So ich habs endlich geschafft. Ist zwar eins der kürzesten Kapitel, aber ich hoffe es gefällt euch trotzdem. Leider muss ich euch schon wieder sagen, dass ich erst frühestens im Mai/Juni wenn nicht erst im Sommer weiter machen kann, denn mein Abi steht vor der Tür. Aber trotzdem danke für eure Geduld.
Sollte die Geschichte irgendwann mal gelöscht werden, dann schreibt mich einfach an und ich schick euch die Kapis per PM.
Jetzt erstmal viel Spaß mit dem neuen Kapitel.
…
Der Dieb, las Ginny.
Als Harry die Augen aufschlug, blendete es ihn grün und golden; er hatte keine Ahnung, was passiert war, wusste nur, dass er, wie es sich anfühlte, auf Blättern und Zweigen lag. Mühsam rang er nach Atem, seine Lungen schienen platt gedrückt, er blinzelte und erkannte, dass das bunte Leuchten von der Sonne kam, deren Licht durch ein Blätterdach hoch über ihm flutete. Etwas zuckte nahe seinem Gesicht. Er stemmte sich hoch auf Hände und Knie, bereit, es mit irgendeinem kleinen, angriffslustigen Lebewesen aufzunehmen, sah dann aber, dass dieses Etwas Rons Fuß war.
Er blickte sich um und stellte fest, dass er mit Ron und Hermine auf dem Boden eines Waldes lag, offenbar allein.
„Gut", seufzte Molly, sie hatte Angst gehabt, dass jemand ebenfalls da gewesen wären.
Harry dachte als Erstes an den Verbotenen Wald,
„Man kann nicht in den Verbotenen Wald apparieren, Potter, er gehört zu den Ländereien von Hogwarts", höhnte Snape. „Man hätte denken können, dass sie das inzwischen wissen würden."
und obwohl er wusste, wie töricht und gefährlich es wäre, wenn sie auf dem Gelände von Hogwarts erschienen, machte sein Herz einen kleinen Hüpfer, als er sich vorstellte, wie sie zwischen den Bäumen hindurch zu Hagrids Hütte schlichen.
Harry seufzte; sogar wie die Dinge im Moment waren, mit der Kröte die sich in Hogwarts einmischte, vermisste er Hogwarts. Er wusste, dass es dem Harry aus dem Buch sogar mehr so gehen musste.
Doch nur wenige Augenblicke später, nachdem Ron leise gestöhnt hatte und Harry in seine Richtung gekrochen war, wurde ihm klar, dass dies nicht der Verbotene Wald war: Die Bäume wirkten jünger, der Wald war lichter und der Boden weniger dicht bewachsen.
Neben Rons Kopf fand er Hermine, ebenfalls auf Händen und Knien.
Als Harrys Blick auf Ron fiel, waren all seine anderen Sorgen schlagartig vergessen, denn Rons ganze linke Seite war blutüberströmt,
„NEIN!", jammerten Molly und Hermine. Die Weasleys und Harry waren Kreidebleich.
„Es geht ihm doch gut…oder?", fragte Hermine und sah Ginny an, die las. Ginny erwiderte die Frage indem sie weiter las.
und sein Gesicht hob sich gräulich weiß gegen den mit Blättern übersäten Boden ab.
Der Vielsaft-Trank verlor soeben seine Wirkung: Rons Äußeres war halb Cattermole, halb er selbst, sein Haar rötete sich allmählich, und aus seinem Gesicht schwand das letzte bisschen Farbe.
»Was ist mit ihm passiert?«
»Zersplintert«, sagte Hermine,
Alle zuckten zusammen, wohlwissend wie erst dies sein konnte und wie gefährlich es werden konnte, wenn es zu schlimm war. Es war ja nicht so, dass sie einfach zurück konnten, um fehlende Körperteile zu holen.
und ihre Finger machten sich schon eifrig an Rons Ärmel zu schaffen, wo das Blut am feuchtesten und dunkelsten war.
Harry sah entsetzt zu, wie sie Rons Hemd aufriss. Er hatte immer gedacht, dass Zersplintern etwas Komisches war,
„Komisch…Harry, sich zu zersplintern ist nicht komisch!", rügte Molly, etwas rauer als sie sonst war (und vor allem zu Harry), in Sorge über Ron.
„Ich weiß", stimmt Harry zu, dies war definitiv nicht lustig.
aber das hier ... in seinen Eingeweiden kollerte es unangenehm, als Hermine Rons Oberarm frei machte, wo ein großes Stück Fleisch fehlte, glatt weggeschnitten wie mit einem Messer.
Erneut wimmerten alle auf, sogar Snape und Draco waren etwas verstört.
»Harry, schnell, in meiner Tasche, da ist eine kleine Flasche mit der Aufschrift Diptam-Essenz -«
„Gut", sagte Molly, obwohl sie sich wünschte selbst dort zu sein um die Wunden richtig heilen zu können oder in zumindest in das St. Mungo zu bringen, aber mit dem Diptam konnte immerhin kein größerer Schaden angerichtet werden und es würde die Blutungen stoppen.
»Tasche – okay -«
Harry stürzte zu der Stelle, wo Hermine gelandet war, packte die kleine Perlenhandtasche und fuhr mit der Hand hinein.
„Auf diese Art und Weise wirst du es nie finden, mit dem ganzen Kram darin", sagte Bill.
„Vor allem, da du nicht mal weißt, wie es sich anfühlt.", fügte Ginny hinzu. „Du musst es herbeirufen."
Sogleich kam ihm ein Gegenstand nach dem anderen zwischen die Finger: Er spürte die Lederrücken der Bücher, Ärmel von Wollpullovern, Absätze von Schuhen -
»Schnell!«
Er packte seinen Zauberstab, der auf dem Boden lag, und zielte in die Tiefen der magischen Tasche.
»Accio Diptam!«
Eine kleine braune Flasche flog aus der Tasche heraus; er fing sie auf und hastete zurück zu Hermine und Ron, dessen Augen jetzt halb geschlossen waren, nur ein Streifen des weißen Augapfels war zwischen seinen Lidern zu sehen.
Hermine jammerte und nahm Rons Hand. Sie konnte diesen Gedanken nicht ertragen und da war sie nicht die einzige, Ginnys Stimme zitterte beim Lesen und Arthur hatte Molly an sich gedrückt, beide schauten beunruhigt.
»Er ist ohnmächtig geworden«, sagte Hermine, die auch ziemlich blass war; sie sah nicht mehr wie Mafalda aus, obwohl ihr Haar noch stellenweise grau war. »Zieh den Korken für mich raus, Harry, meine Hände zittern.«
Harry riss den Korken von der kleinen Flasche, Hermine nahm sie und träufelte drei Tropfen von dem Zaubertrank auf die blutende Wunde.
Severus hob eine Augenbraue, er hatte erwartet, dass das Mädchen verantwortungslos mit dem Trank umgehen würde, viel mehr Tropfen vergießen würde in Hoffnung auf schnellere Genesung ihres Freundes, aber sie verwendete die exakte Anzahl der benötigten Menge. Er war sich sicher, dass sie wusste, dass sie auf einer gefährlichen Mission waren und dass sie behutsam mit dem Trank umgehen mussten. Vielleicht mochte sie eine Gryffindor sein, aber sie wusste es einen kühlen Kopf in gefährlichen Situationen zu bewahren.
Grünliche Rauchschwaden stiegen auf, und als sie sich verzogen hatten, sah Harry, dass die Blutung aufgehört hatte. Die Wunde wirkte jetzt, als wäre sie mehrere Tage alt; neue Haut spannte sich über das eben noch nackte Fleisch.
»Wow«, sagte Harry.
»Das ist aber auch schon alles, bei dem ich mich sicher fühle«, sagte Hermine mit zittriger Stimme. »Es gibt Zauber, die ihn ganz gesund machen würden, aber an die traue ich mich nicht ran, vielleicht mache ich was falsch und richte noch mehr Schaden an ... er hat ohnehin schon so viel Blut verloren ...«
„kluge Entscheidung", sagte Remus. „Heilungszauber können sehr gefährlich werden, wenn man sie falsch anwendet.
„Aber welchen Zauber hat Hermine jemals falsch angewendet?", sagte Ron lächelnd.
„Nie im Leben würde ich deine Gesundheit für so etwas aufs Spiel setzten", sagte Hermine weich, sie war sich sicher, dass es ihre Schuld war, dass Ron überhaupt verletzt wurde…sie hat die beiden hierhin appariert…und sie könnte es nicht ertragen ihn noch weiter zu verletzten.
»Wie hat er sich verletzt? Ich meine«, Harry schüttelte den Kopf, um vielleicht auf klare Gedanken zu kommen und sich einen Reim darauf zu machen, was immer hier auch geschehen war, »warum sind wir hier? Ich dachte, wir würden zum Grimmauldplatz zurückkehren?«
Hermine holte tief Luft. Sie schien den Tränen nahe.
»Harry, ich glaube nicht, dass wir dorthin zurückgehen können.«
»Was meinst du -?«
»Als wir disappariert sind, hat sich Yaxley an mir festgehalten, und ich konnte ihn nicht loswerden, er war zu stark, und er war immer noch da, als wir am Grimmauldplatz ankamen, und dann – also ich glaube, er muss die Tür gesehen und gedacht haben, wir würden dort anhalten, deshalb hat er seinen Griff gelockert, und ich konnte ihn abschütteln und hab uns stattdessen hierhergebracht!«
„Es tut mir leid…Es ist meine Schuld, dass du verletzt bist", sagte Hermine mit zitternder Stimme.
„Sei nicht albern, Hermine, wenn du uns da nicht rausgeholt hättest, dann wären wir wahrscheinlich alle gefasst worden", sagte Ron augenrollend. „Du hast uns gerettet."
Hermine stimmte ihm zwar nicht ganz zu, wollte aber nicht weiter argumentieren.
»Aber wo ist er dann? Wart mal ... du meinst doch nicht etwa, dass er im Haus am Grimmauldplatz ist? Da kann er doch nicht rein?«
In ihren Augen glitzerten Tränen, als sie nickte.
»Harry, ich glaube, er kann es. Ich – ich hab ihn mit einem Verekelfluch gezwungen, loszulassen, aber da hatte ich ihn schon in den Schutz des Fidelius-Zaubers mit hineingenommen. Seit Dumbledores Tod sind wir Geheimniswahrer, also hab ich ihm das Geheimnis weitergegeben, oder?«
„Du warst es nicht, die ihm das Geheimnis anvertraut hat, Ich bin zum Grimmauld Platz appariert", sagte Harry.
„Arg, was macht das denn schon", sagte Ron. „Wir waren im verdammten Ministerium und alle dort haben versucht uns gefangen zunehmen, alles was wir verloren haben ist ein Zufluchtshaus und ein paar Stücke von meinem Arm…Es hätte verdammt schlimmer kommen können, also hört auf euch die Schuld daran zu geben."
Harry und Hermine lächelte Ron an (obwohl Hermines Lächeln immer noch etwas schwach war, beim Gedanken an Rons Verletzungen.)
Da war nichts zu beschönigen; Harry war sicher, dass sie Recht hatte. Es war ein schwerer Schlag. Wenn Yaxley jetzt ins Haus gelangen konnte, kam es überhaupt nicht in Frage, dass sie zurückkehrten. Gerade jetzt apparierte er vielleicht mit anderen Todessern, um sie dort hineinzubringen.
Das Haus war zwar düster und bedrückend, doch es war ihr einziger sicherer Unterschlupf gewesen: jetzt, da Kreacher so viel glücklicher und freundlicher geworden war, sogar eine Art Zuhause. Mit schmerzlichem Bedauern, das nichts mit Essbarem zu tun hatte, stellte Harry sich den Hauselfen vor, wie er emsig die Steak-und-Nieren-Pastete vorbereitete, die Harry, Ron und Hermine nie verspeisen würden.
„Hm…das wird wohl mein größten Bedauern sein, dass nicht essen zu können.", sagte Ron und Hermine funkelte ihn an.
„Wie kann man nur so gefühlslos sein?", zischte sie.
„Ähm… Hermine, hast du es noch nicht bemerkt, Ron ist der gefühlsloseste Mistkerl der Welt", sagte Ginny.
Ron streckte ihr die Zunge heraus, aber Hermine wusste, dass dies nicht immer stimmte. Manchmal konnte Ron einen mit seiner sensiblen Art überraschen.
»Harry, es tut mir leid, es tut mir so leid!«
»Sei nicht albern, es war nicht deine Schuld! Wenn überhaupt, dann meine ...«
„Gut zu wissen, dass ihr euch auch in eineinhalb Jahren nicht viel verändern werdet", kicherte Fred.
Harry fuhr mit der Hand in seine Tasche und zog Mad-Eyes Auge hervor. Hermine schreckte mit entsetztem Blick zurück.
»Umbridge hatte es in ihre Tür gesteckt, um Leute auszuspionieren. Ich konnte es nicht dort lassen ... aber dadurch haben sie erfahren, dass Eindringlinge da waren.«
„Es wäre trotzdem für euch schwierig gewesen mit den ganzen Muggelgeborenen daraus zu kommen, auch wenn du das Auge nicht genommen hättest.", sagte Tonks. „Sie hätten deine Taten angezweifelt."
„Und du hättest vielleicht auch keine passende Antwort parat gehabt", meinte Hermine. „Du arbeitest besser, wenn du schneller denken musst. Je gefährlicher die Situation desto besser reagierst du darauf."
Ehe Hermine antworten konnte, stöhnte Ron und öffnete die Augen. Er war immer noch grau und sein Gesicht glänzte vor Schweiß.
»Wie geht es dir?«, flüsterte Hermine.
»Mies«, krächzte Ron und zuckte zusammen, als er seinen verletzten Arm spürte. »Wo sind wir?«
»In den Wäldern, wo die Quidditch-Weltmeisterschaft stattgefunden hat«, sagte Hermine. »Ich wollte etwas Geschütztes, Geheimes haben, und das war -«
»- der erste Ort, der dir eingefallen ist«, sprach Harry für sie zu Ende, während er einen raschen Blick über die offensichtlich verlassene Lichtung warf. Unwillkürlich musste er daran denken, was beim letzten Mal passiert war, als sie an den ersten Ort appariert waren, der Hermine eingefallen war: Todesser hatten sie nach wenigen Minuten gefunden.
Alle zitterten bei dem Gedanken.
„Ich glaube ihr seid in Sicherheit", sagte Sirius nach einer kleinen Denkpause. „Die Todesser wären sonst schon längst bei euch."
„Wie beruhigend", grummelte Ginny, bevor sie wieder anfing zu lesen.
War es Legilimentik gewesen? Wussten Voldemort und seine Handlanger auch jetzt, wo Hermine sie hingebracht hatte?
»Meinst du, wir sollten weiterziehen?«, fragte ihn Ron, und Harry konnte an seinem Gesicht ablesen, dass er dasselbe dachte wie er.
»Weiß nicht.«
Ron sah immer noch blass und klamm aus. Er hatte keinen Versuch unternommen, sich aufzusetzen, und es schien, als wäre er zu schwach dazu. Die Aussicht, ihn transportieren zu müssen, war entmutigend.
Ron runzelte die Stirn, er war schwach gegenüber seinen Freunden…er brachte sie in große Gefahr, weil er sich nicht bewegen konnte.
»Bleiben wir erst mal hier«, sagte Harry.
Hermine sprang erleichtert auf.
»Wo gehst du hin?«, fragte Ron.
„Ah… ich glaube, Ronniespätzchen möchte, dass du seine Hand hältst", sagte Fred.
„Und dass du ihm sagst, dass alles wieder in Ordnung werden wird.", fügte George hinzu. Die beiden brachen in Gelächter aus.
„Ach haltet die Klappe", sagte Ron und seine Ohren färbten sich rosa.
»Wenn wir hierbleiben, sollten wir rundum ein paar Schutzzauber errichten«, antwortete sie, hob ihren Zauberstab und ging in einem weiten Kreis um Harry und Ron herum, indem sie Beschwörungen vor sich hin murmelte. Harry sah in der Luft ringsumher ein leichtes Flimmern: als ob Hermine einen Hitzeschleier über die Lichtung gelegt hätte.
„Gut mitgedacht, Miss Granger, es ist gut zu wissen, dass immerhin einer von euch vorbereitet ist", sagte McGonagall lächelnd zu Hermine.
»Salvio hexia ... Protego totalum ... Repello Muggeltum ... Muffliato ... Du könntest das Zelt rausholen, Harry ...«
»Zelt?«
„Und du hast sogar an einen Unterschlupf gedacht", fügte Molly zustimmend hinzu.
»In der Tasche!«
»In der ... natürlich«, sagte Harry.
Er stöberte diesmal gar nicht erst darin herum, sondern benutzte erneut einen Aufrufezauber. Das Zelt kam als klumpiger Haufen Leinwand mit Schnüren und Stangen zum Vorschein. Harry erkannte es, nicht zuletzt weil es nach Katze roch, als das Zelt, in dem sie in der Nacht während der Quidditch-Weltmeisterschaft geschlafen hatten.
„Nun, dass wird bestimmt ganz gut", sagte Harry, obwohl er gut auf den Katzengeruch verzichten könnte. „Ich dachte das Zelt gehört ihrem Freund Perkins, Mr. Weasley?"
„Das stimmt, aber als ich es ihm wieder geben wollte, meinte er, dass er keine Verwendung mehr dafür habe.", sagte Arthur. „Ich muss es wohl Hermine geliehen haben, damit ihr es benutzen könnt."
»Ich dachte, das gehört diesem Perkins vom Ministerium?«, fragte er und begann die Heringe auseinanderzupflücken.
»Er wollte es offenbar nicht mehr zurückhaben, sein Hexenschuss ist so schlimm«, sagte Hermine, die jetzt eine komplizierte Figur aus acht Bewegungen mit ihrem Zauberstab vollführte, »deshalb meinte Rons Dad, dass ich es mir ausleihen kann. Erectol«, fügte sie hinzu, wobei sie den Zauberstab auf die unförmige Zeltleinwand richtete, die sich in einer einzigen fließenden Bewegung in die Luft erhob und vollständig aufgebaut vor Harry zur Erde sank, der zusammenschreckte, als ihm ein Hering aus den Händen flog und mit einem abschließenden dumpfen Schlag am Ende einer Spannleine landete.
»Cave inimicum«, schloss Hermine mit einem Schwung himmelwärts. »Mehr kann ich nicht tun. Zumindest sollten wir es mitkriegen, wenn sie kommen, ich kann nicht garantieren, dass es Vol-«
»Sag den Namen nicht!«, fiel ihr Ron mit scharfer Stimme ins Wort.
„Ron, wann wirst du jemals seinen Namen sagen könnten?", sagte Hermine augenrollend.
„Sagt das Mädchen das sich am Namen immer noch einen Zahn ausbricht", grummelte Ron.
„Immerhin kann ich ihn sagen", schnaubte Hermine und Ginny begann schnell weiterzulesen, bevor Ron und Hermine sich noch weiter in die Haare kriegen würden.
Harry und Hermine schauten sich an.
»'tschuldigung«, sagte Ron und richtete sich leise stöhnend auf, um sie anzusehen, »aber es kommt mir wie ein – ein Fluch vor oder so. Können wir ihn nicht Du-weißt-schon-wer nennen – bitte?«
„Ein Fluch!", sagte Fred. „Komm schon, Ronnie, gib doch einfach zu, dass du Angst vor dem Namen hast…und erfinde nicht irgendwelche lächerlichen Ausreden."
Dumbledore allerdings hob eine Augenbraue. Könnte es sein, dass Voldemort seinen eigenen Namen verzaubert hat? Es würde seiner Seite zugutekommen. Nur Ordensmitglieder oder Feinde Voldemorts würden seien Namen aussprechen.
»Dumbledore hat gesagt, dass Angst vor einem Namen -«, begann Harry.
»Falls du es noch nicht bemerkt hast, Mann – dass Dumbledore Du-weißt-schon-wen bei seinem Namen nannte, hat ihm am Ende überhaupt nicht gutgetan«, fauchte Ron zurück.
Ron errötete leicht und sah den Schulleiter entschuldigend an. „Tut mir Leid, Sir."
„Das ist schon in Ordnung, obwohl ich glaube, dass mein Tod nur wenig damit zu tun hatte, dass ich Voldemorts Namen ausgesprochen habe.", sagte Dumbledore gelassen.
»Zeig – zeig Du-weißt-schon-wem einfach ein wenig Respekt, ja?«
„Respekt!", zischte Harry. „Ich werde diesem Bastard keinen Respekt zeigen."
„Sorry", sagte Ron erneut und senkte den Kopf.
„Arroganter Dummkopf", murmele Snape und schüttelte den Kopf.
„ich habe nicht gesagt, dass ich nicht weiß, dass er mich jede Sekunde umbringen kann", sagte Harry, immer noch wütend darüber, dem Mörder seiner Eltern Respekt zu zeigen. „ich meine ja nur, dass er nie etwas getan hat, dass Respekt verdient hätte…Furcht, ja…aber keinen Respekt.
„Harry", sagte Hermine sanft und legte eine Hand auf seine Schulter um ihn zu beruhigen. Harry atmete einmal tief durch und gab Ginny einen Wink weiter zu lesen. Diese lächelte im beruhigend zu.
»Respekt?«, wiederholte Harry, doch Hermine warf ihm einen warnenden Blick zu; offenbar sollte er sich nicht mit Ron streiten, solange der so geschwächt war.
„Schade dass ich nicht jetzt auch in den Genuss dieses Blickes komme", grummelte Ron, was Harry tatsächlich zu einem Lächeln brachte.
Harry und Hermine hievten Ron halb tragend, halb schleifend durch den Zelteingang. Drinnen war es genauso, wie Harry es in Erinnerung hatte: eine kleine Wohnung, samt Badezimmer und winziger Küche. Er schob einen alten Sessel aus dem Weg und setzte Ron behutsam auf der unteren Matratze eines Stockbetts ab. Sogar dieser kurze Ortswechsel hatte Ron noch blasser werden lassen, und sobald sie ihn auf das Bett verfrachtet hatten, schloss er wieder die Augen und sprach eine Zeit lang kein Wort.
»Ich mach uns einen Tee«, sagte Hermine außer Atem, zog Kessel und Becher aus den Tiefen ihrer Tasche und ging zur Küche.
Harry war das heiße Getränk so willkommen wie der Feuerwhisky
„Komm schon, Harry, Feuerwhiskey muss doch besser sein", sagte Fred.
in der Nacht, als Mad-Eye gestorben war; es schien ein wenig von der Angst wegzubrennen, die in seiner Brust umherflatterte. Nach ein, zwei Minuten unterbrach Ron die Stille.
»Wie es wohl den Cattermoles ergangen ist?«
»Mit ein wenig Glück sind sie davongekommen«, sagte Hermine, die die Hände um ihren behaglich heißen Becher geklammert hatte. »Wenn Mr Cattermole seine fünf Sinne beisammenhatte, dann hat er seine Frau per Seit-an-Seit-Apparieren mitgenommen, und sie fliehen gerade mitsamt ihren Kindern aus dem Land. Das hat Harry ihnen geraten.«
„Ich bin mir sicher, dass sie es raus geschafft haben. Und wenn Reg nicht schnell genug gehandelt hat, dann bestimmt Mary.", sagte Arthur, als er bemerkte, dass ihn mehrere anstarrten.
»Zum Teufel, ich hoffe, sie sind entwischt«, sagte Ron und lehnte sich in seine Kissen zurück. Der Tee schien ihm gutzutun; er hatte wieder ein wenig Farbe bekommen. »Ich hatte aber nicht das Gefühl, dass Reg Cattermole besonders schnell von Begriff war, so, wie die Leute mit mir geredet haben, als ich er war.
„Nein, Ronniespätzchen, sie haben realisiert, dass du ihn verkörperst und haben extra langsam gesprochen, damit du alles verstehst", stichelte Fred.
„Könnt ihr zwei denn niemals nett sein", funkelte Hermine die Zwillinge an.
„Hey, Ich hab doch gar nichts gesagt", beschwerte George sich.
„Ron kann sehr schnell von begriff sein", führte Hermine fort, als ob sie George nicht gehört hätte.
Himmel, ich hoffe, sie haben es geschafft ...wenn sie beide wegen uns in Askaban landen ...«
„Sie werden nicht schlimmer sein, als sie es waren, bevor ihr kamt", sagte Charlie.
„Wow, Ron, du kannst ja richtig rücksichtsvoll sein", stichelte Ginny, obwohl sie es besser wusste.
Harry blickte hinüber zu Hermine, und die Frage, die er stellen wollte –ob Mrs Cattermole, wenn sie keinen Zauberstab hatte, überhaupt mit ihrem Mann Seit-an-Seit-apparieren konnte –,
„Doch, dass konnte sie", beantwortete Dumbledore die Frage. „Wenn du mit jemandem per Seit-an-Seit apparierst brauchst du nur die Magie desjenigen der appariert. Du könntest sogar einen Muggel mit apparieren lassen, wenn es denn nötig ist."
blieb ihm im Hals stecken.
Hermine beobachtete Ron, der sich über das Schicksal der Cattermoles Sorgen machte, und in ihrem Gesichtsausdruck lag so viel Zärtlichkeit, dass Harry fast das Gefühl hatte, er hätte sie dabei überrascht, wie sie ihn küsste.
Das Vergnügen war eindeutig in Ginnys Stimme zuhören, während die Zwillinge gleichzeitig ein „Aw" von sich gaben, was Ron und Hermine dazu brachte rot zu werden und sich von einander abzuwenden. Ron hatte ein dämliches Grinsen auf dem Gesicht und Hermine funkelte Harry an. Musste er das unbedingt bemerken?
»Also, hast du es?«, fragte er Hermine, auch um sie daran zu erinnern, dass er noch da war.
„Aw…Harry, du hättest ihnen den Moment nicht gönnen können?", seufzte Fred.
»Was denn – was soll ich haben?«, erwiderte sie, leicht zusammenfahrend.
»Wozu haben wir das alles gerade durchgemacht? Wegen dem Medaillon! Wo ist das Medaillon?«
»Du hast es?«, rief Ron und stemmte sich ein wenig höher aus seinen Kissen. »Keiner erzählt mir was!
„Wir hatten nicht gerade Zeit es dir zu erzählen", wollte Hermine in normaler Tonart sagen, aber es war deutlich zu hören, dass sie noch immer peinlich berührt war.
Verdammt, du hättest es doch erwähnen können!«
»Na ja, wir hatten eben noch die Todesser am Hals und mussten um unser Leben rennen, nicht wahr?«, sagte Hermine. »Hier.« Und sie zog das Medaillon aus der Tasche ihres Umhangs und gab es Ron.
Es war so groß wie ein Hühnerei. Ein reich verziertes »S«, das mit vielen kleinen grünen Steinen besetzt war, schimmerte matt in dem diffusen Licht, das durch das Leinwanddach des Zeltes drang
„Kein Wunder, dass du es geschmissen hast, dass Ding ist hässlich", beobachtete Tonks.
»Wär es nicht doch möglich, dass es irgendjemand zerstört hat, seit Kreacher es in die Hände bekam?«, fragte Ron hoffnungsvoll. »Ich meine, sind wir sicher, dass es immer noch ein Horkrux ist?«
»Ich denke schon«, sagte Hermine, nahm es ihm wieder ab und betrachtete es genau. »Es würde irgendeine Spur von Beschädigung aufweisen, wenn es magisch zerstört worden wäre.«
„Wahr, in Anbetracht wie ihr einen Horkrux zerstören müsst, wäre da definitiv ein Anzeichen einer Beschädigung aufweisen", sagte Dumbledore.
Sie reichte es an Harry weiter, der es zwischen den Fingern drehte. Das Ding sah makellos aus, unberührt. Er erinnerte sich an die übel zugerichteten Überreste des Tagebuchs und daran, dass der Stein im Horkrux-Ring gespalten worden war, als Dumbledore ihn zerstörte.
»Ich denke, Kreacher hat Recht«, sagte Harry. »Wir müssen rausfinden, wie dieses Ding aufgeht, bevor wir es zerstören können. «
„Ja, außerdem braucht ihr die Mittel um den Horkrux zu zerstören.", sagte Remus. Ihm gefiel die Sache nicht, dass sie herausfinden würden, wie man das Medaillon öffnet ohne zu wissen, wie man es zerstört.
Noch während Harry sprach, wurde ihm schlagartig bewusst, was er da in der Hand hielt, was hinter den kleinen goldenen Türchen lebte. Auch wenn sie so viel auf sich genommen hatten, um es zu finden, verspürte er jetzt den heftigen Drang, das Medaillon von sich wegzuschleudern.
„Ähm…Alles klar mit dir, Kumpel?", fragte Ron.
„Keine Ahnung", sagte Harry achselzuckend. „Ich glaube ich mag es nicht ein Stück von Voldemorts Seele so nah bei mir zu haben."
Dumbledore zog eine Grimasse und dachte darüber nach was er wusste, um wahr zu sein.
Er beherrschte sich wieder und versuchte es mit den Fingern aufzustemmen, dann probierte er den Zauber aus, mit dem Hermine Regulus'
Schlafzimmertür geöffnet hatte. Weder das eine noch das andere funktionierte. Er reichte das Medaillon erneut Ron und Hermine, die sich beide alle Mühe gaben, denen es jedoch genauso wenig wie ihm gelang, es zu öffnen.
„Wieso versuchst du es nicht mit Parselmund zu öffnen?", sagte Draco. „Es macht sin, dass Slytherin das Medaillon auf eine Art und Weise verschließen würde, wo nur er oder seine Verwandten es öffnen können."
Alle sahen Draco für eine Sekunde lang an.
„Das ist eine gute Idee", stimmte Dumbledore zu.
»Aber kannst du es spüren?«, fragte Ron leise, während er es fest in der geschlossenen Faust hielt.
»Was meinst du?«
Ron gab Harry den Horkrux. Nach einer kleinen Weile glaubte Harry zu wissen, was Ron meinte. War es sein eigenes Blut, das er durch seine Adern pulsieren spürte, oder war es irgendetwas, das im Inneren des Medaillons pochte, wie ein winziges metallenes Herz?
Allen lief ein schauder über den Rücken als Ginny mit einer gepressten Stimme las. Sie möchte es nicht darüber zu lesen… es erweckte ihre Erinnerungen an das Tagebuch.
»Was sollen wir damit machen?«, fragte Hermine.
»Es sicher aufbewahren, bis wir rausfinden, wie wir es zerstören können«, erwiderte Harry, und obwohl es ihm gar nicht behagte, hängte er sich die Kette um den Hals und ließ das Medaillon unter seinen Umhang fallen, wo es nicht zu sehen war und auf seiner Brust neben dem Beutel ruhte, den Hagrid ihm geschenkt hatte.
»Ich glaube, wir sollten abwechselnd draußen vor dem Zelt Wache schieben«, sagte er zu Hermine gewandt, stand auf und streckte sich. »Und wir müssen uns auch Gedanken machen, wo wir was zu essen herkriegen.
Du bleibst hier«, fügte er streng hinzu, als Ron sich aufsetzen wollte und eine gefährliche grüne Farbe annahm.
Das Spickoskop, das Hermine Harry zum Geburtstag geschenkt hatte, wurde sorgfältig auf dem Tisch im Zelt aufgebaut, und Harry und Hermine teilten sich für den Rest des Tages die Rolle des Beobachtungspostens.
Doch das Spickoskop blieb den ganzen Tag stumm und reglos an seinem Platz, und ob es nun an den Schutzzaubern und den Flüchen zur Abwehr von Muggeln lag, die Hermine in ihrem Umkreis gestreut hatte, oder daran, dass sich selten Leute in diese Gegend wagten, in ihrem Waldstück rührte sich nichts außer gelegentlich ein Vogel oder ein Eichhörnchen.
„Ich glaube es sind Miss Grangers Zauber", sagte McGonagall. „Ich bin mir sicher, dass sie sie perfekt performt hat."
„Wenn sie weiter solche Sachen sagen, dann fang ich vielleicht noch an zu glauben, dass sie Hermine lieber mögen, als mich.", sagte Fred schmollend.
McGonagall verdrehte ihre Augen über die Zwillinge und Sirius lachte.
Auch am Abend blieb es ruhig; Harry entzündete seinen Zauberstab, als er um zehn Uhr Hermine ablöste, und blickte hinaus auf eine einsame Landschaft, wobei er Fledermäuse bemerkte, die hoch über ihm über das einzige Stück Himmel flatterten, das von ihrer geschützten Lichtung aus zu sehen war.
Er war jetzt hungrig und fühlte sich leicht benommen. Hermine hatte keine Verpflegung
Molly seufzte, sie wusste, dass ihr Sohn nicht glücklich sein würde, wenn er nicht richtig was zu essen bekam.
in ihre magische Tasche gepackt, da sie angenommen hatte, dass sie an diesem Abend zum Grimmauldplatz zurückkehren würden, und so hatten sie nichts zu essen gehabt außer ein paar Wildpilzen, die Hermine unter den nahen Bäumen gesammelt und in einem Campingkessel gekocht hatte.
„Igitt", stöhnte Ron. „Das kling furchtbar."
„Ja", stimmten ihm Harry und Hermine zu.
Nach einigen Bissen hatte Ron, dem offensichtlich speiübel war, seine Portion von sich weggeschoben; Harry hatte nur weitergegessen, um Hermine nicht zu kränken.
„Ich glaube nicht, dass es mich gekränkt hätte.", informierte Hermine ihn.
Die Stille rundum wurde von einem merkwürdigen Rascheln und einem Geräusch wie von knackenden Zweigen durchbrochen: Harry dachte, dass es eher von Tieren herrührte als von Menschen, hielt seinen Zauberstab jedoch fest und bereit. In seinen Eingeweiden, die sowieso schon wegen der kärglichen Portion gummiartiger Pilze rumorten, kribbelte es unangenehm.
Er hatte gedacht, dass er in Hochstimmung sein würde, sobald sie es geschafft hätten, den Horkrux zurückzustehlen, doch davon konnte keine Rede sein; er saß da und spähte in die Dunkelheit, die sein Zauberstab nur zu einem winzigen Teil erhellte, und das Einzige, was er empfand, war Sorge darüber, was als Nächstes passieren würde. Es war, als ob er seit Wochen, Monaten, vielleicht sogar Jahren auf diesen Punkt zugerast wäre, doch nun abrupt stehen geblieben war, weil der Weg ins Nichts führte.
„Oh super", stöhnte Harry. „Ich hab keine Ahnung was ich machen soll."
„Was ist daran neu?", fragte Draco. „Wann hast du denn jemals den Durchblick?"
Harry schüttelte einfach nur seinen Kopf.
Irgendwo dort draußen gab es noch weitere Horkruxe, aber er hatte nicht die leiseste Ahnung, wo sie stecken könnten. Er wusste nicht einmal von allen, woraus sie bestanden.
„Was soll das denn bedeuten?", sagte Harry.
„Ich glaube, dass du noch nicht alle Objekte kennst, in denen Voldemort ein Stück seiner Seele hineingetan hat.", sagte Dumbledore.
Außerdem hatte er keine Idee, wie sie den einzigen, den sie gefunden hatten, zerstören sollten, den Horkrux, der in diesem Moment auf seiner Brust lag. Seltsam, dass er seine Körperwärme nicht angenommen hatte, sondern so kalt an seiner nackten Haut ruhte, als wäre er gerade aus eisigem Wasser aufgetaucht. Von Zeit zu Zeit dachte Harry, oder bildete es sich vielleicht ein, dass er das unregelmäßige Ticken des kleinen Herzens neben seinem eigenen spüren konnte.
Unbeschreibliche Vorahnungen beschlichen ihn, wie er da im Dunkeln saß: Er versuchte gegen sie anzukämpfen, sie wegzuschieben, doch sie ließen ihn nicht los. Keiner kann leben, während der Andere überlebt. Ron und Hermine, die sich jetzt hinter ihm im Zelt leise miteinander unterhielten, konnten weggehen, wenn sie wollten: Er konnte es nicht.
„Wir können nicht weggehen, Harry", sagte Hermine weich.
„Ich weiß", sagte Harry. „aber es ist nicht dasselbe…Voldemort wird mich nicht davon kommen lassen, egal ob ich ihn bekämpfen möchte der nicht."
Und während er dasaß und versuchte, seiner eigenen Furcht und Erschöpfung Herr zu werden, kam es Harry vor, als ob der Horkrux an seiner Brust mit seinem Ticken die Zeit verrinnen ließ, die Harry noch hatte ... Dumme Vorstellung, sagte er sich, denk nicht so was ...
Dumbledores Grimasse verzog sich je mehr Harry so über den Horkrux redete. Dies klang alles gar nicht gut. Er war sich sicher, dass der Horkrux den Jungen beeinflusste.
Seine Narbe begann wieder zu stechen. Er hatte Angst, dass er es selbst auslöste, indem er solchen Gedanken nachhing, und versuchte sie in eine andere Richtung zu lenken. Er dachte an den armen Kreacher, der sie zu Hause erwartet und es stattdessen mit Yaxley zu tun bekommen hatte.
„Keine Sorge, Kreacher geht es gut", sagte Sirius. „Er hilft wahrscheinlich gerade meiner Cousine, sodass es aussieht als wäre er auf der Seite der Todesser."
„Ich hoffe nur, dass er nicht versucht mich vor den anderen zu verteidigen", murmelte Harry. Er war sich sicher dass dies zur Folter des Elfen führen konnte und wollte nicht dass der Kreacher, den er in den vergangenen Kapiteln kennengelernt hatte dies passierte.
Würde der Elf schweigen, oder würde er dem Todesser alles erzählen, was er wusste?
„Darüber mach dir mal auch keine Sorgen, Harry, Kreacher kann schauspielern", sagte Sirius. „Er mag dich wirklich und er würde deine Geheimnisse nicht verraten, egal was."
Harry wollte glauben, dass Kreacher im vergangenen Monat zu ihm übergewechselt war, dass er nun zu ihm halten würde, doch wer wusste schon, was passieren würde? "Was, wenn die Todesser den Elfen folterten?
Schlimme Bilder geisterten durch Harrys Kopf, und er versuchte, auch sie zu verscheuchen, denn er konnte nichts für Kreacher tun: Er und Hermine hatten bereits entschieden, dass sie nicht versuchen würden ihn herbeizurufen; was wäre, wenn jemand vom Ministerium mitkam? Sie konnten nicht darauf bauen, dass das Apparieren bei Elfen nicht genau denselben Makel hatte, der auch schuld daran war, dass Yaxley an Hermines Ärmelsaum zum Grimmauldplatz gelangen konnte.
Harrys Narbe brannte jetzt. Er überlegte, dass es so viel gab, was sie nicht wussten: Lupin hatte Recht gehabt, was die Magie betraf, der sie noch nie begegnet waren und die sie sich nicht einmal vorstellen konnten.
Warum hatte Dumbledore nicht mehr erklärt? Hatte er geglaubt, dass noch Zeit wäre; dass er noch jahrelang leben würde, jahrhundertelang vielleicht, wie sein Freund Nicolas Flamel?
„Ich glaube nicht, dass ich beabsichtig habe so lange zu leben", sagte Dumbledore. „Ich verspüre nicht den Wunsch mein Leben auf magische Art und Weise zu verlängern."
Wenn ja, dann hatte er sich geirrt ...Snape hatte dafür gesorgt... Snape, die schlafende Schlange, die oben auf dem Turm zugeschlagen hatte ...Und Dumbledore war gefallen ... gefallen ...
»Gib ihn mir, Gregorowitsch.«
„Oh Scheiße…mehr Voldemort", stöhnte Sirius.
Harrys Stimme war hoch, klar und kalt: Eine langfingrige weiße Hand hielt seinen Zauberstab vor ihm umklammert. Der Mann, auf den er gerichtet war, hing kopfüber in der Luft, doch hielten ihn keine Seile; er schwang hin und her, unsichtbar und grausam gefesselt, die Gliedmaßen um sich geschlungen, sein angsterfülltes Gesicht auf Augenhöhe mit Harry, dunkelrot von dem Blut, das in seinen Kopf geschossen war. Er hatte schlohweißes Haar und einen dichten buschigen Bart: ein Weihnachtsmann in Fesseln.
»Ich habe ihn nicht, ich habe ihn nicht mehr! Er wurde mir gestohlen, vor vielen Jahren!«
»Lüge nicht vor Lord Voldemort, Gregorowitsch. Er merkt es ... er merkt es immer.«
„Woher weiß er, dass der Kerl lügt", fragte George.
„Das weiß er nicht, er nimmt es an", sagte Dumbledore. „Die meisten Leute neigen dazu ihn anzulügen, wenn er etwas von großem Wert verlangt."
„Ist das nicht gefährlich?", sagte Fred. „Ihn anzulügen meine Ich?"
„Für Gregorovitch ist es nicht gefährlicher als die Wahrheit zu sagen", sagte Dumbledore schwer und fügte nicht hinzu, dass er wusste, dass Gregorovitch nicht log.
Die Pupillen des in der Luft hängenden Mannes waren groß, geweitet vor Angst, und sie schienen größer zu werden, größer und größer, bis ihr Schwarz Harry ganz verschluckte -
Und jetzt eilte Harry einen dunklen Korridor entlang, dem stämmigen kleinen Gregorowitsch hinterher, der eine Laterne emporhielt: Gregorowitsch stürzte in den Raum am Ende des Ganges und seine Laterne beleuchtete etwas wie eine Werkstatt; Hobelspäne und Gold schimmerten in dem schwankenden Lichtkreis, und dort auf der Fensterbank hockte, wie ein Riesenvogel, ein junger Mann mit goldenem Haar. In dem kurzen Moment, als das Licht der Laterne auf ihn fiel, sah Harry diebische Freude auf seinem hübschen Gesicht, dann feuerte der Eindringling einen Schockzauber aus seinem Zauberstab ab und sprang mit triumphierendem Gelächter elegant rückwärts aus dem Fenster.
Dumbledore runzelte die Stirn, als er die Beschreibung seines einmal so guten Freundes hörte.
Und Harry wirbelte wieder hinaus aus diesen weiten, tunnelartigen Pupillen, und Gregorowitschs Gesicht war starr vor Schreck.
„Was war das denn?", fragte Harry.
„Voldemort hat Legilimentik auch Gregorovitch angewendet", sagte Dumbledore.
„Voldemort liest seine Gedanken", sagte Harry, während Snape Harrys Wortwahl verhöhnte.
»Wer war der Dieb, Gregorowitsch?«, sagte die hohe, kalte Stimme.
»Ich weiß es nicht, ich habe es nie erfahren, ein junger Mann – nein – bitte – BITTE!«
Ein Schrei, der einfach nicht aufhören wollte, und dann ein Blitz aus grünem Licht -
„Er hat ihn umgebracht…aber ich dachte er wollte etwas über Harrys Zauberstab erfahren?", sagte Charlie.
„Es sieh so aus, als hätten wir uns in dieser Sache geirrt.", sagte Remus. „Es scheint als wäre Voldemort hinter dem, was auch immer der Dieb gestohlen hat, her."
„Und wir haben keine Ahnung was dies sein könnte", sagte Sirius und verzog das Gesicht.
„Nun, es wäre sicher anzunehmen, dass es sich um einen Zauberstab handelt, in Anbetracht dessen womit Gregorovitch seinen Lebensunterhalt verdient."
»Harry!«
Er schlug die Augen auf, keuchend, in seiner Stirn hämmerte es. Er war ohnmächtig gegen die Zeltwand gesunken, war seitlich am Zelt hinuntergerutscht und lag jetzt, alle viere von sich gestreckt, am Boden. Er sah zu Hermine auf, deren buschiges Haar das kleine Stück Himmel verdeckte, das durch die dunklen Äste hoch über ihnen zu sehen war.
»Traum«, sagte er, setzte sich rasch auf und versuchte Hermines finsterem Blick mit einer Unschuldsmiene zu begegnen. »Muss eingenickt sein, 'tschuldigung.«
Das Funkeln, das Hermine Harry gerade zuwarf, war so ziemlich genau dasselbe wie im Buch. Ehrlich, wie konnte er nur jemals glauben, dass sie ihm so einen Schwachsinn abkaufen würde.
»Ich weiß, dass es deine Narbe war! Das seh ich dir am Gesicht an! Du hast hineingeschaut, in den Geist von Vol- «
»Sag den Namen nicht!«, ertönte Rons zornige Stimme aus den Tiefen des Zeltes.
„Arg…langsam fängt es an zu nerven.", stöhnte Harry.
»Schön«, gab Hermine zurück. »Dann eben in den Geist von Du-weißt-schon-wem!«
»Es war keine Absicht!«, sagte Harry. »Es war ein Traum! Kannst du steuern, wovon du träumst, Hermine?«
»Wenn du nur lernen würdest, Okklumentik einzusetzen -«
Aber Harry hatte kein Interesse daran, sich Vorwürfe machen zu lassen; er wollte über das reden, was er gerade gesehen hatte.
„Wann bist du jemals an Vorwürfen interessiert?", fragte Hermine. „Nur damit ich weiß, wann ich dir welche machen darf."
„Nie…das wäre echt super", sagte Harry zu ihr.
„Das wird nie passieren, Kumpel", sagte Ron.
»Er hat Gregorowitsch gefunden, Hermine, und ich glaube, er hat ihn umgebracht, aber bevor er ihn getötet hat, ist er in Gregorowitschs Geist eingedrungen, und ich hab gesehen -«
»Ich glaub, ich übernehm besser die Wache, wenn du so müde bist, dass du einschläfst«, sagte Hermine kühl.
»Ich kann die Wache durchhalten!«
»Nein, du bist offensichtlich erschöpft. Geh und leg dich hin.«
„Entlassen", sagte Fred kichernd.
„Ich würde jetzt nicht mit ihr argumentieren, Kumpel", fügte Ron hinzu.
„Du solltest Rons Rat annehmen, wenn es um das argumentieren mit Hermine geht, ist er der Meister", sagte George lachend.
Sie hockte sich mit störrischer Miene in den Zelteingang. Wütend kroch Harry wieder hinein, da er keinen Streit wollte.
Rons immer noch blasses Gesicht schaute aus dem unteren Bett heraus; Harry kletterte in das obere, legte sich hin und blickte hoch zur dunklen Zeltdecke. Nach einiger Zeit sprach Ron mit so leiser Stimme, dass sie nicht zu Hermine drang, die im Eingang kauerte.
»Was macht Du-weißt-schon-wer?«
Harry kniff die Augen zusammen und versuchte sich mühsam an jede Einzelheit zu erinnern, dann flüsterte er in die Dunkelheit.
»Er hat Gregorowitsch gefunden. Er hat ihn gefesselt und ihn gefoltert.«
»Wie soll Gregorowitsch ihm einen neuen Zauberstab machen, wenn er gefesselt ist?«
»Keine Ahnung ... verrückt, oder? «
Harry schloss die Augen und dachte an all das, was er gesehen und gehört hatte. Je mehr er sich ins Gedächtnis zurückrief, desto weniger Sinn ergab es ... Voldemort hatte nichts über Harrys Zauberstab gesagt, nichts über die Zwillingskerne, nichts darüber, dass Gregorowitsch einen neuen und mächtigeren Zauberstab anfertigen solle, um den von Harry zu schlagen ...
»Er wollte etwas von Gregorowitsch«, sagte Harry, die Augen immer noch fest geschlossen. »Er wollte, dass er es ihm gab, aber Gregorowitsch sagte, es wäre ihm gestohlen worden ... und dann ... dann ...«
Er erinnerte sich daran, wie er, als Voldemort, scheinbar durch Gregorowitschs Augen gewirbelt war, in seine Erinnerung hinein ...
»Er ist in Gregorowitschs Geist eingedrungen, und ich hab diesen jungen Kerl gesehen, der auf einer Fensterbank hockte, und er hat einen Fluch auf Gregorowitsch abgefeuert und ist dann hinausgesprungen und verschwunden. Er hat es gestohlen, er hat das gestohlen, was Du-weißt-schon-wer sucht. Und ich ... ich glaub, ich hab ihn schon mal irgendwo gesehen ...«
„Wirklich...Wo?", fragte Ron.
„Keine Ahnung", sagte Harry. „ich hab ihn nicht tatsächlich gesehen."
Für Dumbledore allerdings war es zu verstehen was Harry meinte. (Anmerkung: Mal ganz ehrlich. Hatte Harry schon mal ein Foto von Grindelwald gesehen, ohne zu wissen dass es Gellert war? Woher wusste er noch mal dass er den Dieb von irgendwo her kannte?)
Harry wünschte, er könnte noch einmal für einen kurzen Moment in das Gesicht des lachenden Jungen schauen. Der Diebstahl hatte sich laut Gregorowitsch vor vielen Jahren zugetragen. Warum kam ihm der junge Dieb bekannt vor?
Die Geräusche des Waldes ringsumher waren im Zelt kaum zu hören; Harry konnte nur Rons Atem vernehmen. Nach einer Weile flüsterte Ron:
»Konntest du nicht sehen, was der Dieb in der Hand hielt?«
»Nein ... es muss etwas Kleines gewesen sein.«
»Harry?«
Die Holzlatten von Rons Bett knarrten, als er sich umdrehte.
»Harry, meinst du nicht, dass Du-weißt-schon-wer nach was Neuem sucht, das er in einen Horkrux verwandeln kann? «
»Ich weiß nicht«, sagte Harry langsam. »Vielleicht. Aber wäre es nicht gefährlich für ihn, noch einen zu machen? Hat Hermine nicht gesagt, dass er es mit seiner Seele schon bis zum Äußersten getrieben hat?«
„Schon wahr, aber das hat ihn doch noch nie aufgehalten", sagte Sirius. „Ich meine hat er seine Seele nicht schon zum Äußersten getrieben, als er den zweiten gemacht hat?"
„Da stimme ich dir zu Sirius", sagte Dumbledore. „wenn man die Definition eines normalen Mannes betrachtet. Jedoch würde ich auch Miss Granger zustimmen, dass es Voldemort nicht gut kommen würde noch einen Horkrux zu schaffen."
„Und du glaubst nicht, dass es das ist was er tut?", fragte Remus.
„Nein, das glaube ich nicht.", bestätigte Dumbledore.
»Jaah, aber vielleicht weiß er das nicht.«
»Ja ... vielleicht«, sagte Harry.
Er war sicher gewesen, dass Voldemort einen Weg gesucht hatte, wie er das Problem der Zwillingskerne umgehen konnte, sicher, dass Voldemort eine Lösung von dem alten Zauberstabmacher begehrte ... und doch hatte er ihn getötet, offenbar ohne ihm auch nur eine Frage zur Zauberstabkunde zu stellen.
Was wollte Voldemort herausfinden? Warum war er, wo das Zaubereiministerium und die Zaubererwelt ihm doch zu Füßen lagen, so weit weg und versessen darauf, einen Gegenstand aufzuspüren, der einst Gregorowitsch gehört hatte und den der unbekannte Dieb gestohlen hatte?
„Das ist eine sehr faszinierende Frage", murmelte Severus bevor er aufstöhnte, da er bemerkte, dass er Harry gerade zugestimmt hatte.
Harry konnte noch immer das Gesicht des blonden Jungen sehen, es war fröhlich, ungestüm; es lag etwas von Freds und Georges großartiger Durchtriebenheit darin.
„Ich hoffe doch, dass meine Jungs sich nicht aufs stehlen vergreifen!", sagte Molly scharf.
„Keine Sorge Mum, das haben wir nicht vor", versicherte ihr George.
Er hatte sich von der Fensterbank geschwungen wie ein Vogel, und Harry hatte ihn früher schon gesehen, aber ihm fiel nicht ein, wo ...
Nun, da Gregorowitsch tot war, schwebte der Dieb mit dem fröhlichen Gesicht in Gefahr, und Harry verweilte in Gedanken bei ihm, während Ron im unteren Bett polternd zu schnarchen begann und er selbst allmählich wieder in den Schlaf sank.
„Das ist das Ende vom Kapitel", sagte Ginny, erleichtert, dass das Kapitel zu Ende war. „Wer möchte als nächstes lesen?"
„Ich würde", sagte Percy. Ginny überreichte ihm das Buch ohne ihn dabei anzusehen.
…
Das wars auch leider schon wieder. Hoffe das Kapitel war in Ordnung.
Freue mich immer über Reviews. Eure JJ
