Hey, erst einmal sorry das ich solange nichts mehr von mir hab hören lassen, aber die Schule hat mich echt auf Trab gehalten.

Als kleine Entschädigung habe ich drei Kapitel für euch, die ich in den nächsten Tagen, bis spätest Sonntag Abend posten werde.

Danach wird leider erst einmal wieder eine Weile Funkstille herrschen, da ich in den Urlaub fahre.

Jetzt erst einmal viel Spaß mit dem neuen Kapitel

...

Kreachers Geschichte", las Ron und stöhnte dann auf. „Vielleicht will ich das Kapitel doch nicht lesen"

Hermine rollte mit den Augen.

„Arg! Warum sollte da ein Kapitel über dieses Ding sein?", grummelte Sirius.

„Sirius…", fing Hermine an zu sagen, diesmal konnte sie sich nicht davon abhalten, etwas zu sagen.

Sirius rollte mit den Augen, „Ron ließ einfach."

Harry erwachte früh am nächsten Morgen, auf dem Fußboden des Salons in einen Schlafsack gehüllt. Zwischen den Vorhängen war ein schmaler Spalt vom Himmel zu sehen: Er hatte das kühle, klare Blau von Tusche, irgendwo zwischen Nacht und Morgendämmerung, und es war ganz still, nur Rons und Hermines langsame, tiefe Atemzüge waren zu hören. Harry spähte hinüber zu den dunkeln Schemen, die sie auf dem Boden heben ihm bildeten. Ron hatte in einem Anfall von Ritterlichkeit darauf bestanden, dass Hermine auf dem Sofakissen schlief, deshalb ragte ihre Silhouette nun höher als seine.

„Gut gemacht Ronnielein", kicherte Charlie. „Du bist so ein Gentleman."

„Ach sei still", zischte Ron seine Brüder an, die alle kicherten (sogar Percy versuchte sich vom Lachen abzuhalten) und seine Ohren wurden feuerrot.

Ihr Arm war zum Boden geschwungen, die Finger nur Zentimeter von Rons entfernt. Harry fragte sich, ob sie Hand in Hand eingeschlafen waren.

„Aw", sagten alle Weasley Kinder (außer Ron).

„Ist das nicht süß?", fügte Fred hinzu und Rons Gesicht wurde Rot und Hermine errötete fast genauso stark wie er.

Bei dieser Vorstellung fühlte er sich merkwürdig einsam.

Er blickte hinauf zu der düsteren Decke, zu dem mit Spinnweben überzogenen Kronleuchter. Vor kaum vierundzwanzig Stunden hatte er im Eingang des Zeltes in der Sonne gestanden und auf Hochzeitsgäste gewartet, um sie hineinzuführen. Es kam ihm vor wie in einem anderen Leben Was würde jetzt geschehen? Er lag auf dem Boden und dachte an die Horkruxe, an die beängstigende und schwierige Mission, die Dumbledore ihm aufgetragen hatte … Dumbledore …

Der Kummer, der ihn seit Dumbledores Tod erfüllt hatte, fühlte sich nun anders an. Die Anschuldigungen, die er bei der Hochzeit von Muriel gehört hatte, schienen sich in seinem Gehirn eingenistet zu haben wie eine Krankheit und vergifteten seine Erinnerungen an den Zauberer, den er abgöttisch verehrt hatte.

„Harry", sagte Hermine und sah leicht enttäuscht aus, wie konnte Harry diesen Mist nur glauben?

Harry achtete nicht auf sie, er sah Dumbledore an. Es war peinlich zu hören wie er dachte, obwohl er sauer auf ihn war, da er ihn das gesamte Jahr ignoriert hat, konnte er sich nicht vorstellen, dass er so etwas denken würde. „Es tut mir leid, Sir", sagte er.

Dumbledore nickte, akzeptierte die Entschuldigung, sah aber auch geknickt nach unten. Er war sich sicher, so wie die Dinge gerade liefen, diese Situation, seine Vergangenheit, es würde nur noch schlimmer werden.

Könnte Dumbledore solche Dinge geschehen haben lassen? War der wie Dudley gewesen, der zufrieden zusah, wenn jemand vernachlässigt und misshandelt wurde, solange es nicht ihn betraf? Könnte er einer Schwester den Rücken zugekehrt haben, die eingesperrt und versteckt wurde?

Dumbledore sah finster über alles drein, was gesagt wurde, er hat nie solche Sachen getan und doch fühlte er sich so, als hätte er ihr noch schlimmeres angetan. Es gab nichts was er für sie tun konnte, als er noch kleiner war, aber er bereute es, dass er nicht mehr getan hatte, als er die Chance gehabt hatte.

Harry dachte an Godric´s Hollow, an die Gräber dort, die Dumbledore nie erwähnt hatte; er dachte an mysteriöse Gegenstände, die ihnen Dumbledore in seinem Testament ohne Erklärung vermacht hatte, und er spürte in der Dunkelheit wachsenden Unmut. Warum hatte Dumbledore es ihm nicht gesagt? Warum hatte er es nicht erklärt? War Harry für Dumbledore überhaupt wichtig gewesen? Oder war Harry nichts als ein Werkzeug gewesen, das man schleift und poliert, dem man aber nicht trauen und niemals etwas anvertrauen würde?

„Er hat niemandem etwas anvertraut, Potter", sagte Snape und sein Tonfall brachte alle dazu ihn anzugucken. War er gerade höflich zu Harry gewesen und warum hat er Harry nicht beschuldigt arrogant zu sein?

„Ich versichere dir, Harry, du bist mir wichtig", sagte Dumbledore.

Harry hielt es nicht mehr länger aus, dazuliegen und sich nur mit bitteren Gedanken zu beschäftigen. Um endlich etwas zu tun und sich abzulenken, schlüpfte er aus dem Salon. Auf dem Treppenabsatz flüsterte er „Lumos" und stieg im Licht des Zauberstabs die Stufen hinauf.

„Was tust du?", fragte Hermine Harry harsch und er sah Hermine fragend an.

„Ich gehe…", fing Harry an zu sagen.

„Du kannst dich nicht einfach auf eigene Faust auf den Weg machen", sagte Hermine. „weißt du denn nicht wie besorgt Ron und ich sein werden, wenn wir aufwachen und du nicht da bist…nach allem was gestern passiert ist…"
„Tut mir leid", sagte Harry. „Ich hab einfach nicht nachgedacht."

Im zweiten Stock lag das Zimmer, in dem er und Ron bei ihrem letzten Aufenthalt hier geschlafen hatten; er warf einen Blick hinein. Die Schranktüren standen offen und das Bettzeug war weggerissen worden. Harry dachte an das umgekippte Trollbein im Erdgeschoss. Jemand hatte das Haus durchsucht, nachdem der Orden es verlassen hatte.

Hermine schauderte darüber, immer noch besorgt, dass Harry immer noch allein durch das Haus streifte.

Snape? Oder vielleicht Mundungus, der etliches aus diesem Haus geklaut hatte, sowohl vor als auch nach Sirius Tod?

„Er war es wahrscheinlich", sagte Sirius lächelnd und versuchte seine Bedenken, dass da noch etwas gefährlicheres sein könnte, zu unterdrücken.

Harrys Blick wanderte zu dem Bildrahmen, in dem manchmal Phineas Niggelus Black zu sehen war, Sirius Ururgroßvater, doch er war leer und zeigte nichts als ein Stück schmutzig graue Hintergrundfläche. Phineas Niggelus verbrachte die Nacht offenbar im Büro des Schulleiters von Hogwarts.

Harry ging weiter die Treppe hinauf, bis er das oberste Stockwerk erreicht hatte, wo es nur zwei Türen gab. Die eine ihm gegenüber trug ein Schild, auf dem Sirus stand. Harry hatte das Zimmer seines Paten noch nie betreten.

Harry runzelte die Augenbrauen und fragte sich warum er noch nie in Sirius Zimmer gewesen war. Er fragte sich auch, ob Sirius' Zimmer genauso schlimm war wie die restlichen im Haus, aber irgendwie, so wie er Sirius kannte, bezweifelte er das.

Er drückte die Tür auf und hielt seinen Zauberstab hoch, um möglichst viel Licht zu verbreiten.

Das Zimmer war geräumig und musste früher einmal hübsch gewesen sein. Es gab ein großes Bett darin mit einem verzierten hölzernen Kopfbrett, ein hohes Fenster, das mit langen Samtvorhängen verdunkelt war, und einen dick mit Staub bedeckten Kronleuchter, dessen Kerzenstummel immer noch in ihren Haltern steckten, von denen harte Wachstropfen wie Eiszapfen herunterhingen. Eine feine Staubschicht lag auf den Bilden an den Wänden und auf dem Kopfbrett des Bettes; eine Spinnwebe spannte sich zwischen dem Kronleuchter und der Oberkante des großen Holzschranks,

Ron schauderte und murmelte etwas von „Geh da sofort raus!" Die Zwillinge kicherten darüber und Molly funkelte sie an, sie hasste es immer noch, dass ihr jüngster Sohn von Spinnen traumatisiert wurde.

und als Harry weiter in das Zimmer hineinging, hörte er aufgeschreckte Mäuse umhertrippeln.

Sirius hatte die Wände als Teenager mit so vielen Postern und Bildern bepflastert, dass nur noch wenig von der silbergrauen Seidentapete zu sehen war. Harry konnte nur vermuten, dass es Sirus Eltern nicht gelungen war, den Dauerklebefluch, der die Bilder an der Wand hielt, zu entfernen, denn er war sicher, dass sie es nicht geschätzt hatten, wie ihr ältester Sohn sein Zimmer dekorierte.

Man hörte deutlich Rons Belustigung als er das las und die Augen der Zwillinge zeigten eine Spur von Rebellion. Sirius grinste alle an.

Sirus schien sich ausgesprochen Mühe gegeben zu haben, seine Eltern zu ärgern. Die verschiedenen großen Gryffendor-Banner in ausgeblichenem Scharlachrot und Gold sollten nur noch deutlicher machen, dass er anders war als der Rest der Slytherin-Familie.

„Ihr wisst gar nicht wie viele Zaubersprüche ich drauf tun musste, damit Mum die nicht abbekommt", sagte Sirius stolz. „Es hat eine Weile gedauert um sie Zauberspruch sicher zumachen, damit sie die nicht einfach von der Wand wegblasen konnte."

Es gab viele Bilder von Muggel-Motorrädern

Arthur sah aufgeregt hoch, doch Mollys Funkeln ließ ihn sich wieder hinsetzen.

und außerdem (Harry bewunderte unwillkürlich Sirius Unverfrorenheit) mehrere Poster mit Muggelmädchen in Bikinis;

„Nett", sagten mehrere Jungs im Raum während die meisten der Mädchen angewiderte oder missbilligte Geräusche machten.

Harry erkannte, dass es Muggel waren, weil sie völlig unbewegt in ihren Bildern verharrten, ihr verblasstes Lächeln und die glasigen Augen warn auf dem Papier erstarrt. Ganz anders verhielt es sich mit dem einzigen Zaubererfoto an den Wänden, einem Bild von vier Hogwarts-Schülern, die Arm in Arm dastanden und in die Kamera lachten.

Sirius und Remus tauschten ein Lächeln, sie kannten das Bild nur zu gut. Dies waren definitiv die besten Jahre ihres Lebens.

Harrys Herz schlug höher, als er seinen Vater erkannte; sein verstrubbeltes schwarzes Haar stand im Nacken ab wie bei Harry, und auch er trug eine Brille. Neben ihm war Sirius, unverschämt hübsch, sein leicht arrogantes Gesicht so viel jünger und glücklicher, als Harry es zu seinen Lebzeiten je gesehen hatte.

Sirius runzelte die Stirn, er wünschte er könnte wie das nun sein, sorgenlos und glücklich, aber er hat das alles verloren mit dem Aufenthalt in Askaban und er war sich nicht sicher, dass er das je wieder erhalten würde, wenn der Krieg vorbei war und sie gewonnen hatten (solange sie gewinnen würden und er überleben würde.)

Rechts von Sirius stand Pettigrew,

„Musstest du wirklich über diesen Ratten Bastard nachdenken?", zischte Sirius.

Harry zuckte mit den Schultern, es war nicht seine Schuld, dass Wurmschwanz auf dem Bild war.

gut einen Kopf kleiner, pummelig und mit wässrigen Augen, das Gesicht gerötet vor Freude darüber, dass er zu dieser coolsten aller Banden gehörte, zu den viel bewunderten Rebellen, die James und Sirus gewesen waren.

Sirius wurde langsam immer wütender, je länger er dieser Beschreibung zuhörte und Remus funkelte nun auch das Buch an.

Links von James war Lupin, der schon damals ein wenig schäbig aussah, doch auch er machte den Eindruck, freudig überrascht zu sein, dass man ihn schätzte und aufgenommen hatte …

„Hey", sagte Remus, der es gar nicht mochte mit Wurmschwanz verglichen zu werden und er wusste, dass dieses Gefühl nicht davon kam, wie Harry es ausgesprochen hatte.

„Weißt du, es ist wahr Moony, du warst sehr froh, dass du mit uns coolen Kids abzuhängen", sagte Sirius um Remus etwas zu hänseln und es half Remus bei seinem Zorn.

„Ich war froh echte Freunde zu haben, die, zur Zeit als das Foto gemacht worden war, mich so akzeptiert haben was ich war.", sagte Remus. „Der Coolness Faktor war mir eigentlich ziemlich egal."

„Ach komm schon Remus, du hast die Aufmerksamkeit geliebt, genauso wie James und ich", sagte Sirius und rollte mit den Augen.

„Was immer du sagst, Tatze", sagte Remus und rollte ebenfalls mit den Augen.

Oder las Harry diese Dinge nur deshalb aus dem Bild heraus, weil er wusste, wie es gewesen war? Er versuchte es von der Wand zu nehmen; schließlich gehörte es jetzt ihm – Sirius hatte ihm alles vermacht - , aber es rührte sich nicht von der Stelle. Sirirus war kein Risiko eingegangen, als er verhindern wollte, dass seine Eltern den Raum anders gestalteten.

„Sorry", sagte Sirius, „aber es war mir halt wichtig meine Mum zu ärgern."

Harry blickte auf dem Fußboden umher. Der Himmel draußen wurde heller: Ein Lichtstrahl ließ einzelne Papierfetzen erkennen, Bücher und kleine Gegenstände, die auf dem Teppich verstreut lagen. Offensichtlich war auch Sirius Zimmer durchsucht worden, obwohl die meisten Sachen hier, wenn nicht alle, offenbar für wertlos erachtet worden waren.

Draco hob eine Augenbraue und dachte dass es tatsächlich Snape gewesen sein könnte, der das Haus durchsucht hatte. Zumindest wusste er dass er niemals etwas für wertvoll in Potters Raum halten würde.

Einige von den Büchern waren so grob geschüttelt worden, dass sich die Einbände gelöst hatten, und allerlei Seiten lagen auf dem Boden herum. Harry bückte sich, hob ein paar von den einzelnen Blättern auf und betrachtete sie. In einem erkannte er eine Seite aus einer alten Ausgabe der Geschichte der Zauberei von Bathilda Bagshot und ein weiteres gehörte zu seine Wartungsanleitung für ein Motorrad. Das dritte war von Hand beschrieben und zusammengeknüllt. Er strich es glatt.

Lieber Tatze,

Sirius lächelte traurig, er wusste von wem der Brief war. Er sah Harry an, der sehr interessiert aussah zu hören was in dem Brief stand und er wusste, dass es ihm gut tun würde.

danke, danke für Harrys Geburtstagsgeschenk! Es war bei weitem sein liebstes. Ein Jahr alt, und schon mit einem Spielzeugbesen herumfliegen

„Ich hatte einen Besen, als ich noch ein Baby war?", sagte Harry überrascht.

„Jap, ich hab ihn dir geschenkt", sagte Sirius stolz. „James war so gespannt drauf, wie gut du auf dem Spielfeld sein würdest, also hab ich mir gedacht, es wäre gut, wenn du so früh wie möglich anfängst zu trainieren."

„Danke Sirius" Harry lächelte ihn an.

er sah so zufrieden mit sich aus,

„Natürlich sah er das, Potter war schon immer arrogant", sagte Draco, erstaunlicherweise mit einem hänselnden Ton.

ich füge ein Bild ein, damit du es sehen kannst.

„Ist das Bild da?", fragte Molly und sah Sirius an. Sie würde es so gerne sehen, Harry als Baby und es sah so aus als ob Ginny und Hermine genau dasselbe dachten.

„Sollte es eigentlich", sagte Sirius, er hatte Brief und Foto immer zusammen gehalten.

Du weißt, der Besen steigt nur etwa einen halben Meter hoch, aber er hat fast die Katze umgebracht und eine schreckliche Vase zerdeppert, die Petunia mir zu Weihnachten geschenkt hat (ich will mich nicht beklagen). Natürlich fand James

„Der Brief ist von meiner Mum?", sagte Harry, denn als der Brief mit Tatze angefangen hatte, hatte er einfach angenommen, dass er von seinem Vater war. Sirius nickte.

es furchtbar lustig, er meint, der wird mal ein großer Quidditch-Spieler, aber wir mussten sämtlichen Zierrat wegpacken und behalten ihn immer im Auge, wenn er losfliegt.

Wir hatten einen sehr beschaulichen Geburtstagstee, nur wir und die alte Bathilda, die immer nett zu uns war und ganz vernarrt ist in Harry. Es tat uns leid, dass du nicht kommen konntest, aber der Orden hat Vorrang, und Harry ist sowieso noch nicht alt genug, um zu verstehen, dass es sein Geburtstag ist!

„Trotzdem, wäre ich gerne dagewesen.", sagte Sirius, er wusste zu dieser Zeit ja nicht, dass er keinen einzigen Geburtstag mit seinem Patensohn feiern konnte, bis zu seinem fünfzehnten.

„Ist schon gut Sirius, ich verstehe es", sagte Harry ernsthaft zu seinem Patensohn.

James ist allmählich etwas frustriert, weil er hier eingesperrt ist, er versucht, es nicht zu zeigen, aber ich merke es – und Dumbledore hat immer noch seinen Tarnumhang, daher ist es nichts mit kleinen Ausflügen.

Remus wollte eine Frage stellen, aber er wollte warten, bis der Brief zu Ende war, da er sehen konnte wie wichtig Harry dieser Brief war und je weniger Unterbrechungen desto besser.

Wenn du uns besuchen könntest, würde ihn das wirklich aufmuntern. Würmchen war her, letztes Wochenende,

Sirius knurrte und Remus Gesicht wurde hart, aber keiner sagte etwas.

er kam mir niedergeschlagen vor, aber das lag wohl an der Nachricht von den McKinnons; ich hab den ganzen Abend geweint, als ich davon hörte.

Mehrere von den Erwachsenen senkten ihre Köpfe, sie erinnerten die harten Zeiten.

Bathilda schaut fast jeden Tag vorbei, sie ist eine hinreißende alte Dame und kennt die erstaunlichsten Geschichten über Dumbledore, ich bin nicht sicher, ob er erfreut wäre, wenn er das wüsste! Ich weiß nicht, wie viel ich davon wirklich wahr ist, denn es erscheint unglaublich, dass Dumbledore

Harrys Glieder waren offenbar taub geworden.

„Harrys Glieder sind uns egal… was ist mit Dumbledore?", sagte Fred

„Fred", rügte Molly.

„Ach komm schon Mum, bist du nicht auch neugierig darauf was der Brief als nächstes sagen wollte", sagte Fred.

Sirius runzelte die Stirn und sah Dumbledore neugierig an. Er sah unbequem drein, was definitiv nicht seinem normalen Verhalten entsprach. Könnte Lily vielleicht Recht gehabt haben, dass Dumbledore und Grindelwald Freunde gewesen waren? Nun, Sirius nahm es ihm nicht übel, er wusste wie es war wenn sich ein Freund in einen Bastard verwandelte.

Remus sah Harry an, der einen nachdenklichen und irgendwie traurigen Ausdruck im Gesicht hatte und dachte, das nun ein guten Augenblick war um seine Frage zu stellen; Harry würde wohl gerne ein paar Minuten haben wollen, um das alles zu verdauen, was er gerade gehört hat. „Sir, Ich hab mich nur gefragt, warum sie James Umhang so lange behalten haben?"

Dumbledore gab ihm einen durch dringlichen Blick, sein Ausdruck sah nachdenklich aus und nach einer Weile sagte er: „Ich glaube die Antwort wird bald enthüllt werden, wenn ich es euch jetzt erzählen würde, dann würde es euch nur von der Story ablenken."

Obwohl Remus mit dieser Antwort nicht zufrieden war, wusste er, dass er Dumbledore nicht weiter ausfragen sollte. Allerdings machte ihn diese Antwort nur noch neugieriger und verwirrter.

Ron entschloss sich weiter zu lesen, da keiner mehr die Anstalten machte zu unterbrechen.

Er stand stocksteif da, das wunderbare Papier in seinen gefühlslosen Fingern, während mit lautloser Wucht Freude und Trauer gleichermaßen durch seine Adern rauschten. Taumelnd ging er zum Bett und setzte sich hin.

Harry gab ein schwaches Lächeln zum Boden hin, auf der er starrte, seit Ron den Brief zu Ende gelesen hatte. Er fühlte genau dasselbe wie sein Buch-Ich.

Er las den Brief noch einmal durch, konnte aber nicht mehr darin finden als beim ersten Mal, und schließlich starrte er nur noch auf die Handschrift. Sie hatte ihre „g" genauso gemacht wie er:

„Kann ich das mal sehen", sagte Harry kaum mehr als ein Flüstern, aber Ron überreichte ihm sofort das Buch. Er war sich nicht sicher, ob das wirklich die Handschrift seiner Mutter war, Obwohl es definitiv nicht die normale Schriftart vom Rest des Buches war. Er seufzte, es war unwahrscheinlich, dass es ihre war, aber die „g"s kamen ihm bekannt vor.

Er gab Ron das Buch ein paar Minuten später zurück, deutlich bewusst, dass alle versuchten ihn nicht anzusehen, als er sich die Tränen aus seinem Gesicht wischte. Als er Ginnys kleine Hand an seiner eigenen spürte, nahm er sie und er fühlte sich merkwürdigerweise sehr getröstet durch diese einfache Handlung.

Er suchte den Brief nach jedem einzelnen davon ab, und jedes war wie ein freundliches kleines Winken, das er flüchtig hinter einem Schleier erspähen konnte. Der Brief war ein ungeheurer Schatz, ein Beweis dafür, dass Lily Potter gelebt hatte, wirklich gelebt hatte,

Sirius öffnete seinen Mund um zu wieder sprechen, natürlich hatte Lily ihn geliebt, aber Remus legte eine Hand auf seine Schulter, seine Augen sagte, dass dies Gedanken waren, auf die Harry keine Kommentare brauchte.

dass ihre warme Hand sich einst über dieses Pergament bewegt hatte, die Tintenspur dieser Buchstaben gezogen hatte, dieser Wörter, Wörter über ihn, Harry, ihren Sohn.

Ron sah seinen besten Freund erneut an, bevor er weiterlas, er hat nie vollkommen verstanden, wie hart es für Harry war seine Eltern zu kennenzulernen. Keine echte Erinnerung an sie zu haben, wo ein Brief wie dieser ein so kostbarer Schatz war. Er fühlte sich ein wenig schuldig, dass er immer so eifersüchtig auf Harry gewesen war. (für die meisten Dinge hatte Harry nie Kontrolle gehabt.)

Molly hingegen fing an zu weinen und Arthur hielt sie, sie wollte Harry umarmen. Aber sie hielt sich zurück, da Harry so oder so schon unbequem drein sah, dies zu hören mit allen anderen im Raum.

Ungeduldig rieb er sich die Feuchtigkeit aus den Augen und las den Brief noch einmal, und diesmal konzentrierte er sich auf die Bedeutung. Es war, als würde er einer Stimme lauschen, an die er sich vage erinnerte.

Sie hatten eine Katze gehabt … vielleicht war sie, wie seinen Eltern, in Godric´s Hollow umgekommen …

„Nein, ich hab mich um Rusty gekümmert und ihn schließlich zu Arabella Figg gegeben.", sagte Remus. „Ich glaube sie nennt ihn Mr. Tibbles."

„Wirklich?", sagte Harry geschockt.

„Ja", sagte Remus, „Als ich gehört habe, dass sie dich im Auge behält, dachte ich es wäre das beste, wenn er in deiner Nähe sein würde… er hat dich geliebt, abgesehen von der Tatsache, dass du ihm immer am Schwaz gezogen hast."

oder aber geflohen, als niemand mehr da war, um sie zu füttern … Sirius hatte ihm seinen ersten Besen gekauft… seine Eltern hatten Bathilda Bagshot gekannt; hatte Dumbledore sie einander vorgestellt? Dumbledore hat immer noch seinen Tarnumhang … das kam ihm irgendwie komisch vor …

„Worauf wir offenbar keine Antwort bekommen werden, obwohl wir Dumbledore selbst in dieses Raum haben um ihn zu fragen.", sagte George beleidigt und dann grinste er seinen Schulleiter an.

Harry hielt inne und dachte über die Worte seiner Mutter nach. Warum hatte Dumbledore James Tarnumhang an sich genommen? Harry erinnerte sich deutlich daran, dass sein Schulleiter vor Jahren zu ihm gesagt hatte: Ich brauche keinen Umhang, um unsichtbar zu werden. Vielleicht hatte er ein weniger begabtes Ordensmitglied ihn zu Hilfe nehmen müssen und Dumbledore hatte ihn überbracht? Harry las weiter …

Würmchen war her … Pettigrew, der Verräter, wirkte „niedergeschlagen", tatsächlich? War ihm bewusst, dass er James und Lily zum letzten Mal sah?

Mehr knurren kam von Remus und Sirius, obwohl sie diesmal nicht die einzigen waren, die wütend waren.

Und schließlich wieder Bathilda, die erstaunliche Geschichten über Dumbledore erzählte: es erscheint unglaublich, dass Dumbledore

Dass Dumbledore was?

„Seht ihr, Harry will es auch wissen", sagte Fred.

„Ruhe, Fred", sagte Molly.

„Ich nehme an, das wir darauf auch keine Antwort bekommen oder Sir?", fragte George und Dumbledore schüttelte seinen Kopf.

Doch es gab eine Vielzahl von Dingen, die bei Dumbledore unglaublich erscheinen könnte; dass er einmal schlechte Noten in einer Prüfung in Verwandlung bekommen hatte, zum Beispiel, oder dass er wie Aberforth angefangen hatte, mit Ziegen zu zaubern…

Alle lachten darüber.

Harry stand auf und ließ den Blick über den Boden schweifen: Vielleicht lag hier irgendwo der Rest des Briefes. Er hob Papiere auf und behandelte sie in seinen Eifer genauso rücksichtslos wie der Erste, der hier alles durchsucht hatte; er riss Schubladen auf, schüttelte Bücher aus, stieg auf einen Stuhl , um mit der Hand über den Schrank zu streichen, und kroch unter das Bett und einen Sessel.

Endlich, er lag gerade mit dem Kopf auf dem Boden, entdeckte er etwas wie einen Papierfetzen unter der Kommode. Als er ihn hervorzog, stellte sich heraus, dass es das weitgehend erhaltende Foto war, das Lily in ihrem Brief erwähnt hatte. Ein schwarzhaariges Baby flog auf einem winzigen Besen ins Bild und wieder hinaus, mit schallendem Gelächter, und ein Paar Beine, die zu James gehört haben mussten, jagten ihm hinterher.

Mehrere Leute kicherten darüber, und es gab viele „Aw" s von den Mädchen im Raum (Harry war der Meinung, dass sogar McGonagall ein Aw entwichen war, aber er war sich nicht sicher), obwohl Fred und George haben es auch gesagt und kicherten jetzt über Harry.

„Ich wünschte ich könnte es wirklich sehen", sagte Hermine und sagte, was die meisten im Raum dachten.

„ich zeig es dir, wenn wir zurück zum Grimmauld Platz kommen", kicherte Sirius, obwohl die Rückkehr in das Haus ihn nicht gerade fröhlich stimmte.

Harry steckte das Foto zusammen mit Lilys Brief in seine Tasche und suchte dann wieder nach dem zweiten Blatt.

Nach einer weiteren Viertelstunde musste er sich jedoch eingestehen, dass der Rest des Briefes seiner Mutter verschwunden war. War er einfach verloren gegangen in den sechzehn Jahren, seit er geschrieben worden war, oder war er von dem, der das Zimmer durchsucht hatte, mitgenommen worden, wer auch immer es war?

Severus hob eine Augenbraue, er hatte sich schon gefragt, ob er derjenige war, der das Haus durchsucht hatte, aber dachte es sei unwahrscheinlich. Warum sollte er in dieses Haus gehen um etwas von Black mitzunehmen? Allerdings wusste er warum er das hier haben wollte. Er wusste das Lily den Brief unterschrieben hatte und er wusste, wie es ihm geh würde, wenn er diese Worte sehen würde.

Harry las das erste Blatt erneut durch und suchte diesmal nach Hinweisen, weshalb das zweite Blatt wertvoll hätte sein können. Sein Spielzeugbesen war für die Todesser wohl kaum interessant … das Einzige, was in seinen Augen hier vielleicht einen Nutzen haben konnte, war die mögliche Information über Dumbledore. Es erscheint unglaublich, dass Dumbledore – was?

Harry? Harry! Harry!"

Ich bin hier!", rief er. „ Was ist passiert?"

„Du bist gegangen ohne uns beschein zu sagen" Hermine verzog das Gesicht zu einer Grimasse, wieder einmal ein wenig sauer, dass Harry einfach gegangen war, wohl wissend wie besorgt sie im Moment sein würde.

„Ich hab dich schon gesagt, dass es mir leid tut", sagte Harry und rollte mit den Augen.

Draußen vor der Tür war Fußgetrappel zu hören und Hermine stürzte herein.

Wir sind aufgewacht und wusste nicht, wo du bist!", sagte sie atemlos. Sie wandte den Kopf und rief über die Schulter:

Ron, ich hab ihn gefunden!"

Rons verärgerte Stimme tönte von weit entfernt, einige Stockwerke tiefer.

Gut! Sag ihm von mir, dass er ´n Mistkerl ist!"

„Du bist ein Mistkerl", sagte Fred und George gleichzeitig.

„Ich glaube nicht, dass er mit euch gesprochen hat", sagte Tonks und die Zwillinge grinsten sich an.

Harry, verschwinde bitte nicht einfach, wir hatten so was von Angst! Wieso bist du eigentlich hier raufgekommen?" Sie sah sich in dem durchwühlten Zimmer um. „Was hast du gemacht?"

Sieh mal, was ich eben gefunden habe."

Er hielt ihr den Brief seiner Mutter hin.

Hermine lächelte traurig, zufrieden dass er sie den Brief lesen lassen würde, wohl wissend wie wichtig und privat das für ihn war (nicht das es immer noch privat für ihn war, aber sie wusste, dass er es mit den meisten Personen hier im Raum nicht geteilt hätte, wenn es nicht im Buch vorgekommen wäre).

Hermine nahm ihn und las ihn, während Harry sie beobachtete. Als sie das Ende der Seite erreicht hatte, blickte sie zu ihm auf.

Oh, Harry …"

Und das hier hab ich auch noch."

Er reichte ihr das eingerissene Foto, und Hermine lächelte über das Baby, das auf dem Spielzeugbesen ständig herbeigeflogen kam und wieder verschwand.

Ich hab nach dem Rest des Briefes gesucht", sagte Harry, „aber er ist nicht hier."

Hermine sah sich um.

Hast du dieses ganze Chaos veranstaltet, oder war das schon so, als du reinkamst?"

Jemand hat vor mir alles durchsucht", sagte Harry.

Das habe ich mir schon gedacht. Jedes Zimmer, in das ich auf dem Weg nach oben geschaut habe, war durcheinander. Worauf, glaubst du, waren die aus?"

Auf Informationen über den Orden, falls es Snape war."

Snape rollte mit den Augen „es würde für mich keinen Grund geben dorthin zurückzugehen um Informationen zu suchen. Der Orden wird schon dafür gesorgt haben, dass nicht wertvollen zurückbleibt."

„Ha! Also gibst du zu dass du ein Todesser bist, der versucht Informationen von uns zu stehlen", sagte Sirius, obwohl sein Tonfall eher hänselnd war als angreifend.

Snape rollte nur mit den Augen.

Aber eigentlich hat er schon alles, was er braucht, ich meine, er war doch im Orden, oder?"

Nun ja", sagte Harry, der erpicht darauf war, über seinen Theorie zu sprechen, „Was ist mit Informationen über Dumbledore? Die zweite Seite des Briefes zum Beispiel. Kennst du diese Bathilda, die meine Mum erwähnt, weißt du, wer sie ist?"

Wer?"

„Du weißt nicht wer Bathilda ist!", rief Fred.

„Merlin, sogar Harry wusste wer sie war!"; sagte George.

„Er hat nicht den Nachnamen genannt, wie soll ich also…", fing Hermine an.

„Und nun entschuldigst du dich auch noch", sagte George und schüttelte den Kopf. „Ich bin sehr enttäuscht von dir.

Bathilda Bagshot, die Autorin von -"

Geschichte der Zauberei", sagte Hermine und sah interessiert aus. „Deine Eltern haben sie also gekannt? Sie war eine sagenhafte magische Historikerin."

Und sie lebt noch", sagte Harry, „und zwar in Godric´s Hollow, Rons Tantchen Muriel hat bei der Hochzeit von ihr gesprochen. Sie kannte außerdem Dumbledores Familie. Wär doch ziemlich interessant, mit ihr zu reden, oder?"

Das Lächeln, das Hermine ihm schenkte, war Harry ein wenig zu verständnisvoll.

„Es tut mir leid, dass ich zu verständnisvoll bin, Harry", sagte Hermine.

„Ist schon gut, aber du solltest daran wirklich in der Zukunft arbeiten", sagte Harry kichernd.

Er nahm den Brief und das Foto wieder an sich und steckte sie in den Beutel um seinen Hals, damit er Hermine nicht anschauen und sich verraten musste.

Ich verstehe, warum du liebend gern mit ihr über deine Mum und deinen Dad reden würdest, und auch über Dumbledore", sagte Hermine. „Aber das würde uns bei unserer Suche nach den Horkruxen nicht so recht weiterbringen, oder?"

„Sei nicht so vernünftig Hermine, der Junge hat gerade eine sehr emotionale Phase, da er den Brief seiner Mutter zum ersten Mal gelesen hat", sagte Fred und ignorierte gekonnt den Blick seiner Mutter.

Harry antwortete nicht und sie fuhr eilig fort:

Harry, ich weiß, dass du unbedingt nach Godric´s Hollow willst, aber ich habe Angst … Ich habe Angst, weil diese Todesser uns gestern so leicht gefunden haben. Ich habe einfach mehr denn je das Gefühl, dass wir den Ort meiden sollten, wo eine Eltern begraben sind, ich bin sicher, die erwarten, dass du ihn besuchst."

„Ich glaube Miss Granger sagt da etwas sehr kluges", sagte McGonagall, „es würde sehr gefährlich sein an Orte zu gehen, die mit ihnen verbunden sind, Potter."

„Ähm…gibt es nicht auch eine Verbindung zwischen Grimmauld Place und Harry?", sagte Bill.

„Ja, aber der Grimmauld Platz hat sehr viele Schutzzauber auf seinem Haus liegen und zwar welche, die nichts mit dem Ministerium zu tun haben", sagte McGonagall. „Ich bezweifle, dass die Todesser darein können.

Es ist nicht nur das", sagte Harry und vermied es nach wie vor, sie anzusehen. „Muriel hat bei der Hochzeit so einiges über Dumbledore erzählt. Ich will die Wahrheit wissen …"

Er berichtete Hermine alles, was Muriel ihm erzählt hatte. Als er fertig war, sagte Hermine: „Natürlich, ich verstehe, warum dich das geärgert hat, Harry – "

Ich bin nicht verärgert", log er.

Hermine schüttelte ihren Kopf, wie konnte er glauben, dass sie ihm das abkaufte?

Ich würde nur gerne wissen, ob es wahr ist oder nicht – "

Harry, glaubst du wirklich, dass du die Wahrheit von einer gehässigen alten Frau wie Muriel erfährst, oder von Rita Kimmkorn? Wie kannst du ihnen glauben? Du kanntest Dumbledore!"

Das dachte ich auch", murmelte er.

„Ich verstehe das nicht", sagte Harry und runzelte die Stirn. „Warum denke ich so?"
„Nun Harry, wenn du keine Antwort darauf hast, dann bezweifle ich, dass einer von uns sie hat", kicherte Sirius.

„Ich denke das ist einfach weil du trauerst", sagte Hermine sanft. „Die weise wie Menschen mit ihrem Schmerz umgehen ist anders für jeden."

Aber du weißt, wie viel Wahrheit in allem steckte, was Rita Kimmkorn über dich geschrieben hat! Doge hat Recht, wie kannst du zulassen, dass diese Leute deine Erinnerungen an Dumbledore trüben?"

Er sah weg, wollte den Unmut nicht zeigen, den er verspürte. Da war es wieder: Such dir aus, was du glauben willst. Er sollte die Wahrheit. Warum waren alle so dahinterher, dass er sie nicht erfahren sollte?

„Weil es lustig ist, dinge verhindern zu wollen, die du willst.", schlug Ron vor.

„Klar, dass ist ganz bestimmt die Antwort", sagte Harry und rollte mit den Augen.

Wollen wir runter in die Küche?", schlug Hermine nach einer kleinen Weile vor. „Was zum Frühstücken suchen?"

Er willigte ein, wenn auch widerstrebend, und folge ihr hinaus auf den Treppenabsatz, an der zweiten Tür vorbei, die sich hier befand. Unter einem kleinen Schild, das er im Dunkeln nicht bemerkt hatte, waren tiefe Kratzer im Lack. Er blieb oben an der Treppe stehen, um es zu lesen. Es war ein wichtigtuerisches Schildchen, sorgfältig mit der Hand beschriftet, etwa von der Art, wie Percy Weaslesy es an seiner Schlafzimmertür befestigt hätte:

Die Weasley Geschwister kicherten darüber. Percy, allerdings sah Harry kalt an für diesen Gedanken.

Kein Eintritt

Ohne die ausdrückliche Erlaubnis von

Regulus Arcturus Black

Harry spürte, wie Erregung ihn durchsickerte, war sich aber zunächst nicht sicher, warum.

Sirius biss sich auf die Lippe…es war soweit, nun würden sie herausfinden, ob sein Bruder das Medaillon an sich genommen hatte oder nicht.

Er las die Aufschrift noch einmal. Hermine war schon eine Treppe weiter unten.

Hermine", sagte er und war überrascht, dass seine Stimme so ruhig klang. „Komm noch mal hier hoch."

Was ist los?"

R.A.B. Ich glaube, ich habe ihn gefunden."

Alle fingen an immer mehr interessierter zu schauen und setzten sich an die Kanten ihrer Stühle.

Ein Keuchen war zu hören, dann rannte Hermine die Stufen wieder herauf.

In dem Brief von deiner Mutter? Aber mir ist nichts aufgefallen – "

Harry schüttelte den Kopf und deutete auf das Schild von Regulus. Sie las es, dann packte sie Harry so fest am Arm, dass er zusammenzuckte.

„Ich hasse es wenn du das tust", grummelte Harry.

„Sorry", lächelte Hermine unschuldig und keiner von beiden bemerkte Rons Grimasse.

Sirius Bruder?", flüsterte sie.

Er war ein Todesser", sagte Harry. „Sirius hat mir von ihm erzählt, er hat sich ihnen angeschlossen, als er noch ganz jung war, und dann bekam er kalte Füße und versuchte auszusteigen – deshalb haben sie ihn getötet."

Sirius seufzte, hoffend, dass sein Bruder wirklich das Medaillon an sich genommen gatte, aber er fühlte sich auch schuldig über die Gefühle, die er sein halbes Leben gegenüber seinem Bruder hatte.

Das passt!", keuchte Hermine. „Wenn er ein Todesser warn, dann hatte er Zugang zu Voldemort, und als er seine Illusionen verloren hatte, wollte er Voldemort vermutlich stürzen!"

Sie ließ Harry los, beugte sich über das Treppengeländer und schrie: „Ron! RON! Komm hier rauf, schnell!"

Eine Minute später tauchte Ron auf, schnaufend und den Zauberstab in seiner Hand bereit.

„Ähm…Sorry, dass ich dich erschreckt habe", sagte Hermine zu Ron, der nur mit den Schultern zuckte, bevor er weiterlas.

Was ist los? Wenn es wieder Riesenspinnen sind, will ich erst frühstücken, bevor ich –"

„Bevor du was?", fragte Fred erstaunt.

Ron schüttelte seinen Kopf, aber er hatte auch den Gedanken, dass er irgendetwas mit der Spinne gemacht hatte, und das war im Moment das letzte woran er denken wollte.

Stirnrunzelnd betrachtete er das Schild an Regulus Tür, auf das Hermine stumm deutete.

Was? Das war Sirus Bruder, oder? Regulus Arcturus … Regulus … R.A.B.!Das Medaillon – meint ihr nicht –?"

Das werden wir gleich herausfinden", sagte Harry. Er drückte gegen die Tür: Sie war verschlossen. Hermine richtete ihren Zauberstab auf die Klinke und sagte: „Alohomora." Ein Klicken war zu hören und die Tür schwang auf.

Sie traten gemeinsam über die Schwelle und spähten umher. Das Schlafzimmer von Regulus war ein wenig kleiner als das von Sirius, doch auch hier konnte man vergangene Pracht erahnen. Während Sirus unbedingt seine Verschiedenheit vom Rest der Familie hatte kundtun wollen, war Regulus bemüht gewesen, das Gegenteil zu betonen.

Sirius zog eine Grimasse, warum musste sein Bruder Slytherin so lieben? Er wusste, dass Regulus mutig genug war um ein Gryffindor zu sein…sie hätten in einem Haus sein können.

„Es ist ja nicht so, als er ob er eine Wahl gehabt hätte", sagte Snape. „Er wusste was ihm drohen würde, wenn er die Familientradition brechen würde."

„Wie kannst du dass schon wissen?", schnauzte Sirius ihn wütend an.

„Weil ich, ganz im Gegensatz zu dir, mit Regulus gesprochen habe, als er nach Hogwarts kam", sagte Snape. „Es war ganz schon kalt von dir, nicht mehr mit deinem Bruder zu reden, nur weil er nicht in deinem Haus war."

„Ich hab nicht aufgehört mit ihm zu reden", zischte Sirius der etwas errötete bei dieser Anschuldigung. Was Snape sagte war nicht ganz unwahr, aber es war nicht, weil er ein Slytherin war. Es war, weil sie einfach nichts gemeinsam hatten, nachdem sie in Hogwarts angefangen hatten. Regulus hatte einfach immer das gemacht, was seine Eltern erfreuen würde und Sirius hat das einfach nicht ausgehalten.

Die Slytherin-Farben Smaragdgrün und Silber waren hier überall zu sehen, sie schmückten das Bett, die Wände und das Fenster. Das Familienwappen der Blacks war detailgetreu über das Bett gemalt, zusammen mit dem Wahlspruch Toujours pur. Darunter hing eine Sammlung vergilbter Zeitungsausschnitte, nebeneinandergeklebt zu einer vieleckigen Collage. Hermine durchquerte das Zimmer, um sie näher in Augenschein zu nehmen.

Die sind alle Über Voldemort", sagte sie. „Regulus war offenbar schon einige Jahre lang Fan von ihm, bis er sich dann den Todessern anschloss …"

Sirius grunzte, wie sollte er denn bitte mit seinem Bruder zurechtkommen, wenn er solche Dinge tat…und trotzdem fühlte er sich, als hätte er es versuchen sollen.

Eine kleine Staubwolke stieg von den Bettbezügen auf, als sie sich setzte, um die Zeitungsausschnitte zu lesen. Harry hatte unterdessen noch ein Foto entdeckt; eine Quidditch-Mannschaft aus Hogwarts lächelte und winkte aus dem Bilderrahmen. Er trat näher und sah die Schlangenembleme auf ihren Brüsten: Slytherins. Regulus war sofort zu erkennen, er war der Junge, der in der Mitte in der vorderen Reihe saß: Er hatte das gleiche dunkle Haar und den leicht hochmütigen Blick seines Bruders, allerdings war er kleiner, schmächtiger und um einiges weniger hübsch, als Sirius es gewesen war.

„Nun, danke Harry", sagte Sirius und sah stolz drein über die ganzen Komplimente.

Er hat als Sucher gespielt", sagte Harry.

„Ja, und er war ziemlich gut", sagte Sirius, „natürlich haben sie bis zu meinem Schulschluss nie ein Spiel gewonnen."

Was?", sagte Hermine geistesabwesend; sie war immer noch in die Zeitungsabschnitte über Voldemort vertieft.

Er sitzt in der Mitte der vorderen Reihe, da, wo der Sucher … ist ja auch egal", sagte Harry, als ihm klar wurde, dass niemand zuhörte: Ron suchte auf Händen und Knien unter dem Kleiderschrank. Harry sah sich im Zimmer nach möglichen Verstecken um und ging zum Schreibtisch. Doch wieder hatte jemand vor ihm dort gesucht. Die Schubladen waren vor kurzem durchstöbert, ihr Staub aufgewirbelt worden, doch es war nichts Wertvolles darin. Alte Schreibfedern, überholte Lehrbücher, die so aussahen, als wären sie grob behandelt worden, ein vor kurzem zertrümmertes Tintenfass, dessen klebriger Rest den Inhalt der Schublade bedeckte.

Es gibt eine einfacherer Methode", sagte Hermine, als Harry sich die Tintenfinger an seiner Jeans abwischte. Sie hob ihren Zauberstab und sagte: „Accio Medaillon!"

Nichts geschah. Ron, der in den Falten er ausgebleichten Vorhänge gesucht hatte, sah enttäuscht aus.

„Nun, natürlich bin ich dass, dass bedeutet, dass dieses dämliche Medaillon nicht hier ist", sagte Ron.

„Das muss nicht wahr sein", sagte Dumbledore. „Es könnte ein Anti-Aufruf-Zauber auf dem Medaillon liegen, somit könnte es immer noch in dem Zimmer sein."

Das war´s dann also? Es ist nicht hier?"

Oh, es könnte trotzdem hier sein, aber unter Gegenzaubern", sagte Hermine. „Unter Zaubern, die verhindern, dass es magisch aufgerufen wird, weißt du?"

Wie die, die Voldemort auf das steinerne Becken in der Höhle gelegt hat", sagte Harry und erinnerte sich, dass er das falsche Medaillon nicht hatte aufrufen können.

Wie sollen wir es dann finden?", fragte Ron.

Wir suchen per Hand", sagte Hermine.

„Arg, du weißt wie ich es hasse etwas per Hand zu machen", grummelte Ron.

Hermine rollte mit ihren Augen über das grinsen in seinem Gesicht.

Das ist eine gute Idee", erwiderte Ron, verdrehte die Augen und fing wieder an, die Vorhänge abzusuchen.

Sie durchkämmten über eine Stunde lang jeden Zentimeter des Zimmers, mussten am Ende jedoch feststellen, dass es Medaillon nicht da war.

Die Sonne war jetzt aufgangen; ihr Licht blendete sie sogar durch die schmutzigen Treppenhausfenster hindurch.

Es könnte doch irgendwo anders im Haus sein", sagte Hermine in aufmunterndem Ton, während sie wieder nach unten gingen:

„Oh", sagte Ginny als Hermine auf keuchte und die Zwillinge sahen sich an, sie alle dachten das gleiche.

„Was?", fragte Ron.

„Wirst schon sehen", sagte Hermine und befahl ihm weiterzulesen.

So wie Harry und Ron mehr und mehr den Mut verloren hatten, schien sie immer entschlossener geworden zu sein. „Ob er es nun geschafft hat, das Medaillon zu zerstören, oder nicht, er wollte es doch sicher vor Voldemort verstecken, oder? Erinnert ihr euch an all diese schrecklichen Dinge, die wir loswerden mussten, als wir letztes Mal hier waren? Diese Uhr, die Schrauben auf jeden abschoss, und die alten Umhänge, die versucht haben, Ron zu erwürgen; Regulus hat sie vielleicht dort hingetan, um das Versteck des Medallions zu schützen, auch wenn wir das damals nicht …"

„Oh Merlin, das Medaillon", sagte Sirius, als Harrys und Rons Augen sich weiteten. „Ich kann nicht glauben…"

„Du weißt wo sich das Medaillon im Moment befindet", sagte Dumbledore und sah hochinteressiert drein.

„Ähm"; sagte Sirius erschrocken, „Wir haben es aussortiert…"

Eine erdrückende Stille brach herein und jeder der dies noch nicht wusste, sah verwirrt aus.

„Wartet mal, dieses Kapitel heißt Kreachers Geschichte", erinnerte Remus alle, „Und ihr wisst, dass dieser elf es mag Dinge von seiner Familie zu behalten.

„Richtig", sagte Sirius und fühlte sich etwas merkwürdig bei dem Gedanken auf Kreacher zu hoffen. „Ron, lies weiter."

Harry und Ron sahen sich an. Sie stand da mit einem Fuß in der Luft und mit verdatterter Miene, wie jemand, der gerade einen Gedächniszauber verpasst bekommen hatte; sie schielte sogar ein wenig.

„Arg, ich hasse diesen Blick", grummelte Ron, obwohl es nicht ganz der Wahrheit entsprach. Der Blick selbst war anbetungswürdig, es war einfach nur, dass dieser Blick meinte, dass Hermine etwas herausgefunden hatte und nun zu vertieft in den Gedanken war, als ihnen richtig eine Antwort zu geben.

„ … wussten", schloss sie flüsternd.

Stimmt was nicht?", fragte Ron.

Da war ein Medaillon."

Okay, diesmal hat sie uns nicht hundert Jahre warten lassen, bevor sie uns die Antwort gegeben hatte… das ist doch mal nett, dachte Ron.

Was?", sagten Harry und Ron gleichzeitig.

In dem Schrank im Salon. Keiner konnte es öffnen. Und wir … wir …"

Harry hatte das Gefühl, als wäre ihm ein Backstein durch die Brust und in den Magen gerutscht. Nun fiel es ihm ein: Er hatte das Ding sogar in der Hand gehabt, als sie es herumgehen ließen und einer nach dem anderen versuchte, es aufzustemmen. Sie hatten es in einen Müllsack geworfen, zusammen mit der Schnupftabaksdose voll Warzhautpulver und mit der Spieldose, die alle schläfrig gemacht hatte …

Kreacher hat jede Menge von diesen Sachen zurückgeklaut", sagte Harry. Das war die einzige Chance, die einzige schwache Hoffnung, die ihnen blieb, und er wollte sich daran festklammern, bis er gezwungen war sie aufzugeben. „ In seinem Schrank in der Küche hatte er ein richtiges Geheimlager. Kommt."

Zwei Stufen auf einmal nehmend rannte er die Treppe hinunter, und die anderen beiden polterten hinter ihm her. Sie machten so viel Lärm, dass sie auf dem Weg durch die Eingangshalle das Porträt von Sirus Mutter aufweckten.

Dreck! Schlammblüter! Abschaum!", kreischte sie

Sirius zog eine Grimasse, allerdings schrie er nicht zurück, da er so aufgeregt war, was passiert war.

ihnen nach, als sie in die Kellerküche stürmten und die Tür hinter sich zuschlugen.

Harry rannte quer durch den Raum, kam schlitternd vor der Tür von Kreachers Schrank zum Stehen und riss ihn auf. Da war das Nest aus schmutzigen alten Tüchern, im dem der Hauself einst geschlafen hatte, aber hier glitzerte nicht mehr der wertlose Plunder, den Kreacher geborgen hatte. Da war nichts weiter als ein altes Exemplar von Noblesse der Natur: eine Genealogie der Zauberei. Harry wollte einfach nicht glauben, was er sah, raffte die Tücher hoch und schüttelte sie. Eine tote Maus fiel heraus

„Ihhh", kreischte Fleur, aber keiner schenke ihr irgendwelche Aufmerksamkeit.

und kullerte jämmerlich über den Boden. Ron stöhnte und war sich auf einen Küchenstuhl; Hermine schloss die Augen.

Wir sind noch nicht fertig", sagte Harry, und er hob die Stimme und rief: „Kreacher!"

„Was würde dir das bringen?", fragte Charlie. „Es ist ja nicht so, als ob du sein Meister bist."

„Eigentlich ist er das schon", sagte Sirius. „Wenn mein Testament so funktioniert hat wie beabsichtigt, dann gehört Kreacher ihm."

„Du hast einen Hauselfen geerbt?", schnappe Hermine. „Du kannst ihn nicht behalten…!"
„Hermine, das hatten wir schon mal, es ist zu gefährlich Kreacher jetzt zu befreien", erinnerte Remus sie, aber das hinderte sie nicht Harry weiter mit zu schlitzen verengten Augen anzusehen.

„Wenn ich hören, dass du ihn misshandelst…", fing sie an.

„Komm schon Mine, du weißt, dass Harry das nicht tun würde", sagte Ron. „Auch nicht wenn er es eigentlich verdient hätte."

Hermine sah fast entspannt drein, bis Ron den letzten Part sagte und sie ihn nun anfunkelte. Ron zuckte nur, er war an den Blick gewöhnt (wohlwissend, dass der nicht allzu ernst gemeint war) und fing wieder an zu lesen.

Es gab einen lauten Knall, und der Hauself, den Harry so widerwillig von Sirius geerbt hatte, erschien aus dem Nichts vor dem kalten und leeren Kamin: Er war klein, halb so groß wie ein Mensch, die fahle Haut hin ihm in Falten herunter, und weißes Haar spross üppig aus seinen Fledermausohren. Er trug immer noch den schmutzigen Lumpen, in dem sie ihn erstmals getroffen hatte, und der verächtliche Blick, den er auf Harry richtete, zeigte, dass seine Haltung zu seinem Besitzerwechsel sich genauso wenig verändert hatte wie sein Äußeres.

„Und was soll das schon wieder bedeuten?", sagte Hermine und starrte wieder Harry an, aber er antwortete nicht und so las Ron einfach weiter.

Herr", krächzte Kreacher mit seiner Ochsenfroschstimme, verbeugte sich tief und murmelte zu seinen Knien:

Zurück im alten Haus meiner Herrin mit dem Blutsverräter Weasley und der Schlammblüterin – "

Mehrere Leute zischten, obwohl es eine Person in diesem Raum gab, der sich ernsthaft davon abzuhalten versuchte zu lachen. Der blonde Slytherin wusste, dass er verflucht werden würde, wenn er laut loslachen würde. Allerdings war es nicht das Blutverräter oder Schlammblut Kommentar, das ihn amüsierte, mehr war es die Tatsache, dass der Elf es tatsächlich laut ausgesprochen hatte.

Ich verbiete dir, irgendjemanden „Blutsverräter" oder „Schlammblut" zu nennen", knurrte Harry. Er hätte Kreacher mit seiner Schnauzennase und seinen blutunterlaufenden Augen selbst dann für ein ausgesprochen unliebsames Etwas gehalten, wenn der Elf Sirius nicht an Voldemort verraten hätte.

„Was?", sagte Sirius wütend, aber die Farbe in seinem Gesicht verblasste.

„Wie konnte er das tun?", fragte Harry und fühlte wie sein Zorn gegenüber dem Elf nur noch steigerte.

„Keine Ahnung, es ist ja nicht so als könnte er einfach zu Voldemort gehen und ihm was zu erzählen", sagte Remus gedankenverloren. „Sirius hat ihm verboten das zu tun.

„Ähm… eigentlich", sagte Sirius und rutschte unruhig hin und her, er erinnerte sich gerade an etwas…etwas was er nur kurz gesehen hatte und nicht sicher war, ob er es sagen sollte. Würde er sich nicht damit auf Potters Seite schlagen, wenn er es sagen würde. Wollte er sich das wirklich antun? Und dann dachte er sich…wollte er wirklich damit enden, Leute zu foltern um den Dunklen Lord zu erfreuen.

„Was?", fragte Tonks.

„Draco sah sie für eine Sekunde an, sie war seine Cousine und dies war das erste Mal, dass er sie getroffen hatte. Es war merkwürdig, dass er das Mädchen gerne kennenlernen würde, sie es aber nicht wert war. Tonks lächelte ihn ermutigend an und er fing an zu sprechen ohne vorher richtig darüber nachgedacht zu haben. „Ein Elf ist bei uns vor ein paar Tagen aufgetaucht… Ich hab ihn nur kurz gesehen, aber er sah so aus, wie ihr ihn beschrieben habt."

„Das ist unmöglich" Sirius erbleicht noch mehr. „Kreacher kann nicht… er konnte nicht…"

„Das ist nicht wahr", sagte Harry. „ich weiß, dass Dobby zu mir gekommen war, obwohl er nicht die Erlaubnis dazu gehabt hatte. Außerdem Sirius, wann hast du Kreacher das letzte Mal gesehen?"

„Ähm…", sagte Sirius Gedanken verloren und dann senkte er den Kopf. „Als ich ihm gesagt habe er solle aus der Küche verschwinden."

„Als du ihn angeschrien hast zu verschwinden", korrigierte Ginny und alle stöhnten.

„Dieser dumme, verdammte Elf", brummte Sirius und Ron fing wieder an zu lesen, obwohl seine Stimme auch leicht erhitzt klang.

Ich habe eine Frage an dich", sagte Harry, und sein Herz schlug ziemlich schnell, als er zu dem Elfen hinabblickte. „Und ich befehle dir, sie wahrheitsgemäß zu beantworten. Verstanden?"

Ja, Herr", sagte Kreacher mit einer neuerlichen tiefen Verbeugung. Harry sah, wie sich seine Lippen lautlos bewegten und zweifellos die Beleidigungen formten, die er nun nicht mehr aussprechen durfte.

Vor zwei Jahren", sagte Harry und sein Herz hämmerte jetzt gegen seine Rippen, „War ein großes goldenes Medaillon oben im Salon. Wir haben es weggeworfen. Hast du es dir wieder genommen?"

Es blieb einen Moment lang still, in dem Kreacher sich aufrichtete und Harry direkt ins Gesicht sah. Dann sagte er: „Ja."

„Nun zumindest hast du etwas getan, du verdammter schwach zu entschuldigender Elf", brummte Sirius.

Hermine öffnete ihren Mund um den Elfen zu verteidigen, aber sie konnte es nicht, nachdem was sie gerade gehört hatten.

Dumbledore wiederrum lächelte, sie hatten einen Horkrux und sie mussten nicht mal viel Energie hineinstecken um ihn zu bekommen.

Wo ist es jetzt?", fragte Harry triumphierend, während Ron und Hermine vor Freude strahlten.

Kreacher schloss die Augen, als könnte es nicht ertragen, mit anzusehen, wie sie auf sein nächstes Wort reagieren würden.

Weg."

„Verdammter Elf! Kannst du denn gar nichts richtig machen?", rief Sirius.

„Sirius, beruhig dich." Remus legte eine Hand auf seine Schulter und Sirius atmete ein paarmal tief ein und aus um sich besser unter Kontrolle zu haben.

Weg?", wiederholte Harry und seine Hochstimmung verflog. „Was soll das heißen, es ist weg?"

Der Elf zitterte. Er schwankte.

Kreacher", sagte Harry scharf. „Ich befehle dir – "

Mundungus Flecher", krächzte der Elf, die Augen immer noch fest geschlossen.

„Arg", stöhnten mehrere Leute, aber keiner konnte ihre Worte übertönen, Tonks klang wirklich so als würde sie den Dieb umbringen. Nachdem er das Moody angetan hatte, blieb er immer noch ein Hindernis in dem Kampf gegen Voldemort indem er dieses wichtige Objekt stahl. Nein, nächstes Mal, wenn sie sich treffen würden, würde sie ihm das Leben wirklich zur Hölle machen.

Dumbledore, sah nun wieder erleichtert aus, es war möglich, dass der Hauself das Medaillon immer noch hatte, und wenn nicht, dann würde er keine großen Schwierigkeiten haben, um es von ihm zurückzubekommen.

Mundungus Flecher hat alles gestohlen: die Bilder von Miss Bella und Miss Zissy, die Handschuhe von meiner Herrin, den Merlinorden erster Klasse, die Kelche mit den Familienwappen und, und – "

Kreacher schnappte nach Luft: Seine eingefallene Brust hob und senkte sich rasch, dann riss er die Augen auf und stieß einen markerschütternden Schrei aus.

„ – und das Medaillon, das Medaillon von Herrn Regulus, Kreacher hat Unrecht getan, Kreacher hat seine Befehle nicht befolgt!"

Harry reagierte instinktiv: Als Kreacher sich auf den Schürhaken stürzte, der im Kaminrost stand, warf er sich auf den Elfen und drückte ihn flach zu Boden.

„Harry, nicht!", sagte Hermine automatisch.

„Er wird sich selbst verletzten Hermine", sagte Harry. „Was soll ich denn bitte tun?"

„Lass ihn", sagte Sirius dunkel.

Hermines Schrei verschmolz mit dem von Kreacher, doch Harry brüllte lauter als die beiden: „Kreacher, ich befehle dir stillzuhalten!"

Er spürte, wie der Elf erstarrte, und ließ ihn los. Kreacher lag flach auf dem kalten Steinboden und Tränen strömten aus seinen faltigen Augen.

Harry, lass ihn aufstehen!", flüsterte Hermine.

Damit er sich mit dem Schürhaken schlagen kann?", schnaubte Harry und kniete sich neben dem Elfen nieder.

Besser nicht. Nun, Kreacher, ich will die Wahrheit: Woher weißt du, dass Mundungus Fletcher das Medaillon gestohlen hat?"

Kreacher hat ihn gesehen!", japste der Elf, und Tränen liefen ihm über die Schnauze und in den Mund voll angegrauter Zähne. „Kreacher hat gesehen, wie er aus Kreachers Schrank kam, die Hände voll mit Kreachers Schätzen. Kreacher sagte zu dem Tagedieb, dass er das lassen soll, aber Mundungus Fletcher lachte und – r-rannte …"

Du hast behauptet, dass das Medaillon „von Herrn Regulus" war", sagte Harry. „Warum? Woher stammte es? Was hat Regulus damit zu tun? Kreacher, setz dich auf und erzähl mir alles, was du über dieses Medaillon weißt, und alles, was Regulus damit zu tun hat!"

Sirius hörte auf dem Buch böse Blicke zu zuwerfen, wohl wissend, dass er nun etwas über seinen Bruder erfahren würde. Seine Wut über den Elfen hatte sich automatisch gelegt, denn er wollte diese Geschichte unbedingt hören.

Der Elf setzte sich auf und rollte sich zu einer Kugel zusammen, legte sein nasses Gesicht zwischen die Knie und begann sich vor und zurück zu wiegen. Dann sprach er mit einer gedämpften, in der stillen, hallenden Küche aber deutlich vernehmbaren Stimme.

Herr Sirius ist von zu Hause weggerannt, und ein Schaden war es nicht, denn er war ein böser Junge und hat mit seiner liederlichen Art das Herz meiner Herrin gebrochen.

„Als ob sie eins gehabt hätte" Sirius konnte sich nicht davon abhalten, das zu sagen.

Aber Herr Regulus hatte den gebührenden Stolz; er wusste, was er dem Namen der Blacks und der Würde seines reinen Blutes schuldig war. Jahrelang sprach er vom Dunklen Lord, der die Zauberer aus dem Verborgenem herausführen würde, damit sie über die Muggel und die Muggelstämmigen herrschen … und als er sechzehn Jahre alt war, schloss sich Herr Regulus dem Dunklen Lord an. So stolz, so stolz, so glücklich, dienen zu dürfen …

„Sechszehn", stöhnte Sirius. Er wusste, dass sein Bruder jung gewesen war, aber nicht so jung.

Draco sah nachdenklich aus, wenn es wahr war, dass er Leute folterte und zu Treffen mit den Todessern ging, dann bedeutete das auch für ihn, ein Todesser in so einem Alter zu werden. Das bedeutete schon in ein paar Monaten. Dieser Gedanken ließ ihn unwohl werden, obwohl, er wollte das doch immer werden, er hätte nur nicht gedacht, dass es schon so früh wäre.

Und eines Tages, ein Jahr nachdem er sich angeschlossen hatte, kam Herr Regulus herunter in die Küche, um Kreacher aufzusuchen. Herr Regulus hatte Kreacher immer gemacht. Und Herr Regulus sagte … er sagte…"

Der Elf wiegte sich nun schneller.

.. er sagte, dass der Dunkle Lord nach einem Elfen verlangte."

„Warum würde er einen Elfen brauchen?", fragte Ron.

Dumbledore seufzte, aber beantwortete die Frage nicht. Er könnte sich vorstellen, warum Voldemort einen Elfen gebrauchen könnte und nichts davon würde gesund sein, für den armen Elf.

Voldemort brauchte einen Elfen?", wiederholte Harry und wandte sich zu Ron und Hermine im, die genauso verdutzt wirkten wie er.

O ja", stöhnte Kreacher. „Und Herr Regulus hatte ihm Kreacher angeboten. Es sei eine Ehre, sagte Herr Regulus, eine Ehre für ihn und für Kreacher, der unbedingt alles tun müsse, was der Dunkle Lord ihm befehle … und dann müsse er wieder nach Hause k-kommen."

Kreacher wiegte sich noch schneller und schluchzte bei jedem seiner Atemzüge.

Also ging Kreacher zum Dunklen Lord. Der Dunkle Lord sagte Kreacher nicht, was sie tun würden, aber er nahm Kreacher mit zu einer Höhle im Meer. Und nach der Höhle kam eine Felsenhalle und in der Felsenhalle war ein großer schwarzer See …"

Harry sträubten sich die Haare im Nacken. Kreachers krächzende Stimme schien quer über dieses dunkle Wasser zu ihm zu kommen. Er hatte das, was geschehen war, so klar vor Augen, als ob er selbst dabei gewesen wäre.

Harry zog eine Grimasse, es würde also schon wieder eine traumatisierende Erinnerung geben, die er zu all den hinzufügen musste, die er eh schon hatte.

„ … da war ein Boot …"

Natürlich war da ein Boot gewesen; Harry kannte das Boot, geisterhaft grün und klein, verhext, damit es einen Zauberer und ein Opfer auf die Insel in der Mitte bringen konnte. So also hatte Voldemort die magischen Barrieren um den Horkrux getestet: indem er sich ein Wegwerfgeschöpf auslieh, einen Hauselfen …

„Das ist wiederlich", sagte Hermine und Sirius sah sie an und gab ihr einen Blick, der sagt, dass er ihr total zustimme. Nicht mal er wollte das Kreacher zu so etwas wie einem Wegwerfgeschöpf benutzt wurde.

Da war ein B-Becken voller Zaubertrank auf der Insel. Der D-Dunkle Lord befahl Kreacher ihn zu trinken …"

Den Elfen schüttelte es am ganzen Körper.

Kreacher trank, und während er trank, sah er schreckliche Dinge … Kreachers Eingeweide brannten … Kreacher schrie nach Herrn Regulus, dass er ihn rettete, er schrie nach seiner Herrin Black, aber der Dunkle Lord lachte nur … er befahl Kreacher, den ganzen Zaubertrank auszutrinken … er ließ ein Medaillon in das leere Becken fallen … er füllte es wieder mit dem Zaubertrank.

Und dann fuhr der Dunkle Lord davon und ließ Kreacher auf der Insel …"

„Armer Kreacher", seufzte Hermine, die einzige die ihre Sympathie gegen über dem Elf öffentlich seigte, aber der Rest fühlte es.

Harry konnte es vor sich sehen. Er sah Voldemorts weißes, schlangenartiges Gesicht in der Dunkelheit verschwinden, diese roten Augen, die mitleidslos auf den um sich schlagenden Elfen gerichtet waren, dessen Tod innerhalb von Minuten eintreten würde, sobald er dem verzweifelten Durst nachgeben würde, den der brennende Zaubertrank bei seinem Opfer verursachte … doch an dieser Stelle setzte Harrys Phantasie aus, denn er konnte sich nicht vorstellen, wie Kreacher entkommen war.

Kreacher brauchte Wasser, er kroch zum Rand der Insel, und er trank aus dem schwarzen See … und Hände, tote Hände, kamen aus dem Wasser und zerrten Kreacher unter die Oberfläche …"

„Inferi!", keuchte Bill und die meisten kreischten auf.

Wie bist du da rausgekommen?", fragte Harry und war nicht überrascht, dass er sich selbst flüstern hörte.

Kreacher hob seinen hässlichen Kopf und sah Harry mit seinen großen, blutunterlaufenden Augen an.

Herr Regulus hat Kreacher gesagt, dass er zurückkommen müsse", sagte er.

Ich weiß – aber wie bist du den Inferi entkommen?"

Kreacher schien nicht zu verstehen.

„Er ist disappariert Harry", erklärte Remus, „Ich nehme mal, so wie du im Buch reagierst, dass ein Apprierschutz auf der Höhle liegt, so das Zauberer nicht rein oder raus apparieren können, aber Elfenmagie wirkt anders als unsere und so können sie viele Dinge tun, die wir nicht können."

Harry nickte einfach mit dem Kopf, obwohl er sich fragte, warum Voldemort so dumm sein konnte und etwas benutze was so leicht fliehen konnte, wie durch einfaches disapparieren.

Herr Regulus hat Kreacher gesagt, dass er zurückkommen müsse", wiederholte er.

Ich weiß, aber – "

Na, das ist doch klar, Harry, oder?", sagte Ron. „Er ist disappariert!"

Aber … man konnte in dieser Höhle nicht rein – und rausapparieren", sagte Harry, „sonst hätte Dumbledore –"

Elfenmagie ist anders als Zauberermagie, oder?", sagte Ron. „Ich meine, sie können in Hogwarts rein- und rausapparieren, und wir nicht."

Es herrschte Stille, während Harry all das verdaute. Wie hatte Voldemort einen solchen Fehler begehen können? Aber noch während er das dachte, fing Hermine an zu sprechen und ihre Stimme war eisig.

Natürlich hielt es Voldemort für weit unter seiner Würde, von den Eigenarten der Hauselfen Notiz zu nehmen, genau wie all die Reinblüter, die sie wie Tiere behandeln … es wäre ihn nie in den Sinn gekommen, dass sie magische Kräfte besitzen könnte, die er nicht hat."

Dumbledore nickte zustimmend, „Ich hätte es nicht besser sagen können."

Das Geheiß seines Herrn ist das oberste Gesetzt für den Hauselfen", psalmodierte Kreacher. „Kreacher wurde befohlen, nach Hause zu kommen, also ist Kreacher nach Hause gekommen …"

Nun, dann hast du doch getan, was man dir befohlen hatte, oder?", sagte Hermine freundlich. „Du hast überhaupt keine Befehle missachtet!"

„Spar dir deine Worte Hermine", sagte Ron zu ihr.

„Ronald, wie kannst du immer noch so über ihn reden, nach allem was wir gerade gehört haben?"; sagte Hermine. „Kreacher…"

„Wird nichts von dir akzeptieren, weil du Muggelgeborene bist", unterbrach Ron sie. „Ich hab nicht gesagt dass er deine Sympathie nicht verdient, ich hab nur gesagt, dass er es nicht akzeptieren wird."

„Oh", sagte Hermine, nicht sicher, was sie darauf noch antworten sollte.

Kreacher schüttelte den Kopf und wiegte sich so schnell wie zuvor.

Also, was ist passiert, als du zurückkamst?", fragte Harry.

Was hat Regulus gesagt, als du ihm erzählt hast, was geschehen war?"

Herr Regulus war sehr beunruhigt, sehr beunruhigt", krächzte Kreacher. „Herr Regulus hat Kreacher befohlen, versteckt zu bleiben und das Haus nicht zu verlassen. Und dann … es war eine kleine Weile später … kam Herr Regulus eines Nachts zu Kreacher in seinen Schrank, und Herr Regulus war seltsam, nicht wie sonst, sein Geist war verwirrt, Kreacher hat das gespürt … und er verlangte von Kreacher, dass er ihn zu der Höhle führt, der Höhle, in die Kreacher mit dem Dunklen Lord gegangen war…"

Sirius fing an zu zittern und seine Augen weiteten sich. Er wusste, was sein Bruder getan hatte… wenn er ehrlich war, wusste er es schon seit die Inferi erwähnt wurden. Sein Bruder hatte sich selbst geopfert…aber warum, warum sollte Regulus so etwas Dummes tun?

Und so waren sie aufgebrochen. Harry konnte sich die beiden lebhaft vorstellen, den verängstigten alten Elfen und den dünnen dunkelhaarigen Sucher, der Sirius so ähnlich gewesen war … Kreacher wusste, wie man den verborgenen Eingang zu der unterirdischen Felsenhalle öffnete, er wusste, wie man das kleine Boot hob; diesmal war es sein innig geliebter Regulus, der mit ihn zu der Insel mit dem Becken voll Gift übersetzte…

An diesem Punkt ging Tonks zu Sirius und schlang seine Arme um ihn, sie erinnerte sich an Regulus, obwohl sie ihn nur einmal getroffen hatte, aber er war nett. Sie mochte den Gedanken nicht, dass er in diese Höhle gehen würde umso zu sterben, aber sie wusste, dass Sirius das mehr schmerzte als alle anderen. Sie fühlte dann wie Remus eine Hand auf Sirius schulter legte und ihn an sich zog und sie wurde in der Mitte von ihnen zerquetscht.

Und er ließ dich den Zaubertrank trinken?", sagte Harry angewidert.

„Nein Harry, Regulus hätte das nie getan", sagte Sirius mit einer dunklen Stimme, „Er hat diesen Elfen geliebt…"

Harry zuckte, als er verstand und der Rest des Raumes wurde still und steif. Die einzige Stimme im Raum war nun Ron der las.

Aber Kreacher schüttelte den Kopf und weinte. Hermines Hände fuhren rasch zu ihrem Mund: Sie schien etwas verstanden zu haben.

Herr R-Regulus nahm das Medaillon aus seiner Tasche, das aussah wie das des Dunkeln Lords", sagte Kreacher und Tränen strömten zu beiden Seiten seiner Schnauzennase hinab. „Und er befahl Kreacher, es zu nehmen und die Medaillons auszutauschen, wenn das Becken leer sei …"

Kreacher schluchzte nun mit einem Geräusch, das wie ein grobes Raspeln klang; Harry musste sich stark konzentrieren, um ihn zu verstehen.

Und er befahl Kreacher – wegzugehen – ohne ihn. Und er sagte, Kreacher solle – nach Hause gehen – und meiner Herrin niemals erzählt – was getan hatte – sondern das erste Medaillon – zerstören. Und er trank – den ganzen Zaubertrank – und Kreacher vertauschte die Medaillons – und sah zu … wie Herr Regulus … unter Wasser gezogen wurde … und …"

Sirius wurde wieder wütend über den Elfen, aber seine Wut war diesmal unnötig. Der Elf konnte nichts gegen die Befehle seines Meisters tun. Es war nur so viel einfacher den Elf zu hassen… als sich vorzustellen wie sein Bruder unter Wasser gezogen wurde von solchen Gestalten…und selber zu so einem wurde…im wurde schlecht.

Oh, Kreacher!", jammerte Hermine und weinte. Sie sank neben dem Elfen auf die Knie und wollte ihn umarmen. Schlagartig war Kreacher auf den Beinen und schreckte vor ihr zurück, ganz offensichtlich voller Abscheu.

Das Schlammblut hat Kreacher berührt, er wird das nicht gestatten, was würde seine Herrin sagen?"

Ich hab dir gesagt, dass du sie nicht „Schlammblut" nennen sollst", fauchte Harry, aber der Elf war schon dabei, sich selbst zu bestrafen: Er ließ sich hinfallen und hämmerte mit seiner Stirn auf den Fußboden.

Mach, dass er aufhört – er soll aufhören!", schrie Hermine. „Oh, siehst du jetzt nicht, wie krank das ist, so wie sie gehorchen müssen?"

Alle im Raum verstanden was sie meinte und manche Leute weinten über diese ganze Situation.

Kreacher – hör auf, hör auf!", rief Harry.

Der Elf lag auf dem Boden, keuchte und zitterte, rund um seine Schnauze glänzte grüner Schleim, dort, wo er sich geschlagen hatte, erschien bereits ein blauer Fleck auf seiner bleichen Stirn, seine Augen waren geschwollen, blutunterlaufen und schwammen in Tränen. Harry hatte noch nie etwas so Erbärmliches gesehen.

Du hast das Medaillon nach Hause gebracht", drängte er unerbittlich weiter, denn er wollte unbedingt die ganze Geschichte erfahren. „Und du hast versucht, es zu zerstören?"

Nichts, was Kreacher tat, hat irgendeine Spur darauf hinterlassen", stöhnte der Elf. „Kreacher hat alles versucht, alles was er wusste, aber nichts, nichts hat gewirkt … so viele mächtige Zauber waren auf dem Gehäuse. Kreacher war sicher, dass man es nur zerstören konnte, wenn man hineinkam, aber es wollte sich nicht öffnen … Kreacher bestrafte sich, er versuchte es wieder, er bestrafte sich, versuchte es wieder.

Sirius seufzte, er wusste, dass sein Bruder es nicht gewollt hätte das Kreacher sich dafür bestrafte, wenn er das Medaillon nicht zerstören konnte. Er musste etwas deshalb unternehmen…nur für seinen Bruder würde er jetzt nett zu dem Elfen sein.

Kreacher hat Befehle nicht befolgt, Kreacher konnte das Medaillon nicht zerstören! Und seine Herrin war verrückt vor Kummer, weil Herr Regulus verschwunden war, und Kreacher konnte ihr nicht sagen, was passiert war, nein, weil Herr Regulus ihm v-v-verboten hatte, irgendwem von der F-F-Familie zu erzählen, was in der Höhle passiert war …"

Kreacher begann so heftig zu schluchzen, dass keine zusammenhängenden Worte mehr zu hören waren. Hermine sah ihn mit tränenüberströmten Wangen an, wagte es jedoch nicht, ihn noch einmal anzufassen. Selbst Ron, der Kreacher nicht sonderlich leiden konnte, wirkte betrübt.

„Ich bin nicht herzlos, Mann", sagte Ron und versuchte die Stimmung zu heben, aber es war ein schwacher Versuch, der nicht gelang.

Harry setzte sich auf die Fersen und schüttelte den Kopf, um vielleicht auf einen klaren Gedanken zu kommen.

Ich verstehe dich nicht, Kreacher", sagte er schließlich. „Voldemort hat versucht dich zu töten, Regulus starb, um Voldemort zu stürzen, und dennoch hast du Sirius mit Vergnügen an Voldemort verraten? Du bist mit Vergnügen zu Narzissa und Bellatrix gegangen und hast über sie Informationen an Voldemort weitergeleitet …"

„Und er tut das jetzt schon", brummte Sirius, „und ich denke mal nicht, dass ich die Erlaubnis habe, ihn dafür umzubringen."

„Sirius, wie kannst du nur…", fing Hermine an.

„Es ist schwer für mich den Elf anzugucken und nicht an alles erinnert zu werden was ich an meiner Kindheit gehasst habe.", antwortete Sirius ehrlich, seine Augen wurden kalt. „Ich werde versuchen netter zu sein…aber wir müssen etwas wegen dieser Situation unternehmen… es ist für uns alle gefährlich."

„Da stimme ich zu", sagte Dumbledore, „aber jetzt wo wir es wissen, können wir es wahrscheinlich zu unserem Vorteil ausnutzen."

Harry, so denkt Kreacher nicht", sagte Hermine und wischte sich mit dem Handrücken die Augen. „Er ist ein Sklave; Hauselfen sind an schlechte, ja sogar grausame Behandlung gewöhnt; was Voldemort Kreacher angetan hat, war gar nicht so unüblich. Was bedeuten einem Elfen wie Kreacher schon Kriege unter Zauberern? Er ist den Leuten treu ergeben, die freundlich zu ihm sind, und Mrs Black muss das gewesen sein, und Regulus war es ganz sicher, und so hat er ihnen bereitwillig gedient und ihre Ansichten nachgeplappert. Ich weiß, was du sagen willst", fuhr sie fort, als Harry gerade protestieren wollte, „nämlich dass Regulus es sich anders überlegt hat … aber das scheint er Kreacher nicht klargemacht zu haben, oder? Und ich glaube, ich weiß, warum. Kreacher und die Familie von Regulus waren alle sicherer, wenn sie sich an den alten Grundsatz des reinen Blutes hielten. Regulus versuchte sie alle zu schützen."

Sirius funkelte das Buch an, warum musste Regulus so verdammt gutmütig sein und sich selbst für ihre dummen Eltern opfern.

„Hm, es scheint als hättest du die ganze recht mit deinem Bruder gehabt, Sirius", sagte Remus, um seinen Freund aufzuheitern. „Er würde einen guten Gryffindor abgeben."

„Yeah", grummelte Sirius. „Aber leider, musste seine noble Art verschwendet werden weil er bei seiner Familie war."

Sirius – "

Sirus war schrecklich zu Kreacher, Harry, und da brauchst du gar nicht so zu schauen, du weißt, dass es stimmt. Kreacher war schon lange Zeit allein, als Sirius kam, um hier zu leben, und lechzte vermutlich nach ein bisschen Zuneigung. Ich bin sicher, „Miss Zissy" und „Miss Bella" waren furchtbar nett zu Kreacher, als er auftauchte, also hat er ihnen einen Gefallen getan und ihnen alles erzählt, was sie wissen wollten. Ich habe schon immer gesagt, dass die Zauberer eines Tages dafür bezahlen müssen, wie sie die Hauselfen behandeln. Nun, Voldemort hat bezahlt … und Sirius auch."

„Es tut mir so leid", sagte Hermine zu Sirius über ihr letztes Kommentar…Eigentlich für den ganzen Absatz.

„Ist okay", sagte Sirius. „du hast Recht. Ich hab ihn nie gut behandelt sondern immer nur als Pest gesehen mit dem ich mich herumschlagen musste."

Harry konnte ihr nichts entgegensetzen. Während er Kreacher beobachtete, der am Boden schluchzte, fiel ihm ein, was Dumbledore nur Stunden nach Sirius Tod zu ihm gesagt hatte: Ich glaube nicht, dass Sirius Kreacher jemals als ein Wesen mit Gefühlen betrachtete, die so heftig wie die eines Menschen sind

Sirius zitterte. Er wusste das der Hauself Gefühle hatte, dass sie glücklich und traurig werden konnten wie Menschen. Allerdings, Dumbledore hatte Recht, er hat das nie auf Kreacher bezogen.

Kreacher", sagte Harry nach einer Weile, „wenn du meinst, du schaffst es, ähm … dann setz dich bitte auf."

Es dauerte einige Minuten, bis Kreachers Schluckauf sich beruhigt hatte und Stille eintrat. Dann stemmte er sich hoch in eine sitzende Haltung und rieb sich mit den Fingerknöcheln wie ein kleines Kind.

Kreacher, ich werde dich bitten, etwas zu tun", sagte Harry. Er warf Hermine einen Hilfe suchenden Blick zu: Er wollte den Befehl freundlich erteilen, konnte aber gleichzeitig nicht so tun, als wäre es keiner. Doch offenbar war sie damit einverstanden, wie er seinen Tonfall geändert hatte: Sie lächelte aufmunternd.

Fred, George und Ginny kicherten alle über Harrys und Hermines Zusammenspiel. Sie alle fühlten sich schlecht darüber, wie sie Kreacher behandelt hatten, und über all die Scherzte die sie über Hermines .R gemacht hatten (was noch lange nicht bedeutete, dass sie ihr jetzt damit helfen werden), wohlwissend, dass sie einen guten Grund hatte so hart wie möglich dafür zu kämpfen.

Kreacher, ich möchte, dass du bitte gehst und Mundungus Fletcher findest. Wir müssen herausfinden, wo das Medaillon – wo das Medaillon von Herrn Regulus ist. Es ist wirklich wichtig. Wir wollen das Werk, das Herr Regulus begonnen hat, vollenden, wir wollen – ähm – dafür sorgen, dass er nicht umsonst gestorben ist."

Sirius nickte mit dem Kopf, er musste einen Weg finden das Medaillon zu zerstören, wenn sie zurück zum Grimmauld Platz kommen würden, für Regulus.

Kreacher ließ die Fäuste sinken und blickte zu Harry auf.

Mundungus Fletcher finden?", krächzte er.

Und bring ihn hierher, zum Grimmauldplatz", sagte Harry. „Meinst du, du könntest das für uns tun?"

Als Kreacher nickte und aufstand, kam Harry plötzlich eine Idee. Er zog Hagrids Beutel hervor und nahm den falschen Horkrux heraus, das Ersatzmedaillon, in das Regulus die Botschaft an Voldemort gesteckt hatte.

Kreacher, ich, ähm möchte, dass du das hier nimmst", sagte er und drückte dem Elfen das Medaillon in die Hand. „Es gehörte Regulus, und ich bin sicher, dass es in seinem Sinne ist, wenn du es als Zeichen der Dankbarkeit für das bekommst, was du – "

„Ähm… Ich glaube du hättest das nicht machen sollen", sagte Sirius, wohlwissend wie der Elf reagieren würde.

„Wieso…es doch kein Kleidungstück, oder?", fragte Harry.

„Nein, du würdest ihn nicht befreien", sagte Sirius. „Es ist nur… Hauselfen bekommen normalerweise keine solchen Dinge."
Harry zuckte nur mit den Achseln.

Das war der Overkill", sagte Ron, als der Elf einen Blick auf das Medaillon warf, erschrocken und jammervoll aufschrie und wieder zu Boden stürzte.

Sie brachten fast eine halbe Stunde, um Kreacher zu beruhigen, der so überwältigt war, ein Erbstück der Familie Black für sich ganz allein geschenkt zu bekommen, dass ihm die Knie zu weich wurden, um sich richtig auf den Beinen halten zu können. Als er endlich in der Lage war, ein paar wackelige Schritte zu machen, begleiteten sie ihn alle zu seinem Schrank, sahen zu, wie er das Medaillon gut in seine schmutzigen Tücher packte, und versicherten ihm, dass sie sich vorrangig um dessen Schutz kümmern würden, während er fort war.

Ginny schnaubte, das Bild, wie der alte Hauself das tat, war einfach zu lustig. Alle sagen sie neugierig an (Hermine funkelte sie an).

„Sorry", sagte sie und lachte weiter.

Dann verbeugte er sich jeweils tief vor Harry und Ron und machte sogar eine komische kleine Verrenkung in Hermines Richtung, vielleicht den Ansatz zu einem höflichen Gruß, ehe er mit dem üblichen Knall disapparierte. HH

„Das ist das Ende vom Kapitel", sagte Ron. „Ähm…Hermine."

„Ja", sagte Hermine.

Ron rutschte unruhig hin und her und seine Ohren wurden rot bevor er sagte, „es tut mir leid… wegen dieser Elfensache…ich wusste nicht das es so war."

„Ist okay, Ron", lächelte Hermine, mit einem leichten Grinsen. „Immerhin verstehst du es jetzt…jetzt müssen nur noch die anderen Tausend Zauberer und Hexen meine Sichtweise verstehen."

„Ich bin mir sicher, dass du das schaffst", kichert Ron und hielt das Buch in die Höhe. „Wer möchte als nächster lesen."

„Ich will", sagte Fred und nahm das Buch.

...

ich hoffe euch hat die Übersetzung gefallen. Ich persönlich finde, dass ich es immer besser schaffe englische Sätze in deutsch zu übersetzen.

Ich habe mich entschlossen morgen "Das Bestechungsgeschenk" hochzuladen und am Sonntag "Magie ist Macht"

Liebe Grüße JJ