noch immer in deinen Augen."
Er umfasste fest mein Handgelenk und zog mich hinter sich her. Meine Libido tanzte vor Freude, denn sie wusste, was gleich geschehen würde. Das Flackern in seinen Augen blieb mir nämlich nicht verborgen. Hinter der Garderobe war ein kleiner Abstellraum. Hinter uns schloss er direkt ab, drückte mich fest gegen die Wand und küsste mich wild und fordernd. Ich war ein elender Junkie und ergab mich einfach meiner Lust. Als wir fertig waren, lehnte ich keuchend an der Wand. Das hier war unser Ding, hemmungsloser Sex, und das würde ich definitiv vermissen. Weder Seiya noch Mamoru würde ich je zu einer schnellen Nummer in einer Abstellkammer bewegen. Ich richtete mein Kleid und versuchte, meine Haare zu bändigen. Ich legte Diamond meine Hand an die Wange. "Gib mir Zeit, ich melde mich", hauchte ich ihm zu und versiegelte seine Lippen mit einem Abschiedskuss.
Als ich die Tür hinter mir schloss und ihn allein zurückließ, merkte ich eine leichte Traurigkeit, aber auf der anderen Seite auch eine Spur von Erlösung.
"Schätzchen, was machst du denn da?" erklang plötzlich Seiyas amüsierte Stimme, als ich wieder auf Höhe der Garderobe war. Verdammt.
"Ich... ähm... ich habe die Toilette gesucht. Da war aber nur eine Abstellkammer", sagte ich schnell und steuerte den Ausgang an. Seiya folgte mir mit etwas Abstand. Als wir endlich gemeinsam im Auto saßen, fiel ein tonnenschwerer Betonklotz von mir ab. Das eben hätte auch gewaltig schief gehen können. Nicht nur Seiya hatte manchmal mehr Glück als Verstand, auf mich schien es auch zuzutreffen. Dann meldete sich plötzlich mein schlechtes Gewissen. Seiya war doch nahezu perfekt. Wie konnte ich trotz all der Umstände bei Diamond nur wieder schwach werden?
Ich war so ein Idiot.