Kapitel 3
Ich steige auf, du sinkst hinab
durch unsre zweisam tief geträumten Träume.
Erinnre dich, was ich dir gab!
ASP - Wechselbalg
„Gabriel."
Der Trickster presst die Handballen gegen die Schläfen, beißt auf den Stiel des Lutschers. „Nein", zischt er, abrupte rasende Kopfschmerzen lassen ihn sich zusammen krümmen. Der Lutscher verschwindet mit seiner Konzentration. „Nein, bitte nicht, nein."
Er geht zu Boden, presst den Kopf gegen die Knie. Alles fühlt sich verdreht an und die Erinnerungen stürmen auf ihn ein, füllen die Lücken, bringen Ordnung in die chaotische Reihenfolge seines Lebens. Tage werden zu Sekunden zu Jahren, verschieben sich, Jahrtausende aus dem Nichts heraus.
„Gabriel", hört er den Engel ein letztes Mal rufen, eine sanfte Berührung an der Schulter als Anker.
Der Trickster fällt.
Kali…
Bruder, zwing mich bitte nicht dazu…
Niemand zwingt uns zu irgendwas.
Ich weiß, wo dein Herz wirklich liegt.
Kali…
Ein rotes Kleid, im Kerzenschein schimmernd…
Blutroter Nagellack, schlanke Finger, die er so gut kennt…
Kali…
Luzifer…
Niemand zwingt uns zu irgendwas.
Ein zartes Band, rot wie das Kleid, überraschend filigran für eine Todesgöttin…
Überraschend liebevoll…
Kali…
Gleißendes Licht strömt aus ihm, brennender Schmerz…
Der ungleich tiefere Schmerz des Verrates…
Das Band zwischen ihm und Kali schwingt, vibriert, saugt die Energie des Todes gnadenlos auf…
Kali…
Sie lässt ihn nicht gehen…
Niemand zwingt uns zu irgendwas.
Niemand.
Ein letzter Blick auf seinen Bruder, der nicht mehr sein Bruder ist, und Gabriel gibt dem Zug des Bandes nach. Niemand kann ihn gegen seinen Willen zwingen, aber er will sich dem Band nicht widersetzen. Er folgt Kalis Blutzauber und gibt dem Trickster in sich nach.
Keuchend fiel Gabriel zu Boden, jeden Haltes beraubt, die Engelsklinge tief in seiner Brust vergraben. Luzifer hatte ihn erstochen. Er hatte es tatsächlich getan, obwohl Gabriel bis zum letzten Moment gehofft hatte, sein kleiner Trick mit der Illusion würde funktionieren. Er zog die Klinge heraus, schloss die Augen, als seine eigene Gnade ihn blendete. Kein Anblick, den er je wieder sehen wollte. Er hoffte, dass die Winchesters Kali in Sicherheit gebracht hatten. Dass sein Opfer nicht umsonst war.
Er schob die Gedanken an sie beiseite, konzentrierte sich auf seine Umgebung.
Vorsichtig berührte er seine Brust, spürte die Reste seiner ausgetretenen Gnade sich verflüchtigen, während die Wunde sich schloss. Langsam richtete er sich auf, sah sich um. Bäume, Nebel, ewige Dunkelheit... Das Grollen eines Werwolfrudels in unmittelbarer Nähe, Vampire etwas weiter entfernt, Zentauren und Gestaltwandler am Rande seiner Wahrnehmung. Keine Menschen.
Keine Menschen.
Nur Monster.
Und etwas Älteres als die üblichen Monster.
Leviathane.
Das Fegefeuer.
Gabriel erhob sich schwankend und lehnte sich kurz an einen Baum, bis der Schwindel verflog. Er hatte nicht mehr viel Zeit – wenn die Monster wussten, dass er hier war, wussten es auch die Leviathane. Ein Erzengel im Fegefeuer – auf diese Gelegenheit zur Rache warteten sie seit dem Zeitpunkt ihrer Verbannung. Er musste hier fort. Das Portal zur Erde war keine Option. Blieb nur eine der Barrieren zwischen Himmel und Fegefeuer zu finden und zu hoffen, dass er sich an die richtigen Frequenzen erinnerte, um den Übergang zu schaffen. Der Kampf des Himmels gegen die Leviathane war seit Ewigkeiten vorbei.
Er synchronisierte die Schwingungen seiner Flügel, bereit zur Flucht. Außer dass die Nähe der Leviathane ganz eigene Energien freisetzte und seine Bemühungen schneller störte als er abheben konnte. Also laufen.
„Oh dreimal verfluchte...", knurrte er zwischen zusammengebissenen Zähnen und rannte los. Nur zu gut erinnerte er sich an die Kämpfe gegen die Leviathane, bevor Gott sie ins Fegefeuer verbannt hatte. Eine weitere Erfahrung, die er niemals wieder erleben wollte. Kampf oder Flucht – wenn es um Leviathane ging, zog Gabriel Flucht vor. Zuviel hatte er im Kampf gegen sie bereits geopfert.
Zeit war im Fegefeuer eine seltsame Angelegenheit. Das normalerweise untrügliche Zeitempfinden des Erzengels war gestört, es konnten Stunden, aber auch Tage vergangen sein, als sie ihn endlich einholten.
Drei nach Tod stinkende Leviathane mit zu vielen Zähnen und zu wenig Anstand.
„Hey Leute, schön, euch endlich wieder zu sehen", begrüßte er sie mit einem breiten Lächeln, während die Angst in seinen Eingeweiden tobte. Die Engelsklinge glitt lautlos in seine Hand, schimmerte todbringend im allgegenwärtigen unwirklichen Licht. „Habt ihr mich vermisst?"
Der Kampf war blutig und gnadenlos. Gabriel erinnerte sich an diese drei Leviathane. Damals im Himmel hatte Luzifer an seiner Seite gegen sie gekämpft, hatte sich zwischen ihn und die nadelspitzen Zähne geworfen, als sie die Barrieren zwischen dem Fegefeuer und seiner Heimat durchbrochen hatten... Ein scharfer Schmerz in der Seite ließ ihn aufschreien und Luzifer verfluchen. Mühsam schob er die Erinnerungen an seinen Bruder fort und konzentrierte sich darauf, nicht erneut gebissen zu werden. Schwarzes Leviathanblut vermischte sich mit dem seinen, brannte sich durch seine Gnade und schwächte ihn.
„Töte uns und andere werden dich finden", zischte ihn Großmaul Nr. 1 an. „Du kannst uns nicht alle gleichzeitig besiegen – dies ist unsere Heimat, Engel, und wir haben alle Zeit der Ewigkeit, dich zu jag-" Gabriel legte ihm die Hand auf die Stirn und ließ seine Gnade brennen.
„Du redest zu viel", keuchte er atemlos und wandte sich Nr. 2 und 3 zu.
„Jeder wird dich sehen, Engel. Du kannst nicht entkommen", redete nun auch Nr. 2 auf Gabriel ein, und mit einem entnervten Seufzen trieb er die Engelsklinge durch die Kehle des Leviathans.
„Ihr redet alle zu viel", knurrte Gabriel und versuchte das unangenehme Wissen, dass die Monster recht hatten, bis nach dem Kampf zu verdrängen. Im Moment war Ablenkung tödlich, und er war sich nicht sicher, wohin ein Erzengel ging, der im Fegefeuer krepierte. Nr. 3 starb mit einem lauten Lachen, als Gabriel seine Gnade durch ihn brennen ließ. Das laute Knurren eines verwandelten Werwolfrudels hinter ihm ließ ihn in freudlosem Humor in das Lachen einstimmen. Das Fegefeuer, ein ewiger Kampf. Kali hätte es hier gefallen.
„Ich hätte mich nie in den ganzen Apokalypse-Krempel einmischen sollen", teilte er dem Werwolf mit, als die Engelsklinge ihr Ziel in seinem Herzen fand. „Ich hätte einfach weiter als Loki bei den Pagan-Göttern rumhängen und es mir gut gehen lassen sollen."
„Einfach weiter den Jägern aus dem Weg gehen", ein weiterer Werwolf fiel unter seiner Hand, löste sich zu grauem Staub auf, „mit den Menschen spielen, die es verdient haben, und mit Max ab und an mal Gassi gehen." Seine Gnade brannte sich durch die Essenz des dritten Werwolfs.
„Max war mein Hund, weißt du?", plauderte er vor sich hin. Nur nicht an seine beschissene Situation oder die Leviathane oder Kali denken. „Wer sich jetzt wohl um ihn kümmern wird? Luzifer mit Sicherheit nicht, der will ja nur das Ende der Welt, was zählt da schon so ein kleiner Mischling."
Gabriel stand keuchend vor dem Anführer des kleinen Rudels, der aussah, als wollte er Gabriel antworten. Er zerschmetterte ihn mit seiner Gnade. „Oder gar so etwas Unwesentliches wie sein Bruder?"
Gabriel sah sich auf der zerwühlten Lichtung um. „Ich hätte einfach Loki bleiben sollen. Es war ein gutes Leben. Gutes Essen, guter Wein, hervorragender Sex. Leichte Schlangenphobie natürlich, aber man kann nicht alles haben", teilte er dem letzten Werwolf seine Schlussfolgerung mit. „Hast du auch was dazu zu sagen? Nein, natürlich nicht. Habe ich mir schon gedacht." Er erstach ihn mit einem freudlosen Lächeln. Gabriel wollte schreien, all den Schmerz über den Verrat seines Bruders loslassen. Stattdessen verbrannte er die Überreste der Werwölfe zu Asche und schob die Erinnerung beiseite. Nicht ablenken lassen. Lächeln, um nicht zu schreien. Kämpfen, um nicht zu fliehen. Gute Taktik. Kali würde ihm dafür anerkennend zunicken.
Näher kommende stampfende Schritte eines Elefantendämons erinnerten ihn an sein Monsterproblem, und mit einem Seufzen hob Gabriel ab. Er kam nicht einmal hundert Schwingungen weit. Es waren weitere Leviathane, die seine Flügel störten und ihn zu Boden fallen ließen. Dieses Mal waren es vier von ihnen. Dieses Mal schrie Gabriel.
Er begann die Zeit mit Hilfe der angreifenden Monster zu messen. Tag, Nacht, Dämmerung... All dies hatte im Fegefeuer keinerlei Bedeutung, stets war seine Umgebung in ein konstantes, graues Licht getaucht. Gabriel ließ sich am Fuß einer großen Eiche zu Boden sinken. Er musste weiter laufen; eine Herde Wolpertinger näherte sich, und so klein und putzig diese Geschöpfe auch aussahen, hinter ihrem harmlosen Äußeren konnte er bösartige Zähne und ein noch bösartigeres Wesen sehen.
Erschöpft schloss er kurz die Augen, ließ die Hand mit der immer schwerer werdenden Engelsklinge zu Boden sinken. Seit seiner Ankunft hatte er nie mehr als zehn Atemzüge Ruhe gehabt, zu sehr zog das Gleißen seiner Gnade die Monster an. Er war als Erzengel mächtiger als jedes von ihnen, abgesehen von den ältesten Leviathanen vielleicht, doch es waren einfach zu viele. Für jedes Monster, das er tötete, schienen zwei wiederaufzuerstehen, und er war einfach am Ende. Selbst Erzengel brauchten Phasen der Erholung und Regeneration.
Seine vier Flügel waren durch die ständigen Leviathanschwingungen so sehr außer Resonanz, dass er nicht sicher war, ob und wie er den Schaden je reparieren konnte. Inzwischen wünschte er sich, sie wären wie seine Hülle körperlich manifestiert – er bezweifelte, dass körperliche Wunden mehr an ihm zehren konnten als dieses ständige Gefühl der Falschheit.
Ein leises Kratzen neben ihm ließ ihn aufschrecken und die Engelsklinge gerade noch rechtzeitig durch die Kehle des schwarzen Wolpertingers treiben. Nadelspitze Zähne eines weiteren Chimärenwesen bohrten sich in sein linkes Bein, pumpten ihr lähmendes Gift in ihn.
„Ach kommt schon", murrte Gabriel und riss den Kiefer des Wolpertingers aus seinem Schenkel. „Ein Ausgang wäre langsam überaus nett, Vater." Gabriel hoffte, dass Gottes Antwort nicht die scharfen Hörner eines weiteren Wolpertingers waren, die sich in seinen Nacken bohrten. Er schwang die Engelsklinge in einem weiten Bogen, enthauptete zwei weitere Monster. Er war umgeben von mindestens einem Dutzend Wolpertingern, und so wie es in seinen Flügeln kribbelte, waren die Leviathane nicht weit.
Hiermit war sein Leben offiziell beschissen und er am Arsch, gratulierte er sich selbst und lächelte. Nicht erneut schreien.
Mit einem Fingerschnippen erschuf er eine Illusion seiner selbst und versah sie mit gerade genug Gnade, dass die Wolpertinger sie als echt anerkannten. Gleichzeitig erinnerte er sich an seinen ersten längeren Besuch auf der Erde nach seiner Flucht, wie er seine Gnade tief in sich verborgen hatte und kaum als Engel zu erkennen gewesen war. Er hatte Tausende von Jahren als Trickster auf der Erde überlebt, es wäre überaus amüsant, sich von einem Haufen kleiner Monster besiegen zu lassen. Amüsant und traurig, auch wenn niemand mehr da war, der seinen Tod betrauern würde. Nicht erinnern, lächeln. Monster wurden nicht mit Erinnerungen bekämpft.
Er ließ die Illusion gegen die Wolpertinger kämpfen und schlich so schnell und so lautlos er konnte fort. Sobald er einige Meter zwischen sich und die sterbende Illusion gebrachte hatte, rannte er los.
Zu spät fiel ihm auf, dass die Wunde in seiner Wade sich nicht geschlossen hatte und sein Bein von der plötzlichen Überlastung nicht begeistert war. Mit einem überraschten Fluch fiel er zu Boden, konnte sich grade noch so weit abrollen, dass er nicht – erneut – von der eigenen Engelsklinge erstochen wurde. Die um ihn herum einschlagenden Leviathane befreiten ihn zumindest von dem Wolpertingerproblem. Man musste auch für die kleinen Dinge im Leben dankbar sein. Lächeln.
Hektisch erhob er sich, wischte sich mit dem Handrücken den Schweiß von der Stirn.
Er war sowas von am Arsch.
Bemüht, zumindest den äußeren Anschein von Ruhe zu erwecken, drehte er sich um die eigene Achse, die Engelsklinge immer in Richtung der ihn umkreisenden Leviathane gerichtet.
„Ihr schon wieder. Herzlichen Glückwunsch, ihr werdet besser – eure Brüder habe ich doch vorhin erst getötet. Zu schade, dass ihr nicht wieder aufersteht wie die Monster – euch würde ich glatt zutrauen, aus euren Fehlern zu lernen und mich in Ruhe zu lassen", spottete er, während er in Gedanken rasend nach einem Ausweg suchte. Seine verfluchte Gnade wirkte wie ein Leuchtfeuer. Für die Monster musste er bereits meilenweit gegen den Wind nach Engel und Beute stinken.
Er konnte so nicht weiter machen. Ein Leben auf der Flucht konnte er ertragen, nichts anderes hatte er als Trickster getan. Nie lange an einem Ort bleiben, jeder Gefahr aus dem Weg gehen, keine Risiken eingehen, nur mit Menschen spielen, die es verdient hatten. Nichts Übernatürliches zu nahe kommen lassen. Kein Problem.
Doch die ständigen Kämpfe, das Zerren an seinen Flügeln, Gnade, die aus seinen Wunden floss und war es auch noch so kurz... Nein. Das musste aufhören. Es war vorbei.
Die Leviathane griffen ihn gleichzeitig sowie ohne lange Vorrede an. Er schaffte es, einen von ihnen zu enthaupten, doch im gleichen Moment spürte er scharfe Zähne in seinem Rücken und erneut Gnade aus sich fließen. Das goldene Leuchten blendete den Leviathan lange genug, dass Gabriel ihm die Klinge in den Leib rammen konnte.
„Und nun stehst du ohne Waffe da, Engel", zischte ihn der verbliebene Leviathan an, brach mit hartem Griff das Handgelenk seiner Hülle, während sich seine Zähne in Gabriels Schulter gruben. Gepeinigt schrie Gabriel auf und verlor den Halt. Der Leviathan schleuderte ihn beiseite und zog die Klinge aus den sich langsam verflüchtigenden Überresten seines Artgenossen.
Taumelnd erhob Gabriel sich, der gebrochene Knochen und die Schulter im Gegensatz zu der Wunde am Bein bereits verheilt, die Schmerzen jedoch nachhallend. Verfluchte Wolpertinger und ihr Gift. „Jetzt nicht mehr so vorlaut, nicht wahr? Ich werde es genießen, dich zu töten", flüsterte der Leviathan in Gabriels Ohr und trieb die Engelsklinge in Gabriels Leib.
Der Erzengel hatte genug. Der Leviathan hatte sein Herz verfehlt, doch der Schaden an seiner Gnade war immens. Er musste eine Entscheidung treffen – mit geschwächter Gnade und dennoch weithin als Engel erkennbar als Zielscheibe für alle Monster und Leviathane im Fegefeuer permanent auf der Flucht sein und eher früher als später sterben oder aber sich selbst aufgeben, sich ganz dem Trickster-Dasein hingeben und als Monster unter Monstern leben.
Es war keine schwere Entscheidung.
Es dauerte nur einen Sekundenbruchteil, seine Gnade tief in sich zu verbergen, die Schwingungen seiner Flügel so sehr abzuschwächen, dass sie nicht mehr spürbar waren. Dieses Mal verbarg er sich noch tiefer in sich selbst als während der ersten Jahrhunderte nach seiner Flucht aus dem Himmel, sperrte alle Erinnerungen an sein Engeldasein und Gabriel fort. Hier im Fegefeuer würden sie ihn nur schwächen und ablenken. Nichts und niemand würde ihn mehr als Engel erkennen, am wenigsten er selbst.
Wenn die Zeit reif war, würden die Erinnerungen zurückkehren und er als Erzengel wieder auferstehen. Bis dahin...
Wie gut, dass Engelsklingen ihn nicht töten konnten, wenn er kein Engel war. Lächelnd zog der Trickster die Klinge aus seiner Brust und hielt sie dem Leviathan an die Kehle. Die Wunde leuchtete golden und war verheilt. „Na, überrascht? Du hast mich schwer verletzt, aber weißt du, was viel interessanter ist?" Fast zärtlich zog er die Klinge über den Hals des Leviathans, nicht genug, ihn zu töten, doch deutlich fühlbar. „Die Menschen kannten mich als Loki, aber du darfst mich einfach Trickster nennen; wir alle wissen doch, wie wenig Namen wirklich bedeuten... Schau mich nicht so verblüfft an, Großmaul. Hat man euch nie die Geschichte der Menschen erzählt?" Er kicherte. „Mich kann man nicht so einfach töten."
Die Klinge wanderte vom Hals des Leviathans tiefer. Er fuhr fort. „Tja, hier die Neuigkeiten: Ich bin überaus unerfreut", die Klingenspitze bohrte sich in die Brust des Leviathans, ließ schwarzes Blut fließen, „dass ihr mich umbringen wollt. Ich habe noch eine Rechnung mit euch zu begleichen und ich werde euch finden. Jeden Einzelnen von euch werde ich finden und erledigen, und wenn das Fegefeuer endlich sicher ist, werde ich einen Weg hier raus finden. Der Zorn der Trickster währt ewig. Das wird der Tag sein, an dem ich euch besiege." Die Klinge bohrte sich in die Brust des Leviathans und ließ ihn zu schwarzem Schleim zerfallen. „Hasta la vista, Baby", kicherte er und sah zu, wie die Klinge sich zusammen mit dem Leviathan und den letzten Erinnerungen an den Erzengel auflöste.
Der Trickster lebte.
„Gabriel", dringt Castiels Stimme wie aus weiter Ferne zu ihm durch. Castiels Griff hat sich verstärkt, kräftige Finger bohren sich in seine Schulter, holen ihn langsam aus dem Strudel sich ordnender Erinnerungen zurück.
„Hey Bruderherz", keucht er und zwinkert mehrmals, um den Schleier vor seinen Augen zu vertreiben. „Hast du mich vermisst?" Er hustet und ein brennender Schmerz fährt durch die Narbe in seiner Brust. Unwillkürlich reibt er darüber, spürt die harte Erhebung.
Gabriel ist zurück.
