Hey, Ich hab ja gesagt, dass ich es vllt noch schaffe im Mai ein Kapitel zu posten. Und hier ist es! Tata! Dafür hab ich jetzt wahrscheinlich die Schreibkrankheit, denn meine Finger bewegen sich nur noch im Schneckentempo über die Tastatur.
Hoffe euch gefällt das Kapitel, es ist persönlich eines meiner Favoriten mit dem ganzen Drama um Ron.
Jetzt aber erst mal viel Spaß beim Lesen.
…
Die Rache des Kobolds, las Percy
„Aw…Bill du das Kapitel lesen sollen", sagte Charlie zu seinem Bruder.
„Mir geht's gut, Danke", sagte Bill augenrollend.
Harry verließ das Zelt früh am nächsten Morgen, noch bevor die beiden anderen wach waren, und suchte in den Wäldern um sie herum nach dem ältesten, knorrigsten und am unverwüstlichsten aussehenden Baum, den er finden konnte.
„Ähm…wieso?", fragte Fred.
„Ja, wenn du mal musst, dann…"
„George!"
„Dann musst du dir keinen knorrigen Baum aussuchen", beendete George seinen Satz ohne auf die Rüge seine Mutter zu achten.
Dort in seinem Schatten begrub er Mad-Eye Moodys Auge und kennzeichnete die Stelle mit einem kleinen Kreuz, das er mit seinem Zauberstab in die Rinde ritzte.
„Oh!", sagte George und senkte seinen Kopf. Er fühlte sich tatsächlich ein wenig schuldig über das was er gerade gesagt hatte.
„Das war sehr aufmerksam von dir", sagte Tonks lächelnd zu Harry.
„Ich frag mich nur, warum du uns nicht dabei haben wolltest", murmelte Hermine, sodass nur Harry und Ron sie hören konnten. Sie hätte gern Moody die letzte Ehre erwiesen.
„Entschuldigt", sagte Harry. „Ich wisst doch, dass ich manche Dinge lieber alleine mache…"
„Jaah", seufzte Hermine.
Es war keine große Sache, aber Harry hatte das Gefühl, dass es Mad-Eye um einiges lieber gewesen wäre, als in Dolores Umbridges Tür zu stecken.
„Da hast du auffallend recht", sagte Tonks mit dunkler Miene.
Dann kehrte er zum Zelt zurück und wartete, bis die anderen aufwachten, um zu besprechen, was sie als Nächstes tun würden.
Harry und Hermine hielten es für das Beste, nicht allzu lange an einem Ort zu bleiben, und Ron stimmte ihnen zu, unter der einzigen Bedingung, dass sie beim nächsten Mal in der Nähe eines Schinkensandwichs landen sollten.
Rons Geschwister kicherten; Es war einfach so Ron!
Andererseits gab es andere im Raum, die sehr besorgt aussahen, wohlwissend, dass die Ernährungssituation ein wiederkehrendes Thema werden konnte.
Und so hob Hermine die Zauber auf, die sie im Umkreis der Lichtung errichtet hatte, während Harry und Ron alle Spuren und Vertiefungen auf dem Boden verwischten, die darauf hinweisen konnten, dass sie hier ihr Lager aufgeschlagen hatten.
„Arg…Das klingt schlimmer als Zimmer aufräumen", grummelte Ron spielerisch.
„Nur weil du diesmal wirklich etwas tun musst", sagte Fred lachend.
„Ja, so ziemlich", kicherte Ron als Molly ihn anfunkelte.
Dann disapparierten sie an den Rand eines kleinen Marktfleckens.
Als sie das Zelt im Schutz eines niedrigen Wäldchens aufgestellt und es mit neuen Verteidigungszaubern umgeben hatten, machte sich Harry unter dem Schutz des Tarnumhangs auf die Suche nach etwas Essbarem. Doch es kam anders als geplant. Kaum hatte er die Stadt betreten, wurde es unnatürlich kalt, ein drückender Nebel kam auf, und der Himmel verdunkelte sich, so dass Harry wie erstarrt stehen blieb.
„Dementoren…Sie wissen doch nicht, dass ihr da seid, oder?", rief Molly.
„Ich glaube nicht, Mum", sagte Percy und begann schnell weiterzulesen um sie weiter zu beruhigen.
»Aber du kriegst doch einen wunderbaren Patronus hin!«, sagte Ron entrüstet, als Harry atemlos und mit leeren Händen zum Zelt zurückkehrte und nur das Wort »Dementoren« hauchte.
„Du bist von Dementoren davongelaufen!", sagten mehrere Leute, obwohl Harry am deutlichsten Dracos schnaubendes Lachen hörte.
„Wisst ihr, ich weiß nur so viel wie ihr alle hier im Raum, woher soll ich also wissen was ich getan habe", sagte Harry genervt von den Blicken die ihm alle zuwarfen.
„Sorry Harry" Ginny war diejenige die sprach. „es klingt nur einfach nicht nach etwas was du tun würdest…"
„Ähm…Ginny, das ist nicht gerade hilfreich", stöhnte Harry.
„Sorry", sagte Ginny und lächelte verlegen.
»Ich hab ... keinen zustande gebracht«, keuchte er und drückte mit der Hand auf seine stechende Seite. »Ist einfach nicht ... gekommen.«
Die beiden sahen so verwundert und enttäuscht drein, dass Harry sich schämte.
„Es tut uns Leid", sagten Ron und Hermine gleichzeitig.
„Ist schon gut", murmelte Harry gewohnheitsmäßig.
Es war ein wahrer Alptraum gewesen, als er die Dementoren in der Ferne aus dem Nebel gleiten sah und ihm klar wurde, dass er sich nicht schützen konnte, während die lähmende Kälte ihm die Lungen zuschnürte und ein Schrei von weit her an seine Ohren drang. Es hatte Harrys ganze Willenskraft gekostet, sich von der Stelle loszureißen und fortzurennen und die augenlosen Dementoren zurückzulassen, die zwischen den Muggeln dahinglitten, die sie vielleicht nicht sehen konnten, aber ganz sicher die Verzweiflung spürten, die sie überall verbreiteten, wo sie auch waren.
Dumbledore hob eine Augenbraue, er war gespannt darauf, welche Auswirkungen das Medaillon auf Harry und die anderen haben würde. Es schien als würde es ihn so zu beeinflussen, wie er es gedacht hatte und das war gar nicht beruhigend.
»Das heißt, es gibt immer noch nichts zu essen.«
„Ron!", seufzte Molly
„Woher weißt du, dass es nicht Hermine war, die gesprochen hat", schmollte Ron und alle sahen ihn an, als hatte er gerade das lächerlichste der Welt gesagt.
»Sei still, Ron«, fauchte Hermine. »Harry, was ist passiert? Warum, glaubst du, hast du deinen Patronus nicht zustande gebracht? Gestern hast du es tadellos geschafft!«
»Ich weiß nicht.«
Er saß tief in einem von Perkins' alten Sesseln und fühlte sich mehr und mehr gedemütigt. Er hatte Angst, dass irgendetwas in seinem Inneren zerbrochen war. Gestern schien lange her zu sein: Heute hätte er wieder jener Dreizehnjährige sein können, der als Einziger im Hogwarts-Express zusammengeklappt war.
Remus lächelte, trotz seiner dunklen Gedanken, als er sich an diesen Tag erinnerte. Das erste Mal, dass er Harry nach zwölf Jahren gesehen hatte.
„Weißt du Remus", sagte Harry plötzlich „Ich habe mich immer schon gewundert, ob du damals im Zug wirklich geschlafen hast…oder uns die ganze Zeit belauscht hast."
Remus kicherte. „Zuerst hab ich wirklich geschlafen, aber als Ron so laut darüber gelacht hat, wie du deine Tante aufgeblasen hast, bin ich aufgewacht. Ich war damals sehr schockiert, dass du unter all den Abteilen die die hättest wählen können, das ausgewählt hast, indem ich schlafe."
„Alle anderen Abteile waren voll", zuckte Harry nur mit den Schultern.
„Nun ich bin froh, dass du in meinem Abteil gelandet bist, die Zugfahrt erinnerte mich die, die ich während meiner Schulzeit durchlebt habe" Remus lächelte wehmütig, als er an den ganzen Spaß dachte den er damals im Hogwarts Express erleben durfte.
„Wirklich? Dein Zug wurde auch von Dementoren angehalten und durchsucht?", sagte George.
„Nun, abgesehen davon, war es wie zu meinen Schulzeiten", sagte Remus.
Ron trat gegen ein Stuhlbein.
»Was ist?«, knurrte er Hermine an. »Ich bin am Verhungern! Seit ich fast verblutet bin, hab ich nichts als ein paar Giftpilze gegessen! «
»Dann geh du doch und schlag dich mit den Dementoren rum«, sagte Harry gereizt.
»Würde ich ja, aber ich hab einen Arm in der Schlinge, falls dir das noch nicht aufgefallen ist!«
„Und wieso hält dich das vom Zaubern ab, Wiesel?", fragte Draco.
„Hat Draky gerade Harry verteidigt?", fragte Fred.
„Sieht so aus", stimmte George zu.
Draco funkelte die beiden an, er hatte nicht Potter verteidigt, sondern sich nur über den Wiesel lustig gemacht.
»Wie praktisch.«
»Und was willst du damit -?«
»Natürlich!«, rief Hermine und schlug sich mit der Hand an die Stirn, worauf beide überrascht verstummten. »Harry, gib mir das Medaillon!
Los!«, sagte sie ungeduldig und schnippte mit den Fingern, als er nicht reagierte,
„Merlin Hermine, gibt ihm doch mehr als zwei Sekunden zum reagieren.", sagte Ginny zu ihrer Freundin.
„Ich will einfach nicht, dass sie sich weiter streiten", seufzte Hermine, sie hasste es wenn Ron und Harry sich stritten…was ziemlich heuchlerisch war, denn sie stritt sich die ganze Zeit mit Ron.
„Glaubst du wirklich, dass das Medaillon Harry beeinflusst hat?", fragte Sirius.
„Ja", antwortete Dumbledore schlicht und keiner verspürte den Drang weiter zu spekulieren.
»der Horkrux, Harry, du hast ihn immer noch um!«
Sie streckte die Hände aus und Harry zog sich die goldene Kette über den Kopf. Sobald das Medaillon nicht mehr auf seiner Haut lag, fühlte er sich frei und seltsam leicht. Er hatte nicht einmal bemerkt, dass er klamm war oder dass ihm etwas Schweres auf dem Magen lastete, bis beide Gefühle verflogen waren.
„Arg", stöhnte Sirius. „Nicht gut für die Stimmung…wenn man so ein Ding hat das seine Laune kontrolliert."
„Nein", stimmte Arthur zu. „ihr solltest schnell herausfinden, wie ihr es zerstören könnt. Je schneller desto besser."
»Besser?«, fragte Hermine.
»Ja, und wie!«
»Harry«, sagte sie, kauerte sich vor ihm nieder und sprach mit einer Stimme, die für Harry klang, als würde sie einen Schwerkranken besuchen, »könnte es nicht vielleicht sein, dass es von dir Besitz ergriffen hat?«
Harry zitterte, ihm gefiel die Vorstellung nicht besessen zu sein. Er bemerkte, dass Ginny ebenfalls zitterte und nahm ihre Hand bevor er dachte. Sie lächelte ihn schwach an.
„Nein", beantwortete Dumbledore die Frage, die den ganzen Raum beunruhigte.
„Ist es nicht lustig, wie ein Wort von Dumbledore uns alle entspannen lässt?", flüsterte Fred laut zu George.
»Was? Nein!«, sagte er abwehrend. »Ich erinnere mich an alles, was wir gemacht haben, während ich es umhatte. Wenn es von mir Besitz ergriffen hätte, dann wüsste ich nicht mehr, was ich gemacht hab, oder? Ginny hat mir erzählt, dass sie sich damals zeitweise an gar nichts mehr erinnern konnte.«
Ginny runzelte die Stirn, musste er das sagen? Allerdings, beruhigte sie sich, als Harry ihre Hand leicht drückte.
»Hm«, sagte Hermine und blickte auf das schwere Medaillon hinunter.
»Nun, vielleicht sollten wir es nicht tragen. Wir können es doch einfach im Zelt aufbewahren.«
»Wir lassen diesen Horkrux nicht irgendwo herumliegen«, stellte Harry entschieden fest. »Wenn wir ihn verlieren, wenn er gestohlen wird – «
»Oh, schon gut, schon gut«, sagte Hermine, hängte sich das Medaillon um den Hals und steckte es vorne unter ihr T-Shirt.
„Ich stimme euch zu, dass ihr das Medaillon nicht einfach irgendwo rumliegen lassen dürft, aber, ich sehe nicht ein warum ihr es tragen solltet", sagte Severus. „Ihr könntet auch einfach jemand Verantwortlichen darauf aufpassen lassen ohne dass er das Medaillon wirklich trägt."
»Aber wir wechseln uns ab, damit es keiner zu lange trägt.«
„Eine solide Vorsorge", sagte Bill, obwohl er Severus recht geben musste, es wäre besser, wenn sie es gar nicht erst tragen müssten.
»Großartig«, sagte Ron säuerlich, »und jetzt, wo das geklärt ist, können wir uns bitte was zu essen besorgen?«
„Da hat wohl jemand nur einen Gedanken", sagte Fred.
„Du kennst mich jetzt schon so lange und weißt das immer noch nicht", grinste Ron seinen Bruder an.
»Gut, aber dafür gehen wir erst mal woandershin«, sagte Hermine mit einem kurzen Blick auf Harry. »Es ist sinnlos, hierzubleiben, wenn wir wissen, dass überall Dementoren rumschwirren.«
Schließlich bauten sie ihr Nachtlager in einem weit abgelegenen Feld auf, das zu einem einsamen Bauernhof gehörte, wo sie sich Eier und Brot hatten beschaffen können.
„Ihr habt gestohlen!", sagten Fred und George zur selben Zeit.
„Tz, Tz, Tz…Ich bin sehr enttäuscht von euch drein", sagte George und schüttelte seinen Kopf.
»Das ist kein Diebstahl, oder?«, fragte Hermine mit besorgter Stimme, während sie Rühreier auf Toast verschlangen. »Wo ich doch ein wenig Geld unter dem Hühnerverschlag gelassen hab?«
Die Zwillinge lachten zusammen mit Sirius über Hermines Erklärung.
„Es klingt nach einem netten Essen", sagte Ron, der ebenfalls anfing hungrig zu werden, abgesehen davon, dass es weit nach Schlafenszeit war. Er richtete sein Kommentar in Richtung Hermine, denn sie war es, die höchstwahrscheinlich das Essen gemacht hat.
„Danke…Ähm…ich bin mir sicher ich hab es gemacht", sagte Harry und dachte an die Kochübungen, die er bei den Dursley bekommen hatte, vor allem bei Eiern. Wenn es etwas gab was er kochen konnte, dann waren das Eier.
„Wirklich…Ich wusste nicht, dass du kochen kannst", sagte Ron.
„Ein wenig", sagte Harry achselzuckend und Ron sah seinem Freund an, dass er nicht weiter darüber reden wollte. Er konnte leicht erahnen warum das so war und runzelte die Stirn, doch er sprach das Thema nicht weiter an.
Ron verdrehte die Augen und sagte mit dicken Backen: »Er-mie-nee, du mascht dir tschu viel Schorgen. Entschpann disch!«
Und tatsächlich, mit angenehm gefülltem Bauch konnten sie sich viel leichter entspannen: Der Streit wegen der Dementoren war an diesem Abend über ihrem Gelächter bald vergessen, und Harry war vergnügt, ja sogar hoffnungsvoll, als er die erste der drei Nachtwachen antrat.
„Natürlich, dass liegt daran, dass du das Medaillon nicht trägst.", murmelte Hermine.
Hier machten sie zum ersten Mal die Erfahrung, dass ein voller Magen gute Laune brachte; ein leerer eher Streit und gedrückte Stimmung. Harry überraschte das am wenigsten, denn er hatte bei den Dursleys Zeiten durchgemacht, in denen er fast verhungert war.
Es gab ein kollektives Stöhnen und alle fluchten (wenngleich leider nicht wortwörtlich).
Ron sah das genauso schlimm wie die anderen, dachte aber daran, wie schlimm er wäre, wenn er keinen Zugang zu ausreichender Nahrung hätte.
Hermine hielt sich ziemlich tapfer an jenen Abenden, an denen sie außer Beeren und trockenen Keksen nichts hatten auftreiben können, nur platzte ihr vielleicht etwas schneller als sonst der Kragen, und ihr Schweigen wirkte ein wenig mürrisch. Ron jedoch war von jeher an drei köstliche Mahlzeiten am Tag gewöhnt gewesen, freundlicherweise von seiner Mutter oder den Hauselfen von Hogwarts zubereitet, und der Hunger machte ihn sowohl unvernünftig als auch jähzornig.
Ron seufzte.
„Mach dir keine Gedanken, Kumpel, Ich verstehe das", sagte Harry.
Immer wenn Ron an der Reihe war, den Horkrux zu tragen, und es zugleich wenig zu essen gab, wurde er ausgesprochen unwirsch.
„Was…ihr meinst ihr findet Rons Gegenwart normalerweise…angenehm?", neckte Fred, während Harry und Hermine mit den Augen rollten.
»Und wohin jetzt?«, wiederholte er dann andauernd. Er selbst schien keine Ideen zu haben, erwartete jedoch von Harry und Hermine, dass sie mit Plänen daherkamen, während er dasaß und schmollte, weil es nicht genug zu essen gab.
„Fauler Mistkerl", murmelte Hermine.
„Es tut mir Leid, Harry…dass ich so wenig mithelfe", sagte Ron und versuchte so natürlich wie nur möglich zu lächeln, obwohl er es ganz und gar nicht mochte, welche Richtung dieses Kapitel einschlug.
Also überlegten Harry und Hermine stundenlang erfolglos, wo sie weitere Horkruxe finden und wie sie den einen, den sie schon hatten, zerstören könnten, doch weil sie nichts Neues herausgefunden hatten, drehten sich ihre Gespräche allmählich im Kreis.
Da Dumbledore Harry gegenüber die Vermutung geäußert hatte, dass Voldemort die Horkruxe an Orten aufbewahrt hatte, die ihm wichtig waren, zählten sie wie in einer eintönigen Litanei immer wieder jene Orte auf, von denen sie wussten, dass Voldemort dort gelebt oder sie besucht hatte.
„Das ist ein guter Anfang", sagte Dumbledore, „Obwohl ich sagen muss, dass ich an vielen Orten wo Voldemort gewesen ist, gesucht habe, habe aber noch nichts erfasst, wo er einen Horkrux versteckt haben könnte."
„Das ist ermutigend", sagte Harry frustriert- „Wie soll ich denn etwas finden, dass sie nicht finden…Sir?"
Dumbledore lächelte Harry an. „Ich habe vollstes vertrauen in dich, dass du es schaffst."
Das Waisenhaus, wo er geboren und aufgezogen worden war, Hogwarts, wo er ausgebildet worden war, Borgin und Burkes, wo er nach der Schule gearbeitet hatte, dann Albanien, wo er seine Jahre im Exil verbracht hatte: Das war die Grundlage ihrer Spekulationen.
»Jaah, lasst uns nach Albanien gehen. Wird uns bestimmt nicht mehr als einen Nachmittag kosten, ein ganzes Land abzusuchen«, bemerkte Ron sarkastisch.
„Nun, ihr könnt mehr als einen Nachmittag verwenden.", sagte Bill. „Ist ja nicht so, dass ihr jeden Tag zurück nach England müsst."
»Dort kann nichts sein. Er hatte schon fünf von seinen Horkruxen gemacht, bevor er ins Exil ging, und Dumbledore war überzeugt davon, dass die Schlange der sechste ist«, sagte Hermine. »Wir wissen, dass die Schlange nicht in Albanien ist, sie ist normalerweise bei Vol-«
»Hab ich dich nicht gebeten, das nicht mehr zu sagen?«
»Na schön! Die Schlange ist normalerweise bei Du-weißt-schon-wem zufrieden?«
»Es geht. «
„Ich verstehe nicht, warum du darauf immer noch so gereizt reagierst.", stöhnte Sirius. „Sein verdammter Name ist Voldemort!"
„Eigentlich ist sein Name ja Tom Riddle", wies Dumbledore darauf hin.
»Ich kann mir nicht vorstellen, dass er etwas bei Borgin und Burkes versteckt hat«, sagte Harry, der dieses Argument schon viele Male angebracht hatte, es jetzt aber wiederholte, um die unangenehme Stille zu durchbrechen. »Borgin und Burke waren Experten für schwarzmagische Objekte, die hätten einen Horkrux sofort erkannt.«
„Hm… Ich bin mir darüber nicht sicher, obwohl ich dir zustimme, dass es ein schlechter Ort wäre, einen Horkrux zu verstecken", stimmt Dumbledore zu, obwohl er den Laden durchsucht hatte nachdem Harry das Tagebuch zerstört hatte, nur um sicher zu gehen. Voldemort ging sehr viel rücksichtsloser mit etwas um, das so lebenswichtig für ihn war, als Dumbledore gedacht hatte.
Ron gähnte übertrieben. Harry unterdrückte das heftige Verlangen, ihm etwas an den Kopf zu werfen, und redete unverdrossen weiter:
„Sorry Harry", murmelte Ron mit gesengtem Kopf. Dies war definitiv nicht sein Lieblingskapitel.
»Ich glaube immer noch, dass er etwas in Hogwarts versteckt haben könnte.«
Hermine seufzte.
»Aber Dumbledore hätte es gefunden, Harry!«
Harry wiederholte die Begründung, die er immer für seine Theorie parat hatte.
»Dumbledore hat zu mir selbst gesagt, dass er niemals angenommen hätte, alle Geheimnisse von Hogwarts zu kennen.
„Hm…", sagte Dumbledore nachdenklich. Er glaubte nicht, dass Voldemort die Zeit gehabt hätte einen Horkrux im Schloss zu verstecken, aber Harry hatte recht, er wusste nicht jedes Geheimnis das Hogwarts zu bieten hatte.
Ich sag dir, wenn es einen Ort gab, der für Vol-«
»Hey!«
»Dann eben DU-WEISST-SCHON-WER!«, rief Harry, zur Weißglut getrieben. »Wenn es einen Ort gab, der für Du-weißt-schon-wen wirklich wichtig war, dann war es Hogwarts!«
„Ähm…seine Schule?", fragten Fred, George und Ron zur gleichen Zeit.
„Ihr würdet das nicht verstehen", sagte Harry.
„Ihr habt ein gutes Zuhause", fügte Sirius hinzu. „Aber Hogwarts ist mehr ein Zuhause, als der verdammte Ort an dem ich gezwungen war zu leben."
»Ach, komm schon«, spottete Ron. »Seine Schule?«
»Jawohl, seine Schule! Sie war sein erstes richtiges Zuhause, der Ort, wo sich zeigte, dass er etwas Besonderes war, sie bedeutete alles für ihn, und selbst als er wegging -«
»Wir reden hier von Du-weißt-schon-wem, oder? Nicht von dir?«, wollte Ron wissen.
„Ronald!", rügten Molly und Hermine ihn.
„Es tut mir Leid" Ron senkte seinen Kopf noch etwas tiefer. Er fing an sich Sorgen zu machen, was in diesem Kapitel passieren würde. Er wurde immer schlimmer und schlimmer je weiter sie lasen.
„Ist nicht schlimm, so fühle ich über Hogwarts", sagte Harry achselzuckend, obwohl es verletzend war, dass sein Freund von diesem speziellen Vorwand gegen ihn Gebrauch machte.
Er zupfte an der Kette des Horkruxes um seinen Hals; Harry verspürte den Wunsch, sie zu packen und Ron damit zu würgen.
„Harry!", stöhnte Hermine, sie konnte spüren, dass eine große Konfrontation auf Harry und Ron zukam, wenn die Dinge weiterhin so verlaufen würden.
»Du hast uns erzählt, dass Du-weißt-schon-wer nach seinem Abgang von der Schule Dumbledore aufgefordert hat, ihm eine Stelle zu verschaffen«, sagte Hermine.
»Das stimmt.«
»Und Dumbledore dachte, dass er nur zurückkehren wollte, weil er auf der Suche nach etwas war, vielleicht nach einem weiteren Gegenstand von den Gründern, um daraus einen weiteren Horkrux zu machen?«
»Ja«, sagte Harry.
»Aber er hat keine Stelle gekriegt, oder?«, sagte Hermine. »Also hatte er nie die Gelegenheit, in der Schule einen Gegenstand der Gründer zu finden und ihn dort zu verstecken!«
„Nun, wenn du es logisch betrachtet siehst, okay", schnaubte Harry spielerisch. Er versuchte nicht an die angespannte Stimmung im Buch zu denken.
»Na von mir aus«, sagte Harry resigniert. »Vergesst Hogwarts.«
Mangels anderer Anhaltspunkte reisten sie nach London und suchten, verborgen unter dem Tarnumhang, nach dem Waisenhaus, in dem Voldemort aufgewachsen war. Hermine schlich in eine Bibliothek und fand in alten Aufzeichnungen heraus, dass das Haus schon vor vielen Jahren abgerissen worden war. Sie suchten den Ort auf, wo es gestanden hatte, und stießen dort auf einen Büroturm.
»Wie wär's, wenn wir im Fundament graben?«, schlug Hermine halbherzig vor.
»Hier hat er den Horkrux sicher nicht versteckt«, sagte Harry. Es war ihm schon die ganze Zeit klar gewesen: Voldemort hatte unbedingt dem Waisenhaus entkommen wollen, er hätte niemals einen Teil seiner Seele dort versteckt. Dumbledore hatte Harry gezeigt, dass für Voldemort nur Verstecke in Frage kamen, die Erhabenheit oder geheimnisvolle Ausstrahlung besaßen; diese trostlose, düstere Ecke Londons hatte rein gar nichts von Hogwarts an sich, auch nichts vom Ministerium oder von einem Gebäude wie Gringotts, der Zaubererbank, mit ihren goldenen Türen und Marmorböden.
„Okay, wer wettet mit mir, dass an diesen drei Orten ein Horkrux versteckt ist?", fragte Fred. „Obwohl der alte Voldy nicht wirklich einen Horkrux im Ministerium versteckt hat, finde ich wir sollten das trotzdem gelten lassen, nach all dem Ärger durch den das goldene Trio durchmusste, um ihn zu bekommen."
„Unter keinen Umständen sind die Horkruxe dort", sagte Bill und dachte vor allem an Gringotts, wohlwissend, dass selbst wenn dort einer wäre, niemand ihn je bekommen würde.
„Heißt das, dass du bereit wärst mit mir darum zu wetten, lieber Bruder?", grinste Fred.
„Jungs, keine Glückspiele", sagte Molly und funkelte ihren ältesten Sohn, sowie die Zwillinge an, obwohl George nicht einmal etwas gesagt hatte.
„Mum hat recht, glückspiele sind nicht gut", sagte Bill, während er Fred ein Zeichen gab, dass er zwei Galleonen darauf setzte, dass die Horkruxe nicht an diesen Orten versteckt sind.
„Gut", seufzte Fred und versuchte krampfhaft seine Belustigung vor seiner Mutter zu verheimlichen.
Auch ohne neue Ideen zogen sie weiter durchs Land und sie stellten das Zelt zur Sicherheit jeden Abend woanders auf. Morgens verwischten sie gründlich jede Spur ihrer Anwesenheit und machten sich dann erneut auf die Suche nach einem einsamen und abgeschiedenen Ort, apparierten in andere Wälder, in schattige Felsspalten, in von violettem Gras bewachsene Moore, auf Berghänge, die von Stechginster überwuchert waren, und einmal in eine geschützte kleine Bucht mit Kieselsteinen. Ungefähr alle zwölf Stunden gaben sie den Horkrux untereinander weiter, als ob sie auf verquere Weise und in Zeitlupe »Taler, Taler, du musst wandern« spielen würden, wobei jeder sich davor fürchtete, den Taler zu bekommen, weil man als Preis zwölf Stunden lang in größerer Angst und Sorge zu leben hatte.
„Ich glaube kaum, dass irgendjemand das Spiel „Taler, Taler, du musst wandern" spielen möchte, wenn das der Preis ist", beobachtete George.
Harrys Narbe kribbelte immer wieder. Ihm fiel auf, dass es meistens geschah, wenn er den Horkrux trug.
„Ich frag mich warum das so ist", sinnierte Remus das was die anderen dachten.
Manchmal fuhr er bei dem Schmerz unwillkürlich zusammen.
»Was ist? Was hast du gesehen?«, fragte Ron, wenn er merkte, dass Harry zuckte.
»Ein Gesicht«, murmelte Harry dann jedes Mal. »Wieder dieses Gesicht. Von dem Dieb, der Gregorowitsch bestohlen hat.«
Und Ron wandte sich ab und bemühte sich nicht, seine Enttäuschung zu verbergen. Harry wusste, dass Ron auf Neuigkeiten von seiner Familie hoffte oder von den anderen Mitgliedern des Phönixordens,
„Ähm… dir ist schon bewusst, dass wenn du Nachrichten über uns hörst, es nur schlimme Nachrichten sein können?", stellte Ginny in Frage. „Er müsste in unserer Nähe sein, damit Harry uns sehen könnte…"
Alle zuckten über den Gedanken Voldemort in der Nähe von sich zu haben. Und dann eine so Emotionale Situation zustande zu bringen, dass Harry im Stande war sie zu sehen.
doch er, Harry, war schließlich keine Fernsehantenne; er konnte nur sehen, was Voldemort zu einem bestimmten Zeitpunkt dachte, und sich nicht einfach irgendwo reinschalten, wo er es gerade spannend fand. Offenbar machte sich Voldemort endlos Gedanken über den unbekannten jungen Mann mit dem fröhlichen Gesicht, dessen Namen und Aufenthaltsort er mit Sicherheit genauso wenig kannte wie Harry selbst. Obwohl Harrys Narbe weiterhin brannte und der heitere blonde Junge quälend durch seine Erinnerungen trieb, gewöhnte Harry es sich an, jedes Anzeichen von Schmerz oder Unbehagen zu unterdrücken, denn die beiden anderen reagierten nur noch unwirsch, wenn er den Dieb erwähnte. Er konnte es ihnen nicht ganz verübeln, da sie doch so verzweifelt nach einem Hinweis auf die Horkruxe suchten.
Aus Tagen wurden Wochen, und Harry beschlich der Verdacht, dass Ron und Hermine sich gelegentlich ohne ihn und über ihn unterhielten.
„Was Kumpel… haben sie nicht mal die Erlaubnis ohne dich ein Gespräch zu führen", fragte Fred.
Harry rollte mit den Augen. „ich glaube es ist mehr der Part, dass sie über mich sprechen, der mir Sorgen bereitet."
Mehrmals verfielen sie plötzlich in Schweigen, als Harry das Zelt betrat, und zweimal lief er ihnen zufällig über den Weg, als sie ein wenig entfernt die Köpfe zusammengesteckt hatten und rasch Worte wechselten; beide Male verstummten sie, sobald sie bemerkten, dass er näher kam, und taten hastig so, als würden sie Holz oder Wasser holen.
„Ich glaube immer noch nicht, dass sie über dich gesprochen haben…" Fred wackelte mit den Augenbrauen.
Harry fragte sich ständig, ob sie nur deshalb bereit gewesen waren, ihn auf einer, wie es nun schien, sinnlosen und ausufernden Reise zu begleiten, weil sie geglaubt hatten, dass er eine Art Geheimplan habe, von dem sie rechtzeitig erfahren würden.
„Nein", sagte Hermine sofort und Ron den Bruchteil einer Sekunde später.
„Wir sind hier um dir zu helfen.", sagte Ron, obwohl es so klang als wollte er vor allem sich selbst davon überzeugen.
Ron gab sich gar nicht erst Mühe, seine schlechte Laune zu verbergen, und Harry befürchtete allmählich, dass auch Hermine darüber enttäuscht war, wie schlecht er sie führte. Verzweifelt überlegte er, wo weitere Horkruxe versteckt sein könnten, doch der einzige Ort, der ihm immer wieder einfiel, war Hogwarts, und da keiner von den anderen dies für irgend wahrscheinlich hielt, äußerte er den Vorschlag nicht mehr.
Der Herbst fegte über das Land, während sie hindurchzogen: Sie stellten das Zelt jetzt auf die Laubdecke der herabgefallenen Blätter. Natürliche Nebel vermengten sich mit denen, die von den Dementoren ausgingen; Wind und Regen machten ihnen das Leben noch schwerer. Die Tatsache, dass Hermine essbare Pilze immer besser erkannte, konnte sie nicht hinreichend für ihre andauernde Einsamkeit entschädigen, für die fehlende Gesellschaft anderer Leute oder ihre völlige Ahnungslosigkeit, was im Krieg gegen Voldemort augenblicklich geschah.
Harry seufzte, ihm viel es schon schwierig genug, nicht zu wissen, was los war. Aber es musste noch schlimmer für sein Buch-Selbst sein, da er im Mittelpunkt der Schlacht war.
»Meine Mutter«, sagte Ron eines Abends, als sie an einem Flussufer in Wales in ihrem Zelt saßen, »kann gutes Essen aus dem Nichts herbeizaubern.«
„Nein, das kann ich nicht, Ronnie", sagte Molly.
„Keiner kann Essen aus dem Nichts holen", sagte McGonagall genervt darüber, dass jemand eine so lachhafte Idee vorschlagen würde. Dann seufzte sie und erinnerte sich, dass sie Gamps Gesetz der Elementaren Transfiguration nicht vor dem siebten Jahr behandeln würden und Ron es so gar nicht wissen kann.
„Du kannst vielleicht Essen nicht aus dem nichts holen, aber du schaffst es immer so zu verzaubern, dass dein Essen köstlich schmeckt", sagte Arthur lächelnd zu seiner Frau, die versuchte nicht allzu zufrieden mit sich auszusehen.
„Hör auf, Arthur", sagte Molly mit leicht erröteten Wangen.
„Nein, er hat recht, Mrs. Weasley", sagte Harry und Molly errötete noch mehr.
„Schleimer", murmelte Fred (laut) in seinen nicht vorhandenen Bart.
„Kein Wunder, dass sie ihn am liebste hat", fügte George hinzu.
„Lässt den Rest von uns so schlecht dastehen", fügte nun auch Charlie hinzu.
Harry errötete nun auch, aber er wusste, dass er nur die Wahrheit gesagt hatte.
Er stocherte trübsinnig in den Brocken von verkohltem grauem Fisch auf seinem Teller herum. Harry warf automatisch einen Blick auf Rons Hals und sah wie erwartet die goldene Kette des Horkruxes dort glitzern. Er konnte es sich gerade noch verkneifen, Ron zu beschimpfen, denn er wusste, dass sich Rons Laune ein wenig bessern würde, wenn es an der Zeit war, das Medaillon abzunehmen.
»Deine Mutter kann kein Essen aus dem Nichts holen«, sagte Hermine.
»Niemand kann das. Essen ist die erste der fünf Wesentlichen Ausnahmen von Gamps Gesetz der Elementaren Transfigur-«
»Hey, kannst du nicht englisch reden?«,
„Deine schlechte Laune hat dich anscheinend alles vergessen lassen, was du in diesem Buch gelernt hast", seufzte Bill „du musst netter werden."
Ron hatte seinen Bruder nicht gehört. Er machte sich viel mehr Sorgen wegen seines Verhaltens in diesem Kapitel.
sagte Ron und zog sich eine Gräte zwischen den Zähnen heraus.
»Es ist unmöglich, gutes Essen aus nichts zu machen! Du kannst es aufrufen, wenn du weißt, wo es ist, du kannst es verwandeln, du kannst es mehr werden lassen, falls du schon welches hast -«
»- na, dann mach dir nicht die Mühe, das hier mehr werden zu lassen, es ist widerlich«, sagte Ron.
„Ronald, das war sehr unverschämt!", rügte Molly automatisch und erneut hörte Ron sie nicht. Molly fing an sich Sorgen zu machen, über was ihr jüngster Sohn nachdachte.
»Harry hat den Fisch gefangen, und ich hab getan, was ich konnte! Mir fällt auf, dass ich immer diejenige bin, die sich am Ende ums Essen kümmert; weil ich ein Mädchen bin, schätze ich!«
»Nein, weil du angeblich die Beste im Zaubern bist!«, schoss Ron zurück.
„Kochzauber müssen nicht immer die gut beherrschen, die auch viel Macht haben", sagte Molly.
„Es tut mir Leid, Mine", murmelte Ron, er war sich sicher, dass er sich mit dem Kommentar sehr verletzt hatte.
„Ist schon gut, Ron", sagte Hermine, obwohl es ihr schwer viel, nicht zu zeigen, wie schwer es ihr viel, so etwas von Ron zu hören.
Hermine sprang hoch und Stücke von gebratenem Hecht rutschten von ihrem Blechteller zu Boden.
»Dann kannst du morgen kochen, Ron, du kannst die Zutaten zusammensuchen und probieren, sie in irgendwas Essbares zu verzaubern, und ich werd hier sitzen und Grimassen schneiden und jammern, und du kannst zusehen, wie du -«
»Sei still!«, sagte Harry, sprang auf und hielt beide Hände hoch. »Sei sofort still!«
Hermine sah empört aus.
»Wie kannst du für ihn Partei ergreifen, er kocht doch so gut wie nie -«
„Weil er immer seine Partei ergreift", schlug Fred vor. „Blödmänner müssen doch zusammen halten."
„Vor allem bei einem Mädchen, welches ihnen die Hölle heißmachen kann, wenn sie es nicht tun", fügte Ginny mit einem Grinsen hinzu.
„Ginny!", rügte Molly, während Hermine selbstgefällig und dennoch genervt dreinschaute.
»Hermine, sei leise, ich hör jemanden! «
„Verflixt", sagte Sirius und der ganze Raum spannte sich an.
Er lauschte angestrengt, während er ihnen nach wie vor mit seinen erhobenen Händen gebot zu schweigen. Und dann hörte er erneut Stimmen über das Rauschen und Sprudeln des dunklen Flusses neben ihnen hinweg.
Er drehte sich zu dem Spickoskop um. Es regte sich nicht.
»Du hast den Muffliato-Zauber über uns gelegt, stimmt's?«, flüsterte er Hermine zu.
Erneut verzog Severus eine Mine…woher kannte Potter diesen Zauber? Es gab keinen Grund Potter jetzt in diesem Raum damit zu konfrontieren, denn er hatte offensichtlich selber keine Ahnung woher dieser Zauber stammte. Das einzige was passieren würde, wenn er es jetzt ansprechen würde, wäre, dass alle wüssten, dass er ein Interesse an diesem Zauber hatte.
»Ich hab alles Mögliche gemacht«, flüsterte sie zurück. »Muffliato, Muggelabwehr und Desillusionierungszauber, die ganze Palette. Wer es auch sein mag, die dürften uns eigentlich nicht hören und nicht sehen.«
Heftiges Scharren und Schlurfen sowie das Geräusch von weggetretenen Steinen und Zweigen ließen darauf schließen, dass mehrere Leute den steilen bewaldeten Abhang zu dem schmalen Ufer heruntergeklettert kamen, wo sie ihr Zelt aufgeschlagen hatten. Sie zogen ihre Zauberstäbe und warteten. Die Zauber, die sie um sich herum errichtet hatten, sollten in der fast völligen Dunkelheit ausreichen, um sie vor Muggeln und normalen Hexen und Zauberern abzuschirmen. Wenn es Todesser waren, dann würde sich ihre Verteidigung vielleicht erstmals gegen schwarze Magie bewähren müssen.
Percy Stimme wurde je mehr er las immer emotionsloser. Er versuchte sich von dem was er las zu trennen, denn er rühmte sich dafür einen kühlen Kopf in angespannten Situationen zu bewahren. Nichts desto trotz, die Angst um seinen Bruder forderte seine Beherrschung heraus, wie schon häufig in der Vergangenheit.
Er erinnerte sich noch genau daran, wie stolz er in deinem fünften Jahr auf seinen Bruder gewesen war, als er durch McGonagalls riesiges Schachbrett gekommen war. Er erinnerte sich daran, wie er in Todesfurcht ausgebrochen war, als er realisiert hatte das Ron verschwunden war, nachdem Ginny in die Kammer entführt wurde… und dann Stunden später wie er seine jüngsten Geschwister unbeschränkt umarmt hatte, wo er sich doch so sicher gewesen war, dass er sie nie wieder sehen würde. Und im nächsten Jahr, als er sich so schuldig gefühlt hatte, dass er Ron nicht geglaubt hatte, dass Sirius Black versucht hatte ihn zu erstechen, obwohl nun wie Sirius in diesem Raum saß, lachend und witzreißend, war dies definitiv nicht der Fall gewesen (er fragte sich kurz, wie es dazu gekommen ist, dass seine Eltern dachten, dass dieser Mann ungefährlich war, aber irgendwie schien Black nicht so zu sein, wie alle es erwartet hatten). Dann war da letztes Jahr, wie er ängstlich er war, als Ron nicht aus dem See heraus kam, dass Harry es nicht geschafft hatte ihn zu retten. Natürlich hatte er ein wenig überregiert nachdem er erfahren hatte, dass er total sicher war.
Immerhin war Ron immer den Bruder gewesen, mit dem er sich am meisten verbunden fühlte. Obwohl er, Percy, offensichtlich das schwarze Schaf der Familie war, so wusste er doch, dass Ron einige seiner Charakterzüge mit ihm teilte. Er sah wie Ron zu all seinen Brüdern hinaufblickte, sogar zu ihm, obwohl Ron ihn nicht mehr so ansah, welches ihn in einer gewissen Art und Weise mehr verletzte, als die Blicke, die ihm seine anderen Geschwister zuwarfen.
„Ähm…liest du heute auch nochmal weiter", fragte Ron und sah seinen Bruder ungeduldig an. Percy nahm den panischen Blick in den Augen seines Bruders wahr. Ron hatte sichtlich genauso viel Sorge über diese Situation wie er.
„Jaah, Sorry" Percy versuchte zu lächeln, aber er wusste es kam mehr als eine Grimasse rüber.
Die Stimmen wurden lauter, aber nicht verständlicher, als die Gruppe von Männern das Ufer erreichte. Harry schätzte, dass sie etwas mehr als fünf Meter entfernt waren, doch der reißende Fluss machte es unmöglich, das sicher festzustellen. Hermine ergriff die mit Perlen verzierte Handtasche und begann darin herumzukramen; einen Augenblick später zog sie drei Langziehohren heraus
Molly funkelte die Zwillinge an. Sie dachte sie hätte alle an sich genommen, aber ihre Söhne waren besser darin Dinge zu verstecken, als alle anderen Personen die sie kannte.
und warf je eines davon Harry und Ron zu, die sich hastig ein Ende der fleischfarbenen Schnüre ins Ohr steckten und das andere durch den Zelteingang schoben.
Sekunden später hörte Harry die matte Stimme eines Mannes.
»Da müssten einige Lachse drin sein, oder meinst du, es ist noch zu früh im Jahr? Accio Lachs! «
Einige deutliche Spritzer waren zu hören, dann klatschte Fisch gegen Fleisch.
„Ähm…offensichtlich habt ihr daran nicht gedacht", sagte Charlie, ermutigt über die Tatsache, dass diese Leute, wer immer sie auch sein mögen, da waren, um sich etwas zu essen zu holen. Es war wahrscheinlich, dass sie nicht wegen Ron und den anderen da waren. „Das wäre vermutlich besser gewesen als dieser graue Fisch."
Jemand brummte anerkennend. Harry drückte das Langziehohr tiefer in sein eigenes: Durch das Gemurmel des Flusses konnte er weitere Stimmen hören, doch sie redeten nicht Englisch oder sonst irgendeine menschliche Sprache, die er kannte.
„Es ist vermutlich Koboldkack", sagte Bill nachdenklich.
„Wie kommst du denn darauf", fragte Charlie.
„Der Titel des Kapitels", sagte Bill achselzuckend, darüber nachdenkend, was Kobolde so einem Wald machten.
Es klang rau und unmelodisch, eine Folge von rasselnden, kehligen Geräuschen, und es schienen zwei Sprecher zu sein, der eine mit einer etwas tieferen und trägeren Stimme als der andere.
Draußen vor der Zeltleinwand loderte ein Feuer auf; große Schatten zogen zwischen Zelt und Flammen vorbei. Der köstliche Geruch von gebratenem Lachs wehte verlockend herein.
„Warum geht ihr nicht einfach zu ihnen und leisten ihnen Gesellschaft", fragte Fred.
„Bist du verrückt?", rief Molly. „Sie wissen noch nicht einmal wer diese Leute sind!"
„Sorry", sagte Fred und kauerte sich zusammen unter den Blicken seiner Mutter. Doch auch die Blicke von McGonagall und Severus waren ihm nicht geheuer.
Dann war das Klirren von Besteck auf Tellern zu hören und der erste Mann ergriff wieder das Wort.
»Hier, Griphook, Gornuk.«
„Griphook?", sagte Harry, er wusste er hatte diesen Namen schon einmal irgendwo gehört…
„Er ist ein Kobold der für Gringotts arbeitet", sagte Bill.
„Oh…das ist es, er ist der Kobold der mich zu meinem Verließ geführt hat, als ich das erste Mal dort gewesen bin!", sagte Harry.
Kobolde!, formte Hermine stumm mit den Lippen in Harrys Richtung, der nickte.
»Danke«, sagten die Kobolde gleichzeitig auf Englisch.
»Also, ihr drei seid jetzt wie lange schon auf der Flucht?«, fragte eine neue, weiche und angenehme Stimme; Harry kannte sie von irgendwoher, ein Mann mit rundem Bauch und heiterer Miene kam ihm in den Sinn.
Tonks spannte an, als sie die Beschreibung hörte. Sie konnte sich nicht sicher sein, ob sie recht hatte, aber sie hatte ein Gefühl zu wissen wer der Mann war.
»Sechs Wochen ... sieben ... ich hab's vergessen«, sagte der müde Mann.
»In den ersten Tagen hab ich Griphook getroffen und kurz darauf haben wir uns mit Gornuk zusammengetan. Schön, wenn man ein bisschen Gesellschaft hat.« Eine Pause trat ein, während der Messer über Teller kratzten und Blechbecher hochgenommen und wieder auf die Erde gestellt wurden. »Weshalb bist du von zu Hause weg, Ted?«, fuhr der Mann fort.
Tonks stöhnte auf. „Es ist mein Vater."
Remus seufzte, nicht sicher was er sagen konnte, um sie aufzuheitern, also nahm er sie einfach in den Arm. Tonks lehnte sich in die Umarmung und wies Percy stumm dazu auf weiterzulesen, um herauszufinden, was passierte.
»Wusste, dass sie hinter mir her sind«, erwiderte Ted mit der weichen Stimme, und Harry wusste plötzlich, wer er war: Tonks' Vater. »Hab gehört, dass letzte Woche Todesser in der Gegend waren, und beschlossen, dass ich am besten so schnell wie möglich abhaue. Hab mich aus Prinzip geweigert, mich als Muggelstämmiger registrieren zu lassen,
„Gut für ihn", sagte Fred.
„Sich dafür registrieren zu lassen, wäre definitiv nicht gut gewesen", fügte George hinzu.
verstehst du, also wusste ich, dass es nur eine Frage der Zeit war, irgendwann würde ich verschwinden müssen. Meine Frau dürfte einigermaßen sicher sein, sie ist reinblütig. Und dann hab ich Dean hier getroffen, erst vor ein paar Tagen, nicht wahr, mein Junge?«
„Hat er gerade Dean gesagt?", keuchte Hermine auf.
„Sowie in Dean Thomas?", fügte Ron hinzu.
„Hört sich so an", seufzte Harry.
„Verdammt, dass wird ja immer schlimmer", stöhnte Ron. Natürlich war es auch zu Beginn des Buches schlimm gewesen, aber nun auch noch Dean so zu sehen, der neben der DA nie etwas im Kampf gegen Voldemort getan hatte (nicht das er wusste), machte diesen Krieg realer und größer denn je. Alle waren von diesem Krieg betroffen.
»Jaah«, sagte eine weitere Stimme, und Harry, Ron und Hermine starrten einander an, stumm, aber in heller Aufregung, denn sie waren überzeugt, dass sie die Stimme von Dean Thomas, ihrem Mitschüler aus Gryffindor, erkannt hatten.
»Muggelstämmig, was?«, fragte der erste Mann.
»Weiß nicht genau«, sagte Dean. »Mein Dad hat meine Mum verlassen, als ich noch klein war. Ich hab aber keinen Beweis dafür, dass er ein Zauberer war.«
„Hm…Vielleicht sollten wir das überprüfen", murmelte Arthur zu sich selbst, er mochte den Gedanken nicht, dass Kinder so auf der Flucht sein mussten und er würde alles tun um ihnen zu helfen im Falle dass so ein Fall eintreten sollte.
Eine Weile herrschte Schweigen, nur Kaugeräusche waren zu hören; dann sprach Ted wieder.
»Eins muss ich sagen, Dirk, ich bin überrascht, dass ich dir über den Weg laufe. Erfreut, aber überrascht. Es hieß, du wärst erwischt worden.«
»Wurde ich auch«, sagte Dirk. »Ich war schon halb in Askaban, da bin ich abgehauen, hab Dawlish geschockt und seinen Besen geklaut. Das war einfacher, als man meinen sollte; er scheint zurzeit nicht so ganz bei sich zu sein. Vielleicht hat ihm jemand einen Verwechslungszauber aufgehalst.
Wenn ja, würd ich der Hexe oder dem Zauberer gern persönlich die Hand schütteln, hat wahrscheinlich mein Leben gerettet.«
Wieder trat eine Pause ein, in der das Feuer prasselte und der Fluss weiter rauschte. Dann sagte Ted: »Und was ist mit Ihnen beiden? Ich, ähm, hatte den Eindruck, dass die Kobolde überwiegend auf der Seite von Du-weißt-schon-wem sind.«
»Sie hatten den falschen Eindruck«, sagte der Kobold mit der höheren Stimme. »Wir ergreifen keine Partei. Das ist ein Krieg unter Zauberern.«
Bill lächelte etwas, obwohl er es nicht gerade amüsant fand, so war es doch das, was alle Kobolde zu ihm gesagt hatten, als er den Krieg erwähnte.
»Und wie kommt es dann, dass Sie sich verstecken? «
»Ich hielt es für vernünftig«, sagte der Kobold mit der tieferen Stimme.
»Nachdem ich ein aus meiner Sicht unverschämtes Gesuch abgeschlagen hatte, war mir klar, dass ich persönlich in Gefahr schwebte.«
»Was hat man von Ihnen verlangt?«, fragte Ted.
»Dienste, die unter der Würde meiner Rasse sind«, erwiderte der Kobold mit einer nun raueren und weniger menschlichen Stimme. »Ich bin kein Hauself.«
Bill hob eine Augenbraue und fragte was man von dem Kobold verlangt hatte, wohlwissend, dass es schon richtig schlimm gewesen sein musste, wenn der Kobold es als so beleidigend ansah…und außerdem als klug zu erachten sofort zu verschwinden.
»Was ist mit Ihnen, Griphook?«
»Ähnliche Gründe«, sagte der Kobold mit der höheren Stimme.
»Gringotts steht nicht mehr alleinig unter der Leitung meiner Rasse. Ich erkenne einen Zauberer als Gebieter nicht an.«
„Will er damit sagen, dass Voldemort veranlasst hat, dass Zauberer in Gringotts arbeiten?", sagte Remus laut, „und die Kobolde haben noch immer nicht gegen ihn rebelliert."
„Hm…", sagte Bill. „Wir wissen nicht wirklich was gerade passiert und so ist es schwer zu sagen, wie sie reagieren sollten. Was auch immer Ihr-wisst-schon-wer tut, kann nicht so schlimm sein, dass alle Kobolde sich gegen ihn stellen… oder was immer er ihnen anbietet muss so großartig sein, dass sie alle Dinge bereitwillig tun…" Er zog eine Grimasse über das letzte gesagte, da er nicht davon ausging, dass es wahrscheinlich war.
Halblaut fügte er etwas auf Koboldogack hinzu und Gornuk lachte.
»Was ist so witzig?«, fragte Dean.
»Er meinte«, erwiderte Dirk, »dass es auch Dinge gibt, die Zauberer nicht erkennen.«
Eine kurze Stille trat ein.
»Versteh ich nicht«, sagte Dean.
Mehrere Leute kicherten, denn sie verstanden es auch nicht.
»Ich habe ein wenig Rache genommen, ehe ich fortging«, sagte Griphook auf Englisch.
»Guter Kerl – Kobold, wollte ich sagen«, verbesserte Ted sich hastig.
»Sie haben nicht zufällig einen Todesser in eines der alten Hochsicherheitsverliese eingesperrt?«
„Das wäre der absolute Hammer!", grinste Sirius und dachte an seine liebe Kusine…oder vielleicht sein Rivale in diesem Raum. Als ob er wusste was Sirius dachte, rollte Severus voller Verachtung mit den Augen.
»Wenn ich es getan hätte, dann hätte das Schwert ihm nicht geholfen, auszubrechen«, antwortete Griphook. Gornuk lachte wieder und selbst Dirk ließ ein trockenes Kichern hören.
„Schwert?", sagte Ron verwirrt, wie so manche andere im Raum. Dumbledore allerdings hob nachdenklich eine Augenbraue.
»Dean und mir entgeht da immer noch was«, sagte Ted.
»Severus Snape auch, obwohl er es nicht weiß«, sagte Griphook
„Jaah! Dieser Kobold gefällt mir", jubelte Sirius und grinste Snape an.
Severus gab ihm nur einen kalten Blick und bekundete damit was er von Sirius hielt.
„Es ist das Schwert von Gryffindor", sagte Ginny plötzlich. „Er meint das Schwert von Gryffindor."
Nun waren alle hochgespannt was als nächsten kommen würde, wohlwissend wie nützlich das Schwert für das Trio war.
und die beiden Kobolde brachen in hämisches Gelächter aus.
Im Innern des Zeltes atmete Harry flach vor Aufregung. Er und Hermine starrten einander an und hörten so genau hin, wie sie konnten.
»Hast du das nicht mitbekommen, Ted?«, fragte Dirk. »Von den Kindern, die versucht haben, das Schwert von Gryffindor aus Snapes Büro in Hogwarts zu stehlen?«
„Arg!", stöhnte Molly und gab Ginny einen warnenden Blick. Es half nicht, dass Ginny ihr einen trotzigen Blick zurück warf.
Elektrischer Strom schien durch Harry zu jagen und jeden einzelnen Nerv zu treffen, während er wie angewurzelt dastand.
»Nie was davon gehört«, sagte Ted. »Stand nicht im Propheten, oder?«
»Wohl kaum«, gluckste Dirk. »Ich hab es von Griphook hier erfahren, er hat es von Bill Weasley gehört, der für die Bank arbeitet. Eines der Kinder, die versucht haben, das Schwert zu klauen, war Bills kleine Schwester.«
„GINEVRA MOLLY WEASLEY! WIE KANNST DU ES WAGEN SO ETWAS DUMMES ZU TUN!", schrie Molly und alle waren froh, dass sie eine kleine Vorwarnung gehabt hatten. Das gab ihnen die Zeit ihre Ohren zu zuhalten.
„Es ist nicht dumm…", fing Ginny an, sie war nicht eine die sich von ihrer Mutter runtermachen ließ, wie ihrer Brüder es taten…nicht wenn sie glaubte, dass sie ihm Recht war. (oder zumindest im Recht sein würde, wenn sie so etwas tat.)
„NICHT DUMM! GINNY, WAS DENKST DU WIRD PASSIEREN, WENN SIE DICH ERWISCHEN!", schrie Molly. „DA SIND TODESSER IN DER SCHULE UND DU WANDERST HERUM UND VERSUCHST SIE ZU BESTEHLEN!"
„Molly", sagte Arthur, als seine Frau einmal kurz luftschnappte. „Wenn Bill die Geschichte den Kobolden erzählt hat, kann nichts Schlimmes mit Ginny passiert sein."
„Oh, und dass macht es in Ordnung!", sagte Molly immer noch wütend, dennoch etwas besänftigt durch die Worte ihres Mannes. „Arthur, sie hat ihr Leben riskiert für etwas so kindisches…"
„Es ist nicht kindisch…obwohl ich nicht glaube dass die Buch-Ginny das realisiert hat…", sagte Arthur. „Harry braucht das Schwert und das wird ihm vermutlich dabei helfen, es zu bekommen."
„Aber…", sagte Molly.
„Und nun da wir wissen, dass Snape nicht wirklich ein Todesser ist…wird ihre Bestrafung wohl leichter ausfallen.", sagte Arthur.
„Also, im Grunde sagst du ich sollte nichtwütend sein, weil Ginny Glück hatte!", zischte Molly.
„Ich hab nur versucht zu sagen, dass sie okay sein wird.", seufzte Arthur. „Bitte…können wir einfach weiterlesen."
„FEIN!", seufzte Molly, „Aber glaube ja nicht, dass wir durch mit dem Thema sind, junge Dame!"
Harry blickte rasch zu Hermine und Ron hinüber, die ihre Langziehohren so fest umklammert hielten wie Rettungsleinen.
»Sie und ein paar Freunde sind in Snapes Büro eingedrungen und haben die Vitrine zertrümmert, wo er das Schwert offenbar aufbewahrte. Snape hat sie erwischt, als sie dabei waren, es die Treppe runterzuschmuggeln.«
»Ah, die Guten«, sagte Ted. »Was haben sie sich dabei gedacht – dass sie das Schwert gegen Du-weißt-schon-wen einsetzen können? Oder gegen Snape selbst?«
„Hm… ein sehr faszinierender Gedanke", sagte Sirius mit einem Grinsen.
„SIRIUS!", schrie Molly und alle zucken zusammen, da sie diesmal die Ohren nicht zugehalten hatten. Er hätte es echt besser wissen müssen, als so etwas in Mollys Gegenwart laut auszusprechen.
»Nun, was auch immer sie damit vorhatten, Snape kam zu dem Schluss, dass das Schwert an seinem Platz nicht mehr sicher war«, sagte Dirk. »Ein paar Tage später, ich vermute mal, sobald er die Zustimmung von Du-weißt-schon-wem hatte, schickte er es nach London, um es stattdessen bei Gringotts aufbewahren zu lassen.«
Die Kobolde fingen wieder an zu lachen.
»Ich kapier den Witz immer noch nicht«, sagte Ted.
»Es ist eine Fälschung«, krächzte Griphook.
„Das Schwert von Gryffindor ist eine Fälschung!", sagte Charlie.
„Nun zumindest das im Verließ ist eine", sagte Bill lachend.
»Das Schwert von Gryffindor!«
»O ja. Es ist eine Kopie – eine hervorragende Kopie, freilich –, aber von Zaubererhand. Das Original wurde vor Jahrhunderten von Kobolden geschmiedet und hatte gewisse Eigenschaften, die nur koboldgearbeitete Waffen besitzen. Wo immer sich das echte Schwert von Gryffindor befindet, es ist nicht in einem Verlies der Gringotts-Bank.«
»Ich verstehe«, sagte Ted. »Und ich nehme an, Sie haben sich nicht die Mühe gemacht, das den Todessern mitzuteilen?«
»Ich sah keinen Grund, sie mit dieser Information zu behelligen«, sagte Griphook süffisant, und jetzt stimmten auch Ted und Dean in Gornuks und Dirks Gelächter ein.
Ebenso wie viele Leute im Raum.
Im Zelt schloss Harry die Augen und konzentrierte sich angestrengt darauf, dass jemand die Frage stellen möge, auf die er eine Antwort brauchte, und nach einer Minute, die ihm wie zehn vorkam, tat es Dean; auch er war (wie Harry schlagartig einfiel) ein Exfreund von Ginny.
„WAS?", riefen alle Weasley Brüder.
„WIE VIELE VERDAMMTE FREUNDE HAST DU BITTE?" Ron dreht sich zu ihr um. Es war schlimm genug zu wissen, dass Harry mit ihr ausgegangen ist oder es noch tut, aber nun Dean auch noch. „Und warum möchtest du, dass ich mit all meinen Gryffindor-Kumpels auf Kriegsfuß stehe?"
„Du musst mit keinem auf Kriegsfuß gehen", sagte Ginny augenrollend. „Abgesehen davon hab ich kaum mit Dean gesprochen. Ich hab keine Ahnung was zwischen uns passiert ist, aber ich sehe in Zukunft nichts zwischen uns passieren…", fügte sie hinzu und versuchte Harry nicht anzusehen, aber ihre Brüder schienen zu wissen was sie dachte. Sie würde mit keinem ausgehen, nun da sie wusste, dass Harry sie zurücklieben könnte…obwohl sie technisch gesehen im Moment mit Michael ausging… und sogar noch wichtiger, sie wusste nicht wie dieser Harry über sie empfand.
„Nun, das ist auch besser so", murmelte Ron. „Dean ist ein feiner Kerl, aber…verdammt, wenn du schon mit einem meiner Freunde ausgehen musst, dann nimm doch lieber Harry…"
„Arg… danke dafür", grummelte Harry leicht errötend. Was zur Hölle sollte er denn jetzt tun? Er konnte nicht sagen was er für Ginny empfand und er fing an sich zu fühlen, als ob er gezwungen werden würde sie zu mögen. Nicht dass es so schlimm war, sie ist wunderschön, aber er sollte in so einer Angelegenheit schon etwas mitzureden haben.
»Was ist mit Ginny und den anderen passiert? Die versucht haben, es zu stehlen?«
»Oh, die wurden bestraft, und zwar grausam«, sagte Griphook gleichgültig.
Molly zuckte zusammen und Arthur nahm sie in den Arm.
»Es geht ihnen aber einigermaßen?«, fragte Ted rasch. »Ich meine, die Weasleys haben doch schon genug verletzte Kinder, oder?«
Molly wimmerte. „Was soll das denn bitte bedeuten?"
„Es ist wahrscheinlich nichts was wir nicht schon wissen", sagte Remus mit beruhigender Stimme.
»Soweit ich weiß, haben sie keine schwere Verletzung erlitten«, antwortete Griphook.
»Glück gehabt«, sagte Ted. »Bei dem, was Snape schon angerichtet hat, können wir nur froh sein, dass sie noch am Leben sind.«
Snape funkelte Buch an, was er schon angerichtet hat…wenn dieser Idiot wirklich wusste was er angerichtet hatte, würde er so etwas Dummes nicht sagen.
„Nun, du hast Dumbledore getötet…also natürlich hast du viel angerichtet", sagte Sirius augenrollend.
Severus sah ihn merkwürdig an, versuchte Black gerade ihn aufzuheitern? Er konnte sich das schwer vorstellen und dennoch konnte er keinen Spott in seiner Stimme hören. Er musste sich einfach verhört haben.
»Du glaubst diese Geschichte also, nicht wahr, Ted?«, fragte Dirk. »Du glaubst, dass Snape Dumbledore getötet hat?«
»Natürlich«, sagte Ted. »Du willst mir hier doch nicht sagen, dass du denkst, Potter hätte etwas damit zu tun?«
»Heutzutage weiß man kaum noch, was man glauben soll«, murmelte Dirk.
„Verdammter Mistkerl!", zischten mehrere Leute.
„Aber er hat ein Argument", sagte Arthur. Arthur sank ein wenig in sich zusammen, bei all den funkelnen Blicken die ihm zugeworfen wurden, doch er sprach weiter: „Nun, der Prophet ändert stetig seine Meinung, da muss es schwer für die Leute sein, die Harry nicht wirklich kennen, was sie glauben sollen und was nicht."
»Ich kenne Harry Potter«, sagte Dean. »Und ich schätze, er ist der Richtige – der Auserwählte, oder wie auch immer man es nennen mag. «
Harry errötete. Er hatte sowas vermutet, doch es war schon zu hören, dass Dean auf seiner Seite war.
„Aw… ist Potter zufrieden über seinen Fanjungen?", schnaubte Draco gewohnheitsmäßig.
Harry schüttelte den Kopf, Draco würde nicht verstehen warum Harry zufrieden war, nicht mal er selber wusste es so genau.
»Tja, es gibt viele, die das gerne glauben würden, mein Junge«, sagte Dirk, »ich selbst auch. Aber wo ist er? Abgehauen, wie's aussieht. Man sollte meinen, dass er, wenn er irgendwas wüsste, was wir nicht wissen, oder irgendwas Besonderes an sich hätte, jetzt dort draußen wäre und kämpfen würde, den Widerstand um sich scharen und sich nicht verstecken würde. Und übrigens, der Prophet hat da einen ziemlich guten Artikel gegen ihn gebracht -«
„Arg…das hört sich überhaupt nicht gut an", stöhnte Sirius. „lass dich davon nicht beeinflussen, Harry…Ihr tut etwas.
„Ähm…Das weiß ich", sagte Harry.
„Ich hab eigentlich mit deinem Buch-ich gesprochen", sagte Sirius, als wäre dies offensichtlich gewesen und als wäre das nicht eine sehr ungewöhnliche Art von ihm. „Es sieht nur so aus, als würdest du dich so fühlen, dass ihr nichts im Moment erreicht, aber mit einer Aufgabe wie eurer, braucht es einfach Zeit. Du solltest nicht auf solche Leute hören."
„Das war überraschender Weise ein guter Rat, Black", sagte Severus und hielt die abfällige Bemerkung zurück, die er sonst gebracht hätte.
„War schon lange überfällig", sagte Sirius achselzuckend, obwohl er sich unwohl fühlte, so mit Severus zu reden… Es fühlte sich fast zivil an.
»Der Prophet?«, spottete Ted. »Geschieht dir recht, angelogen zu werden, wenn du diesen Mist immer noch liest, Dirk. Wenn du die Fakten haben willst, dann versuch es mit dem Klitterer.«
„Wie Bitte", sagte Hermine, sie konnte sich nur verhört haben.
„Er hat ihm gesagt, dass er den Klitterer lesen soll", widerholte Percy.
Hermine war nicht die einzige, die ihn mit offenem Mund anstarrte.
Ginny allerdings, fand dass alles sehr amüsant.
Urplötzlich würgte und spuckte jemand, als würde es ihn zerreißen, dann folgte ein langes, dumpfes Klopfen; wie es sich anhörte, hatte Dirk eine Gräte verschluckt. Endlich prustete er: »Mit dem Klitterer? Diesem verrückten Witzblatt von Xeno Lovegood?«
„Es ist kein Witzblatt", verteidigte sich Ginny, sie hatte den Klitterer mehrere Male gelesen in letzter Zeit.
„Jaah, es ist eine sehr unterhaltende Zeitschrift", stimmt Sirius, der an Ausgabe denken musste, die ihm Kingsley gegeben hatte.
»In letzter Zeit ist es gar nicht mehr so verrückt«, sagte Ted. »Schau doch mal rein. Xeno bringt alles, was der Prophet außer Acht lässt, in der letzten Ausgabe kamen kein einziges Mal die Schrumpfhörnigen Schnarchkackler vor. Wie lange sie ihn das noch machen lassen, weiß ich allerdings nicht. Aber Xeno schreibt auf der ersten Seite jeder Ausgabe, dass alle Zauberer, die gegen Du-weißt-schon-wen sind, als Allererstes Harry Potter helfen müssen.«
„Wow", sagte Harry und mehrere Leute sahen sehr erstaunt aus.
Allerding fing Ginny an sich Sorgen um ihre merkwürdige Freundin zu machen.
»Schwer, einem Jungen zu helfen, der wie vom Erdboden verschluckt ist«, sagte Dirk.
»Hör mal, die Tatsache, dass sie ihn noch nicht gefasst haben, ist schon ein gewaltiger Erfolg«, sagte Ted. »Ich würd mir gern ein paar Ratschläge von ihm holen. Wir versuchen ja auch nichts anderes, als in Freiheit zu bleiben, oder?«
„Das ist war… und es sind wahrscheinlich dutzende Leute darauf angesetzt worden, dich zu finden, Harry", sagte Tonks ohne nachzudenken. Remus zuckte leicht neben ihr, genauso wie Sirius und Molly.
»Jaah, nun, da ist was dran«, sagte Dirk schleppend. »Wo doch das ganze Ministerium und all seine Informanten nach ihm suchen, hätt ich angenommen, dass sie ihn inzwischen gefasst haben. Aber hör mal, wer weiß denn, ob sie ihn nicht schon gefasst und getötet haben, ohne etwas davon verlauten zu lassen?«
„Ha, der Kerl ist ja nicht so intelligent", sagte Draco augenrollend. „Natürlich würden sie es verlauten lassen, wenn sie Potter geschnappt hätten…das würde den Widerstand in einen einzigen Zug beenden.
»Ah, sag nicht so was, Dirk«, murmelte Ted.
Eine längere Pause trat ein, in der wieder das Klirren von Messern und Gabeln zu hören war. Als sie erneut zu sprechen begannen, ging es darum, ob sie am Ufer schlafen oder sich auf den bewaldeten Abhang zurückziehen sollten. Sie kamen zu dem Schluss, dass die Bäume ihnen bessere Deckung bieten würden, löschten ihr Feuer und kletterten dann wieder den Hang hinauf, und ihre Stimmen wurden leiser.
Harry, Ron und Hermine zogen die Langziehohren herein und wickelten sie auf. Harry, dem es, je länger sie gelauscht hatten, immer schwerer gefallen war, schweigen zu müssen, brachte jetzt nichts weiter heraus als:
»Ginny – das Schwert -«
„Nun, ich bin froh, dass ich das erste bin woran du denkst", sagte Ginny.
„Ähm…", war alles was Harry zustande brachte während sein Gesicht feuerrot anlief.
»Ich weiß!«, sagte Hermine.
Mit einem Satz war sie bei ihrer kleinen Perlentasche und tauchte diesmal den Arm bis zur Achselhöhle hinein.
»Da ... ist es ...ja ...«, sagte sie mit zusammengebissenen Zähnen und zog an etwas, das offenbar in den Tiefen der Tasche steckte. Allmählich kam die Ecke eines reich verzierten Gemälderahmens in Sicht. Harry beeilte sich, ihr zu helfen. Während sie das leere Porträt von Phineas Nigellus ganz aus Hermines Tasche heraushoben, hielt sie ihren Zauberstab darauf gerichtet, bereit, es jederzeit mit einem Zauber zu belegen.
„Ich glaube nicht, dass das klug ist…wenn er wüsste wo ihr seid…", fing Arthur an.
„Würde er es mir erzählen?", beendete Severus.
„Und wir alle wissen, dass das nichts schlimmes mehr ist", sagte George, mit einer leichten Spur Sarkasmus in der Stimme.
Dumbledore schien froh über diese Entwicklung.
»Wenn jemand das echte Schwert mit einem falschen vertauscht hat, während es in Dumbledores Büro war«, keuchte sie, als sie das Gemälde seitlich an die Zeltwand lehnten, »dann muss Phineas Nigellus das gesehen haben, er hängt gleich neben der Vitrine!«
»Es sei denn, er hat geschlafen«, sagte Harry, hielt aber dennoch den Atem an, als Hermine vor der leeren Leinwand niederkniete, den Zauberstab genau auf die Mitte richtete, sich räusperte und dann sagte:
»Ähm – Phineas? Phineas Nigellus?«
Nichts geschah.
»Phineas Nigellus?«, sagte Hermine noch einmal. »Professor Black?
Könnten wir bitte mit Ihnen sprechen? Bitte?«
»Bitte hilft immer«, sagte eine kalte, schneidende Stimme und Phineas Nigellus glitt in sein Porträt. Sofort rief Hermine: »Obscuro!«
Sirius fing an zu lachen. „Oh, er wird das lieben!"
„Nun, ich kann ihn nicht wissen lassen, wo wir uns befinden", sagte Hermine verteidigend.
„Ich hab mich nicht beschwert", sagte Sirius, immer noch lachend.
Eine schwarze Binde erschien über Phineas Nigellus' klugen dunklen Augen, weshalb er gegen den Rahmen stieß und vor Schmerz aufschrie.
»Was – wie können Sie es wagen – was machen Sie -?«
»Es tut mir sehr leid, Professor Black«, sagte Hermine, »aber das ist eine notwendige Vorsichtsmaßnahme!«
»Entfernen Sie sofort diese abscheuliche Beigabe! Hinweg damit, sage ich! Sie ruinieren ein großes Kunstwerk! Wo bin ich? Was geht hier vor?«
»Wo wir sind, kann Ihnen egal sein«, sagte Harry, und Phineas Nigellus erstarrte und gab seine Versuche auf, sich die gemalte Augenbinde herunterzuziehen.
»Kann das womöglich die Stimme des schwer fassbaren Mr Potter sein?«
»Vielleicht«, sagte Harry, da er wusste, dies würde das Interesse von Phineas Nigellus wachhalten.
„Gut mitgedacht, Harry" Sirius lachte weiter, obwohl es ihm besser gefallen hätte wenn Phineas genervt anstelle von interessiert war.
»Wir haben ein paar Fragen an Sie – über das Schwert von Gryffindor.«
»Ah«, sagte Phineas Nigellus und drehte nun den Kopf in alle Richtungen, um möglichst doch einen Blick auf Harry zu erhaschen, »ja.
Dieses törichte Mädchen hat da sehr unklug gehandelt -«
„Hey, sprich nicht so von meiner Schwester", verteidigte Ron Ginny.
»Reden Sie nicht so über meine Schwester«, sagte Ron schroff
„Hast dich aber nicht sehr verändert, Bruderherz", sagte Ginny lächelnd, obwohl ihre Worte viele im Raum zum Lachen brachten und sie eigentlich Rons beschützende Art nervig fand, so war es doch schön zu wissen, dass ihm so viel an ihr lag.
Phineas Nigellus zog arrogant die Augenbrauen hoch.
»Wer ist da noch?«, fragte er und drehte den Kopf nach rechts und links.
»Ihr Ton missfällt mir! Das Mädchen und seine Freunde hatte der reinste Übermut gepackt. Den Schulleiter zu bestehlen!«
»Sie haben nicht gestohlen«, sagte Harry. »Dieses Schwert gehört nicht Snape.«
»Es gehört Professor Snapes Schule«, sagte Phineas Nigellus. »Welchen Anspruch hatte denn das Weasley-Mädchen darauf? Sie hat ihre Strafe verdient, genau wie der Dummkopf Longbottom und diese komische Lovegood!«
„Neville ist kein Dummkopf", sagte Hermine.
»Neville ist kein Dummkopf und Luna ist nicht komisch!«, sagte Hermine.
„Nun, da lagst du fast richtig, Hermine", sagte Ginny. „Aber offensichtlich findest du Luna in Zukunft nicht mehr ganz so schlimm, wie im Moment."
„Ich hab nichts gegen Luna", seufzte Hermine. „Aber ich müsst zugeben…sie ist schon ein wenig komisch."
Ginny schüttelte ihren Kopf. „Ich kann es nicht erklären…du musst sie einfach ein bisschen besser kennen lernen um ihre komische Art zu verstehen und sie deswegen zu mögen."
„Das ändert nichts an der Tatsache, dass sie komisch ist", murmelte Hermine, aber versuchte auch, Ginnys Rat in Zukunft um zusetzten.
»Wo bin ich?«, sagte Phineas Nigellus erneut und begann wieder mit seiner Augenbinde zu ringen. »Wo haben Sie mich hingebracht? Warum haben Sie mich aus dem Haus meiner Vorgänger entfernt?«
»Das ist jetzt nicht wichtig! Wie hat Snape Ginny, Neville und Luna bestraft?«, fragte Harry eindringlich.
»Professor Snape hat sie in den Verbotenen Wald geschickt, um eine Arbeit für den Trottel Hagrid zu erledigen.«
„Hagrid ist kein Trottel", sagten mehrere Leute.
„Und dass ist keine schlimme Bestrafung, wenn ihr mich fragt", schnaubte Ginny. „Ich meine wir sind mit Hagrid unterwegs."
„Deswegen hab ich euch diese Bestrafung wahrscheinlich auch zugewiesen", sagte Severus.
„Obwohl ich es nicht auf die allzu leichte Schulter nehmen würde, der Wald ist gefährlich", sagte Harry und dachte an sein erstes Nachsitzen.
„Jaah, das sind allerleih kranke Dinge drin", zitterte Ron und dachte an Aragog und seine Familie.
»Hagrid ist kein Trottel!«, erwiderte Hermine schrill.
»Und Snape hielt das vielleicht für eine Bestrafung«, sagte Harry, »aber Ginny, Neville und Luna haben sich mit Hagrid wahrscheinlich halb totgelacht. Der Verbotene Wald ... die haben bereits viel Schlimmeres erlebt als den Verbotenen Wald – meine Güte!«
Ron funkelte Harry an. „Das ist Schlimm."
„Ich glaube ich hab mir schlimmeres ausgemalt", seufzte Harry. „Wie deine Mutter gesagt hat, es sind Todesser in Hogwarts."
„Richtig", seufzte Ron.
Ein Stein fiel ihm vom Herzen; er hatte sich schon Furchtbares vorgestellt, allerwenigstens den Cruciatus-Fluch.
„Okay, ich sehe was du meinst" Ron zitterte und versuchte sich seine Schwester nicht dabei vorzustellen, wie sie gefoltert wurde.
»Was wir eigentlich wissen wollten, Professor Black«, sagte Hermine, »hat jemals jemand anderes, ähm, das Schwert rausgenommen? Vielleicht wurde es zum Reinigen abgeholt oder – oder so?«
„Zum Reinigen", spottete Bill.
„Ähm… reinigt ihr Schwerter nicht auf diese Art und Weise", fragte Hermine. Sie hasste es wenn ihr solche Fehler unterliefen.
„Nein", sagte Bill nur.
Phineas Nigellus gab erneut den Versuch auf, seine Augen frei zu bekommen, und kicherte.
»Muggelstämmige«, sagte er. »Koboldgearbeitete Waffen müssen nicht gereinigt werden, Sie einfältiges Mädchen.
„Hey, sie ist nicht einfältig", zischte Ron das Buch an.
Koboldsilber stößt irdischen Schmutz ab und nimmt nur auf, was es stärkt.«
»Nennen Sie Hermine nicht einfältig«, sagte Harry.
Ron hob eine Augenbraue… warum hatte er nichts gesagt? Und erneut spürte er ein mulmiges Gefühl in seiner Magengegend.
»Ich bin der ständigen Widerrede allmählich überdrüssig«, sagte Phineas Nigellus. »Vielleicht ist es an der Zeit, dass ich in das Büro des Schulleiters zurückkehre? «
Mit immer noch verbundenen Augen fing er an, seitlich an seinem Rahmen herumzufummeln, um sich einen Weg aus seinem Bild hinaus zu ertasten und in das andere zurückzugelangen, das auf Hogwarts hing. Harry fiel plötzlich etwas ein.
»Dumbledore! Können Sie uns nicht Dumbledore herbringen?«
Alle schnaubten.
„Potter, dass hast du nicht gerade ernsthaft gefragt?" Draco schüttelte seinen Kopf in Enttäuschung.
„Es wäre nett gewesen mit Dumbledore zu reden", murmelte Harry, bei all den vielen Fragen, die er seinem Schulleiter gerne einmal stellen würde.
»Verzeihung, bitte?«, sagte Phineas Nigellus.
»Das Porträt von Professor Dumbledore – könnten Sie ihn nicht mitbringen, hierher, in Ihres?«
Phineas Nigellus wandte das Gesicht in die Richtung, aus der Harrys Stimme gekommen war.
» Offensichtlich sind nicht nur Muggelstämmige unkundig, Potter. Die Porträtierten von Hogwarts mögen vielleicht miteinander sprechen, aber sie können sich nicht aus dem Schloss hinausbegeben, außer um ein Bild von sich selbst zu besuchen, das anderswo hängt. Dumbledore kann nicht mit mir hierherkommen, und nach der Behandlung, die Sie mir haben angedeihen lassen, kann ich Ihnen versichern, dass ich Ihnen nicht noch einmal einen Besuch abstatten werde!«
„Ähm…Professor Dumbledore", sagte Ron nachdenklich.
„Ja", antwortete Dumbledore.
„Ähm…wäre es möglich sich in eine Schokofroschkarte zu begeben?", fragte Ron.
„Leider nein", sagte Dumbledore. „Wir können uns nur in ein Portrait bewegen, welche auch gemalt sind, und wie sie wissen sind Schokofroschkarten nur Bilder."
„Oh, okay", sagte Ron und seine Ohren wurden rot, als alle seine Geschwister über ihn kicherten.
Ein wenig geknickt sah Harry zu, wie Phineas sich noch heftiger bemühte, seinen Rahmen zu verlassen.
»Professor Black«, sagte Hermine, »könnten Sie uns nicht, bitte, einfach sagen, wann das Schwert das letzte Mal aus seiner Vitrine genommen wurde? Bevor Ginny es herausnahm, meine ich?«
Phineas schnaubte ungeduldig.
»Ich glaube, das letzte Mal, als ich gesehen habe, wie das Schwert von Gryffindor aus seiner Vitrine kam, benutzte es Professor Dumbledore, um einen Ring aufzuspalten.«
Dumbledore lächelte. Genaugenommen lächelten sogar alle darüber.
Hermine schnellte herum und sah Harry an. Keiner von ihnen wagte es, vor Phineas Nigellus ein weiteres Wort zu sagen, der es endlich geschafft hatte, den Ausgang zu finden.
»Alsdann, Ihnen eine gute Nacht«, sagte er ein wenig gereizt und war schon fast verschwunden. Nur der Rand seiner Hutkrempe war noch zu sehen, als Harry plötzlich einen Schrei ausstieß.
»Warten Sie! Haben Sie Snape erzählt, dass Sie das gesehen haben?«
Phineas Nigellus streckte seinen Kopf mit der Augenbinde wieder in das Bild.
»Professor Snape hat sich mit wichtigeren Dingen zu befassen als mit den vielen exzentrischen Angewohnheiten von Albus Dumbledore. Auf Wiedersehen, Potter!«
Das könnte wahr sein, aber ich verbringe schon eine Menge Zeit damit, Albus Motive zu verstehen, dachte Severus.
Und damit verschwand er endgültig und ließ nichts zurück außer seinen düsteren Hintergrund.
»Harry!«, schrie Hermine.
»Ich weiß!«, rief Harry. Ungestüm stieß er mit der Faust in die Luft: Das war mehr, als er zu hoffen gewagt hatte. Er schritt im Zelt auf und ab; ihm war, als könnte er Berge versetzen; er war nicht einmal mehr hungrig.
Hermine quetschte das Porträt von Phineas Nigellus wieder in die Perlentasche, verschloss sie, warf sie beiseite und blickte mit strahlendem Gesicht zu Harry auf.
»Das Schwert kann Horkruxe zerstören! Koboldgearbeitete Klingen nehmen nur auf, was sie stärkt– Harry, dieses Schwert ist mit Basiliskengift getränkt!«
»Und Dumbledore hat es mir nicht gegeben, weil er es noch brauchte, und zwar für das Medaillon«
»- und es muss ihm klar gewesen sein, dass sie es dir nicht überlassen würden, wenn er es dir in seinem Testament vermachte -«
»- also hat er eine Kopie angefertigt -«
»- und eine Fälschung in die Vitrine getan -«
»- und er hat das echte ... wo gelassen?«
„Jaah, wo hast du dass echte gelassen, Dumbledore?", fragte Sirius.
Dumbledore lächelte nur gelassen darüber.
Sie starrten einander an; Harry hatte das Gefühl, als würde die Antwort unsichtbar in der Luft über ihnen hängen, verlockend nah. "Warum hatte Dumbledore es ihm nicht gesagt? Oder hatte er es ihm tatsächlich gesagt und er hatte es damals nicht mitbekommen?
„Ich glaube nicht, dass ich es dir gesagt habe", sagte Dumbledore.
„Wie soll ich denn dann an das Schwert herankommen, Sir?", fragte Harry.
„Das werden wir sicher bald erfahren", sagte Dumbledore einfach.
»Denk nach!«, flüsterte Hermine. »Denk nach! Wo hat er es gelassen?«
»Nicht in Hogwarts«, sagte Harry und ging wieder auf und ab.
»Irgendwo in Hogsmeade?«, schlug Hermine vor.
»In der Heulenden Hütte?«, sagte Harry. »Da geht nie jemand rein.«
„Ernsthaft Harry…denkst du wirklich, dass Dumbledore das Schwert irgendwo rumliegen lässt, wo es jeder finden könnte?" Fred rollte mit den Augen.
»Aber Snape weiß, wie man reinkommt, wär das nicht ein wenig riskant?«
»Dumbledore hat Snape vertraut«, erinnerte Harry sie.
»Nicht genug, um ihm zu sagen, dass er die Schwerter vertauscht hatte«, sagte Hermine.
Dumbledore zeigte keinerlei Reaktion, obwohl er fühlte, dass dies nicht der Wahrheit entsprach.
»Ja, du hast Recht!«, erwiderte Harry; und der Gedanke, dass Dumbledore doch einige wenn auch schwache Vorbehalte gehabt hatte, was Snapes Vertrauenswürdigkeit betraf, besserte seine Laune sogar noch mehr. »Also, hat er das Schwert dann weit entfernt von Hogsmeade versteckt? Was meinst du, Ron? Ron?«
Die Weasleys spannten sich alle an, wohlwissend dass Ron für eine lange Zeit nichts gesagt hatte und wussten, dass dies nichts Gutes bedeutete. Er war immer schon leicht zu reizen gewesen, wenn er sich allerding an etwas zu sehr fest gefressen hatte, war es sogar noch schlimmer. Deswegen war der Streit mit Harry im letzten Jahr so schlimm gewesen, er hat seine Ängste und seinen Groll jahrelang aufgebaut bis er sie nicht mehr halten konnte.
Ron saß regungslos da, betend dass er nicht etwas sagen würde, was er später bereute. Er hatte das ganze Kapitel über schon gemerkt wie sich seine Frustration aufgebaut hatte und er wollte sie jetzt nicht explodieren sehen…oder überhaupt jemals.
Harry sah sich um. Einen Moment lang dachte er verwirrt, Ron hätte das Zelt verlassen, dann sah er ihn im Schatten des unteren Bettes liegen, wie versteinert.
»Ah, jetzt fällt dir ein, dass ich auch noch da bin, ja?«, sagte er.
Percy versuchte den Teil so schnell wie möglich zu lesen, aber er kam nicht drum rum, an den Streit zwischen ihm und seinem Vater zu denken. Es war merkwürdig dass dies der Auslöser dafür war, denn seiner Meinung nach, wäre es eine gute Sache, wenn Ron von Harry wegkommen würde, denn so würde er nicht länger sein Leben in Gefahr bringen. Aber er konnte sich nicht länger mehr etwas vormachen…er glaubte es nicht. Was auch immer er in diesem Brief an Ron gesagt hatte, er wusste, dass sein Bruder Harry zu nahe stand um ihn jemals ernsthaft im Stich zu lassen.
Er dachte an den Streit mit seinem Vater, will Ron dabei war, denselben Fehler zu begehen… er konnte es an Rons Verhalten spüren und wünschte er könnte Ron warnen, es nicht zu tun. Er wollte nicht, dass sein Bruder den Schmerz zu spüren bekam seine eigene Familie zu verlassen… und Ron würde sich so viel schlimmer fühlen, denn es lag kein Größenwahn vor ihm… es gab nur sein Temperament, welches in weiter anspornte.
Percy seufzte und verdoppelte seine Bemühungen so schnell wie möglich zu lesen, entschlossen seinen Bruder zu verteidigen, wenn die Zeit gekommen war.
»Was?«
Ron schnaubte und starrte auf die Unterseite des oberen Bettes.
»Macht ihr beiden nur weiter. Ich will euch den Spaß nicht verderben.«
Harry blickte verdutzt und Hilfe suchend zu Hermine, aber sie schüttelte den Kopf, offenbar genauso ratlos wie er.
»Wo liegt das Problem?«, fragte Harry.
»Problem? Es gibt kein Problem«, sagte Ron, der es beharrlich vermied, Harry anzusehen. »Wenn's nach dir geht, jedenfalls nicht. «
Auf der Zeltleinwand über ihren Köpfen machte es ein paarmal plitsch.
Es hatte angefangen zu regnen.
»Also, du hast offensichtlich ein Problem«, sagte Harry. »Spuck's aus, ja?«
Ron schwang seine langen Beine vom Bett und setzte sich auf. Er sah böse aus, ganz anders als sonst.
»Na gut, ich spuck es aus. Erwarte bloß nicht, dass ich hier Luftsprünge mache, nur weil es jetzt noch so ein verdammtes Ding gibt, das wir finden müssen. Schreib's einfach auf die Liste mit den Sachen, die du nicht weißt.«
Harry versuchte nicht zu stöhnen, wohlwissend wie schmerzhaft diese Wörter für ihn waren. Er fühlte sich schon entmutigt als Anführer und es tat weh, dass Ron es nun auch aussprach. Dennoch irritiere es ihn, warum musste er es immer sein, der alles wusste?
»Die ich nicht weiß?«, wiederholte Harry. »Die ich nicht weiß?«
Plüsch, plitsch, plitsch: Der Regen fiel heftiger und schwerer; er prasselte auf das mit Blättern übersäte Ufer um sie herum und in den Fluss, der durch die Dunkelheit plätscherte. Furcht erstickte Harrys Hochgefühl: Ron sagte genau das, von dem er vermutet und befürchtet hatte, dass er es dachte.
Ron stöhnte auf und verdeckte sein Gesicht mit seinen Händen.
»Ich will ja nicht behaupten, dass ich mich hier nicht großartig amüsiere«, sagte Ron, »mit meinem verstümmelten Arm und ohne was zu essen und in dieser Saukälte jede Nacht. Ich hatte nur gehofft, dass wir nach den paar Wochen, die wir rumgerannt sind, irgendwas erreicht hätten, verstehst du?«
„Ihr habt etwas erreicht…", fing Sirius an und funkelte zu Ron hinüber. Er hat es immer einfach gefunden sich mit Ron zu vergleichen, da er doch eine Menge von ihm in sich selbst sah…obwohl es dem Jungen eindeutig an Zuversicht mangelte. Er konnte es nicht glauben, was bestimmt gleich passieren würde.
Zwei Dinge hielten ihn davon ab, weiterzumachen. Zum einen fing Percy an über ihn hinweg zu lesen. Er ließ ihn nicht unterbrechen und dann hatte Remus eine Hand auf seine Schulter gelegt und seinen Kopf geschüttelt. Remus deutete dann auf Ron und Harry, die beide mit gesengtem Kopf dasaßen, während Hermine zwischen ihnen saß und erschrocken aussah.
»Ron«, sagte Hermine, doch mit so leiser Stimme, dass Ron tun konnte, als hätte er sie durch das laute Getrommel, das der Regen nun auf dem Zelt machte, nicht gehört.
»Ich dachte, du wüsstest, auf was du dich eingelassen hast«, sagte Harry.
»Jaah, das dachte ich auch.«
»Also, und was daran entspricht nicht deinen Erwartungen?«, fragte Harry. Wut kam ihm jetzt zu Hilfe. »Hast du gedacht, wir würden in Fünfsternehotels wohnen? Alle paar Tage einen Horkrux finden? Hast du gedacht, du würdest Weihnachten wieder bei Mami sein?«
Ron fluchte, er konnte nicht sagen was er dachte, denn er hatte keine Zeit hier in diesem Raum darüber nachzudenken, aber hoffte natürlich, dass es nicht so war. Wenn er ehrlich zu sich selbst war, dachte er, dass die Art, wie die Dinge liefen (Abgesehen von seinem dummen verfluchten Temperament) so enden würden, wie er es erwartet hatte.
»Wir dachten, du wüsstest, was du tust!«, schrie Ron und stand auf; und seine Worte durchbohrten Harry wie glühende Messer. »Wir dachten, Dumbledore hätte dir gesagt, was du tun sollst, wir dachten, du hättest einen echten Plan!«
Harry zuckte, nun fühlte er sich auch noch unzureichend.
„Das ist meine Schuld Harry, nicht dein", seufzte Dumbledore, obwohl er nicht wusste, was er noch alles hätte tun können um dem Jungen zu helfen, da er nicht wusste, wie viel er ihm bereits erzählt hatte. „Aber ich kann dir sagen, dass es mich Jahre gekostet hat die Horkruxe zu finden und ich weiß, dass es keine einfach Aufgabe ist."
Dies hatte nicht ganz den Effekt auf den er gehofft hatte, denn es schien Harry und Ron nur noch depressiver zu machen. Vor allem Ron, warum machte er Harry dafür verantwortlich, dass er nicht alle Informationen hatte? Harry hatte ihn nicht gebeten mitzukommen, Ron hat sich freiwillig gemeldet…er hatte nie gesagt, dass er wusste wo die Horkruxe waren. Allerdings konnte er sich denken woher es kam…er hatte immer vermutet, dass Harry (und Hermine sogar größeren Umfang), mehr wissen würde als er.
»Ron!«, sagte Hermine, diesmal deutlich vernehmbar durch den Regen hindurch, der auf das Zeltdach donnerte, doch auch diesmal ignorierte er sie.
»Tja, tut mir leid, dass ich euch enttäuschen muss«, sagte Harry, mit völlig ruhiger Stimme, obwohl er sich hohl und unzulänglich fühlte. »Ich war von Anfang an offen zu euch, ich hab euch alles gesagt, was Dumbledore mir erzählt hat. Und falls du es nicht bemerkt haben solltest, wir haben einen Horkrux gefunden -«
»Jaah, und wir sind ungefähr genauso weit davon entfernt, ihn plattzumachen, wie davon, die anderen zu finden – Lichtjahre entfernt, mit anderen Worten!«
»Nimm das Medaillon ab, Ron«, sagte Hermine mit ungewöhnlich hoher Stimme. »Bitte, nimm es ab. Du würdest nicht so reden, wenn du es nicht den ganzen Tag getragen hättest.«
Alle stöhnten bei der Erwähnung des Medaillons, wissend dass es in der Tat Rons Wut intensivierte.
Ron, allerdings, ließ dass kalt, es war nicht das Medaillon dass diese Worte sagte…es war er…seine Angst und sein Groll ließen ihn reden.
»Doch, würde er«, sagte Harry, der nicht wollte, dass jemand Ausreden für Ron erfand. »Meint ihr, ich hätte nicht bemerkt, wie ihr beide hinter meinem Rücken tuschelt? Meint ihr, ich hätte mir nicht zusammengereimt, dass ihr so was denkt?«
»Harry, wir haben nicht -«
»Lüg nicht!«, schleuderte ihr Ron entgegen. »Du hast es auch gesagt, du hast gesagt, dass du enttäuscht wärst, dass du gedacht hättest, er hätte ein bisschen mehr in petto als -«
Harry sah verletzt drein, dass auch Hermine von ihm enttäuscht war.
„Ich bin mir sicher, dass ich es so nicht gemeint habe", sagte Hermine in einer sanften Stimme.
»So hab ich es nicht gesagt – Harry, das stimmt nicht!«, weinte sie.
Der Regen hämmerte auf das Zelt, Tränen strömten über Hermines Gesicht, und die freudige Erregung, die vor wenigen Minuten noch geherrscht hatte, war verflogen, als hätte es sie nie gegeben, ein Feuerwerk von kurzer Dauer, das aufgelodert und erloschen war und alles dunkel, nass und kalt zurückgelassen hatte. Das Schwert von Gryffindor war versteckt, wo, wussten sie nicht, und sie waren drei Teenager in einem Zelt, deren einziger Erfolg darin bestand, nicht tot zu sein – noch nicht.
»Und warum bist du dann noch hier?«, fragte Harry Ron.
„NEIN!", sagten mehrere Leute, wohlwissend wie ernsthaft dieser Streit war.
„Das kannst du zu Ron nicht sagen", sagte Fred, der wusste, dass Ron gehen würde.
Weder Harry noch Ron bewegten sich…Beide saßen wie versteinert da.
»Das möcht ich auch gern wissen«, sagte Ron.
»Dann geh nach Hause«, sagte Harry.
»Jaah, vielleicht tu ich das!«, schrie Ron, und er machte ein paar Schritte auf Harry zu, der nicht zurückwich. »Hast du nicht gehört, was die über meine Schwester gesagt haben? Aber das geht dir völlig am Arsch vorbei, oder, ist ja nur der Verbotene Wald, Harry Ich-hab-schon-Schlimmeres-erlebt Potter ist es schnuppe, was ihr dort drin zustößt, tja, mir allerdings nicht, Riesenspinnen und krankes Zeug -«
Die Weasleys stöhnten, Ron würde darüber wütend sein…er war schon in diesem Raum wütend geworden, und nichts davon war bisher real… es musste schlimmer für den Buch-Ron sein.
»Ich hab nur gesagt – sie war mit den anderen zusammen, Hagrid war dabei -«
»- jaah, schon kapiert, es kümmert dich nicht! Und was ist mit dem Rest meiner Familie, die Weasleys haben doch schon genug verletzte Kinder, hast du das nicht gehört?«
»Jaah, ich -«
»Dich interessiert aber nicht, was das zu bedeuten hat?«
»Ron!«, sagte Hermine und drängte sich zwischen die beiden, »ich glaub nicht, dass es bedeutet, dass was Neues passiert ist, irgendwas, von dem wir nichts wissen; überleg mal, Ron, Bill hat schon seine Narben, viele Leute müssen inzwischen gesehen haben, dass George ein Ohr verloren hat, und du liegst angeblich mit Griselkrätze auf dem Sterbebett, ich bin sicher, mehr hat er nicht gemeint -«
»Oh, du bist sicher, ja? Also schön, dann mach ich mir keine Sorgen mehr um sie. Für euch beide ist ja alles in Ordnung, oder, wo eure Eltern doch außer Gefahr -«
Harry funkelte Ron an, er konnte seinen Blick nicht von seinem besten Freund lassen…es tat so weh das zu hören…und dennoch wusste er, dass Ron in der Tat mehr zu verlieren hatte als er.
»Meine Eltern sind tot!«, brüllte Harry.
»Und meine könnten das auch bald sein!«, schrie Ron.
Dies brachte alle zum zittern.
»Dann GEH!«, donnerte Harry. »Geh zurück zu ihnen, tu so, als ob du die Griselkrätze los wärst, und Mami kann dich aufpäppeln und -«
Ron machte eine plötzliche Bewegung: Harry reagierte, doch bevor einer der beiden den Zauberstab aus der Tasche bekam, hatte Hermine ihren erhoben.
»Protego!«, rief sie, und ein unsichtbarer Schild breitete sich zwischen ihr und Harry auf der einen und Ron auf der anderen Seite aus; sie alle wurden durch die Kraft des Zaubers ein paar Schritte zurückgedrängt, und Harry und Ron funkelten sich von beiden Seiten der unsichtbaren Barriere her böse an, als würden sie sich zum ersten Mal deutlich sehen. Harry fühlte zersetzenden Hass gegen Ron: Etwas zwischen ihnen war zerbrochen.
Dies verursachte einen Schauder über beide Jungs, wohlwissend, dass sie von ihnen beeinflusst wurden, aber nichts dagegen tun konnten.
»Lass den Horkrux hier«, sagte Harry.
Ron zerrte sich die Kette über den Kopf und warf das Medaillon in einen nahen Sessel. Dann wandte er sich an Hermine.
»Und was machst du?«
»Was soll das heißen?«
»Bleibst du, oder was?«
Hermine sah entsetzt über die Frage drein. Sie wusste ohne Zweifel wie sie sich entscheiden würden und wusste, wie sehr diese Entscheidung sie verletzten würde.
Ron auf der anderen Seite stöhnte, er musste einfach noch tiefer sinken, als er ohnehin schon war…Er hatte versucht Hermine ebenfalls mit runter zuziehen. Dennoch, obwohl er wusste, dass es falsch war, wusste es wie schmerzhaft Hermines Zurückweisung für ihn werden würde… und sie würde ihn zurückweisen…Nicht dass er es ihr verdenken konnte, er war ein Loser, der seinen besten Freund im ersten Anzeichen der Gefahr alleine ließ.
Harry wusste, im Gegensatz zu seinen Freunden, nicht, wie Hermines Antwort ausfallen würde und sein Körper spannte sich an. Würden beide Freunde ihn im Stich lassen? Nein, irgendetwas sagte ihm, dass Hermine ihn noch nie fallen gelassen hatte und es auch jetzt nicht tun würde- Er musste daran glauben, denn er wusste, dass er ohne sie nicht im Stande wäre irgendetwas zu schaffen…ohne beide…er brauchte beide, aber es würde nur noch sie da sein.
»Ich ...«, sie wirkte gequält. »Ja – ja, ich bleibe. Ron, wir haben gesagt, wir gehen mit Harry, wir haben gesagt, wir helfen -«
»Ich versteh schon. Du entscheidest dich für ihn.«
Hermines Augen öffneten sich und fanden die Rons…könnte es das bedeuten, was sie dachte…? Könnte das zum Teil der Grund sein, warum er auf diese Art und Weise wegging…? Dachte er wirklich…?
»Ron, nein – bitte – komm zurück, komm zurück!«
Ihr eigener Schildzauber behinderte sie; als sie ihn schließlich entfernt hatte, war Ron schon in die Nacht hinausgestürmt. Harry stand völlig stumm und reglos da und hörte, wie sie schluchzte und zwischen den Bäumen nach Ron rief.
Ron und Hermine zuckten zusammen.
Ein paar Minuten später kehrte sie zurück, die nassen Haare klebten ihr im Gesicht.
»Er ist w-w-weg! Disappariert!«
Verdammt, dachte Ron, während bittere Tränen des Selbsthasses seine Wangen hinunterliefen. Warum muss ich nur so schwach sein?
Sie warf sich in einen Sessel, rollte sich zusammen und begann zu weinen.
Harry fühlte sich wie betäubt. Er bückte sich, hob den Horkrux auf und hängte ihn sich um den Hals. Er zog Decken von Rons Bett und warf sie Hermine über. Dann kletterte er in sein eigenes Bett, starrte hinauf zu der dunklen Zeltdecke und lauschte dem Trommeln des Regens.
„Das ist das Ende des Kapitel", sagte Percy und legte das Buch hin.
„ICH KANN ES NICHT GLAUBEN…", fing Ginny an zu schreien, sie und der Rest von Rons Familie hatten sich zurück gehalten, damit Ron nicht so reagierte, aber ohne Erfolg. Ginny war so wütend im Moment…Harry und Hermine waren nun in einer schrecklichen Situation und das nur, weil ihr verdammter, idiotischer Bruder sein dummes Temperament nicht zügeln konnte.
„HEY!", rief Hermine zu Ginny herüber, „Würdet ihr uns alle kurz für einen Moment alleine lassen", redete sie in einer nun ruhigeren, dennoch kräftigen Stimme weiter.
„Was?", sagten Ginny und die Zwillinge. Sie alle starrten Ron voller Enttäuschung an, die sich deutlich in ihren Augen zeigte.
„JETZT!", sagte Hermine und funkelte sie in einer Art und Weise an, die deutlich zeigte, was für eine mächtige junge Hexe sie doch war.
„Kommt schon", sagte Remus in den Raum. „Ist ist ein Problem, dass sie nur unter sich behandeln können…wir würden da nur stören."
„Aber…", sagte Ginny. Sie wollte wieder anfangen zu schreien…es jetzt von der Seele zu bekommen, würde sich besser anfühlen.
„Bitte Ginny", sagte Hermine und ihr Ausdruck wurde etwas weicher, und Ginny realisierte, wie schwer das alle für ihre Freundin sein musste. Wieder in mitten eines Streites zwischen Ron und Harry, welches das letzte Argument in den Schatten stellte. Wie verletzt sie sein musste, durch die Wahl, zu der Ron sie gezwungen hatte. Ginny würde wütender, aber verließ den Raum ohne ein weiteres Wort.
Die meisten sind ebenfalls schweigend aus dem Raum gegangen, ihre Ausdrücke variierten zwischen Mitleid und Wut. Allerdings meinte Molly noch, dass es sowieso zu spät sei, um noch weiter zu lesen und dass sie alle ins Bett gehen sollten, wenn sie fertig waren mit reden.
Nachdem sie alle gegangen waren, drehte sich Hermine zu ihren Freunden um, welche die ganze Zeit über sitzen geblieben waren. Beide verharrten immer noch in derselben Position, ahnungslos, dass sie jetzt alleine waren. Sie beide waren verletzt und sie musste sich einen Weg überlegen ihnen zu helfen. Sie atmete einmal tief ein und ging auf die beiden zu…
…
So dass wars wieder. Ich weiß nicht wann ich es schaffe wieder was zu schreiben, aber frühstens erst nach meinen Mündlichen Prüfungen, also irgendwann Ende Juni.
Das nächste Kapitel handelt auch nicht von einem Buchkapitel, sondern geht einzig und alleine um die Problembewältigung mit Ron.
Ich würde mich mal über ein paar mehr Revies freuen. Hab so viele Favo Einträge, aber irgendwie schreibt mir keiner, Ich würde nämlich gerne mal wissen, wie gut ich dass alles übersetze, etc. Also wie gesagt ich freue mich immer.
Gruß JJ
