Hi zusammen,
mein Dank geht wie immer an die treuen Leser, die mich seit längerem unterstützen.
Trotzdem glaube ich, ist es an der Zeit, ganz nebenbei zu erwähnen, dass ich kein ausgebildeter Autor bin. Was auch immer für Erwartungen ihr also an mich habt, ich werde sie nie erfüllen können.
Ich schreibe einfach nur Geschichten. Dies sind teils Dinge, die ich selbst erlebt habe und verarbeiten muss bzw. möchte, um nicht durchzudrehen. Im Grunde genommen schreibe ich rund um die Uhr irgendwelches sinnloses Zeugs auf und stelle es anderen (so wie euch) auf meinen Seiten zur Verfügung, damit ihr euch damit die Zeit vertreiben könnt.
Bitte versteht das. Ich mache Fehler und werde nie Geld damit verdienen bzw. auf irgendeiner blöden Bestsellerliste erscheinen. Aber was soll's? Das ist mein Leben. Das ist eben meine Geschichte.
Ich hoffe, das klingt nicht zu hart. Ich hoffe auch, ihr könnt das respektieren.
Liebe Grüße
houseghost
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Thorns in my chest
Kapitel 22
Die Erleichterung, die Hermine über den Ausgang ihres Gesprächs mit Snape verspürte, war unbeschreiblich. Und das nicht nur, weil sie noch immer dabei waren, sich zu küssen. Es gab jede Menge zu erfahren, sowie jede Menge zu entdecken. Beispielsweise seine Zunge, die ungestüm in ihren Mund drang, wo sie nach ihrer suchte. Oder seine Hände, die auf sehr innige Art ihr Gesicht in ihrer Mitte hielten, um sie noch näher an sich zu ziehen.
Snapes Augen waren inzwischen fast gänzlich geschlossen. Er schien so von Verlangen erfasst zu sein, dass er alles um sich herum ausblendete. Immer länger dauerten die Küsse, immer enger rückten sie zusammen, bis er sie schließlich auf das Sofa niederdrückte und sich mit seinem ganzen Körper auf sie legte.
Hermine fühlte sich geradezu, als wäre sie im Himmel, während sie so unter ihm lag. Plötzlich aber fiel ihr eine Sache auf, die sie offengestanden ziemlich beunruhigte; ein ungewohnter Druck auf ihrem Bauch, eindeutig von Snapes Erregung stammend. Es war ein unübersehbares Zeichen dafür, wie weit sie inzwischen vorangeschritten waren.
Voller Erwartung, was als Nächstes geschehen würde, kostete sie das Gefühl aus. Doch da Snape um einiges älter war, musste sie befürchten, dass er bereit wäre, aufs Ganze zu gehen. Genau da aber lag ihr Problem, denn bisher hatte sie diesen Schritt noch nicht gewagt. Hermine konnte nur ansatzweise erahnen, dass ihre Erfahrungen mit Ron bei Weitem nicht ausreichten, um mit denen ihres Professors zu konkurrieren.
Nach Luft ringend bemühte sie sich, ihn auf Abstand zu bringen. Dann warf sie ihm ein scheues Lächeln zu, das er durch seine Strähnen hindurch mit einem Funkeln in den schwarzen Augen erwiderte. Wenn sie sich dazu imstande gefühlt hätte, hätte sie alles getan, um den Vorgang des gegenseitigen Kennenlernens fortzusetzen. Doch was, wenn sie durch ihre Unerfahrenheit alles zurückwerfen würde, was sie so mühsam erreicht hatte? Und wie sollte sie es anstellen, ihm beizubringen, dass sie noch nie mit jemandem geschlafen hatte?
Von einem Schauder erfasst hielt sie seinem Blick stand, wobei beinahe ihr Herz auszusetzen schien. Im Vergleich zu ihrem Kuss von neulich hatte er deutlich Farbe bekommen, wodurch sie sich bestätigt fühlte, dass ihre Sorgen nicht ganz unbegründet waren.
„Wollen Sie, dass ich Sie zurückbringe, Granger?", fragte er mit rauer Stimme, die keine Zweifel daran ließ, dass er ihre Zurückhaltung gespürt hatte.
Entschieden schüttelte sie den Kopf. „Nein. Es ist perfekt so."
Er zog die Brauen in die Höhe. „Ich bin erleichtert, dass Ihre Ansprüche so gering sind."
Vergnügt lachte sie auf. „Es ist wahr! Wenn ich geahnt hätte, dass der Tag so eine Wendung nimmt, hätte ich ihn nicht damit zugebracht, mir solche Schuldgefühle einzureden."
„Was auch immer das wieder zu bedeuten hat", brummte er sarkastisch zurück.
Hermine ging nicht darauf ein und klemmte ihre feuchte Lippe zwischen die Zähne, um seinen Geschmack noch einmal in sich aufzunehmen, während Snape sich nachdenklich mit den Fingern durch die Haare fuhr.
„Danke, dass Sie mich hierher gebracht haben, Professor. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einen so schönen Sonntagnachmittag hatte."
Leise seufzend wollte er sich aufsetzen, Hermine jedoch griff nach seiner Wange und brachte ihn dazu, sie anzusehen.
„Sie wissen, dass ich den Kuss nicht unterbrechen wollte, oder? Aber ich - ich musste es tun. Es gibt da etwas, das wir klären sollten."
Seine Kiefermuskulatur verhärtete sich umgehend. Kaum merklich nickte er. „Es war richtig so. Ich weiß nicht, was über mich gekommen ist."
Hermine strich sanft mit ihren Fingern über sein Gesicht, bis hinab zu seinen dünnen Lippen. Dort angelangt hielt sie inne und betrachtete ihn. „Ich weiß es. Und wenn Sie ehrlich sind, wissen Sie es auch."
Erwartungsvoll sah er sie an, die Brauen dabei in der Mitte eng zusammengezogen. „Tue ich das? Wir haben vergessen, wer wir sind, Granger. Zumindest habe ich es vergessen. Und fast wäre ich dabei zu weit gegangen ..."
Die Härte, die bei diesen Worten in seiner Stimme lag, überraschte sie, sodass sie abwehrend den Kopf schüttelte. „Unsinn. Es war wundervoll, jeder einzelne Moment eine Kostbarkeit. Außerdem wollten wir beide es so, womit es keinen Grund gibt, das, was hier geschehen ist, zu verurteilen."
Snape senkte den Blick und etliche seiner schwarzen Strähnen fielen ihm vor die Augen. Er wirkte mit einem Mal schuldbewusst und abgeschlagen. „Es tut mir leid, Granger. Aber ich fürchte, am Ende bin ich es, der die Situation ausgenützt hat."
Mit offenem Mund starrte sie ihn an. „Sagen Sie das bitte nicht. Es ist nicht wahr."
Voller Härte sah er sie an und Hermine begriff langsam, dass er aufgewühlter war, als sie angenommen hätte. Sein Brustkorb jedenfalls hob und senkte sich vor Aufregung schneller als gewöhnlich.
„Was ist dann wahr? Es gibt so viele Dinge, die wir nicht einfach verdrängen können. Im Vergleich zu Ihnen bin ich ein alter Mann. Da ist es verständlich, wenn Sie einen Rückzieher machen. Niemand kann Ihnen das vorwerfen, schließlich haben Sie noch Ihr ganzes Leben vor sich. Es werden bessere Angebote kommen, verlassen Sie sich darauf."
Irritiert blinzelte Hermine zu ihm hinauf. „Warum tun Sie das? Wollen Sie mich etwa wieder auf Abstand bringen? Sie wissen, dass ich nicht so über Sie denke. Also tun Sie mir den Gefallen und akzeptieren Sie, was ich fühle. Ich möchte so sehr, dass wir es miteinander versuchen. Ich möchte mit Ihnen zusammen sein, Professor. Und nicht nur das. Ich möchte auch alles andere."
Snape hockte wie erstarrt neben ihr und bemühte sich, seinen unruhigen Atem unter Kontrolle zu bringen. „Ich bin mir nicht sicher, ob ich das so akzeptieren kann", sagte er matt. „Es wird immer einen Grund geben, der dagegen spricht, dass wir zusammen sind."
Hermine fröstelte, als sie das hörte. Sie wusste, dass es nicht leicht werden würde, diesen Weg zu gehen. Ganz besonders dann nicht, wenn er selbst verunsichert war. Fest entschlossen setzte sie sich auf und legte die Arme um seine Schultern. Snape ließ sie gewähren, ohne sich zu regen.
„Aber ich möchte es. Alles. Und wenn Sie es ebenfalls möchten, ist das das Einzige, was zählt. Keiner kann uns Vorschriften machen, solange wir nicht gegen die Gesetze verstoßen, richtig?"
Er schnaubte leise. „Wie kann ich dich küssen und dabei nicht gegen etwas verstoßen, das es mir verbietet? Ich habe genug von diesen Spielchen. Für die nächsten Monate bin ich immer noch dein Lehrer, Hermine. Verstehst du, was das bedeutet? Verstehst du, dass wir vorsichtig sein müssen, weil es ungefähr tausend Regeln und Konventionen gibt, die uns im Weg stehen?"
„Egal, was auch immer das bedeuten soll, ich will es nicht hören." Vorsichtig senkte sie ihre Lippen auf seine nieder und drückte ihm einen Kuss darauf. „Ich weiß, wir werden es nicht leicht haben. Aber was macht das schon? Alleine die Tatsache, dass wir hier auf diesem Sofa sitzen, ist unbeschreiblich. Wie auch immer Sie mich nennen, es macht keinen Unterschied, solange wir beide uns einig darin sind, dass wir es so wollen."
Snape ließ die Mundwinkel spielen. „Für mich macht es einen Unterschied."
„Dann denken Sie nicht daran."
„Und was ist, wenn ich genug davon habe, mich zu verstecken? Hast du darüber einmal nachgedacht?"
„Ja, das habe ich. Es wird nicht ewig so weitergehen. In ein paar Monaten ist das Versteckspiel vorbei. Und bis dahin möchte ich jede einzelne Sekunde davon auskosten."
„Dann bereust du es nicht? Auch nicht, dass ich fast zu weit gegangen wäre?"
Hermine schüttelte ihre Locken und lehnte innig ihren Kopf an seine Stirn. „Nicht einen Moment davon. Ich glaube, dass ich noch nie etwas so sehr wollte."
Er nickte. „Gut. Dann will ich es jetzt hören, Hermine. Ich will hören, wie du meinen Namen sagst. Sag es. Nicht das, was ich war, sondern das, was ich bin."
Seit geraumer Zeit hatte sie mit dem Gedanken gespielt, was geschehen würde, wenn sie diesen Punkt erreichen würden. Jetzt, wo es soweit war, musste sie sich eingestehen, dass es nicht so leicht war, das zu tun. Unweigerlich würde sich dadurch etwas zwischen ihnen ändern. Dennoch nahm sie sich zusammen und legte angespannt ihre Hände um seine Wangen. Dann sah sie ihm ins Gesicht.
„Severus. Du bist Severus. Und wenn ich heute mit dir schlafe, dann tue ich es, weil du es bist. Vielleicht wollte ich es schon die ganze Zeit über. Aber auch das musste mir erst bewusst werden."
Snape schluckte. Im nächsten Augenblick drückte er sie auf das Sofa nieder und legte sich mit seinem ganzen Gewicht auf sie, als würde er ihr damit zeigen wollen, dass sie zueinander gehörten. „Du weißt, dass du das nicht überstürzen solltest", sagte er ernst. Das Verlangen in seiner Stimme war dabei kaum zu überhören.
In Hermine löste es umgehend ein Gefühl der Geborgenheit aus, das sie so nicht für möglich gehalten hätte. „Ja. Doch genau genommen ist der Zeitpunkt dafür perfekt, wie alles andere auch. Wir sind alleine. Und wir sind auch nicht in Hogwarts. Das heißt, wir brechen keine Schulregeln."
Kopfschüttelnd zerteilte er mit seinen Fingern ihre Strähnen. „Wenn nur alles so einfach zu begründen wäre ..."
Hermine griff beherzt in sein schwarzes Haar und zog ihn zu sich, um ihn ein weiteres Mal zu küssen. Sanft berührten sich ihre Lippen, dann verschmolzen ihre Zungen miteinander, von dem wohligen Gefühl begleitet, sich eng umschlugen in den Armen zu liegen.
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Das Gefühl, nicht zu wissen, was sie zu erwarten hatte, als Snape begann, sie auszuziehen, war eigenartig. Fest stand nur, dass sie froh darüber war, wie intensiv er sich Zeit ließ, ihren Körper Stück für Stück zu erkunden. Aufgrund dessen war es auch bedeutend einfacher, mit ihrer Nervosität umzugehen, die sich unweigerlich eingestellt hatte, obwohl sie sich fest vorgenommen hatte, es nicht dazu kommen zu lassen. Geduldig glitten seine Hände in langen Bahnen über ihren Torso und liebkosten ihre Brüste auf eine Art und Weise, wie noch niemand zuvor es getan hatte. Als er ihr dann die Jeans und das Höschen ausgezogen hatte, wusste sie, dass es gut werden würde, denn auch jetzt betrachtete er sie wie einen kostbar dargebotenen Schatz.
Im Anschluss an diesen Akt begann er damit, sich selbst auszuziehen. Hermine war dabei mindestens ebenso nervös wie zuvor, denn abgesehen von eher peinlichen Zwischenfällen mit den Jungs, die sich auf ihrer Flucht durch das Land ereignet hatten, hatte sie bisher kaum einen erwachsenen Mann nackt zu Gesicht bekommen. Neugierig sah sie zu, wie er mit geschickten Fingern die Knöpfe an Hals und Brust öffnete und sich dann aus seinem Frack schälte. Sein ernstes Gesicht verriet deutlich, wie sehr er selbst unter der Anspannung litt, was sie wohl dazu sagen würde, ihn ohne seine gewohnte Kleidung zu sehen. Hermine hätte nur zu gern gewusst, was in ihm vorging. Sie konnte sich noch gut an die schrecklichen Bilder erinnern, die sich in der Heulenden Hütte abgespielt hatten. Noch immer war ihr nicht ganz klar, wie er das überlebt hatte. Im Moment jedoch war sie zu beschäftigt, ihn zu beobachten, als dass sie es gewagt hätte, ihn danach zu fragen. Vielleicht würde sich ja später eine Gelegenheit ergeben...
Gebannt besah sie sich seine Hände, die das Tuch an seinem Hals öffneten, dann folgten die Knöpfe seines weißen Hemds, bis Snape schließlich zögerte. Anscheinend war auch ihm bewusst, dass es ein Schock für sie gewesen war, ihn sterben zu sehen. Ganz besonders jetzt, da sie sich näher gekommen waren, schien der Vorfall ungesagt über ihnen zu schweben wie eine finstere Wolke.
"Noch kannst du nein sagen, Hermine."
Entschlossen stand sie auf und drückte sich mit ihrem nackten Körper an ihn. "Warum sollte ich das tun?", fragte sie in einem unschuldigen Lächeln.
Er schnaubte leise und wollte da weitermachen, wo er aufgehört hatte, doch Hermine streckte sich nach seinem Hals.
"Lass mich das tun, bitte."
Snape sah sie scharf an, als würde ihm diese Vorstellung gar nicht behagen.
"Ich möchte es so, Severus. Du hast mich gesehen. Jetzt möchte ich dich sehen."
"So einfach ist das?", fragte er kühl.
Hermine nickte. "Ja."
Ohne weiter darauf einzugehen, fing sie an, seinen Hals freizulegen. Schon bald stachen ihr die Narben von Naginis Attacke deutlich ins Auge. Achtlos ließ sie das Tuch zu Boden segeln und widmete sich mit den Fingerspitzen den empfindlichen Stellen, die es entblößt hatte. In Erinnerung an all das Blut, das er damals verloren hatte, wirkten die Überbleibsel der Bisse zwar immer noch gewaltig, doch auch irgendwie unwirklich. Keine andere Verletzung, die so tödlich und hinterrücks zustande gekommen war, wäre zu überleben gewesen, wodurch Hermine nicht umhin kam, ihm ihre Gedanken mitzuteilen. "Eigentlich hatte ich vor, das wann anders zu fragen, Severus. Aber ich glaube, ich möchte es jetzt wissen. Wie - wie hast du das überlebt?"
Snape griff nach ihren Händen und hielt sie fest. Eindringlich sah er ihr in die Augen. „Fawkes hat sich dazu entschieden, mich nicht sterben zu lassen. So zumindest lautet die Version von Albus."
„Und wie lautet deine Version?"
Er zuckte wie beiläufig mit den Schultern. „Es hätte reiner Zufall sein können."
„Glaubst du das wirklich?"
„Ich weiß es nicht. Aber ich bin hier. Also sieht es wohl so aus, als hätte ich noch eine Aufgabe zu erfüllen. Oder - was ich für wahrscheinlicher halte - es ist alles nur ein übler Scherz von Albus."
Nachdenklich schlang sie die Arme um seinen Leib. „Du wusstest, dass es mir schwer fallen würde, das zu sehen, nicht wahr?"
„Ich habe es befürchtet."
„Und weiter?"
„Nichts weiter."
Hermine biss schuldbewusst auf ihre Lippe. „Ich wollte nicht, dass du das durchmachen musst. Nicht einmal, als ich dich zutiefst dafür gehasst habe, dass du Dumbledore getötet hast, hätte ich mir gewünscht, dass dir so etwas widerfährt."
Snape nahm ihr Kinn zwischen seine Finger und brachte sie dazu, ihn anzusehen. „Mach dir keine Gedanken deswegen. Ich hatte es nicht anders verdient."
Entschieden schüttelte sie den Kopf, als würde sie nichts dergleichen hören wollen. „Nicht einmal Harry wollte das ..."
Er zog die Brauen zusammen. „Wenn er erfährt, was ich mit dir getan habe, beziehungsweise noch tun werde, wird er sich noch ganz andere Dinge für mich wünschen."
Hermine blinzelte. „Ich bin erwachsen, Severus. Du vergisst, dass ich da auch noch ein Wörtchen mitzureden habe."
Snape schmunzelte verhalten. „Das ist sehr liebenswert von dir. Aber ich glaube, mit Potter werde ich fertig."
Spielerisch klopfte sie mit der Hand auf seine Schulter. „Unterschätze ihn nicht. Harry würde fast alles für mich tun."
„Das weiß ich. Und wenn nicht, ist er ein Idiot."
Hermine schnaubte leise, ehe sie sich wieder seinem Hals widmete und zur Strafe eine Vielzahl an Küssen darauf verteilte, die seine empfindliche Haut zum Kribbeln brachten.
Zuerst sah es ganz danach aus, als würde er sich dagegen sträuben. Irgendwann schloss er dennoch die Augen und ließ es einfach mit sich geschehen. Für Hermine war es eine seltene Gelegenheit, fortzufahren. Es kam schließlich nicht oft vor, dass er den Widerstand aufgab, damit jemand so nahe an ihn herantreten konnte, um ihn zu erforschen.
„Ich bin froh, dass du mich nicht zurückgewiesen hast", sagte er ernst und nahm sie bei den Schultern.
„Wieso hätte ich das tun sollen? Ich habe auch ein paar Narben. Die, die ich mir im Ministerium geholt habe. Oder die von Bellatrix ..."
Sein Blick verfinsterte sich. „Ich weiß. Ich habe sie gesehen."
„Aber du hast nichts dazu gesagt."
„Nein. Ich wusste nicht, wie."
Ohne eine weitere Erklärung bedeutete er ihr, sich aufs Sofa zu legen, was sie auch tat. Dann stand er vor ihr und zog sich die restlichen Sachen aus, stets von ihren Blicken begleitet. Das Hemd, die Hose … Hätte Hermine auch nur geahnt, dass er noch weitere Narben hatte, die seinen Körper kennzeichneten, wäre sie darauf vorbereitet gewesen. Doch so war sie es nicht. Und trotzdem kam sie nicht umhin, ihn zu akzeptieren. Sie tat es, weil sie es wollte. Für sich selbst, für ihn, für all seine Makel. Alleine seine blasse Haut, die ihr förmlich entgegen leuchtete, war auf eine befremdliche Art anziehend. Sie wollte ihn berühren, ihn in den Armen halten. Ebenso verhielt es sich mit dem inzwischen so vertrauten, von etlichen schwarzen Strähnen umrahmten Gesicht. Zugegeben, seine ganze Erscheinung wirkte ein wenig grotesk. Aber so war er eben. Für sie war er perfekt.
Erneut kehrte die Nervosität in sie zurück, während sie den Arm nach ihm ausstreckte, um ihn zu sich zu ziehen. Snape sagte nichts. Er ergriff wortlos ihre Hand, als wäre sie eine Chance auf ein anderes Leben.
