Thorns in my chest

Kapitel 38

Ein sanftes Rascheln holte Hermine früh am Morgen aus dem Schlaf. „Du bist schon wach?", fragte sie mit einem geöffneten Auge und war enttäuscht darüber, dass der Professor dabei war, sich in seine Sachen zu schälen.

Snape hob eine seiner Brauen an. „Nur weil ich jetzt weniger zu tun habe, heißt das nicht, dass ich meinen Rhythmus von heute auf morgen ändern kann. Ich muss noch einige Dinge in meinem Büro erledigen."

Hermine nickte müde. „Wie spät ist es denn?"

„Gleich sechs."

„Gott. Wir sind in Hogwarts, dein Weg zur Arbeit ist minimal. Wieso zum Henker stehst du nur immer so früh auf?"

Er schloss geschickt die Knöpfe an den Armen, kam näher und beugte sich zu ihr hinab, ohne ein Wort zu sagen, als wüsste er längst, dass das noch nicht alles gewesen war.

Instinktiv schlang sie die Arme um seinen Hals. „Du hast dich rasiert und riechst nach Shampoo", stellte sie trocken fest.

Postwendend rümpfte er die Nase. „Ich weiß, das ist kaum zu glauben, oder?"

Hermine drückte ihm einen harten Kuss auf die Lippen. „Du hattest doch nicht etwa vor, einfach so zu verschwinden, ohne dich von mir zu verabschieden?!"

Snape schnaubte belustigt. „Du hast geschlafen wie ein Stein, was mich darauf schließen lässt, dass du etwas mehr Schlaf gut gebrauchen könntest. Vor allem, bist du sicher, dass du nicht lieber mal wieder in deinem Turm aufwachen willst, ehe die anderen Verdacht schöpfen?"

Hermine rollte mit den Augen. „Keine Sorge. Ginny hält mir den Rücken frei. Außerdem, was soll's? Ich bin eben ein wahres Mysterium, Severus."

Wenig überzeugt machte er sich von ihr frei und setzte sich zu ihr an die Bettkante. „Pass auf, dass dich niemand sieht, wenn du gehst, in Ordnung?"

Sie nickte. „Versprochen ..."

„Das klang nicht gerade besonders aufrichtig."

Hermine klemmte ihre Lippe zwischen die Zähne und dachte nach. Insgeheim hoffte sie, dass sie ihm vertrauen konnte und er keine krummen Dinger mehr drehen würde. Doch das war bei jemandem wie ihm schwer zu sagen.

„Severus, du würdest es mir doch sagen, wenn etwas nicht in Ordnung ist, oder? Ich möchte dir keine Vorwürfe machen, trotzdem frage ich mich, wieso du noch immer so früh aufstehst."

Wie beiläufig zuckte er mit den Schultern. „Alte Gewohnheiten. Ich bin immer früh aufgestanden."

„Das weiß ich. Aber wieso ausgerechnet heute? Du hast eine Freistunde, bevor du anfangen musst."

Seufzend nahm er die Hand hoch und fuhr sich damit durch die noch feuchten Strähnen. „Es ist wie ein Ritual, weißt du? Mehr gibt es eigentlich nicht dazu zu sagen, außer dass ich nicht sicher bin, ob es mir gefällt, wenn du meinen Stundenplan in deinem Kopf hast. Wer weiß, was dir einfällt."

Hermine blinzelte entschuldigend. „Okay, wenn das so ist, dann lass dich nicht aufhalten. Ich verspreche dir, keinen Unfug zu machen."

„Zwei Versprechen zu so früher Stunde, Miss Granger?"

„Ja. Genieße den Augenblick, diese Macht über mich zu haben."

„Wenn du es sagst."

Besänftigt durch seinen geringen Widerstand grinste sie in sich hinein. „Sehen wir uns später beim Frühstück?"

Ein sanftes Lächeln kräuselte seine Lippen. „Ja. Ich schätze, auch das gehört dazu, hier zu arbeiten."

„Gut. Ich bin froh, dass McGonagall darauf besteht. Traditionen haben durchaus ihren Vorteil."

Blitzschnell streckte sie sich zu ihm hoch und zog ihn am Kragen zu sich hinunter, um ihm einen weiteren Kuss zu geben, der diesmal deutlich zärtlicher ausfiel. Im Anschluss daran stand er auf, schnappte sich den schwarzen Umhang vom Haken und verschwand nach nebenan in sein Büro, während Hermine sich mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht zurück ins Bett kuschelte. Der Gedanke, jeden Morgen so aufzuwachen, wurde mehr und mehr verlockender. Die Frage, wo sie wohnen sollten, blieb jedoch erst einmal ungeklärt.

Erst eine Dreiviertelstunde später raffte Hermine sich dazu auf, das Bett zu verlassen. Nackt und leicht fröstelnd stakste sie ins Bad und stieg in die Dusche. Dort drehte sie das Wasser an. Erst war es bitterkalt, wie die restliche Umgebung in den Kerkern auch. Doch es dauerte nicht lange, bis sie die richtige Temperatur fand und sich gänzlich unter den Strahl traute. Warm und wohltuend rieselten die Tropfen über ihren Rücken. Fast tat es Hermine dabei leid, die Spuren und Gerüche der letzten Nacht, die er auf und in ihrem Körper hinterlassen hatte, abzuwaschen. Nie wieder wollte sie die Erinnerung an ihn auslöschen. Jede seiner Berührungen machte sie lebendig, so wie jeder Kontakt zwischen ihnen dazu beitrug, die Bindung ihrer Seelen zu festigen. Ganz besonders hier unten, im Territorium der Slytherins und umgeben von seinen Habseligkeiten, fühlte sie seine Präsenz stärker als irgendwo sonst. Und obwohl er in diesem Moment nebenan in seinem Büro war, kam es ihr vor, als wäre er mit allen Sinnen allgegenwärtig bei ihr.

Das Sehnen ihres Körpers nach diesem Mann war so unbeschreiblich, dass Hermine leise aufstöhnte. Voller Verlangen leckte sie sich über die Lippen und konnte nicht widerstehen, seinen harten Penis in Gedanken bei sich zu spüren. Sie schloss die Augen und ließ langsam ihre Hände über den nackten Körper gleiten, bis hinab zwischen ihre Beine. Ungeduldig schob sie dann ihren Mittelfinger in den feuchten Spalt, der dort darauf wartete, erkundet zu werden. Sich selbst zu befriedigen war ihr früher nicht wichtig gewesen, doch jetzt, wo sie erfahren hatte, wie es sein konnte, durch Snape den Höhepunkt zu erreichen, war das anders. Vorsichtig umkreiste sie mit ihrem Finger ihre Klitoris und spürte die wallenden Körpersäfte ihres Unterleibs, die dem wundersamen Zweck dienen sollten, zwei Menschen innig zusammenzuführen, um ihnen gemeinsam die kostbaren Momente vollständiger Glückseligkeit zu verschaffen.

Nach wenigen Bewegungen nur fühlte Hermine etwas Hartes gegen ihre Rückseite stoßen. Zugleich legten sich zwei Hände um ihre Hüften und drückten sie an den vertrauten Körper ihres Professors, dessen Ankunft sie durch das Rauschen des Wassers überhaupt nicht gehört hatte.

Überrascht schlug sie die Augen auf und drehte den Kopf nach hinten. "Ich dachte, du hast zu tun."

Der Ausdruck seiner schwarzen Augen war so wollüstig, dass sie blinzeln musste. Er hatte nicht einmal Zeit vergeudet, sich aus seinen Sachen zu befreien. Im Nu war er nass von Kopf bis Fuß. Umso mehr stachelte sie der Gedanke an, die Gelegenheit zu ergreifen, es auf der Stelle mit ihm zu tun.

"Ich habe nebenan das Wasser durch die Rohre laufen gehört. Daraufhin hat es ganze zwei Sekunden gedauert, ehe mir klar wurde, dass ich ja eine Freistunde habe."

Hermine griff nach seinen Armen, zog sich zu ihm empor und drückte ihm einen Kuss auf die Stelle seines Halses, an der sein Kragen endete.

Genüsslich ausatmend glitten seine Hände über ihren nassen Körper. Mit der einen wanderte er nach oben und umfing ihre Brust. Mit der anderen schob er ihre Beine auseinander und ließ seine Finger zwischen ihre Falten gleiten.

Hermine stöhnte auf. "Wer hätte gedacht, dass du so leicht zu beeinflussen bist."

Ein sanftes Lächeln kräuselte seine Lippen, während sie ihre Wange an seinem Hals rieb. Gezielt fasste sie nach hinten und schob seine nassen Sachen beiseite, um seinen harten Penis aus der Hose zu befreien, der aufreizend gegen ihren Po drückte.

"Das ist weitaus besser als ein Frühstück mit Minerva", brachte er mühsam hervor.

Hermine lachte auf. "Das will ich hoffen."

Ungeduldig holte sie sein Glied heraus und wurde mit einem einzigen Stoß von ihm erobert. Das tiefe Stöhnen des Professors erfüllte umgehend den ganzen Raum.

Hermine riss die Augen auf. Seine Hände drückten sie so fest an sich, das ihr für einen Moment die Luft wegblieb. Innig krallte sie die Nägel in seine Arme, um seine Kraft abzufedern, während er sie hemmungslos nahm.

Nur wenig später saßen sie atemlos und klitschnass in der Dusche und ließen sich vom endlosen Strom des Wassers berieseln. Hermine hatte es sich auf seinem Schoß bequem gemacht und betrachtete eng an ihn geschmiegt sein Gesicht. Zärtlich strich sie ihm die durchtränkten Strähnen beiseite, er schloss im Gegenzug die Augen und lehnte den Kopf an die kargen Fließen.

„Ich war viel im Haus meines Vaters, während ich fort war", murmelte er nachdenklich.

Hermine biss sich auf die Lippe. Genau über diesen Ort hatte sie sich Gedanken gemacht, als sie zum ersten Mal auf die Idee gekommen war, mit ihm zusammenzuziehen. Es war einfach dort, für den Anfang jedoch würde es genügen.

Noch während sie überlegte, wie sie ihm beibringen sollte, was sie im Sinn hatte, sah er sie an. Hermine aber schüttelte den Kopf. Sie wusste, dass es keinen Sinn hatte, lange um den heißen Brei zu reden, denn so, wie er sich bereit gezeigt hatte, diesen Morgen mit ihr auszukosten, war klar, dass auch er den Versuch wagen wollte, mit ihr zusammenzuziehen. „Ich weiß, dass du es nicht geeignet findest, um dort zu wohnen, Severus."

„Das tue ich ganz und gar nicht", entgegnete er trocken. „Aber ich möchte ehrlich sein, Hermine. So wie meine Finanzen stehen, gehe ich nicht davon aus, dass wir etwas Besseres finden werden."

Sanftmütig lehnte sie ihre Stirn an seine. „Genau aus diesem Grund möchte ich dir sagen, dass es vollkommen ausreichend ist. Wir könnten ohne großen Aufwand ein paar Veränderungen vornehmen und es uns dort gemütlich machen. Dann sehen wir weiter."

„Ich bin mir nicht sicher, ob mir dieser Gedanke gefällt."

„Das dachte ich mir. Aber vielleicht sollten wir es einfach versuchen. So wie ich dich kenne, würdest du dich ohnehin weigern, mit mir in das Haus meiner Eltern zu ziehen."

„Natürlich würde ich das. Es ist alles andere als angebracht, so etwas zu tun."

Hermine seufzte leise. „Natürlich."

Snape nahm seine Hände und umfing damit ihr Gesicht. „Wenn du das wirklich tun willst, solltest du dir darüber im Klaren sein, dass wir keine großen Sprünge machen können. Ich habe diese Stelle damals angenommen, weil Albus als einziger Mensch bereit war, mir zuzuhören. Nicht etwa, weil ich Karriere machen wollte. Das Essen und meine Wohnung in Hogwarts wurden zwar gestellt, doch das, was ich verdient habe, ging größtenteils für meine Arbeit im Orden drauf."

Verwundert sah sie ihn an. „Heißt das, sie haben dir die Auslagen, die du während deiner Reisen hattest, nicht erstattet?"

„Das heißt es."

„Wovon hast du dann all die Jahre gelebt?"

„Ich habe in Hogwarts gewohnt, Hermine. Und in den Ferien konnte ich in Spinner's End unterkommen."

„Das weiß ich. Aber nach allem, was du getan hast, hättest du ein Recht darauf gehabt, entschädigt zu werden."

Er ließ die Hände sinken und nahm sie bei den Schultern. „Hör zu. Der Orden wurde in erster Linie gegründet, um den Dunklen Lord und seine Anhänger aufzuspüren und aufzuhalten. Niemand von uns wusste, wie lange wir so durchhalten können. Denk doch mal an die Weasleys oder Lupin. Der Orden lebte größtenteils von Spenden und dem, was wir den Todessern abnehmen konnten. Den Rest hat sich wie fast immer das Ministerium unter den Nagel gerissen. Angeblich wollten sie damit die Hinterbliebenen der getöteten Muggel entschädigen, die bei den Angriffen und Beutezügen der Todesser gestorben waren."

Hermine schluckte. „Glaubst du daran?"

Kaum merklich zuckte er mit den Schultern. „Ganz so einfach ist das nicht. Es muss alles geheim ablaufen, damit niemand Verdacht schöpft. Normalsterbliche reagieren bekanntermaßen nicht besonders erfreut, wenn sie von unserer Welt erfahren. Aber vielleicht kannst du daran etwas ändern, wenn du eines Tages im Ministerium arbeitest."

„Was ist mit Kingsley? Kann er denn nicht irgendetwas tun, um dieser Korruption ein Ende zu setzen?"

„Er weiß nicht, wo ihm der Kopf steht. Es gibt noch so viel zu tun, Hermine."

Sie nickte zustimmend. „Richtig. Zuerst sollten wir zusehen, dass wir dich aus den nassen Sachen rausbekommen. Wenn wir uns beeilen, schaffen wir es noch zum Frühstück, ehe alles weggeräumt ist."

Snape lächelte gequält. „Ich fürchte, du musst alleine gehen. Wenn wir beide zu spät kommen, wird Minerva nicht gerade erfreut darüber sein."

Fragend runzelte sie die Stirn. „Willst du denn gar nichts essen?"

„Ich habe keinen Hunger. Am besten bleibe ich in meinem Büro und werde dort auf sie warten. Bestimmt sucht sie nach mir. Aber wenn es dich beruhigt, lass ich mir was aus der Küche bringen."

Er stand langsam auf. Das Gewicht der tropfnassen Kleidung erinnerte Hermine an ein dunkles, mächtiges Meereslebewesen aus einem Film, den sie vor Urzeiten einmal gesehen hatte. Anmutig war es aus dem Wasser aufgetaucht und dann wieder darin verschwunden.

Mit einem verschmitzten Lächeln grinste sie zu ihm hoch.

„Was?", fragte er mit hochgezogener Braue, während er sich die Strähnen aus dem Gesicht strich.

Schnell schüttelte sie den Kopf. „Nichts weiter. Das ist heiß, Severus. Verdammt heiß."

Skeptisch hielt er ihr seine Hand hin, um sie auf die Füße zu ziehen. Hermine klammerte sich wackelig an ihn und legte die Arme um seinen Hals. Dann küssten sie sich zum Abschied und sie machte sich daran, ihre Klamotten zusammenzusuchen, damit sie endgültig die Kerker verlassen konnte.