Hi, leute

so endlich kommt der dritte OS raus.

vielen dank für die favs und reviews und ein großes dankeschön auch an die liebe JeanyQueen, einfach nur weil sie existiert^^.

viel Spaß beim lesen

Scar Kiss

Oliver bemerkte als erstes nicht die Veränderung. Felicity war ohne Frage eine wirkliche Schönheit und somit fiel ihm die Änderung ihres Verhaltens nicht auf. Sie trug wie immer kurze, freche Röcke, enganliegende Kleider und leuchtende Blusen.

Begrüßte ihn stets mit einem Lächeln auf den Lippen, auf denen jeden Tag ein anderer Lippenstift aufgetragen wurde. An langen Arbeitstagen brachte sie ihm einen starken Kaffee und auch in der Arrow Cave verbrachte sie wie immer Wunder. Alles in allem war es wie immer.

Bis Diggle ihn auf der Fahrt zur Queen Mansion ansprach „Ist dir eigentlich auch das mit Felicity aufgefallen?" Oliver schaute ihn verwirrt an. „Wie meinst du das? Verhält sie sich nicht so wie immer?"

Diggle schaute ihn mit einem bösem Blick durch den Rückspiegel an. „Oliver, du willst mir doch nicht sagen, dass dir nichts aufgefallen ist. Felicity trägt seit dem Vorfall mit dem Count ihre Haare nicht mehr in einem Zopf, sie steckt ihre Haare auch nicht hoch und wenn sie es tut dann hat sie immer etwas um ihren Hals. Einen Schal, einen Tuch, einen Stehkragen."

„Und du denkst, dass das bedenklich ist? Sie ist eine Frau, vielleicht hat sie irgendetwas zu verdecken." Mit dieser Aussage zwang sich Oliver Diggle anzugrinsen.

Ihm missfiel es, wenn dies der Fall wäre und Felicity würde Hinterlassenschaften von vergangen Taten der letzten Nacht verstecken. Sie ist Sein IT Girl. Wer war eigentlich dieser Typ Vielleicht sollte Arrow mal in ihrer Nachbarschaft auf Patrouille gehen. Doch Oliver wurde aus seinen Plänen gerissen.

„Denkst du das wirklich, Oliver? Ich meine, Felicity ist den ganzen Tag im Büro und selbst in ihrer Mittagspause lädst du sie ein mit uns zu essen. Was übrigens oft bedeutet, dass ich los muss um uns etwas zu holen, aber das tut hier nichts zu Sache. Und dann muss sie oft nach Dienstschluss in die Arrow Cave um uns zu helfen und kommt erst nach Mitternacht zu Hause und von den Wochenenden und den zusätzlichen Verpflichtungen als EA vom CEO will ich erst gar nicht reden. Also sag mir, wann genau soll sie für eine, sagen wir, Bekanntschaft Zeit haben?"

Oliver wich einer Antwort aus und blickte aus dem Fenster. „Ich werde mich darum kümmern." Damit war das Gespräch zwischen Diggle und Oliver nicht das Thema an sich. In den folgenden Tagen beobachtete Oliver Felicity hinsichtlich Digs Aussage.

Sie fasste sich unbewusst und vor allem in der Nähe von Isabel an den Nacken und versuchte ihn immer zu bedecken. Egal ob es mit einem Kleidungsstück oder mit ihren Haaren war. Wenn sie vor ihrem Schreibtisch sitzt und in ihre Arbeit vertieft ist, legte sie ihre linke Hand in den Nacken, verharrte in ihrer Bewegung und starrte auf einen Punkt in Raum.

Dann nach einigen Minuten schüttelte sie sich leicht, als würde sie schlechte Gedanken verbannen wollen und wandte sich ihrer Arbeit zu. Auch sah er nie wieder das rosane Kleid mit Bündchen. Er beschloss sie am Abend in der Cave auf ihr Verhalten anzusprechen.

Am Abend stieg Felicity mit Bedacht die Treppen hinunter. Mit ihren High Heels wollte sie nicht in Versuchung kommen zu stolpern. Wie sollte man den Eltern klar machen, dass man auf dem Weg zu einen Versteck eines Helden die Treppe heruntergefallen sei und sich dabei das Rückrad gebrochen hat. Ja, da vermied sie eher die diese Konversation und stieg die Treppen etwas langsamere hinab.

Oliver trainierte schon, von Diggle war nichts zu sehen. Also ging sie zielstrebig zu ihren, wie sie sie nannte, Babys und fuhr das aktive System hoch. Währenddessen durchsuchte sie die Programme die de ganzen Tag passiv durchliefen und Anomalien feststellen sollten. Als sie durch die Timeline scrollte, merkte sie, dass Oliver nicht mehr am trainieren war und auf sie, mit einen Handtuch um die Schulter und zu ihrem Leidwesen mit nackten Oberkörper, zukam.

„Irgendwas besonderes?" fragte er wie immer kurz angebunden. „Nein, alles ruhig. Ich denke, du kannst heute auch mal frei nehmen. Wenn es etwas gibt, was Dig nicht alleine schafft, dann rufen wir dich an." Sie lächelte ihn liebevoll an und drehte sich wieder den Bildschirmen zu. Natürlich machte sie sich um ihn Sorgen, dachte Oliver. Etwas stimmt nicht mit ihr, sie trägt etwas unangenehmes mit sich herum, aber sie macht sich über ihn und seinen Zustand Sorgen und kümmert sich um ihn.

Oliver wollte aber das Thema endlich aufgreifen und sagte beiläufig. „Diggle hat heute frei, er macht, glaube ich, etwas mit Lyla. Aber wenn es so ruhig ist, wie du sagst, haben wir auch mal Zeit mit einander zu reden." Mit diesen Satz wandte er sich dem Badezimmer zu und verschwand hinter der Tür.

Nun hatte Felicity Zeit darüber nachzudenken, was Oliver wohl damit gemeint hatte, nachdem sie aber jede Möglichkeit überdacht hatte, entschloss sie sich, es auf sich zu kommen zu lassen und schaute lieber in den aktuellen Nachrichten Stand des SCPD.

Als Oliver endlich aus dem Badezimmer kam und diesmal ein graues Longshirt und eine einfache Jeans trug, hatte Felicity fast wieder das vorherige Gespräch vergessen. Als sich aber Oliver mit den Rücken an ihren Tisch lehnte und sie sich seiner Nähe bewusst wurde, wandte sie sich seufzend ihm zu.

„Also, über was möchtest du denn reden?" „Weißt du noch, als wir diesen Irren geschnappt haben und Roy befreien konnten, habe ich dir gesagt, du kannst mir immer erzählen, wie dein Tag lief. Nun, dieses Angebot, steht immer noch, vor allem stand es die ganze Zeit. Felicity, egal was dich beschäftigt, du kannst es mir sagen."

Felicity griff sich unbewusst wieder in den Nacken, aber ihr Arm wurde durch eine Hand an ihrem Handgelenk in der Bewegung gestoppt. Oliver hatte sich nun mehr zu ihr gebeugt und schaute sie direkt an. „Felicity, was ist los? Ich kann dir helfen." Sie wollte den Blick abwenden, doch sie entkam diesen undurchdringlichen blauen Augen nicht. Sie hielten sie gefangen, trugen ihren Gedanken fort, an einen besseren Platz ohne die sich wiederholenden Albträume und die schrecklichen Erinnerungen. Sie war gefangen und sie wollte auch nie wieder aus diesem Gefängnis fliehen.

Oliver versuchte ihr mit seinem Blick klar machen, dass er ihr nur helfen wollte. Sie sollte nicht von seiner Dunkelheit gefangen werden. Sie ist sein Licht und nicht er ihre Dunkelheit. Seine Hand war immer noch um ihr Handgelenk geschlungen und er strich ihr mit seinen Daumen sanft über die Stelle, an der sie der Count Tage zuvor noch gefesselt hatte. Die Druckstellen mögen verschwunden sein, aber er wusste aus eigener Erfahrung, dass man Fesseln noch Wochen später fühlte.

Felicity brach schließlich den intensiven Augenkontakt ab und seufzte. „Oliver, du hast genug Probleme und Erinnerung. Ich denke, ich kann ein paar Albträume wegstecken. Schließlich war es meine Entscheidung." „Hey, wie gesagt, du kannst mir alles erzählen, dafür sind Freunde da. Ich kann dir helfen. Lass es zu." Oliver ließ langsam ihr Handgelenk los. Aber anstatt das Felicitys Hand in den Nacken wanderte, war es Olivers.

Sie schloss die Augen und ließ ihren Kopf nach vorne fallen. Langsam und behutsam strich er ihren Nacken entlang und erspürte eine Narbe. Er fragte sich woher sie diese hatte. Als hätte sie seine Gedanken gelesen sagte sie leise „Die Narbe habe ich bekommen, als mir bei der Dollmaker in die Kisten gestolpert bin." „Hast du daher die Albträume?" fragte er.

„ Nein, als ich auf dem Stuhl saß, gefesselt und der Count hinter mir saß, strich er mir immer und immer wieder mit seinen Fingern den Nacken entlang und irgendwann erspürte er die Narbe. Dann nahm er den Pferdeschwanz hoch und küsste mich eklig auf dieser Stelle und flüsterte mir ins Ohr 'Wenn du weiter mit ihm arbeitest, dann wird es nicht die letzte Narbe sein und irgendwann wirst du soviele Narben haben, dass er sich von der abwendet. Was wird dann aus dir?' Es ist so als würde ich es immer noch spüren. Als würde ich ihn immer noch hören."

Während sie sprach erhob sie sich stellte sich mit den Rücken zu Oliver und verschränkte die Arme. Oliver musste einen kurzen Moment das Gesagte verarbeiten. Aber dann richtete er sich auf und stellte sich hinter die Blonde. Er fasste sie sanft an den Oberarmen und flüsterte in ihr Ohr

„Ich könnte mich nie von dir abwenden. Du siehst das Gute in mir, du bist mein Licht, mein Kompass, Mein Anker. Auf Missionen bringt mich deine Stimme wieder zurück. Zurück von meiner eigenen inneren Insel. Ich kann froh sein, wenn du dich nicht von mir abwendest."

Und mit dieser kleinen Ansprache küsste er sie sanft, fast schon zaghaft auf die Narbe.

Am nächsten Tag erblickte er Felicity durch die Glasscheibe, die sein Büro von Ihrem trennte. Sie war schon wieder mit der Hand im Nacken in Gedanken versunken. Aber von der verletzlichen, schmerzerfüllten und ängstlichen Mine war nun nichts mehr zu sehen. Es hat Platz für ein leichtes, genießerisches Lächeln, was, so dachte Oliver, ihr viel besser stand.