Thorns in my chest

Kapitel 30

Hermine hatte immer geglaubt, es würde keine Rolle spielen, wie weit sie in so vielen Dingen voneinander entfernt waren. Da waren ihre Ansichten, der Altersunterschied, all die Erfahrungen, die er gemacht hatte, sie jedoch nicht. Aber egal, wie sehr sie sich auch bemüht hatte, diese Dinge verdrängen oder schönreden zu wollen, egal, was sie bereit war, zu ändern oder zu tun, fest stand unausweichlich, dass sie sich getäuscht hatte. Es spielte doch eine Rolle in ihrer Beziehung zu ihm.

Als er am Ende ihrer verzweifelten Versuche, ihn an sich zu binden, in ihr kam, wollte sie den Prozess für immer und ewig anhalten. Es war unbeschreiblich, ihn dabei zu erleben und zu beobachten. Sie konnte nicht nachvollziehen, wie er sich in ihrer Gegenwart derart fallenlassen und dann wieder so vor ihr und der ganzen Welt verschließen konnte, dass sie fürchten musste, ihn niemals zu verstehen. Genau das aber war es, was sie tun musste, wenn sie ihn endgültig besser kennenlernen wollte.

Snape nahm seine Hände und umfing damit ihr Gesicht. Behutsam drückte er sie an sich und hielt sie fest. Sein Körper pulsierte noch immer, doch langsam kam er zur Ruhe.

Für Hermine war es ein Zeichen dafür, dass es vorbei war. Alles, was sie festhalten wollte, drohte zu zerbrechen. Sie wusste zwar, dass er sie nicht fortschicken würde, doch das schien längst nicht mehr genug zu sein. Sie wollte, dass er auch all das wollte, was sie angestrebt hatte, obgleich sie wusste, dass es nicht dazu kommen würde. Jegliche Hoffnung, sich gemeinsam Ziele zu setzen, die sie erreichen wollten, war vergebens. Der langsame, qualvolle Prozess des Gehenlassens hatte begonnen, fast so wie damals, als sie ihm beim Sterben zugesehen hatte. Der einzige Unterschied zu heute war nur der, dass ihre Gefühle in Bezug auf ihn sich gewandelt hatten.

Langsam griff sie in seine schwarzen Strähnen und drückte ihm einen Kuss auf die dünnen Lippen. Dann fing sie an, sich von ihm freizumachen, um ihre Sachen zusammenzusuchen.

Snape hielt sie zurück und schob sie sanft auf die Matratze nieder, wo er sich über sie beugte und sie ansah.

„Was soll das werden, Severus?", fragte sie frei heraus. „Du willst mich doch am Ende nicht etwa umstimmen?"

Er zog wortlos die Brauen zusammen, woraufhin sie Anstalten machte, aufzustehen. Sofort wehrte er ab. „Warte. Bleib noch einen Moment. Ich muss dir etwas sagen, aber ich weiß nicht, wie ich das am besten tun soll."

Hermine biss sich auf die Lippe. Natürlich würde es schwer werden, jetzt zu gehen. Doch unter diesen Voraussetzungen die Nacht über bei ihm zu bleiben, würde alles nur noch komplizierter machen.

„Wenn es dir so wichtig ist, solltest du es einfach versuchen", sagte sie ernst.

Er senkte den Blick, sodass ihm die Strähnen vor die Augen fielen. „Ja, das sollte ich wohl." Vollkommen unvermittelt sah er sie wieder an. „Ich werde in den Ferien eine Weile nicht hier sein, Hermine. Deshalb muss ich dich bitten, in dieser Zeit auch nicht weiter nach mir zu suchen."

Seine Worte trafen sie wie ein harter Schlag. Nicht nur, dass sie die bevorstehenden Weihnachtsfeierlichkeiten vergessen hatte, wirkte paradox, sondern auch seine Versuche, die Unsicherheit vor ihr zu verbergen, die ihn so offensichtlich eingeholt hatte.

„Wie meinst du das?", fragte sie irritiert. „Du wirst doch wieder zurückkommen oder?"

„Bis der Unterricht beginnt, sollte ich wieder hier sein. Während dessen möchte ich, dass du nichts Unüberlegtes tust, Hermine. Ich meine das ernst. Ich kann es mir nicht leisten, in Schwierigkeiten zu geraten. Und Hogwarts auch nicht."

Noch nie hatte er besitzergreifend auf sie gewirkt. In diesem Moment aber, als sie unter ihm lag, glaubte sie zu spüren, dass er sie für sich alleine haben wollte. Eigenartig war dabei nur, wie er so tun konnte, als würde es ihm um etwas anderes als ihre Beziehung zueinander gehen.

"Du kannst nicht von mir erwarten, dass ich dich ziehen lasse und zugleich verlangen, dass ich das so hinnehme", sagte sie hart.

Snape verzog die Mundwinkel. "Mach es uns nicht noch schwerer."

"Das tue ich nicht! Aber dein Verhalten ergibt keinen Sinn. Einerseits willst du mich überhaupt nicht gehen lassen, andererseits forderst du mich auf, es zu tun. Was ist nur los mit dir?"

Er zögerte. "Ich muss herausfinden, was es mit dieser Entdeckung auf sich hat, die ich gemacht habe. Und du wärst mir dabei nur im Weg."

Ungläubig fiel ihr die Kinnlade herunter. "Was?"

Ruckartig wollte sie aufstehen. Doch Snape schien geahnt zu haben, dass sie mit Unverständnis darauf reagieren würde. Er fackelte nicht lange und umfasste gezielt ihre Handgelenke. Dann führte er sie über ihrem Kopf zusammen und sah eindringlich auf sie hinunter.

"Hör zu, Hermine. Es liegt mir wirklich fern, dich zu verletzen. Ich weiß, dass ich Unmögliches von dir verlange, indem ich dich darum bitte, schließlich ist es nicht gerade deine Stärke, die Dinge auf sich beruhen zu lassen. Du bist so ungeheuer impulsiv, dass ich fürchten muss, du könntest eine Dummheit begehen ..."

"Lass mich los!", schnaubte sie, sich energisch unter ihm windend. "Glaubst du wirklich, ich will mir weitere Ausflüchte von dir anhören?"

Snape verdrehte die Augen. "Hör auf zu zappeln. Du sollst mir einfach nur zuhören, in Ordnung? Danach kannst du immer noch entscheiden, was du tun wirst. Es liegt bei dir."

Wenig begeistert von diesem Vorschlag spuckte sie ihn an: „Du willst, dass ich dich gehen lasse? Wieso? Wohin?"

Er seufzte wie erschlagen. „Weil ich es zu Ende führen muss."

„Du? Bist du jetzt total übergeschnappt? Sie würden dich in Stücke reißen, wenn sie dich erwischen!"

Es wurde still und Hermine bekam es langsam aber sicher mit der Angst zu tun.

„Du kannst nicht einfach so gehen, Severus! Das werde ich nicht zulassen. Ich will nicht, dass du gehst!"

Bedrückt schluckte er. „Ich habe Potter darauf angesetzt, weitere Informationen zu beschaffen, um ihn aus dem Gröbsten herauszuhalten."

Hermine zerrte wütend an ihren Armen und er ließ von ihr ab. Müde saß er auf ihr und nahm ihr Gesicht zwischen seine Hände.

„Ich glaube, ich habe gefunden, wonach ich gesucht habe. Und das Letzte, was ich will, ist, dass ihr euch auf die Suche danach begebt."

„Soll das heißen, du hast Harry mit Absicht auf eine falsche Fährte geführt?"

Wortlos blinzelte er sie an. „Es ist das Beste so, glaub mir."

Hermine schüttelte den Kopf. „Das sieht dir ähnlich! Du willst wie immer alles auf eigene Faust erledigen, nicht wahr?"

„Hermine …"

„Nein! Komm mir jetzt ja nicht so! Du möchtest das wirklich tun? Dann antworte mir gefälligst!"

„Ja."

„Aber warum?"

„Weil irgendjemand es tun muss. Und weil es das ist, was ich kann. Dafür habe ich gelebt."

„Du bist verrückt!"

„Vielleicht. Aber das ist die Art, auf die ich gearbeitet habe. Etwas anderes kenne ich nicht."

„Und wenn du dabei draufgehst? Was dann? Was wird dann aus mir?"

Snape nahm die Hände hoch und fuhr sich angestrengt damit durch die Haare. „Das hat mit uns gar nichts zu tun, Hermine. Du weißt, dass ich nicht ewig hierbleiben kann ..."

„Wieso nicht? Wieso tust du so, als würde es nur diesen Weg für dich geben, Severus? Dir ist doch wohl klar, dass du bei den Todessern schlechte Karten hast, seit herausgekommen ist, was du wirklich für Dumbledore und uns alle getan hast."

Er senkte den Blick und schluckte hart. „Weil ich es versprochen habe. Und weil ich nicht darauf warten möchte, bis mir jemand ins Gesicht sagt, dass ich überflüssig bin."

Entsetzt reckte sie den Oberkörper empor und nahm seine Hände in ihre. „Aber das bist du nicht, Severus."

„Noch nicht."

Sie drückte seine Hände. „Wenn es dir so wichtig ist, dann lass mich mit dir gehen. Bitte."

Sanft schüttelte er den Kopf. „Nein. Du wirst schön hierbleiben und die Zeit nutzen, um dich auf die Prüfungen vorzubereiten."

„Aber bis dahin dauert es noch eine Ewigkeit."

„Das kommt dir nur so vor."

Hermine klemmte ihre Lippe zwischen die Zähne. „Dann willst du das also wirklich durchziehen?"

„Ja."

„Wann, Severus? Wann willst du fortgehen?"

„Bald."

„Verstehe", sagte sie knapp. Obwohl sie es in Wahrheit nicht verstand.

Snape löste seine Hände aus ihrem Griff und nahm ihr Gesicht in deren Mitte.

„Ich möchte, dass du mir versprichst, keine Dummheit zu begehen."

Hermine lachte auf. „Das kannst du unmöglich von mir verlangen! Ich soll dich einfach so gehenlassen und hier ausharren, was passiert? Was ist, wenn ich das nicht möchte?"

Er hob eine seiner Brauen in die Höhe. „Du kannst nicht von mir erwarten, dass ich dich um Erlaubnis frage, oder?"

Betreten zog sie die Nase hoch. Zugleich machte sich ein eigenartiges Kribbeln in den Augen daran, ihr die Sicht zu nehmen.

"Ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll, Severus. So habe ich mir das jedenfalls nicht vorgestellt."

Er lächelte matt. "Wie hast du es dir dann vorgestellt? Dass wir uns weiterhin heimlich hier unten treffen und miteinander schlafen, wenn uns danach ist?"

"Wieso nicht?"

"Ja, wieso eigentlich nicht", antwortete er sarkastisch. "Und was, wenn du deinen Abschluss gemacht hast? Was wird dann passieren? Ich habe nicht das Recht dazu, dir Hoffnungen zu machen, wo keine ist. Ich stehe dir und deiner Zukunft nur im Weg, Hermine. Und ob du es glaubst oder nicht, ich bin nicht so veranlagt, dass ich um jeden Preis jemanden flachlegen möchte, um das nachzuholen, was ich in den vergangenen Jahren versäumt habe."

"Das habe ich auch nicht behauptet", entgegnete sie steif.

"Nein. Aber was wir hier tun, wirkt billig, wenn man bedenkt, was wir für Aussichten haben. Du hast mehr als das verdient."

"Du tust ja gerade so, als wäre das, was wir miteinander haben, etwas Schlechtes."

"Ich möchte nur, dass dir bewusst wird, dass es so nicht weitergehen kann."

"Das hast du bereits mehr als deutlich getan. Aber trotzdem will ich nicht, dass es so endet."

Snape zog sie zu sich an seine Brust und Hermine atmete tief seinen vertrauten Geruch ein. In eben diesem Moment, als er sie so innig festhielt, schien ihr etwas klarzuwerden, was sie die letzten Stunden über, seit sie ihn in seinem Büro gefunden hatte, verdrängt hatte.

"Du hast doch vor, zurückzukommen, oder?", fragte sie leise.

Er schluckte laut hörbar. "Ich weiß es nicht. Was uns widerfahren ist, war wunderbar, Hermine. Aber ich kann so nicht weitermachen."

"Warum nicht?"

Ein sanftes Schnauben entfuhr ihm. "Immerzu fragst du mich nach dem Warum. Dabei weißt du genau, dass ich es dir nicht erklären kann."

"Versuch es einfach, Severus."

Er hob ihren Körper an und legte sie behutsam auf das Bett nieder, als würde sie nicht mehr wiegen als eine Feder. Langsam ließ er seine Finger über ihren Bauch gleiten, bis hinauf zu ihren Brüsten.

Hermine schauderte. Das Bedürfnis, von ihm berührt zu werden, war so groß, dass sie sich am liebsten mit einem Ruck die restlichen Klamotten vom Leib gerissen hätte.

"Seit der Zeit, zu der ich mich entschloss, ein Todesser zu werden, habe ich aufgehört, daran zu glauben, ein normales Leben zu führen. Mir wurde schnell bewusst, dass es kein Zurück mehr geben würde. Dafür war es einfach zu spät."

"Warum hast du es dann überhaupt getan?"

"Weil sie mich akzeptiert haben, so komisch das auch klingen mag. Wenigstens hatte ich einen Platz, wo ich hingegen konnte. Etwas, das mir ein Gefühl der Zugehörigkeit gegeben hat. So wie ein Zuhause."

"Ein Zuhause?"

Er nickte, während seine Hände immer noch über ihren Körper glitten und ihr eine Gänsehaut versetzten. "Lucius war in diesen Jahren immer für mich da. Ich konnte bei ihm unterkommen und bekam eine warme Mahlzeit, wenn nötig."

"Was war mit Hogwarts? Dort hättest du dasselbe gehabt, in wesentlich angenehmerer Gesellschaft."

"Du wirst mir vermutlich nicht glauben, aber das war mir damals nicht bewusst. Albus hat versucht, mit mir zu reden und mich zur Vernunft zu bringen. Aber ich habe ihn abgewiesen. Eines Tages wusste er, dass es zu spät war. Ich konnte nicht mehr zurückkommen."

"Er hat dich rausgeworfen?"

"So in etwa. Jedenfalls hat er mir unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ich hier nichts mehr zu verlieren hätte."

Hermine biss sich schmerzhaft auf die Lippe. "Das hätte ich ihm gar nicht zugetraut."

"Nein? Ich fange langsam an, mich zu fragen, was für eine Meinung du überhaupt von ihm hast, Hermine."

"Das ist noch unklar. Er überrascht mich immer wieder, genau wie du. Wie ging es denn weiter?"

Er zuckte wie beiläufig mit den Schultern. "Eine Weile lang habe ich verschiedene Aufträge für die anderen Todesser ausgeführt."

"Was für Aufträge?"

"Alles Mögliche. Du solltest es besser nicht erfahren. So oder so, die Zeit war nicht leicht. Die Schule fing an, mir zu fehlen. Ich habe ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, zurückzukommen. Aber ohne eine Ausbildung war es schwer, eine Stelle zu bekommen."

"Soll das heißen, du hast am Ende gar keine Ausbildung gemacht?"

"Ja, das soll es heißen."

"Wie bist du dann Lehrer geworden?"

"Das war nicht weiter schwer. Durch das Wissen, das ich mir so mühsam angeeignet hatte, war ich qualifiziert genug für jeden Posten hier."

Hermine nickte nachdenklich. "Verstehe. Wie hast du Dumbledore davon überzeugt, dich doch einzustellen?"

"Ich war verzweifelt und kam zu ihm, um ihn um Hilfe zu bitten. Er sollte etwas unternehmen, um Lily zu beschützen."

Hermine schluckte. Den Teil der Geschichte kannte sie von Harry. "Und als er festgestellt hat, dass es dir ernst war, hat er dich bereitwillig eingestellt?"

"Nicht ganz so bereitwillig. Aber immer noch lieber als Tom Riddle."

"Seitdem bist du hier."

"Ja. Seitdem bin ich hier."

Hermine sah innig in sein Gesicht und stellte fest, dass er den Blick erwiderte. Sie war dankbar, dass er sich nicht vor ihr verschlossen hatte, wie es üblicherweise der Fall war.

Langsam streckte sie die Hand nach ihm aus und zog ihn am Nacken zu sich.

Snape ließ sie gewähren und legte sich mit seinem ganzen Körper auf sie. Ihre Augen verschmolzen miteinander, ehe er den Kopf senkte und seine Lippen auf ihre drückte. Sehnsüchtig vergrub er seine Finger in ihren Haaren und küsste sie.

Erst nach einer schieren Ewigkeit brachen sie nach Luft ringend auseinander. Hermine jedoch ließ die Angelegenheit noch immer keine Ruhe.

"Ich verstehe, dass es dir Angst macht, dich an jemanden zu binden, Severus. Du hast versucht, Lucius zu vertrauen. Doch am Ende hat er dich nur in eine verzweifelte Lage gebracht. Er hat dich benutzt."

"So einfach ist das nicht, Hermine", sagte er abwertend.

"Doch. Genauso ist es. Wenn er dir wirklich ein Freund gewesen wäre, hätte er alles getan, um zu verhindern, dass du da hineingerätst. Stattdessen hat er deine Lage ausgenutzt, um neue Todesser für Voldemort anzuwerben."

"Es war nicht seine Schuld, dass ich so naiv war, darauf hereinzufallen."

"So siehst du das also?"

"Ja, so sehe ich das."

"Dann wundert es mich nicht, dass alles so gekommen ist. Die ganzen Jahre, die du für Dumbledore geopfert hast und die daraus resultierende Einsamkeit ..."

Snape legte behutsam seine Hand auf ihren Mund, um sie zum Schweigen zu bringen. Mit der anderen schob er ihre Schenkel auseinander und drang in sie ein.

Hermine rang nach Luft. Es geschah alles so plötzlich und unerwartet, dass sie ihm am liebsten eine Ohrfeige dafür verpasst hätte.

"Du kannst es nicht ändern, Hermine", sagte er mit rauer Stimme, während er anfing, sich tief in ihr verborgen zu bewegen.

Zum Dank für diese ungeplante Aktion versenkte sie unsanft ihre Nägel in seinem Rücken. "Das weiß ich, Severus."

Ein eigenartiges Grinsen lag auf seinem konzentrierten Gesicht. "Eines Tages, wenn du zurückblickst, wirst du feststellen, dass sich manche Dinge nicht so steuern lassen, wie man es gerne möchte. Die Fehler, die ich gemacht habe, habe ich zu verantworten. Es ist meine Schuld. Und ich muss damit leben."

Hermine fröstelte, als sie das hörte. Seine Art, sie so wie jetzt zu nehmen, war bestimmend und rau. Anders als sie es von ihm gewohnt war, ließ er sie seine Kraft ungezügelt spüren, wodurch sich das Gefühl von zuvor, dass er sie für sich alleine besitzen wollte, bestätigte.

Trotz der ungewohnten Situation für Hermine stellte sich ein unsagbares Verlangen nach ihm ein, womit sie es geschehen ließ, wie er es wollte. Nicht lange darauf wurden seine Bewegungen schneller. Snape gab sich keine Mühe, seine Gefühle vor ihr zu verbergen und brachte seine Regungen deutlich zum Ausdruck. Schweißnass kam er und pumpte seinen Samen in sie. Dann brach er erschöpft auf ihr zusammen.

Die anfängliche Zurückhaltung seines sonst eher ruhigen Wesens war verschwunden. Aus dem Schmerz vor der Angst, einander zu verlieren, war Verzweiflung geworden. Das Stadium des gegenseitigen Geben und Nehmens hatte eine neue Dimension erreicht, wodurch sich einmal mehr etwas in ihrer schwierigen Beziehung zueinander gewandelt hatte.