I NEED TO REMEMBER
AND SO I CLOSE MY EYES
HE IS MARTYR
I AM HIS SLAVE
-houseghost-
Zu euren Fragen:
-Warum ich houseghost als Nickname genommen habe?
Das ist leicht zu beantworten. Die Initialen HG sind an Hermione Granger angelehnt. Da ich Geschichten über SSHG schreibe, schien es mir passend.
-Warum ich nicht mal eine Komödie veröffentliche?
Okay, einige wissen es schon. Ich persönlich gehöre nicht zu den Menschen, bei denen im Leben alles glatt lief. Ich wahr noch sehr jung, als ich anfing, mir über den Tod Gedanken zu machen. Es kann einfach Situationen geben, in denen man verzweifelt. Manche zerbrechen daran, andere finden einen Weg, damit umzugehen. Ich habe keine Ahnung, wo ich mich einordnen soll. Es ist alles offen.
Auch in dieser Geschichte machen Hermine und Snape eine schwere Zeit durch, genauso wie es im wahren Leben oft der Fall ist. Ich kann dabei nur aus meinen Erfahrungen und aus meiner Vorstellungskraft schöpfen. Wenn ihr andere Erfahrungen gemacht habt, werdet ihr anders schreiben und den beiden ein anderes Gesicht verpassen.
Ich hoffe, das beantwortet eure Fragen.
Liebe Grüße
-houseghost-
Thorns in my chest
Kapitel 31
Hermine wusste, dass sie zu früh angefangen hatte, ihre Kindheit hinter sich zu lassen. Doch damals, als Harry sie gebraucht hatte, war sie bereit gewesen, ihm zu folgen. Jetzt mit Severus war das nicht anders. Der Unterschied bestand nur darin, dass er sie nicht dabeihaben wollte.
Noch nie zuvor war es ihr so schwer gefallen, sich von jemandem zu verabschieden. Noch nie hatte sie so mit sich gerungen, sich gegen die unausgesprochene Abmachung zu stellen, die sie insgeheim mit ihm getroffen hatte. Das Verlangen, ihn zu halten, war stärker als alles andere. Die leidige Angelegenheit mit der Vernunft schien nur noch reine Formsache zu sein, nicht aber das, was sie sich ersehnte.
Zwar war sie erwachsen, ihr Herz jedoch kümmerte sich wenig darum, was einen Sinn ergab und was nicht. Sie wollte ihn, ihren Professor. Und das so sehr, dass es schmerzte, ihn gehen zu lassen.
Traurig kehrte sie den Kerkern den Rücken zu, ohne zu wissen, wie es weitergehen würde. Der Gedanke an die Ferien schnürte ihr fast die Luft ab. Er würde nicht da sein. Und schlimmer noch: Er war bereit, da weiterzumachen, wo er aufgehört hatte. Ganz gleich, wie sehr sie sich wünschte, ihn vom Gegenteil überzeugen zu können.
Das Leben erschien Hermine wie eine Farce. Bitter, kalt, unberechenbar. Einer Ironie gleich hatte es zugeschlagen, um das zurückzuholen, was sie sich mühsam mit ihm erkämpft hatte. Die Zweisamkeit und Vertrautheit, nach der sie sich verzehrte, sobald er nicht in ihrer Nähe war.
Es hatte lange gedauert, ehe sie sich eingestehen konnte, wie sehr sie sich an ihn gewöhnt hatte. Seine Art, sie anzusehen und zu halten, war zu etwas geworden, was sie sich nie erträumt hätte. Snapes anfängliche Zurückweisung hatte sich als Zurückhaltung entpuppt, um nichts zu riskieren, was sie in Schwierigkeiten gebracht oder überfordert hätte. Dennoch waren unausweichlich die Probleme dagewesen, an denen alles zu zerbrechen drohte. So sehr sich beide auch gewünscht hätten, sie zu umgehen, war es ihnen nicht gelungen. Er war im Gegensatz zu ihr reifer; ein Mann mit Ecken und Kanten, den sie nicht zurechtbiegen konnte, wie sie es brauchte.
In Erinnerung an die gemeinsame Zeit mit ihm liefen in einem schier endlosen Strom Tränen über ihr Gesicht. Irgendwo in der Dunkelheit der endlosen Gänge verkroch Hermine sich Abend für Abend in einer Ecke und schlang die Arme um den zitternden Körper. Wie sollte sie begreifen, was das zu bedeuten hatte? Wie sollte sie mit der Angst umgehen, ihn verlieren zu können?
Zurück in ihrem Turm ließ sie sich von Ginny in die Arme nehmen, die nichts lieber getan hätte, als ihr Trost zu spenden. In Wahrheit aber saß die Trauer zu tief, ebenso wie die Ungewissheit, die quälend an ihrem Verstand zu nagen begann.
„Warum hast du mich nicht davon abgehalten, Gin? Du wusstest doch, dass ich nicht anders kann, als mich mit Herz und Seele darauf einzulassen ..."
Ginny strich ihr sanft eine Strähne hinters Ohr. „Hättest du denn auf mich gehört, wenn ich dir gesagt hätte, dass du ihn nicht ändern kannst?"
Hermine schüttelte den Kopf. „Nein."
„Er hat zu lange alleine gelebt. Du darfst ihm keine Vorwürfe dafür machen, so ist er einfach."
Ungläubig wischte Hermine sich mit dem Ärmel die Tränen aus den Augen. „Soll das heißen, du kannst das verstehen? So wie er ist, was er tut ..."
Ginny wendete nachdenklich den Blick ab. „Er erinnert mich ein wenig an Harry. Manchmal zumindest. Beide sind sie bereit, alles für eine Sache zu tun. Und beide sind hin und wieder nicht sonderlich umgänglich, weshalb sie gerne grübeln und etwas für sich behalten."
„Ich fürchte, Severus ist noch viel eigensinniger als Harry."
Ginny lächelte. „Ja, das schon. Aber als ihr euch damals auf den Weg gemacht habt, um die Horkruxe zu suchen, hätte er niemals zugelassen, dass ich mitkomme. Insofern weiß ich, wie du dich fühlst, Hermine. Ich kann es nachvollziehen. Für dich hingegen ist es neu, auszuharren und zu warten."
Hermine schluckte bitter einen neuen Schwall Tränen hinunter. In ihrer Verzweiflung hatte sie ganz vergessen, was Ginny während dieser Zeit durchgemacht hatte. „Denkst du denn, Harry würde dich heute immer noch außen vor lassen?"
„Das möchte ich ihm nicht geraten haben. Ich habe mich verändert, Hermine. Er weiß, dass ich ihm vertraue. Und andersherum ist es genauso."
Abwesend nickte sie. „Ich schätze, es wäre an der Zeit, ihm die Wahrheit zu sagen. Ich will nicht, dass du meinetwegen in Schwierigkeiten kommst."
„Das ist etwas ganz anderes. Er wird es verstehen. Weil ich es auch verstanden habe, als er mich damals nicht in alles miteinbezogen hat."
„Ich wünschte, ich wäre wie du, Gin. Aber ich glaube, ich bin nicht bereit dazu, es einfach hinzunehmen. Ich habe das Gefühl, etwas tun zu müssen, schließlich kann ich doch nicht nur hier herumsitzen und darauf warten, dass er zurückkommt."
„Und was willst du tun? Er wusste, dass du es vermutlich nicht verstehen würdest, trotzdem hat er dir davon erzählt, weil er will, dass du ihm vertraust. Ich weiß, was du willst, Hermine. Ich kenne dich zu gut, um nicht zu verstehen, was in dir vorgeht. Aber wenn du dem nachgehst, wirst du damit nicht glücklich werden. Gib ihm Zeit. Ihr habt vielleicht alles etwas überstürzt. Das hat ihn erschreckt."
Hermine blickte aus dem Fenster des Schlafsaals. Im Großen und Ganzen lag Ginny richtig. Die vergangenen Wochen waren trotz der teilweise chaotischen Situation zu schön gewesen, um wahr zu sein. Außerdem würde sie Severus nicht helfen können. Er war es gewohnt, so etwas zu tun. Und bestimmt wusste er, was er tat.
„Ich glaube, ich sollte doch mit dir in den Fuchsbau kommen, wenn du nichts dagegen hast, Gin. Ich kann nicht hier herumsitzen, wo mich alles an ihn erinnert. Es macht mich wahnsinnig."
Und so beschlossen sie, gemeinsam aufzubrechen, um der Familie Weasley einen Besuch abzustatten, genauso wie sie es früher auch getan hatten. Abseits von Hogwarts und den Kerkern, die Hermine so vertraut geworden waren.
