Die Sieben Potters", sagte Dumbledore. „Interessanter Titel."

„Was denkst du was es bedeutet?" Remus hob eine Augenbraue, er war sich ziemlich sicher, dass es momentan nur noch einen Potter in der Zaubererwelt gab.
„Ich hab da so ein paar Ideen", sagte Dumbledore, aber ging nicht weiter auf die Frage ein.

Harry rannte die Treppe hoch in sein Zimmer zurück und erreichte gerade noch rechtzeitig das Fenster, um den Wagen der Dursleys aus der Zufahrt hinaus- und auf der Straße davon rauschen zusehen. Dädalus' Zylinder war zwischen Tante Petunia und Dudley auf dem Rücksitz sichtbar. Der Wagen bog am Ende des Ligusterweges nach rechts ab, die Fenster flammten in der gerade untergehenden Sonne für einen Moment scharlachrot auf, dann war er verschwunden.

Harry nahm Hedwigs Käfig. Seinen Feuerblitz und den Rucksack, ließ ein letztes Mal den Blick durch sein ungewohnt ordentliches Zimmer schweifen und stieg dann ungelenk zurück hinunter in den Flur, wo er Käfig, Besen und Rucksack am Fuß der Treppe abstellte. Das Licht schwand nun rasch, der Flur war voller Schatten in der Abenddämmerung. Es war ein äußerst merkwürdiges Gefühl für ihn, in der Stille dazustehen und zu wissen, dass er das Haus gleich zum letzten Mal verlassen würde. Vor langer Zeit, als die Dursleys ihn allein gelassen hatten, während sie ausgegangen waren, um sich zu vergnügen, waren die Stunden der Einsamkeit ein seltener Genuss gewesen: Er war nach oben gerannt, um auf Dudleys Computer zu spielen, und hatte nur Pause gemacht, um etwas aus dem Kühlschrank zu stibitzen, oder hatte den Fernseher eingeschaltet und nach Lust und Laune durch sie Kanäle gezappt. Wenn er sich diese Zeiten ins Gedächtnis rief, fühlte er eine sonderbare Leere; es war, als ob er sich an einen jüngeren Bruder erinnerte, den er verloren hatte.

„Also magst du das Haus?", sagte Sirius.

„Das Haus ist nicht so schlimm", gab Harry zu. Er grinste etwas seltsam, er erinnerte sich auch an die Zeiten wovon das Buch gerade gesprochen hatte.

Möchtest du dir das Haus nicht nochmal ansehen?", fragte er Hedwig, die den Kopf immer noch schmollend unter einen Flügel gesteckt hatte.

„Nein, ich denke, alles was sie möchte ist fliegen.", sagte Charlie.

Wir kommen hier nie wieder her. Willst du dich nicht an all die guten Zeiten erinnern? Ich meine, schau dir diese Türmatte an.

„Die Türmatte?", fragten mehrere Leute lachend.

„Ich denke, du hast wirklich deinen Verstand verloren.", sagte Ron.

Was für Erinnerungen… Dudley hat draufgekotzt, als ich ihn vor den Dementoren gerettet habe… Am Ende war er dann doch dankbar, hättest du das gedacht? Und letzten Sommer kam Dumbledore durch diese Haustür…"

„Wirklich?", sagte Harry. „Warum sollten sie so etwas tun, Sir?"

Dumbledore zuckte mit den Schultern, nicht sicher was er sagen sollte und Harry erinnerte sich, dass er ja eigentlich gerade sauer auf seinen Schulleiter war. Die Erscheinung der Bücher und die Tatsache, dass Dumbledore ihn wieder normal behandelte hatte es ihn für eine Weile vergessen lassen, doch nun kehrte die Erinnerung zurück.

Als könnte er seine Gedanken hören, sagte Dumbledore: „Ich weiß es nicht Harry, aber es sieht so aus, als ob meine Absicht dich auf Abstand zu halten, nicht funktioniert hat."

„Und warum versuchen sie mich auf Abstand zuhalten?", fragte Harry leicht gereizt.

Dumbledore sah Harry in die Augen und bemerkte, zu seiner Erleichterung, dass da nichts von dem Blick mehr zu sehen war, den er die letzen Male gesehen hatte wenn er in Harrys Augen sah. „Ich hatte Angst, was Voldemort tun könnte, wenn er herausfinden würde, dass eure Gedanken mit einander Verknüpft wären. In der Tat hatte ich vor, dass Severus dich Oklumentik lehren würde, so dass Voldemorts Gedanken dich nicht länger beeinflussen könnten…"

„Sie meinen, dass ich dann keine Visionen mehr haben würde?", sagte Harry und hob eine Augenbraue und sah dann zu Arthur. Die meisten anderen sahen nun auch zu Arthur, während Charlie, Fleur und Draco total verwirrt zu Harry starrten. Harry musste zugeben, dass es gut wäre nicht mehr in Voldemorts Geist einzudringen und doch… „Aber war es nicht gut… I meine… Mr. Weasley…"

„Ja, es war eine gute Sache, dass du Arthur helfen konntest:", sagte Dumbledore, „aber dennoch, bist du so tief in seinen Geist eingedrungen, dass er sich nun von dieser Verbindung bewusst ist. I dachte sogar, dass ich ihn für einige Sekunden in deinen Augen sah, bevor ich euch zum Grimmauld Place sandte."
Harry schüttelte stark den Kopf, er mochte es überhaupt nicht und er wusste genau worüber Dumbledore sprach. „Warum beantworten sie nun alle meine Fragen?", sagte er und versuchte dabei das Thema zu wechseln.

„Ich denke nicht, dass Voldemort dich an diesem Ort erreichen kann.", sagte Dumbledore. „Und es sieht so aus, dass du erfahren wirst, wie du es heraushalten kannst."

„Und das wäre?", sagte Harry mit einem Unterton, den er eigentlich vermeiden wollte.

Dumbledore sah ihn an und wollte sich selber daran hindern zureden, aber zwang sich dennoch dazu. Es gab eh keinen Grund mehr, es dem Jungen länger zu verheimlichen, dass Buch würde ihm gefährlichere Geschichten erzählen und es gab nichts was wir dagegen tun konnte. Harry musste wirklich die Wahrheit erfahren, egal wie schlimm sie war.

„Es wurde eine Prophezeiung vor deiner Geburt gemacht, darüber dass jemand die Magie hätte Voldemort zu besiegen.", sagte Dumbledore, er würde Harry die ganze Prophezeiung erzählen doch es war nicht richtig sie nun vor allen Leuten laut auszusprechen, also wollte er ihm nur das nötigste sagen. „Es heißt, dass das Kind am Ende vom siebten Monat geboren werden würde und dass seine Eltern, Voldemort dreimal die Stirn geboten haben und dass der Dunkle Lord ihn als ebenbürtigen kennzeichnen würde."

„Mich?", sagte Harry, als mehrere Leute im Hintergrund laut Luft holten.

„Es hätte nicht nur dich treffen können, es gab da auch noch einen anderen Jungen auf den die Prophezeiung zugetroffen hätte.", sagte Dumbledore bestimmt. „Neville Longbottom."

Mehr Leute holten Luft.

„Aber vielleicht bin ich es nicht…", fing Harry an.

„Leider gibt es keinen Zweifel mehr, dass du der Junge aus der Prophezeiung bist", sagte Dumbledore. „als ebenbürtigen kennzeichnen…", fügte er leise hinzu und Harrys Hand flog wie von alleine hoch zu seiner Narbe.

„Also suchte er mich… deshalb", sagte Harry endlich, nachdem er einen Moment darüber nachgedacht hatte und deshalb wurde seine Familie getötet.

„Ja", sagte Dumbledore nur.

„Ich denke wir sollten weiter lesen", sagte Harry und setzte sich zurück auf das Sofa, verschränkte die Arme. Er musste Erst mal darüber nachdenken.

Harry verlor für einen Moment den Faden, und Hedwig half ihm nicht, ihn wiederzufinden, sondern blieb weiter mit ihrem Kopf unter dem Flügel sitzen. Harry wandte der Haustür den Rücken zu.

Und hier drunter Hedwig –", Harry zog eine Tür unter der Treppe auf,

„Oh nein", murmelte Harry, obwohl er kaum zuhörte, wusste er dennoch wohin das alles führen würde, denn ihm wurde gerade bewusst, dass er niemanden davon je erzählt hatte.

hier hab ich immer geschlafen!

„WAS?", schrien alle gleichzeitig auf, selbst Severus und Draco. Draco konnte einfach nicht glauben, dass der berühmte Harry Potter so behandelt wurde während Severus wütend war. Wütend darüber, dass er etwas mit Harry gemeinsam hatte und noch wütender darüber, dass er es nicht erkennen konnte.

„DU…SIE…IN EINEM BESENSCHRANK!" Mollys Schreie waren die lautesten, die er hörte, aber dennoch nicht die einzige. Jeder war empört darüber, McGonagall wandte ihre Schreie eher an Dumbledore, der ihrem Blick stand hielt.

Sirius schritt im Raum umher, knurrend, sein Zorn schien verraucht. Seine Gedanken wechselten zwischen dem Gefühl die Dursleys zu verhexen, dafür das sie seinen Patensohn so behandelten oder die Ratte, die schuld war, dass er nicht für Harry da sein konnte.

Remus saß nur da und schüttelte den Kopf. Er wusste wie es war, auf so einen kleinen Raum beschränkt zu sein, eingesperrt hinter einer Tür, er kannte den Schmerz und die Angst mit der Harry leben musste. Aber für ihn gab es einen Grund einmal im Monat weggesperrt zu werden… Harry verdiente es nicht, er hatte den Muggeln nie auch nur ein Haar gekrümmt. Remus spürte eine Hand auf seiner Schulter und er wusste, ohne hinzusehen, dass es Tonks war. Er fühlte sich durch Tonks besser, auch wenn er es eigentlich nicht wollte.

Ginny sah Harry an, unfähig ihren Blick von ihm abzuwenden, obwohl Harry sie gar nicht ansah. Genaugenommen sah Harry auf den Boden, gedemütigt was gerade im Buch gesagt wurde. Er mochte es noch nie wenn die Dursleys erwähnt wurden, denn jedes Mal wenn sie es wurden durchlebte er erneut seine Vergangenheit. Ginny verstand es, sie mochte es auch nicht, wenn ihr erstes Schuljahr erwähnt wurde. Es war gerade mal ein paar Stunden her, dass er mit ihr ( und Ron und Hermine) ihre alten Wunden geöffnet hatte, indem sie darüber geredet hatten, ob Harry von Voldemort besessen war… dass er keine Angst haben musste und sie keine vor ihm. Ja, sie wusste genau wie Harry sich gerade fühlte, der Schmerz an eine Erinnerung an eine schwere Zeit.

Ginny wollte ihn gerne trösten, aber Worte waren im Moment nicht bedeutend und so nah waren sie sich auch nicht, dass sie ihn umarmen könnte. Das andere was sie davon abhielt, war ihre Erinnerung an ihre Kindheit. Wie sie sich immer erträumt hatte, dass der tollkühne Held Harry Potter sie in letzter Sekunde retten würde und sich dann unsterblich in sie verlieben würde. Sie wusste, dass das ein dummer Kinder Traum war, dass ein Held zu sein so einfach und leicht war, und er hatte sie gerettet (und sie hatte nichts dagegen wenn er sich in sie verlieben würde und sie glücklich für immer und ewig leben würden), wenn es auch alles ein wenig dunkler in der Realität aussah als in ihrem Traum.

„Warum hast du uns das nicht erzählt?", flüsterte Hermine, so dass nur Harry und Ron sie hören konnte.

Harry holte einmal tief Luft und zwang sich sie anzusehen. (Ron saß hinter ihr, seine Augen sprachen Bände). „Ich wusste nicht wie ich es sagen sollte.", sagte Harry, seine Augen sagten deutlich, dass er nicht darüber reden wollte.

„Harry…Ich…Ich weiß das du gesagt hast, dass sie schlimm waren…aber ich hätte nie gedacht…", Hermine biss sich auf die Lippe, versuchte nicht zu weinen was ihr sehr schwer fiel bei der Vorstellung an einen kleinen Jungen in einem dunklen Raum.

„Ja, man, ich kann gar nicht glauben, dass ich jemals auf dich eifersüchtig war.", sagte Ron, er mochte es nicht darüber Witze zu machen, aber ein Versuch war es wert. Harry wollte nicht, dass sie darüber Witze machten, er wollte dieses Thema einfach vergessen. Es reichte ihm, dass sie davon wussten und dafür sorgen würden, dass so etwas nie wieder passieren würde.

„Ronald", sagte Hermine und schenkte ihm einen bösen Blick, der eindeutig sagte: „Wie kann man nur so unsensibel sein?". Das brachte Harry tatsächlich zum Lachen.

„Ich bin mir sicher, dass ich es euch vor geraumer Zeit erzählt habe", sagte Harry.

„Ja…nun…wie konnte ich glauben, dass du Harry freaking Potter bist?", sagte Ron und zuckte mit den Schultern.

„Ja…", Harry rollte mit den Augen, „Du weißt, wie sehr ich das liebe"

„Ja, dass hab ich auch nie verstanden", Ron schüttelte den Kopf. „Denk doch mal daran, wie viele Mädchen du bekommen könntest nur mit deinen Namen!"

„Ronald", wiederholte Hermine und sah diesmal ziemlich beleidigt aus. „Harry möchte nicht mit einem Mädchen zusammen sein, nur wegen seiner Namen. Harry möchte die Mädchen kennenlernen…"

„Nein, Ron hat da ein Argument, vielleicht sollte ich meine Berühmtheit wirklich so einsetzen.", sagte Harry gedankenverloren. „Ich bin mir zwar nicht sicher wie das alles im Moment funktionieren soll, denn schließlich halten mich ja alle für verrückt und so."

„Nun, wir wissen, dass sich das in der Zukunft ändern wird.", sagte Ron (Hermine verschränkte ihre Arme und murmelte etwas davon, dass alle Jungs Idioten sind.)

„Vielleicht", sagte Harry und er und Ron lachten.

„Wenn du jemals so etwas tun solltest, Harry, dann werde ich dich so verfluchen, bist du nicht mehr selbständig denken kannst", zischte Hermine.

Doch Harry lachte nur noch lauter. „Hermine, denkst du wirklich, dass wäre etwas was ich tun würde?"

„Nein", seufzte Hermine. „Ich wollte dich nur warnen, falls du jemals daran denken solltest."

„Ok, ich bin gewarnt.", Harry lächelte sie an und sie umarmte ihn kurz. Sie wollte nicht, dass Harry weiter darüber nachdachte, worüber sie gerade geredet hatten, doch sie musste ihn einfach umarmen, um ihm zu zeigen, dass sie für ihn da war.

Dann drehte sie sich zu Ron und umarmte ihn auch. Sie wusste, dass Ron gerade versucht hatte Harry aufzumuntern, nicht daran zu denken, dass er in einem Raum voller Menschen war, die sich darüber aufregten, wie er in Vergangenheit behandelt wurde. Ron wusste immer wie man Harry aufmuntern konnte, während sie ihn immer nur Vorschriften setzte. Die Umarmung für Ron war kürzer als die Für Harry. Sie fühlte wie sie rot wurde, als sie ihn umarmte und ihr Herz fing an zu pochen, als sie bemerkte, dass Ron ihre Umarmung erwiderte bevor sie sich daraus befreite.

„Ihr beide seid echt so bescheuert", sagte Hermine und versuchte ihre Scham zu verbergen.

„Ja das wissen wir, aber deshalb magst du uns ja auch so sehr", kicherte Harry.

„Ganz ehrlich Hermine, würdest du uns mögen, wenn wir anders wären als wir sind?", erwiderte Ron mit dem typischen Blick.

„Nein, würde ich nicht.", sagte Hermine und lächelte die Jungs an.

„Nun, seid ihr fertig mit eurem berührenden Golden Trio Moment?", fragte Fred.

„Golden Trio?", fragte Ron.

„So nennt euch jeder an der Schule.", informierte Ginny die drei.

„Wirklich?", sagte Ron, geschockt, dass er in so etwas infiltriert war. Er wusste, dass alle über Harry redeten, aber nicht über sie alle drei.

„Mach weiter.", sagte Fred.

„Ich denke wir sollten weiter lesen.", sagte George. Es schien so, dass alle etwas herunter gekommen waren, während des Gespräches von Harry, Ron und Hermine. Oder zumindest so weit, dass sie verstanden haben, dass Harry über die ganze Sache nicht weiter reden wollte.

Da hast du mich noch gar nicht gekannt – Wahnsinn, ist das eng, das hatte ich schon vergessen…"

Harrys Augen wanderten über die aufgestapelten Schuhe und Schirme, und erinnerte sich daran, wie er jeden Morgen mit dem Blick auf die Unterseite der Treppe aufgewacht war, die häufig die ein oder andere Spinne zierte.

„Du musstest es ja noch schlimmer machen, oder?", knurrte Ron und achtete darauf, dass nur Harry und Hermine ihn hören konnten.

„Tschuldigung", kicherte Harry, als Hermine mit den Augen rollte.

Alle anderen schienen wieder wütend geworden zu sein, bei dieser Beschreibung, aber sie versuchten es wegzustecken.

Das war die Zeit gewesen, in der er noch gar nicht gewusst hatte, wer er wirklich war; noch nicht herausgefunden hatte, wie seine Eltern wirklich gestorben waren oder warum oft so seltsame Dinge um ihn herum passierten. Aber Harry konnte sich nach wie vor an die Träume erinnern, die ihn sogar in jener Zeit verfolgt hatten: verworrene Träume mit grünen Lichtblitzen, und einmal – Onkel Vernon hatte fast seinen Wagen zu Schrott gefahren, als Harry er erzählte –, einmal war auch ein fliegendes Motorrad darin vorgekommen…

„Du hast über mein Motorrad geträumt?", fragte Sirius und versuchte seinen Tonfall normal zuhalten, was allerdings nicht weiter schwer war, denn er liebt sein Motorrad.

„Ja", Harry lächelte. „Es war ein netter Traum."

„Was ist eigentlich aus meinem Motorrad geworden?" Sirius wandte sich zu Remus.

„Ich bin mir nicht sicher", sagte Remus.

„Ich denke, dass Hagrid es hat.", sagte Dumbledore.

„Trotzdem, hm… Ich muss ihn mal deshalb fragen.", murmelte Sirius.

Plötzlich war ein ohrenbetäubendes Dröhnen ganz in der Nähe zu hören.

„Hm… es scheint so, als ob ich viel früher von meinem Motorrad hören würde als gedacht."

Harry richtete sich jäh auf und schlug mit der Schädeldecke an den niedrigen Türrahmen. Er wankte zurück in die Küche, blieb stehen, um einige der erlesensten Schimpfwörter von Onkel Vernon loszulassen, hielt sich den Kopf und starrte aus dem Fenster in den Garten hinter dem Haus.

Die Dunkelheit schien Wellen zu schlagen, die Luft selbst bebte. Dann tauchten nacheinander Gestalten auf, schlagartig, sowie der Desillunierungszauber von ihnen abfiel. Als Erster fiel Hagrid ins Auge, er trug Helm und Schutzbrille und saß rittlings auf einem riesigen Motorrad, an dem ein schwarzer Beiwagen befestigt war.

„Yep, das ist es.", sagte Sirius aufgeregt und mehrere Leute kicherten über diese Reaktion.

Um ihn herum stiegen weitere Leute von ihren Besen und zwei von skelettartigen schwarzen Pferden mit Flügeln.

Harry richtete sich auf und rief: „Was sind sie?"

Sie hörten sich genauso an, wie diese Dinger, die er die Kutschen in Hogwarts hat ziehen sehen. Wenn sie bei den Dursleys waren hieß das, dass sie keine Einbildung sein konnten.

„Thestrale", sagte Remus.

„Oh", sagte Hermine aufgeregt. „Ich hab schon mal über sie gelesen, du kannst sie nicht sehen, bevor du den Tod gesehen hast…" Sie stoppte und sah Harry an und verstand nun, warum er so aufgeregt die Frage gestellt hatte. Offensichtlich konnte er sie jetzt sehen.

Harry riss die Hintertür auf und stürmte mitten in die Menge hinein. Unter allgemeinem Begrüßungsgeschrei schlag Hermine die Arme um ihn, Ron klopfte ihm auf den Rücken, und Hagrid sagte: „Alles kla', Harry? Fertig zum Abfluch?"

Sicher", sagte Harry und strahlte in die Runde. „Aber so viele von euch hätt ich nicht erwartet!"

Plan geändert", knurrte Mad-Eye, der zwei gewaltige, prall gefüllte Säcke hielt und dessen magisches Auge Schwindel erregend schnell von dem immer dunkler werdenden Himmel über das Haus zum Garten wirbelte. „Gehen wir in Deckung, ehe wir alles besprechen."

Harry führte sie hinein in die Küche, wo sie sich lachend und schwatzend auf Stühlen niederließen, auf Tante Petunias glänzende Arbeitsplatten hockten, oder sich an ihre makellos sauberen Haushaltsgeräte lehnten: Ron, lang und schlaksig; Hermine, das buschige Haar zu einem langen Zopf zurückgebunden; Fred und George, ununterscheidbar grinsend;

„Oh Merlin, warum seid ihr alle da", sagte Molly und sah zu ihrem Jüngsten und seinen zwei besten Freunden hinüber, dann zu den Zwillingen. „Das hört sich überhaupt nicht gut an."

„Ich bin mir sicher, dass alles gut gehen wird", sagte Arthur entmutigt, in seinen Augen konnte man sehen, dass er fast so besorgt war, wie Molly.

„Warum bin ich nie dabei?", sagte Charly und runzelte die Stirn, obwohl er klug genug war, um es nicht laut genug auszusprechen, damit seine Mutter es nicht hören konnte.

„Na, wünscht du dir nun, dass du niemals Drachen jagen gegangen wärst.", kicherte Bill.

Bill, mit den üblen Narben und den langen Haaren;

„Narben?", keuchte Molly und sah ihrem ältesten Sohn ins Gesicht, als würde sie wissen wovon das Buch sprach. „Was ist passiert?"

„Ich weiß es nicht", sagte Bill und runzelte die Stirn. „Es muss erst in der Zukunft passieren."

[Mr. Weasley, mit freundlichem Gesicht, schütterem Haar und leicht schief sitzender Brille; Mad-Eye, vom Kampf gezeichnet, mit nur einem Bein und einem strahlend blauen Auge, dass in seiner Höhle surrte; Tonks, die ihr kurzes Haar in ihrer Lieblingsfarbe trug, einem knalligen Pink; Lupin, grauer, faltiger; Fleur,

„Ich bin auch da?", sagte Fleur, ebenso geschockt wie alle anderen im Raum. Dann sammelte sie sich und sprach in ihrer normalen Stimme weiter. „Natürlich würde ich ´Arry helfen wollen. Obwohl mir immer noch schleierhaft ist, wie ich von dieser Aktion erfahren habe."

„Vielleicht meint es, dass immer noch alles super zwischen uns läuft.", sagte Bill zu ihr und Fleur errötete.

„Das klingt doch gut." Sie lächelte zurück.

Für Molly hingegen, klang das alles andere als gut. Was erlaubte sich das Mädchen ihren Sohn so anzustarren.

„Wieso habe ich das Gefühl, dass wir in Zukunft noch viel mehr mit Fleur zu tun bekommen?", murrte Ginny, als sie sich um Ron herum beugte um mit Hermine zu flüstern.

„Sie ist offensichtlich da, um Harry zu helfen.", flüsterte Hermine zurück, obwohl sie die Situation auch nicht besonders mochte, doch sie versuchte sich keine falschen Meinungen zu bilden.

schlank und schön, mit ihrem langen silbrig blonden Haar; Kingsley, kahlköpfig, schwarz, breitschultrig; Hagrid mit seinem struppigen Haar und Bart, der gebückt dastand, um mit dem Kopf nicht an die Decke zu stoßen, und Mundungus Fletcher, klein, schmutzig und erbärmlich, mit seinen matten, basseartigen Hundeaugen und dem verfilzten Haar. Harry ging bei diesem Anblick das Herz auf und ihm wurde ganz warm: Er freute sich unglaublich über sie alle, sogar über Mundungus, den er bei ihrem letzten Zusammentreffen fast erwürgt hätte.

„Warum habe ich versucht ihn zu erwürgen?", fragte Harry mit einem amüsanten Grinsen.

„Wenn du es nicht weißt, dann wissen wir es auch nicht.", kicherte Fred.

„Es sieht so aus, als hätte er was von dir gestohlen.", fügte Sirius hinzu.

Kingsley, ich dachte du bewachst den Premierminister der Muggel?", rief er quer durch den Raum.

Der kann eine Nacht lang ohne mich auskommen", sagte Kingsley. „Du bist wichtiger."

Harry, weißt du was?", sagte Tonks von ihrem Platz oben auf der Waschmaschine aus und winkte ihm mit ihrer linken Hand zu; ein Ring glitzerte daran.

Tonks strahlte bei der Erwähnung von der Hochzeit und als sie bemerkte, dass Remus auch beinahe lächelte, fühlte sie sich richtig schwindelig.

Du hast geheiratet?", japste Harry und blickte von ihr zu Lupin.

„Hm..Ich bin diejenige die es dir erzählt, sie mich an, Harry", schmollte Tonks, beziehungsweise sie versuchte es, denn sie bekam noch immer nicht das Lächeln von ihrem Gesicht.

„Sorry, Tonks", kicherte Harry.

„Wartet mal ne Sekunde… Ihr zwei habt geheiratet?", rief Charlie.

„Ähm… ja, es wurde im ersten Kapitel erwähnt.", sagte Tonks.

„Nun, ich war ja nicht da", schnaubte Charlie, seine Ohren färbten sich rot.

„Ist das so schlimm für dich?", sagte Tons etwas überrascht über diese Reaktion.

Charlie rollte mit den Augen. „Natürlich nicht. Ich wollte nur auch mal etwas tun."

„Ähm…Was?", sagte Tonks verwirrt.

„Nun, da deine engsten Verwandten entweder die besten Freunde von diesem Kerl oder riesen Mistkerl sind, ist es mein Job dir etwas als dein bester Freund zu sagen.", sagte Charlie und starrte Remus an.

„Wenn du mein Freund wärst, würdest du verdammt noch mal die Klappe halten.", schnaubte Tonks.

Charlie sagte nichts mehr, aber den Blick den er Remus gab, sagte mehr als seine Worte.

„Du bist ein Mistkerl, Charlie Weasley, Das ist was du bist", schnaubte Tonks.

„Alles in Ordnung, Tonks.", sagte Remus. „Mir macht es nichts aus."

Tut mir leid, dass du nicht dabei sein konntest, war eine traute Runde."

Das ist großartig, gratu –"

Schon gut, schon gut, wir haben später Zeit, das alles gemütlich zu bequatschen!", brüllte Moody durch den Trubel und in der Küche trat Stille ein. Moody ließ die Säcke vor seine Füße fallen und wandte sich an Harry. „Dädalus hat dir wahrscheinlich schon gesagt, dass wir Plan A aufgeben mussten. Pius Thicknesse ist übergelaufen, was uns vor ein großes Problem stellt. Er hat es zur strafbaren Handlung erklärt, auf die Gefängnis steht, dieses Haus mit dem Flohnetzwerk zu verbinden, einen Portschlüssel hier abzulegen oder rein- und raus zuapparieren. Alles unter dem Vorwand, dich zu schützen, damit Du-weißt-schon-wer nicht an dich herankommt. Vollkommen sinnlos, wo doch der Zauber deiner Mutter das schon tut. In Wirklichkeit hat er es fertiggebracht, dass du hier nicht mehr sicher rauskommst. Zweites Problem: Du bist minderjährig, das heißt, du hast immer noch die Spur auf dir."

Die was?"

„Du weißt echt überhaupt nichts, oder Potter?", sagte Draco.

Harry starrte ihn an und er war nicht der einzige.

„Ich sage ja nur, dass gerade jemand wie du, zumindest die Basisdinge aus unserer Welt wissen solltest.", sagte Draco.

Die Spur, die Spur!", sagte Mad-Eye ungeduldig. „Der Zauberer, der magische Aktivitäten im Umfeld von unter Siebzehnjährigen aufspürt, mit dem das Ministerium rausfindet, wenn Minderjährige zaubern! Wenn du oder irgendjemand um dich herum einen Zauber ausführt, um hier rauszukommen, dann wird Thicknesse davon erfahren, genauso wie die Todesser.

Wir können nicht warten, bis die Spur sich löst, weil du im Moment, da du siebzehn wirst, sofort allen Schutz verlierst, den deine Mutter dir verliehen hat. Kurz gesagt: Pius Thicknesse glaubt, dass er dich nun endgültig in die Enge getrieben hat."

Harry konnte nicht umhin, dem unbekannten Thicknesse Recht zu geben.

„Komm schon Harry, wir haben uns bestimmt etwas ausgedacht.", sagte Fred.

„Du solltest nicht so schnell über uns urteilen", sagte George.

Was werden wir also tun?"

Wir benutzen die einzigen Transportmittel, die uns bleiben, die einzigen, die von der Spur nicht ermittelt werden können, weil wir keine Zauber ausüben müssen, um sie zu benutzen: Besen, Thestrale und Hagrids Motorrad."

Harry konnte einige Schwachstellen an diesem Plan erkennen; allerdings hielt er den Mund, um Mad-Eye die Gelegenheit zu geben, sie selbst anzusprechen.

Nun, der Zauber deiner Mitter bricht nur unter zwei Bedingungen: wenn du volljährig wirst oder –", Moody deutete auf die blitzsaubere Küche um ihn herum, „ – wenn du diesen Ort nicht mehr dein Zuhause nennst. Du, deine Tante und dein Onkel geht heute Nacht getrennte Wege, vollkommen einig, dass ihr nie wieder zusammenleben werdet, richtig?"

Harry nickte.

Wenn du also dieses Mal fortgehst, wird es keine Rückkehr geben, und der Zauber wird brechen, sobald du außerhalb seiner Reichweite bist. Wir brechen ihn lieber frühzeitig, denn die Alternative ist, zu warten, bis du-weißt-schon-wer kommt und dich ergreift, in dem Moment, da du siebzehn wirst.

„Nein, der Weg klingt alles andere als gut", murmelte Harry.

Der einzige Trumpf, den wir haben, ist, dass Du-weißt-schon-wer nicht weiß, dass wir dich heute Nacht wegbringen.

„Das ist nicht war… aber das wissen wir ja auch gar nicht.", sagte Molly besorgt und Arthur legte einen Arm um sie.

Jeder im Raum war genauso besorgt wie sie, was passieren würde.

Wir haben für das Ministerium eine falsche Fährte gelegt: Die glauben, dass du nicht vor dem Dreißigsten abreist. Allerdings haben wir es mit Du-weißt-schon-wem zu tun, das heißt, wir können uns nicht einfach darauf verlassen, dass er das falsche Datum hat; er lässt sicher ein paar Todesser hier in der Gegend am Himmel Patrouille fliegen, nur für den Fall. Deshalb haben wir ein dutzend verschiedenen Häusern sämtlichen Schutz verliehen, den wir aufbringen können. Sie sehen alle aus, als wären sie der Ort, an dem wir dich verstecken werden, sie haben alle irgendeine Verbindung zum Orden: mein Haus, Kingsleys, das von Mollys Tantchen Muriel – du verstehst schon."

Jaah", sagte Harry, nicht ganz ehrlich, denn er konnte immer noch einen riesigen Haken bei dem Plan erkennen.

„Was ist das?", fragte Sirius.

„Wahrscheinlich, dass es zu offensichtlich wäre, wenn vierzehn Leute zu dem Ort hinfliegen würden.", sagte Harry und zuckte ängstlich mit den Augen und erinnerte sich an die Überschrift von dem Kapitel.

Du gehst zu Tonks' Eltern. Sobald du innerhalb der Grenzen der Schutzzauber bist, die wir über ihr Haus gelegt haben, kannst du den Portschlüssel zum Fuchsbau nehmen. Noch Fragen?"

Ähm – ja", sagte Harry. „Sie werden vielleicht anfangs nicht wissen, zu welchem der zwölf sicheren Häuser ich fliege, aber wird das nicht irgendwie offensichtlich sein, sobald –", er zählte kurz die Köpfe, „ – vierzehn von uns zu Tonks' Eltern aufbrechen?"

„Hm…Ich denke dass Harry Recht haben könnte mit seiner Vermutung."; sagte Sirius nachdenklich.

„Idiot", stöhnte Remus und schüttelte den Kopf, obwohl mehrere über Sirius Witz lachten.

Ah", sagte Moody, „ich hab den entscheidenden Punkt vergessen. Es werden keine vierzehn von uns zu Tons' Eltern aufbrechen. Heute Abend werden sieben Harry Potters durch den Himmel fliegen,

„Nein!", Harry schüttelte den Kopf. „Kommt nicht in Frage!"

„Eigentlich klingt das nach einem guten Plan für mich", sagte Hermine und biss sich nervös auf die Lippe. „Es wir die Todesser verwirren… Es ist unsere einzige Chance unser Ziel zu erreichen."

„Versteht ihr denn nicht, wie gefährlich es ist Ich zu sein?", sagte Harry zu ihr und wollte ihr verständlich machen, dass er nicht noch mehr Menschen verlieren wollte nur weil sie ihn beschützten.

„Ja, ich weiß es jetzt", sagte Hermine und er konnte sehen, dass sie die Wahrheit sagte. „Aber das wird uns nicht aufhalten, dir zu helfen."

Harry seufzte und senkte seinen Kopf, er wusste, dass er nichts weiter mehr tun konnte.

jeder von ihnen mit einem Begleiter, und jedes Paar auf dem Weg zu einem anderen sicheren Haus."

Moody zog nun aus seinem Mantel ein Fläschchen mit etwas, das wie Schlamm aussah. Er brauchte gar nicht weiterzureden; Harry begriff den restlichen Plan sofort.

Nein!", sagte er laut und seine Stimme schallte durch die Küche. „Kommt nicht in Frage!"

„Merlin, hätte nicht erwartet, dass er so reagieren würde!", sagte Fred mit einer nachgestellten schockierten Stimme.

Ich habe ihnen gesagt, dass du so reagieren würdest", meinte Hermine mit einem Haus von Selbstgefälligkeit.

Wenn ihr glaubt, ich lasse zu, dass sechs Leute ihr Leben riskieren –!"

„ – weil es ja für uns alle das erste Mal ist", sagte Ron.

Das ist was anderes, so zu tun, als wärt ihr ich –"

Also, keiner von uns ist wirklich scharf drauf, Harry", sagte Fred ernst. „Stell dir vor, es geht was schief, dann stecken wir für immer als pickelige dürre Trottel fest."

„Das ist ein sehr gutes Argument Fred, Ich würde nicht wollen, dass das passieren würde.", sagte Fred zu dem Buch.

Harry lächelte nicht.

Ihr könnt es nicht tun, wenn ich nicht mitmache; ich muss euch ein paar Haare geben."

Tja, damit wäre der Plan im Eimer", sagte George. „Natürlich haben wir gar keine Chance, ein paar Haare von dir zu kriegen, wenn du nicht mitmachst."

Jaah, dreizehn von uns gegen einen Typen, der nicht zaubern darf; das können wir gleich vergessen", sagte Fred

Mehrere Leute lachten.

„Es ist so gut, dass wir unseren Humor auch in Zukunft behalten.", kicherte George.

Witzig", sagte Harry. „Wirklich witzig."

Wenn es nicht anders geht, dann eben mit Gewalt", knurrte Moody, und sein magisches Auge zitterte jetzt ein wenig in seiner Höhle, während er Harry anfunkelte. „Jeder hier ist volljährig, Potter, und es sind alle bereit, das Risiko auf sich zu nehmen."

Mundungus zuckte die Achseln und verzog das Gesicht; das magische Auge schwenkte seitwärts und starrte ihn böse aus Moodys Schläfe heraus an.

„Das ist nicht gut", murmelte Hermine, es war so selbstverständlich, dass er nicht da sein wollte.

„Finde ich auch", sagte Dumbledore, wer wollte dafür garantieren, dass Mundungus nicht gleich bei der bei dem ersten Anzeichen von Gefahr davonlaufen würde.

Jetzt keinen Streit mehr. Die Zeit wird knapp. Ich will ein paar von deinen Haaren, Junge, und zwar sofort."

Aber das ist verrückt, es ist überhaupt nicht nötig –"

Nicht nötig!", knurrte Moody. „Wo Du-weißt-schon-wer da draußen und das halbe Ministerium auf seiner Seite ist? Potter, wenn wir Glück haben, hat er den falschen Köder geschluckt und plant, dich am Dreißigsten zu überfallen, aber er wäre nicht ganz richtig im Kopf, wenn er nicht ein oder zwei Todesser hätte, die Ausschau halten, das würde ich jedenfalls tun. Sie können an dich und das Haus zwar nicht rankommen, während der Zauber deiner Mutter noch wirkt, aber der schwindet bald, und sie wissen, wo das Haus ungefähr liegt. Unsere einzige Chance ist, Lockvögel zu verwenden. Selbst Du-weißt-schon-wer kann sich nicht in sieben Stücke teilen."

Harry begegnete Hermines Blick und sah sofort weg.

Dumbledores Augen weiteten sich als er das las, also wusste Harry von den Horkruxen, da war er sich sicher. Er war sich ebenso sicher, dass, als Harry und Hermine sich angesehen hatte, er die Bestätigung hatte, die er schon seit Jahren suchte. Seit Harry ihm das Tagebuch gegeben hatte und er herausgefunden hatte worauf es Voldemort abgesehen hatte und die Vermutung dass es mehr als einen geben würde. Also hatte Voldemort tatsächlich sieben Horkruxe gemacht.

Also, Potter – ein paar von deinen Haaren, wenn ich bitten darf."

Harry sah zu Ron hinüber, der eine Grimasse zog, als ob er etwas wie „Tu's einfach" sagen wollte.

Sofort!", bellte Moody.

Alle Blicke ruhten auf Harry, während er sich oben auf den Kopf fasste, ein Büschel Haare packte und zog.

Gut", sagte Moody und kam herangehumpelt wobei er den Stöpsel aus dem Zaubertrankfläschchen zog. „Direkt hier rein, wenn ich bitten darf."

Harry ließ die Haare in die schlammartige Flüssigkeit fallen. Als sie auf die Oberfläche trafen, begann der Zaubertrank zu schäumen und zu qualmen, und dann nahm er, mit einem Schlag, eine klare, helle Goldfarbe an.

„Hä?", sagte Severus ungläubig.

„Was ist denn jetzt los?", fragte McGonagall ihn.

„Nun, wenn ich mich nicht irre, dann ändert sich die Farbe des Trankes je nach Person.", sagte Dumbledore und er zwinkerte zu Harry. „Viele glauben, wenn die Farbe immer näher zum Farbton Gold kommt, umso reiner ist auch sein Herz."

„Das macht Sinn.", sagte Fred.

„Unser kleiner Harryspatz war ja auch immer so ein unschuldiges Ding.", fügte George hinzu.

„Haltet die Klappe.", zischte Harry.

Ooh, Harry, du siehst viel leckerer aus als Crabbe und Goyle", sagte Hermine,

„Interessant…", sagte Fred und hob eine Augenbraue.

„So meinte ich es doch nicht.", sagte Hermine und errötete.

„Was meinst du damit?", fragte Molly scharf. „Es hört sich für mich so an, als ob du schon mal gesehen hast wie der Trank für Crabbe und Goyle aussehen würde, aber so etwas kannst du doch gar nicht wissen, oder?"

„Ähm…", schluckte Hermine.

„Nun, irgendwie wissen wir es schon", sagte Harry peinlich verlegen und besorgt. „In unserem zweiten Schuljahr."

„Das ward wirklich ihr", sagte Draco. „Ich wusste, dass irgendetwas nicht stimmte, aber sie haben darauf bestanden, dass sie es waren… dass alle sin Ordnung war."

„Ich denke mal, dass sie dich nicht wissen lassen wollten, dass wir sie in einen Besenschrank gestopft hatten.", sagte Harry.

„Da magst du wohl Recht haben.", sagte Draco und verzog das Gesicht. „Ich werde noch mal mit ihnen darüber reden."

„Wie seid ihr überhaupt an den Vielsafttrank gekommen?", fragte Sirius. „Wir wollten ihn uns im sechsten Schuljahr bestellen, aber keiner wollte ihn uns verkaufe… und keiner von uns war so gut in Zaubertränke –" Sirius starrte Remus an, und der rollte mit den Augen. „ – mussten wir die Idee aufgeben uns in den Slytherin Gemeinschaftsraum zu schmuggeln und alle zu verarschen."

„Wir hatten ihn nirgendwo her, Hermine hat ihn gemacht", sagte Ron und sah sie stolz an.

„Was?", sagte mehrere Leute.

„WEISST DU EIGENTLICH WIE GEFÄHRLICH DAS WAR, DU DUMMES MÄDCHEN!", schrie Severus.
„Wir denken, es war einfach nur genial.", schrien die Zwillinge gleichzeitig und starrten Severus an.

„Das ist wirklich beeindruckend", sagte Bill erstaunt. „Ich kann es nicht glauben, dass eine Zweitklässlerin das geschafft hat."

„Das ist wirklich sehr beeindruckend.", lächelte Remus sie an. „Aber Severus hat schon Recht. So ein Zaubertrank kann ziemlich schlimme Auswirkungen haben, wenn er falsch gebraut wird."

„Ich weiß, Professor Lupin.", seufzte Hermine. „Aber wir mussten etwas tun… Ich hab einfach nicht richtig nachgedacht."

„Nun, es hat ja alles geklappt.", lächelte Remus. „Und es ist Remus, vergessen?"

„Stimmt, Sorry", Hermine lächelte zurück.

„Du bist wirklich genial.", sagte Sirius und lächelte sie ebenfalls an. „manchmal erinnerst du mich echt an Lily."

„Oh…wirklich?", sagten Hermine und Harry zur selben Zeit.

Severus schaute nur noch finster, das war nicht war, Lily hätte nie etwas so leichtsinniges getan, auch wenn die im Stande gewesen wäre diesen Zaubertrank so leicht herzustellen.

„Natürlich" Total Genial… und ein bisschen von einer Alleswisserin.", sagte Sirius uns lachte über Hermines Gesichtsausdruck nach diesem Kommentar, doch Harry und Ron kicherten.

„Freundlich und immer bereit alles zu tun, egal was… ja, ich sehe eine Menge von ihr in dir."

„Danke", sagte Hermine sanft und Harry lächelte, er mochte die Vorstellung.

ehe sie Rons hochgezogene Augenbrauen erblickte und leicht errötend fortfuhr: „Oh, du weißt, was ich meine – der Trank von Goyle sah wie Popel aus." (im Originalen: schmeckte nach)]

„Wieso weißt du das, du hast den Trank doch gar nicht probiert?", sagte Harry.

„Ja, hast du dich nicht, ähm… in eine Katze oder so verwandelt?", sagte Ron mit einem falschen nachdenklichen Ton, bevor er laut loslachte.

„Halt die Klappe!", sagte Hermine und wurde dunkelrot und alle anderen im Raum lachten.

„Hast du wirklich?", fragte George.

„Deshalb hast du nach Weihnachten in der Schule gefehlt?", fragte Fred und beide lachten hysterisch.

„Haltet die Klappe!", wiederholte Hermine.

Also dann, alle falschen Potters bitte hier drüben in einer Reihe aufstellen", sagte Moody.

Ron, Hermine, Fred, George und Fleur bauten sich vor Tante Petunias glänzender Spüle auf.

Einer fehlt", sagte Lupin.

Hier", sagte Hagrid barsch, hob Mundungus am ragen hoch und setzte ihn neben Fleur wieder ab, die ostentativ ihre Nase rümpfte und wegging, um sich stattdessen zwischen Fred und George zu stellen.

„Ach, keine Sorge… er beißt nicht.", sagte Sirius zu Fleur und gab ihr eines seines charmantesten Lächelns.

„Er wird nicht so beschrieben, wie jemand dem ich zu nahe kommen möchte.", sagte Fleur und rümpfte ihre Nase.

Ich hab dir doch gesagt, ich wär lieber ´n Beschützer", meinte Mundungus.

Klappe", knurrte Moody. „Und wie ich dir schon gesagt habe, du rückgratloser Wurm, wird jeder Todesser, auf den wir stoßen, Potter gefangen nehmen und nicht töten wollen.

„Ja, nun, dass ist kein beruhigender Gedanke", murmelte Harry. „Und ich will gar nicht erst wissen, was passiert, wenn er einen falschen Potter fängt und der sich zurück verwandelt."

Jeder schauderte.

„Ähm… wenn er schlau wäre, würde er sie als Geiseln benutzten, um dich zu ihm zu locken.", sagte Draco. „Wir wissen ja nun alle, wie erfolgreich so ein Plan wäre."

Harry atmete tief ein und hob eine Augenbraue.

Dumbledore hat immer behauptet, dass Du-weißt-schon-wer Potter eigenhändig erledigen will. Die Beschützer werden's am schwersten haben, denn die Todesser werden sie umbringen wollen."

Mundungus wirkte nicht sonderlich beruhigt, doch Moody zog bereits ein halbes Dutzend eierbechergroße Gläschen aus seinem Mantel, verteilte sie und goss in jedes davon ein wenig Vielsaft-Trank.

Dann alle zusammen…"

Ron, Hermine, Fred, George, Fleur und Mundungus tranken. Alle keuchten und verzerrten die Gesichter, als der Trank durch ihre Kehle rann: Augenblicklich begannen ihre Züge Blasen zu werfen und sich wie heißes Wachs zu verziehen. Hermine und Mundungus schossen in die Höhe; Ron, Fred und George schrumpften; ihr Haare wurde dunkel, Hermines und Fleurs Haare schien es nach innen in ihre Köpfe zu ziehen.

„Das klingt doch total nach Spaß", sagte Fred.

„Glaub mir, das ist keine spaßige Erfahrung.", sagte Ron und zog eine Grimasse.

Moody löste nun ganz gelassen die Schnüre der großen säcke, die er mitgebracht hatte: Als er sich wieder aufrichtete, standen sechs Harry Potters keuchend und schnaufend vor ihm.

Fred und George wandten sich einander zu und sagten: „Wow – wir sind absolut gleich!"

Mehrere Leute lachten und Sirius rief: „Genial!"

ich weiß nicht, aber ich glaub, ich seh immer noch besser aus", sagte Fred, während er sein Spiegelbild im Wasserkessel musterte.

Mehr lachten.

„Idiot, du liegst so falsch", schnaubte George.

Bah", sagte Fleur, die sich in der Klappe der Mikrowelle begutachtete, „Bill, sieh misch nischt an – isch bin 'ässlisch."

„Du denkst, ich bin hässlich.", sagte Harry.
„Natürlich nischt ´Arry", sagte Fleur. „Aber isch möchte nischt, dass Bill dieser Blick gefällt."

„OK, das gilt.", kicherte Harry mit den anderen im Raum, allerdings starrte Ginny Fleur an.

Wem seine Klamotten ein wenig zu weit sind – ich hab hier kleinere", sagte Moody und deutete auf den ersten Sack, „und umgekehrt. Vergesst nicht die Brillen, in der Seitentasche sind sechs Stück. Und wenn ihr angezogen seid, findet ihr in dem anderen Sack Reisegepäck."

Der echte Harry dachte, dass dies so ziemlich das seltsamste war, was er je gesehen hatte,

„Echt, ich dachte du hättest schon viel merkwürdigere Dinge gesehen", sagte Charlie. „Ich meine, jedes Jahr heckt ihr irgendwas Verrücktes aus."

und er hatte einige äußerst merkwürdige Dinge gesehen. Er beobachtete, wie seine sechs Doppelgänger in den Säcken herumwühlten, Anziehsachen herauszogen, Brillen aufsetzten, ihre eigene Kleidung wegsteckten. Als sie alle begannen, sich ohne Scham auszuziehen, hätte er sie am liebsten gebeten, seine Intimsphäre ein wenig mehr zu respektieren, denn seinen Körper zu zeigen war für sie offensichtlich viel leichter, als wenn es ihr eigener gewesen wäre.

„Sorry Harry, wir versuchen uns das zu merken", sagten Fred und George lachend.

Wusste ich's doch, dass Ginny das mit der Tätowierung erfunden hat", sagte Ron, der auf seine nackte Brust hinunterschaute.

„Was?", sagten alle Weasley Jungen und sahen Harry argwöhnisch an.

„Warum weiß Ginny was auf deiner Brust ist?", fragte Charlie und starrte Harry an.

„Wie soll ich das denn wissen?", sagte Harry und hob eine Hand um sich zu verteidigen.

„Ja, richtig", sagte Charlie, starrte ihn immer noch an, genauso wie seine Brüder, außer Ron, was Harry erfreute. Ron sah eher unbehaglich aus.

Ginny andererseits, sah auf den Boden und versucht nicht zu lächeln, da sie hoffte, dass dies bedeutete was sie dachte was es bedeutet.

Hermine hielt sich eine Hand vor den Mund, so dass keiner sehen konnte, dass sie lächelte. Molly sah zwischen ihrer Tochter und Harry hin und her, hoffnungsvoll und dennoch vorsichtig über das was gemeint war.

„Ah, ich wusste schon immer, dass Potters eine Schwäche für rothaarige haben", sagte Sirius verschmitzt zu Remus, als Harry rot wurde und die Weasleys ihre Blicke nur noch verschärften.

Harry, deine Augen sind wirklich erbärmlich schlecht", stellte Hermine fest, als sie die Brille aufsetzte.

„Ähm…ja…deshalb trage ich eine Brille", sagte Harry mit zittriger Stimme und versuchte nicht auf die Blicke zu achten, die er bekam.

Sobald sie angezogen waren, nahmen die falschen Harrys aus dem zweiten Sack Rucksäcke und Eulenkäfige, jeder mit einer ausgestopften Schneeeule darin.

Gut", sagte Moody, als ihm endlich sieben angekleidete, mit Brille und Gepäck ausgestattete Harrys gegenüberstanden. „Die Paare sehen folgenermaßen aus: Mundungus wird mit mir fliegen, auf dem Besen –"

Dumbledore zog eine Miene, als dass Paar genannt wurde, er hatte so die Ahnung, dass dem alten Auror etwas passieren könnte, obwohl er das über jeden denken würde, der mit Mundungus reist und Moody war schließlich der erfahrenste Kämpfer.

Warum bin ich bei dir?", murrte der Harry, der der Hintertür am nächsten war.

Weil du derjenige bist, auf den man aufpassen muss", knurrte Moody, und tatsächlich blieb sein magisches Auge unentwegt auf Mundungus gerichtet, während er fortfuhr.

Arthur und Fred –"

Ich bin George", sagte der Zwilling, auf den Moody deutete. „Kannst du uns nicht mal auseinanderhalten, wenn wir Harry sind?"

„Fred! George! Dies ist nicht die Zeit für eure dummen Scherze!", schrie Molly zu den Zwillingen, die darüber lachten, was sie gerade im Buch gesagt hatten, genauso wie Sirius, Remus (der dennoch stark versuchte sein Lachen zu unterdrücken), Tonks, Harry, Ron, Charlie und Bill.

Sorry, George –"

Ich führ dich nur am Zauberstab herum, in Wirklichkeit bin ich Fred –"

Genug mit dem Blödsinn!", fauchte Moody. „Der andere – George oder Fred oder wer du auch bist – du gehst mit Remus. Miss Delacour –"

Ich nehm Fleur auf einem Thestral mit", sagte Bill. „Sie ist von Besen nicht so begeistert."

„Besen mag ich wirklich nicht, wobei ich mir nicht ganz sicher bin, wie ich auf einem Thestral fliegen soll, ich kann die doch nicht sehen.", sagte Fleur und fügte im Kopf hinzu, bis jetzt noch nicht.

„Keine Angst, ich bin ja da.", lächelte Bill sie beruhigend an und Fleur fühlte sich tatsächlich etwas besser.

Fleur ging hinüber an seine Seite, wobei sie ihm einen rührseligen, unterwürfigen Blick zuwarf, der wie Harry von ganzem Herzen hoffte, nie wieder in seinem Gesicht zu sehen sein würde.

„Oh, ich bin sicher, dass dir das sehr gut gestanden hat.", hänselte Fred.

„Ja…", fing Sirius mit einem schelmischen Augenzwinkern an, doch Remus hielt ihm eine Hand vor den Mund."

„Achtet gar nicht auf uns", sagte Remus zu allen und mehrere kicherten. Harry sah dankend zu seinem ehemaligen Professor, denn er war sich sicher, dass sein Patenonkel nichts Nettes gesagt hätte.

Miss Granger mit Kingsley, auch auf einem Thestral –"

Hermine sah erleichtert aus, das auch sie nicht mit einem Besen fliegen musste, doch auch sie war sich nicht sicher, wie es war auf einem unsichtbaren Pferd zu fliegen.

Hermine wirkte beruhigt, als sie Kingsley Lächeln erwiderte; Harry wusste, dass es auch Hermine auf einem Besen an Selbstvertrauen mangelte.

Hermine schnaubte.

„Liege ich etwa falsch", fragte Harry und grinste und als sie nichts tat, außer ihn anzustarren fügte er hinzu: „Ich denke nicht."

Dann bleiben du und ich übrig, Ron!", sagte Tonks strahlend und stieß einen Becherbaum um, als sie ihm zuwinkte.

Ron wirkte nicht ganz so erfreut wie Hermine.

„Das tat weh, Ron, ehrlich!", schmollte Tonks.

„Mach dir keine Sorgen, man, Tonks ist klasse.", lächelte Charlie und erinnerte sich an die alten gemeinsamen Zeiten in Hogwarts und den Ärger den sie immer bekommen hatten.

un' du kommst mit mir, Harry. Is' das in Ordnung?", sagte Hagrid mit leicht besorgter Miene.

„Ich bin mir nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist.", sagte Molly.

„Ich würde Hagrid mein Leben anvertrauen", sagte Harry.

„Ähm…Harry du vertraust ihm gerade dein Leben an.", wies Bill darauf hin.

„Ähm… stimmt.", sagte Harry langsam.

„Und Molly, ich denke es ist eine gute Idee, dass Harry mit Hagrid fliegt. Ich meine keiner der Todesser würde ihn dort erwarten.", sagte Remus gedankenverloren.

„Ja, ich denke mal, dass sie zuerst an Moody denken", sagte Tonks. „danach vielleicht Kingsley."

Ron zuckte zusammen und sah nervös zu Hermine.

Dieser Blick blieb nicht unbemerkt von Molly, die die beiden anlächelte. Sie hatte schon seit Jahren etwas zwischen den beiden erwartet, aber beide waren so stur, wenn es darum ging seine Gefühle zu zeigen… vielleicht wird dieser Blick ja helfen.

Wir nehmen das Motorrad, bin zu schwer für Besen und Thestrale, verstehste. Gibt aber nich viel Platz auf'm Sitz mit mir, deshalb bist du im Beiwagen.

„Beiwagen", seufzte Harry als alle anderen lachten.

Das ist prima", sagte Harry, nicht ganz wahrheitsgetreu.

Wir glauben, dass die Todesser davon ausgehen, dass du auf einem Besen fliegst", sagte Moody, der zu erraten schien, was in Harry vorging. „Snape hatte genug Zeit, denen alles über dich zu erzählen, was er vorher nicht erwähnt hat; wenn wir also auf einen Todesser stoßen, werden sie sich hundertprozentig einen von den Potters vorknöpfen, die so aussehen, als wären sie auf einem Besen zu Hause.

„Hm… das stimmt auch wieder. Hab nicht daran gedacht.", sagte Tonks.

Also dann", fuhr er fort, schnürte den Sack mit den Kleider für die falschen Potters zu und ging voran zurück zur Tür, „ich schätze, in drei Minuten sollten wir loslegen. Lohnt nicht, die Hintertür abzuschließen, das hält die Todesser nicht draußen, wenn sie nachsehen kommen… Auf jetzt…"

Harry eilte in den Flur, um seinen Rucksack, den Feuerblitz und Hedwigs Käfig zu holen, dann trat er zu den anderen in den dunklen Garten hinter dem Haus. Rundum sprengen Besen in Hände; Kingsley hatte Hermine schon auf einen großen schwarzen Thestral geholfen; Bill hatte Fleur auf den anderen gehoben. Hagrid stand neben dem Motorrad bereit, die Schutzbrille aufgesetzt.

Ist es das? Das Motorrad von Sirius?"

„Ja, das beste Motorrad aller Zeiten.", sagte Sirius stolz.

„Wie auch immer, Sirius.", sagte Harry und rollte mit den Augen.

Genau das isses", sagte Hagrid und strahlte zu Harry hinunter. „Und's letzte Mal, als du draufgesessen hast, Harry, konnt ich dich in einer Hand tragen!"

„Aw", sagten die meisten der Frauen.

Die Jungen lachten alle und Harry wurde erneut rot.

Harry fühlte sich unwillkürlich ein wenig beschämt, als er in den Beiwagen steig. Er saß nun gut einen Meter tiefer al alle anderen:

„Was ist das Problem…", sagte Fred.

„Möchtest du einen Sitz für große Jungs", beendete George und erneut begannen alle Jungs zu lachen.

Ron sah ihn feixend an, während er dahockte wie ein Kind in einem Autoskooter. Harry verstaute seinen Rucksack und den Besen unter seinen Füßen und klemmte sich Hedwigs Käfig zwischen die Knie. Es war furchtbar unbequem.

Arthur hat 'n bisschen dran rumgebosselt", sagte Hagrid,

„Arthur!", rief Molly und starrte ihren Mann an.

„Ich hab es noch nicht getan!", sagte Arthur mit zittriger Stimme, doch Molly starrte ihn weiter an.

dem Harrys Unbehaglichkeit gar nicht auffiel. Er setzte sich rittlings auf das Motorrad, das mit leisem Quietschen etliche Zentimeter in den Boden sank. „Hat jetzt 'n paar hübsche Tricks am Lenker. Das da war meine Idee."

Er zeigte mit einem dicken Finger auf einen lila Knopf nahe dem Tachometer.

Harry schluckte, er war sich nicht sicher, ob das so eine gute Idee war.

Bitte sei vorsichtig, Hagrid", sagte Mr. Weasley, der neben ihnen stand, den Besen in der Hand. „Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das ratsam war, und es darf natürlich nur in Notfällen eingesetzt werden."

„Oh Merlin, dass klingt aber überhaupt nicht gut.", stöhnte Molly und sah noch besorgter aus, doch dann starrte sie wieder zu ihrem Mann hinüber.

Na dann – alles klar", sagte Moody. „Bereitmachen bitte; ich will, dass wir alle genau zur selben Zeit abfliegen, damit der ganze Clou von dem Ablenkungsmanöver nicht verloren geht."

Sie bestiegen die Besen.

Halt dich jetzt fest, Ron", sagte Tonks, und Harry sah, wie Ron Lupin verstohlen einen schuldbewussten Blick zuwarf, ehe er seine Hände an ihre Taille legte.

„Aw… wie süß, Ronniespätzchen hat Angst vor Moony", lachte Sirius.

Hagrid trat den Kickstarter: Das Motorrad brüllte auf wie ein Drache und der Beiwagen fing an zu vibrieren.

Viel Glück, allesamt", schrie Moody. „Wir sehen und in etwa einer Stunde im Fuchsbau. Ich zähle bis drei. Eins…zwei…DREI."

Die Spannung verdoppelte sich augenblicklich und nun sah man auf allen Gesichtern die Besorgnis, die jeder vorher verborgen hatte.

[Das Motorrad dröhnte gewaltig, und Harry spürte, wie es den Beiwagen gefährlich hochriss: Schnell stieg Harry durch die Lüfte empor, seine Augen tränten ein wenig, und das Haare wurde ihm aus dem Gesicht gepeitscht. Um ihn herum schossen Besen ebenfalls in die Höhe: Der lange schwarze Schwanz eines Thestrals schnellte vorbei. Harrys Beine, die neben Hedwigs Käfig und seinem Rucksack in den Beiwagen gequetscht waren, schmerzten bereits und wurden allmählich taub. Es war ihm so unbequem, dass er fast vergaß, einen letzten Blick auf Ligusterweg Nummer vier zu werfen; als er über den Rand des Beiwagens schaute, konnte er nicht mehr erkennen, welches Haus es war. Höher und höher stiegen sie in den Himmel –

Und dann, aus dem Nirgendwo, aus dem Nichts, waren sie umzingelt. Mindestens dreißig Gestalten mit Kapuzen, in der Luft schwebend, bildeten einen riesigen Kreis, in den die Ordensleute mitten hineingeflogen waren, ahnungslos –

„NEIN!", schrien mehrere Leute und jeder starrte wie gebannt auf das Buch.

Schreie, grünes Licht blitzte zu allen Seiten auf:

„NEIN!", ein erneuter Schrei durchzog den Raum.

Harry atmete tief durch. Er wollte nicht, dass irgendjemand nur seinetwegen sterben müsste.

Hagrid schrie und das Motorrad kippte herum. Harry verlor jede Orientierung: Straßenlaternen über ihm, Schreie um ihn herum, er klammerte sich in letzter Verzweiflung an dem Beiwagen fest. Hedwigs Käfig, der Feuerblitz und der Rucksack rutschten unter seinen Knien hervor –

Nein – HILFE!"

Der Besen wirbelte in die Tiefe, doch es gelang Harry gerade noch, den Riemen seines Rucksacks und das Dach des Käfigs zu packen, als das Motorrad wieder in die richtige Lage hochschwang. Einen kurzen Augenblick Erleichterung, dann wieder ein grelles grünes Licht. Die Eule kreischte und fiel auf den Käfigboden.

„Nein… Hedwig", stöhnte Harry. Harry war es peinlich, dass sein Gesicht so nass war, er hatte noch so viele andere Dinge…Menschen, um die er sich Sorgen musste…Aber er konnte es einfach nicht ertragen, sie zu verlieren… Sie war seine einzige Freundin, als er bei den Dursleys festgesessen hatte und sie hatte immer versucht ihn aufzuheitern, wenn er gerade schlechter Laune gewesen war. Hermine nahm seine Hand und als er in ihre Augen blickte, sah er Verständnis und Unterstützung.

Nein – NEIN!"

Das Motorrad beschleunigte rasend schnell; Harry nahm kurz wahr, wie vermummte Todesser auseinanderstoben, als Hagrid den Kreis durchbrach.

Hedwig – Hedwig –"

Der Ruf war wie ein Schlag in Harrys Herz und er zuckte, als er das hörte.

Aber die Eule lag reglos und kläglich wie eine Puppe am Boden ihres Käfigs. Er konnte es nicht begreifen und seine schreckliche Angst um die anderen war übermächtig. Er spähte kurz über die Schulter und sah eine Menge von Leuten in Bewegung, aufflammendes grünes Licht, zwei Besen mit je zwei Leuten, die in die Ferne davonrasten, konnte aber nicht erkennen, wer es war –

Hagrid, wir müssen wieder zurück, wir müssen zurück!",

„Nein!" Wieder schrien so gut wie alle auf und alle sahen Harry an, der mit Tränen in seinen Augen, ihre Blicke trotzig erwiderte.

schrie er durch das Donnergrollen des Motors, zückte den Zauberstab und rammte Hedwigs Käfig auf den Boden, indes er nicht glauben wollte, dass sie tot war. „Hagrid, UMDREHEN!"

„'s is' mein Job, dich sicher dort hinzubring'n, Harry!", brüllte Hagrid und er gab Gas.

„Gut Hagrid", sagten mehrere Leute und Harry finster, aber innerlich wusste er, dass es keinen Weg zurück gab… es war einfach nur so hart es zuhören. Hart zu wissen, dass er seinen Freunden nicht helfen konnte.

Halt – HALT!", rief Harry. Doch als er wieder nach hinten sah, schossen zwei grüne Lichtstrahlen an seinem linken Ohr vorbei: Vier Todesser waren aus dem Kreis ausgebrochen und verfolgten sie, Hagrids breiter Rücken im Visier. Hagrid riss das Motorrad herum, aber die Todesser blieben immer dicht dran; weitere Flüche folgen hinter ihnen her, und Harry musste sich tief in den Beiwagen ducken, um ihnen zu entgehen. Dann krümmte er sich nach hinten und schrie: „Stupor!", und ein roter Lichtblitz schoss aus seinem eigenen Zauberstab und riss eine Lücke zwischen den vier Todesser auf ihren Fersen, da sie auseinanderstoben, um ihm auszuweichen.

Harry, halt dich fest, das wird ihnen den Rest geben!", donnerte Hagrid, und als Harry aufblickte, sah er gerade noch, wie Hagrid seinen dicken Finger auf einen grünen Knopf nahe der Tankuhr rammte.

Eine Mauer, eine massive Backsteinmauer, brach aus dem Auspuffrohr hervor.

„Nun, das ist neu", blinzelte Sirius.

„Hoffentlich stoppt es die anderen!", sagte Remus leise, er sah bleich aus und hatte seine Armen schützend um Tonks gelegt.

Harry verrenkte sich fast den Hals, während er beobachtete, wie sie sich mitten in der Luft aufbaute. Drei der Todesser schwenkten um und wichen ihr aus, doch der vierte hatte weniger Glück: Er verschwand aus dem Blickfeld und stürzte dann wie ein Felsbrocken hinter der Mauer in die Tiefe, sein Besen in Stücke zerfetzt. Einer seiner Gefährten bremste ab, um ihn zu retten, doch die zwei wurden sam der Mauer in der Luft von der Dunkelheit verschluckt, als sich Hagrid tief über den Lenker legte und Gas gab.

Weitere Todesflüche aus den Zauberstäben der beiden verbliebenen Todesser flogen an Harrys Kopf vorbei; sie zielten auf Hagrid ab. Harry antwortete mit neuen Schockzaubern: Rot und Grün stießen in der Luft zusammen und zerbarsten in einem Schauer vielfarbiger Funken, was Harry verworren an ein Feuerwerk denken ließ und an die Muggel unten, die sicher keine Ahnung hatten, was da passierte –

„Harry, denke nicht an solche Dinge in so einer Situation!", sagte Remus und sah ihn besorgt an.

Und noch einen drauf, Harry, halt dich fest!", rief Hagrid und drückte einen zweiten Knopf. Diesmal schnellte ein großes Netz aus dem Motorradauspuff, aber die Todesser waren darauf vorbereitet. Sie wichen aus, um ihm zu entgehen, und der Gefährte, der abgebremst hatte, um ihren bewusstlosen Freund zu retten, hatte sie auch wieder eingeholt: Er brach plötzlich aus der Dunkelheit hervor, und nun verfolgten drei von ihnen das Motorrad und jagten ihm allesamt Flüche hinterher.

Das wird reinhauen, Harry, halt dich fest!", schrie Hagrid, und Harry sah, wie er mit der ganzen Hand auf den lila Knopf neben dem Tachometer schlug.

„Verdammt, Ich weiß, dass es funktioniert, egal was es ist", sagte Arthur nervös.

Mit einem unverkennbarem donnerndem Getöse loderte Drachenfeuer aus dem Auspuff hervor, glühend weiß und blau, und das Motorrad preschte wie eine Kanonenkugel vorwärts, mit einem Lärm von berstendem Metall.

„Nicht schlecht", sagte Charlie. „Das wird wirklich eure Fahrt beschleunigen."

Harry sah, wie die Todesser zur Seite wichen und außer Sicht verschwanden, um dem tödlichen Flammenschweif zu entkommen, und gleichzeitig spürte er, wie der Beiwagen unheilvoll schwankte: Die Kraft der Beschleunigung hatte das Metall, das ihn mit dem Motorrad verband, splittern lassen.

„Okay, vielleicht ist es doch schlecht", sagte Charlie erbleichend.

Alles in Ordnung, Harry!", brüllte Hagrid, den die steigende Geschwindigkeit nur flach auf den Rücken drückte; das Motorrad war jetzt führerlos, und der Beiwagen schlenkerte wild in seinem Fahrtwind hin und her.

Ich mach schon, Harry, keine Sorge!", schrie Hagrid und er zog seinen geblümten rosa Schirm aus der Jackentasche.

„Nein", kreischten mehrere Leute.

Hagrid! Nein! Las mich da ran!"

REPARO!"

Ein ohrenbetäubender Knall war zu hören und der Beiwagen brach endgültig vom Motorrad ab: Harry raste weiter, zunächst noch angetrieben vom Schwung des fliegenden Motorrads, dann begann der Beiwagen an Höhe zu verlieren –

Verzweifelt richtete Harry seinen Zauberstab auf ihn und rief: „Wingardium Leviosa!"

Harry, Ron und Hermine konnten nicht anders und sahen sich lächelnd an, sie dachten an ihr erstes gemeinsames Abenteuer.

„Gute Idee", sagte Arthur. „Aber nun bist du ein leichtes Opfer"

(Schneide hier was raus, da es im Englischen so eine Wortspielerei ist, wo ich im deutschen keine Ahnung habe, was ich da machen soll

IM ORIGINALEN:

"Good idea," Arthur said, "but now you'll be a sitting goose."

"Er... duck," Hermione corrected automatically.)

Der Beiwagen stieg wie ein Korken nach oben, er ließ sich nicht steuern, hielt sich aber immerhin noch in der Luft. Doch hatte Harry nur für den Bruchteil einer Sekunde Ruhe, dann jagten neue Flüche an ihm vorbei: Die drei Todesser kamen näher.

Ich komm, Harry!", rief Hagrid aus der Dunkelheit, aber Harry konnte spüren, dass der Beiwagen schon wieder sank. Er kauerte sich, so tief er konnte, nieder, zielte mitten in die heranrasenden Gestalten und schrie: „Impedimeta!"

„Das wird den Schwebezauber lösen!", sagte Bill.

„Du wirst wieder anfangen zu fallen.", fügte Remus hinzu.

„Ich musste mich verteidigen.", sagte Harry und das war wirklich wahr, deshalb argumentierte auch keiner mehr.

Der Zauber traf den mittleren Todesser an der Brust:

„Guter Schuss, Harry!", sagte Sirius.

Einen Moment lang hing der Mann, grotesk alle viere von sich gestreckt, in der Luft, als ob er gegen ein unsichtbares Hindernis geprallt wäre. Einer seiner Gefährten stieß fast mit ihm zusammen –

Dann fing der Beiwagen an ernstlich zu sinken, und der dritte Todesser schoss einen Fluch so knapp an Harry vorbei, dass er sich unter den Rand des Wagens ducken musste und sich an seiner Sitzkante einen Zahn ausschlug –

Ich komm, Harry, ich komm!"

Eine riesige Hand packte Harry hinten am Umhang und hievte ihn aus dem hinabstürzenden Beiwagen; Harry zerrte seinen Rucksack mit sich, als er sich auf den Motorradsitz wuchtete, und fand sich Rücken an Rücken mit Hagrid. Während sie aufwärtsrasten, fort von den beiden verbliebenen Todessern, spuckte Harry Blut aus dem Mund, deutete mit dem Zauberstab auf den hinabfallenden Beiwagen und schrie: „Confringo!"

„Kluger Zug", sagte Bill, doch Harry sah aus irgendeinem Grund sehr bleich aus.

Als der Wagen explodierte, verspürte Harry beim Gedanken an Hedwig einen schrecklichen Stich, der an seinen Eingeweiden riss;

Und nun wusste Bill warum.

der Todesser in der Nähe wurde von seinem Besen geschleudert und stürzte außer Sicht; sein Gefährte ließ sich zurückfallen und verschwand.

Harry, tut mir leid, tut mir leid", jammerte Hagrid, „ich hätt nich versuchen soll'n, das selbst wieder hinzukrieg'n – du hast keinen Platz –"

Das ist kein Problem, flieg einfach weiter!", rief Harry zurück, während zwei neue Todesser aus der Dunkelheit auftauchten und näher rückten.

Als wieder Flüche über die Strecke zwischen ihnen jagten, riss Hagrid das Motorrad herum und flog im Zickzack: Harry wusste, dass Hagrid es nicht wagte, noch einmal den Drachenfeuerknopf zu drücken, solange Harry so unsicher saß. Harry schlenderte ihren Verfolgern Schockzauber um Schockzauber entgegen, doch er konnte sie kaum auf Anstand halten. Er feuerte noch einen Lähmzauber auf sie: Der nächste Todesser wich ihm mit einem Schwenk aus, seine Kapuze rutschte herunter, und im roten Licht eines weiteren Schockzaubers sah Harry das seltsame ausdruckslose Gesicht von Stanley Shunpike – Stan –

„Was?", sagte Harry. „Warum sollte er da sein?"

„Ich weiß es nicht", sagte Dumbledore und runzelte die Stirn. „Es hört sich so an, als würde er unter dem Imperius stehen."

Expelliarmus!", schrie Harry.

„Harry, das war überhaupt kein kluger Zug", sagte Remus und mehrere Leute runzelten die Stirn,

„Warum nicht…Wenn er unter dem Imperius steht, kann ich ihn doch nicht verhexen.", sagte Harry.

„Du könntest ihn schock…", fing Remus an.

„Der Fall würde ihn töten… und ich denke kaum, dass die Todesser jemanden retten würde, den sie kontrollieren müssen.", schnaubte Harry.

„Möglicherweise nicht, dennoch wünschte ich, du hättest diesen Zauberspruch nicht benutzt.", stöhnte Remus. „Nach all dem, was letzten Juni passiert ist…"

Harry zuckte bei der Erwähnung vom Friedhof.

Das ist er, er ist es, das ist der echte!"

„Genau das habe ich befürchtet.", seufzte Remus und alle anderen stöhnten.

Der Ruf des kapuzenvermummten Todessers drang sogar über das Donnern des Motorradmotors hinweg zu Harry.

Einen Augenblick später hatten sich beide Verfolger zurückfallen lassen und waren verschwunden.

Harry, was is' passiert?", brüllte Hagrid. „Wo sin' sie hin?"

Ich weiß nicht!"

Aber Harry hatte Angst: Der Todesser mit der Kapuze hatte „das ist der echte" gerufen; woher hatte er das gewusst? Er starrte in die offenbar leere Dunkelheit rundum und spürte ihre Bedrohung. Wo sind sie?

Er kletterte auf seinem Sitz herum, setzte sich mit dem Gesicht nach vorn und hielt sich hinten an Hagrids Jacke fest.

Hagrid, mach noch mal dieses Drachenfeuerding, wir müssen hier raus!"

„Oh, dass klingt überhaupt nicht gut.", sagte Molly.

„Nein, ich finde Harry hat Recht, sie müssen so schnell wie möglich aus dieser Situation gelangen:", sagte Arthur.

Dann halt dich fest, Harry!"

Erneut war ein ohrenbetäubender gellender Lärm zu hören und die weißblauen Flammen schossen aus dem Auspuff: Harry spürte, wie er auf seinem ohnehin knappen Platz nach hinten rutschte, und Hagrid, der kaum noch den Lenker festhalten konnte, warf es rücklings auf ihn –

Ich glaub, wir ham sie abgehängt, Harry, ich glaub, wir ham's geschafft!", rief Hagrid.

Aber Harry war nicht überzeugt: Angst züngelte in ihm hoch, als er links und rechts nach Verfolgern Ausschau hielt, die sicher kommen würden… Warum hatten sie sich zurückfallen lassen? Einer von ihnen hatte noch immer einen Zauberstab gehabt… Er ist es, das ist der echte… Sie hatten es gesagt, gleich nachdem er versucht hatte, Stan zu entwaffnen…

Wir sin' bald da, Harry, wir haben's bald geschafft!", rief Hagrid.

Harry merkte, wie das Motorrad ein wenig absackte, obwohl die Lichter unten auf der Erde immer noch fern wie Sterne wirkten.

Dann begann die Narbe auf seiner Stirn flammend heiß zu brennen:

„Nein!"

„Was?", fragte Draco verwirrt, doch keiner antwortete ihm.

Als je ein Todesser zu beiden Seiten des Motorrads auftauchte, verfehlten zwei Todesflüche, von hinten abgefeuert, Harry nur um Millimeter –

Mehrere Leute keuchten.

Und dann sah Harry ihn. Voldemort flog wie Rauch auf dem Wind, ohne einen Besen oder Thestral, der ihn trug, sein Schlangengesicht leuchtete aus der Dunkelheit, seine weißen Finger hoben erneut den Zauberstab –

Hagrid stieß einen Angstschrei aus und setzte mit dem Motorrad zum Sturzflug an. Harry hielt sich mit letzter Verzweiflung fest und jagte Schockzauber los, die ziellos durch die aufgewirbelte Nacht sausten. Er sah einen Körper an sich vorbeifliegen und wusste, dass er einen von ihnen getroffen hatte, doch dann hörte er einen Knall und sah Funken aus der Maschine sprühen; das Motorrad trudelte durch die Luft, völlig außer Kontrolle –

Wieder schossen grüne Lichtschweife an ihnen vorbei. Harry hatte keine Ahnung, wo oben und wo unten war. Seine Narbe brannte nach wie vor; er meinte, jede Sekunde sterben zu müssen. Eine kapuzenvermummte Gestalt auf seinem Besen war nur Meter von ihm entfernt, er sah sie den Arm heben –

NEIN!"

Mit einem wütenden Schrei warf sich Hagrid vom Motorrad und auf den Todesser;

„Nein!", rief Harry. „Hagrid!"

Mehrere Leute schrien und kreischten.

„Keine Angst", sagte Sirius zu seinem Patensohn. „Wenn jemand so einen Fall überleben kann, dann Hagrid…er ist zäh."

„Aber…", fing Harry an.

„Es wird ihm nichts passieren.", versicherte ihm Sirius und versuchte für jeden, die Angst und Besorgnis aus seinem Gesicht zu wischen.

voller Entsetzen sah Harry, wie Hagrid und der Todesser beide aus dem Blickfeld stürzten, zusammen waren sie schwer für den Besen –

Harry klammerte sich, so gut es ging, mit den Knien an das hinabfallende Motorrad, als er Voldemort schreien hörte: „Er gehört mir!"

Es war zu Ende: Er konnte weder sehen noch hören, wo Voldemort war; er erhaschte einen flüchtigen Blick auf einen weiteren Todesser, der mit einem schwenk auswich, dann hörte er „Avada –"

„Nein!" Eine erneute Runde von qualvollen schreien und Hermine drückte Harrys Hand ganz fest. Tatsächlich zerquetschte sie auch Rons Hand, die sie irgendwann ergriffen hatte, als vom Flug gelesen wurde.

Während der Schmerz in Harrys Narbe ihn zwang, die Augen zu schließen, handelte sein Zauberstab aus eigener Kraft. Harry spürte, wie er seine Hand herumzog wie ein großer Magnet, sah durch seine halb geschossenen Lider eine Stichflamme aus goldenem Feuer, hörte ein Knacksen und einen Wutschrei.

„Was?", flüsterten mehrere Leute und Dumbledore sah sehr nachdenklich aus, doch er las weiter.

Der verbliebene Todesser rief etwas; Voldemort schrie: „Nein!". Unversehens fand sich Harry mit der Nase nur Zentimeter von dem Drachenfeuerknopf entfernt: Er schlug mit seiner freien Hand darauf, und das Motorrad, das immer noch senkrecht nach unten stürzte, schleuderte erneut Flammen durch die Luft.

Hagrid!", rief Harry, der sich verzweifelt an dem Motorrad festklammerte, „Hagrid – accio Hagrid"

„Hagrid ist zu groß…Das lässt dich nur schneller zu ihm hinkommen.", sagte McGonagall besorgt.

„Schneller von diesem Ort wegzukommen, klingt doch nach einer guten Idee für mich", wies Fred darauf hin.

Das Motorrad raste schneller, wurde in die Tiefe gezogen. Das Gesicht auf Lenkerhöhe, konnte Harry nur ferne Lichter sehen, die näher und näher kamen; er würde auf die Erde krachen, und es gab nichts, was er dagegen tun konnte. Hinter ihm war ein weiterer Schrei zu hören –

Deinen Zauberstab, Selwyn, gib mir deinen Zauberstab!"

Er spürte Voldemort, noch ehe er ihn sah. Er blickte zur Seite und starrte in die roten Augen, und er war sich sicher, dass sie das Letzte waren, was er je sehen würde: Voldemort, der dabei war, ihm noch einmal einen Fluch auf den Hals zu jagen –

Und dann verschwand Voldemort.

„Was… warum ist er verschwunden?", sagte Molly.

„Ich denke, sie sind jetzt innerhalb des Schutzzaubers.", sagte Dumbledore.

[Harry späte hinab und sah Hagrid, alle viere von sich gestreckt, unter sich am Boden liegen. Harry zerrte heftig am Lenker, um nicht auf ihm zu landen, und tastete nach der Bremse, aber mit einem ohrenzerreißenden Krachen, das die Erde beben ließ, knallte er in einen schlammigen Teich.

„Das war das Ende vom Kapitel", sagte Dumbledore und Charlie, der am nächsten saß, nahm das Buch und fing sofort an zu lesen.