In Memoriam

In Memoriam", las Remus.

„Sie meinen also, wir dass wir gar nicht erst zu fragen brauchen, warum diese Leute hier sind?", fragte Ginny und machte deutlich klar, wen sie mit „diesen Leuten" gemeint hatte.

„Nee!", sagte Remus, und sie vermutete, dass sie nicht unbedingt eine Antwort auf ihre dringendsten Frage brauchte, weil Fleur dicht an ihrem ältesten Bruder saß. Sie bemerkte, dass alle Männer in diesem Raum (außer Dumbledore und Remus) sie ansahen und sie das blonde Mädchen nicht gerade beliebt gemacht hatte. Sie tauschte einen Blick mit Hermine und wusste, dass ihre buschige Freundin genau so fühlte wie sie.

„Was meinen sie mit Memorandum?" fragte Arthur leise, aber jeder hörte ihn.

„Ich bin sicher, wir finden es heraus", seufzte Remus.

Harry blutete.

„Oh, was ist es diesmal?", fragte Ron scharf, bevor seine Mutter sich über ihn ärgern konnte.

„Ich weiß es nicht", zuckte Harry mit den Schultern und die meisten Jungs kicherten darüber.

Leise vor sich hinfluchend, hielt er die rechte Hand mit der linken umklammert und stieß mit der Schulter seine Zimmertür auf. Das Knirschen von zerbrechendem Porzellan war zu hören: Er war auf eine Tasse mit kaltem Tee getreten, die auf dem Boden vor seiner Tür stand.

„Ähm… Was sollte das denn?", fragte Fred.

„Ich weiß es nicht", wiederholte Harry.

„Weißt du überhaupt irgendwas?", erkundigten sich George und Draco gleichzeitig.

„Halt die Klappe, Malfoy!", sagte George.

„Du hast das selbe gesagt", sagte Draco und rollte mit den Augen.

„Ich sagte, Halt die Klappe", wiederholte George.

Was zum…"

Er blickte sich um; auf dem Treppenabsatz im Ligusterweg Nummer vier war niemand. Vielleicht hatte Dudley die Tasse Tee für einen genialen Streich gehalten.

„Nun, das ist zu clever für mich", sagte Sirius.

„Also gibst du zu, dass du ein Idiot bist", schnaubte Severus.

„Vergöttern wir wirklich diesen Jungen?", flüsterte Fred laut genug, damit jeder es hören konnte.

George zuckte mit den Schultern. „Leider."

Während Harry seine blutende Hand weiter hochhielt, scharrte er mit der anderen die Scherben der Tasse zusammen und warf sie in den bereits vollgestopften Papierkorb, der hinter der Zimmertür hervorlugte. Dann trottete er hinüber zum Badezimmer und ließ Wasser über seinen Finger laufen.

Er war dumm, sinnlos und unglaublich ärgerlich, dass immer noch vier Tage vor ihm lagen, an denen er nicht zaubern konnte…

„Die letzten paar Tage, werden wirklich irritierend", sagte Percy, für den, da er als einer der wenigen, die Außerhalb von Hogwarts siebzehn geworden ist, die Frage relevant war (die anderen, Harry natürlich und Ginny mussten das noch nicht durchmachen). Allerdings wünschte er sich, dass er nicht gesprochen hätte, denn all seine Geschwister funkelten ihn an (Obwohl Bills Blick mehr ein Starren als ein funkeln war).

doch er musste sich eingestehen, dass dieser ausgefranste Schnitt in seinem Finger ihn überfordert hätte. Er hatte nie gelernt, Wunden zu schließen, was ihm jetzt, wo er darüber nachdachte, wie ein echtes Manko seiner magischen Bildung erschien – vor allem angesichts dessen, was er in der nächsten Zeit vorhatte.

„Was habt ihr denn in nächster Zeit vor?", fragte Molly und ihre Augen verengten sich.

Harry zuckte mit den Schultern und hoffte, dass es nichts war, was ihn in Schwierigkeiten bringen würde.

„Es ist wirklich ein Manko, aber leider sind Heilzauber eher fortgeschritten und können immer noch gefährlich sein, wenn sie falsch ausgeführt werden, Potter", sagte McGonagall.

Er nahm sich vor, Hermine zu fragen, wie es funktionierte,

„Natürlich… Im Zweifelsfall, wende dich an Hermine", neckte ihn Ginny.

Alle schnaubten über das und Hermine errötete leicht, obwohl sie auch zufrieden aussah.

und wischte mit einem Haufen Klopapier möglichst viel von dem Tee auf. Dann kehrte er in sein Zimmer zurück und schlug die Tür hinter sich zu.

Harry hatte den ganzen Vormittag lang seinen Schulkoffer komplett ausgeräumt, zum ersten Mal seit er ihn vor sechs Jahren gepackt hatte. Seither hatte er zu Beginn jedes Schuljahres immer nur drei Viertel der Sachen oben herausgenommen, wieder hineingelegt oder durch neue ersetzt, so dass sich unten am Boden eine Schicht aus Kleinkram angesammelt hatte.

„Du bist so faul", sagte Hermine und rollte mit den Augen.

Harry zuckte nur mit den Schultern.

alte Federkiele, getrocknete Käferaugen, einzelne Socken, die nicht mehr passten. Ein paar Minuten zuvor hatte Harry die Hand in diesen Mulch getaucht, einen stechenden Schmerz im vierten Finger seiner rechten Hand verspürt und viel Blut gesehen, als er sie herausgezogen hatte.

Jetzt fuhr er ein wenig vorsichtiger fort. Er kniete sich wieder neben den Koffer, suchte am Boden herum und holte einen alten Anstecker heraus, der müde zwischen „Ich bin für CEDRIC DIGGORY" und „POTTER STINKT" hin und her zuckte,

„Warum würdest du einen von denen behalten?", spottete Ron und fragte Draco lachend. Die Jungs funkelten sich danach an.

Harry zuckte wieder mit den Schultern. Er erinnerte sich nicht, eine mitgenommen zu haben, aber nahm an, dass sie irgendwie den Weg in seinen Koffer geschafft hatte.

Ein zerbrochenes und abgenutztes Spickoskop sowie ein goldenes Medaillon, in dem eine Notiz mit der Signatur „R.A.B." versteckt worden war,

„Ähm… was?", fragte Harry.

„Ich denke, dass das bedeutet, dass du etwas Neues finden wirst", antwortete Hermine vernünftigerweise.

„Ich frage mich, wer dieser R.A.B Typ ist" Sirius runzelte die Stirn und seine Gedanken schweiften zu seinem Bruder aber er schüttelte den Gedanken sofort beiseite.

bis er endlich den scharfen Splitter entdeckte, an dem er sich geschnitten hatte. Er wusste sofort, um was es sich handelte. Es war ein fünf Zentimeter langes Stück eines Zauberspiegels,

„Oh, daran erinnere ich mich", lächelte Sirius. „ich und James haben es immer benutzt, wenn wir…Ähm… nicht so wichtig" Er verstummte als er McGonagall anguckte, die ihn anfunkelte. „Aber warum, hast du es zerbrochen?"

„Sirius, Ich hab den Spiegel doch noch nicht mal", sagte Harry. „Wie soll ich wissen ob ich ihn zerbrochen habe oder nicht?"

„Remus", fragte Tonks leise und sah den blassen Werwolf an. „Was ist?"

„Das kann nicht sein", sagte er und seine Stimme zog alle Aufmerksamkeit auf sich, dass sie so gequält klang. „Es kann nicht…er…"

„Remus", sagte Sirius mit zitternder Stimme und sein Freund sah zu ihm auf und er konnte sehen, was er sagen würde. Remus Augen waren leer und er sah so aus, als würde er große Schmerzen durchleiden. Seine Lippen bewegten sich, doch er brachte keinen Ton heraus.

den er von seinem verstorbenen Paten Sirius

Tonks las für ihn. Tränen kamen aus ihren eigenen Augen und sie hielt Remus Hand.

„NEIN!", schrie Harry, sein Schrei spiegelte allen Schmerz wieder, den Remus fühlte und die Augen des jungen Mannes überschwammen in Schmerz und Tränen. „Nein…", wiederholte er mit einer schwächeren Stimme, er konnte seinen Paten nicht verlieren. Er hatte Sirius doch gerade erst gefunden… Er hatte gerade erst ein Stück seiner Familie gefunden und dass konnte er doch nicht verlieren.

„Ich bin hier Harry", sagte Sirius, stand auf und legte ohne zu Zögern seine Arme um seinen Patensohn. „Ich gehe nirgendwo hin…"

„Aber", fing Harry an.

„Wir werden es ändern… wir werden es nicht passieren lassen, ok?" Als Sirius das sagte, guckte Harry ihn an. „Außerdem ist Remus noch da…er wird sich um dich kümmern."
Remus sah die beiden an. Er dachte nicht, dass er es aushalten würde, wenn er seinen letzten Bruder verlieren würde. Allerdings, hatte Sirius ihn versehendlich daran erinnert, dass Harry immer noch da war, um den er sich kümmern musste. Er würde für den Jungen stark bleiben.

„Ich denke, ich schaff es wieder", sagte Remus und nahm sich das Buch von Tonks zurück, lächelte sie an um ihr zu zeigen, dass er es kontrollieren konnte und begann zu lesen, bevor irgendjemand etwas sagen konnte. Allerdings, hatte jeder eine andere Reaktion auf das. Dumbledore runzelte die Stirn zu Sirius und Harry, wissend, wie schwer der Verlust sich auf den Jungen ausbreiten würde, der schon so viel Verlust erlebt hatte, dennoch nicht zu erwähnen, wie grausam es für Sirius war, aus dieser Welt genommen zu werden, nach all dem Schmerz den er durchlebt hat. McGonagall schrie tatsächlich, obwohl keiner Außer Dumbledore dies bemerkte, sie hatte die Rumtreiber immer gemocht, obwohl sie ein Fluch ihres Daseins gewesen waren. Severus runzelte die Stirn, überraschend wütend darüber, dass der Mann, der ihn so geärgert hatte wie sonst keiner, sterben würde. Hermine schrie ebenfalls, wohl wissend wie schmerzvoll es für Harry sein würde und wie sehr sie Sirius vermissen würde. In der Tat, reagierten sie meisten so.

bekommen hatte. Harry legte es beiseite und tastete vorsichtig im Koffer nach dem Rest, aber von dem letzten Geschenk seines Paten war nichts weiter übrig als zerbröseltes Glas, das wie Glitzerpulver an der untersten Schicht des Plunders klebte.

Harry richtete sich auf und untersuchte das gezackte Bruchstück, an dem er sich geschnitten hatte, doch er sah nur sein eigenes hellgrünes Auge darin widergespiegelt. Dann legte er die Scherbe auf den Tagespropheten vom Morgen, der ungelesen auf dem Bett lag, und versuchte gegen die plötzliche Flut von schmerzlicher Erinnerung anzukämpfen, gegen den stechenden Schmerz und die Sehnsucht, die der Fund des zerbrochenen Spiegels ausgelöst hatte, indem er sich über den restlichen Kleinkram im Koffer hermachte.

Er brauchte noch eine Stunde, um ihn vollständig auszuräumen, die nutzlosen Dinge wegzuwerfen und das Übrige auf einen Haufen zu verteilen, je nachdem, ob er die Sachen künftig brauchen konnte oder nicht. Seine Schul- und Quidditch- Umhänge, Kessel, Pergament, Federkiele und die meisten Schulbücher lagen auf einem Stapel in einer Ecke, die würde er zurücklassen.

„Zurücklassen?", rief Molly. „Was meinst du mit zurücklassen?"

„Ich weiß es nicht", murmelte Harry, er war immer noch geschockt über Sirius, aber Mollys Blick fing an ihm Angst ein zu jagen.

Er fragte sich, was seine Tante und sein Onkel damit tun würden; wahrscheinlich alles mitten in der Nacht verbrennen, als wären es Beweisstücke für irgendein schreckliches Verbrechen. Seine Muggelkleidung, den Tarnumhang, die Zaubertrankausrüstung, bestimmte Bücher, das Fotoalbum, dass Hagrid ihm einst geschenkt hatte, einen Stapel Briefe und seinen Zauberstab hatte er in einen alten Rucksack umgepackt. In einer Vordertasche steckten die Karte des Rumtreibers und das Medaillon mit der Notiz darin, die mit „R.A.B." unterzeichnet war. Das Medaillon erhielt diesen Ehrenplatz nicht, weil es kostbar gewesen wäre – es war nach allen gängigen Maßstäben wertlos – sondern weil der Preis, es zu bekommen, so hoch gewesen war.]

„Wenn es wertlos ist, wie kann es dann so wie gekostet haben", Draco rollte mit den Augen.

Harry allerdings zuckte und sah Sirius mit einem fragenden Ausdruck an. Möglicherweise kostete es ein Menschenleben, dachte er dunkel.

Jetzt blieb nur noch ein ansehnlicher Stapel Zeitungen auf dem Schreibtisch neben seiner Schneeeule Hedwig: eine für jeden Tag, den Harry diesen Sommer im Ligusterweg verbracht hatte.

Er stand auf, streckte sich und ging zu seinem Schreibtisch hinüber. Hedwig regte sich nicht, als er anfing die Zeitungen zu überfliegen und sie dann eine nach der anderen zum Müll warf; die Eule schlief oder tat jedenfalls so; sie war böse auf Harry, weil sie im Augenblick immer nur für kurze Zeit aus dem Käfig durfte.

Harry kicherte über Hedwigs Verhalten.

Als Harry fast am Ende des Zeitungsstapels angelangt war, wurde er langsamer und suchte nach einer bestimmte Ausgabe, die, wie er wusste, zu Beginn der Sommerferien kurz nach seiner Rückkehr im Ligusterweg eingetroffen war; er erinnerte sich noch daran, dass auf der Titelseite eine kurze Meldung über den Rücktritt von Charity Burbage gestanden hatte, die Mugglekundelehrerin von Hogwarts. Schließlich fand er die Ausgabe. Er schlug Seite zehn auf, sank auf seinen Schreibtischstuhl und las den Artikel, den er gesucht hatte, noch einmal durch.

ERINNERUNG AN ALBUS DUMBLEDORE

„Was?", sagten mehrere Leute.

„Heißt das etwas…", fing Sirius an.

„Das ich tot bin. Ich denke mal", Dumbledore runzelte die Stirn.

„Unmöglich", sagten mehrere Weasleys.

„Du bist Dumbledore", Sirius sagte, was alle dachten. „Du kannst nicht sterben."

„Ich bin nur ein Mensch, wie jeder andere auch.", lächelte Dumbledore. „Ich versichere dir, ich kann."

Severus faltete seine Arme und drehte sich von allen weg. Dumbledore, dem er so sehr respektieren gelernt hatte in den letzten vierzehn Jahren…das war die einzige Person, die wirklich sie selbst sein kann, ohne etwas zurückzuhalten… war tot.

McGonagall sackte in ihrem Stuhl zusammen und dachte daran, dass ihr Freund seit mehr als 39 Jahren, sterben würde. Hogwarts würde nie dasselbe sein, ohne ihn. Molly legte einen Arm um sie, als sie beiden Tränen für den alten Mann vergossen.

Harry sah auf den Boden, wie viele Menschen, die ihm wichtig waren würden sterben? War dies seine Zukunft, alle zu verlieren, die er liebte?

Hermine nahm seine Hand und Ron legte seine auf seine Schulter. Keiner seiner Freunde sah ihn an, und beide sahen sie blass aus bei diesen Neuigkeiten, aber alles was er fühlen konnte war die Wärme, die die beiden ihm gaben. Sie waren immer für ihn da gewesen, wenn er sie gebraucht hatte. Er wusste nicht, was er ohne sie getan hätte und er wollte es auch nie herausfinden.

Von Elphias Doge

Ich begegnete Albus Dumbledore erstmals im Alter von elf Jahren,

„Sie waren elf?", fragte Sirius in einem so lächerlichen Ton, dass die meisten zu kichern begannen, obwohl keiner sich danach fühlte in diesem Moment.

„Natürlich war ich elf.", lächelte Dumbledore in an. „Wie ich dich gerade daran erinnert habe, Ich bin ein Mensch."

„Stimmt", sagte Sirius verlegen. „Es ist nur schwer sich sie als Jung vorzustellen."

„Warum, Ich danke ihnen Sirius", sagte Dumbledore, da waren nur wenige Leute dich selbst jetzt noch lachten.

An unserem ersten Tag in Hogwarts. Wir fühlten uns zueinander hingezogen, was zweifellos daran lag, dass wir uns beide als Außenseiter empfanden. Ich hatte mir kurz vor meiner Ankunft in der Schule die Drachenpocken zugezogen, und obwohl ich nicht mehr ansteckend war, ermutigten mein pockennarbiges Gesicht und meine grünliche Hautfarbe nicht besonders viele, sich mir zu nähern. Albus für seinen Teil war mit der Bürde unfreiwilliger Berühmtheit nach Hogwarts gekommen. Knapp ein Jahr zuvor war sein Vater Percival wegen eines brutalen und Aufsehen erregenden Überfalls auf drei junge Muggel verurteilt wurde.

„Wirklich?", fragte Hermine und sah ihren Schulleiter ein wenig schockiert an, aber Dumbledores Ausdruck, war so traurig und nachdenklich, dass es schwer war ihn anzusehen.

Albus hatte nie versucht zu bestreiten, dass sein Vater ( der später in Askaban starb) dieses Verbrechen begangen hatte; im Gegenteil, als ich den Mut fasste, ihn zu fragen, versicherte er mir, dass er wusste, dass sein Vater schuldig war. Weiter wollte Dumbledore nicht über diese traurige Angelegenheit sprechen, obwohl viele ihn dazu bringen wollten. Einige neigten sogar dazu, die Tat seines Vaters zu rühmen, und nahmen an, dass Albus ein Muggelhasser sei.

Draco sah nachdenklich zu Dumbledore, ihm war nicht bewusst, dass er so viel gemeinsam hatte mit seinem Schulleiter.

Welch ein gewaltiger Irrtum:

Und da verschwanden die Ähnlichkeiten schon wieder, obwohl er Muggel nie so sehr gehasst hatte wie es schien, er fand sie nur ziemlich nutzlos.

Wie jeder, der Albus kannte, bestätigen würde, zeigte er nie auch nur den leisesten Anflug von Muggelfeindlichkeit. Tatsächlich machte er sich durch seinen entschlossenen Einsatz für Mugglerechte in den folgenden Jahren viele Feinde.

Binnen weniger Monate jedoch stellte Albus' eigener Ruhm den seines Vaters allmählich in den Schatten. Mit dem Ende seines ersten Schuljahres war er nicht mehr der Sohn eines Muggelhassers, sondern galt schlicht und einfach als der brillanteste Schüler, den die Schule ja gesehen hatte. Diejenigen von uns, die die Ehre hatten, seine Freunde zu sein, profitierten von seiner vorbildlichen Haltung, ganz zu schweigen von seinem Beistand und Zuspruch, die er immer großzügig erteilte. In vorgerücktem Alter offenbarte er mir, dass er schon damals wusste, dass seine größte Freude das Unterrichten war.

„Wirklich, Sir, Ich würde denken, sie könnten alles tun, was sie wollten.", sagte Sirius.

„Ich mag das unterrichten von jungen Schülern und beobachte gerne wie sie sich im Laufe der Jahre hier verändern." Dumbledore lächelte, das war wirklich das Beste an seinen Job.

Er gewann nicht nur jeden bedeutenden Preis, den die Schule vergab, sondern stand bald auch in reger Korrespondenz mit den angesehensten magischen Persönlichkeiten der Zeit, darunter Nicolas Flamel, der gefeierte Alchemist, Batilda Bagshot, die berühmte Historikerin, und Adalbert Schwahfel, der magische Theoretiker. Mehrere seiner Aufsätze fanden Eingang in wissenschaftliche Publikationen wie Verwandlung Heute, Zentralfragen der Zauberkunst und Angewandte Zaubertrankkunde. Dumbledore war offensichtlich eine kometenhafte Karriere bestimmt, die einzige offene Frage war nur, wann er Zaubereiminister werden würde. Obwohl in späteren Jahren oft angekündigt wurde, er sei im Begriff, diesen Posten zu übernehmen, hegte er nie Ambitionen auf das Ministeramt.

„Wieso nicht, ich wette sie wäre besser als Fudge gewesen?", sagte Harry.

„Das weißt du nie bis es passiert", sagte Dumbledore. „Ich bin mir nicht Sicher, ob ich ein guter Minister geworden wäre.

Drei Jahre nachdem wir in Hogwarts angefangen hatten, kam Albus' Bruder Aberforth an die Schule. Sie waren sich nicht ähnlich; Aberforth war kein Bücherwurm, und im Gegensatz zu Albus zog er es vor, Streitigkeiten durch Duelle und nicht durch vernünftige Diskussionen auszutragen. Allerdings ist es völlig falsch, zu behaupten, wie manche es taten, dass die Brüder keine Freunde waren. Sie kamen so gut miteinander aus, wie zwei so unterschiedliche Jungen es nur konnten.

Percy konnte sich gut vorstellen was Dumbledore durchgemacht haben muss, er hatte nie eine gute Beziehung zu seinen Geschwistern. Er rutschte unbehaglich, als die meisten seiner Familie in anstarrten.

Gerechterweise muss man Aberforth einräumen, dass das Leben in Albus' Schatten bestimmt keine nur positive Erfahrung war. Ständig überstrahlt zu werden, war eine Art Berufsrisiko, wenn man sein Freund war, und kann für einen Bruder sicher nicht angenehmer gewesen sein.

Ron verzog sein Gesicht, Er konnte Aberforth gut verstehen. Seine Brüder überstrahlten ihn ständig und sein bester Freund war Scheiß - Harry Potter. Dann war da Hermine, die bekannt war, als die brillanteste Hexe ihres Alters.

Als Albus und ich Hogwarts verließen, wollten wir gemeinsam eine Weltreise unternehmen, wie es damals üblich war, und Zauberer in anderen Ländern besuchen und studieren, um danach unsere jeweiligen Berufswege einzuschlagen. Doch ein Unglücksfall verhinderte dies. Just am Vorabend unserer Reise, starb Albus' Mutter Kendra, und ließ Albus als Familienoberhaupt und einziger Brotverdiener zurück. Ich verschob meine Abfahrt, um Kendra bei der Beerdigung die letzte Ehre zu erweisen, dann brach ich zu meiner Reise auf, nun alleine. Mit einem jüngerem Bruder und einer jüngeren Schwester, um die er sich kümmern musste, und nur wenig geerbtem Gold, kam es für Dumbledore nicht mehr in Frage, mich zu begleiten.

Dumbledore verzog das Gesicht, wäre er auf eine Reise gegangen, hätten viele vergangene Dinge vermieden werden können.

Das war die Zeit unseres Lebens, in dem wir am wenigsten Verbindung hatten. Ich schreib Albus und berichtete ihm, vielleicht ein wenig taktlos, von den wunderbaren Erlebnissen auf meiner Reisen, etwa wie ich in Griechenland nur knapp den Chimäras entronnen war, oder von den Experimenten der ägyptischen Alchemisten. In seinen Briefen erzählte er mir wenig von seinem täglichen Leben, das, wie ich vermutete, für einen so exzellenten Zauberer frustrierend langweilig sein musste. Ganz in meine eigenen Erfahrungen vertieft, erfuhr ich gegen Ende meines Reisejahres mit Entsetzen, dass abermals ein Unglück die Dumbledores heimgesucht hatte: Der Tod seiner Schwester Ariana.

Alle Frauen im Raum sahen Dumbledore traurig an, aber er achtete nicht besonders auf sie, seine Gedanken schwelgten in der Vergangenheit… in seiner Trauer im Moment.

Obwohl Ariana lange Zeit kränklich gewesen war, hatte dieser Schicksalsschlag, so bald nach dem Verlust ihrer Mutter, größte Auswirkungen auf ihre beiden Brüder. Alle, die Albus besonders nahestanden – und ich zähle mich selbst zu diesen Glücklichen -, sind sich einig, dass Arianas Tod und Albus' Gefühl, persönlich dafür verantwortlich zu sein (obwohl er natürlich schuldlos war), bleibende Spuren bei ihm hinterlassen haben.

Dumbledore machte keine Anzeichen, dass der Satz auf ihn gewirkt hatte, aber innerlich fühlte er sich, als würde er von einem Messer erstochen werden…Es war seine Schuld…Alles seine Schuld.

Er kehrte nun nach Hause zurück und fand einen jungen Mann vor, der das Leid eines viel älteren Menschen durchlitten hatte.

Harry war es nun, der sich mit Dumbledore verglichen könnte.

Albus war reservierter als zuvor und bei weitem nicht mehr so unbeschwert. Zu allem Unglück hatte der Verlust von Ariana nicht dazu geführt, dass Albus und Aberforth sich erneut näherkamen, sondern dass sie sich entfremdeten. (Mit der Zeit besserte sich dies – in späteren Jahren bauten sie wenn auch keine enge, so doch wieder eine freundschaftliche Beziehung zueinander auf.) Allerdings sprach er von dem an selten über seine Eltern oder über Ariana, und seine Freunde lernten, sie nicht zu erwähnen.

Andere Federn werden durch die Großtaten der nun folgenden Jahre beschreiben. Dumbledores zahllose Beiträge zum Reichtum des magischen Wissens, darunter seine Entdeckung der zwölf Anwendungen von Drachenblut, erden künftigen Generationen von Nutzen sein, wie auch die Weisheit, die er bei vielen Urteilssprüchen in seiner Zeit als Großmeister des Zaubergamots an den Tag gelegt hat. Noch heute heißt es, dass kein Zauberduell jemals dem zwischen Dumbledore und Grindelwald im Jahre 1945 gleichkam.

Das war eine andere Schwere Sache für Dumbledore zu hören, aber er reagierte nicht im wenigsten darauf.

Die Augenzeugen haben von der Angst und von der Ehrfurcht geschrieben, die sie verspürten, als sie diese beiden außergewöhnlichen Zauberer beim Kampf beobachteten. Dumbledores Triumph und dessen Auswirkungen auf die Zaubererwelt gelten als Wendepunkt in der magischen Geschichte, von ähnlicher Bedeutung wie die Einführung des Internationalen Geheimhaltungsabkommens oder der Sturz Jenes, der nicht genannt werden darf.

Albus Dumbledore war wie stolz oder eitel; er konnte in jedem etwas Wertvolles finden, wie unbedeutend oder erbärmlich er auch wirken mochte, und ich glaube, dass seine frühen Verluste ihm Menschlichkeit und Einfühlungsgabe verliehen haben. Ich werde seine Freundschaft mehr vermissen, als ich sagen kann, aber mein Verlust ist nichts im Vergleich zu dem der Zaubererwelt. Dass er der anregendste und beliebteste alle Schulleiter von Hogwarts war, steht außer Frage. Er starb wie er lebte: stets dem größeren Wohl verpflichtet.

Dumbledore zuckte innerlich bei der Verwendung dieser Redewendung.

und bis zu seiner letzten Stunde gerne bereit, einem kleinen Jungen mit Drachenpocken die Hand zu reichen, wie an dem Tag, als ich ihn kennen lernte.

Harry hörte auf zu lesen, betrachtete aber weiter das Bild zu dem Nachruf. Dumbledore zeigte sein vertrautes, freundliches Lächeln, doch wie er da über die Halbmondgläser seiner Brille spähte, erweckte er sogar auf dem Zeitungspapier den Eindruck, als würde er Harry röntgen,

„Ich bekomme dasselbe Gefühl, wenn er mich ansieht", sagte Sirius und versuchte die Stimmung aufzulockern die sich im Raum gebildet hatte. „Es ist verdammt gruselig."

Keiner lächelte.

dessen Trauer sich mit einem Gefühl von Demütigung vermischte.

Er hatte geglaubt, Dumbledore ziemlich gut zu kennen, doch seit er diesen Nachruf gelesen hatte, musste er sich zwangsläufig eingestehen, dass er ihn fast gar nicht gekannt hatte. Nicht ein einziges Mal hatte er sich Gedanken über Dumbledores Kindheit oder Jugend gemacht; es war, als wäre er schon so auf die Welt gekommen, wie Harry ihn gekannt hatte, ehrwürdig und silberhaarig und alt.

„Ha…Ich sagte euch doch, dass es ein komisches Bild war.", sagte Sirius und diesmal lächelten einige matt.

Sich Dumbledore als Teenager vorzustellen war einfach abstrus, gerade so, als wollte man sich eine dumme Hermine oder einen netten Knallrümpfigen Kröter vorstellen.

Manche kicherte schwach darüber, vor allem die, die wussten was ein Knallrümpfigen Kröter war.

„Was ist ein Knallrümpfiger Kröter?", fragte Fleur, sie war immer Stolz über sich gewesen, dass sie so viele magische Wesen kannte, doch das kannte sie nicht."
„Ähm…etwas das Hagrid gezüchtet hat.", antwortete Harry. „Da war eins im Labyrinth…" Er verstummt, es erinnerte ihn an andere Personen die um ihn herum gestorben sind.

„Oh", fröstelte Fleur, Sie wusste genau, über welche Kreaturen Harry gerade sprach. Ihre Gedanken gingen ebenfalls zu Cedric und sie verzog das Gesicht.

Er hatte nie daran gedacht, Dumbledore über seine Vergangenheit zu befragen. Dabei wäre er sich zweifellos komisch vorgekommen, ja so aufdringlich, aber es war immerhin allgemein bekannt gewesen, dass Dumbledore jenes legendäre Duell mit Grindelwald ausgetragen hatte, und Harry war es nicht in den Sinn gekommen, Dumbledore danach zu fragen, wie es gewesen war, und auch nicht nach seinen anderen berühmten Taten.

„Ich mag es nicht besonders über solche Dinge zu reden.", sagte Dumbledore und dachte vor allem an seinen Kampf mit Grindelwald…sein einziger Freund und die bitterste Erinnerung der schmerzvollsten Zeit seines Lebens.

Harry nickte ihm zu, und sah den Blick der Traurigkeit in seinen Augen und Remus bemerkte das auch, entschied aber weiter zu lesen.

Nein, sie hatten stets über Harry gesprochen, über Harrys Vergangenheit, über Harrys Zukunft, über Harrys Pläne… und obwohl Harrys eigene Zukunft so gefährlich und unsicher war, schien es ihm jetzt, dass er unwiederbringliche Gelegenheiten verpasst hatte, als es ihm nicht eingefallen war, Dumbledore mehr über ihn selbst zu befragen, auch wenn die einzige persönliche Frage, die er seinem Schulleiter je gestellt hatte, vermutlich die einzige war, die nicht aufrichtig beantwortet worden war:

Was sehen sie, wenn sie in den Spiegel schauen?"

Ich? Ich sehne mich dastehen, ein Paar dicke Wollsocken in der Hand haltend."

„Ähm…Was soll das denn bedeuten?", fragte Sirius, doch er bekam keine Antwort.

Nachdem Harry einige Minuten gegrübelt hatte, riss er den Nachruf aus dem Propheten heraus, faltete ihn vorsichtig zusammen und steckte ihn in den ersten Band von Praktische defensive Magie und ihr Einsatz gegen die dunklen Künste.

„Das hört sich nach einem interessanten Buch an… Wo hast du es her?", fragte Hermine. „Vielleicht heißt es, dass wir noch einen guten Verteidigungsprofessor bekommen."

„Er bekam das Buch nicht wegen dem Unterricht", sagte Sirius und Remus funkelte ihn an.

„Wo hab ich es her?", fragte Harry und lächelte vergnügt bei dem Gesichtsausdruck von Sirius und Remus.

„Es war ein Weihnachtsgeschenk von uns.", lächelte Sirius. „Wir dachten du könntest… Ähm…findest es nützlich."

„Cool, danke", lächelte Harry und war sich sicher, dass er es für die DA gebrauchen würde.

„Ähm…Du bist froh, dass du ein Buch bekommen hast", Ron sah ihn an, als würde er ihn nicht kennen. „Du hast zu viel Zeit mit Hermine verbracht."

„Hmph", schnaufte Hermine und funkelte Ron an, als alle Weasley Kinder zu lachen anfingen.

„Was meinst du mit nützlich?", Mollys Augen verengten sich zu Harry und Sirius. „Wieso findet er Bücher nützlich?"

Es war klar, dass sie über die illegale Verteidigungsgruppe nachdachte, vor der sie Harry gewarnt hatte nicht zu gründen und beide starrten nervös zurück.

„Es ist nur, damit er für seine ZAGs lernen kann, denn diese…Umbridge bringt ihnen überhaupt nichts bei.", sagte Remus, das war eh sein Grund dafür, Harry Bücher zu geben, aber er begriff nun, dass es wahrscheinlich nicht Sirius Grund war.

Percy runzelte die Stirn zu Lupin, er hatte immer eine gute Meinung von diesem Mann gehabt, da er so ein guter Lehrer war. Lupin war schließlich in der Lage ihm und seinen Klassenkameraden etwas über Verteidigungszauber beizubringen, während er im vergangenen Jahr es auf sich nehmen musste, alles zu lernen. Ja, Remus war ein Werwolf, aber das änderte Percys Meinung über ihn nicht, er war wirklich beeindruckt, das Lupin so viel gelernt hatte und tatsächlich Beiträge für seine Gemeinschaft gemacht hat, trotz seiner Nachteile. Trotzdem hatte er nicht erwartet, dass er Umbridge niedermachte mit einen zornigen, ja sogar fast einem Knurren. Er war immer noch ein vernünftiger Mann und verurteilte nicht schnell über andere…

Dann warf er den Rest der Zeitung zum Müll, drehte sich um und nahm sein Zimmer in Augenschein. Es war jetzt viel ordentlicher. Aufzuräumen waren nur noch der neue Tagesprophet, der nach wie vor auf dem Bett lag, und das Stück des zerbrochenen Spiegels obendrauf.

Harry durchquerte das Zimmer, ließ die Spiegelscherbe vom Propheten gleiten und schlug die Zeitung auf. Als er am frühen Morgen der Zustellereule die Zeitungsrolle abgenommen hatte, hatte er nur kurz auf die Schlagzeile geschaut und die Zeitung dann beiseite geworfen, nachdem er bemerkt hatte, dass es nicht um Voldemort ging.

„Arg… sie vertuschen immer noch Dinge über ihn.", stöhnte Sirius ungeduldig.

Harry war sich sicher, dass das Ministerium den Propheten unter Druck setzte, Nachrichten über Voldemort zurückzuhalten. Deshalb sah er erst jetzt, was ihm entgangen war.

Auf der unteren Hälfte der Titelseite stand eine kleinere Schlagzeile, darunter ein Bild von Dumbledore, auf dem er mit gequältem Gesichtsausdruck einherschritt:

DUMBLEDORE – ENDLICH DIE WAHRHEIT?

„Klingt nicht viel versprechend", sagte Lupin.

Nächste Woche bringen wir die schockierende Geschichte des makelbehafteten Genius, den viele für den größten Zauberer seiner Generation halten. Rita Kimmkorn

Jeder stöhnte auf, als sie Ritas Namen hörten und Hermine fluchte bitter in ihrem Kopf. Offensichtlich hatte Rita nichts darüber gelernt, böse Dinge in absehbarerer Zeit zu schreiben.

demontiert das weit verbreitete Image der ehrwürdigen, silberbärtigen Weisheit und enthüllt die gestörte Kindheit, die gesetzlose Jugend, die lebenslangen Fehden und die bedrückenden Geheimnisse, die Dumbledore mit ins Grab nahm. WARUM war der Mann, der schon als Zaubereiminister gehandelt wurde, damit zufrieden, ein bloßer Schulleiter zu bleiben? WAS war der wirkliche Zweck der geheimen Organisation mit dem Namen Orden des Phönix? WIE ist Dumbledore tatsächlich ums Leben gekommen?

Die letzte Frage schien die Neugierde vieler Leute im Raum zu wecken, auch Dumbledore, aber keiner freute sich, über Kimmkorns Unsinn zu hören.

Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen ergründet die sensationelle neue Biographie Leben und Lügen des Albus Dumbledore von Rita Kimmkorn, im Exklusivinterview mit Betty Braithwaite im Innenteil auf Seite 13.

Harry riss die Zeitung auf und blätterte auf Seite dreizehn.

„Warum Harry… du weißt, dass alles was sie schreibt Mist ist?", stöhnte Ron.

Harry zuckte mit den Schultern. Er wusste nicht warum.

Über dem Artikel war ein Bild, das ein weiteres vertrautes Gesicht zeigte: eine Frau mit juwelenbesetzter Brille und kunstvoll gelocktem blondem Haar, die ihre Zähne bleckte, was offenbar ein gewinnendes Lächeln darstellen sollte, und mit den Fingern zu ihm hoch schnippte. Harry gab sich alle Mühe, dieses Ekel erregende Bild nicht zu beachten, und las weiter:

In natura ist Rita Kimmkorn viel herzlicher und sanfter, als die berüchtigten bösen Portraits aus ihrer Feder vielleicht vermuten lassen.

„Wer auch immer das schreibt, ist nicht wirklich intelligent.", murmelte Hermine leise.

„Das hört sich so an, als wärst du ihr schon mal persönlich begegnet", sagte Sirius und hob eine Augenbraue.

„Wir könnten uns getroffen haben", schmunzelte Hermine zu ihm und Harry, Ron und Ginny kicherten. Sirius war von diesen Antworten faszinierter als die Zwillinge, aber fragte nicht weiter nach.

[Sie begrüßte mich im Flur ihrer gemütlichen Wohnung und führt mich direkt in die Küche zu einer Tasse Tee, einem Stück Früchtekuchen und selbstverständlich zu einem dampfenden Bottich mit neuestem Klatsch.

Nun, Dumbledore ist natürlich ein Traum für jeden Biographen", sagt Kimmkorn. „Ein so langes, prall gefülltes Leben. Ich bin sicher, mein Buch wird das erste von sehr, sehr vielen sein."

Kimmkorn hatte zweifellos schnell geschaltet. Ihr neunhundertseitiges Buch war bereits vier Wochen nach Dumbledores mysteriösem Tod im Juni abgeschlossen. Ich frage sie, wie sie diesen superschnellen Kraftakt geschafft hat.

„Oh, indem man Tatsachen aufstellt, wie ich es immer tue", sagte Fred in einer schrecklich, quietschenden Stimme.

Oh, wenn man so lange Journalistin ist wie ich, geht es einem in Fleisch und Blut über, unter Termindruck zu arbeiten. Ich wusste, dass die magische Welt darauf brannte, die ganze Geschichte zu erfahren, und wollte die Erste sein, die dieses Bedürfnis befriedigt."

Ich erwähne die jüngsten, überall publizierten Bemerkungen von Elphias Doge, dem Sonderberater des Zaubergamots und langjährigen Freund von Albus Dumbledore, wonach „Kimmkorns Buch weniger Fakten enthält als eine Schokofroschkarte".

„Ähm…meint er damit, dass Schokofroschkarten keine Fakten haben?", fragte Ron spöttisch und sah niedergeschlagen aus.

„Nein, ich glaube er meint, dass dort nur ein paar Dinge Fakten sind und Bücher in dieser Größe sollten eigentlich mehr haben", sagte Hermine und rollte mit den Augen.

Kimmkorn wirft den Kopf zurück und lacht.

Unser lieber Dodgy! Ich weiß noch, wie ich ihn vor ein paar Jahren zu den Rechten der Wassermenschen interviewt habe, den Guten. Völlig plemplem, schien zu glauben wir würden auf dem Grund von Lake Windermere sitzen, sagte andauernd zu mir, ich solle mich vor den Forellen in Acht nehmen."

Dumbledore verzog das Gesicht; es war überhaupt nicht falsch mit seinem Freund.

Und doch fanden Elphias Doges Vorwürfe, das Buch sei voller Fehler, vielerorts Unterstützung. Meint Kimmkorn wirklich, dass vier kurze Wochen ausreichend waren, um ein umfassendes Bild von Dumbledores langem und außergewöhnlichem Leben zu erstellen?

Ach meine Liebe", strahlte Kimmkorn und klopfte mir liebevoll auf die Finger, „Sie wissen genauso gut wie ich, wie viele Informationen ein dicker Sack Galleonen, die Weigerung, ein Nein hinzunehmen, und eine hübsche scharfe Flotte-Schreibe-Feder hervorbringen können! Die Leute standen ohnehin Schlange, um Dumbledore mit Dreck zu bewerfen. Wissen sie, nicht alle hielten ihn für so wunderbar – er ist auf furchtbar viele wichtige Zehen getreten.

„Das heißt, dass alles was du von ihnen bekommst, würde durch ihre Sicht verändert werden.", sagte Remus.

„Als wäre Doges Sicht nicht auch verändert worden.", sagte Draco und die meisten Leute starrten ihn merkwürdig an, als hätten sie vergessen, dass er da war.

„Da hast du Recht", sagte Remus und Draco machte eine Miene… er brauchte keinen Werwolf, der im Recht gab.

Aber der alte Dussel Doge kann von seinem hohen Hippogreif runterkommen, denn ich hatte Zugang zu einer Quelle, für die die meisten Journalisten ihre Zauberstäbe eintauschen würde, sie hat sich nie zuvor in der Öffentlichkeit geäußert und stand Dumbledore in der turbulentesten und beunruhigendsten Phase seiner Jugend nahe."

Dumbledore zog eine Grimasse, er hatte eine Idee worüber sie sprachen.

Die Wellen, die Kimmkorns Biographie schon vor der Veröffentlichung schlägt, lassen zweifellos vermuten, dass diejenigen ihr blaues Wunder erleben werden, die glauben, dass Dumbledore ein untadeliges Leben geführt hat. Was waren die größten Überraschungen, die sie aufgedeckt hat, frage ich.

Nun mal langsam, Bett, ich werde doch nicht alle Highlights verraten, ehe jemand das Buch gekauft hat!", lacht Kimmkorn. „Aber ich kann versprechen, dass all denen, die immer noch denken, Dumbledore war so unschuldig weiß wie sein Bart, ein böses Erwachen blüht! Ich sage nur so viel, dass niemand, der ihn gegen Du-weißt-schon-wen wüten gehört hat, sich hätte träumen lassen, dass er selbst sich in seiner Jugend an den dunklen Künsten versucht hat.

Jeder starrte Dumbledore an, doch er bemerkte es nicht. Er war erneut in Gedanken… bitteren Gedanken.

Und für einen Zauberer, der sich in seinen späteren Jahren kontinuierlich für Toleranz einsetzte, verhielt er sich, als er noch jünger war, nicht gerade aufgeschlossen. Ja, Albus Dumbledore hatte eine äußerst düstere Vergangenheit, ganz zu schweigen von dieser mehr als zweifelhaften Familie, über die er mit großer Anstrengung den Mantel des Schweigens breiten wollte."

Dumbledore atmete tief ein, als die Schuld mit der er immer lebte, stärker kam als normal… er war in einem Raum voller Leute, die nicht glaubten, dass irgendwas davon wahr sein könnte…Und sie lagen falsch. Und doch, was ein wenig zählte…was ihn richtig belästigte, waren seine Gedanken über seine Familie und wie er sie im Stich gelassen hatte.

Ich frage Kimmkorn, ob sie Dumbledores Bruder Aberforth meinst, dessen Verurteilung durch den Zaubergamot wegen Missbrauchs von Magie vor fünfzehn Jahren einen kleinen Skandal ausgelöst hat.

Oh, Aberforth ist nur die Spitze des Misthaufens", lacht Kimmkorn. „Nein, nein, ich rede über viel Schlimmeres als einen Bruder, der eine Schwäche dafür hat, mit Ziegen herumzuspielen, sogar über noch Schlimmeres als den Muggel verstümmelnden Vater – Dumbledore konnte sowieso keinem von beiden den Mund verbieten, sie wurden alle zwei von Zaubergamot angeklagt. Nein, es sind die Mutter und die Schwester, sie meine Neugierde weckten, und als ich ein wenig nachschürfte, stieß ich auf ein ausgemachten Nest an Niedertracht – aber, wie gesagt, um Genaueres zu erfahren, werden Sie auf Kapitel neun bis zwölf warten müssen. Im Augenblick kann ich nur verraten, dass es kein Wunder ist, dass Dumbledore nie darüber sprach, wie er sich die Nase gebrochen hat."

Jeder spürte die Neugierde in ihm brennen, als sie sich wunderten was hier gemeint war. Kimmkorn faszinierte sie mehr als sie zugeben wollten, aber keiner fragte Dumbledore danach. Alles war so deutlich für sie, dass es richtig weh tat dies zu hören.

Selbst wenn die Familie Leichen im Keller hat, will Kimmkorn etwa den genialen Geist in Abrede stellen, der zu Dumbledores vielen magischen Entdeckungen geführt hat?

Er hatte Köpfchen", räumte sie ein, „obwohl viele inzwischen bezweifeln, dass er wirklich das gesamte Verdienst für all seine angeblichen Erfolge beanspruchen konnte. Wie ich in Kapitel sechzehn zeige, behauptet Ivor Dillonsby, dass er bereits acht Anwendungen von Drachenblut entdeckt hatte, als Dumbledore sich seine Unterlagen „auslieh"."

„Ach bitte", McGonagall schnaubte empört auf, nun, dass war einfach nur lächerlich…Albus würde nie jemandem die Idee stehlen."

Aber die Bedeutung einiger der Leistungen Dumbledores lässt sich doch nicht bestreiten, werfe ich ein. Was ist mit seinem berühmten Sieg über Grindelwald?

Oh, nun, ich bin froh, dass sie Grindelwald erwähnen", sagt Kimmkorn mit einem unwiderstehlichen Lächeln. „Ich fürchte, wer wegen Dumbledores spektakulärem Sieg feuchte Augen bekommt, muss sich auf eine Bombe gefasst machen – besser gesagt auf eine Stinkbombe. Wirklich eine sehr schmutzige Angelegenheit. Ich will nur eins sagen, seien Sie nicht so sicher, dass es das große und legendäre Duell wirklich gab. Wenn man mein Buch gelesen hat, wird man vielleicht den Schluss ziehen müssen, dass Grindelwald einfach ein weißes Taschentuch aus der Spitze seines Zauberstabs heraufbeschwor und sich widerstandslos abführen ließ."

Wenn nur das der Fall gewesen wäre, dachte Dumbledore ironisch. Nein, der Kampf war viel schwerer als alles was er je im Leben getan hat…obwohl es die emotionale Belastung war, die es so unmöglich aussehen ließ.

Kimmkorn will nichts weiter zu diesem spannenden Thema preisgeben, daher wenden wir uns stattdessen der Beziehung zu, die ihre Leser zweifellos mehr als jede andere fasziniert.

Oh ja", sagt Kimmkorn lebhaft nickend. „Ich widme der ganzen Potter – Dumbledore – Beziehung ein komplettes Kapitel.

„Arg", stöhnte Harry. Das klang überhaupt nicht gut.

Man hat sie als ungesund bezeichnet, sogar als unheilvoll.

„Da ist nichts unheilvolles an unserer Beziehung", zischte Harry.

Auch hier werden ihre Leser mein Buch kaufen müssen, um die ganze Geschichte zu erfahren, aber es steht außer Frage, dass Dumbledore von Anfang an ein unnatürliches Interesse an Potter zeigte. Ob das wirklich im besten Interesse des Jungen lag – nun, wir werden sehen.

Dumbledore verzog erneut das Gesicht, er versuchte lediglich Dinge in Harrys Interesse zu tun…

Es ist natürlich ein offenes Geheimnis, dass Potter eine überaus schwierige Jugend hatte."

Ich frage, ob Kimmkorn immer noch mit Harry Potter Kontakt hat, mit dem sie letztes Jahr ein so berühmtes Interviewgeführt hat: ein bahnbrechender Beitrag, in dem Potter exklusiv von seiner Überzeugung sprach, dass Du-weißt-schon-wer zurückgekehrt sei.

„Was?" sagte Harry verwirrt. „Ich habe nie mit ihr geredet."

„Noch nicht", wies Remus darauf hin.

„Warum sollte ich mit dieser Kuh über alle Leute von Voldemort reden?", zischte Harry.

„Ich weiß es nicht, Harry", Sagte Remus missbilligend. „Aber die Wahrheit ist, dass ein Artikel wie dieser unserer Situation helfen könnte…Es ließe mehr Menschen an Voldemort glauben. Und ich weiß, dass du das nicht gerne hört, aber die Menschen müssen glauben, dass Kimmkorn eine glaubwürdige Nachrichtenquelle ist."

„Das glaubt ich aber nicht.", sagte Harry. „Sie verdreht doch alles was ich gesagt habe!"

„Sofern", sagte Hermine nachdenklich. „Ähm… das könnte funktionieren…"

„Hermine", sagte Ron ungeduldig. „Du tust es schon wieder."

„Was?", sagte Hermine.

„Du redest, als würden wir verstehen was du sagst.", sagte Ron.

„Es ist nicht mein Problem, dass du Probleme hast Englisch zu verstehen", schnaufte Hermine und Ron steckte ihr sie Zunge heraus. „Ich hab nur darüber nachgedacht, dass es möglich wäre sie einen Artikel schreiben zu lassen…Weißt du, ohne dass sie selbst etwas hinzufügen kann."

„Und wie bist du in der Lage, dass zu tun?", fragte Sirius.

„Oh…Ich hab meine Wege.", sagte Hermine. Sie hatte einen schelmischen Blick in ihren Augen.

„Was hast du mit ihr gemacht, Hermine?", fragte Remus, etwas ängstlich über ihre Antwort.

„Nicht viel", sagte Hermine und Harry, Ron und Ginny kicherten erneut.

Die Erwachsenen sahen sie komisch an, doch sie beschlossen es aufzugeben.

„Denkt daran, ihr wollt nicht Hermines schlimme Seite kennenlernen.", kicherte Ron.

„Ähm…Ich denke, du bist derjenige, der daran erinnert werden sollte, mehr als jemand anderes.", sagte Fred und alle lachten als Ron rot wurde.

„Ich denke du hast Recht, Hermine", sagte Harry, nachdem er wieder Luft geholt hatte. „In diesem Umstand würde ich ihr vermutlich ein Interview geben…Arg… Ich will es gar nicht vor mir sehen, aber wenn es hilft…"

Oh ja, wir haben einen guten Draht zueinander", sagt Kimmkorn. „Der arme Potter hat kaum echte Freunde, und wir haben uns zu einem Zeitpunkt kennen gelernt, als ihn das Leben auf eine harte Probe stellte – beim Trimagischen Turnier. Ich gehörte wahrscheinlich zu den ganz wenigen Personen auf der Welt, die sagen können, dass sie den echten Harry Potter kennen."

„Arg" Harry zog eine Miene, als alle anderen im Raum angewidert stöhnten.

Was uns elegant zu den vielen Gerüchten führt, die nach wie vor über Dumbledores letzte Stunden kursieren. Glaubt Kimmkorn, dass Potter dabei war, als Dumbledore starb?

Harry senkte seinen Kopf; natürlich war er da gewesen…er muss allen beim Sterben zusehen, oder?

Nun, ich will nicht zu viel sagen – es steht alles im Buch -, aber Augenzeugen auf Schloss Hogwarts sahen Potter von dem Ort des Geschehens wegrennen, kurz nachdem Dumbledore stürzte, sprang oder gestoßen wurde. Potter hat später Severus Snape belastet,

Jeder drehte sich zu Severus um, der geschickt ins Buch starrte. Es gab keinen Grund, dass er Dumbledore töten würde…Unmöglich.

„Du hast Dumbledore getötet!", schrie Sirius und stand auf.

„Setzt sich Sirius", sagte Dumbledore in einer ruhigen Stimme, dass solche Macht davon ausging, dass Sirius sich widerwillig setzte, aber denn starrte er Severus mörderisch an.

Severus bemerkte dies nicht. Er hörte nicht Sirius Ausbruch noch sonst jemand anderen, denn jeder war wütend. Er fühlte sich taub, Dumbledore war weg und er hatte ihn getötet…Wie konnte eines der Dinge wahr sein. Er sah auf und traf smaragdgrünen Augen und ein stabiler Schmerz durchfuhr ihn…Jetzt…er musste die Augen gerade jetzt sehen, wenn er um einen anderen Verlust trauerte. Er sah weg, aber er kam nicht umhin zu bemerken, dass sie anderen ihn nicht mit Hass anstarrten wie erwartet, sondern mit Zweifel und…Verständnis?

Harry sah Snape an, starrte ihn als erstes an. Wie konnte Dumbledore diesem Kriechtier nur vertrauen? Aber als er seinen Lehrer ansah, den er seit Jahren verabscheute, konnte er nicht die Schuld finden, die er erwartet hat zu finden. Nein, was er sah, war Verwüstung…Snape trauerte…wegen Dumbledore…er war geschockt über das was sie gehört haben. Wie kann er geschockt sein, wenn er derjenige war, der ihn getötet hatte? Es sei denn…nun, Dumbledore war die einzige Person, der Snape vertraute…Sie könnten sogar…Freunde sein? Das war lächerlich…aber Snape Reaktion sieht so aus, als würde sie genau das sagen…

„Ich wiederhole, Ich vertraue Severus Snape", setzte Dumbledore seine Aussage zu Sirius fort und alle Augen gingen nun zu Dumbledore.

„Er hat Sie getötet", sagte Sirius ungläubig… wie konnte Dumbledore im danach noch trauen?

„Wir wissen nicht alle Fakten Sirius", sagte Dumbledore ruhig.

„Also denkst du, Harry lügt!", sagte Sirius eingeschnappt.

„Nein", die Antwort kam von Severus selber, obwohl es aussah, dass er mit sich selber redete. Jeder funkelte ihn wieder an, obwohl er blass und krank aussah. Der Junge, musste er zugeben, würde nicht über so etwas wie dieses hier lügen, er hatte Dumbledore getötet…Was war passiert?

„Also gibst du zu, dass du ihn getötet hast!", rief Sirius.

„Sirius, er kann nichts zugeben etwas getan zu haben, dass noch nicht passiert ist", sagte Dumbledore in einer ruhigen Stimme.

„Wie kannst du das nur so ruhig sehen?", fragte Sirius und schüttelte den Kopf. „Wie kannst du deinen Mörder verteidigen?"

„Weil ich mir mehrere Gründe denken kann, warum Severus mich töten würde und ich würde ihn für keinen die Schuld geben.", sagte Dumbledore.

„Ähm…", sagte Sirius völlig unvorbereitet durch das Kommentar. Der ganze Raum war sprachlos, alle starrten Dumbledore an.

„Ich bat euch nicht zu urteilen bevor das Buch zu Ende ist.", sagte Dumbledore. „Da muss ein Grund sein, warum Severus in diesen Raum zu uns allen eingeladen wurde und ich bezweifle, dass es wegen dem Mord ist."

„Schön", Sirius setzte sich wieder in seinen Stuhl und verschränkte seine Arme, immer noch murmelnd. Alle anderen sahen unbehaglich im Raum umher, nicht sicher was sie denken sollten aber sie konnten nichts sagen, also tat Remus, das einzige was ihm einfiel; er nahm das Buch und fing an zu lesen.

einen Mann, gegen den er bekanntermaßen einen Groll hegt. Ist alles so, wie es scheint? Das muss die magische Gemeinschaft entscheiden – sobald sie mein Buch gelesen hat."

Nach dieser Interessanten Bemerkung verabschiede ich mich. Ohne jeden Zweifel ist aus Kimmkorn Feder ein Buch geflossen, das augenblicklich zum Bestseller werden wird. Das Heer von Dumbledores Bewunderern kann unterdessen durchaus zittern vor dem, was bald über ihren Helden ans Licht kommen wird.

Harry hatte den Artikel zu Ende gelesen, starrte aber weiterhin verständnislos auf das Blatt. Abscheu und Wut stiegen in ihm hoch, als ob er sich übergeben müsste; er knüllte die Zeitung zusammen und warf sie mit aller Kraft gegen die Wand, wo sie sich zum Rest des Mülls gesellte, der sich rund um seinen überquellenden Papierkorb häufte.

Er ging ziellos im Zimmer umher, öffnete leere Schubladen und nahm Bücher zur Hand, nur um sie wieder zurück auf ihren Stapel zu legen, war sich kaum bewusst, was er tat, während wahllos Sätze aus Ritas Artikel durch seinen Kopf dröhnten:der ganzen Potter – Dumbledore – Beziehung ein komplettes Kapitel… Man hat sie als ungesund bezeichnet, sogar als unheilvoll… dass er selbst sich in seiner Jugend an den dunklen Künsten versucht hat… ich hatte Zugang zu einer Quelle, für die die meisten Journalisten ihre Zauberstäbe eintauschen würde…

Lügen!", brüllte Harry, und durch das Fenster sah er, wie der Nachbar von nebenan, der gerade innegehalten hatte, um seinen Rasenmäher neu anwerfen, nervös aufblickte.

Harry setzte sich ungestüm auf das Bett. Das Bruchstück des Spiegels hüpfte von ihm weg; er hob es auf, drehte es zwischen den Fingern und dachte nach, dachte unablässig an Dumbledore und die Lügen, mit denen ihn Rita Kimmkorn verleumdete…

Ein hellblauer Blitz. Harry erstarrte, sein Finger mit der Schnittwunde fuhr wieder über die gezackte Kante des Spiegels. Er hatte es sich eingebildet, ganz sicher. Er warf einen Blick über seine Schulter, aber die Wand hatte eine widerwärtige Pfirsichfarbe, ganz nach Tante Petunias Geschmack: Da war nichts Blaues, was der Spiegel hätte reflektieren können. Er starrte erneut in die Scherbe und sah nur sein eigenes, hellgrünes Auge, das zu ihm zurückblickte.

Er hatte es sich eingebildet, eine andere Erklärung gab es nicht; hatte es sich eingebildet, weil er an seinen verstorbenen Schulleiter gedacht hatte. Denn eins war sicher: dass Albus Dumbledores hellblaue Augen ihn nie mehr durchbohren würde.

Dumbledore hob eine Augenbraue und dachte, dass sein Bruder dieselbe Augenfarbe hatte wie er. Aber warum sollte Aberforth den anderen Spiegel haben…und wie hätte er ihn bekommen sollen?

„Das ist das Ende des Kapitels", sagte Remus, der das Buch hielt.

„Ich denke, ich sollte lesen", sagte McGonagall und nahm das Buch.