Kapitel 3

Who is on top, falls deepest."

Beide liefen immer tiefer in die Burg hinein. Maricæns Kampf hatte ihr etwas Übung gebracht und immer noch verfolgte sie ein leichter schwarzer Rauch.

Ihre grauen Augen glühten vor Vorfreude und nur schwer konnte sie sich Ruhig halten.

Sie achtete weniger auf den Weg den sie liefen, als auf das was sich wohl am Ende des Ganges befand, den sie beide gerade entlang liefen.

Doch bis jetzt konnte sie noch nicht viel ausmachen. Es war finster in dem Innern der Burg, nun wirkten nicht einmal die Verschnörkelungen freundlich, besonders da Maricæn noch nie ein Auge für solch überflüssige Feinheiten hatte.

Ihr Blick war strikt nach vorn gerichtet und wollte sich nicht abwenden, bis sie wusste wohin Melkor sie führte.

Also lief sie still neben ihm her, der um einiges größer war als sie aber in dem Moment beeindruckte sie das nicht. War sie selbst zu sehr damit beschäftigt ihre Aufregung zu verbergen um nicht unfähig zu wirken, durch den mangelnden Ernst an der Situation. Auch Melkor schwieg und lief gemächlich neben ihr her. Dennoch besah er sie hin und wieder mit einem misstrauischen Blick.

Es ist ihm fraglich wie weit er ihr trauen konnte. Bis jetzt hatte er viele seiner Gefolgsleute durch Magie, einen hinterhältigen Trick zu sich gerufen und band sie an sich. Aber diese kleine Maia war freiwillig zu ihm gestoßen und schien tatsächlich Interesse an seinen Machenschaften zu finden. Oder lag es allein an ihrer Unwissenheit?

Was es auch war, er musste dafür sorgen, dass auch sie sich nicht so leicht wieder abwenden kann und vielleicht ginge das sogar einfacher als mit Magie. Schien er doch zu ahnen, was sie zu ihm geführt hatte.

Schließlich erreichten sie einen großen Saal, mit schwarzen Wänden und kleinen Fackeln an jeder Ecke, empfand Maricæn ihn bis jetzt am freundlichsten. In der Mitte stand ein großer Thron, angehoben und Machtvoll stieß er aus der schlichten Einrichtung hervor. Daneben standen jeweils an einer Seite, zwei kleine Sitzplätze, weniger Imposant aber dennoch ganz anschaulich.

Sonst war nichts in dem Saal platziert und auch die Feinheiten waren hier ausgelassen. Rechts waren lediglich rechteckige Fenster angebracht, die grün Schimmerten und eher wenig Licht hinein brachten. Links von dem Thron waren einzelne Bögen aufgestellt, die zu einem Balkon führten, auf den Melkor nun zu ging.

Schweigend folgte Maricæn ihm und trat durch einen der Bögen. Vor sich sah sie nun einen dreimal so großen Raum wie der Saal den sie eben betreten hatte. Er ging über zwei Etagen und rund herum mit Spitzen versehen, die zur Verschönerung des Raumes dienten. Maricæn besah sie aber nur mit einem besorgten Blick. Sie waren spitz und in einer Reihe von ganz unten bis zur Decke aufgereiht, sie würden einen durchbohren oder zu mindestens schwer verletzten, wenn man ihnen zu nahe kam.

Außerdem vielen ihr die gleichen Statuen wie vor dem Eingang der Burg auf, die Seelenruhig neben den Spitzen an den Mauern platziert waren.

„Ich habe gesehen wie du dich in einem Kampf verhältst. Du kämpft sehr wirkungsvoll aber dein Umgang mit Waffen ist kläglich. Ich denke daran solltest du arbeiten.", sprach Melkor auf einmal und überrascht sah Maricæn zu ihm. Er ließ sich keinerlei Regung anmerken, stand mit erhobenem Haupt neben ihr und sah mit verschränkten Armen auf dem Rücken, in den Raum hinab.

Maricæn konnte noch nicht glauben was sie gehört hatte.

„Ihr wollt mir den Umgang mit Waffen beibringen?", fragte sie beinahe zu euphorisch und wieder glänzten ihre Augen vor Freude, wie ein Kind das ein unerwartetes Geschenk bekommt.

Sie war nie gut darin gewesen ihre Waffen zu führen, obwohl sie in der Lage ist jede beliebige Waffe mithilfe ihrer Schatten herauf zu beschwören, kann sie nicht eine meisterhaft führen.

Wer sollte es sie auch lehren? Varda empfand nicht viel für Krieg und Kampf und hielt erst recht nichts davon, wenn ihre Zofe das Schwert schwang.

Doch Melkor winkte ab. „Nicht ich werde es dir lehren. Ich schicke jemanden zu dir, er bereitet dich auf den bevorstehenden Kampf vor.", sprach er um Freundlichkeit bemüht zu Maricæn und drehte sich dann schwungvoll von ihr weg, „Und es dauert nicht mehr lange, dann bin ich bereit für meinen zweiten Schlag."

Seine Stimme klang düster und bedrohlich als er die letzten Worte sprach und der plötzliche Wandel seiner Stimmung, ließ Maricæns Vorfreude sinken.

Wie festgewachsen blieb sie auf dem Balkon stehen und sah wie Melkor in der Dunkelheit der Gänge verschwand. Ein eiskalter Schauder lief ihr über den Rücken, doch sie unterdrückte den Drang sich zu schütteln.

Es war deine eigene Entscheidung, nun beweise Mut und setzte deine Fähigkeiten klug ein, dachte sie mahnend und drehte sich wieder zu dem großen Raum um. Sollte sie etwa dort unten üben?

Abschätzend besah sie sich den Raum genauer und empfand ihn als sehr bedrohlich und abschreckend. Seufzend stütze sie sich am Geländer ab und sah abwartend hinab.

Sie ertappte sich dabei, wie sie sich nach Taniquetil sehnte. Die schöne strahlende Burg, die eigentlich so viel Schönheiten an sich trug, doch nie hatte Maricæn sie beachtet. Erst jetzt wurde ihr klar, dass sie das Gefühl der glatten Vasen und runden Teller vermisste und das Licht was der helle Stein aus dem die Burg gebaut wurde ausstrahlte.

Hier war es finster und stickig und obwohl sie sich Rache, Anerkennung und die Freiheit die die Macht mit sich brachte wollte, war ihr dieser Ort etwas unheimlich. Wenn nicht sogar sehr unangenehm. Doch sie wischte diese Bedenken beiseite. Vielleicht musste sie sich lediglich daran gewöhnen, konnte sie sich erinnern, in Taniquetil ebenfalls mit solch ähnlichen Gedanken geplagt worden zu sein.

Sie war hier und konnte ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen, sich an Varda und den anderen angeberischen Valar rächen und sie spüren lassen, was sie ihr angetan hatten.

Abrupt wurde sie aus ihren Gedanken gerissen, als sie laute Schritte hinter sich vernahm, die hallend durch den Thronsaal auf sie zu kamen.

Erschrocken sah sich Maricæn um und war etwas verblüfft über die erscheinende Person.

Er war stattlich gebaut und kräftig, und durch seine weniger machtvolle Erscheinung, erkannte sie ihn ebenfalls als einen Maia. Fasziniert musterte sie ihn, wie er auf sie zu kam und schließlich schweigend vor ihr stehen blieb. Anscheinend um sie ebenfalls zu mustern, jedoch nicht so begeistert oder fasziniert wie Maricæn, was ihr aber nicht auffiel.

Er hatte schwarz bis hellgraue lange Haare, die glatt über seine Schultern vielen und ebenfalls stechende graue Augen. In einer auffallenden Rüstung gekleidet, war er wie Melkor um einiges größer als sie. Sein Blick war finster und sonst ausdruckslos. Ein strichgerader Mund und nach unten zueinander laufende Augenbrauen ließen seinen stechenden Blick noch effektiver erscheinen. Doch anders als bei Melkor, empfand sie seine Erscheinung weniger bedrohlich.

Er sagte nichts, besah sie nur leicht abfällig und mit einem Wink in den großem Raum hinab machte er wieder kehrt. Doch Maricæn folgte ihm nicht. Stattdessen ging sie weiter auf den Balkon und verschwand in dunklem Rauch, der sie schnell aber sicher hinab brachte. Sobald sie den Boden unter den Füßen spürte, ließ sie den Rauch wieder verschwinden und sah leicht amüsiert zu dem anderen Maia hinauf.

Er sah sie nur einen Moment schweigend an, ehe er im Thronsaal verschwand, um nicht lange danach aus einem kleinen Gang vor ihr wieder aufzutauchen.

Er sah nicht sehr glücklich darüber aus, dass er sich mit Maricæn herumschlagen musste und ihr den Schwertkampf beibringen sollte.

Und er war nicht davon abgeneigt ihr dies auch zu zeigen. Er griff an seine Seite und ein schönes glänzendes Schwert kam zum Vorschein.
"Ziehe dein Schwert.", sprach er tonlos zu Maricæn und sah sie abwartend an. Sie zögerte einen Moment, ehe sie ihre rechte Hand erhob und dunkler Rauch sich darum bildete. Nach kurzer Zeit hatte sich der Rauch in ein schwarzes breites Schwert verwandelt, das Maricæn nun unsicher in der Hand hielt.
Sie war sich darüber bewusst wie schlecht sie ihre Waffen führen konnte und fühlte sich somit jedes mal etwas schutzlos, wenn sie diese in der Hand hielt.
"Nehmt einen festen Stand ein.", sprach der ihr Gegenüber wieder tonlos zu ihr.
Sie tat wie ihr befohlen wurde und platzierte ihren rechten Fuß weiter nach vorne und den linken weiter hinten. Dabei ging sie leicht in die Knie. Konzentriert auf ihre Aufgabe sagte sie erst einmal nichts.
Der Maia senkte sein Schwert und trat abschätzend neben sie. Mit einem neugierigen Blick, folgte Maricæn ihm, wie er einmal um sie herum lief und dann an ihrer linken Seite stehen blieb.
Maricæn stand immer noch leicht gesenkt auf dem Marmorschwarzen Boden und wartete auf seine Reaktion.
"Wie heißt ihr eigentli...", wollte sie also in ein Gespräch einleiten, wurde aber abrupt unterbrochen, als sie grob von der Seite angeschupst wurde und haltlos zu Boden viel.
Auf ihren fragenden und leicht wütenden Blick hin, trat der Maia wieder von ihr weg ohne ihr aufzuhelfen.
"Platziert eure Füße nicht zu weit voneinander entfernt und geht mehr in die Knie. Ihr seid klein und daher habt ihr mehr Chancen, wenn ihr Schlägen ausweicht." Abwartend blieb er vor ihr stehen.
Leicht wütend stand Maricæn wieder auf und ergriff ihr Schwert.
Er trat zu ihr und ergriff ihre Handgelenke und führte diese zum Griff ihres Schwertes. Als sie das Schwert nun optimal in den Händen hielt, trat er wieder zurück.
Maricæn sah nur fasziniert zu ihren Händen und dann wieder zu ihm. Mit schnellen geschickten Bewegungen waren ihre Hände am Griff platziert worden und mit dem kurzen Kontakt seiner warmen Hände, hinterließen sie ein leichtes kribbeln an den Stellen, wo er sie berührt hatte.
"Nun, ich besitze einen Namen und ob ihr mir nun den euren sagt oder nicht, ich bin Maricæn.", versuchte sie erneut ein Gespräch zu beginnen. Er sah sie nicht an und umklammerte sein eigenes Schwert sehr konzentriert, schien er zu überlegen, wie er am besten Vorging, damit Maricæn es lernt.
Maricæn sah ihn nur interessiert zu und wartete auf eine Antwort.
Doch stattdessen schwang er sein Schwert auf sie nieder und durch das positionieren ihrer Hände zuvor, konnte sie den Schlag abwehren.
Erschrocken sah sie ihn an und trat ein paar Schritte von ihm weg.
"Gut. Nun versucht mich anzugreifen.", sprach er immer noch sehr tonlos und wenig daran interessiert was hier passierte.
Unsicher sah Maricæn zu ihm zurück.
"Aber ich kann das Schwert nicht führen.", widersprach sie und ließ es daraufhin sinken.
"Bestimmt nicht. Besonders wenn ihr es nicht versucht.", sprach er streng und wartete immer noch ihren Angriff ab. Maricæn wollte wieder widersprechen, doch sein strenger Blick ließ sie wieder ihr Schwert erheben.
Mit langsamen und abtastenden Schritten, trat sie wieder an ihn heran.
"Macht schon!", drängte er sie weiter, als sie immer noch zögerte.
Also nahm sie ihre ganze Kraft zusammen und holte von hinten aus, sodass das Schwert auf den anderen Maia nieder sauste. Dieser hatte bereits seine abwehrende Haltung eingenommen, doch ließ diese wieder sinken, als er Maricæns Angriff sah.
Mit einem Schritt trat er zur Seite und klirrend traf Maricæns Schwert auf den Boden. Dann spürte sie auf einmal etwas kühles aber spitzes an ihrem Nacken. "Kehre niemals deinem Feind den Rücken zu.", sprach er kühl zu ihr. Dies machte Maricæn leicht wütend. Wenn er ihr dies vorher gesagt hätte, wäre das vielleicht nicht passiert.
Zornig drehte sie sich um und schwang dabei ihr Schwert mit, sodass es klirrend auf seines traf und somit von ihrem Nacken verschwand.
"In Ordnung, dann noch einmal.", sprach er immer noch ruhig und wenig von ihrem Zorn beeindruckt.
Wieder erhob sie ihr Schwert und wollte es auf ihn nieder sausen lassen, als er auf einmal seines sinken ließ und zu ihr trat. Sofort hielt sie inne und verfolgte ihn mit einem interessieren Blick.
"Holt von unten aus, wenn ihr angreift und verteidigt euch mit dem Schwert auf Brusthöhe.", sprach er bedacht und griff nach ihren Armen. Er stellte sich hinter sie und ging die Bewegungen durch, die sie ausführen sollte. Zwei Schläge, einen von links unten und einen von rechts unten. Beide endeten schließlich oben und würden dem Gegner klirrend entgegen geschmettert werden.
Auch die Verteidigung ging einmal von Brusthöhe schräg nach unten und würde einen tiefen Schlag abwehren und dann das Schwert quer gehalten würde es einen höheren Schlag abwehren, von denen sie bei ihrer Größe bestimmt mehrere erwarten würde.
Maricæns Zorn war Schlagartig verschwunden und nur schwer konnte sie sich darauf konzentrieren was er ihr gerade zeigte. Sie spürte seinen warmen Atem im Nacken und wie sich seine starken Arme, um ihre eigenen legten und die Bewegungen nachgingen.
Plötzlich ließ er von ihr ab und trat desinteressiert wieder vor sie.
Abwartend hob er sein Schwert, bereit ihre Schläge abzuwehren.
Maricæn musste sich erst einmal sammeln, als seine Präsenz auf einmal verschwand.
Etwas verunsichert über ihre eigene Reaktion, hob sie dennoch ihr Schwert. Sie nahm ihre standfeste Haltung ein und mit schnellen Bewegungen, führte sie zwei von unter führende Schläge durch.
Beide trafen auf sein Schwert und erstaunt hielt sie inne und besah sich ihr Schwert. Sie hatte es effektvoll geführt und ihr Ziel sogar getroffen. Doch die Freude wehrte nicht lange.
"Lass dich nicht ablenken!", ermahnte er sie und als sie bereits aufsah, flog bereits sein Schwert auf sie hinab. Doch anstatt es abzuwehren, verzog sie sich instinktiv in ihren Rauch zurück und flog von ihm weg. Etwas wütend darüber, kam er ihr hinterher.
"Du sollst nicht feige flüchten. Wehre den Schlag ab!", rief er leicht zornig darüber, das sie nicht auf ihn hörte und sich feige ihrer Macht hingab.
Diesmal blieb sie stehen und wollte tun was er sagte, sie wollte es doch gerne lernen aber diesmal hatte er viel mehr Kraft in seinen Schlag genommen und selbst als Maricæn ihn abwehrte, ließ der Schlag sie zurück taumeln und ließ sie ein leichtes ziehen in ihrem Arm spüren. Erschrocken wich sie davon weg und erkannte ihr Blut, das von den schwarzen Spitzen an der Wand, hinab tropfte.
"Du musst auf deine Umgebung achten.", sprach der Maia vor ihr. Er hatte seinen Zorn dämpfen können und ließ das Schwert nun sinken.
Als er jedoch in das leicht erschrockene Gesicht von Maricæn sah, drehte er sich um.
"Das wars für heute, ich rate dir nicht zu vergessen was du heute gelernt hast.", sagte er noch, ehe sie seine Schritte vernahm, die sich von ihr entfernten.
"Ich danke dir für deine Hilfe.", sagte sie noch, als er bereits den kleinen Gang unterhalb des Balkons, erreicht hatte.
"Sauron.", sagte er nur tonlos und sah kurz zu ihr zurück, "Mein Name ist Sauron."
Dann drehte er sich schnell wieder um und verschwand in dem dunklen Gang. "Dann danke ich dir, Sauron.", sprach sie leise seinen Namen aus, als auch sie sich umdrehte und in den großen Raum sah.
Ihr Arm schmerzte immer noch leicht, doch war er nicht kritisch verletzt, sodass sie ihn erst einmal ignorierte. Viel wichtiger fand sie nun die Frage, wo sie hin sollte? Was sollte sie nun tun?
Erst einmal hob sie ihre Hand und platzierte das Schwert darin. Nach kurzer Zeit war es in schwarzem Rauch verschwunden und auch dieser löste sich auf, als sie ihre Hand wieder sinken ließ.
Wenn sie noch einmal dazu kommt, würde sie die Schwerttechniken üben aber erst einmal brauchte sie eine Auszeit.
Sie lief auf einen Gang weiter hinten im Raum zu, um die Burg eben alleine zu erkunden.
Dass sie das gelernte viel schneller Anwenden musste als gedacht, ahnte sie in dem Moment noch nicht.

Währenddessen trat Sauron zu Melkor, der gerade seine Streitmacht begutachtete, die er mit viel Mühe in den letzten Tagen gezüchtet hatte. Natürlich hatte er nicht auf den Rat seines Bruders Manwe gehört und scherte sich kein wenig darum. Er hatte sein Ziel und würde es ohne bedenken weiter anstreben. Es war ihm immerhin schon einmal gelungen, wenn diese Valar nicht gewesen wären.
Aber diesmal musste es funktionieren, denn er würde nicht alleine gehen, eine kleine Maia würde mit ihm kommen und ihm somit über den Sieg der Valar helfen.
"Ich habe bedenken über die Maia und das ihr sie mitnehmen wollt. Seid ihr euch sicher das ihr Zorn den Valar gegenüber dafür ausreicht?", sprach Sauron zu seinem Meister.
Melkor sah seinen treuesten Anhänger und Feldherr nur ungläubig an.
"Ihr unterschätzt sie, das ist gut. Wenn unsere Valar ebenfalls so reagieren, werden wir leichtes Spiel haben. Doch nun erzählt, wie macht sie sich im Kampf.", fragte Melkor und wand sich von seinen Ungeheuern ab und besah Sauron interessiert.
Dieser seufzte nur leicht.
"Sie ist jung und unerfahren und ich persönlich halte sie für unfähig. Aber sie zeigt Ehrgeiz und scheint sich oft von ihrem Zorn leiten zu lassen.", sprach er wieder tonlos. Er war nicht daran interessiert sich mit dieser unfähigen Maia abzugeben. Was sollte sie ihnen in diesem Krieg nutzen?
"Von ihrem Zorn. Interessant. Wenigstens etwas das wir gebrauchen können und wenn sie ebenfalls das Schwert benutzen kann, wirst du sehen, das diese Mission Erfolg haben wird. Sie wird mir weiterhin blind und gefügig folgen, ohne dass ich sie anders hier festhalten muss, was mir viel Energie erspart.", sprach Melkor finster und langsam aber sicher nahm sein Plan immer mehr Form an.
"Dennoch möchte ich das du sie weiterhin beobachtest, ist es dennoch riskant, ihr ihren freien Willen zu lassen. Wenn sie also versucht zu fliehen, hast du die Erlaubnis sie mit allen möglichen Mitteln zurückzuholen oder zu strafen.", sprach er weiter und eine finstere Aura formte sich um seinen Körper der seine Wut und den Tatendrang ausdrückte und in einem finsteren Schleier untermalte.
Sauron nickte untergeben, ehe er schlecht gelaunt von Melkor weg trat. Nun sollte er auch noch kleine Gören hüten und sie beschatten.
Es ging ihm mehr als er gedacht hatte gegen den Strich aber das es ihm bald zu Gute kommen wird und auch ihm diese kleine Maia zu nutze sein wird, hätte er in dem Moment nicht gedacht.

Planlos lief Maricæn durch die verschiedenen Gänge und traf hin und wieder auf einen leeren Raum. Sie fragte sich ob Melkor nur zwei Anhänger insgesamt besaß oder wo sich die anderen herum trieben.
Wie wollte er nur Erus Platz einnehmen, wenn seine gesamte Burg leer zu sein scheint? Nur gut das er mich hat, sonst wäre er alleine mit dem geheimnisvollen Sauron, dachte sie und musste auf einmal breit grinsen. Dieser Gedanke gefiel ihr. Sie wurde gebraucht, geschätzt und sie war von niemandem abhängig, sondern teilweise sogar andersherum.
So lief sie strahlend weiter durch die Gänge und hatte die Tatsache, das sie langsam nicht mehr wusste wo sie war, bereits verdrängt.
Somit lief sie freudig weiter durch die Gänge und sah mal hier mal dort in einen der Räume.
Doch plötzlich hielt sie inne.
Es war ein großer Raum, mit wenigen Möbeln aber was sie am meisten faszinierte, war das gemütliche Bett am Rand des Raumes. Schnell sprang sie unbemerkt hinein und sah sich erst einmal genauer um, falls dieser Raum jemanden gehörte.
Doch sie fand keine persönlichen Gegenstände, nur das nötige Mobiliar war sich in fast jedem Raum befand, bis auf das Bett.
Also zog sie schnell ihre Schuhe und Klamotten aus, der tiefrote Mantel sank zu Boden, später darauf ein leichtes schwarzes Hemd und eine schwarze enganliegende Kordhose. Nur noch mit einem leichten Leinenhemd bekleidet, sprang sie freudig ins Bett und kuschelte sich in die Decke.
Es war ein aufregender Tag gewesen, sodass sie schnell einschlief.

Es war bereits Stockduster als Sauron die Gänge entlanglief und nach dem Gespräch mit Melkor nichts weiter als etwas Ruhe wollte. Es würde schon schwer genug sein, am nächsten morgen dieses Gör ausfindig zu machen. Am liebsten würde er sie gleich von hier verbannen, auf das er sie nie wieder sehen müsste. Aber davon musste er Melkor zuerst überzeugen, das sie genauso unfähig war, wie er glaubte.
Er betrat einen großen Raum und schloss sofort die Tür hinter sich. Das Zimmer war dunkel und nicht alles konnte er erkennen aber wusste er auch so, wo sich was befand.
Er steifte seine Rüstung ab und trat mit einem leichten Leinenhemd bekleidet zu seinem Bett. Seufzend setzte er sich auf die Bettdecke und platzierte seine Metallischen Handschuhe auf den Tisch neben sich.
Er hielt kurz inne und vergrub sein Gesicht in den Händen. Er hatte immer noch wenig Interesse daran dieses Mädchen zu hüten, er verstand nicht was Melkor so wichtig an ihr fand.
Sie war Unfähig, allein dieses Gejammer sie könnte das Schwert nicht führen, ließ ihn nur genervt die Augen verdrehen. Sie war zu naiv und unerfahren. Ihre Unbeholfenheit regte ihn jedes mal auf, wenn er in ihr liebliches Gesicht sah. Sie gehörte hier einfach nicht hin, wieso konnte Melkor das nicht verstehen?
Doch abrupt wurde er aus seinen Gedanken gerissen als er einen Arm, der sich um seinen Bauch legte, spürte und wie sich jemand an seinen Rücken kuschelte.
Als hätte er sich verbrannt, sprang er erschrocken auf und betrachtete das kleine zusammengekauerte Bündel in seinem Bett. Schon verlor er nur einen kurzen Gedanken an sie, war sie bereits da. Dabei wollte er sie so schnell nicht wieder sehen, hatte er doch gehofft sie hätte sich verlaufen und in ihrer Dümmlichkeit von Melkors Ungeheuern fressen lassen. Aber nein, sie musste ja unbedingt in seinem Bett auftauchen.
Nun gut einen Vorteil hatte dies, er musste sie nicht erst suchen. Doch weshalb lag sie in seinem Bett?!
Soll sie gefälligst in ihr eigenes gehen.
Wütend trat er wieder zu ihr und riss sie grob am Arm in die Höhe. Verschlafen blinzelte sie, ehe sie erkannte wer sie geweckt hatte.
Nun sah sie verwundert und etwas erschrocken in Saurons kalte Augen.
"W-was wollt ihr?", fragte sie noch nicht ganz bei Sinnen und zog instinktiv die Decke näher an ihren Körper.
"Was fällt euch ein mein Zimmer zu betreten und auch noch in meinem Bett zu liegen?!", rief er sofort wütend und funkelte sie kalt an.
"Oh verzeiht, ich wusste nicht das es euch gehört, es sah so verlassen aus. Außerdem wusste ich nicht wo ich sonst hin sollte.", abwartend lächelte sie ihn an, machte aber keinerlei Anstalten zu verschwinden.
Also griff er erneut wütend nach ihrem Arm und zerrte sie erbarmungslos vor die Tür.
"Aber wo soll ich ...?", sie wurde unterbrochen, als er knallend die Tür hinter sich schloss.
Nun etwas verwundert über seine Reaktion, drehte sich Maricæn von der Tür weg, nur mit einem leichten Unterkleid bekleidet, suchte sie das nächste Zimmer.
Bestimmt war er nur so schlecht gelaunt, weil er müde war, dachte sie währenddessen als sie sich seine Reaktion erklären wollte.
Er braucht sicherlich Zeit bis er auftaut.
Das er sie im Grunde überhaupt nicht leiden konnte, kam ihr nicht in den Sinn und so lief sie ins nächste Zimmer, um sich sofort müde ins Bett zu werfen. Ihre Klamotten würde sie schon noch wiederbekommen.

So vergingen einige Tage in denen Maricæn weiterhin trainiert wurde und auch von Melkor in Kenntnis gesetzt wurde, was er von ihr erwarte.
Maricæn hatte der Ehrgeiz gepackt und sie wollte beweisen dass sie seinen Anforderungen nachkommen konnte. Sie war stark und hielt sich für genauso Mächtig wie Melkor selbst. Es Ehrte sie sehr und trieb ihren Ehrgeiz nur noch mehr an, als sie von Melkor in seine Pläne eingewiesen wurde, wobei sie nicht bemerkte, das er ihr bewusst einiges verschwieg.
So rückte der Tag der Taten immer näher und seitdem hatte sich Maricæns Einstellung etwas geändert.
Sie kam sich immer mächtiger und stärker vor, je mehr man sie lehrte und wie gleichgesinnte an allem Teilhaben ließ. Nicht einmal Sauron war bei jedem Gespräch dabei, welcher seit ihrem Treffen in seinen Zimmer, nur das nötigste mit ihr sprach.
Doch dies war ihr in dem Moment egal. Ihr Höhepunkt war erreicht, sie wurde geschätzt und man fragte nach ihrer Meinung, sie wurde sogar dem engsten Vertrauten von Melkor vorgezogen, so wie sie das empfand.
Doch wie es kommen musste, war ihr dies irgendwann nicht genug.
Melkor hatte die anderen Untergebenen unter seiner Gewalt, er befahl ihnen was sie zu tun hatten. Auch Maricæn hatte nun die anderen Maia kennengelernt die Melkor untergeben folgten.
Doch sie wollte dies auch. Sie wollte auch befehle erteilen, welche dann ohne zu Fragen ausgeführt wurden.
Sie wollte wie in Taniquetil gefürchtet aber geachtet werden und dies ohne jemanden über sich zu haben.
Und sie hatte schon eine Idee, wie sie dies erreichen konnte. Wie sie Melkor hintergehen konnte und doch seine Macht zu Eigen machen.
Doch sie bräuchte Hilfe dabei und sie wusste schon genau von wem.

Doch Hochmut kommt für gewöhnlich vor dem Fall, ob ihr das noch rechtzeitig klar wird?